---->>>>
From ANTIF...@BIONIC.zerberus.de Tue Oct 26 13:10:17 1999
Date: Sun, 24 Oct 99 00:00:00 CET
Subject: BI 27.10.99: Demo gg. Burschenschaft
From: ANTIF...@BIONIC.zerberus.de (ANTIFA-WEST c/o BI-Buergerwache)
Newsgroups: cl.antifa.aktionen
Followup-To: cl.antifa.diskussion
Bielefeld:
Aufruf zur Protestveranstaltung
===============================
Gegen die faschistischen Umtriebe im Burschenschaftshaus
an der Schloßhofstraße
Die Burschenschaft Normannia-Nibelungen zu Bielefeld ist eine
sogenannte "schlagende Verbindung". Wer dazugehören will, muß
seine "Wehrhaftigkeit" bei mindestens zwei Fechtpartien beweisen,
männlich, trinkfest und "deutscher Volkszugehörigkeit" sein.
Derlei Rituale des Männerbundes gehören nicht der Vergangenheit
an, sondern werden von der selbsternannten Elite auch heute noch
durchgeführt. Zum Beispiel im Haus der Normannia-Nibelungen in
der Schloßhofstraße 96. Bedrohlicher als derlei Dummheiten ist
jedoch, daß sich das Burschenschaftshaus zu einem Knotenpunkt der
rechtsextremen Szene in Bielefeld entwickelt. "Neue Rechte",
"Republikaner" und militante Neonazis geben sich in der
Schloßhofstraße die Klinke in die Hand.
Burschen, Nazis, "Neue Rechte"
------------------------------
Im Mai dieses Jahres veranstaltete die Burschenschaft eine
Vortragsveranstaltung mit Horst Mahler. Der ehemalige RAF-
Mitbegründer vertritt heute seine völkisch-nationalistischen
Thesen auf Parteitagen der NPD oder vor militanten Neonazis.
Mahlers Warnungen vor der "Überfremdung" lauschte ein Publikum
von rund 80 Personen, neben den Burschenschaftlern auch
Glatzköpfe mit Springerstiefeln. Den Büchertisch betrieb der
stadtbekannten Neonazi Meinhard Otto Elbing. Neben einschlägigen
Zeitschriften bot er auch die "Schwarze Fahne", das Organ der NPD-
Jugend, an. Schon zur vorhergehenden Vortragsveranstaltung im
April dieses Jahres hatte die Burschenschaft das ehemalige
Bundesvorstandmitglied der "Republikaner" Klaus Weinschenk
eingeladen. Wegweisender Titel des Referats: "Sind die Deutschen
noch zu retten".
Die Vermutung, daß man bei der Normannia-Nibelungen vielleicht
nicht gewußt habe, wen man eingeladen hat, ist gänzlich
unbegründet, denn die Akteure kennen sich in der rechtsextremen
Szene bestens aus. Der derzeitige Sprecher der aktiven Burschen,
Marc Strothe, wurde als Mitglied der mittlerweile verbotenen
"Nationalistischen Front" (NF) geführt. Zwischenzeitlich war er
Chef der "Jungen Landsmannschaft Ostpreußen" (JLO) in
Ostwestfalen. In den rassistischen und großdeutschen
Vorstellungen dieser Gruppierung von Nachwuchsvertrieben sah auch
der Verfassungsschutz "Anhaltspunkte" für verfassungsfeindliche
Bestrebungen. Auf den Veranstaltungen der JLO in den Räumen
der "ostdeutschen Landsmannschaften" am Kesselbrink trafen
ebenfalls eine Reihe bekannter Neonazis aus Bielefeld zusammen.
Großdeutsch und rassistisch
---------------------------
Zusammen mit dem ehemaligen Sprecher der Burschenschaft,
Christoph Amendt, und Björn Hauptfleisch, einem Autor in der
Wochenzeitung "Junge Freiheit", die dem "intellektuellen
Rechtsextremismus" zugeordnet wird, gehört Strothe zu den
Gründungsmitgliedern der "Initiative Hochschulrecht". Die kleine
Gruppe rechter Studenten hat in Bielefeld eine Initiative des
Hochschulverbandes der "Republikaner" aufgegriffen und versucht,
durch Klagen die Arbeit des Allgemeinen Studentenausschusses der
Universität zu behindern und ihren Einfluß einzuschränken.
Auch überregional hat sich die Normannia-Nibelungen eindeutig
verortet. Sie ist Mitglied des Dachverbandes "Deutschen
Burschenschaft", die von der rechtsextremen "Burschenschaftlichen
Gemeinschaft" stark beeinflußt wird. 1996 kam es zum Austritt der
gemäßigten konservativen Verbände aus der "Deutschen
Burschenschaft". Zu den Gruppen, die in dem stark rechtsextrem
beeinflußten Dachverband verblieben gehörte auch die "Normannia-
Nibelungen". Sie vertritt u.a. die Vorstellung eines
großdeutschen Reiches. Auf der Internetseite verbreiten die
Bielefelder Burschen alle drei Strophen des Deutschlandliedes:
"Von der Maas bis an die Memel/ Von der Etsch bis an den Belt".
Am 27. Oktober 1999 soll nun die nächste Vortragsveranstaltung im
Burschenschaftshaus an der Schloßhofstraße stattfinden. Referent
ist diesmal der Chefredakteur des rechtslastigen "Westfalen-
Blattes", Rolf Dressler. Dresslers Kommentare über ausländische
Menschen erinnern an die Hetzschriften der Rechtsextremen.
Mehrfach mußte das "Westfalen-Blatt" Rügen des Presserates
einstecken. Demnach wurden in dem Blatt falsche Tatsachen
behauptet und ausländische Menschen diskriminiert. Nach einer
Rüge wegen "pauschaler Verunglimpfung von Volksgruppen" 1993 war
der Verleger Busse aus dem Presserat, einem Organ der
freiwilligen Selbstkontrolle der Presse, ausgetreten.
Berührungsängste zur rechtsextremen Szene bestehen beim
Chefredakteur des "Westfalen-Blattes" scheinbar nicht. Schon nach
dem Mahler Vortrag berichtete die Bielefelder Presse über das
Burschenschattshaus. Erst vor wenigen Wochen, so ließ sich dem
Organ von Alfred Mechtersheimers rechtsextremen "Deutschland-
Bewegung" entnehmen, trat Dressler zusammen mit Rechtsextremen in
Bad Pyrmont auf. Für eine Veranstaltung zur Medienpolitik war er
zusammen mit dem Chefredakteur der "Jungen Freiheit", Dieter
Stein, und Reinhard Uhle-Wetter, einem rechtsgewendeten
ehemaligen General, angekündigt.
Wir wollen nicht tatenlos zusehen, wie an der Schloßhofstraße ein
neues Neonazizentrum entsteht. Akteure wie Meinhard Otto Elbing
oder Marc Strothe haben in der Vergangenheit gezeigt, daß sie
bereit sind, ihre rassistischen und nationalistischen
Vorstellungen auch in gewalttätigen Organisationen durchzusetzen.
Demonstration am 27. Oktober 1999
Beginn 18.30 Uhr auf dem Siegfriedplatz in Bielefeld
Protestveranstaltung vor dem Haus Schloßhofstr. 96 um 19.30 Uhr
(Nachtrag: Offenbar hat Dressler den Vortrag abgesagt. Die Demo
findet aber trotzdem statt.)
--
Antifa-West - Antifaschistische Initiative im Bielefelder Westen
---->>>>
--
Beste Gruesse, Trekking onward hanne...@rus.uni-stuttgart.de
Hannes Gnad Hv! B! Hilaritas han...@studbox.uni-stuttgart.de
http://helpdesk.rus.uni-stuttgart.de/~rusamiga/
** Being a Mac user is like being a Navy SEAL: a small, elite group of **
** people with access to the most sophisticated technology in the world, **
** who everyone calls on to get the really tough jobs actually done ... **
Hannes Gnad wrote:
>
> Hallole !
>
<SNiP!>
Die ersten Auswirkungen haben wir auch schon zu spüren
bekommen. In der gestrigen Nacht haben Hausverschönerer
unsere Hausfront mit drei Farbbeuteln bedacht. Leider
nicht in unseren Verbindungsfarben... ;-(
Mit Burschengruß, Michael Niederjohann.
Politische Auseinandersetzung über die Gerichte, weil die Argumente bei
den Hochschulwahlen nicht ziehen?
So gewinnt man vielleicht Prozesse, aber kaum Zustimmung und Sympathien
unter Studenten. Und vertritt schwerlich die Interessen der Studenten.
Mein Fazit wäre: schlechte Verlierer einer demokratischen Wahl.
Ach ja: Wann gab es in Westdeutschland das letzte Mal eine
Allein-Herrschaft einer Gruppe an den Universitäten, die so dominierend
war, dass sie trotz schlechter Leistungen nicht abgewählt werden konnte?
Glück Auf, Alex Z!
AV Kristall zu Clausthal
Alexander Stintzing schrieb:
> > > Großdeutsch und rassistisch
> > > ---------------------------
> > >
> > > Zusammen mit dem ehemaligen Sprecher der Burschenschaft,
> > > Christoph Amendt, und Björn Hauptfleisch, einem
> > > Autor in der
> > > Wochenzeitung "Junge Freiheit", die dem "intellektuellen
> > > Rechtsextremismus" zugeordnet wird, gehört Strothe zu den
> > > Gründungsmitgliedern der "Initiative Hochschulrecht". Die kleine
> > > Gruppe rechter Studenten hat in Bielefeld eine Initiative des
> > > Hochschulverbandes der "Republikaner" aufgegriffen und versucht,
> > > durch Klagen die Arbeit des Allgemeinen Studentenausschusses der
> > > Universität zu behindern und ihren Einfluß einzuschränken.
> > >
> >
> > Klasse ! Endlich haben die alten Linksextremen begriffen, daß ihre
> > Allein-Herrschaft an den Universitäten
> > und unter den Intellektuellen vorbei ist.
> > Wer mehr wissen will: Vorbeischauen bei
> > http://www.hochschulrecht.org und mitmachen.
> > Wir brauchen unbedingt Aktivisten an anderen Hochschulen, vor allem in
> > NRW !
>
> Politische Auseinandersetzung über die Gerichte, weil die Argumente bei
> den Hochschulwahlen nicht ziehen?
> So gewinnt man vielleicht Prozesse, aber kaum Zustimmung und Sympathien
> unter Studenten. Und vertritt schwerlich die Interessen der Studenten.
> Mein Fazit wäre: schlechte Verlierer einer demokratischen Wahl.
Das hat mit schlechter Verlierer einer Wahl nichts zu tun. Der AStA wird
ausschliesslich durch die eigenen Leute gewählt. Das funktioniert bei einer
Wahlbeteiligung von z.T. unter 10% einwandfrei. Der Rest geht einfach nicht
wählen und möchte seine Interessen offenbar nicht gewahrt wissen.... Tip aus
eigener Erfahrung: eigene Hochschulgruppe gründen und durch die
Korporationsszene wählen lassen (das tut sie normalerweise lieber, als den
RCDS zu wählen). In Aachen sind wir so auf Anhieb ins Stupa eingezogen. Dann
kann man dem äusserst links besetzten AStA gemütlich das Leben schwer machen
:-,)
AStA verklagen ist nichtsdestotrotz eine weitere, hervorragende Möglichkeit,
die Jungs endlich mal mundtot zu machen. Die haben sich ausschliesslich um
studentische Interessen zu kümmern und nicht darum, ob Kuba frei ist oder
nicht und dergleichen mehr. Dafür sind andere zuständig, aber gewiss nicht
der AStA.
Mein Kommentar: wunderbar, weitermachen
Gruss, Michael L!
>
>
> Ach ja: Wann gab es in Westdeutschland das letzte Mal eine
> Allein-Herrschaft einer Gruppe an den Universitäten, die so dominierend
> war, dass sie trotz schlechter Leistungen nicht abgewählt werden konnte?
>
Ist doch niemand da, der sie abwählt.....
Die eigenen Leute?
(in Aachen: ca. 2500)
Was soll das denn heissen?
Die eigenen Listenmitglieder?
Die eigenen Freunde?
Die eigenen Waehler?
: Wahlbeteiligung von z.T. unter 10% einwandfrei. Der Rest geht einfach nicht
Wieder Aachen: 16,6%
Bei uns ins KA: 24%
zum Vergleich die letzte Kommunalwahlbeteiligung (vergangener Sonntag):
KA 43%, Mannheim sogar nur 37%
Da finde ich unsere Wahlbeteiligung beachtlich hoch.
: wählen und möchte seine Interessen offenbar nicht gewahrt wissen.... Tip aus
Offenbar nicht.
Doch du verfaellst wieder dem alten Mythos: Wer nicht waehlt, hat die
gleichen Interessen wie du.
Nein, mein Herr. Wer nicht waehlt, unterstuetzt mit seinem Schweigen die
herrschende Mehrheit.
: eigener Erfahrung: eigene Hochschulgruppe gründen
Ja, hab ich gemacht.
: und durch die Korporationsszene wählen lassen.
Das nicht. Nehme ich an.
: RCDS zu wählen). In Aachen sind wir so auf Anhieb ins Stupa eingezogen. Dann
: kann man dem äusserst links besetzten AStA gemütlich das Leben schwer machen
: :-,)
Mit inzwischen noch einem Sitz. Reicht ja fast schon fuer ein
Misstrauensvotum.
: AStA verklagen ist nichtsdestotrotz eine weitere, hervorragende Möglichkeit,
: die Jungs endlich mal mundtot zu machen. Die haben sich ausschliesslich um
: studentische Interessen zu kümmern und nicht darum, ob Kuba frei ist oder
: nicht und dergleichen mehr. Dafür sind andere zuständig, aber gewiss nicht
: der AStA.
Nein, diese Diskussion will ich nicht von Neuem führen.
Ch.
--
Aber ich bin anderer Meinung.
Christian Buggle
bug...@usta.de
Buggle Christian schrieb:
> Michael Kurr <Michae...@unisg.ch> wrote:
> : Das hat mit schlechter Verlierer einer Wahl nichts zu tun. Der AStA wird
> : ausschliesslich durch die eigenen Leute gewählt. Das funktioniert bei einer
>
> Die eigenen Leute?
> (in Aachen: ca. 2500)
> Was soll das denn heissen?
> Die eigenen Listenmitglieder?
> Die eigenen Freunde?
> Die eigenen Waehler?
>
> : Wahlbeteiligung von z.T. unter 10% einwandfrei. Der Rest geht einfach nicht
>
> Wieder Aachen: 16,6%
> Bei uns ins KA: 24%
> zum Vergleich die letzte Kommunalwahlbeteiligung (vergangener Sonntag):
> KA 43%, Mannheim sogar nur 37%
>
10% war eine rhetorische Übertreibung, um den Umstand einer extrem niedrigen
Wahlbeteiligung zu betonen. Die Richtigkeit der Aussage ist auch bei 16,6% (was
mir nicht neu ist) m.E. gewährleistet.
> Da finde ich unsere Wahlbeteiligung beachtlich hoch.
>
Unter den Blinden ist natürlich der Einäugige König, klar!Aber das sind doch keine
Zahlen, die dazu taugen ein Interesse der Studenten an ihrer Selbstverwaltung zu
demonstrieren. Und das die Gesellschaft insgesamt keine Lust auf Demokratie hat
(in anderen Ländern lassen sich Menschen für die Erkämpfung des Wahlrechts
erschiessen), das ist traurig genug. Aber damit auch noch eine Wahlbeteiligung von
17-24% als beachtlich hinstellen zu wollen ist m.E. fatal und das absolut falsche
Zeichen.
> : wählen und möchte seine Interessen offenbar nicht gewahrt wissen.... Tip aus
>
> Offenbar nicht.
> Doch du verfaellst wieder dem alten Mythos: Wer nicht waehlt, hat die
> gleichen Interessen wie du.
Aha, wo habe ich denn das getan?
> Nein, mein Herr. Wer nicht waehlt, unterstuetzt mit seinem Schweigen die
> herrschende Mehrheit.
>
Als logische Konsequenz ja, aber er demonstriert deshalb nicht automatisch sein
Einverständnis mit der herrschenden Mehrheit.
> : eigener Erfahrung: eigene Hochschulgruppe gründen
>
> Ja, hab ich gemacht.
>
> : und durch die Korporationsszene wählen lassen.
>
> Das nicht. Nehme ich an.
>
> : RCDS zu wählen). In Aachen sind wir so auf Anhieb ins Stupa eingezogen. Dann
> : kann man dem äusserst links besetzten AStA gemütlich das Leben schwer machen
> : :-,)
>
> Mit inzwischen noch einem Sitz. Reicht ja fast schon fuer ein
> Misstrauensvotum.
>
Wenn Du schon so unglaublich gut informiert bist, wirst Du auch die Hintergründe
kennen, weshalb es soweit gekommen ist...... An der Tatsache ändert das natürlich
nichts, stimmt :-,(
Muss man noch mehr sagen? Wer 6 Jahre auf der Uni Zeit hat, sich mit
"hochschulpolitischer" Arbeit zu beschäftigen, kann nicht erwarten, von
normalen Studierenden für voll genommen zu werden.
Meine Erfahrungen mit der sogenannten "Hochschulpolitik" waren eher so, dass
ich den Eindruck hatte, eine gewisse Gruppe von Leuten, die weder auf
reguläre Arbeit noch auf leistungsbezogenes Studieren Lust hatten, macht da
einfach was sie will. Die eigene Sprache dieser Gruppen, die mir auch aus
Jens Ergüssen und anderen AStA Mitgliedern auffällt, tut ein Übriges. Ihr
müsst einfach akzeptieren, dass in unserer Leistungsgesellschaft ein solches
Verhalten keinen Hund mehr hinter dem Ofen vorlockt. Die jungen Studierenden
haben das zunehmend kapiert...
Dieses "Problem" der ASten ist aber natürlich auch ein Problem unserer
Korporationen. Wir stellen gewissermaßen auch einen Teil dieser Spass- und
Freizeitgesellschaft dar, der an unseren Universitäten krebsartig gewuchert
ist... es hilft dabei wenig, dies zu verleugnen, schaut einfach mal eine
durchschnittliche Aktivitas an. Ziel der Korporationen sollte es daher sein,
leistungswillige Leute für ihre Sache zu begeistern. Die sind von Sauforgien
und semesterlangem Rumgelümmele auf dem Haus wenig angetan...
Hochschulpolitik im klassischen Sinne hat für mich nur ein paar Ziele:
1. Den Professoren in den %$"!% zu treten, wenn sie nix leisten.
2. Das Niveau der deutschen Universitäten endlich wieder international
konkurrenzfähig zu machen.
3. Die Studienbedingungen zu verbessern, indem endlich wieder nur die echten
Studierfähigen studieren (Eingangstests!)
3. Die Universitäten von versteckten Langzeitarbeitslosen zu säubern.
Philipp Z! Z!
Unbereinigt. Man koennte noch mitbetrachten, dass ca.15-20% nicht
regelmaessig an die Uni kommen, aus den verschiedensten Gruenden, ausserdem
ca. 10% kurz vor dem Abschluss ihres Studiums stehen und viele davon
allein deshalb kein Interesse (mehr) an Gremienwahlen haben. Alle Zahlen
natuerlich grobe Schaetzungen.
Dann komme ich auf eine bereinigte Wahlbeteiligung von fast 30 bis hart
an die 40 %.
Natuerlich wuensche auch ich mir eine hoehere Wahlbeteiligung (auch wenn
kleine HSGs - wie etwa meine - dadurch eher verlieren wuerden). Allerdings
entsteht durch die herrschende Beteiligung wirklich keine fragwuerdige
Legitimation - gerade im Angesicht der niedrigen Kommunalwahlbeteiligung.
:> : wählen und möchte seine Interessen offenbar nicht gewahrt wissen....
:> Doch du verfaellst wieder dem alten Mythos: Wer nicht waehlt, hat die
:> gleichen Interessen wie du.
: Aha, wo habe ich denn das getan?
Da:
:> : wählen und möchte seine Interessen offenbar nicht gewahrt wissen.
Hier implizierst du, dass die Interessen der Nichtwaehler/innen
grundsaetzlich verschieden sind von der gefuehrten Politik des AStA. Da du
gleichzeitig sehr deutlich machst, dass du auch nicht mit der Politik deines
AStA einverstanden bist, rueckst du die Nichtwaehler in die Naehe deiner
Interessen.
Mag sein, dass ich dich hier zu weit interpretiert habe, ich habe in dieser
NG diesen Mythos allerdings oft genug unmissverstaendlich vernommen - und
noch wesentlich oefter in solche Formulierungen verpackt, wie du sie benutzt
hast.
: Als logische Konsequenz ja, aber er demonstriert deshalb nicht automatisch
: sein Einverständnis mit der herrschenden Mehrheit.
O.K., als Kompromiss:
Er demonstriert, dass er nicht gewillt ist, an dieser Mehrheit etwas zu
aendern.
Wir sind jetzt endgueltig vom Thema Verbindungen weg, deshalb:
XP & Followup-to: de.soc.studium
Ch.
--
Signoff
Christian Buggle
bug...@usta.de
Soll latürnich eine 4 sein und das Wort säubern ist etwas zu hart, aber
drückt meinen Unmut gut aus.
Philipp Z! Z!
: Soll latürnich eine 4 sein und das Wort säubern ist etwas zu hart, aber
: drückt meinen Unmut gut aus.
Was haben die dir denn getan, dass sie deinen Unmut auf sich ziehen?
>Was haben die dir denn getan, dass sie deinen Unmut auf sich ziehen?
Naja, mir stinkt es einfach, dass manche Leute fast schon eine Dekade lang
auf der Uni einen Studienplatz für jüngere blockieren, eh nicht im Traum an
einen sinnvollen Abschluss denken (ich sag nur Jodeldiplom!) und dann noch
von den Segnungen des Studentenlebens profitieren (z.B. Semesterticket). Mit
Langzeitarbeitslosen meinte ich etwas ironisch eben die sogenannten
Langzeitstudierenden. Man kann natürlich über Einzelfälle und
Schicksalsschläge diskutieren, nur wird mir diese Ausrede etwas zu oft
strapaziert...
Mir persönlich haben sie ausser einer Minderung meines Einkommens (Steuern)
nichts getan. Nur dass ich arbeite und Mehrwertsteuer auf jedes gekaufte
Produkt zahle, nur damit diese Auswüchse bezahlt werden, stinkt mir
gewaltig.
Ich denke, dass eine Säuberung (schon wieder dieses Wort) der Matrikelliste
durch die Studiengebühren wie hier in BaWü ein sinnvoller Ansatz ist.
Heidelberg hat nicht umsonst mit einem Schlag über 10% seiner Studenten
verloren, als dies neu eingeführt wurde. Noch lieber wäre es mir, wir hätten
das amerikanische Stipendien- und Leistungssystem, aber das wird in unserer
durch und durch sozialistisch (mit diesem Sozialismusvirus wurden wir
Deutschen im übrigen von den Nazis dauerhaft infiziert....immer der Staat
als Heilsbringer) geprägten offiziellen Hochschulpolitik NIE durchkommen.
Eine kleine Elite (schon wieder so ein Schauderwort) sollte dabei die
Geisteswissenschaften voranbringen, dafür zahl ich gerne. Aber ich halte
eben nix davon eine Masse von Germanistik-, Philosophie-,
Sozialwissenschaftsstudenten (auf Magister natürlich) auszubilden, die
sowieso keine Berufsperspektive haben. Das stinkt mir im übrigen auch an
meinem (abgeschlossenen) Jurastudium.
Comments?
Gruß,
Philipp Z! Z!
Michael Kurr wrote:
> Das hat mit schlechter Verlierer einer Wahl nichts zu tun.
Doch, damit hat dieses merkwürdige "Wir verklagen alle, die anderer
Meinung sind"-Vorgehen etwas zu tun.
> Der AStA wird ausschliesslich durch die eigenen Leute gewählt.
Richtig. Wär' ja auch merkwürdig, wenn die Opposition die "Regierung"
wählen würde. :-)
> Das funktioniert bei einer Wahlbeteiligung von z.T. unter 10% einwandfrei.
In Aachen liegt die Wahlbeteiligung wie erwähnt konstant irgendwo
zwischen 15 und 20%, in einzelnen Fachbereichen sind's auch konstant
30%.
> Tip aus eigener Erfahrung: eigene Hochschulgruppe gründen und durch die
> Korporationsszene wählen lassen (das tut sie normalerweise lieber, als den
> RCDS zu wählen). In Aachen sind wir so auf Anhieb ins Stupa eingezogen.
Ja, leider. Aber inzwischen sind nichtmal mehr alle
Verbindungsstudierenden bereit Euch zu wählen - nur mit dummen Sprüchen
und übler Polemik lassen sich nämlich auch die sich nicht überzeugen.
> Dann kann man dem äusserst links besetzten AStA gemütlich das Leben schwer
> machen :-,)
Wenn der aachener AStA, bestehend aus einer bunten Mischung links der
Mitte, in der so ziemlich alles vertreten ist, was Interesse an einer
konstruktiven AStA-Arbeit hat, in Deinen Augen schon "äußerst links"
ist, dann verrät das IMO mehr über Dein politisches Weltbild als Dir
lieb sein kann.
> AStA verklagen ist nichtsdestotrotz eine weitere, hervorragende Möglichkeit,
> die Jungs endlich mal mundtot zu machen.
Und? Ist's das, was "aktiv" erreichen will? Die gewählte studentischen
Interessenvertretung mundtot machen? Warum schreibt ihr das dann nicht
auch so in Euer Wahlprogramm?*)
> Die haben sich ausschliesslich um studentische Interessen zu kümmern und
> nicht darum, ob Kuba frei ist oder nicht und dergleichen mehr.
Richtig. Und im Wesentlichen macht der AStA der RWTH genau das: Er
vertritt die Interessen der Studierenden der RWTH, so gut er das vermag.
Mit der Freiheit Kubas hat er sich AFAIK in den letzten sechs Jahren
nicht beschäftigt.
> Ist doch niemand da, der sie abwählt.....
Tja, wer wählt auch schon Leute ab, im im Kern die richtige Poltik
verfolgen und im Großen und Ganzen ganz gute Arbeit leisten?
Und: Wer wählt jemanden ab, wenn die Alternative "aktiv" lauten könnte?
Ciao
Jens
*) Danke übrigens für dieses aufrichtige Bekenntnis zu den wahren Zielen
von "aktiv", im nächsten SP-Wahlk(r)ampf könnte das sicher noch mal
nützlich sein... :->
--
Jens 'Jurassic' Bolten //// email: Jens....@post.rwth-aachen.de
Maxstr. 8, 52070 Aachen (@,@) Am Haus Luetz 38, 41066 Moenchengladbach
(0241)542186------------o---o-----------------------------(02161)630918
WWW: http://www.geocities.com/CapitolHill/3468
Philipp Klarmann wrote:
> <pauschaler unsinn geschnippt>
Hmm...nun erklär mir mal, was an der Schilderung persönlicher
Beobachtungen "pauschaler Unsinn" ist?
Es ist schon erstaunlich: Da wirft mir Philipp erst "pauschalen Unsinn"
und das formulieren von "Ergüssen" vor und mir drängt sich stark der
Eindruck auf, daß er derjenige ist, der in Form irgendwelcher Ergüsse
pauschalen Unsinn verbreitet.
Mit Verlaub, aber ein derartige Mischung aus persönlichen Anfeindungen
und schlichtem Unsinn habe ich hier schon länger nicht mehr gelesen.
> Muss man noch mehr sagen? Wer 6 Jahre auf der Uni Zeit hat, sich mit
> "hochschulpolitischer" Arbeit zu beschäftigen, kann nicht erwarten, von
> normalen Studierenden für voll genommen zu werden.
Ahh ja.
Dir ist bekannt, daß es Studiengänge gibt, in denen die
durchschnittliche Studiendauer weit über sechs Jahren liegt?
Dir ist bekannt, daß es eine Reihe von Gründen dafür gibt, die die
Studierenden dieser Studiengänge nicht zu vertreten haben,
beispielsweise ein halbjähriges Industriepraktikum, welches in der
Regelstudienzeit von neun Semestern nicht berücksichtigt wird?
> Meine Erfahrungen mit der sogenannten "Hochschulpolitik" waren eher so, dass
> ich den Eindruck hatte, eine gewisse Gruppe von Leuten, die weder auf
> reguläre Arbeit noch auf leistungsbezogenes Studieren Lust hatten, macht da
> einfach was sie will.
Genau. Und deshalb sitzen wir ja auch da und erarbeiten Vorschläge für
neue Prüfungsordnungen, die zugleich die Qualität unserer Studiengänge
verbessert und zumindest einige der Gründe, die zu langen Studiendauern
führen beseitigen. Und weil wir alle so böse linke Zecken sind, vor
denen auch unsere Professoren Angst haben werden diese eigentlich völlig
blödsinnigen Vorschläge dann zu großen Teilen in neue Prüfungsordnungen
übernommen, weil wir andernfalls unsere linken Schlägertrupps
losschicken würden.
Und die Erde ist eine Scheibe. :->
> Die eigene Sprache dieser Gruppen, die mir auch aus Jens Ergüssen und
> anderen AStA Mitgliedern auffällt, tut ein Übriges.
Nur als Anmerkung: Ich bin kein AStA-Mitglied, ich war's nie und ich
werd's vermutlich auch nicht mehr werden.
> Hochschulpolitik im klassischen Sinne hat für mich nur ein paar Ziele:
> 1. Den Professoren in den %$"!% zu treten, wenn sie nix leisten.
Das darf ich hoffentlich auch auf Hochschulverwaltungen und z.T. auch
auf Studierende ausweiten, oder?!?
> 2. Das Niveau der deutschen Universitäten endlich wieder international
> konkurrenzfähig zu machen.
Zum einen sind die deutschen Hochschulen in vielen Bereichen durchaus
international konkurrenzfähig. Zum anderen
> 3. Die Studienbedingungen zu verbessern, indem endlich wieder nur die echten
> Studierfähigen studieren (Eingangstests!)
Blödsinn. Eingangstests bedeuten - so sie halbwegs ordentlich
durchgeführt werden - jede Menge Aufwand, und ihr Nutzen ist IMO recht
begrenzt.
Besser wär's, wenn Hochschulen und Fachbereiche die Ansprüche, die sie
an ihre Studierenden stellen klar und deutlich formulieren.
Außerdem gäb's tatsächlich viele Möglichkeiten die Studienbedingungen
konkret zu verbessern, indem beispielsweise neue Formen der
Wissenvermittlung das alte Konzept von Vorlesungen und Übungen dort
ablösen, wo diese neuen Formen eine effizientere Wissensvermittlung
ermöglicht.
> 3. Die Universitäten von versteckten Langzeitarbeitslosen zu säubern.
Nun, in gewisser Weise gehört das durchaus auch zu meinen Aufgaben als
Mitglied des Prüfungsausschusses meines Fachbereichs, auch wenn ich sie
deutlich anders formulieren würde. Es ist gelegentlich durchaus
angebracht, Leuten, die trotz merklicher Anstrengungen so gut wie keine
Studienerfolge erzielen darauf hinzuweisen, daß es für sie noch andere
Möglichkeiten als ein Studium der Elektrotechnik an der RWTH gibt.
Allerdings ist das bei weitem nicht das drängenste Problem an deutschen
Hochschulen.
Ciao
Jens
> Aber damit auch noch eine Wahlbeteiligung von 17-24% als beachtlich
> hinstellen zu wollen ist m.E. fatal und das absolut falsche Zeichen.
24% ist sicher nicht beachtlich. Aber im Vergleich zu 43% bei einer
Kommunalwahl, bei der die Beteiligung der Wählenden im Studierendenalter
nochmal darunter liegt und angesichts der Tatsache, dass die Wahl eines
Kommunalparaments am Ende doch relevanter ist als die eines
Studierendenparlaments und angesichts der Tatsache, wie die Wahlen
organisiert sind braucht man sich bei 24% beim besten Willen kein
Legitimationsproblem zu machen.
gruß,
--
Lutz Frommberger | "Paranoia is reality seen on a finer
UStA Uni Karlsruhe - Innenreferat | scale."
http://www.usta.de/ | Philo Gant in "Strange Days"
> Michael Kurr wrote:
> > Das hat mit schlechter Verlierer einer Wahl nichts zu tun.
> Doch, damit hat dieses merkwürdige "Wir verklagen alle, die anderer
> Meinung sind"-Vorgehen etwas zu tun.
nein. damit hat es mal wieder überhaupt nix zu tun.
sondern einzig und allein damit, daß hier leute gelder der allgemeinheit für
dinge ausgeben, für die sie nicht gewidmet sind. bestimmungswiderig nennt
man das, und du weißt das ganz genau.
>
> > Der AStA wird ausschliesslich durch die eigenen Leute gewählt.
> Richtig. Wär' ja auch merkwürdig, wenn die Opposition die "Regierung"
> wählen würde. :-)
>
> > Das funktioniert bei einer Wahlbeteiligung von z.T. unter 10%
einwandfrei.
> In Aachen liegt die Wahlbeteiligung wie erwähnt konstant irgendwo
> zwischen 15 und 20%, in einzelnen Fachbereichen sind's auch konstant
> 30%.
was seine ausage für aachen widerlegt, aber es gibt auch andere unis, oder?
>
> > Tip aus eigener Erfahrung: eigene Hochschulgruppe gründen und durch die
> > Korporationsszene wählen lassen (das tut sie normalerweise lieber, als
den
> > RCDS zu wählen). In Aachen sind wir so auf Anhieb ins Stupa eingezogen.
> Ja, leider. Aber inzwischen sind nichtmal mehr alle
> Verbindungsstudierenden bereit Euch zu wählen - nur mit dummen Sprüchen
> und übler Polemik lassen sich nämlich auch die sich nicht überzeugen.
"nicht mehr alle" ist noch kein bedenkliches mißtrauensvotum.
>
> > Dann kann man dem äusserst links besetzten AStA gemütlich das Leben
schwer
> > machen :-,)
> Wenn der aachener AStA, bestehend aus einer bunten Mischung links der
> Mitte, in der so ziemlich alles vertreten ist, was Interesse an einer
> konstruktiven AStA-Arbeit hat, in Deinen Augen schon "äußerst links"
> ist, dann verrät das IMO mehr über Dein politisches Weltbild als Dir
> lieb sein kann.
was verstehst du unter "konstruktiver asta-arbeit"?
>
> > AStA verklagen ist nichtsdestotrotz eine weitere, hervorragende
Möglichkeit,
> > die Jungs endlich mal mundtot zu machen.
> Und? Ist's das, was "aktiv" erreichen will? Die gewählte studentischen
> Interessenvertretung mundtot machen? Warum schreibt ihr das dann nicht
> auch so in Euer Wahlprogramm?*)
wenn ihnen die aktivitäten ihres interesses per gerichtsbeschluß untersagt
werden, ihnen wahrscheinlich auch nix anderes einfällt, kommt das "mundtot"
gleich.
denn von dem was ich unter konstruktiver arbeit für studenten verstehe haben
sie eh keine ahnung.
ergo: mundtot.
>
> > Die haben sich ausschliesslich um studentische Interessen zu kümmern und
> > nicht darum, ob Kuba frei ist oder nicht und dergleichen mehr.
> Richtig. Und im Wesentlichen macht der AStA der RWTH genau das: Er
> vertritt die Interessen der Studierenden der RWTH, so gut er das vermag.
ein armutszeugnis.
> Mit der Freiheit Kubas hat er sich AFAIK in den letzten sechs Jahren
> nicht beschäftigt.
>
> > Ist doch niemand da, der sie abwählt.....
> Tja, wer wählt auch schon Leute ab, im im Kern die richtige Poltik
> verfolgen und im Großen und Ganzen ganz gute Arbeit leisten?
das problem ist, daß eben mangels alternative _nur_ jene zur wahl gehen, die
mit dieser "politik" einverstanden sind.
> Und: Wer wählt jemanden ab, wenn die Alternative "aktiv" lauten könnte?
wahlen abwarten.
>
> Ciao
Jens
> *) Danke übrigens für dieses aufrichtige Bekenntnis zu den wahren Zielen
> von "aktiv", im nächsten SP-Wahlk(r)ampf könnte das sicher noch mal
> nützlich sein... :->
s.o.
--
________________________________grisu________________________________
/ Christoph Gruber | In theory, theory and practice are the same, \
\ gr...@guru.at | in practice, they are not! /
¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯¯
[snip...]
bitte qp abschalten, läßt sich nicht quoten.
nur mal zur Klarstellung: Ob die Äußerung eines AStA von einem Gericht
verboten wird oder nicht, richtet sich ausschließlich danach, ZU WELCHEM
THEMA er sich äußert. Dagegen spielt der INHALT der Äußerung keine Rolle.
Wenn also ein AStA unterliegt, hat er sich zu Themen geäußert, zu denen
ihm als AStA kein Äußerungsrecht zusteht. Der Jurist nennt so etwas
rechtswidrig. Von daher sind empörte Äußerungen ("Maulkorb" o.ä. völlig
unangebracht.
Christian
--
------------------------------------------
Christian v. Coelln
Wiss. Assistent, Lehrstuhl fuer Staats- und Verwaltungsrecht
sowie Wirtschaftsverwaltungsrecht, Universitaet Passau
e-mail: coe...@uni-passau.de
Tel.: 0851/509-2223 (Uni)
0851/37426 (privat)
0171/79 54 66 7
Fax: 0851/509-2222
Alexander engagiert sich halt als Korporierter in seiner Studentenschaft
(uebrigens in der selben Hochschulgruppe wie ich) - und die Erfahrungen
mit und von Korporierten in der Hochschulpolitik sind halt nicht an
jeder Hochschule gleich. Ich selber mache als Korporierter seit 4 Jahren
Hochschulpolitik an meiner Hochschule und zwar als gewaehlter Referent
oder
Vorstand des AStA, obwohl die Mehrheit der Leute dort sich links
einordnen.
Ich habe mit Abscheu beobachtet, wie anderenorts Politik ueber die
Gerichte
gemacht wird, aber die sogenannte "grosse" Politik bemueht das
Verfassungs-
gericht ja auch haeufig genug fuer Fragen, die an sich politisch zu
entscheiden waeren.
Der Streit, was studentische Interessenvertretung in einer Verfassten
Studentschaft darf und was nicht, wird aber leider sehr oberflaechlich
gefuehrt. Die Rechtsgrundlage fusst naemlich in der Laendergesetzgebung
und ist dementsprechend unterschiedlich. Ich zumindest moechte die
Verhaeltnisse in Niedersachsen keineswegs mit denen in Bayern oder BaWue
angeglichen wissen.
Die rechtliche Argumentation ist in aller Regel simpel und fusst auf
der Zwangsmitgliedschaft in der Studentenschaft. Hierfuer raeumen die
Laendergesetze eine unterschiedliche Spanne an Interessenvertretung ein
...
und laesst wie wohl jede Gesetzgebung Interpretationsspielraum. So hat
sich an unserer Uni niemand beschwert, als wir uns als AStA
(erfolgreich)
fuer den Erhalt eines Krankenhauses oder eine Tarifreform des OePNV
eingesetzt haben. Nach Rechtsprechung in NRW waere dies einigen
Studenten-
vertretungen dort nicht moeglich gewesen.
Unsere Freunde des Klageweges (uebrigens ein typisch deutscher
Charakter-
zug) uebersehen in ihrer kranken Angst vor allem irgendwie Linken, das
damit
auch Politik der Mitte haeufig genug unterbunden wird. Charakteristisch
ist
naemlich, das der Klageweg erst bestritten wird, seitdem an deutschen
Hochschulen linke Politik ueberwiegt. Als RCDS-Asten sich zu
Ostvertragen
oder NatoDoppelbeschluss aeusserten, waren es zumindest keine
Mitstudenten,
die die Klagekeule schwangen
Die geltende Rechtsprechung nimmt zudem z.T. den Wahlcharakter der
Interessenvertretung explizit aus der Urteilsfindung heraus, hierzu gibt
es
einige interessante Rechtsgutachten. Man stelle sich vor, nur weil wir
jetzt SPD-regiert sind, kaeme jemand auf die Idee, die Bundesregierung
moege sich doch bitte aus der Europa-Politik heraushalten, schliesslich
gaebe es ein zustaendiges Europaparlament, man zahle ja Zwangsabgaben
(Steuern) an den Bund und man fuehle sich von der Bundesregierung nicht
vertreten.
(Bitte keine wuetenden Proteste, ich will nur das Gedankenschema
aufzeigen).
> Falsch erwartet. In sechs Jahren hochschulpolitischer Arbeit ist mir in
> noch keinem hochschulpolitischen Arbeitskreis, bei keinem der
> zahlreichen Streiks und in keinem der akademischen Gremien meiner
> Hochschule ein nennenswertes Engagement solcher Leute aufgefallen.
1. Du bist deutlich an der falschen Hochschule.
2. Die Erfahrung zum Beispiel bei der niedersaechsischen
LandesAstenkonferenz
lehrt mich, das es keineswegs die Rechten sind, die die Intoleranz und
Ignoranz fuer sich gepachtet haben. Ich habe mich in einigen
Protestaktionen
zu Landes- oder BundesHochschulpolitik beteiligt und war dort jahrelang
einigermassen wohlgelitten, bis man sich entschloss, mein korporiertsein
diskutieren zu wollen. Mich hat gewundert, wie man bei sovielen
wichtigen
"Kriegsschauplaetzen" der Hochschulpolitik soviel Engagement, Polemik
und
Energie auf dieses Thema verwenden kann. Ein (linker) Mitvorstand hat
mich
nach einem "Verhoer" der LAK zu diesem Thema gefragt, warum ich mir das
antue. Als ob man als Korporierter nicht gewohnt sei, sich dafuer
staendig
rechtfertigen zu muessen.
> Im
> Gegenteil: die wenigen dieser Leute, die einem bei solchen Gelegenheiten
> überhaupt mal über den Weg laufen fallen regelmäßig dadurch auf, daß sie
> von keinerlei Sachkenntnis getrübten blanken Unsinn erzählen und/oder
> auf wichtigen Sitzungen einfach fehlen.
Inkompetenz ist kein korporationstypisches Problem. Aber im Gegensatz zu
den meisten Studenten kann man sie eindeutig einer Gruppe zuordnen. Ich
bin sicher, das eine Umfrage innerhalb der Gesamtstudentenschaft zeigen
wuerde, das die Gruppe der Korporierten keineswegs durch besonderes
(Un-)
wissen auffallen wuerde. Das gelebte Conventsprinzip fuehrt allerdings
zu einem Gewissen Drang, seine Meinung zu aeussern (unabhaengig vom
Kompetenzgrad) - waehrend durchschnittliche Studierende eher ihren Mund
halten. "Mund halten" kann aber aus Sicht der Studentenschaft keineswegs
etwas erstrebenswertes sein, zur Demokratisierung gehoert nun mal, das
eher
mehr als weniger Leute ihr Maul aufreissen.
> Verantwortungsbewußtsein und ein engagiertes Eintreten für ihre
> Hochschule und deren Studierende kann mensch meiner erfahrung nach von
> solchen Leuten jedenfalls nicht erwarten.
Naja, fast moechte man meinen die Korporierten wuerden da ja ganz gut
zur
Mehrheit der Studenten passen ...
Ein einfacher Blick in die deutsche Landschaft studentischer Interessen-
vertretung fuehrt so manches zu Tage, was ich als unverantwortlich
betrachten wuerde - und genau da unterscheidet sie sich nicht vom Rest
der Politik.
Und wenn du Korporierte suchst, die engagiert fuer ihre Hochschule
eintreten,
rate ich zu einem Besuch in Clausthal!
Glueckauf
Jens Ersfeld v/o Chip, AV Glueckauf-Salia im CV und KV
> <p>Hannes Gnad schrieb: <blockquote TYPE=CITE>
> <p>  
> ; &
> nbsp; Bielefeld:
Bitte, bitte, mit Zucker obendrauf, stell diesen %?&# HTML-Müll ab!
Hallole !
>> Muss man noch mehr sagen? Wer 6 Jahre auf der Uni Zeit hat, sich mit
>> "hochschulpolitischer" Arbeit zu beschäftigen, kann nicht erwarten, von
>> normalen Studierenden für voll genommen zu werden.
> Ahh ja.
> Dir ist bekannt, daß es Studiengänge gibt, in denen die
> durchschnittliche Studiendauer weit über sechs Jahren liegt?
Ist z. B. bei fast jedem anstaendigen technischen Fach der
Fall, der Durchschnitt liegt da zwischen 13 und 14 Semestern.
> Dir ist bekannt, daß es eine Reihe von Gründen dafür gibt, die die
> Studierenden dieser Studiengänge nicht zu vertreten haben,
> beispielsweise ein halbjähriges Industriepraktikum, welches in der
> Regelstudienzeit von neun Semestern nicht berücksichtigt wird?
Oder das heutzutage sehr empfohlene Auslandssemester - es gibt
wahrlich diverse Gruende, die eine Regelstudienzeit von 9 Semestern
eher unmoeglich machen.
> Genau. Und deshalb sitzen wir ja auch da und erarbeiten Vorschläge für
> neue Prüfungsordnungen, die zugleich die Qualität unserer Studiengänge
> verbessert und zumindest einige der Gründe, die zu langen Studiendauern
> führen beseitigen. Und weil wir alle so böse linke Zecken sind, vor
> denen auch unsere Professoren Angst haben werden diese eigentlich völlig
> blödsinnigen Vorschläge dann zu großen Teilen in neue Prüfungsordnungen
> übernommen, weil wir andernfalls unsere linken Schlägertrupps
> losschicken würden.
> Und die Erde ist eine Scheibe. :->
Muss ich Dir voll zustimmen, war ja auch
schon ueber 3 Jahre Studi-Vertreter. :)
>> Hochschulpolitik im klassischen Sinne hat für mich nur ein paar Ziele:
>> 1. Den Professoren in den %$"!% zu treten, wenn sie nix leisten.
> Das darf ich hoffentlich auch auf Hochschulverwaltungen und z.T. auch
> auf Studierende ausweiten, oder?!?
Oh ja, *besonders* die Verwaltung, hier an der Uni Stuttgart
lebt da der Amtsschimmel trotz Schwaben in altpreussischen
Zustaenden. :(
>> 2. Das Niveau der deutschen Universitäten endlich wieder international
>> konkurrenzfähig zu machen.
> Zum einen sind die deutschen Hochschulen in vielen Bereichen durchaus
> international konkurrenzfähig. Zum anderen
Vielleicht nicht in Sabbel-Jura, in *wirklich* wichtigen
Faechern schon. ;)
>> 3. Die Studienbedingungen zu verbessern, indem endlich wieder nur die echten
>> Studierfähigen studieren (Eingangstests!)
> Blödsinn. Eingangstests bedeuten - so sie halbwegs ordentlich
> durchgeführt werden - jede Menge Aufwand, und ihr Nutzen ist IMO recht
> begrenzt.
JA! Nur ein Beispiel:
Vor fuenf Jahren wurde hier an der Uni Stuttgart der "neue"
Studiengang Umweltschutztechnik eingefuehrt, mit 60 Plaetzen
zu jedem Erstsemester im Winter. Es gab jedes Jahr bisher immer
ca. 200 Bewerbungen, und unter denen wurden via Wartesemester
und NC dann 90 Zulassungen erteilt, damit die 60 Einschreibungen
erfahrungsgemaess zustande kamen.
Dieses Jahr nun zum ersten Mal die dackelhaften Tests:
Es kamen noch 85 Bewerbungen, die dann natuerlich alle
zugelassen wurden, und ganze 37 traten davon noch an!
Zudem das ganze ohne NC, via Mathevorkurs (ich bin da Tutor :)
gab' es deshalb prompt bei den Erstis einen Matheabi-Schnitt
von nur noch 9,3 statt wie sonst ueblich zwischen 10 und 11.
Was hat der Test also gebracht: Verschreckte Bewerber, nicht
genutzte Plaetze, und mangels NC auch noch schlechtere Anfaenger.
Die zustaendigen Profs sind tief betroffen bis entsetzt,
naechstes Jahr wird es (weil es dankbarerweise auch rechtlich
nun nicht mehr erforderlich ist) auf keinen Fall mehr diesen
Test geben.
> Besser wär's, wenn Hochschulen und Fachbereiche die Ansprüche, die sie
> an ihre Studierenden stellen klar und deutlich formulieren.
> Außerdem gäb's tatsächlich viele Möglichkeiten die Studienbedingungen
> konkret zu verbessern, indem beispielsweise neue Formen der
> Wissenvermittlung das alte Konzept von Vorlesungen und Übungen dort
> ablösen, wo diese neuen Formen eine effizientere Wissensvermittlung
> ermöglicht.
Eben.
>> 3. Die Universitäten von versteckten Langzeitarbeitslosen zu säubern.
> Nun, in gewisser Weise gehört das durchaus auch zu meinen Aufgaben als
>
> ( ... )
Man koennte in dem Zusammenhang auch erwaehnen, dass die
Langzeitstudis gerade in technischen und naturwissenschaftlichen
Faechern sowas wie die Zivis im Sozialsystem sind:
Billige Arbeitskraefte, die als Tutoren und Assis Studis
betreuen und im Rahmen von ueberlangen Studien- und Diplomarbeiten
Forschung betreiben oder fuer Prof Buecher schreiben, was mit normal
angestellten Assis so niemals moeglich waere mangels Personelgelder.
P.S.
Etwas off-topic, sollten die Diskussion verlagern.
Hallole !
> <!doctype html public "-//w3c//dtd html 4.0 transitional//en">
> <html>
(Hmpf, schon zum zweiten Mal ... )
Was immer Du uns auch hier posten moechtest, bitte nicht
ausschliesslich als html, das kann naemlich kaum jemand
richtig lesen.
Nochmal im Klartext, bitte.
Jens Bolten schrieb:
Hallöchen!Michael Kurr wrote:
> Das hat mit schlechter Verlierer einer Wahl nichts zu tun.
Doch, damit hat dieses merkwürdige "Wir verklagen alle, die anderer
Meinung sind"-Vorgehen etwas zu tun.
Das passiert nur, wenn sich der AStA um Dinge kümmert, die ihn NICHTS angehen und für die er nicht gewählt ist. Das ist weit von "..verklagen alle, die anderer Meinung sind" entfernt.
> Tip aus eigener Erfahrung: eigene Hochschulgruppe gründen und durch die
> Korporationsszene wählen lassen (das tut sie normalerweise lieber, als den
> RCDS zu wählen). In Aachen sind wir so auf Anhieb ins Stupa eingezogen.
Ja, leider. Aber inzwischen sind nichtmal mehr alle
Verbindungsstudierenden bereit Euch zu wählen - nur mit dummen Sprüchen
und übler Polemik lassen sich nämlich auch die sich nicht überzeugen.
Die Hintergründe von dem, was dort geschehen ist, gehen Dich zwar überhaupt nichts an, aber da Du ja ohnehin alles zu wissen scheinst, weisst Du sicherlich auch, dass das mit dem was Du hier implizieren möchtest (Polemik, dümme Sprüche) nichts zu tun hatte.
> Dann kann man dem äusserst links besetzten AStA gemütlich das Leben schwer
> machen :-,)
Wenn der aachener AStA, bestehend aus einer bunten Mischung links der
Mitte, in der so ziemlich alles vertreten ist, was Interesse an einer
konstruktiven AStA-Arbeit hat, in Deinen Augen schon "äußerst links"
ist, dann verrät das IMO mehr über Dein politisches Weltbild als Dir
lieb sein kann.
OHA! Ich bin ertappt! Zum Glück bin ich es als Burschenschafter gewohnt, für meine Meinung gerade zu stehen und sie auch Leuten in aller Deutlichkeit mitzuteilen, die ganz anderer Meinung sind als ich. Daher kann von "...mehr als mir lieb ist..." überhaupt keine Rede sein :-,) Das darf ruhig JEDER wissen, auch wenn mein Weltbild so überhaupt nicht in diese verkorkste bundesdeutsche PC Mentalität hineinpasst.
Und über die Positionierung der Mitte kann man zum Glück beliebig streiten.....
> AStA verklagen ist nichtsdestotrotz eine weitere, hervorragende Möglichkeit,
> die Jungs endlich mal mundtot zu machen.
Und? Ist's das, was "aktiv" erreichen will? Die gewählte studentischen
Interessenvertretung mundtot machen? Warum schreibt ihr das dann nicht
auch so in Euer Wahlprogramm?*)
AAHHH, endlich ist es raus: wir heissen "AKTIV", richtig! Und ich wüsste nicht, dass wir einen Hehl daraus gemacht haben, dass der AStA gefälligst die Klappe zu halten hat über Dinge, die die Studierenden in ihrer Funktion als Studierende nichts angehen. Ich habe es eben "mundtot" machen genannt, wo ist der Unterschied??? Du hast also leider, leider kein Geheimnis ans helle Licht des Tages befördert.
Und hätten wir Juristen in unseren Reihen, hätten wir vermutlich den AStA längst verklagt, aber so müssen wir uns eben mit Newton und Konsorten herumschlagen....SCHADE.
Und falls Du Dich auch noch an unseren ersten Wahlkampf erinnerst, ist es nicht der Stil von "aktiv", ihre Meinung auch zu vermeintlich sensiblen Themen für alle verständlich auszusprechen. Dem nächsten Wahlkampf sehe ich demnach gelassen entgegen.
Ciao
Jens*) Danke übrigens für dieses aufrichtige Bekenntnis zu den wahren Zielen
von "aktiv", im nächsten SP-Wahlk(r)ampf könnte das sicher noch mal
nützlich sein... :->
OHA! Ich bin nun schwer verwundet, wie? Aber dennoch: Bitte schön :-,) !
Bussi, Michael L!
Jens Bolten schrieb:
> Genau. Und deshalb sitzen wir ja auch da und erarbeiten Vorschläge für
> neue Prüfungsordnungen, die zugleich die Qualität unserer Studiengänge
> verbessert und zumindest einige der Gründe, die zu langen Studiendauern
> führen beseitigen. Und weil wir alle so böse linke Zecken sind, vor
> denen auch unsere Professoren Angst haben werden diese eigentlich völlig
> blödsinnigen Vorschläge dann zu großen Teilen in neue Prüfungsordnungen
> übernommen, weil wir andernfalls unsere linken Schlägertrupps
> losschicken würden.
> Und die Erde ist eine Scheibe. :->
>
Gut, Du bist E-Techniker. Aber Du kennst bestimmt auch die neue DPO der Maschis.
Die willst Du nicht als Erfolg für die Studierenden werten. Sie haben es jetzt
deutlich leichter, aber ist es wirkllich das, was in unserem Interesse ist?Das
passt eher ins Bild einer sozialistischen, gleichmacherischen
Eliteverhinderungs-Bildungspolitik, die in unsäglichen Gesamthochschulen und
-schulen gipfelt, wie wir sie besonders in NRW lieben und schätzen gelernt haben
(aber wenigstens sind sie teuer). Und es bestätigt mein Bild von der studentischen
Interessenvertretung (ASten wie auch Fachschaften) voll und ganz.
Aber ein Ziel ist wenigstens erreicht: die RWTH muss in Zukunft zu Recht um ihren
guten Ruf bangen....
> Ciao
> Jens
Du kannst mit Eurer Arbeit zufrieden sein.Gruss, Michael L!
Was soll das denn? Es gibt hochschulpolitische Arbeit und
hochschulpolitische Arbeit. Einmal ist es ein Fulltimejob und ein anderesmal
lässt es sich locker in der Freizeit bewältigen. Die Grundausstattung
"hochschulpolitisches Geschehen aktiv verfolgen" schaftt jedes neben dem
Studium, ohne selbiges leiden zu lassen.
gruß,
--
Lutz Fromm...@ira.uka.de | "Wenn ist das Nunstueck git und
| Slotermeyer? Ja! ... Beiherhund
http://i11www.ira.uka.de/~frommb/ | das Oder die Flipperwaldt
pgp key on request | gersput." - Ernest Scribbler
Legende. Sie blockieren keine Studienplätze. Keinen einzigen. Kontingentiert
werden die Studienplätze für Neuanfänger, egal, wieviel Kommilitoninnen es
in höheren Semestern gibt.
Och, einen Vorteil hat es hier unten: uns kann keiner verklagen, und wenn
sie sich auf den Kopf stellen.
Das lieber Hannes in ONTOPIC, aber leider offensichtlich nicht
diskussionswürdig oder?
Philipp Z! Z!
>Hmm...nun erklär mir mal, was an der Schilderung persönlicher
>Beobachtungen "pauschaler Unsinn" ist?
Nun, vieles davon war pauschal auf ALLE Korporierten und Kritiker der Asten
gemünzt...
>Mit Verlaub, aber ein derartige Mischung aus persönlichen Anfeindungen
>und schlichtem Unsinn habe ich hier schon länger nicht mehr gelesen.
Huch wie empfindlich...war gar nicht so gemeint.
>Dir ist bekannt, daß es Studiengänge gibt, in denen die
>durchschnittliche Studiendauer weit über sechs Jahren liegt?
Das ist mir so nicht bekannt gewesen, aber trotzdem bitter...
>Dir ist bekannt, daß es eine Reihe von Gründen dafür gibt, die die
>Studierenden dieser Studiengänge nicht zu vertreten haben,
>beispielsweise ein halbjähriges Industriepraktikum, welches in der
>Regelstudienzeit von neun Semestern nicht berücksichtigt wird?
Finde ich nicht gut.
> Und weil wir alle so böse linke Zecken sind, vor
>denen auch unsere Professoren Angst haben werden diese eigentlich völlig
>blödsinnigen Vorschläge dann zu großen Teilen in neue Prüfungsordnungen
>übernommen, weil wir andernfalls unsere linken Schlägertrupps
>losschicken würden.
Gähn...hältst du mich für minderbemittelt? Ich weiß schon, wer seine
Schlägertrupps für was gezielt einsetzt. Ich durfte mal in eine solche
geifernde Menge schauen, in der Leute dabei waren, denen der Speichel aus
dem Mund troff, weil sie die ganze Zeit "Nazis raus" und "Burschis in die
Muppetsshow" gebrüllt haben. Das war der echte Mob und für mich ein
warnendes Signal, wie sich Menschenmassen verhalten können. Da war nix
Menschliches mehr an diesen Wesen...
Ein Mitarbeiten von Studierenden in den Ausschüssen bringt etwas, die Frage
ist nur: Was? Wenn es um Straffung von Studieninhalten geht, drängt sich der
Verdacht der Vereinfachung auf...alte Zöpfe abschneiden und sinnvolles
Beibehalten sind dabei zwingend notwendig (das ist im übrigen wahrhaft
"konservativ").
>Nur als Anmerkung: Ich bin kein AStA-Mitglied, ich war's nie und ich
>werd's vermutlich auch nicht mehr werden.
Entschuldigung, wollte dich nicht beleidigen :).
>Das darf ich hoffentlich auch auf Hochschulverwaltungen und z.T. auch
>auf Studierende ausweiten, oder?!?
Aber hallo!
>Zum einen sind die deutschen Hochschulen in vielen Bereichen durchaus
>international konkurrenzfähig.
Ja, wo forschen sie denn, die Nobelpreisträger von morgen? Was macht die
Gentechnik in Deutschland? Was passiert mit unseren weltweit führenden
Nuklearforschungseinrichtungen...
>Blödsinn. Eingangstests bedeuten - so sie halbwegs ordentlich
>durchgeführt werden - jede Menge Aufwand, und ihr Nutzen ist IMO recht
>begrenzt.
Der beste Eingangstest war früher das Abitur, bis es von manchen SPD
geführten Ländern wachsweich verwässert wurde.
>Besser wär's, <schnipp> Wissensvermittlung
ermöglicht.
Meine Meinung, aber kombiniert wirkt Medizin am besten.
> Es ist gelegentlich durchaus
>angebracht, Leuten, die trotz merklicher Anstrengungen so gut wie keine
>Studienerfolge erzielen darauf hinzuweisen, daß es für sie noch andere
>Möglichkeiten als ein Studium der Elektrotechnik an der RWTH gibt.
>Allerdings ist das bei weitem nicht das drängenste Problem an deutschen
>Hochschulen.
Einverstanden.
Mir ist aufgefallen, dass unsere Diskussion zwar nicht ganz in den
Korporationsbereich hineinragt, aber dennoch ergeben hat, dass wir ziemlich
einer Meinung sind. Da ich schon länger nicht mehr an der Hochschule bin,
hat sich meine Wahrnehmung der Dinge natürlich geändert (von außen aus dem
echten Leben sieht manches anders aus).
Gruss,
Philipp Z!
Noch so'ne Legende?! Das Abitur in CDU-geführten Ländern ist besser als in
anderen!? Bereitet besser auf's Studium vor!?
Ein Artikel samt Foto ist unter der Adresse
www.owl-online.de unter lokales / Bielefeld zu
finden.
Tschö, Michael Niederjohann Z!
Hallole !
(Erstmal das Quoting reparieren ... )
Doch, das ist es sicherlich.
Ich kann da aus der Beobachtung meiner Aktivitas nur berichten,
dass wir erstens sicherlich weit ueberdurchschnittlich Absolventen
hervorbringen, auch wenn der Studienverlauf nicht immer linear ist,
und dass wir zweitens eigentlich keine arbeitslosen jungen AHs haben.
Aua...aua...und nochmals aua. Die Frage, ob es besser aufs Studium
vorbereitet hatte ich nicht aufgeworfen.
Dass das Abitur in den Südländern etwas härter und schwerer ist, ist doch so
offensichtlich wie nur was...oder willst du NRW Gesamtschulabiturienten im
Kenntnisstand des Fachs Mathe etwa mit bayrischen Abiturienten
gleichstellen? Das ist doch durch diverse schulpolitische Untersuchungen
längst nachgewiesen. Ich hatte nur darauf hingewiesen, dass früher das
Abitur noch ein Befähigungsnachweis war. Schuld daran, sind insbesondere die
Bestrebungen der SPD-geführten Länder in den 70er Jahren. Die Grünen waren
da leider nicht viel besser, rudern aber zumindest bei uns in BaWü etwas
zurück. Offensichtlich sieht das auch die KMK (Kultusministerkonferenz) so,
die kürzlich fast einstimmig (!) eine Anhebung des Abiturniveaus beschlossen
hat. Offensichtlich kann man aus Fehlern der Vergangenheit lernen...
Also, das wird hier wirklich zu off-topic. Dennoch hat die Anhebung eines
gewissen Niveaus an deutschen Hochschulen durchaus auch durchschlagende
Wirkung auf die Korporationen. Ich habe in letzter Zeit eher eine Auslese in
negativer Richtung in manchen Verbindungen beobachten können. Damit meine
ich nicht nur die Saufrituale, sondern auch das akademische Engagement (dazu
gehört auch die Hochschulpolitik!!!!!).
Philipp Z! Z!
So? Ich habe den Eindruck nicht. Nur weil die Südländer das täglich
erzählen, wird das nicht wahrer.
> oder willst du NRW Gesamtschulabiturienten im Kenntnisstand des Fachs
> Mathe etwa mit bayrischen Abiturienten gleichstellen?
Ja. Außerdem gibt es kaum Gesamtschulabiturientinnen.
> Das ist doch durch diverse schulpolitische Untersuchungen längst
> nachgewiesen.
Welche denn? Hast du Quellen?
> Ich hatte nur darauf hingewiesen, dass früher das Abitur noch ein
> Befähigungsnachweis war.
Heute nicht mehr? Wieso?
> Schuld daran, sind insbesondere die Bestrebungen der SPD-geführten Länder
> in den 70er Jahren.
Gründe? Quellen?
> Offensichtlich sieht das auch die KMK (Kultusministerkonferenz) so, die
> kürzlich fast einstimmig (!) eine Anhebung des Abiturniveaus beschlossen
> hat.
Eine Kultusministerkonferenz hat stattgefunden, aber dass sie sowas
beschlossen hätte, wäre mir neu. Beschlossen wurden einige zusätzliche
"Freiheitsgrade" im Abitur.
> Also, das wird hier wirklich zu off-topic.
Deshalb Xpost und F'up nach de.soc.studium.
ALLERDINGS.
> >Was haben die dir denn getan, dass sie deinen Unmut auf sich ziehen?
>
> Naja, mir stinkt es einfach, dass manche Leute fast schon eine Dekade lang
> auf der Uni einen Studienplatz für jüngere blockieren, eh nicht im Traum
an
Die Anzahl der Studien_anfänger_ ist begrenzt. Ältere Studis nehmen
niemandem
einen Studienplatz weg. Aber das weißt du inzwischen sicherlich schon
(Danke, Lutz).
> einen sinnvollen Abschluss denken (ich sag nur Jodeldiplom!) und dann noch
> von den Segnungen des Studentenlebens profitieren (z.B. Semesterticket).
Mit
Ein Studium abzuschliessen ist im Allgemeinen finanziell lohnender als es
nicht abzuschliessen.
> Langzeitarbeitslosen meinte ich etwas ironisch eben die sogenannten
> Langzeitstudierenden. Man kann natürlich über Einzelfälle und
Damit sind sie aber gerade _nicht_ arbeitslos. (s.u.)
> Schicksalsschläge diskutieren, nur wird mir diese Ausrede etwas zu oft
> strapaziert...
Ich brauche weder Einzelfälle noch Schicksalsschläge anzuführen. Eine
Eigenfinanzierung des Studiums reicht.
> Mir persönlich haben sie ausser einer Minderung meines Einkommens
(Steuern)
Studi = Kein Anspruch auf Arbeitslosengeld + Sozialhilfe.
=> Studis sparen dir Geld, solange sie ihre "Arbeitslosigkeit" an der Uni
"aussitzen".
(abgesehen davon, daß dies vernachlässigbar wenige sind).
> nichts getan. Nur dass ich arbeite und Mehrwertsteuer auf jedes gekaufte
1. Studis zahlen auch Mehrwertsteuer.
2. Studis sind der Wirtschaft willkommene billige Arbeitskräfte und sparen
dir somit Geld.
3. Die BRD gibt für Bildung 8,5% der gesamten Staatsausgaben aus. Dies
bedeutet den letzten Platz aller Industrienationen (hinter Schweiz,
Australien, Kanada, Finnland, Irland, Dänemark, Großbritannien, Schweden,
Österreich, Japan, Frankreich, Belgien, Spanien, Niederlande und Italien.)
In den von dir als Vorbild angeführten USA liegt diese Zahl bei 14%.
> Produkt zahle, nur damit diese Auswüchse bezahlt werden, stinkt mir
> gewaltig.
Mir konnte immer noch niemand erklären, wieso Langzeitstudis mehr Geld
kosten sollen. Sie belegen die gleiche Anzahl an Vorlesungen, Seminaren und
sonstigen Veranstaltungen, lediglich über einen längeren Zeitraum verteilt.
Und diejenigen, die
> eh nicht im Traum an einen sinnvollen Abschluss denken (ich sag nur
> Jodeldiplom!)
nehmen die Einrichtung der Uni ja eh nicht in Anspruch. Wo bitteschön werden
deine Steuergelder verjubelt?
> Ich denke, dass eine Säuberung (schon wieder dieses Wort) der
> Matrikelliste durch die Studiengebühren wie hier in BaWü ein sinnvoller
Ansatz ist.
Geh weg.
Die Kausalität ist hier andersrum:
Du zahlst bald mit deinen Steuern Hochschulen, an denen deine Kinder nicht
mehr studieren können. Weil du dir nämlich ihre Studiengebühren nicht mehr
leisten kannst. (Zumindest wenn meine Schlußfolgerung aus deiner
allerletzten Zeile stimmt und du kein Überdurchschnittsverdiener bist).
> Heidelberg hat nicht umsonst mit einem Schlag über 10% seiner Studenten
> verloren, als dies neu eingeführt wurde. Noch lieber wäre es mir, wir
> hätten
Die sind jetzt entweder arbeitslos (und kosten dein Geld) oder in einem
anderen Bundesland. Im übrigen sind das gar nicht so viele, wie uns die
Propaganda des Herrn von Trotha immer weiß machen will.
> das amerikanische Stipendien- und Leistungssystem, aber das wird in
> unserer
> durch und durch sozialistisch (mit diesem Sozialismusvirus wurden wir
In einem Punkt gebe ich dir recht: _Im Vergleich zu den USA_ sind wir ein
sozialistisches Land. Außerhalb dieses Vergleichs kann ich diese
Attributierung aber nicht im geringsten nachvollziehen.
> Deutschen im übrigen von den Nazis dauerhaft infiziert....immer der Staat
Häh?
> als Heilsbringer) geprägten offiziellen Hochschulpolitik NIE durchkommen.
Hoffentlich nicht.
> Eine kleine Elite (schon wieder so ein Schauderwort) sollte dabei die
> Geisteswissenschaften voranbringen, dafür zahl ich gerne. Aber ich halte
> eben nix davon eine Masse von Germanistik-, Philosophie-,
> Sozialwissenschaftsstudenten (auf Magister natürlich) auszubilden, die
> sowieso keine Berufsperspektive haben. Das stinkt mir im übrigen auch an
> meinem (abgeschlossenen) Jurastudium.
Als ausgebildeter Jurist kennst du bestimmt GG §12, Abs.1, Satz 1.
Ch.
[XP & F'up de.soc.studium]
--
Zumindest bemerkst du richtig, daß "Elite" ein Schauderwort ist
Christian Buggle
Christia...@stud.uni-karlsruhe.de>
Christoph Gruber wrote:
> was seine ausage für aachen widerlegt, aber es gibt auch andere unis, oder?
Durchaus richtig, ja.
Und? Welche Hochschule ist jetzt der Regelfall und welche die Ausnahme?
> "nicht mehr alle" ist noch kein bedenkliches mißtrauensvotum.
Ich hab die Wahlergebnisse nicht exakt im Kopf, aber "aktiv" dürfte rund
die Hälfte der Stimmen, die sie noch bei der letzten Wahl erhalten haben
verloren haben.
> was verstehst du unter "konstruktiver asta-arbeit"?
Sachliche, an den Realitäten der RWTH orientierte und sich auf
klassische hochschulpolitische Themengebiete konzentrierende Arbeit, bei
der Argumente und Fakten zählen. Arbeit zum neuen Hochschulgesetz in NRW
und zum Qualitätspakt*), Diskussion über die Einführung eines
Semestertickets, ...
> denn von dem was ich unter konstruktiver arbeit für studenten verstehe haben
> sie eh keine ahnung.
Du scheinst die deutschen ASten ja bestens zu kennen...
> ein armutszeugnis.
Und den AStA der RWTH kennst Du vermutlich noch besser.
IMO ist die Feststellung, daß mensch selbst etwas in aller Regel eine
Aufgabe nicht objektiv optimal sondern lediglich im Rahmen der eigenen
Fähigkeiten und Kenntnisse bearbeiten kann alles andere als ein
Armutszeugnis.
> das problem ist, daß eben mangels alternative _nur_ jene zur wahl gehen, die
> mit dieser "politik" einverstanden sind.
In Aachen gibt's reichlich Alternativen. Von betont unpolitischen
Listen, die zu Zeiten, zu denen sie noch den AStA stellten ihren
Schwerpunkt auf "Mehr Service für die Studierenden" gelegt haben, den
RCDS und "aktiv" bis hin zu reinen Spaßlisten ohne echtes Programm.
Die geringe Wahlbeteiligung mit einem Mangel an Alternativen begründen
zu wollen funktioniert zumindest hier in Aachen nicht.
> wahlen abwarten.
Es wurde gerade vor ein paar Monaten gewählt. Mit dem Ergebnis, daß
"aktiv" jetzt nur noch einen statt der vorherigen zwei Sitze im SP hat.
Wie gesagt: Dumme Sprüche und üble Polemik überzeugen auf Dauer
niemanden.
Ciao
Jens
PS: Läßt's sich jetzt ohne qp besser quoten?
*) So bezeichnet das Land hier massive Stellenkürzungen, die es mit der
Aussicht verbindet, daß danach für's erste nicht mehr gekürzt wird...
Jens Bolten schrieb:
> Michael Kurr wrote:
> > Tip aus eigener Erfahrung: eigene Hochschulgruppe gründen und durch
> > die Korporationsszene wählen lassen (das tut sie normalerweise lieber,
> > als den RCDS zu wählen). In Aachen sind wir so auf Anhieb ins Stupa
> > eingezogen.
>
> Ja, leider. Aber inzwischen sind nichtmal mehr alle
> Verbindungsstudierenden bereit Euch zu wählen - nur mit dummen Sprüchen
> und übler Polemik lassen sich nämlich auch die sich nicht überzeugen.
Soweit sich das aus den von Korporierten insgesamt eingenommenen SP-
Sitzen erschließen läßt, hatte "aktiv" nie die Mehrheit der Aachener
Korporiertenstimmen.
Gruß,
Johannes FcA!
--
Johannes Schwenke, Sanatoriumstraße 7, D-52064 Aachen
Tel.: 0241-706016, Fax: 0241-706031, email: j...@ginko.de
Michael Kurr wrote:
> Und hätten wir Juristen in unseren Reihen, hätten wir vermutlich den
> AStA längst verklagt, aber so müssen wir uns eben mit Newton und
> Konsorten herumschlagen....SCHADE.
So richtig gute Techniker scheint "ihr" aber auch nivht zu sein,
HTML-Postings mit zitierten Signaturen sprechen jedenfalls eher dagegen.
> Und falls Du Dich auch noch an unseren ersten Wahlkampf erinnerst,
Nee, aber für soetwas gibt's ja Wahlzeitungen. Da kann mensch denn
Unsinn dann auch noch Jahre später nachlesen. :-)
Ciao
Jens
> die in unsäglichen Gesamthochschulen und -schulen gipfelt, wie wir sie
> besonders in NRW lieben und schätzen gelernt haben
> (aber wenigstens sind sie teuer).
Ich kenne Gesamtschulen, die ihren Schülerinnen und Schülern eine
wesentlich bessere Schulbildung vermitteln als die meisten Gymnasien.
Und ich kenne mindestens ein Gymnasium, dessen Niveau deutlich unter dem
der meisten Gesamtschulen liegt. Und ich kenne Gesamtschulen, die auch
in ihrer gymnasialen Oberstufe nicht annähernd soetwas wie Abiturniveau
erreichen. Vergleichbares gilt für Gesamthochschulstudiengänge.
Bildungspolitik ist kein Feld, auf dem dogmatische Schwarzw-Weiß-Malerei
auch nur annähernd funktioniert.
> Und es bestätigt mein Bild von der studentischen
> Interessenvertretung (ASten wie auch Fachschaften) voll und ganz.
Wie gesagt, auch die Studierenden und insbesondere die Fachschaft
Maschinenbau haben lange gegen diese durch die Eckdatenverordnung
erzwungene Prüfungsordnung gekämpft, AFAIK war die DPO Maschinenbau eine
der letzten, die an der RWTH an die EckVO-U angepaßt wurde.
Philipp wrote:
> Nun, vieles davon war pauschal auf ALLE Korporierten und Kritiker der Asten
> gemünzt...
Schön, daß Du zu wissen glaubst, wie ich etwas gmeint habe.
Ich beschrieb lediglich meine ganz persönlichen Beobachtungen und
Erfahrungen an meiner Hochschule.
> Huch wie empfindlich...war gar nicht so gemeint.
Das hat nichts mit Empfindsamkeit zu tun.
Ich kann lediglich dieses dumme "Wer nicht in neun Semstern fertig ist,
die oder der hat 'was falsch gemacht."-Gesülze einfach nicht mehr hören.
Denn eigentlich trifft in vielen Fällen eher das genaue Gegenteil zu:
Wer in neun Semestern fertig ist, die oder der hat die Hochschule häufig
lediglich als Ausbildungs- und nicht als Bildungseinrichtung genutzt.
> Finde ich nicht gut.
Das fanden wir auch nicht gut, und darum haben wir's mit unserer neuen
DPO geändert. Jetzt gibt's eine zehnsemestrige Regelstudienzeit, in der
das Praktikum integriert ist. Das hat zudem den schönen Nebeneffekt, daß
durch das Semester mehr ein formales Hindernis bei der Anerkennung des
Abschlusses im Ausland ersatzlos weggefallen ist.
> Gähn...hältst du mich für minderbemittelt?
Willst Du 'ne ehrliche Antwort? :-)
> weil sie die ganze Zeit "Nazis raus" und "Burschis in die Muppetsshow"
> gebrüllt haben.
Zumindest letzteres dürfte in Aachen vermutlich nicht gebrüllt werden,
ein "aktiv"-Mensch im SP ist schließlich schon einer zuviel. :-)
> Ein Mitarbeiten von Studierenden in den Ausschüssen bringt etwas, die Frage
> ist nur: Was?
S.o. Durch einen einfachen Trick ein Semester längere und damit
realistischere Regelstudienzeit und gleichzeitig weniger Probleme bei
der Anerkennung deutscher Diplome im Ausland. Und das ist nur ein
Beispiels von unzählig vielen.
> Entschuldigung, wollte dich nicht beleidigen :)
Nun, eine Beleidigung war's noch nicht, aber schon nicht mehr weit davon
entfernt. :-)
> Ja, wo forschen sie denn, die Nobelpreisträger von morgen?
Soll ich jetzt wirklich alle Bereich aufzählen, in denen nur alleine an
der RWTH Forschung betrieben wird, die sich durchaus mit der von
Nobelpreisträgerinnen und -trägern messen kann?
Alleine im Bereich der Mikro- und Nanotechnologie fallen mir auf Anhieb
ein halbes Dutzend Forschungsprojekte ein, die durchaus auf eine solche
Liste gehören würden, darunter so interessante und vielversprechende
Dinge wie die Entwicklung künstlicher Sinnesorgane.
Und wenn Du Dir mal irgendwelche neueren Protokolle und Standards im
Bereich der Kommunikationstechnik ansiehst, dann wirst Du kaum
eines/einen finden, an dem nicht ein bestimmter Lehrstuhl meines
Fachbereichs mitgewirkt hat.
Es lassen sich nahezu beliebig viele interessante und zukunftsträchtige
Forschungsgebiete finden, in denen deutsche Forschungseinrichtungen
weltweit führend sind.
> Der beste Eingangstest war früher das Abitur, bis es von manchen SPD
> geführten Ländern wachsweich verwässert wurde.
Nun, da war die SPD nun wirklich nicht alleine am Werk, auch die CDU
hatte daran durchaus einen wesentlichen Anteil.
Jens Ersfeld v/o Chip wrote:
> Und wenn du Korporierte suchst, die engagiert fuer ihre Hochschule
> eintreten, rate ich zu einem Besuch in Clausthal!
Meine Aussage war auch nicht "Es gibt keine Verbindungsstudierenden, die
engagiert für ihre Hochschule eintreten." Die Aussage war "Die "Und
morgen verklagen wir den AStA"-Fraktion hat weder ein Interesse an
Hochschulpolitik noch die Kompetenz, die für eine sachliche Diskussion
hochschulpolitischer Themen nötig wäre."
Philipp wrote:
> Dass das Abitur in den Südländern etwas härter und schwerer ist, ist doch so
> offensichtlich wie nur was...
Ungefähr so offensichtlich wie die Schutzwirkung von Radwegen?*)
> oder willst du NRW Gesamtschulabiturienten im Kenntnisstand des Fachs Mathe
> etwa mit bayrischen Abiturienten gleichstellen?
Ich kenne durchaus die eine oder andere Gesamtschule in NRW, deren
Abiturientinnen und Abiturienten denen aus Bayern noch Nachhilfestunden
geben könnten.
> Offensichtlich sieht das auch die KMK (Kultusministerkonferenz) so,
> die kürzlich fast einstimmig (!) eine Anhebung des Abiturniveaus beschlossen
> hat. Offensichtlich kann man aus Fehlern der Vergangenheit lernen...
"Offensichtlich" hat die KMK keine Ahnung. Denn nicht das per
KMK-Beschluß festgelegte formale Abiturniveau ist das Problem sondern
die bisweilen erschreckenden Abweichung zwischen diesem formalen Niveau
und der realen Leistungsfähigkeit einiger Abiturientinnen und
Abiturienten.
Ciao
Jens
*) Das Unfallrisiko auf "normalen" Radwegen ist mehr als dreimal so hoch
wie auf der Fahrbahn gleich daneben, wie etliche Studieen belegen, mehr
dazu in de.rec.fahrrad...
Jens Bolten schrieb:
> Hallöchen!
>
> Michael Kurr wrote:
> > Und hätten wir Juristen in unseren Reihen, hätten wir vermutlich den
> > AStA längst verklagt, aber so müssen wir uns eben mit Newton und
> > Konsorten herumschlagen....SCHADE.
> So richtig gute Techniker scheint "ihr" aber auch nivht zu sein,
> HTML-Postings mit zitierten Signaturen sprechen jedenfalls eher dagegen.
Wusste gar nicht, dass so etwas wie HTML-Postings zu unserem Lehrgebiet
gehört...? In der neuen DPO etwa? Ausserdem könntest Du diese Aussage auf
mich beschränken, andere Maschis, die sich trotzdem mit diesem Quatsch
auskennen, könnten sich sonst beleidigt fühlen.... und das willst Du doch
bestimmt nicht, oder?Und ausserdem hast Du sehr Recht: ich weiss nicht mal
wovon Du redest (es interessiert mich aber auch nicht besonders).... und ich
bin weit entfernt davon eine auch nur annähernd so nette persönliche
Homepage zu haben wie Du (diese musikalische Untermalung....... so richtig
zum wohlfühlen).
>
>
> > Und falls Du Dich auch noch an unseren ersten Wahlkampf erinnerst,
> Nee, aber für soetwas gibt's ja Wahlzeitungen. Da kann mensch denn
> Unsinn dann auch noch Jahre später nachlesen. :-)
>
> Ciao
> Jens
Lutz Frommberger wrote:
>
> Philipp <kriege...@gmx.de> wrote:
> > Naja, mir stinkt es einfach, dass manche Leute fast schon eine Dekade lang
> > auf der Uni einen Studienplatz für jüngere blockieren
>
> Legende. Sie blockieren keine Studienplätze. Keinen einzigen. Kontingentiert
> werden die Studienplätze für Neuanfänger, egal, wieviel Kommilitoninnen es
> in höheren Semestern gibt.
Ich weiß ja nicht, was du studierst, und wie bei euch das Studium in den
höheren Semestern ausssieht, aber hier (ich mache KMUB / Biotechnologie
an der FH-Gießen). Während des gesamten Studiums finden Praktika statt,
z. T. unter recht intensiver Betreuung, auch der Materialaufwand ist
nicht zu unterschätzen.
Gewisse Leute im 14. Semester, von denen ich annehmen muß, daß sie ihr
Studium nur als Parkstudium betreiben, die Praktika aus Jux und Dollerei
mitmachen, und vielleicht hier und da mal nen Schein schreiben, lassen
mich des öfteren erschaudern.
Vielleicht sieht man daß als angehender Ingenieur anders als z. B.
Geisteswissenschaftler...
mfg
Rainer Tapmeier | http://taps.home.pages.de/
--
Man sagt, wenn man eine Win98-CD rückwärts abspiele, würden
satanische Verse erklingen. Viel schlimmer ist es allerdings,
wenn man sie vorwärts abspielt: Sie installiert Win98!
Warum? is doch schnuckelig.. ;-)
Merlin Z!
B! Germania-Charlottenburg zu Gießen
--
Rainer Tapmeier | Tel: 0641 / 389 717
Marburger Straße 122 | Fax: 0641 / 386 00
35396 Giessen | http://taps.home.pages.de/
Nur: die Langzeitstudis belegen doch auch jede Veranstaltung nur einmal. Auf
welche Zeit sie das verteilen, ist aus Kostengesichtspunkten vollkommen
egal, und Praktikumsplätze nehmen sie entgegen der landläufigen
Argumentation auch niemandem weg. Ich weiß nicht, wer das Gerücht in Umlauf
gesetzt hat, die Studis würden nur solange studieren, weil sie jede
Veranstaltung zweimal besuchen.
> Gewisse Leute im 14. Semester, von denen ich annehmen muß, daß sie ihr
> Studium nur als Parkstudium betreiben, die Praktika aus Jux und Dollerei
> mitmachen, und vielleicht hier und da mal nen Schein schreiben, lassen
> mich des öfteren erschaudern.
Nach meinem Dafürhalten sind diese Leute äußerst selten - aber selbst wenn:
sie schaden niemanden und kosten _nichts_.
> Vielleicht sieht man daß als angehender Ingenieur anders als z. B.
> Geisteswissenschaftler...
Welchen Grund sollte es dafür geben? Vorurteile gegen die
Geisteswissenschaften?
Michael Kurr wrote:
> Wusste gar nicht, dass so etwas wie HTML-Postings zu unserem Lehrgebiet
> gehört...?
Das Wissen über den Umgang mit grundlegenden Werkzeugen des Internet
sollte IMO eigentlich in jedem Studiengang vermittelt werden...
> Ausserdem könntest Du diese Aussage auf mich beschränken, andere Maschis,
> die sich trotzdem mit diesem Quatsch auskennen, könnten sich sonst beleidigt
> fühlen....
Deshalb stand das "ihr" ja auch in Anführungszeichen... :-)
> ich weiss nicht mal wovon Du redest (es interessiert mich aber auch nicht
> besonders)....
[x] Du möchtest dringend de.newsusers.* lesen...
[x] Du möchtest - auch wenn's Dich nicht interessiert - lernen, wie
mensch richtig quotet, weil falsches und überflüssiges Quoten -
insbesondere von Signaturen - als unfreundlich bis unhöflich eingestuft
wird.
> und ich bin weit entfernt davon eine auch nur annähernd so nette persönliche
> Homepage zu haben wie Du (diese musikalische Untermalung....... so richtig
> zum wohlfühlen).
Eigentlich gibt's diese Seiten nur deshalb noch, weil ich inzwischen
sogar schon zu faul zum Löschen bin und weil ich immer noch hoffe, mit
diesem merkwürdigen "Etwas" irgendwann mal den Titel für die älteste
virtuelle Baustelle Deutschlands gewinnen zu können.... ;-)
Ciao
Jens
Rainer Tapmeier wrote:
> Während des gesamten Studiums finden Praktika statt,
> z. T. unter recht intensiver Betreuung, auch der Materialaufwand ist
> nicht zu unterschätzen.
> Gewisse Leute im 14. Semester, von denen ich annehmen muß, daß sie ihr
> Studium nur als Parkstudium betreiben, die Praktika aus Jux und Dollerei
> mitmachen, und vielleicht hier und da mal nen Schein schreiben, lassen
> mich des öfteren erschaudern.
> Vielleicht sieht man daß als angehender Ingenieur anders als z. B.
> Geisteswissenschaftler...
Mich erschaudern ganz andere Sachen. Ich betreue Praktika und Uebungen
im Bereich Ingenieurwesen. Und hier ist teilweise erschreckend, wie
wenig analytisches Verstaendnis vorhanden ist und auf welchem
Wissensniveau argumentiert wird. Dies ist mit der zunehmender
Semesterzahl maximal dahingehend korreliert, dass diese Probleme
abnehmen (was ja auch normal ist; mehr Wissen, mehr Erfahrung...). Ich
erwarte schon dass wenn eine Beobachtung als Regel hingestellt wird auch
die Hintergruende genauer beachtet werden. Vielfach handelt es sich dann
naemlich nicht mehr um eine Regel. Dein Argumentationsmuster erinnert
mich so eher an einen schlechten Verkaufsingenieur (wie bekomme ich ein
schlechtes Produkt doch noch los) als an einen Ingenieur, der technische
Zusammenhaenge begreift und daraus sein Ergebnis entwickelt. Oder sollte
der gefluegelte Spruch "Ausnahmen bestaetigen die Regel" doch in einen
neuen Kontext gerueckt werden?
Tschuess
Juergen
Lutz Frommberger wrote:
>
> Ich weiß nicht, wer das Gerücht in Umlauf
> gesetzt hat, die Studis würden nur solange studieren, weil sie jede
> Veranstaltung zweimal besuchen.
hm, ok, hast wahrscheinlich recht.. nur kann es doch durchaus vorkommen,
daß ein 'Langzeitstudent' eine Vorlesung zum wiederholten mal besuchen
muß, da der Dozent inzwischen gewechselt hat, oder die Prüfungsordnung
u. ä. Zugegeben, besonders stichhaltig ist es nicht.
> > Gewisse Leute im 14. Semester, von denen ich annehmen muß, daß sie ihr
> > Studium nur als Parkstudium betreiben, die Praktika aus Jux und Dollerei
> > mitmachen, und vielleicht hier und da mal nen Schein schreiben, lassen
> > mich des öfteren erschaudern.
>
> Nach meinem Dafürhalten sind diese Leute äußerst selten - aber selbst wenn:
> sie schaden niemanden und kosten _nichts_.
Kann ich mir so nicht vorstellen, aber mangels Fakten laß ich das
erstmal so stehen.
> > Vielleicht sieht man daß als angehender Ingenieur anders als z. B.
> > Geisteswissenschaftler...
>
> Welchen Grund sollte es dafür geben? Vorurteile gegen die
> Geisteswissenschaften?
noe.. ich kenn nur deren Studienordnung, und -ablauf nur mehr vom
Hörensagen, daher kann ich darüber keine definitiven Statements abgeben.
Tendentiell halte ich aber den anteil an 'Laberfächern' höher als in
einem naturwissenschaftlichem Studium.
mfg
Rainer Tapmeier
In der Regel schon. Dennoch kann es zu Problemen kommen: So gab es (zu
meiner Zeit in GI) bei Laborpraktika der Biologen nicht so viele Plätze wie
Studenten dieses Semesters. Deshalb wurde Leute mit höheren Semestern bei
der Vergabe bevorzugt -- schließlich sind die wahrscheinlich schon 'mal
leer ausgegangen. Leider gab es immer wieder Fälle, wo Leute mit recht
vielen Semestern ein solches Labor anfingen und nach zwei, drei
Veranstraltungen nicht mehr aufkreuzten. Der Laborplatz war für den Rest
des Semsters verloren... Ob allerdings der selbe Student dann ein zweites
Mal dieses IIRC Pflichlabor wiedergholte ist mir nicht bekannt, wer jedoch
ein Diplom haben will muß wohl tun...
Wie bei allem stellt sich natürlich die Frage: Ist die Maßnahme
"`Studiengebühr"' dem Ausmaß der Probleme angemessen? Ich kann dies nicht
erkennen... Obiges muß man also anders lösen.
Farbigst,
Martin Schmidt Z!
--
Martin Schmidt v. Pythagoras Z! B! Germania-Charlottenburg zu Giessen
privat: mailto:martin....@tu-bs.de
PGP public key on request (subject: PGP public key request)
fingerprint: 24ff 2ac6 6db1 520f d817 ac72 4ec0 4826
Bund: mailto:Germania-Ch...@gmx.de
http://privat.schlund.de/Germania-Charlottenburg_Giessen/
>> Und wenn du Korporierte suchst, die engagiert fuer ihre Hochschule
>> eintreten, rate ich zu einem Besuch in Clausthal!
>Meine Aussage war auch nicht "Es gibt keine Verbindungsstudierenden, die
>engagiert für ihre Hochschule eintreten." Die Aussage war "Die "Und
>morgen verklagen wir den AStA"-Fraktion hat weder ein Interesse an
>Hochschulpolitik noch die Kompetenz, die für eine sachliche Diskussion
>hochschulpolitischer Themen nötig wäre."
Das muß sie auch nicht. Es geht darum rechtswidrige Handlungen zu
unterbinden.
Natürlich kann einzelner Student erklären, wie wichtig ihm ein
Krankenhaus vor Ort ist. Aber wenn die gewählte Vertretung der
Studentenschaft sich zusammen mit dem Senat der Universität in dieser
Frage äussert, ist das wohl etwas schwerwiegender.
Und zum ÖPNV: Es musste die regionale Busgesellschaft RBB (Regional Bus
Braunschweig) davon überzeugt werden, dass eine geplante Tariferhöhung
derart nicht umgesetzt wird. Das erreichte nicht der AStA allein,
sondern nur in Zusammenarbeit mit dem lokalen OB, dem Bürgermeister der
Samtgemeinde etc. Diese mussten auch erst wieder motiviert werden, sich
für die schon verloren geglaubte Sache einzusetzen. Das hätte eine
Einzelperson wohl kaum geschafft. So gelang es, da Pinguin (Anerkennung
nochmals für diese Leistung ;-) im Namen des AStA und damit im Namen
mehrerer tausend Studenten sprechen konnte und seine Stimme entsprechend
Gewicht hatte.
Es würde mich jetzt brennend interessieren, an welche anderen Wege du
gedacht hättest, die ebenfalls erfolgreich sind.
Nur zur Information: Meines Wissens waren es vorrangig
Verbindungsstudenten (z.B. im dt. Hochschulring, einem interkorporativen
Zusammenschluss), die in der Zeit der Weimarer Republik grössere
Mitspracherechte für Studenten an den Unis durchsetzten, sich um einen
gemeinsame deutschlandweiten Zusammenschluss der Studendentenschaft
einsetzten.
So wurde damals eine "Wirtschaftshilfe der Dt. Studentenschaft"
eingeführt, aus der die heutigen Studentenwerke hervorgingen, finanziert
durch staatl. Zuschüsse und Zwangsbeiträge der Studenten. Auch die
politische Mitsprache der Studentenschaft stammt aus dieser Zeit und war
auch damals häufig konträr zu Regierung und Gesetzen, allerdings eher
völkisch geprägt. (siehe Auseinandersetzung mit dem preuss.
Kultusministerium)
Also, wir sollten m.E. nicht so tun, als seien Vertretungen der
Studenten überflüssig, sondern eher schauen, wie diese in möglichst
breitem, konstruktiven Rahmen die Interessen der Studenten vertreten
können!
Denn beide hier beschriebene Aktionen waren politisch und ausserhalb
reiner Hochschulpolitik. Aber trotzdem (oder deswegen?) eine konsequente
und konstruktive Vertretung der Interessen der Studentenschaft.
Mit Clausthaler Glückauf!
Alexander Stintzing Z!
AV Kristall zu Clausthal im SB
http://www.av-kristall.de
> Falsch erwartet. In sechs Jahren hochschulpolitischer Arbeit ist mir in
> noch keinem hochschulpolitischen Arbeitskreis, bei keinem der
> zahlreichen Streiks und in keinem der akademischen Gremien meiner
> Hochschule ein nennenswertes Engagement solcher Leute aufgefallen.
Solltest sich diese Behauptung auf alle Korporierten beziehen, schliesse
ich mich Chip an: Du solltest Clausthal besuchen!
Während der letzten bundesweiten Streikwelle im Winter 1997 war die
Vollversammlung in Clausthal deshalb beschlussfähig, weil gerade die
Korporierten in grosser Anzahl kamen und dann, im Interesse der
Studentenschaft, auch für den Streik stimmten und diesen dann aktiv
unterstützten. Und auch damals waren Korporierte im (eher linken) AStA
aktiv, so ein Bundesbruder von mir.
Können wir nicht von dem Gegensatz von Studentenverbindung und
Korporationen wegkommen? Gerade Fachschaften und Verbindungen können
doch sehr gut in beiderseitigem Nutzen zusammenarbeiten.
Dazu ein Beispiel aus Clausthal, dass sicherlich auch anderswo
realisiert werden kann:
Erstsemester, die frisch mit dem Studium anfangen, haben häufig extreme
Probleme, sich in dem Hochschulbetrieb zurechtzufinden. Daher bieten die
Fachschaften an vielen Unis 1-2 Einführungstage an, bei denen sie
einigen Hundert Studenten möglichst viel zeigen.
In Clausthal ist der Service etwas ausgeprägter: Es gibt eine einwöchige
Einführungszeit, in der ältere Studenten den Ersties die Uni zeigen
(Bibo, RZ, Institute etc.), die Stundenpläne gemeinsam aufstellen,
Clausthal kennenlernen, die Kneipenszene erforschen usw. Dabei werden
die Ersties in kleine Gruppen von ca. 10-15 Leuten unterteilt (auch
Bärchengruppen genannt ;-), so dass man sich gut untereinander
kennenlernt und der persönliche Kontakt gegeben ist, die Anonymität von
Anfang an gebannt ist.
Wann ich auf die Korporationen komme? Für diese kleinen Gruppen braucht
man natürlich eine recht grosse Gruppe älterer Studenten, die für lau
oder (bei uns) für ein eher symbolisches Honorar diese Arbeit leisten.
Und erfahrungsgemäss sind das überwiegend (>2/3) Korporierte.
- Nutzen für die Ersties: Hervorragende Einführung in das Studium und
die Un. Unsicherheiten werden beseitigt, man kennt sofort ältere
Studenten, die man um Rat fragen kann.
- Nutzen für die Korporationen: Bekannterweise funktioniert Keilen am
besten über persönliche Kontakte. Wie lernt man besser Erstsemester
kennen und kann von Anfang an schauen, wer zum eigenen Bund passt???
Zumindest in meiner Verbindung sind über die Hälfte aller Aktiven über
derartige "Bärchengruppen" gekeilt worden, ich auch.
- Nutzen für die Fachschaften:
1: Obengenannter Service für die Erstis, der in dieser Qualität nur in
den seltensten Fällen alleine durch Fachschafter zu leisten ist.
2: Daraus resultierende Steigerung der Ansehens bei den Studenten (von
wegen Sinn der Fachschaft)
3: Kann die Fachschaft mit etwas Geschick aus diesen "Bärchenführern"
Leute für die weitergehende Fachschaftsarbeit "keilen".
4: Da die Auswahl der "Bärchenführer" durch die Fachschaften vorgenommen
wird, können diese nach eigenen Gesichtspunkten auswählen, wem sie die
Bärchengruppen geben ("gute" nichtschlagende und "böse" Buxen),
zumindest machen sie das teilweise in Clausthal.
> Verantwortungsbewußtsein und ein engagiertes Eintreten für ihre
> Hochschule und deren Studierende kann mensch meiner erfahrung nach von
> solchen Leuten jedenfalls nicht erwarten.
5: Man erhält eben dieses ;-)
Was die Mitarbeit von Korporierten als (durch's Land NRW per
HiWi-Vertrag mit etwas über 270,- DM bezahlte) Tutorinnen und Tutoren
angeht sind wir durch einige Vorfälle in der Vergangenheit vorsichtig
geworden.
Nachdem einige Verbindungsstudenten ihre Tutanden weniger durch das
Uni-Viertel und Aachen und mehr durch's eigene Verbindungshaus geführt
haben und nachdem sie bisweilen die ihre weiblichen Tutanden mit
Kommentaren in der Preisklasse von "Wir nehmen ohnehin keine Frauen auf,
was soll ich mich da noch groß um Dich kümmern?!" vor der Tür ihres
Verbindungshauses haben stehen lassen nehmen wir Verbindungsstudierende
nur noch dann als Tutorinnen und Tutoren, wenn sie uns entweder bereits
halbwegs bekannt sind oder wenn sie damit einverstanden sind, daß ein
uns halbwegs bekannter Tutor oder eine uns bekannte Tutorin die
Co-Tutorin bzw. den Co-Tutor in diesen Tutorien gibt.
> Was die Mitarbeit von Korporierten als (durch's Land NRW per
> HiWi-Vertrag mit etwas über 270,- DM bezahlte)
Bei uns gibt´s noch 160,-DM. Bei praktisch deutlich über 20 Stunden eher
als Aufwandsentschädigung denn als Lohn zu betrachten.
> Tutorinnen und Tutoren angeht sind wir durch einige Vorfälle in der
> Vergangenheit vorsichtig geworden.
> Nachdem einige Verbindungsstudenten ihre Tutanden weniger durch das
> Uni-Viertel und Aachen und mehr durch's eigene Verbindungshaus geführt
OK, das ist nicht Sinn und Zweck der Sache. Im Vordergrund müssen die
Ersties mit ihren Interessen stehen, das Keilen hat zweitrangig zu sein.
Aber auch das meinte ich mit der Einflussnahme durch die Auswahl der
Fachschaften.
> haben und nachdem sie bisweilen die ihre weiblichen Tutanden mit
> Kommentaren in der Preisklasse von "Wir nehmen ohnehin keine Frauen auf,
> was soll ich mich da noch groß um Dich kümmern?!"
Selber schuld. Die wissen eben nicht, was gut ist. ;-) Gibt´s denn bei
euch keine gemischten Verbindungen? (Westmark?)
Aber du hast schon recht: Das kann´s nicht sein.
> vor der Tür ihres
> Verbindungshauses haben stehen lassen nehmen wir Verbindungsstudierende
> nur noch dann als Tutorinnen und Tutoren, wenn sie uns entweder bereits
> halbwegs bekannt sind oder wenn sie damit einverstanden sind, daß ein
> uns halbwegs bekannter Tutor oder eine uns bekannte Tutorin die
> Co-Tutorin bzw. den Co-Tutor in diesen Tutorien gibt.
Ihr habt also auch so genug Freiwillige? Ohne Korporierte liefe hier in
einigen Fachbereichen nicht viel.
Gut, auf der anderen Seite will Vertrauen auch aufgebaut und gepflegt
werden. Seitdem einige Fachschafter regelmässig bei uns auf dem Haus auf
Feiern inklusive Keilveranstaltungen waren und sind, ist die Skepsis
weitgehend abgebaut. Kennenlernen baut unnötige Vorurteile prima ab!
>> >So hat sich an unserer Uni niemand beschwert, als wir uns als AStA
>> >(erfolgreich) fuer den Erhalt eines Krankenhauses oder eine Tarifreform
>> >des OePNV eingesetzt haben. Nach Rechtsprechung in NRW waere dies einigen
>> >Studentenvertretungen dort nicht moeglich gewesen.
>>
>> Es ist natürlich völlig unmöglich solche Aktionen nicht im Namen und
>> mit finanziellen Mitteln der Gesamtstudentenschaft durchzuführen.
>
>Natürlich kann einzelner Student erklären, wie wichtig ihm ein
[..]
>Es würde mich jetzt brennend interessieren, an welche anderen Wege du
>gedacht hättest, die ebenfalls erfolgreich sind.
Eine rechtmäßige Lösung wäre es gewesen eine Interessengruppe zu gründen
und das Interesse durch entsprechende Aktionen (Unterschriften-
sammlung, Demos etc. pp.) zu bekunden. Natürlich kann man sich auch
präventiv als Hochschulgruppe an Wahlen für kommunale Gremien beteiligen
und so sich für die Interessen der Studenten einsetzen.
>Nur zur Information: Meines Wissens waren es vorrangig
>Verbindungsstudenten (z.B. im dt. Hochschulring, einem interkorporativen
>Zusammenschluss), die in der Zeit der Weimarer Republik grössere
>Mitspracherechte für Studenten an den Unis durchsetzten, sich um einen
>gemeinsame deutschlandweiten Zusammenschluss der Studendentenschaft
>einsetzten.
Es ging hier allerdings nicht um Mitspracherechte _an der Uni_.
[..]
>Also, wir sollten m.E. nicht so tun, als seien Vertretungen der
>Studenten überflüssig, sondern eher schauen, wie diese in möglichst
>breitem, konstruktiven Rahmen die Interessen der Studenten vertreten
>können!
Wir sind anscheinend doch gleicher Meinung. Nur in der Art und Weise
sind wir uns uneinig.
>Denn beide hier beschriebene Aktionen waren politisch und ausserhalb
>reiner Hochschulpolitik. Aber trotzdem (oder deswegen?) eine konsequente
>und konstruktive Vertretung der Interessen der Studentenschaft.
Wie gesagt: Wo kein Kläger....
> Eine rechtmäßige Lösung wäre es gewesen eine Interessengruppe zu gründen
> und das Interesse durch entsprechende Aktionen (Unterschriften-
> sammlung, Demos etc. pp.) zu bekunden. Natürlich kann man sich auch
> präventiv als Hochschulgruppe an Wahlen für kommunale Gremien beteiligen
> und so sich für die Interessen der Studenten einsetzen.
Wie bitte???
Der andere Weg war nicht rechtmässig und daher abzulehnen???
Wie gut, dass es bei als TU keine Jura-Studenten gibt!
Gruß, Alex!
Alexander Stintzing wrote:
> Bei uns gibt´s noch 160,-DM. Bei praktisch deutlich über 20 Stunden eher
> als Aufwandsentschädigung denn als Lohn zu betrachten.
Das ist bei uns auch nicht anders.
Für die 270,- DM wird erwartet, daß sich die Tutorinnen und Tutoren in
den ersten drei Tagen sehr intensiv um ihre Tutanden kümmern und das sie
sie auch danach, mindestens während des ersten Semesters, in Form von
gemeinsamen Pizzabackabenden u.ä., durch's Studium begleiten. Zusätzlich
gibt's noch TutorInnen-Treffen, zu denen die Tutorinnen und Tutoren
möglichst vollzählig erscheinen sollten und die Pflicht einen Bericht
für das Land NRW anzufertigen. Alles in allem haben die 270,- DM also
mehr symbolischen Charakter als das sie eine echte "Bezahlung" für die
Arbeit der Tutorinnen und Tutoren wären.
> das Keilen hat zweitrangig zu sein.
Das Keilen hat dort IMO nix verloren, aber wenn es deutlich im
Hintergrund steht, dann kann ich damit ggf. noch leben.
Wer ein Tutorium übernimmt, nur um dort zu keilen ist bei uns definitiv
an der falschen Adresse. Wenn uns soetwas auffällt, dann gibt's nach
Möglichkeit kein Geld und injedem Fall im nächsten Jahr kein Tutorium
mehr.
> Aber auch das meinte ich mit der Einflussnahme durch die Auswahl der
> Fachschaften.
Und? Wie willst Du vorher wissen, wer ein "guter" und wer ein
"schlechter" Tutor wird? Mit "Der gehört eine guten Verbindung an, den
nehmen wir. Und der gehört zu 'ner bösen, den nehmen wir nicht." lassen
sich Einzelpersonen IMO nicht zuverläßig und gerecht auswählen.
> Ihr habt also auch so genug Freiwillige?
In diesem Jahr hatten wir aufgrund rückläufiger Studierendenzahlen sogar
beinahe mehr als genug, etliche Tutorien mit 10-15 Tutandinnen und
Tutanden hatten sogar drei Tutorinnen und Tutoren, wobei im Normalfall
zwei Tutorinnen und Tutoren pro Tutorium angestrebt werden. Und in den
Jahren davor hat's immer so gerade eben gereicht, auch wenn das eine
oder andere Tutorium mit einer Tutorin oder einem Tutor auskommen mußte.
> Das Keilen hat dort IMO nix verloren, aber wenn es deutlich im
> Hintergrund steht, dann kann ich damit ggf. noch leben.
> Wer ein Tutorium übernimmt, nur um dort zu keilen ist bei uns definitiv
> an der falschen Adresse. Wenn uns soetwas auffällt, dann gibt's nach
> Möglichkeit kein Geld und injedem Fall im nächsten Jahr kein Tutorium
> mehr.
Die Frage ist, was man unter Keilen versteht. Das ist bei uns das
verstärkte Einladen zu eigenen Veranstaltungen in der Hoffnung, dass es
den Leuten gefällt. Und dass diese zu der Gemeinschaft passen. Wie man
halt jemanden auch für andere Vereine gewinnen will.
Warum hätte das dort nichts zu suchen? Zusätzlich (!) zu der
Tutorenarbeit?
Und gerade gemeinsame Aktionen wie Pizzabacken mit 10 Leuten usw. lässt
sich in (oder auf ;-) einem solchen Haus besonders gut durchführen,
besser zumindest als in den kleinen 2-3 Zimmer WG´s.
> > Aber auch das meinte ich mit der Einflussnahme durch die Auswahl der
> > Fachschaften.
> Und? Wie willst Du vorher wissen, wer ein "guter" und wer ein
> "schlechter" Tutor wird? Mit "Der gehört eine guten Verbindung an, den
> nehmen wir. Und der gehört zu 'ner bösen, den nehmen wir nicht." lassen
> sich Einzelpersonen IMO nicht zuverläßig und gerecht auswählen.
Gut, wie stellst du das bei anderen Einzelpersonen fest? Da gibt´s auch
gute und schlechte. Oder haben Verbindungsstudenten besondere
Eigenschaften, die sie von den sonstigen Studenten signifikant
unterscheiden?
Bei Verbindungen hast du immer noch die Chance, der Verbindung als
solcher zu sagen: Hey Leute, so geht das nicht. Entweder euer Tutor
bessert sich oder das war´s für die nächsten Jahre. Derartigen Druck
kannst du bei Einzelpersonen kaum durchführen.
> > Ihr habt also auch so genug Freiwillige?
> In diesem Jahr hatten wir aufgrund rückläufiger Studierendenzahlen
Seid ihr also auch schon auf der Suche nach dem seltenen und heiss
umworbenen Wesen namens Studienanfänger? ;-)
> sogar beinahe mehr als genug, etliche Tutorien mit 10-15 Tutandinnen und
> Tutanden hatten sogar drei Tutorinnen und Tutoren, wobei im Normalfall
> zwei Tutorinnen und Tutoren pro Tutorium angestrebt werden.
Macht auch mehr Spass und ist weniger stressig als alleine;-)
Gruß, Alex!
P.S. Sorry für die PMail, Jens. War fehlgeleitet.
>Und? Wie willst Du vorher wissen, wer ein "guter" und wer ein
>"schlechter" Tutor wird? Mit "Der gehört eine guten Verbindung an, den
>nehmen wir. Und der gehört zu 'ner bösen, den nehmen wir nicht." lassen
>sich Einzelpersonen IMO nicht zuverläßig und gerecht auswählen.
Ob die Einzelperson ein guter Tutor sein wird, weisst Du auch bei
nicht-corporierten nicht vorher :)
Sehr wohl merkst Du aber, ob eine Verbindung ihre Mitglieder
auffordert, Tutorate zu uebernehmen um daraus Keilveranstaltungen zu
machen oder ob der Mensch, der sich da als Tutor meldet, das aus
Engagement macht.
Mein Bund ermuntert zwar dazu, Tutorate zu uebernehmen (auch fuer
andere als Einfuerungsveranstaltungen), aber nicht um daraus
Keilveranstaltungen zu machen. Eine Zeit lang hat ein Bundesbruder
regelmaessig seine Uebungsgruppe auf unserm Haus empfangen. Die haben
sich dann - wie sich das gehoert - ins Arbeitszimmer verzogen und dort
gelernt, danach sind sie dann wieder weitergezogen.
In jedem Fall geb ich Dir Recht, dass bei Tutoraten - auch wenn sie
auf das Haus fuehren - aktives Keilen nichts zu suchen hat. Wenn ein
Teilnehmer feststellt "Hey, das interessiert mich irgendwie": schoen,
dann kann man ihn zu einer Verbindungsveranstaltung einladen und sehen
was sich daraus entwickelt. Wenn nicht, dann ist das auch gut -
vielleicht hat es ja wenigstens das eine oder andere Vorurteil abbauen
koennen :)
Alexander Stintzing wrote:
> Die Frage ist, was man unter Keilen versteht. Das ist bei uns das
> verstärkte Einladen zu eigenen Veranstaltungen in der Hoffnung, dass es
> den Leuten gefällt.
Also mehr oder minder massives Hinweisen auf die eigene Verbindung.
Soetwas wäre bei uns unerwünscht, ...
>Wie man halt jemanden auch für andere Vereine gewinnen will.
.. das gleiche gilt natürlich auch für andere Vereine.
> Warum hätte das dort nichts zu suchen?
Weil Tutorien nunmal keine Kaffeefahrten mit Werbeverkaufsveranstaltung
sind, unabhängig davon, welches "Produkt" beworben wird.
> Und gerade gemeinsame Aktionen wie Pizzabacken mit 10 Leuten usw. lässt
> sich in (oder auf ;-) einem solchen Haus besonders gut durchführen,
> besser zumindest als in den kleinen 2-3 Zimmer WG´s.
Durchaus richtig. Und IMO spricht auch nichts dagegen, daß ein
korporierter Tutor die Infrastruktur seiner Verbindung an der einen oder
anderen Stelle nutzt. Und btw: Wer als Tutorin oder Tutor in Aachen bei
einer Gruppe von 10+ Leuten auf die Idee kommt in einer 3-Zimmer-WG
Pizza zu backen, die oder der hat sich die Adressenliste der Tutandinnen
und Tutanden nicht gründlich genug angesehen. Irgendwer wohnt immer in
'nem Wohnheim mit ausreichend großen Gemeinschaftsräumen.
> Oder haben Verbindungsstudenten besondere Eigenschaften, die sie von den
> sonstigen Studenten signifikant unterscheiden?
Nun, ein Teil von ihnen ist bereits durch ihr inakzeptables Verhalten
als Tutor aufgefallen. Bei Nicht-Verbindungsstudierenden mußten wir
derartig heftiges Fehlverhalten glücklicherweise noch nicht zur Kenntnis
nehmen.*)
> Bei Verbindungen hast du immer noch die Chance, der Verbindung als
> solcher zu sagen: Hey Leute, so geht das nicht. Entweder euer Tutor
> bessert sich oder das war´s für die nächsten Jahre.
Diejenigen Verbindungen, deren Mitglieder uns und anderen aachener
Fachschaften in der Vergangenheit aufgefallen sind interessieren sich
für das, was wir ihnen zu sagen hätten ohnehin nicht so richtig.
> Derartigen Druck kannst du bei Einzelpersonen kaum durchführen.
Nun, die Leute sind immerhin als HiWi eingestellt. Daraus kann mensch
ggf. durchaus einen gewissen Druck entwickeln.
Ciao
Jens
*) Außer vieleicht der einen Nase, die erst einen Vertrag ausfüllt, dann
spurlos verschwindet und deren Nachbar uns auf Anfrage sagt, er sei wie
eigentlich jedes Jahr die ersten beien Semesterwochen im Ski-Urlaub.
Sollte der ob der Tatsache, daß er natürlich kein Geld von uns/vom Land
bekommen wird auch nur einen Ton von sich geben, so wäre zu überlegen ob
solches Verhalten nicht ggf. versuchten Betrug darstellt...
> Alexander Stintzing wrote:
> > In Clausthal ist der Service etwas ausgeprägter:
> Exakt so läuft's hier in den meisten Fachbereichen ab, und AFAIK kommt
> diese Form der Erstsemestereinführung über Sozialtutorien auch aus
> Aachen, das zugrundeliegende Konzept wurde hier vor etlichen Jahren an
> der FH (mit-)erfunden... :-)
Ich weiß nicht, was Du unter "etlichen Jahren" verstehst, aber als ich
vor zwanzig Jahren angefangen habe, in Marburg zu studieren, war das
dort bereits seit Jahren gang und gäbe: Bei den Medizinern hieß es
"Orientierungseinheit", bei den Juristen und BWLern "STOP-Gruppe" (wofür
"STOP" stand, habe ich vergessen).
> Was die Mitarbeit von Korporierten als (durch's Land NRW per
> HiWi-Vertrag mit etwas über 270,- DM bezahlte) Tutorinnen und Tutoren
> angeht sind wir durch einige Vorfälle in der Vergangenheit vorsichtig
> geworden.
> Nachdem einige Verbindungsstudenten ihre Tutanden weniger durch das
> Uni-Viertel und Aachen und mehr durch's eigene Verbindungshaus geführt
> haben und nachdem sie bisweilen die ihre weiblichen Tutanden mit
> Kommentaren in der Preisklasse von "Wir nehmen ohnehin keine Frauen auf,
> was soll ich mich da noch groß um Dich kümmern?!" vor der Tür ihres
> Verbindungshauses haben stehen lassen
Solchen Strategen hätten sie bei uns aus mehreren Gründen gewaltig eins
auf die Mütze gegeben.
Bei uns wird das festgelegte Programm durchgezogen und im übrigen nur
die Infrastruktur des Hauses zur Verfügung gestellt. Alles andere wäre
IMHO im übrigen auch für die Nachwuchsgewinnung kontraproduktiv: Wer den
Eindruck erweckt, die Aktiven Semester fänden unter Freigänger-
Bedingungen statt, darf sich nicht wundern, wenn er nur für eine ganz
bestimmte Sorte von Leuten attraktiv wird.
> nehmen wir Verbindungsstudierende
> nur noch dann als Tutorinnen und Tutoren, wenn sie uns entweder bereits
> halbwegs bekannt sind oder wenn sie damit einverstanden sind, daß ein
> uns halbwegs bekannter Tutor oder eine uns bekannte Tutorin die
> Co-Tutorin bzw. den Co-Tutor in diesen Tutorien gibt.
Nachvollziehbar. :-\
--
...und tschuess!
Michael
E-mail: M.Otte...@sailor.ping.de
Ciao
Jens
Bei Amtszeiten von 5 Jahren für meist temporär wohnende Studis reine
Illusion.
gruß,
--
Lutz Frommberger | "Paranoia is reality seen on a finer
UStA Uni Karlsruhe - Innenreferat | scale."
http://www.usta.de/ | Philo Gant in "Strange Days"
>> Natürlich kann man sich auch präventiv als Hochschulgruppe an Wahlen für
>> kommunale Gremien beteiligen und so sich für die Interessen der Studenten
>> einsetzen.
>
>Bei Amtszeiten von 5 Jahren für meist temporär wohnende Studis reine
>Illusion.
Um studentische Interessen zu vertreten, muß man kein Student (mehr)
sein. Ich kenne mich zwar im Kommunalwahlrecht kaum aus, aber ist
es nicht so, daß bei Ausscheiden eines Mitgliedes einer Liste aus
dem Rat das nächste nicht gewählte Mitglied der Liste nachrückt ?
> Um studentische Interessen zu vertreten, muß man kein Student (mehr) sein.
> Ich kenne mich zwar im Kommunalwahlrecht kaum aus, aber ist es nicht so,
> daß bei Ausscheiden eines Mitgliedes einer Liste aus dem Rat das nächste
> nicht gewählte Mitglied der Liste nachrückt ?
Ja, nur müssen noch genügend Leute auf der Liste draufstehen. :-)
--
Markus Gail - PGP - <mailto:ga...@gmx.de> - <http://home.pages.de/~gail>
-----------------------------------------------------------------------
------------ Don't ask what sort of computer a person drives. If he's a
Mac-driver, he'll tell you. -- If he's not, why embarrass him? --------
Nein, aber bis man sich soweit eingelebt hat, dass eine Kandidatur Sinn
macht, ist man so weit im Studium fortgeschritten, dass man die Amtszeit
ohnehin nicht mehr voll abdecken können wird. Nach dem Studium verlässt man
üblicherweise den Studienort.
Meine Hochschulgruppe hatte eine Kandidatur bei der Kommunalwahl erwogen,
aber aus o.g. Grund verworfen. Niemand von uns hätte das Ende der Amtszeit
erlebt. Unter diesem Umständen halte ich eine Kandidatur für unseriös.
Einige wenige Studis kandidieren ja auch auf den Parteilisten - aber die
kommen meist aus der Stadt selbst oder können absehen, dass sie auch nach
dem Studium dort bleiben. Oder kandidieren zur Zierde auf aussichstlosen
Listenplätzen.
> Ich kenne mich zwar im Kommunalwahlrecht kaum aus, aber ist
> es nicht so, daß bei Ausscheiden eines Mitgliedes einer Liste aus
> dem Rat das nächste nicht gewählte Mitglied der Liste nachrückt ?
Ja, aber wenn die Studis dann reihum durchrücken, macht das wenig Sinn.
On 15 Nov 1999 18:15:22 GMT, Lutz Frommberger <lu...@usta.de> wrote:
>> Um studentische Interessen zu vertreten, muß man kein Student (mehr)
>> sein.
>
>Nein, aber bis man sich soweit eingelebt hat, dass eine Kandidatur Sinn
>macht, ist man so weit im Studium fortgeschritten, dass man die Amtszeit
>ohnehin nicht mehr voll abdecken können wird. Nach dem Studium verlässt man
>üblicherweise den Studienort.
>
>Meine Hochschulgruppe hatte eine Kandidatur bei der Kommunalwahl erwogen,
>aber aus o.g. Grund verworfen. Niemand von uns hätte das Ende der Amtszeit
>erlebt. Unter diesem Umständen halte ich eine Kandidatur für unseriös.
Fragt sich nur, was unseriöser ist. Den Rat vor dem Ende der Amtszeit zu
verlassen oder als gewähltes Mitglied der studentischen Selbstverwaltung
rechtswidrige Äußerungen zu tätigen und studentische Gelder zu veruntreuen.
Diese Unterstellung mit einen F'up to poster zu versehen, ist schon frech.
Also: ersteres ist unseriös. Zweiteres wird nicht betrieben. Punkt.
gruß, [F'up poster, nun aber]
Hallole !
> Aus Unwissenheit frage ich daher: Was ist denn eigentlich der Unterschied
> zwischen einer Korporation und einer Studentenverbindung?
> Sind denn nicht alle Verbindungen (egal ob als eingetragener Verein oder als
> nichteingetragener) Körperschaften (folglich Korporationen)?
Im Prinzip wird der Begriff "studentische Verbindung" und
"(studentische) Korporation" meist voellig synonym verwendet -
ich kann mich allerdings dunkel an einen Corpsstudenten erinnern,
der hier mal versuchte, da feine Unterschiede herauszuarbeiten.
Ich verzichte da allerdings darauf - Freiwillige vor. =:)
--
Beste Gruesse, Trekking onward hanne...@rus.uni-stuttgart.de
Hannes Gnad Hv! B! Hilaritas han...@studbox.uni-stuttgart.de
http://helpdesk.rus.uni-stuttgart.de/~rusamiga/
** "Alles in der Muttersprache ausdruecken zu koennen, bekundet hoechste **
** Geistes- und Seelenbildung." (G.W.F. Hegel) **
> Im Prinzip wird der Begriff "studentische Verbindung" und
> "(studentische) Korporation" meist voellig synonym verwendet -
> ich kann mich allerdings dunkel an einen Corpsstudenten erinnern,
> der hier mal versuchte, da feine Unterschiede herauszuarbeiten.
Bist Du sicher? Es gab hier allerdings mal jemanden, der versuchte,
einen Unterschied zwischen "Studentenverbindung" und "Studenten*verein*"
zu erklären. Meintest Du das?
Ich glaube allerdings nicht, daß es hier um diese Unterscheidung gehen
sollte:
Message-ID: <38233074...@tu-clausthal.de>:
| Können wir nicht von dem Gegensatz von Studentenverbindung und
| Korporationen wegkommen? Gerade Fachschaften und Verbindungen können
| doch sehr gut in beiderseitigem Nutzen zusammenarbeiten.
Es sollte also vermutlich vielmehr heißen: "... Gegensatz von
*Fachschaften* und Korporationen ...".
Markus
www.alsatia.de
--
Markus Gail - PGP - <mailto:ga...@gmx.de> - <http://home.pages.de/~gail/>
------------------------------------------------------------------------
So notwendig wie Freundschaft ist nichts im Leben:
<http://www.coburger-convent.de/faq.html>
Jau. War ein Verschreiber.
Aber ich denke, dass trotzdem die Intention aus dem darauf folgenden
Beitrag zu ersehen war.
Gruß, Alex!