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Skins mit Schlips und Kragen

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Dirk Apitz

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Jun 8, 1998, 3:00:00 AM6/8/98
to

Am Samstag war in der Thueringer Allgemeinen Zeitung folgender Artikel
zu lesen:

Etwa 150 Menschen demonstrierten friedlich gegen die Burschenschaften
NPD scheiterte mit Stoerversuch / keine Zwischenfaelle zu beobachten

Eisenach (suv).
"Gegen rechte Verbindungen und Burschenschaften" - dieses Spruchband
trugen Jugendliche an der Spitze einer Protestdemonstration gegen das
Burschenschaftertreffen. Die etwa 150 Teilnehmer gingen nach einer
kurzen Kundgebung vom Marktplatz durch die Fussgaengerzone, ueber den
Frauenplan zur Wartburgauffahrt. Dort sammelten sie sich kurz vor 18 Uhr
an der Bushaltestelle nahe der Reuter-Wagner-Villa. Der Marsch verlief
sehr diszipliniert. Sogar eine plumpe Provokationeiniger rechter
Skinheads wurde mit Gelassenheit hingenommen. Die Skinheads verteilten
im Windschatten der Anti-Burschen-Demo Handzettel der rechtsextremen
NPD, anbei sogar Aufnahmeantraege fuer die rechte Partei. "Liebe
Eisenacher", kommentierte ein Demonstrationsteilnehmer ueber mikrophon
ironisch, "lesen Sie lieber unser Flugblatt 'Burschen sind rechts'; das
ist inhaltlich viel klueger und auch viel besser gestaltet." Insgesamt
30 Polizisten begleiteten den Zug, unmittelbar vor Ort auch Eisenachs
Polizei-Chef Raymond Walk. Polizeiliche Verstaerkung aus Erfurt
unterstuetzte.Eingreifen brauchten die Beamten nicht. Unter den
Demonstranten auch Landesjugendpfarrer Chisthard Wagner. Er bezeichnete
die juengsten Aeusserungen von Eisenachs Buergermeister zu den
Burschenschaften als "unertraeglich". Ob der OB nicht merke, dass die
"Skins in Schlips und Kragen" das intellektuelle Klima im Lande
schaffen, das spaeter die "Dumpfbacken" zuschlagen lasse? Die
Versammlung loeste sich kurz vor 19 Uhr grueppchenweise auf.

1. Na, vielleicht haengen sie uns ja auch noch den Wahlerfolg der DVU
in Sachsen-Anhalt an. Da waeren wir doch mal wieder die perfekten
Suendenboecke.
2. Die DB bekennt sich im Gegensatz zur AntiFa und den Skinheads zur
Verfassung, die da im 1. Artikel lautet: Die Wuerde des Menschen ist
unantastbar.
3. Diese Dumpfbacken haben mit INTELLEKTUELLEM Klima so viel am Hut wie
eine Kuh mit dem Seiltanzen. Sie haben immer schon zugeschlagen und
werden es auch immer tun, wenn ihnen nicht endlich einmal Einhalt
geboten wird, und das besonders in Provinznestern, in denen man die DB
groestenteils noch nicht einmal kennt.
4. Ich finde es ausgesprochen Scheisse, dass sich solche
Rechstradikalen der NPD mit uns assoziieren lassen. Jetzt ist es wieder
an uns klarzustellen, das wir uns nicht parteipolitisch definieren.
5. So ganz friedlich war es denn doch nicht, wenn so ein Ungewaschener
mit verfilzem Haar meinen Bundesbruder anspuckt. Soviel zum Thema
"Wuerde des Menschen"
6. Mit dieser Verleumdung "Skins mit Schlips und Kragen" hat sich der
besagte Jugendpfarrer von uns eine Anzeige eingehandelt. In meinem Bund
gibt es niemanden der physisch oder geistig auch nur ansatzweise ein
Skin ist. Schwarze Schafe unter unseren Verbandbruedern sorgen leider
schon genug fuer schlechte Schlagzeilen, da koennen wir auf solche
Aeusserungen von pauschalisierenden Aussenstehenden, die sich
offensichtlich nicht mit unseren Werten "Ehre, Freiheit, Vaterland"
auseinandergesetzt haben, wirklich verzichten.

Farbigst

Dirk Apitz, Th!

Stefan Schuerger

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Jun 8, 1998, 3:00:00 AM6/8/98
to

Dirk Apitz wrote:

> 6. Mit dieser Verleumdung "Skins mit Schlips und Kragen" hat sich der
> besagte Jugendpfarrer von uns eine Anzeige eingehandelt.

Bravo! Die Leute sollen merken dass die mit uns nicht ALLES machen
koennen. Schon gar nicht als Pfarrer.
Pfarrer gehoeren in die Kirche und nicht auf linksradikale
Demonstrationen!

Mit schwarz-rot-goldenem Alemannengruss,

Stefan Schuerger Z!

B! Alemannia Bamberg

Dirk Apitz

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Jun 8, 1998, 3:00:00 AM6/8/98
to

Stefan Schuerger wrote:

Ich finde sehr wohl, dass sich jeder (einschliesslich Pfarrer) politisch
interressieren und engagieren koennen und sollten. Dann waere die radikale
gewaltvolle undemokratische Szene um einen Gegner reicher. Desweiteren
finde ich es normal, dass sich Pfarrer als links einordnen. (Es gibt Leute,
die sind davon ueberzeugt, dass wenn Jesus Christus heute in eine Partei
eintreten wuerde, dies eine wahrhaft kommunistische waere, nicht das was
hier so rumdeucht und -fleucht.) Die Gedanken sind schliesslich frei, aber
das war eine Pauschalisierung, die eine Verleumdung darstellt. Ich kann
mich ja auch nicht hinstellen und sagen, dass alle heutigen Buergermeister,
die einmal ein Amt in der DDR hatten, auch IM bei der StaSi waren. Es
fuellt mich einfach mit Wut und Traurigkeit, soetwas ueber mich zu hoeren.

Farbigst

Dirk Apitz, V.B.B. Thuringia!


Stefan Schuerger

unread,
Jun 8, 1998, 3:00:00 AM6/8/98
to


Dirk Apitz wrote:

> > Bravo! Die Leute sollen merken dass die mit uns nicht ALLES machen
> > koennen. Schon gar nicht als Pfarrer.
> > Pfarrer gehoeren in die Kirche und nicht auf linksradikale
> > Demonstrationen!
>

> Ich finde sehr wohl, dass sich jeder (einschliesslich Pfarrer) politisch
> interressieren und engagieren koennen und sollten. Dann waere die radikale
> gewaltvolle undemokratische Szene um einen Gegner reicher.

Ich bin da anderer Ansicht. Solange jemand sich privat politisch engagiert, ist
dagegen nichts einzuwenden. Wenn er aber sich als Pfarrer (und das macht er ja,
wenn er sagt, dass er Pfarrer ist) aeussert, dann hat sowas in der
Oeffentlichkeit nichts verloren --- es sei denn, er aeussert sich offiziell im
Namen der Kirche. Diese wird aber solch einen Humbug kaum unterstuetzen.Als
Vergleich: Wenn ich mich als Alemanne in Band und Mütze auf den Marktplatz
stelle und brülle: "wählt PDS!", dann wäre das zwar auch eine freie
Meinungsäußerung, aber meine BbrBbr würden mir zurecht auf die Finger klopfen,
weil ich die Organisation Alemannia ohne Berechtigung vor den Karren meiner
persönlichen Ansichten spanne.

> Desweiteren
> finde ich es normal, dass sich Pfarrer als links einordnen. (Es gibt Leute,
> die sind davon ueberzeugt, dass wenn Jesus Christus heute in eine Partei
> eintreten wuerde, dies eine wahrhaft kommunistische waere, nicht das was
> hier so rumdeucht und -fleucht.)

Da vergleichst Du Aepfel mit Birnen. Jesus war zu seiner Zeit ein
Sozialrevolutionaer. Nicht jeder Sozialrevolutionaer heutzutage ist aber
kommunistisch! Apropos linke Pfarrer: Ich glaube, daß das nur bei den
Protestanten ein Problem darstellt.

> Die Gedanken sind schliesslich frei, aber
> das war eine Pauschalisierung, die eine Verleumdung darstellt. Ich kann
> mich ja auch nicht hinstellen und sagen, dass alle heutigen Buergermeister,
> die einmal ein Amt in der DDR hatten, auch IM bei der StaSi waren. Es
> fuellt mich einfach mit Wut und Traurigkeit, soetwas ueber mich zu hoeren.

Weißt Du, die Menschen machen sich durch Klischees und Vorurteile das Leben
einfach nur bequem. Es ist ja auch einfach: mit einem Vorurteil im Kopf erspart
man sich das genauere Hinsehen!
Ich finde es auch seltsam, daß man auf der Straße in Couleur angeschaut wird,
als hätte man eine grüne Nase. Ein Neger im Ledenschurz mit einer gejagten
Antilope über der Schulter würde in diesem Land bestimmt weniger auffallen.
Aber damit muß man leben.


Mit schwarz-rot-goldenem Alemannengruß,

Stefan Schürger Z!

B! Alemannia Bamberg


Dirk Apitz

unread,
Jun 8, 1998, 3:00:00 AM6/8/98
to

Stefan Schuerger wrote:

> Dirk Apitz wrote:
>
> > > Bravo! Die Leute sollen merken dass die mit uns nicht ALLES machen
> > > koennen. Schon gar nicht als Pfarrer.
> > > Pfarrer gehoeren in die Kirche und nicht auf linksradikale
> > > Demonstrationen!
> >
> > Ich finde sehr wohl, dass sich jeder (einschliesslich Pfarrer) politisch
> > interressieren und engagieren koennen und sollten. Dann waere die radikale
> > gewaltvolle undemokratische Szene um einen Gegner reicher.
>
> Ich bin da anderer Ansicht. Solange jemand sich privat politisch engagiert, ist
> dagegen nichts einzuwenden. Wenn er aber sich als Pfarrer (und das macht er ja,
> wenn er sagt, dass er Pfarrer ist) aeussert, dann hat sowas in der
> Oeffentlichkeit nichts verloren --- es sei denn, er aeussert sich offiziell im
> Namen der Kirche. Diese wird aber solch einen Humbug kaum unterstuetzen.Als
> Vergleich: Wenn ich mich als Alemanne in Band und Mütze auf den Marktplatz
> stelle und brülle: "wählt PDS!", dann wäre das zwar auch eine freie
> Meinungsäußerung, aber meine BbrBbr würden mir zurecht auf die Finger klopfen,
> weil ich die Organisation Alemannia ohne Berechtigung vor den Karren meiner
> persönlichen Ansichten spanne.
>

Da muss man diferenzieren. Mit einer solchen Meinung laufen Sie bei mir offene
Tueren ein. Allerdings glaube ich nicht, dass die Person in Robe demonstriert hat.
Wir kennen doch genau den Informationshunger der Medien. Wenn ihn jemand erkennt,
steht es schon in der Zeitung, dass er ein Pfarrer ist. Er hat sich bestimmt nicht
hingestellt und gesagt ich bin Pfarrer und fordere... Wenn ich etwas sage und man
fragt mich zwischendurch, ob ich korporiert bin, kaeme es mir z.B. auch nicht in
den Sinn, etwas anderes zu sagen. Ich wuerde allerdings dazu sagen, dass dies
meine Meinung ist, und nicht unbedingt die meines Bundes. Analog denke ich
suggeriert er nicht selbstverstaendlich, dass dies die Position der Kirche ist.


> > Desweiteren
> > finde ich es normal, dass sich Pfarrer als links einordnen. (Es gibt Leute,
> > die sind davon ueberzeugt, dass wenn Jesus Christus heute in eine Partei
> > eintreten wuerde, dies eine wahrhaft kommunistische waere, nicht das was
> > hier so rumdeucht und -fleucht.)
>
> Da vergleichst Du Aepfel mit Birnen. Jesus war zu seiner Zeit ein
> Sozialrevolutionaer. Nicht jeder Sozialrevolutionaer heutzutage ist aber
> kommunistisch! Apropos linke Pfarrer: Ich glaube, daß das nur bei den
> Protestanten ein Problem darstellt.
>

Ebenfalls meine Meinung. Das Zitat kam nicht von mir, obwohl ich dennoch der
meinung bin, dass die Kirchen an sich im Durchschnitt eher nach links gezogen
sind, wobei dies natuerlich eher bei den Protestanten der Fall zu sein scheint und
sie die Katholiken normalerweise auf diesem Gebiet unpolitischer und neutraler
verhalten.

> > Die Gedanken sind schliesslich frei, aber
> > das war eine Pauschalisierung, die eine Verleumdung darstellt. Ich kann
> > mich ja auch nicht hinstellen und sagen, dass alle heutigen Buergermeister,
> > die einmal ein Amt in der DDR hatten, auch IM bei der StaSi waren. Es
> > fuellt mich einfach mit Wut und Traurigkeit, soetwas ueber mich zu hoeren.
>
> Weißt Du, die Menschen machen sich durch Klischees und Vorurteile das Leben
> einfach nur bequem. Es ist ja auch einfach: mit einem Vorurteil im Kopf erspart
> man sich das genauere Hinsehen!
> Ich finde es auch seltsam, daß man auf der Straße in Couleur angeschaut wird,
> als hätte man eine grüne Nase. Ein Neger im Ledenschurz mit einer gejagten
> Antilope über der Schulter würde in diesem Land bestimmt weniger auffallen.
> Aber damit muß man leben.
>
> Mit schwarz-rot-goldenem Alemannengruß,
>
> Stefan Schürger Z!
>
> B! Alemannia Bamberg

ohne Komentar (hab eben mal durch ein Artikel des ASTA ueber die DB
geschmoekert, soviel zu Hetzplakaten. Wenn es interessiert, kann ich den ja mal
bei Anfrage hochladen.)

Farbigst

Dirk Apitz, Th!


Jens Bolten

unread,
Jun 8, 1998, 3:00:00 AM6/8/98
to

Halloechen!

Stefan Schuerger <Stefan.S...@stud.uni-bamberg.de> hat
geschrieben:


>Pfarrer gehoeren in die Kirche und nicht auf linksradikale
>Demonstrationen!

Woraus schliesst Du, dass die Demo linksradikal gewesen ist?
Aus dem zitierten Zeitungsartikel und den Anmerkungen von Dirk
kann /ich/ das jedenfalls nicht ableiten.

Ciao
Jens

**************************************************************************
* Jens 'Jurassic' Bolten, email : Jens....@post.rwth-aachen.de */\*
* Maxstr. 8, 52070 Aachen////Am Haus Luetz 38, 41066 Moenchengladbach *\/*
* (0241) 542186 (@,@) (02161) 630918 */\*
************************0***0*********************************************
* WWW: http://www.geocities.com/CapitolHill/3468 *
**************************************************************************


Jens Bolten

unread,
Jun 8, 1998, 3:00:00 AM6/8/98
to

Halloechen!

Dirk Apitz <dap...@physik.TU-Berlin.DE> hat geschrieben:


>2. Die DB bekennt sich im Gegensatz zur AntiFa und den Skinheads zur
>Verfassung, die da im 1. Artikel lautet: Die Wuerde des Menschen ist
>unantastbar.

Wer oder was ist "die AntiFa"?
Unter "AntiFa" fallen IMO soviele z.T. sehr unterschiedliche
Gruppierungen, dass mir Deine Verallgemeinerung ("alle
AntiFa-Gruppen bekennen sich nicht zur Verfassung") unhaltbar
erscheint.
Dafuer, dass Verbindungsmitglieder im Allgemeinen und
DB-Burschenschafter im Speziellen immer eine differenzierte
Betrachtung der Verbindungslandschaft fordern neigen IMO vor
allem letztere zu oft selbst zu voellig unhaltbaren und
unzulaessigen Verallgemeinerungen, wenn sie von "den Linken" oder
"der AntiFa" sprechen.

>4. Ich finde es ausgesprochen Scheisse, dass sich solche
>Rechstradikalen der NPD mit uns assoziieren lassen.

Ich finde es Klasse. Schliesslich zwingt es Euch dazu, Euch
entweder deutlich von der NPD und damit auch von deren
Gedankengut zu distanzieren oder Euch mit dieser Assoziation
anzufreunden. Eine diesbezuegliche Diskussion innerhalb der DB
koennte hoechst interessant werden...

>5. So ganz friedlich war es denn doch nicht, wenn so ein Ungewaschener
>mit verfilzem Haar meinen Bundesbruder anspuckt. Soviel zum Thema
>"Wuerde des Menschen"

Du wuerdest Dich wundern, was sich so mancher Deiner
Verbandsbrueder gegenueber Verbindungsgegnerinnen und -gegnern
leistet. Angespuckt hat mich zwar noch niemand, aber so manche
Bemerkung hatte mit ehrenhaftem Verhalten IMO arg wenig zu tun.

BTW: Alleine Deine Beschreibung des Taeters stellt IMO schon eine
Herabwuerdigung und damit eine Missachtung der Wuerde der Person
dar.

>Schwarze Schafe unter unseren Verbandbruedern sorgen leider
>schon genug fuer schlechte Schlagzeilen, da koennen wir auf solche
>Aeusserungen von pauschalisierenden Aussenstehenden, die sich
>offensichtlich nicht mit unseren Werten "Ehre, Freiheit, Vaterland"
>auseinandergesetzt haben, wirklich verzichten.

Wenn Euch die schwarzen Schafe stoeren, warum versucht Ihr sie
dann nicht loszuwerden oder Euch zumindest deutlich von ihnen zu
distanzieren? Wer Rechtsextremisten in den eigenen Reihen duldet
und ggf. noch in Schutz nimmt, die oder der darf sich nicht
wundern, irgendwann mit diesen Leuten in den gleichen Topf
geworfen zu werden.

Stefan Schuerger

unread,
Jun 8, 1998, 3:00:00 AM6/8/98
to

Jens Bolten wrote:

> Halloechen!
>
> Stefan Schuerger <Stefan.S...@stud.uni-bamberg.de> hat
> geschrieben:
> >Pfarrer gehoeren in die Kirche und nicht auf linksradikale
> >Demonstrationen!
> Woraus schliesst Du, dass die Demo linksradikal gewesen ist?
> Aus dem zitierten Zeitungsartikel und den Anmerkungen von Dirk
> kann /ich/ das jedenfalls nicht ableiten.

Die Aeusserung des Pfarrers: "Skins in Schlips und Kragen" deutet darauf hin.

Stefan Schuerger

unread,
Jun 8, 1998, 3:00:00 AM6/8/98
to

Jens Bolten wrote:

> Halloechen!


>
> Wer oder was ist "die AntiFa"?
> Unter "AntiFa" fallen IMO soviele z.T. sehr unterschiedliche
> Gruppierungen, dass mir Deine Verallgemeinerung ("alle
> AntiFa-Gruppen bekennen sich nicht zur Verfassung") unhaltbar
> erscheint.

IMHO ist der Anteil verfassungsfeindlicher Personen bei eben dieser Mixtur
namens AntiFa erheblich höher als bei den Korporierten. Gegen den Staat Steine
schmeissen und sich mit Polizisten pruegeln kann jeder. Um korporiert zu
werden braucht man ein Abitur...

> >4. Ich finde es ausgesprochen Scheisse, dass sich solche
> >Rechstradikalen der NPD mit uns assoziieren lassen.
> Ich finde es Klasse. Schliesslich zwingt es Euch dazu, Euch
> entweder deutlich von der NPD und damit auch von deren
> Gedankengut zu distanzieren oder Euch mit dieser Assoziation
> anzufreunden. Eine diesbezuegliche Diskussion innerhalb der DB
> koennte hoechst interessant werden...

Halte ich fuer unwahrscheinlich, dass diese Diskussion gefuehrt wird. Warum
sollte sie?

> BTW: Alleine Deine Beschreibung des Taeters stellt IMO schon eine
> Herabwuerdigung und damit eine Missachtung der Wuerde der Person
> dar.

Wieso? "ungewaschen" ist doch wertfrei: Es stellt nur das Auslassen einer Tat
(das Waschen) fest, das sich optisch und ggf. geruchlich beim Gegenueber
bemerkbar macht.

Jens Ersfeld

unread,
Jun 8, 1998, 3:00:00 AM6/8/98
to

Stefan Schuerger schrieb:

[...]


> Apropos linke Pfarrer: Ich glaube, daß das nur bei den
> Protestanten ein Problem darstellt.

[...]

> Weißt Du, die Menschen machen sich durch Klischees und Vorurteile das Leben
> einfach nur bequem. Es ist ja auch einfach: mit einem Vorurteil im Kopf erspart
> man sich das genauere Hinsehen!

Na das ist ja mal eine Zusammenstellung. Eine bessere
Selbstrelativierung habe
ich selten gesehen! "Linke Geistliche gibts nur bei den Protestanten",
aber
zwei Absätze weiter "Diese blöden Vorurteile". Das reizt zu lautem
Grinsen.

> Ich finde es auch seltsam, daß man auf der Straße in Couleur angeschaut wird,
> als hätte man eine grüne Nase.

Bekennende Minderheiten sind ja auch nicht deshalb auffällig, weil sie
Minderheiten
sind (sonst müsste jeder Homosexuelle ja auch dann im Mittelpunkt des
Interesses
stehen, wenn man ihn gar nicht als solchen erkennt). Das Bekennen trennt
die
Spreu vom Weizen! Und wer sich zu Prinzipien bekennt, fällt heute halt
auf.
Und weil wir gerade beim Thema Geistliche waren: auffällig ist in diesem
Zusammenhang auch, daß das Kreuz die Funktion des Bekenntnisses längst
hierzulande
nicht mehr erfüllt - aber stell dich mal mit einem Kreuz vor eine
Moschee oder
vor die Pyramiden.

Jens Ersfeld, AV Glückauf-Salia zu Clausthal im KV und CV

Mark Obrembalski

unread,
Jun 8, 1998, 3:00:00 AM6/8/98
to

Dirk Apitz wrote:

> 2. Die DB bekennt sich im Gegensatz zur AntiFa und den Skinheads zur
> Verfassung, die da im 1. Artikel lautet: Die Wuerde des Menschen ist
> unantastbar.

"Die Antifa" gibt es wohl mindestens genausowenig wie "die
Verbindungsstudenten". Nach meinen Erfahrungen kann ich Dir bestätigen,
daß es viele Antifas (wohl sogar die ganz große Mehrheit) gibt, die sich
jedenfalls zu Artikel 1 der GG problemlos bekennen können. Zu den
übrigen Menschenrechten ganz überwiegend auch.

> 5. So ganz friedlich war es denn doch nicht, wenn so ein Ungewaschener
> mit verfilzem Haar meinen Bundesbruder anspuckt. Soviel zum Thema
> "Wuerde des Menschen"

Daß sich jemand danebenbenimmt, läßt wohl kaum einen Schluß auf dessen
Einstellung zur Menschenwürde zu. Sonst wäre jede Sauftour ab einem
bestimmten Alkoholpegel eine verfassungsfeindliche Aktivität. Und was
soll die beschreibung als "ungewaschen und mit verfilztem Haar"? Wäre es
Dir lieber von Gewaschenen mit gekämmtem Haar angespuckt oder beleidigt
zu werden?

> Schwarze Schafe unter unseren Verbandbruedern sorgen leider
> schon genug fuer schlechte Schlagzeilen, da koennen wir auf solche
> Aeusserungen von pauschalisierenden Aussenstehenden, die sich
> offensichtlich nicht mit unseren Werten "Ehre, Freiheit, Vaterland"
> auseinandergesetzt haben, wirklich verzichten.

Möglicherweise haben sie sich eben hauptsächlich mit den schwarzen
Schafen auseinandergesetzt. Wenn es tatsächlich so wenige sind, die
Euern Verband in Verruf bringen, dann sorgt halt endlich dafür, daß die
Typen ausgeschlossen werden. Vereinsschädigendes Verhalten als Grund für
einen Rausschmiß dürfte ja wirklich in jeder Vereinssatzung zu finden
sein.

Lvoe and Peace,
Mark

Mark Obrembalski

unread,
Jun 8, 1998, 3:00:00 AM6/8/98
to

Stefan Schuerger wrote:

> > Woraus schliesst Du, dass die Demo linksradikal gewesen ist?
> > Aus dem zitierten Zeitungsartikel und den Anmerkungen von Dirk
> > kann /ich/ das jedenfalls nicht ableiten.
>
> Die Aeusserung des Pfarrers: "Skins in Schlips und Kragen" deutet darauf hin.

Das deutet darauf hin, daß die Demo gegen Rechtsradikale gerichtet war.
Um dagegen zu sein, muß mensch wahrlich nicht linksradikal sein (obwohl
ich auch keinen Grund sehe, warum ein Pfarrer nicht linksradikal sein
könnte). Daß möglicherweise Leute als rechtsradikal bezeichnet wurden,
die das gar nicht sind, steht auf einem anderen Blatt. Aber daß es auch
rechtsradikale Burschenschaftler gibt, läßt sich ja auch kaum
bestreiten.

Love and Peace,
Mark

Mark Obrembalski

unread,
Jun 8, 1998, 3:00:00 AM6/8/98
to

Stefan Schuerger wrote:

> IMHO ist der Anteil verfassungsfeindlicher Personen bei eben dieser Mixtur
> namens AntiFa erheblich höher als bei den Korporierten. Gegen den Staat Steine
> schmeissen und sich mit Polizisten pruegeln kann jeder. Um korporiert zu
> werden braucht man ein Abitur...

Und ein solches bekommt mensch problemlos auch ohne den geringsten
Schimmer von politischer Bildung. kann ich aus dem von Dir Gesagten
übrigens schließen, daß Korporationen niemanden aufnehmen, der seine
Studienzugangsberechtigung auf andere Weise als durch Abitur erworben
hat?

Love and Peace,
Mark

Hannes Gnad

unread,
Jun 8, 1998, 3:00:00 AM6/8/98
to

In de.soc.studium.verbindungen Mark Obrembalski <mar...@hrz1.uni-oldenburg.de> wrote:

Hallole !

: Schimmer von politischer Bildung. kann ich aus dem von Dir Gesagten


: übrigens schließen, daß Korporationen niemanden aufnehmen, der seine
: Studienzugangsberechtigung auf andere Weise als durch Abitur erworben
: hat?

Kann man nicht allgemein sagen. Manche Einzelverbindungen und/oder
Verbaende kennen das Maturitaetsprinzip (Kandidatat *muss†* Abitur
haben), andere nicht. Wie und ob das noch angewendet wird, muss
man im Einzelfall nachfragen.

Mein Bund hat das mal im 19. Jahrhundert eingefuehrt, gibt es bei
uns aber heute nicht mehr, auch die DB kennt es nicht (mehr).


--
Beste Gruesse, Trekking onward hanne...@rus.uni-stuttgart.de
Hannes Gnad Hv! B! Hilaritas han...@studbox.uni-stuttgart.de
http://helpdesk.rus.uni-stuttgart.de/~rusamiga/
** Das Muenchner Witz-Urteil im "Provider-Prozess" gegen den ehemaligen **
** Chef von CompuServe Deutschland oder was passiert, wenn deutsche **
** Juristen und die moderne Welt aufeinandertreffen ... **

Hannes Gnad

unread,
Jun 8, 1998, 3:00:00 AM6/8/98
to

In de.soc.studium.verbindungen Mark Obrembalski <mar...@hrz1.uni-oldenburg.de> wrote:

Hallole !

: Schafen auseinandergesetzt. Wenn es tatsächlich so wenige sind, die


: Euern Verband in Verruf bringen, dann sorgt halt endlich dafür, daß die
: Typen ausgeschlossen werden. Vereinsschädigendes Verhalten als Grund für
: einen Rausschmiß dürfte ja wirklich in jeder Vereinssatzung zu finden
: sein.

Die DB kennt solche Kriterien kaum, gerade im Bereich der politischen
Betaetigung nicht. Hier wird, auch in Hinblick auf das 19. Jahrhundert,
der Begriff "Freiheit" sehr weit ausgelegt.

Jens Bolten

unread,
Jun 9, 1998, 3:00:00 AM6/9/98
to

Halloechen!

Stefan Schuerger <stefan.s...@stud.uni-bamberg.de> hat
geschrieben:


>IMHO ist der Anteil verfassungsfeindlicher Personen bei eben dieser Mixtur
>namens AntiFa erheblich höher als bei den Korporierten.

Hast Du vielleicht auch Fakten, mit denen Du Deine Meinung
untermauern kannst?
Die Tatsache, dass die Verfassungsschuetzerinnen und -schuetzer
in den letzten Jahren ihre Aufmerksamkeit vermehrt auf den
Rechtsextremismus in Burschenschaften richten begruendet den
Verdacht, dass zumindest "erheblich hoeher" nicht (mehr)
zutrifft.

>Gegen den Staat Steine schmeissen und sich mit Polizisten pruegeln kann jeder.
>Um korporiert zu werden braucht man ein Abitur...

Und was haben diese beiden Aussagen nun miteinander zu tun?
Antwort: Nichts.
Denn wenn sie miteinander verknuepft waeren - wenn also
beispielsweise Verbindungsstudierende durch ihr Abitur davor
geschuetzt waeren, zu Steinwerferinnen und Steinewerfern zu
werden - , dann waere zwangslaeufig die erste Aussage falsch.
Zwar duerfte es einen gewissen Zusammenhang zwischen dem
Bildungsniveau und der Gealtbereitschaft geben, aber auch der
fuehrt nicht dazu, das Menschen mit dem Moment des Ueberreichens
des Abiturzeugnisses automatisch zu guten Staatsbuergerinnen und
Staatsbuergern werden.

BTW: Die Ueberheblichkeit und Arroganz, die in der zweiten
Aussage mitschwingt ist IMO eine der wesentlichen Ursachen
unserer derzeitigen Bildungskrise: Solange Menschen wie Stefan
bewusst oder unbewusst mit hocherhobener Nase an
Hauptschulabsolventinnen und Realschulabsolventen vorbeirennen
und glauben, mit dem Abitur ein besserer Mensch geworden zu sein,
solange darf sich wohl niemand darueber wundern, dass Eltern ihre
Kinder mit aller Gewalt in die Gymnasien draengen - denn
schliesslich sollen die Kinder ja auch mal zu besseren Menschen
werden.

>Halte ich fuer unwahrscheinlich, dass diese Diskussion gefuehrt wird. Warum
>sollte sie?

Weil es IMO an der Zeit waere, dass sich die liberalen Kraefte
innerhalb der DB mal Gedanken darueber machen, wielange sie noch
in einem Dachverband mit Rechtsexstremisten sein wollen.

>Wieso? "ungewaschen" ist doch wertfrei

In dem Zusammenhang, in dem hier "ungewaschen" und "verfilztes
Haar" benutzt wurden waren diese Formulierungen alles andere als
wertfrei.

Jens Bolten

unread,
Jun 9, 1998, 3:00:00 AM6/9/98
to

Stefan Schuerger <stefan.s...@stud.uni-bamberg.de> hat
geschrieben:
>Die Aeusserung des Pfarrers: "Skins in Schlips und Kragen" deutet darauf hin.
Diese Aesserung *eines* Demonstrationsteilnehmers, die noch dazu
offenbar ohne den vollstaendigen Zusammenhang zitiert wurde,
rechtfertig eine derartige Einordnung einer ganzen Demonstration
mit *150* Teilnehmerinnen und Teilnehmern?

Hannes Gnad

unread,
Jun 9, 1998, 3:00:00 AM6/9/98
to

In de.soc.studium.verbindungen Jens Bolten <Jens....@post.rwth-aachen.de> wrote:

Hallole !

: >IMHO ist der Anteil verfassungsfeindlicher Personen bei eben dieser Mixtur


: >namens AntiFa erheblich höher als bei den Korporierten.
: Hast Du vielleicht auch Fakten, mit denen Du Deine Meinung
: untermauern kannst?

Ich schon. :)


: Die Tatsache, dass die Verfassungsschuetzerinnen und -schuetzer


: in den letzten Jahren ihre Aufmerksamkeit vermehrt auf den
: Rechtsextremismus in Burschenschaften richten begruendet den
: Verdacht, dass zumindest "erheblich hoeher" nicht (mehr)
: zutrifft.

Man beachte die Verhaeltnisse. Dem Bundesamt fuer VS-Schutz sind
ca. 4 bis 6 Buende namentlich bekannt, und das bei ca. 1.000
Verbindungen in Deutschland.

Der Bundes-VS-Bericht 1996 weist keinen Eintrag mehr auf,
1997 ist leider immer noch nicht online. In Hamburg ist
der Eintrag 1997 wesentlich kleiner, und in Baden-Wuerttemberg
von 1996 auf 1997 auch verschwunden, nachdem sie diese komische
Europa-Burschenschaft Arminia Zuerich zu Heidelberg in einer
Razzia verdientermassen auseinandergenommen haben.

Was aber alles nicht bedeutet, dass das Problem "rechte
Socken" bei diversen Verbindungen nicht definitiv da
waere, solche Voegel gibt es leider wirklich. Stellt sich
nur die Frage, ob die im Einzelfall noch diesseits oder
schon jenseits der Linie stehen.


Aber in fast jedem Antifa-Flyer, den ich zum Thema Verbindungen
in die Hand bekomme, lassen sich verfassungsfeindliche
Ansichten zu Grundpfeilern der Bundesrepublik finden, sei es
das Gewaltmonopol des Staates, der Rechtsstaat an sich, die
pluralistische Demokratie oder Grund- und Freiheitsrechte.
Auch "weniger schwere" Punkte, die eher das Strafrecht
betreffen, sind leicht zu finden.

Zwar sind diese Einstellungen und Forderungen meist "nett"
verschluesselt und die Formulierungen gerade noch diesseits
des Strafrechts, aber die Gesinnung dahinter ist oft
unzweifelhaft.

Nur mal ein Beispiel (beliebig viele weitere auf Wunsch), unter:

http://unimut.fsk.uni-heidelberg.de/unimut/archiv/um151.html#art16

>>Der Umstand, daß die Verbindungen endlich aufgegeben haben und ihr
"Maiansingen" wohl auch in Zukunft nicht mehr in der Innenstadt
durchführen wollen, sollte uns nicht dazu verleiten, uns
zurückzulehnen und die Aktivitäten am 30.4. einzustellen. Zum einem
ist das Ziel "Burschenschaften abschaffen" noch lange nicht erreicht,
zum anderen gibt es 1998 mehr Gründe denn je, auf die Straße zu gehen,
zu protestieren und gemeinsam zu kämpfen. Ziel ist es, den öffentlichen
Raum, den der Marktplatz am 30.4. darstellt, zu besetzen, den Tag zu
einem linken Fixpunkt in Heidelberg zu machen und schließlich auch
den 1.Mai als traditionellen linken Kampftag seiner geschichtlichen
Bedeutung entsprechend zu beginnen.<<


Wer die reale Ausuebung dieser Anleitung kennt, kann dem zuordnen:

Unterbindung der Versammlungsfreiheit einer anderen Gruppe,
Einschraenkung der Freizuegigkeit und freien Entfaltung durch
Blockaden, Sachbeschaedigung, Koerperverletzung.


Ein weiterer sehr interessanter Punkt, der oft von den Antiburschen
verschwiegen wird und sie meist eher peinlich beruehrt, ist das Netz
der Profi-Antiburschen und Buchautoren weit in das linksextremistische
Lager, z. B. PDS, MES, MLPD, usw.

Franz, Detlev

unread,
Jun 9, 1998, 3:00:00 AM6/9/98
to

Moin Hannes,

was ist bitte "MES"

Gruesse,
Detlev


Carl-Christian Köppl

unread,
Jun 9, 1998, 3:00:00 AM6/9/98
to

Jens Bolten wrote:
>
> Woraus schliesst Du, dass die Demo linksradikal gewesen ist?

Von der PDS organisiert, das sagt für mich alles.

Christian

Hannes Gnad

unread,
Jun 9, 1998, 3:00:00 AM6/9/98
to

In de.soc.studium.verbindungen Franz, Detlev <fr...@verwaltung.uni-mainz.de> wrote:

Hallole !

: was ist bitte "MES"

Marx-Engels-Stiftung. Laut VS eine Vorfeldorganisation der DKP,
siehe

http://www.bundesregierung.de/inland/ministerien/bmi/links_iv.htm#_Toc356615823

und

http://www.bundesregierung.de/.bin/lay/inland/ministerien/bmi/vsber96/links_iii.html?2.3


Mitglied ist z. B. Dr. Ludwig Elm, auch MdB fuer die PDS.
("Fuexe, Burschen, Alte Herren", Referent letzte Woche in Eisenach,
Wartburg-Dokumentation "92, usw.)
Seine Aktivitaeten brachten ihm im Bundesbericht 1994 eine
namentliche Nennung als Geschichtsrevisionist im marxistischen Sinne
ein.

Ebenso Mitglied ist nach eigener Aussage Gerhard Schaefer
("Fuexe, Burschen, Alte Herren", "Blut und Paukboden", Reise-Referent
fuer Uni-Vortraege von AStA und/oder Antifa, usw.), siehe:

http://www.uni-stuttgart.de/hilaritas/ANTIHV/vortrag.html

Dritter Absatz von unten.

*** Bin offline vom 14. bis zum 27. Juni - in dieser Zeit keinerlei ***
*** Internetaktivitaet meinerseits ... ***

Hannes Gnad

unread,
Jun 9, 1998, 3:00:00 AM6/9/98
to

In de.soc.studium.verbindungen Carl-Christian Köppl <KOEP...@fsrz1.rz.uni-passau.de> wrote:

Hallole !

: > Woraus schliesst Du, dass die Demo linksradikal gewesen ist?

: Von der PDS organisiert, das sagt für mich alles.

Und vom oertlichen DGB, was ich bedenklich finde, da scheint es
keine Beruehrungsaengste zu geben.

Thilo Schmelcher

unread,
Jun 9, 1998, 3:00:00 AM6/9/98
to

Dirk Apitz (dap...@physik.TU-Berlin.DE) wrote:
> Stefan Schuerger wrote:

> > Dirk Apitz wrote:
> > Bravo! Die Leute sollen merken dass die mit uns nicht ALLES machen
> > koennen. Schon gar nicht als Pfarrer.

> > Pfarrer gehoeren in die Kirche und nicht auf linksradikale
> > Demonstrationen!

> Ich finde sehr wohl, dass sich jeder (einschliesslich Pfarrer) politisch
> interressieren und engagieren koennen und sollten. Dann waere die radikale

> gewaltvolle undemokratische Szene um einen Gegner reicher. Desweiteren


> finde ich es normal, dass sich Pfarrer als links einordnen. (Es gibt Leute,
> die sind davon ueberzeugt, dass wenn Jesus Christus heute in eine Partei
> eintreten wuerde, dies eine wahrhaft kommunistische waere, nicht das was

Interessante Vorstellung: Jesus in einer Partei in der ideologischen
Gefolgschaft von "Religion ist Opium fuer das Volk"

Super !

__________/
/
\____o |
| |
/|\ |
Thilo Schmelcher v. B/od/o | | | |
_||/ |
|\| \| |
\___ /\_/ o

Landsmannschaft Suevia im Coburger Convent zu Karlsruhe

--
----------------------------------------------------------------------------
cand.el. Thilo Schmelcher
Mail: uj...@rz.uni-karlsruhe.de

Uwe Papendick

unread,
Jun 9, 1998, 3:00:00 AM6/9/98
to

On Tue, 09 Jun 1998 08:17:19 GMT,
Jens....@post.rwth-aachen.de (Jens Bolten) wrote:

> Stefan Schuerger <stefan.s...@stud.uni-bamberg.de> hat
> geschrieben:
> >Die Aeusserung des Pfarrers: "Skins in Schlips und Kragen" deutet darauf hin.
> Diese Aesserung *eines* Demonstrationsteilnehmers, die noch dazu
> offenbar ohne den vollstaendigen Zusammenhang zitiert wurde,
> rechtfertig eine derartige Einordnung einer ganzen Demonstration
> mit *150* Teilnehmerinnen und Teilnehmern?
>
> Ciao
> Jens
>

Wieso nicht? Umgekehrt klappt das ja auch. Wenn irgendwo bei einem vermeintlich
rechtsradikalem Vorgang ein Verbindungsstudent beteiligt ist, heisst es immer
von entsprechender Stelle "Die Verbindungen sind rechts". Wenn Verbindungsgegner
aus einem Einzelfall pauschalisieren duerfen, warum dann nicht auch
Verbindungsbefuerworter?

Bis denne
Uwe Papendick
Dipl.-Informatiker
------------------------------------------
Fuer das grosse Chaos haben wir Computer. Den Rest erledigen wir von Hand.

Thomas Hochstein

unread,
Jun 9, 1998, 3:00:00 AM6/9/98
to

rusa...@helpdesk.rus.uni-stuttgart.de (Hannes Gnad) schrieb:

> : Von der PDS organisiert, das sagt für mich alles.
>
> Und vom oertlichen DGB, was ich bedenklich finde, da scheint es
> keine Beruehrungsaengste zu geben.

Aber Hannes, es darf doch keine Berührungsängste geben, wenn es gegen
die bösen Nazis geht! :-(

Gruß
Thomas

--
Thomas Hochstein Fd! ---> http://home.pages.de/~ThomasH/ | ICQ: 9166080
KDStV Ferdinandea-Prag zu Heidelberg im CV ---> http://home.pages.de/~FdPrag/
Seiten unseres Dachverbandes im WWW: http://www.cartellverband.de
PGP-public key auf Anfrage per Autoresponder (E-Mail mit Subject "PGPkey").

Jens Bolten

unread,
Jun 9, 1998, 3:00:00 AM6/9/98
to

Halloechen!

rusa...@helpdesk.rus.uni-stuttgart.de (Hannes Gnad) hat
geschrieben:
>Ich schon. :)
Dir nehme ich auch ab, das Du weisst wovon Du sprichst. ;-)
Bei einigen Deiner Verbandsbrueder scheint das aber leider anders
zu sein.

>Dem Bundesamt fuer VS-Schutz sind ca. 4 bis 6 Buende namentlich
>bekannt, und das bei ca. 1.000 Verbindungen in Deutschland.

Nun, in den diversen VS-Berichten habe ich beim groben
Ueberfliegen auch nur immer wieder die gleichen
Antifa-Gruppierungen gefunden.
Viel mehr als ein Dutzend haben sich in den letzten Jahren auch
da noch nicht die "Ehre" einer namentlichen Erwaehnung
"verdient".

>Der Bundes-VS-Bericht 1996 weist keinen Eintrag mehr auf,

...was mich verwundert hat, denn im 95er-Bericht war noch
explizit zu lesen "Gleichwohl besteht Veranlassung, Hinweisen auf
rechtsextremistische Aktivitäten in Burschenschaften auch künftig
nachzugehen.", und ich kann mir kaum vorstellen, dass der VS bei
seinen Beobachtungen in 1996 quasi ueber Nacht gar nichts
berichtenswertes mehr beoachten konnte.

>Was aber alles nicht bedeutet, dass das Problem "rechte
>Socken" bei diversen Verbindungen nicht definitiv da
>waere, solche Voegel gibt es leider wirklich.

Mit dieser Aussage stehst Du in gewissen Verbindungskreisen
ziemlich alleine da. Hier in Aachen hoere ich im Wesentlichen
immer "Rechtsextremisten? In Verbindungen? Niemals! Alles boese
linke Verleumdung..." o.ae.; ich frage mich dann jedes Mal, ob
ich denen ein Exemplar des VS-Brichtes bestellen soll oder ob die
schon eines haben, aber vor lauter Angst, ihr Weltbild koennte
ein paar Kratzer abbekommen erst gar nicht hineinsehen. :-(

>Zwar sind diese Einstellungen und Forderungen meist "nett"
>verschluesselt und die Formulierungen gerade noch diesseits
>des Strafrechts, aber die Gesinnung dahinter ist oft
>unzweifelhaft.

Selbiges liesse sich auch fuer so manches Flugblatt diverser
Verbindungen feststellen.

Aber diese ganze Fragestellung ("Wer hat mehr Extremisten? "Die
AntiFa" oder "die Verbindungen") ist IMO unsinnig, weil jede
einzelne Extremistin und jeder einzelne Extremist mit
verfassungsfeindlichen Ansichten exakt einer zuviel ist.

>Ein weiterer sehr interessanter Punkt, der oft von den Antiburschen
>verschwiegen wird und sie meist eher peinlich beruehrt, ist das Netz
>der Profi-Antiburschen und Buchautoren weit in das linksextremistische
>Lager, z. B. PDS, MES, MLPD, usw.

Das sollte mensch beim Lesen der Buecher und anderer
Publikationen zwar sicher im Hinterkopf behalten, an den vielfach
aber sehr sauber recherchierten Fakten aendert die politische
Haltung der Autorin oder des Autors nichts.

>** Das Muenchner Witz-Urteil im "Provider-Prozess" gegen den ehemaligen **
>** Chef von CompuServe Deutschland oder was passiert, wenn deutsche **
>** Juristen und die moderne Welt aufeinandertreffen ... **

ROTFLMAO!

Jens Bolten

unread,
Jun 9, 1998, 3:00:00 AM6/9/98
to

Halloechen!

Carl-Christian Köppl <KOEP...@fsrz1.rz.uni-passau.de> hat
geschrieben:


>Von der PDS organisiert, das sagt für mich alles.

Hmm..das sehe ich anders.
Zwar halte auch nicht nicht viel von der PDS.
Aber da die PDS im Osten nun mal recht tief und fest verankert zu
sein scheint und dies vermutlich auch noch eine ganze Weile so
bleiben wird wird mensch sie wohl kaum einfach ignorieren
und/oder in ihrer Gesamtheit in die gleiche extremistische Ecke
stellen koennen wie die NPD.
Deshalb sollte mensch versuchen, die im Gegensatz zur NPD
durchaus vorhandenen demokratischen Kraefte innerhalb der PDS
mehr in das restliche demokratische Leben in diesem Staat
einzubinden - in der Hoffnung, dass der antidemokratische Teil
entweder stetig kleiner wird oder sich irgendwann vom Rest
trennt. Gemeinsame Demos gegen Rechtsextremismus koennen dabei
ein Anfang sein, denn schliesslich zwingt mensch die Beteiligten
Mitglieder der PDS so, sich selbst vom politischen Extremismus
und damit von einem Teil ihrer eigenen Partei loszusagen.

Hannes Gnad

unread,
Jun 9, 1998, 3:00:00 AM6/9/98
to

In de.soc.studium.verbindungen Jens Bolten <Jens....@post.rwth-aachen.de> wrote:

Hallole !

: >Ich schon. :)


: Dir nehme ich auch ab, das Du weisst wovon Du sprichst. ;-)
: Bei einigen Deiner Verbandsbrueder scheint das aber leider anders
: zu sein.

Manche sehen es nicht oder haben Furcht, zu sagen, was sie sehen.


: >Der Bundes-VS-Bericht 1996 weist keinen Eintrag mehr auf,


: ...was mich verwundert hat, denn im 95er-Bericht war noch
: explizit zu lesen "Gleichwohl besteht Veranlassung, Hinweisen auf
: rechtsextremistische Aktivitäten in Burschenschaften auch künftig
: nachzugehen.", und ich kann mir kaum vorstellen, dass der VS bei
: seinen Beobachtungen in 1996 quasi ueber Nacht gar nichts
: berichtenswertes mehr beoachten konnte.

Berichtet wurde 1995 eigentlich wegen Antraegen am BT, die
sich auf "Auslaender raus!" und "Wiedervereinigung D/A"
bezogen. Nachdem sowas von 1996 bis 1998 nicht mehr vorkam,
ist das ganze wohl ein wenig abgeflaut.


: >Ein weiterer sehr interessanter Punkt, der oft von den Antiburschen


: >verschwiegen wird und sie meist eher peinlich beruehrt, ist das Netz
: >der Profi-Antiburschen und Buchautoren weit in das linksextremistische
: >Lager, z. B. PDS, MES, MLPD, usw.
: Das sollte mensch beim Lesen der Buecher und anderer
: Publikationen zwar sicher im Hinterkopf behalten, an den vielfach
: aber sehr sauber recherchierten Fakten aendert die politische
: Haltung der Autorin oder des Autors nichts.

Genau so hat Gerhard Schaefer hier in Stuttgart auch argumentiert.

Nur, es geht nicht darum, ob die aufgezaehlten Fakten in den
Buechern nun alle richtig sind oder nicht. Man muss doch einmal
eins klar erkennen: Die Autoren dieser Buecher schreiben die nicht,
weil sie das Thema spannend finden oder jemand informieren wollen.
Sie schreiben sie, weil es ihr oeffentlich erklaertes Ziel ist,
Verbindungen zu vernichten. Belege dafuer jederzeit auf Wunsch.

Somit stellt sich die grundlegende Frage, ob jemand mit so einer
Intention ueberhaupt geeignet ist, sich objektiv und fair mit einem
Thema zu befassen.
Weiterhin ist es fraglich, ob Menschen mit offenkundig verfassungs-
feindlicher Ansicht ueberhaupt in der Lage sind, die Verfassungs-
maessigkeit anderer zu beurteilen.

Die Konsequenzen sehen so aus: Die Fakten in den Buechern sind
richtig, aber nur die halbe Wahrheit, weil die "positiven" Fakten
meist fehlen oder falsch gewichtet sind. Dazu kommen Wertungen
und Formulierungen, die nur mit der entsprechenden politischen
Einstellung der Autoren zu treffen sind.

Thomas Hochstein

unread,
Jun 9, 1998, 3:00:00 AM6/9/98
to

Jens....@post.rwth-aachen.de (Jens Bolten) schrieb:

> Aber da die PDS im Osten nun mal recht tief und fest verankert zu
> sein scheint und dies vermutlich auch noch eine ganze Weile so
> bleiben wird wird mensch sie wohl kaum einfach ignorieren
> und/oder in ihrer Gesamtheit in die gleiche extremistische Ecke
> stellen koennen wie die NPD.
> Deshalb sollte mensch versuchen, die im Gegensatz zur NPD
> durchaus vorhandenen demokratischen Kraefte innerhalb der PDS
> mehr in das restliche demokratische Leben in diesem Staat
> einzubinden - in der Hoffnung, dass der antidemokratische Teil
> entweder stetig kleiner wird oder sich irgendwann vom Rest
> trennt.

Nein - die PDS muß sich deutlich von ihren antidemokratischen
Mitgliedern distanzieren und diese ausschließen. Bis dahin sollten sich
alle anderen Parteien und gesellschaftlichen Gruppen deutlich von der
PDS distanzieren und jede Zusammenarbeit ablehnen. Genau das forderst Du
nämlich von Verbindungen, wobei der Anteil von "braunen Schafen" in den
Verbindungen signifikant kleiner ist als der Prozentsatz der
Antidemokraten in der PDS.

> Gemeinsame Demos gegen Rechtsextremismus koennen dabei
> ein Anfang sein, denn schliesslich zwingt mensch die Beteiligten
> Mitglieder der PDS so, sich selbst vom politischen Extremismus
> und damit von einem Teil ihrer eigenen Partei loszusagen.

Was gleichermaßen dann für Demonstrationen von Verbindungen gegen die
PDS gelten würde - oder?

Wolfgang Scharmer

unread,
Jun 10, 1998, 3:00:00 AM6/10/98
to

>Wenn Euch die schwarzen Schafe stoeren, warum versucht Ihr sie
>dann nicht loszuwerden oder Euch zumindest deutlich von ihnen zu
>distanzieren? Wer Rechtsextremisten in den eigenen Reihen duldet
>und ggf. noch in Schutz nimmt, die oder der darf sich nicht
>wundern, irgendwann mit diesen Leuten in den gleichen Topf
>geworfen zu werden.
>

Nun, da tut sich auch einiges in den letzten Jahren.
Mehr und mehr Buender verlassen die Deutsche Burschenschaft in der
sich leider ein (sehr) rechter Block fest in den Gremien etabliert.
Einige sind inzwischen in der Neuen Deutschen Burschenschaft
organisiert oder sind - ohne Dachverband - einfach "Freie
Burschenschaften".

Glückauf

\ /
\/\/olfgang Scharmer

B! Schlaegel und Eisen Clausthal

Wulf Richartz

unread,
Jun 10, 1998, 3:00:00 AM6/10/98
to

Jens Bolten wrote:

> Hmm..das sehe ich anders.
> Zwar halte auch nicht nicht viel von der PDS.

> Aber da die PDS im Osten nun mal recht tief und fest verankert zu
> sein scheint und dies vermutlich auch noch eine ganze Weile so
> bleiben wird wird mensch sie wohl kaum einfach ignorieren
> und/oder in ihrer Gesamtheit in die gleiche extremistische Ecke
> stellen koennen wie die NPD.
> Deshalb sollte mensch versuchen, die im Gegensatz zur NPD
> durchaus vorhandenen demokratischen Kraefte innerhalb der PDS
> mehr in das restliche demokratische Leben in diesem Staat
> einzubinden - in der Hoffnung, dass der antidemokratische Teil
> entweder stetig kleiner wird oder sich irgendwann vom Rest
> trennt.

Ich hoffe, dass Du diese hervorragende Einstellung demnaechst auch gegen
Verbindungen einnimmst, deren organisatorischer, traditioneller und
ideologischer Zusammenhang zu den braunen Schafen sonstwo gegen null geht, und
sehr viel geringer ist als bei Parteimitgliedern.


--

Ciao Wulf
------------------------------------------------------------------------
Wulf Richartz, Muehlenstrasse 17 1/2, 85567 Grafing, Tel.: +49 8092 7264
email: mailto:rw...@eikon.tum.de
WWW: http://www.eikon.tum.de/~rwulf/
PGP-Public-Key available on the homepage

Jens Bolten

unread,
Jun 10, 1998, 3:00:00 AM6/10/98
to

Halloechen!

100.1...@germanynet.de (Uwe Papendick) hat geschrieben:


>Wenn Verbindungsgegner aus einem Einzelfall pauschalisieren duerfen, warum
>dann nicht auch Verbindungsbefuerworter?

Weil es im einen wie im anderen Fall schlichtweg falsch ist?
Und weil Verbindungsgegnerinnen und -gegner nicht
"pauschalisieren duerfen", sondern es leider manchmal tun.

Die Logik hinter Deiner Argumentation ist geradezu gefaehrlich:
Wenn A einen Fehler zum Schaden von B macht, dann darf B (ggf.
sogar bewusst und mit Absicht?) auch einen Fehler zum Schaden von
A (und moeglicherweise auch C) machen?
Solche "Wie Du mir, so ich Dir"-Geschichten fuehren in der Regel
nur dazu, dass zum Schluss jeder jedem jeden nur erdenklichen
Schaden zufuegen will - so entstehen Kriege.

Carl-Christian Köppl

unread,
Jun 10, 1998, 3:00:00 AM6/10/98
to

Jens Bolten schrieb:
>
> Halloechen!
>
> Carl-Christian Köppl <KOEP...@fsrz1.rz.uni-passau.de> schrieb:

> >Von der PDS organisiert, das sagt für mich alles.
> Hmm..das sehe ich anders.
> Zwar halte auch nicht nicht viel von der PDS.
> Aber da die PDS im Osten nun mal recht tief und fest verankert zu
> sein scheint und dies vermutlich auch noch eine ganze Weile so
> bleiben wird wird mensch sie wohl kaum einfach ignorieren
> und/oder in ihrer Gesamtheit in die gleiche extremistische Ecke
> stellen koennen wie die NPD.

Ignorieren will ich sie auch nicht. Aber die PDS sagt selbst, daß sie
dises System nur als Mittel sieht, um dieses System letztlich zu
verändern. Und das unterscheidet sie nicht von der NPD, DVU und
Konsorten.

> Deshalb sollte mensch versuchen, die im Gegensatz zur NPD
> durchaus vorhandenen demokratischen Kraefte innerhalb der PDS
> mehr in das restliche demokratische Leben in diesem Staat
> einzubinden - in der Hoffnung, dass der antidemokratische Teil
> entweder stetig kleiner wird oder sich irgendwann vom Rest
> trennt.

Dasgleiche könnte man von der NPD auch sagen. Daß sie nämlich
undemokratisch ist, kann man ihr zumindest nicht beweisen. Wegen der
Unschuldsvermutung muß man sie meiner Meinung nach als demokratisch
bezeichnen. Wäre sie dies nicht, dürfte sie übrigens nicht an Wahlen
teilnehmen.

> Gemeinsame Demos gegen Rechtsextremismus koennen dabei
> ein Anfang sein, denn schliesslich zwingt mensch die Beteiligten
> Mitglieder der PDS so, sich selbst vom politischen Extremismus
> und damit von einem Teil ihrer eigenen Partei loszusagen.

Ich würde nie mit roten Fahnen gemeinsam Demonstrieren. So habe ich auch
in Passau, als die NPD da war und mir beim Anblick der meisten Typen das
Kotzen kam, mich auf keinen Fall zu den Antifatzkes gesellt. Die beste
Demonstration wäre nämlich nicht das Schwenken irgendwelcher roter (und
wenn hundert Mal irgendeine Gewerkschaft draufsteht) oder schwarz-roter
Fahnen gewesen, sondern das schwarz-rot-goldener, aber die wurden ja vor
der Nibelungenhalle zerrißen, von wegen Scheiß-Deutschland und so. Diese
Leute werden aber immer wieder von der PDS gedeckt und unterstützt, wenn
der armen Antifa wieder der böse Polizeistaat zugesetzt hat.

Christian

Wulf Richartz

unread,
Jun 10, 1998, 3:00:00 AM6/10/98
to

Also um hier mal mit einem Vorurteil aufzuraeumen:

Es geht hier ja um die "demokratische Einstellung", also um die Haltung zur
FDGO, und nicht um die parteiinterne Demokratie.



> Dasgleiche könnte man von der NPD auch sagen. Daß sie nämlich
> undemokratisch ist, kann man ihr zumindest nicht beweisen. Wegen der
> Unschuldsvermutung muß man sie meiner Meinung nach als demokratisch
> bezeichnen. Wäre sie dies nicht, dürfte sie übrigens nicht an Wahlen
> teilnehmen.

Das ist Bloedsinn, teilnehmen darf jede Partei, die die Voraussetzungen
erfuellt, und nicht verboten ist. (im letzteren Falle wuerde sie auch gar
nicht existieren. :-) )

Ueber das Verbot entscheidet das BVerfG auf Antrag der Bundesregierung ( ? mir
war so, und/oder Bundestag).

Ob die beantragen oder nicht, hat allein politische Gruende (von wegen bessere
Kontrolle unwichtiger Splitterparteien, kein unnoetiges Aufsehen, etc.), und
sagt im Falle des Nichtantrages ueberhaupt nichts darueber aus, wie die Partei
wirklich zur FDGO steht.

Die NPD, insbesondere die JN, sind heute eindeutig Gegner der FDGO, das sehen
alle serioesen Parteiwissenschaftler so.

Ein Verbotsantrag haette einen grosse Erfolgswahrscheinlichkeit.

Aber warum sollte der Staat das tun ?

Christian v. Coelln

unread,
Jun 10, 1998, 3:00:00 AM6/10/98
to

In article <357F0C...@fsrz1.rz.uni-passau.de>, Carl-Christian Köppl
<KOEP...@fsrz1.rz.uni-passau.de> wrote:

>
> Dasgleiche könnte man von der NPD auch sagen. Daß sie nämlich
> undemokratisch ist, kann man ihr zumindest nicht beweisen. Wegen der
> Unschuldsvermutung muß man sie meiner Meinung nach als demokratisch
> bezeichnen. Wäre sie dies nicht, dürfte sie übrigens nicht an Wahlen
> teilnehmen.
>


1. Die Unschuldsvermutung gilt im Strafrecht - mit der Bewertung von
Parteien hat sie nichts zu tun.

2. Die These, daß eine undemokratische Partei nicht an Wahlen teilnehmen
dürfe, ist schlicht falsch: Das Parteiverbotsverfahren ist in Art. 21 II
GG, §§ 13 Nr. 2, 43 ff. BVerfGG geregelt. Demnach kann allein das BVerfG
über das Verbot einer Partei entscheiden. Antragsberechtigt sind
Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung.

Ob ein solcher Antrag gestellt wird, hängt vor allem von politischen
Erwägungen ab: Die Hürden für ein Verbot liegen sehr hoch. Ein Scheitern
des Antrags wäre von seiner Öffentlichkeitswirkung her eine Art
Unbedenklichkeitserklärung aus Karlsruhe, die kontraproduktiv wirken
würde.

Vor dem Verbot einer Partei kann ihr die Teilnahme an Wahlen nicht mit der
Begründung vermeintlicher Verfassungsfeindlichkeit versagt werden.

Christian

--
Christian v. Coelln
Wiss. Assistent, Lehrstuhl fuer Staats- und Verwaltungsrecht
sowie Wirtschaftsverwaltungsrecht, Universitaet Passau
e-mail: coel...@fsuni.rz.uni-passau.de
Tel.: 0851/509-2223 (Uni)
0851/37426 (privat)
0171/79 54 66 7
Fax: 0851/509-2222

Dirk Janßen

unread,
Jun 11, 1998, 3:00:00 AM6/11/98
to

Hai!

Am Wed, 10 Jun 1998 08:31:23 GMT schrieb Jens....@post.rwth-aachen.de
(Jens Bolten) in <357e41e...@news.rwth-aachen.de>:

>>Wenn Verbindungsgegner aus einem Einzelfall pauschalisieren duerfen, warum
>>dann nicht auch Verbindungsbefuerworter?
>Weil es im einen wie im anderen Fall schlichtweg falsch ist?
>Und weil Verbindungsgegnerinnen und -gegner nicht
>"pauschalisieren duerfen", sondern es leider manchmal tun.

Das ist ja richtig und schön und gut. Nur habe ich noch nie einen
Verbindungsgegner gehört, der eine pauschalisierende Äußerung seiner
Gesinnungsgenossen mißbilligt hätte...

Mit Grün-Silber-Hellblauem Gruß

Dirk Janßen /v. Barbarossa Z! (B! Germania-Charlottenburg zu Gießen)
--
|----------------------------------| Diese Mail enhalt meine persönliche
| Dirk -> Fon: (0641) 9502070 | Meinung, die nicht unbedingt der meines
| Janßen -> Fax: (0641) 9502071 | Bundes entspricht. Für den Inhalt der
| B!G!C! -> Fon+Fax: (0641) 38600 | Mail bin daher nur ich selbst
|----------------------------------| verantwortlich.
|-> http://BGC.home.pages.de/ -> mailto://Germania-Ch...@gmx.de

Dirk Janßen

unread,
Jun 11, 1998, 3:00:00 AM6/11/98
to

Hai!

Am Tue, 09 Jun 1998 22:41:35 GMT schrieb THoch...@gmx.net (Thomas
Hochstein) in <3581b986...@ancalagon.rhein-neckar.de>:

>Nein - die PDS muß sich deutlich von ihren antidemokratischen
>Mitgliedern distanzieren und diese ausschließen. Bis dahin sollten sich
>alle anderen Parteien und gesellschaftlichen Gruppen deutlich von der
>PDS distanzieren und jede Zusammenarbeit ablehnen. Genau das forderst Du
>nämlich von Verbindungen, wobei der Anteil von "braunen Schafen" in den
>Verbindungen signifikant kleiner ist als der Prozentsatz der
>Antidemokraten in der PDS.

Aber Thomas! Wo kommen wir da hin: Das wäre ja Auge-um-Auge-Taktik, damit
fangen Kriege an. Zumindest wenn die Reargumentation von Verbindungsseite
herrührt. %-/

Daß sowohl Deine Forderung als auch Deine Argumentation korrekt sind ist
dabei übrigens nebensächlich und wird von Jens auch kaum zugegeben werden.

Jens Bolten

unread,
Jun 11, 1998, 3:00:00 AM6/11/98
to

Halloechen!

rusa...@helpdesk.rus.uni-stuttgart.de (Hannes Gnad) hat
geschrieben:

>Berichtet wurde 1995 eigentlich wegen Antraegen am BT, die
>sich auf "Auslaender raus!" und "Wiedervereinigung D/A"
>bezogen. Nachdem sowas von 1996 bis 1998 nicht mehr vorkam,
>ist das ganze wohl ein wenig abgeflaut.

Vielleicht haette ich das Zitat noch ein wenig laenger machen
sollen, denn es folgte eine Verweis auf die folgende Fußnote:
"Im Januar 1996 spalteten sich nach Pressemeldungen acht
Burschenschaften vom Dachverband "Deutsche Burschenschaft" ab und
gründeten in Hannover die "Neue Deutsche Burschenschaft".
Dieser Schritt wurde mit "verstärkten rechtsextremistischen
Tendenzen" in einigen Burschenschaften begründet.".
Demnach koennte auch die Gruendung der NDB einer der Gruende fuer
den Eintrag gewesen sein.

>Nur, es geht nicht darum, ob die aufgezaehlten Fakten in den
>Buechern nun alle richtig sind oder nicht.

Zumindest mich interessiert zunaechst mal nur das.
Die Wertung der Autorinnen und Autoren kann ich mir meist nach
wenigen Seiten eh schon denken, wegen der brauch ich so ein Buch
nicht zu lesen.
Aber als Gegengewicht zu den Werbezetteln und anderen
Publikationen vieler Verbindungen (die sind genausowenig objektiv
und fair) und als kleiner Fakten-Vorrat gegen Allaussagen wie "In
unserem Verband gibt es soetwas nicht" oder "Bei uns ist das
immer so." sind sie ganz brauchbar. Vor allem diese Allaussagen
stoeren mich gewaltig.
Allerdings haben sie den unschaetzbaren Vorteil, dass ein
Gegenbeispiel ausreicht um sie eindeutig zu widerlegen. ;-)

>Man muss doch einmal eins klar erkennen: Die Autoren dieser Buecher
>schreiben die nicht, weil sie das Thema spannend finden oder jemand
>informieren wollen. Sie schreiben sie, weil es ihr oeffentlich erklaertes
>Ziel ist, Verbindungen zu vernichten.

Das eine schliesst das andere doch nicht aus.
Allerdings diktiert das Ziel sicher die Mittel, mit denen
Informationen an die Leserinnen und Leser weitergegeben werden.

>Weiterhin ist es fraglich, ob Menschen mit offenkundig verfassungs-
>feindlicher Ansicht ueberhaupt in der Lage sind, die Verfassungs-
>maessigkeit anderer zu beurteilen.

Nun, dem Urteil solcher Leute wuerde ich nicht trauen wollen,
aber sie koennen mir durchaus einen Teil der Fakten liefern, auf
deren Basis ich dann fuer mich (be)urteilen kann.

Jens Bolten

unread,
Jun 11, 1998, 3:00:00 AM6/11/98
to

Halloechen!

THoch...@gmx.net (Thomas Hochstein) hat geschrieben:


>Nein - die PDS muß sich deutlich von ihren antidemokratischen
>Mitgliedern distanzieren und diese ausschließen.

Auf diesen Gedanken wird sie von alleine und im derzeitigen
politischen Klima nicht kommen. Wenn mensch die demokratischen
Teile der PDS mehr in die politische Verantwortung einbindet,
kommt dieser Schritt vielleicht irgendwann.

>Bis dahin sollten sich alle anderen Parteien und gesellschaftlichen Gruppen
>deutlich von der PDS distanzieren und jede Zusammenarbeit ablehnen.

Bei so ziemlich jeder anderen Partei und Gruppierung wuerde ich
Dir recht geben, bei der PDS liegt der Fall IMO aber ob der
besonderen Situation im Osten ein wenig anders.
Wer sich von der PDS distanziert, die oder der distanziert sich
nicht nur von einigen Extremisten, sondern auch von einer Partei,
der ein guter Teil der ostdeutschen Bevoelkerung ihr Vertrauen
schenkt und die dieses Vertrauen vielfach auch durch ganz
ansehnliche politische Arbeit in den Staedten und Gemeinden
rechtfertigt.
Wer die PDS ausgrenzt, die oder der grenzt gleichzeitig einen
guten Teil der Ostdeutschen aus.

>Genau das forderst Du nämlich von Verbindungen, wobei der Anteil von "braunen Schafen"
>in den Verbindungen signifikant kleiner ist als der Prozentsatz der Antidemokraten
>in der PDS.

Wie gesagt, der Fall der PDS ist IMO ein ganz spezieller und
somit nicht auf die Verbindungslandschaft uebertragbar.

>Was gleichermaßen dann für Demonstrationen von Verbindungen gegen die
>PDS gelten würde - oder?

Wenn Du "PDS" durch "extremistischen Kreise innerhalb der PDS"
ersetzt, dann stimme ich Dir zu.

Jens Bolten

unread,
Jun 11, 1998, 3:00:00 AM6/11/98
to

Halloechen!

Wulf Richartz <rw...@eikon.tum.de> hat geschrieben:


>Ich hoffe, dass Du diese hervorragende Einstellung demnaechst auch gegen
>Verbindungen einnimmst, deren organisatorischer, traditioneller und
>ideologischer Zusammenhang zu den braunen Schafen sonstwo gegen null geht, und
>sehr viel geringer ist als bei Parteimitgliedern.

Ich muss Deine Hoffnung leider bremsen, da IMO der Fall "PDS" ein
ziemlich spezieller ist (siehe meine Antwort auf das Posting von
Thomas).

Jens Bolten

unread,
Jun 11, 1998, 3:00:00 AM6/11/98
to

Halloechen!

Carl-Christian Köppl <KOEP...@fsrz1.rz.uni-passau.de> hat
geschrieben:

>Aber die PDS sagt selbst, daß sie dises System nur als Mittel sieht,
>um dieses System letztlich zu verändern.

Solange sie das "System" innerhalb der durch das Grundgesetz
vorgegebenen Grenzen veraendern will macht sie nichts anders wie
jede andere Partei auch - die Streichung der Lohnfortzahlung im
Krankheitsfall war beispielsweise ebenso eine "Systemaenderung"
wie auch ihre Ruecknahme nach dem rot-gruenen Wahlsieg im
September eine sein wird.

>Und das unterscheidet sie nicht von der NPD, DVU und Konsorten.

Den Unterschied sehe ich zum einen in der Tatsache, dass NPD und
DVU wohl insgesammt antidemokratisch gesonnen sind, waehrend es
in der PDS IMO durchaus einen Fluegel gibt, der sich zur FDGO
bekennt. Zum anderen sind NPD und Co. gluecklicherweise nicht
derartige in der Bevoelkerung verankert wie die PDS. Wer die NPD
ausgrenzt, die oder der grenzt im Wesentlichen nur ihre
Mitglieder aus, waehrend bei der PDS erhebliche Teile der
ostdeutschen Bevoelkerung gleich mitausgegrenzt werden.

>Dasgleiche könnte man von der NPD auch sagen. Daß sie nämlich
>undemokratisch ist, kann man ihr zumindest nicht beweisen.

ROTFLMAO! War hoffentlich ironisch gemeint, oder?
Falls nicht: Auf den Seiten 125ff des bereits mehrfach erwaehnten
VS-Berichtes von 1996 findet mensch reichlich Belege fuer die
z.T. verfassungsfeindlichen Ansichten der NPD.

>Ich würde nie mit roten Fahnen gemeinsam Demonstrieren.

Und ich wuerde - und hier schliesst sich der Kreis der
Diskussionen der letzten Wochen - aus wahrscheinlich ganz
aehnlichen Erwaegungen heraus nie das Lied der Deutschen in allen
drei Strophen singen.

Jens Bolten

unread,
Jun 11, 1998, 3:00:00 AM6/11/98
to

Halloechen!

d...@gmx.de (=?ISO-8859-1?Q?Dirk_Jan=DFen?=) hat geschrieben:


>Nur habe ich noch nie einen Verbindungsgegner gehört, der eine
>pauschalisierende Äußerung seiner Gesinnungsgenossen mißbilligt
>hätte...

Ich glaube mich erinnern zu koennen, dass ich mich hier bereits
dementsprechend geaeussert habe.
Allerdings sollte mensch den Unterschied zwischen einer bewusst
gewaehlten falschen Pauschalaussage und einer Pauschalaussage,
die nicht zuletzt aufgrund der mangelnden Distanz zwischen
einigen Verbindungen und ihren Mitgliedern und rechtsextremen
Kreisen (oder aufgrund der mangelnden Distanz ziwschen "Linken"
und linksexrtremistischen Kreisen) entstanden ist durchaus
beachten.

Martin Schmidt

unread,
Jun 11, 1998, 3:00:00 AM6/11/98
to

Moin Moin,

In article <357eacf6...@news.rwth-aachen.de>,

Jens....@post.rwth-aachen.de (Jens Bolten) wrote:
>THoch...@gmx.net (Thomas Hochstein) hat geschrieben:
>>Nein - die PDS muß sich deutlich von ihren antidemokratischen
>>Mitgliedern distanzieren und diese ausschließen.
>Auf diesen Gedanken wird sie von alleine und im derzeitigen
>politischen Klima nicht kommen. Wenn mensch die demokratischen
>Teile der PDS mehr in die politische Verantwortung einbindet,
>kommt dieser Schritt vielleicht irgendwann.
>
na, dann kann der "`richtige"' Umgang mit den "`braunen Schafen"' unter den
Verbindungsstudenten ja nur sein, diese kräftig in die
Verbindungslandschaft und seine Veranstaltungen einzubinden. Warum dann das
ängtliche Verweisen auf die "`böse"' Zusammenarbeit mit
"`bösen"' Verbindungen z.B. bei der Paulskirchenveranstaltung?


[...]


>Wer die PDS ausgrenzt, die oder der grenzt gleichzeitig einen
>guten Teil der Ostdeutschen aus.
>

..und wer (alle) Verbindungen ausgrenzt, der grenzt gleichzeitig eine
guten Teil der Studenten aus. _Das_ kann ja auch niemand wollen.


[...]


>>Was gleichermaßen dann für Demonstrationen von Verbindungen gegen die
>>PDS gelten würde - oder?
>Wenn Du "PDS" durch "extremistischen Kreise innerhalb der PDS"
>ersetzt, dann stimme ich Dir zu.
>

Als ob sich entsprechende Veranstaltungen gegen "`extremistische Kreise
innerhalb der Verbindungen"' richten würden... Zwar wird es meist "`Nazis
raus"' o.ä. formuliert, aber das ist dann nur eine spachliche
Verallgemeinerung; gemeint sind immer _alle_ Verbindungen.

Mir scheint, die Freiheit, die Du Leuten bei ihrer Meinung und Betätigung
zubilligt, fällt ein wenig einseitig aus!


Gruß,

Martin

---
Dipl.phys. Martin Schmidt Martin....@tu-bs.de
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"`All science is either physics or stamp collecting."´ -- E. Rutherford

Jens Bolten

unread,
Jun 11, 1998, 3:00:00 AM6/11/98
to

Halloechen!

martin....@tu-bs.de (Martin Schmidt) hat geschrieben:


>na, dann kann der "`richtige"' Umgang mit den "`braunen Schafen"' unter den
>Verbindungsstudenten ja nur sein, diese kräftig in die
>Verbindungslandschaft und seine Veranstaltungen einzubinden.

Ich sprach davon die *demokratischen* Teile der PDS in das
politische Leben einzubinden.
Wenn der DGB eine Veranstaltung zusammen mit der Kommunistischen
Plattform organisieren wuerde, dann waere dies tatsaechlich zu
kritisieren. Organisiert er sie zusammen mit einem vernuenftigen
PDS-Ortverein, dann sehe ich darin mehr positives als negatives.

>..und wer (alle) Verbindungen ausgrenzt, der grenzt gleichzeitig eine
>guten Teil der Studenten aus. _Das_ kann ja auch niemand wollen.

Wieviele Studierende gibt es in diesem Land? Welcher Anteil davon
ist Mitglied in einer Verbindung? Vergleich das mal mit dem
Anteil der PDS-Waehlerinnen und -Waehler in den neuen Laendern.

>Als ob sich entsprechende Veranstaltungen gegen "`extremistische Kreise
>innerhalb der Verbindungen"' richten würden...

Weil andere Fehler machen, machst Du sie auch? Und das, obwohl Du
diese Fehler als solche erkannt hast? Seltsame Einstellung.

Hannes Gnad

unread,
Jun 11, 1998, 3:00:00 AM6/11/98
to

In de.soc.studium.verbindungen Jens Bolten <Jens....@post.rwth-aachen.de> wrote:

Hallole !

: >Berichtet wurde 1995 eigentlich wegen Antraegen am BT, die


: >sich auf "Auslaender raus!" und "Wiedervereinigung D/A"
: >bezogen. Nachdem sowas von 1996 bis 1998 nicht mehr vorkam,
: >ist das ganze wohl ein wenig abgeflaut.
: Vielleicht haette ich das Zitat noch ein wenig laenger machen
: sollen, denn es folgte eine Verweis auf die folgende Fußnote:

( ... )

: Demnach koennte auch die Gruendung der NDB einer der Gruende fuer
: den Eintrag gewesen sein.

Hmmmm ... das waere aber nun, da die Abspaltung der NDB eher
eine Folgeentwicklung denn eine Ursache ist, nur eine sehr
schwache und oberflaechliche Betrachtung, kaum mehr als
das, was man in der Zeitung lesen kann.


: Aber als Gegengewicht zu den Werbezetteln und anderen


: Publikationen vieler Verbindungen (die sind genausowenig objektiv
: und fair) und als kleiner Fakten-Vorrat gegen Allaussagen wie "In
: unserem Verband gibt es soetwas nicht" oder "Bei uns ist das
: immer so." sind sie ganz brauchbar. Vor allem diese Allaussagen
: stoeren mich gewaltig.

Aus diesem Grund verzichte ich auf sowas, und habe die
"kritische" Linkseite und Textsammlung in unseren Web-Seiten
drin. Jede Medaille hat zwei Seiten ...


: >Man muss doch einmal eins klar erkennen: Die Autoren dieser Buecher

: >schreiben die nicht, weil sie das Thema spannend finden oder jemand
: >informieren wollen. Sie schreiben sie, weil es ihr oeffentlich erklaertes
: >Ziel ist, Verbindungen zu vernichten.
: Das eine schliesst das andere doch nicht aus.
: Allerdings diktiert das Ziel sicher die Mittel, mit denen
: Informationen an die Leserinnen und Leser weitergegeben werden.

Gut, wenn man das erkennt. Viele Buchrenzensoren erkennen das
aber leider nicht, oder stimmen dem sogar zu. Entsprechend
resultieren etliche unkritisch jubelnde Rezensionen ueber
"Blut und Paukboden", selbst in die FAZ hat es so ein Text
geschafft. Allerdings erhielt die dann auch einen ganzen
Waschkorb wuetender Leserbriefe.


: >Weiterhin ist es fraglich, ob Menschen mit offenkundig verfassungs-


: >feindlicher Ansicht ueberhaupt in der Lage sind, die Verfassungs-
: >maessigkeit anderer zu beurteilen.
: Nun, dem Urteil solcher Leute wuerde ich nicht trauen wollen,
: aber sie koennen mir durchaus einen Teil der Fakten liefern, auf
: deren Basis ich dann fuer mich (be)urteilen kann.

Wenn man sieht, wie viele Antifa- und AStA-Reader diesen
Personen trauen bzw. die entsprechenden Gruppen sie vorsaetzlich
zu Veranstaltungen ueber Burschenschaften einladen, dann scheint
es hier oftmals keine nennenswerten Bedenken zu geben.

Dabei, schon mal aufgefallen:
Fast alle dieser Veranstaltungen sind immer "ueber" Burschenschaften.
Mir ist fast kein Fall bekannt, in dem die Betroffenen selbst mal
mit auf's Podium eingeladen wurden, um ausser in der freien
Fragerunde mal zu Wort kommen zu duerfen.

Thomas Hochstein

unread,
Jun 11, 1998, 3:00:00 AM6/11/98
to

martin....@tu-bs.de (Martin Schmidt) schrieb:

> >>Nein - die PDS muß sich deutlich von ihren antidemokratischen
> >>Mitgliedern distanzieren und diese ausschließen.
> >Auf diesen Gedanken wird sie von alleine und im derzeitigen
> >politischen Klima nicht kommen. Wenn mensch die demokratischen
> >Teile der PDS mehr in die politische Verantwortung einbindet,
> >kommt dieser Schritt vielleicht irgendwann.
>

> na, dann kann der "`richtige"' Umgang mit den "`braunen Schafen"' unter den
> Verbindungsstudenten ja nur sein, diese kräftig in die
> Verbindungslandschaft und seine Veranstaltungen einzubinden.

Nein, diese Analogie stimmt nicht. Es ergibt sich daraus vielmehr, daß
der richtige Umgang mit Verbindungen wäre, diese in Unistrukturen
(Fachschaften, AStA und deren Veranstaltungen wie Parties oder
Erstsemestereinführungen) einzubinden, damit sie sich dann von ihren
"undemokratischen Teilen" trennen.

> >Wer die PDS ausgrenzt, die oder der grenzt gleichzeitig einen
> >guten Teil der Ostdeutschen aus.
> >

> ..und wer (alle) Verbindungen ausgrenzt, der grenzt gleichzeitig eine
> guten Teil der Studenten aus. _Das_ kann ja auch niemand wollen.

Ack.

> >>Was gleichermaßen dann für Demonstrationen von Verbindungen gegen die
> >>PDS gelten würde - oder?
> >Wenn Du "PDS" durch "extremistischen Kreise innerhalb der PDS"
> >ersetzt, dann stimme ich Dir zu.
> >

> Als ob sich entsprechende Veranstaltungen gegen "`extremistische Kreise

> innerhalb der Verbindungen"' richten würden... Zwar wird es meist "`Nazis
> raus"' o.ä. formuliert, aber das ist dann nur eine spachliche
> Verallgemeinerung; gemeint sind immer _alle_ Verbindungen.

Du nimmt mir sozusagen mein eigenes Posting aus der Outbox. :-)

> Mir scheint, die Freiheit, die Du Leuten bei ihrer Meinung und Betätigung
> zubilligt, fällt ein wenig einseitig aus!

Das nennt man dann auch "auf dem linken Auge blind". :-)

SCNR,

Ulrich Voelker

unread,
Jun 11, 1998, 3:00:00 AM6/11/98
to

Moin Hannes


HG>Nur, es geht nicht darum, ob die aufgezaehlten Fakten in den
HG>Buechern nun alle richtig sind oder nicht.

Die beste Manipulation ist die durch weglassen bestimmten Fakten, bzw durch
die mir genehme Zusammenstellung.


Bis demnächst in diesem Theater

Ulrich

B! Borussia zu Wolfenbüttel

ch...@eanet.de

unread,
Jun 11, 1998, 3:00:00 AM6/11/98
to

Hallo dapitz !

Du schriebst am 08.06.98 zum Thema:
"Skins mit Schlips und Kragen" folgendes :


> 2. Die DB bekennt sich im Gegensatz zur AntiFa und den Skinheads zur
> Verfassung, die da ....
ach du meine guete.... da hat ja jemand so gar keine ahnung.
kannst du dir vorstellen, dass skinheads so ziemlich in jeder politischen
richtung vertreten sind - vom redskin bis zum bonehead?
auch "die antifa" ist durchaus keine einheitliche politische partei. die
positionen der verschiedenen gruppen differenzieren gewaltig.

ciao
c.


## CrossPoint v3.11 ##

Martin Schmidt

unread,
Jun 12, 1998, 3:00:00 AM6/12/98
to

Moin Moin,

In article <358404b3....@ancalagon.rhein-neckar.de>,
THoch...@gmx.net (Thomas Hochstein) wrote:
>martin....@tu-bs.de (Martin Schmidt) schrieb:
[...]

>> na, dann kann der "`richtige"' Umgang mit den "`braunen Schafen"' unter den
>> Verbindungsstudenten ja nur sein, diese kräftig in die
>> Verbindungslandschaft und seine Veranstaltungen einzubinden.
>
>Nein, diese Analogie stimmt nicht. Es ergibt sich daraus vielmehr, daß
>der richtige Umgang mit Verbindungen wäre, diese in Unistrukturen
>(Fachschaften, AStA und deren Veranstaltungen wie Parties oder
>Erstsemestereinführungen) einzubinden, damit sie sich dann von ihren
>"undemokratischen Teilen" trennen.
>
So weit glaubte ich nicht hoffen zu dürfen... d:-)//


Gruß,

Martin

---
Martin Schmidt /v. Pythagoras Z! B! Germania-Charlottenburg zu Giessen
mailto:martin....@tu-bs.de


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http://privat.schlund.de/Germania-Charlottenburg_Giessen/

Martin Schmidt

unread,
Jun 12, 1998, 3:00:00 AM6/12/98
to

Moin Moin,

In article <35803690...@news.rwth-aachen.de>,

Jens....@post.rwth-aachen.de (Jens Bolten) wrote:
>martin....@tu-bs.de (Martin Schmidt) hat geschrieben:
>>na, dann kann der "`richtige"' Umgang mit den "`braunen Schafen"' unter den
>>Verbindungsstudenten ja nur sein, diese kräftig in die
>>Verbindungslandschaft und seine Veranstaltungen einzubinden.
>Ich sprach davon die *demokratischen* Teile der PDS in das
>politische Leben einzubinden.

Wie willst Du das denn im (parlamentarischen) Alltag genau trennen? Davon
abgesehen bleibt es z.B. den Uni-/studentischen Gremien (AStA,
Fachschaften etc.) ungenommen, mit den "`demokratischen"' Teil der
Verbindungen _eng_ zusammenzuarbeiten anstatt sie mit (vermeindlichen)
"`braunen Schafen"' in einen Topf zu werfen...


[...]


>>..und wer (alle) Verbindungen ausgrenzt, der grenzt gleichzeitig eine
>>guten Teil der Studenten aus. _Das_ kann ja auch niemand wollen.

>Wieviele Studierende gibt es in diesem Land? Welcher Anteil davon
>ist Mitglied in einer Verbindung? Vergleich das mal mit dem
>Anteil der PDS-Waehlerinnen und -Waehler in den neuen Laendern.
>

Wärest Du bei erstarkter Verbindungslandschaft _eher_ zu einer
Zusammenarbeit mit Verbindungen bereit??? Ab welcher Stärke gelte das dann?
Es gibt natürlich mehr PDS-Wähler als Verbindungsstudenten (schon die
"`Basis"' der Zählung ist ja viel größer), aber es bleiben in absoluten
Zahlen noch genug über...


>>Als ob sich entsprechende Veranstaltungen gegen "`extremistische Kreise
>>innerhalb der Verbindungen"' richten würden...

>Weil andere Fehler machen, machst Du sie auch? Und das, obwohl Du
>diese Fehler als solche erkannt hast? Seltsame Einstellung.
>

Nein, das hast Du falsch verstanden. Ich machen den Fehler ja gar nicht
(habe ich zu einer Demo gegen die PDS aufgerufen oder unterstützt?). Ganz
im Gegenteil: Ich rufe die Verbindungskritiker auf, konkreter zu
"`zielen"', und empfehle (auch) ihnen, nicht alles über einen Kamm zu
scheren...

Hannes Gnad

unread,
Jun 12, 1998, 3:00:00 AM6/12/98
to

In de.soc.studium.verbindungen Thomas Hochstein <THoch...@gmx.net> wrote:

Hallole !

: > na, dann kann der "`richtige"' Umgang mit den "`braunen Schafen"' unter den

: > Verbindungsstudenten ja nur sein, diese kräftig in die
: > Verbindungslandschaft und seine Veranstaltungen einzubinden.

: Nein, diese Analogie stimmt nicht. Es ergibt sich daraus vielmehr, daß


: der richtige Umgang mit Verbindungen wäre, diese in Unistrukturen
: (Fachschaften, AStA und deren Veranstaltungen wie Parties oder
: Erstsemestereinführungen) einzubinden, damit sie sich dann von ihren
: "undemokratischen Teilen" trennen.

Tun wir bzw. sind wir.
Grosser Stand am Tag der offenen Tuer der Uni, Mitarbeit in
Fachschaft und FaVeVe (wenn auch gerade zeitbedingt etwas wenig),
Sportfest fuer Uni-Mathevorkurs, Skriptverkauf fuer Erstsemester
(Mathetutorium der Uni), usw.

Hannes Gnad

unread,
Jun 12, 1998, 3:00:00 AM6/12/98
to

In de.soc.studium.verbindungen Martin Schmidt <martin....@tu-bs.de> wrote:

Hallole !

: Wärest Du bei erstarkter Verbindungslandschaft _eher_ zu einer

: Zusammenarbeit mit Verbindungen bereit??? Ab welcher Stärke gelte das dann?
: Es gibt natürlich mehr PDS-Wähler als Verbindungsstudenten (schon die
: "`Basis"' der Zählung ist ja viel größer), aber es bleiben in absoluten
: Zahlen noch genug über...

An der Uni Stuttgart gibt es garantiert viel mehr Korporierte
als Mitglieder unserer PDS-Hochschulgruppe (genau 3) oder
deren Waehler (ungezaehlt, da sie nicht zur Wahl antreten).

Also wie? :)

Carl-Christian Köppl

unread,
Jun 12, 1998, 3:00:00 AM6/12/98
to

Christian v. Coelln wrote:
>
> In article <357F0C...@fsrz1.rz.uni-passau.de>, Carl-Christian Köppl
> <KOEP...@fsrz1.rz.uni-passau.de> wrote:
>
> >
> > Dasgleiche könnte man von der NPD auch sagen. Daß sie nämlich
> > undemokratisch ist, kann man ihr zumindest nicht beweisen. Wegen der
> > Unschuldsvermutung muß man sie meiner Meinung nach als demokratisch
> > bezeichnen. Wäre sie dies nicht, dürfte sie übrigens nicht an Wahlen
> > teilnehmen.
> >
>
> 1. Die Unschuldsvermutung gilt im Strafrecht - mit der Bewertung von
> Parteien hat sie nichts zu tun.

Das ist formal absolut richtig, aber irgendjemand ohne weitere Angaben
einfach Undemokratisch-Sein vorzuwerfen, ist mehr als schlechter Stil.
Gerade nach der Wahl in Sachsen-Anhalt wurde aber immer wieder, auch von
der PDS eine Allianz der Demokraten gefordert. Demokratie heißt aber,
daß die Entscheidungen irgendwie eine Legitimation im Volk erfahren
müssen. Dazu muß aber auch jeder Meinung die Möglichkeit zur Einwirkung
auf die Bevölkerung gegeben werden. Daher verstehe ich nicht, wieso
diese Parteien des rechten Randes pauschal als undemokratisch
abgeurteilt werden können, was in der Öffentlichkeit schnell aufgenommen
wird.

> 2. Die These, daß eine undemokratische Partei nicht an Wahlen teilnehmen
> dürfe, ist schlicht falsch: Das Parteiverbotsverfahren ist in Art. 21 II
> GG, §§ 13 Nr. 2, 43 ff. BVerfGG geregelt. Demnach kann allein das BVerfG
> über das Verbot einer Partei entscheiden. Antragsberechtigt sind
> Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung.
>
> Ob ein solcher Antrag gestellt wird, hängt vor allem von politischen
> Erwägungen ab: Die Hürden für ein Verbot liegen sehr hoch. Ein Scheitern
> des Antrags wäre von seiner Öffentlichkeitswirkung her eine Art
> Unbedenklichkeitserklärung aus Karlsruhe, die kontraproduktiv wirken
> würde.
>
> Vor dem Verbot einer Partei kann ihr die Teilnahme an Wahlen nicht mit der
> Begründung vermeintlicher Verfassungsfeindlichkeit versagt werden.

Meine Aussage war juristisch so unklar, daß sie juristisch falsch war.
Ich meinte damit, daß rechtsextreme Parteien, die wirklich
undemokratisch sind, verboten wurden und werden, rechtsradikale aber aus
den von Dir genannten Gründen nicht. Wobei ich aber auch meine Zweifel
habe, daß dies bei den meisten möglich wäre. Mit der Möglichkeit zur
Teilnahme an Wahlen meinte ich also die staatliche Praxis.

Christian

Wulf Richartz

unread,
Jun 12, 1998, 3:00:00 AM6/12/98
to

> >..und wer (alle) Verbindungen ausgrenzt, der grenzt gleichzeitig eine
> >guten Teil der Studenten aus. _Das_ kann ja auch niemand wollen.
> Wieviele Studierende gibt es in diesem Land? Welcher Anteil davon
> ist Mitglied in einer Verbindung? Vergleich das mal mit dem
> Anteil der PDS-Waehlerinnen und -Waehler in den neuen Laendern.

Ah, jetzt kommt das Quantitaets- gegen das Qualitaetsargument, erinnert mich
fatal an von Papen, muessen nur genuegend viele Leute Extremisten waehlen,
dann kann man mit den Extremisten auch schon mal etwas naeher kommen.

Das bezog sich jetzt nur auf Deinen Argumentationsstil, selbstverstaendlich
she ich auch, dass grosse Teile der PDS, nun sagen wir mal ihrer oeffentlichen
Vertreter und das Programm nur wenige Anhaltspunkte geben von einer
extremistischen Partei zu sprechen (von einer demokratischen im Sinner der
FDGO moechte ich aber auch nicht sprechen, das ist halt ein
Nostalgie-Mehr-Geld-Forder/Druck-Verein mit Lebensberatung.

Allerdings verlange ich von Dir genauso viel Toeleranz und Goddwill gegenueber
den Verbindungen.

Und ich moechte mal wissen, warum wir uns die Olympia aufs Auge druecken
lassen sollen.

--

Ciao Wulf
Unitas Muenchen

Wulf Richartz

unread,
Jun 12, 1998, 3:00:00 AM6/12/98
to

> >Ich hoffe, dass Du diese hervorragende Einstellung demnaechst auch
> >gegen Verbindungen einnimmst, deren organisatorischer,
> >traditioneller und ideologischer Zusammenhang zu den braunen Schafen
> >sonstwo gegen null geht, und sehr viel geringer ist als bei
> >Parteimitgliedern.


> Ich muss Deine Hoffnung leider bremsen, da IMO der Fall "PDS" ein
> ziemlich spezieller ist (siehe meine Antwort auf das Posting von
> Thomas).

Das ist keine Argumentation sondern ideologische Verblendung, "es kann nicht
sein, was nicht sein darf."
--

Ciao Wulf

Jens Bolten

unread,
Jun 12, 1998, 3:00:00 AM6/12/98
to

Halloechen!

rusa...@helpdesk.rus.uni-stuttgart.de (Hannes Gnad) hat
geschrieben:

>Hmmmm ... das waere aber nun, da die Abspaltung der NDB eher
>eine Folgeentwicklung denn eine Ursache ist, nur eine sehr
>schwache und oberflaechliche Betrachtung, kaum mehr als
>das, was man in der Zeitung lesen kann.

Ich fuerchte fast, dass der VS bei der Betrachtung von
Verbindungen viele seiner Informationen wirklich eher aus der
Zeitung als aus eigenen Beobachtungen gewinnt.

>Wenn man sieht, wie viele Antifa- und AStA-Reader diesen

>Personen trauen bzw. [...]


>Dabei, schon mal aufgefallen:
>Fast alle dieser Veranstaltungen sind immer "ueber" Burschenschaften.
>Mir ist fast kein Fall bekannt, in dem die Betroffenen selbst mal

>mit auf's Podium eingeladen wurden,[...]
Nun, das Erstsemesterinfo meiner Fachschaft hat natuerlich auch
die obligatorischen Seiten ueber Verbindungen - mit dem kleinen
Unterschied, dass ihr Text im Gegensatz zur Mehrzahl derartiger
Seiten von einem Verbindungsstudenten mitverfasst wurde.
Als Faktensammlung und Zitatlieferant diente uns "...National
gesinnte Menschen in fuehrende Berufe entsenden - Notizen zur
Tradition der (Aachener) Studentenverbindungen" von Ralf
Schroeder, die (Be-)Wertung haben wir nach laengerer und z.T.
kontroverser Diskussion gemeinsam vorgenommen und mit dem
Ergebnis konnten und koennen wir beide gut leben.

Vielleicht sollten die hier mitlesenden Verbindungsstudierenden
einfach mal bei ihrem AStA oder ihrer Fachschaft aufschlagen und
an der Ueberarbeitung derartiger Seiten und Reader mitwirken -
aber vorsicht, das koennte das eigene Bild von den boesen
AStA-/Fachschafts-/Antifa-/...-Menschen zerstoeren.

Jens Bolten

unread,
Jun 12, 1998, 3:00:00 AM6/12/98
to

Halloechen!

THoch...@gmx.net (Thomas Hochstein) hat geschrieben:

>Nein, diese Analogie stimmt nicht. Es ergibt sich daraus vielmehr, daß
>der richtige Umgang mit Verbindungen wäre, diese in Unistrukturen
>(Fachschaften, AStA und deren Veranstaltungen wie Parties oder
>Erstsemestereinführungen) einzubinden, damit sie sich dann von ihren
>"undemokratischen Teilen" trennen.

Auf die Gefahr hin, bei einigen Leserinnen und Lesern das Bild
von den boesen Verbindungsfeinden in ASten und Fachschaften zu
zerstoeren:
In meiner Fachschaft gab und gibt es immer wieder
Verbindungsstudenten, die bei uns - z.T. als gewaehlte Mitglieder
des Fachschaftsrates, z.T. "nur" als Mitglied irgendeiner AG und
z.T. auch einfach nur so - mitarbeiten und ich fuer meinen Teil
erlebe in diesem Semester einen besonders interessanten weil in
ruhigen Zeiten recht diskussionsreichen Fachschaftsdienst (unsere
taeglichen Burooeffnungszeiten), da ich mir meinen Termin mit
einem DB-Burschenschafter (Hallo Christian, liesst Du hier noch
mit?) teile.
Wenn sich Verbindungsstudierende moeglicherweise nicht
ausreichend in die Unistrukturen eingebunden fuehlen, dann liegt
das vielfach wohl mehr an ihnen selbst als an einer mangelnden
Offenheit der Organe der Studierendenschaften.

Zwar halte ich nicht viel davon, Verbindungen als Organisationen
in die Strukturen der Studierendenschaft einzubinden. Von der
pauschale Ausgrenzung ihrer Mitglieder halte ich jedoch noch viel
weniger.

Und was die Analogie betrifft, so habe ich jetzt bereits mehrfach
betont, dass ich die PDS als Sonderfall sehe. Analogien zu
Verbindungne sehe ich nicht.

Jens Bolten

unread,
Jun 12, 1998, 3:00:00 AM6/12/98
to

Halloechen!

martin....@tu-bs.de (Martin Schmidt) hat geschrieben:

>Wie willst Du das denn im (parlamentarischen) Alltag genau trennen?

Dadurch, dass mensch sehr genau hinsieht, mit dem mensch da
gerade zusammenarbeiten will und dadurch, dass mensch im
Zweifelsfall lieber eine gemeinsame Veranstaltung platzen laesst
als sie gemeinsam mit Extremistinnen und Extremisten zu
veranstalten.

>Davon abgesehen bleibt es z.B. den Uni-/studentischen Gremien (AStA,
>Fachschaften etc.) ungenommen, mit den "`demokratischen"' Teil der
>Verbindungen _eng_ zusammenzuarbeiten anstatt sie mit (vermeindlichen)
>"`braunen Schafen"' in einen Topf zu werfen...

Nochmal: Die PDS ist ein Sonderfall, der unter den derzeigiten
Randbedinungen im Osten Deutschlands zu beurteilen ist.

>Wärest Du bei erstarkter Verbindungslandschaft _eher_ zu einer
>Zusammenarbeit mit Verbindungen bereit???

Zur Zusammenarbeit mit Verbindungen als Organisationen? Nein.
Zur Zusammenarbeit mit Verbindungsstudierenden? Ganz abgesehen
davon, dass darueber unter anderem die Waehlerinnen und Waehler
zu entscheiden haben und mir ggf. gar keine andere Wahl bliebe
arbeite ich in der Studierendenschaft mit jeder und jedem
zusammen, die oder der sich zu den Grundsaetzen unserer
Gesellschaft bekennt und mitarbeiten will.

>Nein, das hast Du falsch verstanden. [...]
Danke fuer die Klarstellung.

Martin Schmidt

unread,
Jun 12, 1998, 3:00:00 AM6/12/98
to

Moin Moin,

In article <35810ac3...@news.rwth-aachen.de>,

Jens....@post.rwth-aachen.de (Jens Bolten) wrote:
>THoch...@gmx.net (Thomas Hochstein) hat geschrieben:
>>Nein, diese Analogie stimmt nicht. Es ergibt sich daraus vielmehr, daß
>>der richtige Umgang mit Verbindungen wäre, diese in Unistrukturen
>>(Fachschaften, AStA und deren Veranstaltungen wie Parties oder
>>Erstsemestereinführungen) einzubinden, damit sie sich dann von ihren
>>"undemokratischen Teilen" trennen.
[...]

>Wenn sich Verbindungsstudierende moeglicherweise nicht
>ausreichend in die Unistrukturen eingebunden fuehlen, dann liegt
>das vielfach wohl mehr an ihnen selbst als an einer mangelnden
>Offenheit der Organe der Studierendenschaften.
>
Die (vehement) ablehnende Haltung so mancher "`Offizieller"' lädt nicht
gerade zu einer Mitarbeit ein.


>Zwar halte ich nicht viel davon, Verbindungen als Organisationen
>in die Strukturen der Studierendenschaft einzubinden. Von der
>pauschale Ausgrenzung ihrer Mitglieder halte ich jedoch noch viel
>weniger.
>

Dann guck' Dir mal die Äußerungen von ASten an, mit denen sie z.B.
StuPa-Fraktionen belegen, nur weil da z.T. Korporierte dabei sind...


>Und was die Analogie betrifft, so habe ich jetzt bereits mehrfach
>betont, dass ich die PDS als Sonderfall sehe. Analogien zu
>Verbindungne sehe ich nicht.
>

Zur Kenntnis genommen und unter "`Einseitig"' verbucht, denn:
"`DDR"' war früher; die PDS ist quasi ein Nachhall der Historie.
Studenten waren überwiegend korporiert; Verbindungen heute sind quasi ein
Nachhall der Historie.
Aber laß' gut sein -- in der Frage kommen wir wohl nie auf einen Nenner.

Hannes Gnad

unread,
Jun 12, 1998, 3:00:00 AM6/12/98
to

In de.soc.studium.verbindungen Jens Bolten <Jens....@post.rwth-aachen.de> wrote:

Hallole !

: >Hmmmm ... das waere aber nun, da die Abspaltung der NDB eher


: >eine Folgeentwicklung denn eine Ursache ist, nur eine sehr
: >schwache und oberflaechliche Betrachtung, kaum mehr als
: >das, was man in der Zeitung lesen kann.
: Ich fuerchte fast, dass der VS bei der Betrachtung von
: Verbindungen viele seiner Informationen wirklich eher aus der
: Zeitung als aus eigenen Beobachtungen gewinnt.

Sicher, der VS bezieht zwischen 80% und 90% aus sogenannter
"offener Ermittlung", also aus dem, was in der Zeitung steht,
in oeffentlichen Veranstaltungen gesagt und auf eigenen
Flugis der Gruppen und Parteien geschrieben wird-.

Aber ich kann Dir versichern - der VS hat Insider. :)


: >Fast alle dieser Veranstaltungen sind immer "ueber" Burschenschaften.


: >Mir ist fast kein Fall bekannt, in dem die Betroffenen selbst mal
: >mit auf's Podium eingeladen wurden,[...]
: Nun, das Erstsemesterinfo meiner Fachschaft hat natuerlich auch
: die obligatorischen Seiten ueber Verbindungen - mit dem kleinen
: Unterschied, dass ihr Text im Gegensatz zur Mehrzahl derartiger
: Seiten von einem Verbindungsstudenten mitverfasst wurde.
: Als Faktensammlung und Zitatlieferant diente uns "...National
: gesinnte Menschen in fuehrende Berufe entsenden - Notizen zur
: Tradition der (Aachener) Studentenverbindungen" von Ralf
: Schroeder, die (Be-)Wertung haben wir nach laengerer und z.T.
: kontroverser Diskussion gemeinsam vorgenommen und mit dem
: Ergebnis konnten und koennen wir beide gut leben.

Hm, solche Kompromisse sind selten, ein weiterer Fall dieser
Art ist mir nur aus Clausthal bekannt, ein Heftlein mit einer
"pro" und einer "contra"-Haelfte.


: Vielleicht sollten die hier mitlesenden Verbindungsstudierenden


: einfach mal bei ihrem AStA oder ihrer Fachschaft aufschlagen und
: an der Ueberarbeitung derartiger Seiten und Reader mitwirken -
: aber vorsicht, das koennte das eigene Bild von den boesen
: AStA-/Fachschafts-/Antifa-/...-Menschen zerstoeren.

Keine Sorge, machen wir hier in Stuttgart, und siehe - die
boesen Dinge verschwinden. Wobei es wichtig ist, mit wem
man arbeitet. Die normalen Fachschafts- und FaVeVe-Leute
(mach da ja selber mit) sind ziemlich offen, aber die
Hardliner von "AK gegen Rassismus" machen dicht: Die haben
vor zwei Jahren, als sie sich mit "uns" befasst haben,
ersthaft beschlossen, nicht direkt mit "Burschis" zu reden,
vor allem nicht mit mir.

Dirk Janßen

unread,
Jun 13, 1998, 3:00:00 AM6/13/98
to

Hai!

Am Thu, 11 Jun 1998 11:03:01 GMT schrieb Jens....@post.rwth-aachen.de
(Jens Bolten) in <357fb5b4...@news.rwth-aachen.de>:

>Allerdings sollte mensch den Unterschied zwischen einer bewusst
>gewaehlten falschen Pauschalaussage und einer Pauschalaussage,
>die nicht zuletzt aufgrund der mangelnden Distanz zwischen
>einigen Verbindungen und ihren Mitgliedern und rechtsextremen
>Kreisen (oder aufgrund der mangelnden Distanz ziwschen "Linken"
>und linksexrtremistischen Kreisen) entstanden ist durchaus
>beachten.

Will heißen, das eine ist erlaubt und zulässig, während das andere völlig
daneben ist? Seltsame Ansichten...

Dirk Breuer

unread,
Jun 13, 1998, 3:00:00 AM6/13/98
to

Hallo Jens!


JB> Vielleicht sollten die hier mitlesenden Verbindungsstudierenden
JB> einfach mal bei ihrem AStA oder ihrer Fachschaft aufschlagen und
JB> an der Ueberarbeitung derartiger Seiten und Reader mitwirken -
JB> aber vorsicht, das koennte das eigene Bild von den boesen
JB> AStA-/Fachschafts-/Antifa-/...-Menschen zerstoeren.

Gilt das auch fuer die Fachschaft Philosophie der RWTH?

Ich sah Deinen Namen auf einem Wahlaufruf fuer die naechste Woche; ich glaube,
ich muss doch nochmal waehlen gehen... :-^

Viele Grube aus der Voreifel, Dirk

EMail: dbr...@doene.cologne.de

Dirk Janßen

unread,
Jun 14, 1998, 3:00:00 AM6/14/98
to

Hai!

Am Thu, 11 Jun 98 23:10:00 CET schrieb ch...@EANET.de in
<6vfln...@elm28.eanet.de>:

>ach du meine guete.... da hat ja jemand so gar keine ahnung.

Wer, Du?

>kannst du dir vorstellen, dass skinheads so ziemlich in jeder politischen
>richtung vertreten sind - vom redskin bis zum bonehead?

Richtig. Ist aber irrelevant, da in dem Zusammenhang dieses Threads
eindeutig nur von Skins der braunen Sorte ausgegangen wurde...

>auch "die antifa" ist durchaus keine einheitliche politische partei. die
>positionen der verschiedenen gruppen differenzieren gewaltig.

Auch an Dich also der Hinweis: Wer für sich und seine Ideen das Recht der
Differenzierung beansprucht sollte dieses auch seinen ideologischen Gegnern
zugestehen. Bisher habe ich noch von keinen AntiFa gehört oder gelesen, die
im Korporationsrahmen differenzieren würde...

BTW:

>## CrossPoint v3.11 ##

1) Bitte registrieren und abstellen!
2) Deine Shift-Taste klemmt!
3) Bitte XP korrekt konfigurieren: Realnamen eintragen und mitposten!

cc01

unread,
Jun 14, 1998, 3:00:00 AM6/14/98
to

Hallo,

als Gast auf dem Burschentag hatte ich nicht den Eindruck, "Skins in
Schlips und Kragen" zu begegnen.

Einem ev. Pfarrer, welcher sich heute im Normalfall lieber um Schwule,
Lesben, Asylanten, Drogenabhängige, Kriminelle und ähnliches kümmert,
statt sich um das weitere Wachsen und Betreuen seiner Gemeinde verdient
macht, würde ich in einem solchen Falle der Beleidigung und übler
Nachrede allerdings auch eine Anzeige antragen.

Wahrscheinlich könnte er seine Zeit sinnvoller in seiner Kirche
verbringen, als demonstrierend seine "Meinung" vortragen zu müssen.

Sehr richtig auch die Meinung der meisten Korporierten hier, daß wir mit
den Glatzköpfen an und für sich nichts zu tun haben wollen,
diskreditiert deren Verhalten das gesamte Verbindungswesen.

Mit farbenbrüderlichem Gruß

Wolfgang H. Hanagarth
DHG Westmark


Dirk Breuer

unread,
Jun 14, 1998, 3:00:00 AM6/14/98
to

Hallo Mark!


MO> Das deutet darauf hin, da# die Demo gegen Rechtsradikale gerichtet war.
MO> Um dagegen zu sein, mu# mensch wahrlich nicht linksradikal sein

Ja und nein. Rechtsradikal bedeutet im Gegensatz zu Rechtsextrem, dass sich die
Leute am aeussersten rechten Rand der Verfassung befinden. Wenn dagegen
protestiert wird, dann versuchen die Protestanten die Meinungsfreiheit zu
unterbinden, weil sie selbst die Regeln neu aufstellen.

Damit sind die Demonstranten verfassungsfeindlich und nicht mehr radikal,
sondern bereits extrem.

MO> Aber da# es auch rechtsradikale Burschenschaftler gibt, lE#t
MO> sich ja auch kaum bestreiten.

Es hat sogar antisemitische Juden gegeben, die fuer die Judenvernichtung waren.
Geben tut es vieles, alles nur eine Frage der Anzahl.

Dirk Breuer

unread,
Jun 14, 1998, 3:00:00 AM6/14/98
to

Hallo Jens!

JB> Auf diesen Gedanken wird sie von alleine und im derzeitigen
JB> politischen Klima nicht kommen. Wenn mensch die demokratischen
JB> Teile der PDS mehr in die politische Verantwortung einbindet,
JB> kommt dieser Schritt vielleicht irgendwann.

Gilt dieser Schluss dann auch fuer die DVU?

>> Bis dahin sollten sich alle anderen Parteien und gesellschaftlichen
>> Gruppen deutlich von der PDS distanzieren und jede Zusammenarbeit
>> ablehnen.

JB> Bei so ziemlich jeder anderen Partei und Gruppierung wuerde ich
JB> Dir recht geben, bei der PDS liegt der Fall IMO aber ob der
JB> besonderen Situation im Osten ein wenig anders.

Allerdings, immerhin hatte die "Partei der Schuldigen" 40 Jahre lang die Macht
in der DDR inne und genuegend Menschen ermordet bzw. sonstwie geschaedigt. Es
ist fuer mich unertraeglich, als "Dank" fuer den Aufbau im Osten dann mit einer
Regierung aus diesen Leuten beglueckt zu werden.

Fuer manche Dinge ist eine Katastrophe besser als schleichender Verfall, dann
erinnert man sich anschliessend eher an das Unheil und verfaellt nicht in
Nostalgie. Offenbar hat es in der DDR nicht genug geknallt, sonst waere das
Thema PDSED nach 1989 vom Tisch gewesen: Und zwar endgueltig...

So erfreuen wir uns der zweiten Variante: Schrecken ohne Ende...

JB> Wer sich von der PDS distanziert, die oder der distanziert sich
JB> nicht nur von einigen Extremisten, sondern auch von einer Partei,

...deren Wahlprogramm auf Neid und Klassenkapmf aufgebaut ist, garniert mit
einer Mischung populistischer Bauernfaenger wie "Antiatomkraft" oder
"Einwanderungsland".

Das mit dem Einwanderungsland wird sich schnell geben, in die DDR wollten die
Leute ja eher raus als rein. Und so ein paar volkseigene Atomkraftwerke sind
eine feine Sache, wenn die Konzerne erstmal verstaatlicht sind.

JB> der
JB> ein guter Teil der ostdeutschen Bevoelkerung ihr Vertrauen schenkt

Ein guter Teil der ostdeutschen Bevoelkerung hat auch der DVU ihr Vertrauen
geschenkt.

JB> und
JB> die dieses Vertrauen vielfach auch durch ganz ansehnliche politische
JB> Arbeit in den Staedten und Gemeinden rechtfertigt.

In den Staedten und Gemeinden kann man keine richtige Politik machen, eher nur
verwalten. Es macht einen riesigen Unterschied, ob man die Gesetze bestimmen
darf, oder nur anwenden!

JB> Wer die PDS
JB> ausgrenzt, die oder der grenzt gleichzeitig einen guten Teil der
JB> Ostdeutschen aus.

Palaver, der Satz passt auf jede Partei.

Thomas Hochstein

unread,
Jun 14, 1998, 3:00:00 AM6/14/98
to

ch...@EANET.de schrieb:

> auch "die antifa" ist durchaus keine einheitliche politische partei. die
> positionen der verschiedenen gruppen differenzieren gewaltig.

Wenn die verschiedenen Gruppen, die sich als "Antifa" bezeichnen oder
verstehen, einsehen würden, daß das Verbindungen genauso - wenn nicht
sogar in noch größerem Umfang - so ist, wäre schon viel gewonnen.

Gruß

Jens Bolten

unread,
Jun 14, 1998, 3:00:00 AM6/14/98
to

Halloechen!

d...@gmx.de (=?ISO-8859-1?Q?Dirk_Jan=DFen?=) hat geschrieben:


>Will heißen, das eine ist erlaubt und zulässig, während das andere völlig
>daneben ist?

Nein. Beides ist falsch und unzulaessig, das eine (die
Pauschalaussage aufgrund mangelnder Erkennbarkeit der
Unterschiede) ist jedoch im Gegensatz zum anderen entschuldbar.

Jens Bolten

unread,
Jun 14, 1998, 3:00:00 AM6/14/98
to

Halloechen!

martin....@tu-bs.de (Martin Schmidt) hat geschrieben:

>Die (vehement) ablehnende Haltung so mancher "`Offizieller"' lädt nicht
>gerade zu einer Mitarbeit ein.

Es mag gut sein, dass manche "Offizielle" eine derartige Haltung
haben, die grosse Mehrheit denkt aber sicher anders.

Allerdings scheint mir, dass Leute, die sich schon von der
Haltung einer (IMO eher kleinen) Minderheit derartig beeindrucken
lassen eh nicht das fuer eine effektive Interessenvertretung der
Studierenden noetige Durchsetzungsvermoegen haben. ;-)

>"`DDR"' war früher; die PDS ist quasi ein Nachhall der Historie.

Die PDS ist eben _kein_ "Nachhall der Historie", sondern - so
seltsam das ob der Vergangenheit dieser Partei und vieler ihrer
Repraesentantinnen und Repraesentanten auch sein mag - eine im
Osten Deutschlands sehr lebendige und aktive Partei, der viele
Buergerinnen und Buerger mehr zurauen als den "Westimporten".

>Aber laß' gut sein -- in der Frage kommen wir wohl nie auf einen Nenner.

Schade eigentlich. Aber das Problem ist ja auch zwischen den
beiden grossen Parteien heftig umstritten, wir stehen mit unseren
unterschiedlichen Ansichten also nicht alleine da. ;-)

Ciao

Jens Bolten

unread,
Jun 14, 1998, 3:00:00 AM6/14/98
to

Halloechen!

dbr...@doene.cologne.de (Dirk Breuer) hat geschrieben:


>Gilt dieser Schluss dann auch fuer die DVU?

Wie Du ein Stueckchen tiefer selbst zitierst gilt dieser Schluss
nur fuer die PDS, da diese im Osten eine Sonderrolle spielt.

>Es ist fuer mich unertraeglich, als "Dank" fuer den Aufbau im Osten dann
>mit einer Regierung aus diesen Leuten beglueckt zu werden.

Dummerweise wird diese Partei aber nicht von irgendwem gewaehlt,
sondern ausgerechnet von denen, die durch die
Vorgaengerorganisation dieser Partei ueber 40 Jahre unterdrueckt
wurden.

>Offenbar hat es in der DDR nicht genug geknallt, sonst waere das
>Thema PDSED nach 1989 vom Tisch gewesen: Und zwar endgueltig...

Wenn es eine echte Vereinigung der beiden deutschen Staaten
gegeben haette und nicht nur einen blossen Anschluss der DDR an
die BRD, wenn die durchaus vorhandenen positvien Aspekte der
DDR-Gesellschaft mit in einen neuen Staat eingebracht worden
waeren, dann waere die PDS heute eine Splitterpartei.
Die Mehrheiten in Ost und West wollten es damals anders, und nun
muessen wir mit der PDS leben.

>Ein guter Teil der ostdeutschen Bevoelkerung hat auch der DVU ihr Vertrauen
>geschenkt.

Eben nicht. Die Wahlentscheidung "DVU" hatte voellig andere
Gruende als die Wahlentscheidung "PDS".

>In den Staedten und Gemeinden kann man keine richtige Politik machen, eher nur
>verwalten. Es macht einen riesigen Unterschied, ob man die Gesetze bestimmen
>darf, oder nur anwenden!

Der Bevoelkerung ist erst mal reichlich wurscht, wie die Gesetze
aussehen, wenn sie halbwegs ertraeglich angewendet werden.

Ciao
Jens

Jens Bolten

unread,
Jun 14, 1998, 3:00:00 AM6/14/98
to

Halloechen!

rusa...@helpdesk.rus.uni-stuttgart.de (Hannes Gnad) hat
geschrieben:

>Hm, solche Kompromisse sind selten, ein weiterer Fall dieser
>Art ist mir nur aus Clausthal bekannt, ein Heftlein mit einer
>"pro" und einer "contra"-Haelfte.

Das war bei uns von Anfang an die klare Alternative zum
gemeinsamen Text: Zwei Texte, einer pro und einer contra
Verbindungen.

>Die haben vor zwei Jahren, als sie sich mit "uns" befasst haben,
>ersthaft beschlossen, nicht direkt mit "Burschis" zu reden,
>vor allem nicht mit mir.

Bei solchen Beschluessen wird die Angst vor der Notwendigkeit
einer Korrektur des eigenen Weltbildes offensichtlich.

Jens Bolten

unread,
Jun 14, 1998, 3:00:00 AM6/14/98
to

Halloechen!

dbr...@doene.cologne.de (Dirk Breuer) hat geschrieben:

>Gilt das auch fuer die Fachschaft Philosophie der RWTH?

Einen Versuch waere es IMO durchaus wert.
Seit dem Zwangsumzug vor ein paar Monaten hat sich einiges
veraendert

>Ich sah Deinen Namen auf einem Wahlaufruf fuer die naechste Woche;

Hmm...das wundert mich jetzt ein wenig.
Unser Wahlk(r)ampf-Bits fuer die Fachbereichsratswahlen ist AFAIK
noch nicht raus und ansonsten stehe ich nur noch auf der grossen
Konventsliste - und fuer die wurde in den letzten Jahren nie
richtig Wahl(r)ampf betrieben.

>ich glaube, ich muss doch nochmal waehlen gehen... :-^

Sicher keine falsche Entscheidung.

Jens Bolten

unread,
Jun 14, 1998, 3:00:00 AM6/14/98
to

Halloechen!

Wulf Richartz <rw...@eikon.tum.de> hat geschrieben:

>das ist halt ein Nostalgie-Mehr-Geld-Forder/Druck-Verein mit Lebensberatung.

Und damit offenbar genau das, wonach viele Menschen im Osten
suchen. Eine derartige Partei durch Ausgrenzung bekaempfen zu
wollen /muss/ schiefgehen. Also kann der richtige Weg nur der
sein, den "Nostalgie-Mehr-Geld-Forder/Druck-Verein mit
Lebensberatung" vom exremistischen Fluegel zu trennen.

>Und ich moechte mal wissen, warum wir uns die Olympia aufs Auge druecken
>lassen sollen.

Wem ausser der DB druecke /ich/ denn die (Burschenschaft) Olympia
(Wien) aufs Auge?

Martin Schmidt

unread,
Jun 15, 1998, 3:00:00 AM6/15/98
to

Moin Moin,

In article <358422a5...@news.rwth-aachen.de>,

Jens....@post.rwth-aachen.de (Jens Bolten) wrote:
>martin....@tu-bs.de (Martin Schmidt) hat geschrieben:
>>Die (vehement) ablehnende Haltung so mancher "`Offizieller"' lädt nicht
>>gerade zu einer Mitarbeit ein.
>Es mag gut sein, dass manche "Offizielle" eine derartige Haltung
>haben, die grosse Mehrheit denkt aber sicher anders.
>
>Allerdings scheint mir, dass Leute, die sich schon von der
>Haltung einer (IMO eher kleinen) Minderheit derartig beeindrucken
>lassen eh nicht das fuer eine effektive Interessenvertretung der
>Studierenden noetige Durchsetzungsvermoegen haben. ;-)
>
Mit wäre nicht bekannt, daß sich in den Fällen, wo z.B. sich der RCDS
allein wegen der Verbingsmitgliedschaft einiger seiner "`Aktiver"' aus der
Hochschulpolitik zurückgezogen hätte...
Über die "`Mehrheitsverhältnisse"' der vehementen "`Ablehner"' läßt sich
sicher streiten; meine Statistik darüber ist etwas zu begrenzt, als daß sie
_allgemeingültige_ Aussagen erlaubte (Wieviele "`Offizielle"' von wievielen
Hochschulen kennst Du?).


>>"`DDR"' war früher; die PDS ist quasi ein Nachhall der Historie.
>Die PDS ist eben _kein_ "Nachhall der Historie", sondern - so
>seltsam das ob der Vergangenheit dieser Partei und vieler ihrer
>Repraesentantinnen und Repraesentanten auch sein mag - eine im
>Osten Deutschlands sehr lebendige und aktive Partei, der viele
>Buergerinnen und Buerger mehr zurauen als den "Westimporten".
>

Das ist es ja gerade: Sie lebt von der "`Kultivierung"' der trennenden
Elemente und ist an einer _Gemeinsamkeit_ zwischen Ost und West wenig
interessiert (weil sie dann u.U. überflüssig würde?). Sie besteht also nur,
weil die die durch die "`DDR"' entstandenen Unterschiede betont; ich würde
das tatsächlich "`Nachhall"' nennen (schließlich wird sie, wenn es
z.B. zwischen MD und HH kaum mehr Unterschiede gibt, wohl verschwinden...).
Das wird jetzt aber wirklich OT...


>>Aber laß' gut sein -- in der Frage kommen wir wohl nie auf einen Nenner.
>Schade eigentlich. Aber das Problem ist ja auch zwischen den
>beiden grossen Parteien heftig umstritten, wir stehen mit unseren
>unterschiedlichen Ansichten also nicht alleine da. ;-)
>

Ich wußte gar nicht, daß sich die großen Parteien wirklich mit der
Vergleichbarkeit der Situation von PDS und Verbindungen befassten... :-)


Gruß,

Martin

---
Dipl.phys. Martin Schmidt Martin....@tu-bs.de


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"`All science is either physics or stamp collecting."´ -- E. Rutherford

Dr. Kai-Uwe W. Clauswitz

unread,
Jun 15, 1998, 3:00:00 AM6/15/98
to

Jens Bolten (Jens....@post.rwth-aachen.de) wrote:

JB: Vielleicht sollten die hier mitlesenden Verbindungsstudierenden
JB: einfach mal bei ihrem AStA oder ihrer Fachschaft aufschlagen und
JB: an der Ueberarbeitung derartiger Seiten und Reader mitwirken -

Vor der Wahl eines demokratischen Asta und einer Aenderung der Zusammen-
setzung vieler Fachschaften wird das nich moeglich sein.
Da sind "Burschis" unerwuenscht -
bei der Mitarbeit als auch bei der Veranstaltung der Orientierungs-
einheit fuer Erstsemester.

--
Dr. rer. nat. Kai-Uwe Clauswitz
<clau...@mailer.uni-marburg.de>*http://staff-www.uni-marburg.de/~clauswik/*
Philipps-Universitaet Marburg, Fachbereich Chemie
Institut fuer Kern-, Physikalische- und Makromolekulare Chemie
Hans-Meerwein-Strasse 1, Gebaeude H
35032 Marburg / Lahn

Felix Pfefferkorn Nm!

unread,
Jun 15, 1998, 3:00:00 AM6/15/98
to

cc01 <cc...@ilk.de> schrieb:

>Einem ev. Pfarrer, welcher sich heute im Normalfall lieber um Schwule,
>Lesben, Asylanten, Drogenabhängige, Kriminelle und ähnliches kümmert,
>statt sich um das weitere Wachsen und Betreuen seiner Gemeinde verdient
>macht,

Ich seh da den üblicherweise durch ein "statt" ausgedrückten
Widerspruch nicht. Aber das gehört wohl eher nach d.s.w.c.

>würde ich in einem solchen Falle der Beleidigung und übler
>Nachrede allerdings auch eine Anzeige antragen.

Zustimmung.

>Wahrscheinlich könnte er seine Zeit sinnvoller in seiner Kirche
>verbringen,

Oder sonstwo.

Felix Nm!
--
Drachen fesseln? Was für ein neumodisches Zeug. Zu meiner Zeit hat man
Drachen einfach erschlagen. Allerdings hatte man dann ständig
Jungfrauen am Hals. Aber eigentlich könnte man die ja fesseln .....
(Gerald Fix zu Rolf Lehnert in de.admin.news.groups)

Mark Obrembalski

unread,
Jun 15, 1998, 3:00:00 AM6/15/98
to

Dirk Breuer wrote:
>
> Hallo Mark!
>
> MO> Das deutet darauf hin, da# die Demo gegen Rechtsradikale gerichtet war.
> MO> Um dagegen zu sein, mu# mensch wahrlich nicht linksradikal sein
>
> Ja und nein. Rechtsradikal bedeutet im Gegensatz zu Rechtsextrem, dass sich die
> Leute am aeussersten rechten Rand der Verfassung befinden. Wenn dagegen
> protestiert wird, dann versuchen die Protestanten die Meinungsfreiheit zu
> unterbinden, weil sie selbst die Regeln neu aufstellen.

Nein, das tun sie damit nicht. Gegen jemanden zu demonstrieren, heißt
nicht, seine Meinungsfreiheit zu unterbinden, sondern nur, öffentlich
auszudrücken, daß einem die Betätätigung einer bestimmten Gruppe nicht
paßt. Um dies tun zu dürfen, ist natürlich nicht Voraussetzung, daß
diese Gruppe verfassungsfeindlich ist, auch eine Demonstration "Kohl muß
weg" liegt im Rahmen der Verfassung. Demonstrationen sind gerade ein
wesentliches Mittel der politischen Auseinandersetzung im Rahmen der
Verfassung. Diese Auseinandersetzung kann um Einzelfragen gehen, aber
auch eine politische Auffassung insgesamt kritisieren.

Im Übrigen denke ich nicht, daß es allgemein üblich ist, eine Abgrenzung
von "rechtsradikal" und "rechtsextremistisch" in der Weise vorzunehmen,
wie Du sie angeführt hast.

Love and Peace,
Mark

Wulf Richartz

unread,
Jun 15, 1998, 3:00:00 AM6/15/98
to

Jens Bolten wrote:

> >das ist halt ein Nostalgie-Mehr-Geld-Forder/Druck-Verein mit Lebensberatung.
> Und damit offenbar genau das, wonach viele Menschen im Osten
> suchen. Eine derartige Partei durch Ausgrenzung bekaempfen zu
> wollen /muss/ schiefgehen. Also kann der richtige Weg nur der
> sein, den "Nostalgie-Mehr-Geld-Forder/Druck-Verein mit
> Lebensberatung" vom exremistischen Fluegel zu trennen.

Taetae, womit wir wieder bei den Verbindungen waeren.



> >Und ich moechte mal wissen, warum wir uns die Olympia aufs Auge druecken
> >lassen sollen.
> Wem ausser der DB druecke /ich/ denn die (Burschenschaft) Olympia
> (Wien) aufs Auge?

Synonym fuer "alle Verbindungen bekaempfen, da sie die gleichen
verwerflichen Grundstrukturen aufweisen", die konntest Du zwar bisher
nicht aufweisen, und die Deine Kritik an den tatsaechlichen
Grundstrukturen: Basisdemokratie, Rotationsprinzip, Lebensbundprinzip
lieferte bisher keinen Ansatz einer auch nur halbwegs sachlichen Kritik.

Wulf Richartz

unread,
Jun 15, 1998, 3:00:00 AM6/15/98
to

Jens Bolten wrote:
>
> >Es ist fuer mich unertraeglich, als "Dank" fuer den Aufbau im Osten dann
> >mit einer Regierung aus diesen Leuten beglueckt zu werden.
> Dummerweise wird diese Partei aber nicht von irgendwem gewaehlt,
> sondern ausgerechnet von denen, die durch die
> Vorgaengerorganisation dieser Partei ueber 40 Jahre unterdrueckt
> wurden.

na, das ist jetzt mal ein wirklich guter Geschichtsansatz, nichts als
Opfer in der DDR, Taeter gab es keine, ROTFL.

> >Ein guter Teil der ostdeutschen Bevoelkerung hat auch der DVU ihr Vertrauen
> >geschenkt.
> Eben nicht. Die Wahlentscheidung "DVU" hatte voellig andere
> Gruende als die Wahlentscheidung "PDS".

Ach, kannst Du das empirisch, demoskopisch beweisen ?

Bernd M. Schraeder

unread,
Jun 15, 1998, 3:00:00 AM6/15/98
to

Jens Bolten wrote:

<...>

> THoch...@gmx.net (Thomas Hochstein) hat geschrieben:

> >Nein - die PDS muß sich deutlich von ihren antidemokratischen
> >Mitgliedern distanzieren und diese ausschließen.


> Auf diesen Gedanken wird sie von alleine und im derzeitigen

> politischen Klima nicht kommen. Wenn mensch die demokratischen

> Teile der PDS mehr in die politische Verantwortung einbindet,

> kommt dieser Schritt vielleicht irgendwann.

Dass solch eine Taktik funktioniert, dachte von Papen seinerzeit auch.
Das Ergebnis ist hinlaenglich bekannt.

--
Bernd M. Schraeder
Corps Saxonia Konstanz

Mark Obrembalski

unread,
Jun 17, 1998, 3:00:00 AM6/17/98
to

Dirk Breuer wrote:

> Wenn man dafuer demonstriert, dass nicht verfassungsfeindliche Gruppen zu
> verschwinden haben, ist man selbst Verfassungsfeind.

Nein. Meinungs- und Versammlungsfreiheit gelten unabhängig vom Inhalt
der Meinung und vom Thema der Versammlung. Problematisch wird es erst,
wenn sich jemand daran macht, die Auflösung der Gruppen selbst
vorzunehmen...

> MO> Im #brigen denke ich nicht, da# es allgemein nblich ist, eine
> MO> Abgrenzung von "rechtsradikal" und "rechtsextremistisch" in der Weise
> MO> vorzunehmen, wie Du sie angefnhrt hast.
>
> Es ist allgemein bekannt, jeder Politologe kennt diese Begriffe (genau wie
> Neofaschismus und Neonationalsozialismus zwei Paar Schuhe sind). Dass im
> nachrichtentaeglichen Leben beides schoen analog gebraucht wird liegt im
> Prinzip begruendet, jegliches rechte Denken mit einem Bann zu belegen.

Nein, das liegt daran, daß die meisten Menschen keine Politologen sind
und viele auch sonst nicht unbedingt trennscharf zwischen ähnlich
erscheinenden Dingen unterscheiden. Was glaubst Du, wie viele Leute
nicht zwischen Treibhauseffekt, Ozonloch und Sommersmog unterscheiden
können!

> Ut dixi: Die Meinungsmanipulation der Gutmenschen in diesem Land ist
> raffiniert, und mancher merkt es nichtmal, wenn man ihn drauf hinweist. Du
> guckst wohl auch zuviel Lindenstrasse... :-(

Ich hab nicht mal 'nen Fernseher ;-)

Love and Peace,
Mark

Christian Freund

unread,
Jun 17, 1998, 3:00:00 AM6/17/98
to

Jens Bolten schrieb:

> [...] Wenn der DGB eine Veranstaltung zusammen mit der
> Kommunistischen
> Plattform organisieren wuerde, dann waere dies
> tatsaechlich zu
> kritisieren. [...]

Die MLPD (Marxistisch Leninistische Partei Deutschland) hat
in Eisenach, während des Burschentages, mit dem DGB zusammen
eine Demonstration gegen Burschenschaften veranstaltet.
Obwohl das wahrscheinlich bestritten wird haben dort beide
Organisationen Hand in Hand gearbeitet. Ich war dort und
kann dies bestätigen.

Christian Freund


Christian Freund

unread,
Jun 17, 1998, 3:00:00 AM6/17/98
to

Jens Bolten schrieb:

> taeglichen Burooeffnungszeiten), da ich mir meinen Termin
> mit
> einem DB-Burschenschafter (Hallo Christian, liesst Du hier
> noch
> mit?) teile.

Hallo Jens :-)

> Wenn sich Verbindungsstudierende moeglicherweise nicht
> ausreichend in die Unistrukturen eingebunden fuehlen, dann
> liegt
> das vielfach wohl mehr an ihnen selbst als an einer
> mangelnden
> Offenheit der Organe der Studierendenschaften.

Ich kann allerdings auch in Aachen ein gutes Gegenbeispiel
anführen.Die Fachschaft 7/1 (Philosophie, Geschichte ....)
ist da nicht so offen.

mfg.

Christian Freund


Christian Freund

unread,
Jun 17, 1998, 3:00:00 AM6/17/98
to

Thilo Schmelcher schrieb:

> Interessant. Allerdings sind Rechtssysteme dazu da, die
> Faelle zu regeln,
> bei denn sich die "individuellen" Freiheiten sich
> ueberschneiden. Es steht
> also einer freien Meinungsaeusserung nichts entgegen,
> soweit dadurch auch
> der andere nicht an seiner Meinungsaeusserung GEHINDERT
> wird. Also Gegendemo
> ja, aber nicht als Stoerung. Ansonsten kann ich vor dieser
> Art STOERUNG als
> Politik auf die Strasse holen nur warnen; es koennte das
> falsche Signal sein.

Das sehe ich genauso.
Demonstrationen sind gut. Auch wenn sie gegen irgendetwas
gerichtet sind, daß ich selber gut finde. Dann aber bitte
sachlich und fundiert.
In Aachen hat vor nicht allzu langer Zeit die B! Libertas
Brünn zu Aachen mit der B! Teutonia, der ich angehöre, eine
offene Diskussion zur nicht vorhandenen Wissenschaftlichkeit
der "Wehrmachtsausstellung" veranstaltet.
Diese Veranstaltung wurde von sog. "Autonomen
Antifaschisten" boykottiert indem sie den Gästen einfach den
Weg versperrten. Dies geschah mit der Begründung, das es
sich um eine Veranstaltung von "Nazis" handelt. Später gab
es noch Pflastersteinwerfen und Autodemolieren....
Die Polizei hat sich hier, wie so oft, zurückgehalten und
niemanden gestoppt, bzw verhaftet.
Ich halte es für absolut falsch wenn man so etwas toleriert
und nicht entschieden eingreift.
> Demo ja, Störung nein

Christian Freund


Jens Bolten

unread,
Jun 17, 1998, 3:00:00 AM6/17/98
to

Halloechen!

d...@gmx.de (=?ISO-8859-1?Q?Dirk_Jan=DFen?=) hat geschrieben:
>Und Verbindungen sind also alle tot?
Im Vergleich zur PDS im Osten? Im Vergleich zu deren Verankerung
bei der Bevoelkerung? Ja.

Jens Bolten

unread,
Jun 17, 1998, 3:00:00 AM6/17/98
to

Halloechen!

clau...@Mailer.Uni-Marburg.DE (Dr. Kai-Uwe W. Clauswitz) hat
geschrieben:


>Vor der Wahl eines demokratischen Asta und einer Aenderung der Zusammen-
>setzung vieler Fachschaften wird das nich moeglich sein.

Nun, sowohl die ASten als auch die Fachschaften sind genau so
zusammengesetzt, wie die Waehlerinnen und Waehler das offenbar
wollen. Wenn die Mehrheit der Studierenden trotz persoenlicher
Wahlbenachrichtigung, unzaehligen Wahlaufrufen und tonnenweise
Wahlk(r)ampf-Werbung nicht zur Wahl geht, dann kann ich das auch
nicht aendern.

>Da sind "Burschis" unerwuenscht - bei der Mitarbeit als auch bei der

>Veranstaltung der Orientierungseinheit fuer Erstsemester.
Das ist so schlichtweg falsch.
Wer bei einer Fachschaft mitarbeitet und welche SP-Fraktionen den
AStA stellen, dass entscheidet nicht "der AStA" oder "die
Fachschaft" (also die momentan dort aktiven Leute), sondern das
entscheiden die Waehlerinnen und Waehler durch ihre
Wahlentscheidungen.

Und zur Mitarbeit von Verbindungsstudierenden bei der
ErstsemesterInneneinfuehrung nur soviel:
Wenn Verbindungsstudierende Einfuehrungstutorien fast
ausschliesslich zur Keilarbeit missbrauchen, wenn ihr erster Weg
mit dem Tutorium nicht ein Rundgang durch das Univiertel sondern
der zum eigenen Verbindungshaus ist, wenn ihre ersten
Informationen nicht die zum Studium sondern die zur eigenen
Verbindung sind, wenn sie die Frau(en) im Tutorium einfach links
liegen lassen, weil Frauen in die eigene Verbindung eh nicht
aufgenommen werden, dann sollten sie sich nicht wundern, dass die
Veranstalterinnen und Veranstalter der Tutorien sich ihre
Tutorinnen und Tutoren beim naechsten mal ein wenig gruendlicher
aussuchen.
Wir sind inzwischen dazu uebergegangen, Verbindungsstudierenden
sicherheitshalber immer einen uns bekannten und zuverlaessigen
Co-Tutor aufs Auge zu druecken. Es ist schade, das solche
Sicherheitsmassnahmen notwendig sind, aber ohne sie ist
Missbrauch durch Verbindungsmitglieder offenbar fast schon
vorprogrammiert.

Jens Bolten

unread,
Jun 17, 1998, 3:00:00 AM6/17/98
to

Halloechen!

martin....@tu-bs.de (Martin Schmidt) hat geschrieben:

>Mit wäre nicht bekannt, daß sich in den Fällen, wo z.B. sich der RCDS
>allein wegen der Verbingsmitgliedschaft einiger seiner "`Aktiver"' aus der
>Hochschulpolitik zurückgezogen hätte...

Aehm...was willst damit Du uns sagen? ;-)

>(Wieviele "`Offizielle"' von wievielen Hochschulen kennst Du?).

Hmm..da waeren zunaechst mal viele der Menschen, die hier an der
RWTH in den Fachschaften und im AStA mitarbeiten. Dann waeren da
noch die Leute, die ich auf diversen Bundes- und
Landesfachschaftentagungen soweit kennengelernt habe, dass ich
ihre diesbezuegliche Position kenne bzw. zumindest einschaetzen
kann. Alles in allem vielleicht 100-150 Leute von 20+
Hochschulen.

>Ich wußte gar nicht, daß sich die großen Parteien wirklich mit der
>Vergleichbarkeit der Situation von PDS und Verbindungen befassten... :-)

Nee, das sicher nicht. Aber ueber die Behandlung der PDS und
ihrer Waehlerinnen und Waehler hat der neue
Bundesfettnaepfchenspuerhund^WRegierungssprecher sich ja zuletzt
ausgiebig ausgelassen.

Dr. Kai-Uwe W. Clauswitz

unread,
Jun 18, 1998, 3:00:00 AM6/18/98
to

Jens Bolten (Jens....@post.rwth-aachen.de) wrote:

: >Vor der Wahl eines demokratischen Asta und einer Aenderung der Zusammen-


: >setzung vieler Fachschaften wird das nich moeglich sein.
: Nun, sowohl die ASten als auch die Fachschaften sind genau so
: zusammengesetzt, wie die Waehlerinnen und Waehler das offenbar
: wollen.

Die Fachschaften werden in Hessen nicht gewaehlt. Es gibt natuerlich
Personen, die in dieversen Gremien (Fachbereichsrat, Fchschaftsrat)
sitzen, aber die Fachschaft sind Leute, die sich zusammenfinden.

: Wenn die Mehrheit der Studierenden trotz persoenlicher


: Wahlbenachrichtigung, unzaehligen Wahlaufrufen und tonnenweise
: Wahlk(r)ampf-Werbung nicht zur Wahl geht, dann kann ich das auch
: nicht aendern.

Das habe ich auch nicht behauptet - aendert aber trotzdem nichts
an der Zusammensetzung der entsprechenden Gruppen.

: >Da sind "Burschis" unerwuenscht - bei der Mitarbeit als auch bei der

: >Veranstaltung der Orientierungseinheit fuer Erstsemester.
: Das ist so schlichtweg falsch.

Hier in Marburg nicht.

: Wer bei einer Fachschaft mitarbeitet und welche SP-Fraktionen den


: AStA stellen, dass entscheidet nicht "der AStA" oder "die
: Fachschaft" (also die momentan dort aktiven Leute), sondern das
: entscheiden die Waehlerinnen und Waehler durch ihre
: Wahlentscheidungen.

Bei den Stupa-Gruppen, die hier unter verschiedenen Namen, aber
mit stets der gleichen politischen Richtung den ASTA stellen, da
sind Verbindungsstudenten unerwuenscht. Und wenn in Stupa-Sitzungen
(die oeffentlich sind) die Aeusserungen von missliebigen Personen
vom Auditorium niedergebruellt und mit Trillerpfeifen gestoert wird,
dann bestimmt noch nicht mal der Asta.
Und wer in der Fachschaft mitarbeitet, das entscheiden hier die Leute, die
eben schon dabei sind.

Trotzdem finde ich Deine Argumentation seltsam: ich muss also als
Verbinder immer einen Mordsaufstand machen, gewaehlt werden
und dann darf ich auch mitarbeiten- aber alle andern, die koennen
einfach hingehen und loslegen. Seltsam...

: Und zur Mitarbeit von Verbindungsstudierenden bei der


: ErstsemesterInneneinfuehrung nur soviel:
: Wenn Verbindungsstudierende Einfuehrungstutorien fast
: ausschliesslich zur Keilarbeit missbrauchen, wenn ihr erster Weg

(...)
: aufgenommen werden, dann sollten sie sich nicht wundern, dass die


: Veranstalterinnen und Veranstalter der Tutorien sich ihre
: Tutorinnen und Tutoren beim naechsten mal ein wenig gruendlicher
: aussuchen.

Ja, WENN sie das denn taeten... hier (Fachschaft Chemie)sind
Verbindungsstudenten seit meinem Studienbeginn unerwuenscht.
Wie kann da jemand mit schlechten Erfahrungen argumentieren ?
Davon abgesehen ist das verbindungsstudentische eine studentische
Lebensform, die ebenso das Recht hat, propagiert zu werden wie andere
auch. Wenn natuerlich Verbinder ihren Status so krass missbrauchen
wie Du oben geschrieben hast, dann muss man sich die Teamer natuerlich
genauer aussuchen. Aber nicht pauschal "keine Burschis" !!!

: Wir sind inzwischen dazu uebergegangen, Verbindungsstudierenden


: sicherheitshalber immer einen uns bekannten und zuverlaessigen
: Co-Tutor aufs Auge zu druecken.

Bei uns gibt es eh immer zwei Tutoren, wenn einer davon Verbindungs-
student ist, dann reicht das nicht nur, sondern das ist der Ausgewogenheit
wegen IMO optimal. Es ist doch vollauf ausreichend,
wenn man den Leuten zeigt, das Verbindungsstudenten keine Menschen-
fresser sind, man muss die Leute nicht mit aller Gewalt aufs Haus zerren.
Trotzdem hat man bei groesseren Gruppen auf vielen Verbindungshaeusern
einfach mehr Platz um gemeinsam zu kochen - was zum Standardprogramm
unserer Orientierungseinheiten gehoert. Und was ich mir von meinen
Teamern fuer Horrormaerchen ueber Verbindungen damals anhoeren musste..
ROFL !

: Sicherheitsmassnahmen notwendig sind, aber ohne sie ist


: Missbrauch durch Verbindungsmitglieder offenbar fast schon
: vorprogrammiert.

Wenn sowas als SIcherheitsmassnahmen notwendig ist, dann sollten
die entsprechenden Verbindungsstudenten ihre Einstellung mal ueberdenken.

Martin Schmidt

unread,
Jun 18, 1998, 3:00:00 AM6/18/98
to

Moin Moin,

In article <35882811...@news.rwth-aachen.de>,
Jens....@post.rwth-aachen.de (Jens Bolten) wrote:
[...]

>Und zur Mitarbeit von Verbindungsstudierenden bei der
>ErstsemesterInneneinfuehrung nur soviel:
>Wenn Verbindungsstudierende Einfuehrungstutorien fast
>ausschliesslich zur Keilarbeit missbrauchen, wenn ihr erster Weg
[...]

>Tutorinnen und Tutoren beim naechsten mal ein wenig gruendlicher
>aussuchen.

Wenn einige Personen ihre Vertrauensposition als Tutor so ausnutzen (kann
ja auch bei Anderen, Nichtkorporierten der Fall sein), dann sollte man
_diesen_ Personen in der Tat eine solche Position nicht mehr anvertrauen.


>Wir sind inzwischen dazu uebergegangen, Verbindungsstudierenden
>sicherheitshalber immer einen uns bekannten und zuverlaessigen
>Co-Tutor aufs Auge zu druecken.

Wenn das pauschal passiert (oh, Du bist Verbindungsstudent; tha, dann
bekommst DU einen "`Aufpasser"'), dann fällt das ja wohl unter
"`schuldig bei Verdacht"'. :-(
Stichproben bei allen und Feddback bei den Betreuten scheien mir da die
bessere Lösung zu sein.


[...]

Wulf Richartz

unread,
Jun 18, 1998, 3:00:00 AM6/18/98
to

Jens Bolten wrote:

> >Und Verbindungen sind also alle tot?
> Im Vergleich zur PDS im Osten? Im Vergleich zu deren Verankerung
> bei der Bevoelkerung? Ja.

Bemerkenswerte Aussagen zu den sonst ueblichen, wen wir nicht alles
unterwandern, aeh beeinflussen.

Oder gehoeren jetzt Staats- und Wirtschaftsmaechtige nicht mehr zur
Bevoelkerung ?

Wulf Richartz

unread,
Jun 18, 1998, 3:00:00 AM6/18/98
to

Dirk Breuer wrote:

> Kurt Schumacher sagte, dass Kommunisten rotlackierte Nazis seien.

Für Kommunisten hatte er da Recht, aber sind die PDS-Mitglieder alle
Kommunisten ? Bei allem Anbetracht der Verbrechen der DDR, aber ihr die Gulags
in die Schuhe zu schieben, oder Gysi die Morde der Roten Khmer, ... gell mal
ganz hübsch differenzieren.

> Auf dem Weg
> zur Macht, Hauptsache "links", scheint dem modernen Sozialdemokraten wohl jeder
> Packt recht zu sein.

Nicht jeder, die CDU im Osten und die FDP im Westen ist nicht koalitionsfähig,
die PDS überigens generell nicht, aber wenn sie unbedingt unsere Politik
unterstützen wollen, warum solle ich mich dann mit solchen Versagern wie der
CDU Sachsen Anhalt abgeben ?

Sie mögen dreizehnmal eine demokratische Partei sein, aber niemand würde es
verstehen, wenn eine so eindeutig abgewählte Partei im Osten noch was zu sagen
hätte.

> Wie nannte Muentefering das noch gleicht, "Lieber rote
> Socken als schwarze Lumpen".

Die roten Socken muß man ja nciht anziehen, die watscheln ja von alleine mit,
aber die schwarzen Lumpen wären ein Fortbewegungshindernis.

> Auch wenn dies eine oeffendliche Demaskierung der
> eigentlichen Ziele sozialdemokratischer Politik ist, und eine unglaubliche

Rotfl. Wer koaliert denn noch im Osten mit der PDS noch so, schau Dich mal um
!

> Verhoehnung der Opfer des Linksfaschismus in Deutschland dazu, steht sie doch
> im Gegensatz zu anderen Aeusserungen der SPD-Spitze. Da fragt man sich,
> gefaehrliche Naivitaet, oder gefaehrliche Manipulation?

Na, die SPD hat wenigstens keine Nazis freudig aufgenommen und sie zu
Ministerpräsidenten und Bundeskanzlern gemacht.

> Eines ist aber gewiss: Wer mit Schmuddelkindern spielt, macht sich schmutzig.

Die CDU ist nach Deiner Definition selbst das Schmuddelkind, so mit wem soll
man denn koalieren ?



> Viele Grube aus der Voreifel, Dirk

Um es deutlich zu machen, ich kann natürlich bis in neunte Jahrhundert
irgendwelche Parallelen aufbauen, auch wenn sie an den Haaren herbeigezogen
sind. Die PDS messe ih wenigstens daran, wer heute da was sagt, und nicht weil
Herr Krenz mal den himmlischen Frieden verteidigt hat; und das ist immer noch
etwas anderes, als es selbst zu tun.

Sepp Sachse

unread,
Jun 18, 1998, 3:00:00 AM6/18/98
to

Jens Bolten schrieb:

> Nee, das sicher nicht. Aber ueber die Behandlung der PDS und
> ihrer Waehlerinnen und Waehler hat der neue
> Bundesfettnaepfchenspuerhund^WRegierungssprecher sich ja zuletzt
> ausgiebig ausgelassen.

Und der größte Teil der Menschen in den alten Bundesländern hat ihm
Recht gegeben. So um die 45% sehen das nämlich auch so, die genaue Zahl
habe ich nicht mehr im Kopf. So viel zur Akzeptanz "Deiner" :-) PDS.

Christian

Dirk Breuer

unread,
Jun 18, 1998, 3:00:00 AM6/18/98
to

Hallo Christian!

CF> Diese Veranstaltung wurde von sog. "Autonomen
CF> Antifaschisten" boykottiert indem sie den GEsten einfach den
CF> Weg versperrten. Dies geschah mit der Begrnndung, das es
CF> sich um eine Veranstaltung von "Nazis" handelt. SpEter gab
CF> es noch Pflastersteinwerfen und Autodemolieren....

Vor dem Prozess eines bekannten Neonazis wurde dessen Anwalt von linken
Terroristen krankenhausreif geschlagen. Der Richter hat es daraufhin abgelehnt,
die Hauptverhandlung zu verschieben, so dass es nichtmal einen
Pflichtverteidiger gab.

Soviel zum Thema "Grundrechte", und wie die Autonomen damit umgehen.

CF> Die Polizei hat sich hier, wie so oft, zurnckgehalten und
CF> niemanden gestoppt, bzw verhaftet.

Aachen ist rotgruen, da stehen manche halt unter Naturschutz. Wie lange wurde
denn diese auslaendische Jugendbande toleriert?

Viele Grube aus der Voreifel, Dirk

EMail: dbr...@doene.cologne.de

Dirk Breuer

unread,
Jun 18, 1998, 3:00:00 AM6/18/98
to

Hallo Mark!


MO> Nein. Meinungs- und Versammlungsfreiheit gelten unabhEngig vom Inhalt
MO> der Meinung und vom Thema der Versammlung.

Phantast!

MO> Problematisch wird es erst,
MO> wenn sich jemand daran macht, die Aufl/sung der Gruppen selbst
MO> vorzunehmen...

Ja, und wie verbietet man Demonstrationen von Konservativen, wenn einem dies
nicht passt?

Man "befuerchtet" gewalttaetige Gegendemonstrationen. Wenn ich dieses
"Argument" hoere, geht mir immer der Hut hoch...

>> Es ist allgemein bekannt, jeder Politologe kennt diese Begriffe (genau
>> wie Neofaschismus und Neonationalsozialismus zwei Paar Schuhe sind).
>> Dass im nachrichtentaeglichen Leben beides schoen analog gebraucht wird
>> liegt im Prinzip begruendet, jegliches rechte Denken mit einem Bann zu
>> belegen.

MO> Nein, das liegt daran, da# die meisten Menschen keine Politologen sind
MO> und viele auch sonst nicht unbedingt trennscharf zwischen Ehnlich
MO> erscheinenden Dingen unterscheiden.

"Die Leute" sind halt dumm, aber den Journalisten mache ich trotzdem einen
Vorwurf daraus.

MO> Was glaubst Du, wie viele Leute
MO> nicht zwischen Treibhauseffekt, Ozonloch und Sommersmog unterscheiden
MO> k/nnen!

Ist doch glasklar. Das Ozonloch kommt, weil die Duesenjaeger die Schallmauer
kaputtmachen. Und wenn die erstmal hin ist, kommt das Ozon runter und wir haben
den schoensten Sommersmog... ;-)

>> Ut dixi: Die Meinungsmanipulation der Gutmenschen in diesem Land ist
>> raffiniert, und mancher merkt es nichtmal, wenn man ihn drauf hinweist.
>> Du guckst wohl auch zuviel Lindenstrasse... :-(

MO> Ich hab nicht mal 'nen Fernseher ;-)

Ich auch nicht. Unten steht einer, aber den benutze ich ziemlich selten, weil
der Dummlall eh Zeitverschwendung ist. Dazu dieser penetrant politisch-korrekte
Kram, so spaetestens in fuenf Jahren muss man sich schaemen, kein juedischer
schwuler Neger mit Aids zu sein... ;-)

ch...@eanet.de

unread,
Jun 18, 1998, 3:00:00 AM6/18/98
to

Hallo dja !

> >ach du meine guete.... da hat ja jemand so gar keine ahnung.
>
> Wer, Du?
nein, ausnahmsweise nicht..
>
> >kannst du dir vorstellen, dass skinheads so ziemlich in jeder politischen
> >richtung vertreten sind - vom redskin bis zum bonehead?
>
> Richtig. Ist aber irrelevant, da in dem Zusammenhang dieses Threads
> eindeutig nur von Skins der braunen Sorte ausgegangen wurde...
dann schreib es auch und verallgemeiner nicht. mit dieser art von
unqualifizierten aeusserungen ist die gesamte skinheadszene in der
oeffentlichkeit ins falsche licht gerueckt.
>
> >auch "die antifa" ist durchaus keine einheitliche politische partei. die
> >positionen der verschiedenen gruppen differenzieren gewaltig.
>
> Auch an Dich also der Hinweis: Wer für sich und seine Ideen das Recht der
> Differenzierung beansprucht sollte dieses auch seinen ideologischen Gegnern
> zugestehen. Bisher habe ich noch von keinen AntiFa gehört oder gelesen, die
> im Korporationsrahmen differenzieren würde...
oh, ich denke schon, dass differenziert wird. waere auch grundlegend
falsch, wenn alles in einen topf geworfen werden wuerde... trotzdem auch
hier die verallgemeinerung "die antifa". was soll das denn sein? das
antifaschistische spektrum reicht von spd/gruene bis in den links-
autonomen bereich. inhaltich gibt es dort erhebliche differenzen. eine
verallgemeinerung ist typisch fuer die verschwoerungstheorien aus rechten
kreisen.
>
> BTW:
>
> >## CrossPoint v3.11 ##
>
> 1) Bitte registrieren und abstellen!
> 2) Deine Shift-Taste klemmt!
> 3) Bitte XP korrekt konfigurieren: Realnamen eintragen und mitposten!

ciao
c.


## CrossPoint v3.11 ##

Dirk Janßen

unread,
Jun 21, 1998, 3:00:00 AM6/21/98
to

Hai!

Am Thu, 18 Jun 98 23:31:00 CET schrieb ch...@EANET.de in
<6w7MS...@elm28.eanet.de>:

>> >kannst du dir vorstellen, dass skinheads so ziemlich in jeder politischen
>> >richtung vertreten sind - vom redskin bis zum bonehead?
>> Richtig. Ist aber irrelevant, da in dem Zusammenhang dieses Threads
>> eindeutig nur von Skins der braunen Sorte ausgegangen wurde...
>dann schreib es auch und verallgemeiner nicht. mit dieser art von
>unqualifizierten aeusserungen ist die gesamte skinheadszene in der
>oeffentlichkeit ins falsche licht gerueckt.

Gutes Stichwort! Ich soll hier, obwohl es aus dem Thread deutlich
hervorgeht (XP kann Threading!) extra noch einmal erwähnen, um was für
Skins es geht, damit die armen linken Redsins nicht in schlechtes Licht
gezogen werden. Aber wenn hier oder sonstwo ein Verbindungsgegner was
pauschales über Burschis abläßt und alle Verbindungen in einen Topf wirft,
weil es vielleicht 0,x % schwarze Schafe gibt, dann ist das ok, ja? Junge,
wach' doch bitte mal auf...

>> Auch an Dich also der Hinweis: Wer für sich und seine Ideen das Recht der
>> Differenzierung beansprucht sollte dieses auch seinen ideologischen Gegnern
>> zugestehen. Bisher habe ich noch von keinen AntiFa gehört oder gelesen, die
>> im Korporationsrahmen differenzieren würde...

Diesen meinen Satz kann ich nur noch einmal unterstreichen!

>oh, ich denke schon, dass differenziert wird. waere auch grundlegend

Nein. Es wird von uns gefordert, wir als Korporierte sollen doch gefälligst
unterscheiden, gleichzeitig sind aber alle Bandträger Nazis, weil ja
innerhalb eines Dachverbandes einige Mitglieder vielleicht einer handvoll
Verbindungen braune Tendenzen zeigen!

>falsch, wenn alles in einen topf geworfen werden wuerde... trotzdem auch
>hier die verallgemeinerung "die antifa". was soll das denn sein? das

Dir ist schon klar, in welcher Newsgroup wir uns bewegen, in welche Gruppe
Du postest? Nennt sich de.soc._studium_.verbindungen. Da steht was von
Studium, in der gesamten Diskussion taucht neben AntiFa immer wieder der
Begriff AStA auf (ja, klar, sind auch alle anders...), welcher Schluß liegt
also nahe, um was für AntiFa-Gruppierrungen es sich drehen könnte? Dazu
noch die Bereichte der Demo von Eisenach, in der die demonstrierenden
Gruppen benannt wurden...

>antifaschistische spektrum reicht von spd/gruene bis in den links-
>autonomen bereich. inhaltich gibt es dort erhebliche differenzen. eine
>verallgemeinerung ist typisch fuer die verschwoerungstheorien aus rechten
>kreisen.

Merkst Du eigentlich, wie Du selber alles verallgemeinerst? Wie Du selber
Mist schreibst? Soll ich Deinen letzten Satz so verstehen, wie Du ihn
geschrieben hast? Dann solltest Du mit Deine Meinung noch mal durchfaxen!
Ich verspreche Dir eiligste Post durch meinen Anwalt/ den zuständigen
Staatsanwalt!

>> BTW:
>>
>> >## CrossPoint v3.11 ##
>>
>> 1) Bitte registrieren und abstellen!
>> 2) Deine Shift-Taste klemmt!
>> 3) Bitte XP korrekt konfigurieren: Realnamen eintragen und mitposten!

>## CrossPoint v3.11 ##

Du hast es immer noch nicht verstanden!

Mit Grün-Silber-Hellblauem Gruß

Dirk Janßen /v. Barbarossa Z! (B! Germania-Charlottenburg zu Gießen)
--
|----------------------------------| Diese Mail enhalt meine persönliche
| Dirk -> Fon: (0641) 9502070 | Meinung, die nicht unbedingt der meines
| Janßen -> Fax: (0641) 9502071 | Bundes entspricht. Für den Inhalt der
| B!G!C! -> Fon+Fax: (0641) 38600 | Mail bin daher nur ich selbst
|----------------------------------| verantwortlich.
|-> http://BGC.home.pages.de/ -> mailto://Germania-Ch...@gmx.de

Jens Bolten

unread,
Jun 22, 1998, 3:00:00 AM6/22/98
to

Halloechen!

clau...@Mailer.Uni-Marburg.DE (Dr. Kai-Uwe W. Clauswitz) hat
geschrieben:

>Das habe ich auch nicht behauptet - aendert aber trotzdem nichts
>an der Zusammensetzung der entsprechenden Gruppen.

Richtig. Wenn Dich aber die Zusammensetzung Deines eines AStA
stoert, dann muesst Du eigentlich nur fuer eine vernuenftige
Wahlbeteiligung sorgen. Spaetestens bei 25% Wahlbeteiligung haben
Leute, die ASten offenbar nur als gutfinanzierte Basis fuer die
Verbreitung ihrer persoenlichen politischen Meinung begreifen
keine Chance mehr.

>Und wenn in Stupa-Sitzungen (die oeffentlich sind) die Aeusserungen von
>missliebigen Personen vom Auditorium niedergebruellt und mit Trillerpfeifen
>gestoert wird, dann bestimmt noch nicht mal der Asta.

Seltsame Sitten habt Ihr da in Hessen. :-(

>Trotzdem finde ich Deine Argumentation seltsam: ich muss also als
>Verbinder immer einen Mordsaufstand machen, gewaehlt werden
>und dann darf ich auch mitarbeiten- aber alle andern, die koennen
>einfach hingehen und loslegen.

Nein. Der Normalfall sollte sein, dass jede und jeder
Interessierte auch ohne Wahl mitarbeiten kann.
Wenn das aber - warum auch immer - nicht funktioniert, dann gibt
es i.d.R. immer noch die Moeglichkeit, die eigene Mitarbeit ueber
Wahlen zu erzwingen.

>Wie kann da jemand mit schlechten Erfahrungen argumentieren ?

Mensch koennte argumentieren, dass die vielen schlechten
Erfahrungen, die andere schon gesammelt haben Grund genug dafuer
sind, es nicht selbst auszuprobieren.
Dass Kommunismus stalinistischer Praegung nicht zum Wohle der
Menschen ist, dass koennen wir doch auch von etlichen Beispielen
ableiten und muessen es nicht im eigenen Staat ausprobieren,
oder? ;-)

>Davon abgesehen ist das verbindungsstudentische eine studentische
>Lebensform, die ebenso das Recht hat, propagiert zu werden wie andere
>auch.

Richtig. Aber das muss ja nun nicht gleich in voller Intensitaet
in den ersten Tagen passieren. In denen sollten den
Erstsemesterinnen und Erstsemestern erst mal die noetigsten
Informationen zum Ueberleben an der Hochschule vermittelt werden.

>Trotzdem hat man bei groesseren Gruppen auf vielen Verbindungshaeusern
>einfach mehr Platz um gemeinsam zu kochen - was zum Standardprogramm
>unserer Orientierungseinheiten gehoert.

Dagegen sagt ja auch niemand was. Aber wenn die Leute waehrend
der ersten drei Tage (dem Kern unserer
ErstsemseterInneneinfuehrung) ausser dem Verbindungshaus sonst
nichts mehr gesehen und ausser Informationen zur Verbindung
nichts mehr gehoert haben, dann ist das nicht akzeptabel.

>Wenn sowas als SIcherheitsmassnahmen notwendig ist, dann sollten
>die entsprechenden Verbindungsstudenten ihre Einstellung mal ueberdenken.

Du nimmst mir die Worte aus dem Mund. :-)

Jens Bolten

unread,
Jun 22, 1998, 3:00:00 AM6/22/98
to

Halloechen!

martin....@tu-bs.de (Martin Schmidt) hat geschrieben:

>Wenn einige Personen ihre Vertrauensposition als Tutor so ausnutzen (kann
>ja auch bei Anderen, Nichtkorporierten der Fall sein), dann sollte man
>_diesen_ Personen in der Tat eine solche Position nicht mehr anvertrauen.

Nicht nur denen.
Unserer Einschaetzung nach haben hier in Aachen in den letzten
Jahren einige Verbindungen ganz gezielt die
ErstsemsterInneneinfuehrung der Fachschaften in nicht mehr
tolerierbarer Weise fuer ihre Keilarbeit missbraucht.

>Wenn das pauschal passiert (oh, Du bist Verbindungsstudent; tha, dann
>bekommst DU einen "`Aufpasser"'), dann fällt das ja wohl unter
>"`schuldig bei Verdacht"'. :-(

Das hat mit "Schuld" und "Verdacht" nicht viel zu tun.
Bevor sich hinterher irgendwer bei mir beklagt, dass sie oder er
nicht vernuenftigt Betreut wurde sorge ich lieber vorher fuer
eine brauchbare Betreuung durch die Tutorinnen und Tutoren, indem
ich auf eine Verteilung der Tutorinnen und Tutoren achte, die
eine solche Betreuung sicherstellt.

>Stichproben bei allen und Feddback bei den Betreuten scheien mir da die
>bessere Lösung zu sein.

Das Dumme ist nur, dass ein Feedback oft zu spaet erfolgt.
Wie sollen die Erstsemesterinnen und Erstsemester wissen, was
ihre Tutoren ihnen alles haetten erzaehlen sollen, wenn sie es
nicht erzaehlt haben? Informationsdefizite werden meist viel zu
spaet festgestellt - und dann ist im Falle einer fehlenden
Information zu irgendwelchen Pruefungsformalitaeten das Kind
vielleicht schon in den Brunnen gefallen.

Dr. Kai-Uwe W. Clauswitz

unread,
Jun 22, 1998, 3:00:00 AM6/22/98
to

Jens Bolten (Jens....@post.rwth-aachen.de) wrote:

JB: Richtig. Wenn Dich aber die Zusammensetzung Deines eines AStA
JB: stoert, dann muesst Du eigentlich nur fuer eine vernuenftige
JB: Wahlbeteiligung sorgen.

Da faengt leider Gottes das Problem an. Und dann gibt es eben noch die
Spasslisten - Hasenkarpfen, Hasenkrapfen, Der Pangalaktische Buendnisgong
Internationale Cola-Light-Liga etc. Da weiss man worher gar nicht was man
waehlt...

JB: Spaetestens bei 25% Wahlbeteiligung haben
JB: Leute, die ASten offenbar nur als gutfinanzierte Basis fuer die
JB: Verbreitung ihrer persoenlichen politischen Meinung begreifen
JB: keine Chance mehr.

Da finden sich eben immer noch 1-2 Nasen von diversen Spasslisten,
die da was anderes machen. Und im Moment haben wir noch dan alten ASta
im Amt, da bei uns der RHV (Republikanischer Hochschulverband) das
Zuenglein an der Waage ist, und mit dem arbeitet keiner zusammen.

JB: >missliebigen Personen vom Auditorium niedergebruellt und
JB: >mit Trillerpfeifen
JB: >gestoert wird, dann bestimmt noch nicht mal der Asta.
JB: Seltsame Sitten habt Ihr da in Hessen. :-(

Ja, finde ich auch.

JB: Nein. Der Normalfall sollte sein, dass jede und jeder
JB: Interessierte auch ohne Wahl mitarbeiten kann.

Ja, da nimmst Du mir die Worte aus dem Mund. Aber wenn
wenn Verbindungsstudenten oeffentlich als Faschisten bezeichnet
werden, dann haelt es jeder aufrechte uninformierte Demokrat fuer
seine Pflicht, Verbindungen pauschal auszugrenzen...

JB: Wenn das aber - warum auch immer - nicht funktioniert, dann gibt
JB: es i.d.R. immer noch die Moeglichkeit, die eigene Mitarbeit ueber
JB: Wahlen zu erzwingen.

Das ist leider nicht immer und ueberall moeglich...

JB: Mensch koennte argumentieren, dass die vielen schlechten
JB: Erfahrungen, die andere schon gesammelt haben Grund genug dafuer
JB: sind, es nicht selbst auszuprobieren.
JB: Dass Kommunismus stalinistischer Praegung nicht zum Wohle der
JB: Menschen ist, dass koennen wir doch auch von etlichen Beispielen
JB: ableiten und muessen es nicht im eigenen Staat ausprobieren,
JB: oder? ;-)

Verbindungtstudententum ist keine Ideologie (schon gar keine totalitaere).
Und ob und wie die Einfuehrungsveranstaltungen missbraucht werden haengt
nicht von dieser oder jener Verbindung, oder von Verbindung ueberhaupt ab,
sondern von den jeweiligen Personen. Dann sollen sie die entsprechenden
Personen nicht mehr zulassen, und nicht pauschal alle diskriminieren.
Was waere wohl los, wenn ein Auslaender mal Scheisse gebaut haette und
die Fachschaft "Keine Auslaender" draufschriebe ? Eine Mordsaufstand-
zu Recht ! Aber bei Verbindungsstudenten - tja, kein Problem...

JB: Richtig. Aber das muss ja nun nicht gleich in voller Intensitaet
JB: in den ersten Tagen passieren. In denen sollten den
JB: Erstsemesterinnen und Erstsemestern erst mal die noetigsten
JB: Informationen zum Ueberleben an der Hochschule vermittelt werden.

Richtig. Aber auch und gerade Verbindungen koennen da auch viel helfen.
Verbindungen sind in dieser Beziehung eine Konkurrenz zu Fachschaften.
Und einigen scheint das nicht zu passen, so dass man sich mit teilweise
wenig feinen Methoden zur Wehr setzt.

JB: Dagegen sagt ja auch niemand was. Aber wenn die Leute waehrend
JB: der ersten drei Tage ausser dem Verbindungshaus sonst
JB: nichts mehr gesehen und ausser Informationen zur Verbindung
JB: nichts mehr gehoert haben, dann ist das nicht akzeptabel.

Da stimme ich Dir voll und ganz zu, aber unsere Meinungsverschiedenheit
besteht IMO auf den Konsequenzen die daraus zu ziehen sind.

Alles Gute,
Kai-Uwe.

Christian v. Coelln

unread,
Jun 22, 1998, 3:00:00 AM6/22/98
to

Hallo!

In article <358e3c6c...@news.rwth-aachen.de>,


Jens....@post.rwth-aachen.de (Jens Bolten) wrote:

> Unserer Einschaetzung nach haben hier in Aachen in den letzten
> Jahren einige Verbindungen ganz gezielt die
> ErstsemsterInneneinfuehrung der Fachschaften in nicht mehr
> tolerierbarer Weise fuer ihre Keilarbeit missbraucht.
>

Was mich mal interessieren würde:

Hat es denn auch Fälle gegeben, in denen Tutoren ihre Position
in nicht mehr tolerierbarer Weise für Anti-Verbindungs-Propaganda
mißbraucht haben?
Oder gibt es nicht mehr tolerable Fälle nur auf der Pro-Verbindungs-
Seite?

Fragen über Fragen

Christian

B! Hanseatia Passau

--
Christian v. Coelln
Wiss. Assistent, Lehrstuhl fuer Staats- und Verwaltungsrecht
sowie Wirtschaftsverwaltungsrecht, Universitaet Passau
e-mail: coel...@fsuni.rz.uni-passau.de
Tel.: 0851/509-2223 (Uni)
0851/37426 (privat)
0171/79 54 66 7
Fax: 0851/509-2222

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