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Unterschied zwischen CV und KV

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Jens Rademacher

unread,
Apr 2, 2003, 9:39:54 AM4/2/03
to
Moin Moin allerseits,

kann mir mal einer den Unterschied zwischen "Cartellverband der katholischen
deutschen Studentenverbindungen (CV)" und "Kartellverband katholischer
deutscher Studentenvereine (KV)" erklären?

gespannt wartend

Rademacher

Andreas Netzmann

unread,
Apr 2, 2003, 10:20:54 AM4/2/03
to
> kann mir mal einer den Unterschied zwischen "Cartellverband der katholischen
> deutschen Studentenverbindungen (CV)" und "Kartellverband katholischer
> deutscher Studentenvereine (KV)" erklären?

Fuchsenstunde in dssv:
Der offensichtliche Unterschied:
CV=farbentragend, KV=nicht farbentragend

Wobei in München ein KV Bund (Alemannia) mittlerweile Band trägt, obwohl
das im Verband eigentlich verboten ist. Hier gab es wenn ich mich recht
erinnere auch schon mal die Diskussion in dssv, ob Bünde im KV, die
Farben tragen wollen, aus dem Verband ausgeschlossen werden sollten.

Aber für weitere Details würde ich die Herren Bibelwerfer selbst zu Wort
bitten.

Gruß
Netzmann II Suevo-Guestphaliae

Niels S. Richthof

unread,
Apr 2, 2003, 1:15:46 PM4/2/03
to
Moin zusammen!

>Fuchsenstunde in dssv:

Muß schon mal sein ...

>Der offensichtliche Unterschied:
>CV=farbentragend, KV=nicht farbentragend

... und damit hat es sich auch im Wesentlichen, wenn ich mich nicht
irre.

Der KV ist, historisch gesehen, eine Abspaltung vom CV. Derlei
Vorkommnisse kommen ja in den besten Verbänden vor :-)

Beide Verbände sind katholisch und pflegen recht gute Beziehungen
miteinander.

Der KV ist wesentlich kleiner als der CV.

<persönliche Sichtweise>
CV ist das (bessere) Original, KV das (schlechtere) Plagiat.
</persönliche Sichtweise>
:-)

cu
Niels S. Richthof
AV Rheno-Guestfalia Kiel im CV
KDStV Rheno-Saxonia Halle im CV

Christian Delhey

unread,
Apr 2, 2003, 1:30:28 PM4/2/03
to
>
> >Der offensichtliche Unterschied:
> >CV=farbentragend, KV=nicht farbentragend

> ... und damit hat es sich auch im Wesentlichen, wenn ich mich nicht
> irre.

4. Prinzip - Patria
Hat der KV nicht - meine Markomannia wollte es 1920 als 4. Verbandsprinzip
einführen, scheiterte aber...
Die ersten 3 Prinzipien sind gleich

Religio - Scientia - Amicitia

>
> Der KV ist, historisch gesehen, eine Abspaltung vom CV. Derlei
> Vorkommnisse kommen ja in den besten Verbänden vor :-)

Nun ja - das ist, gelinde gesagt, falsch
Hier spaltete sich kein Verband vom anderen ab - beide gab es nicht - nur
den Würzburger Bund. Aus dem entstanden KV und CV, auch wenn Ihr Euer
Enstehehungsdatum einige Jahre früher beziffert.
Gründungsjahr Aenaniae?

>
> Beide Verbände sind katholisch und pflegen recht gute Beziehungen
> miteinander.

Nun - natürlich ist der KV _auch_ katholisch, nur stellt er es seinen
Mitgliedsbünden mittlerweile frei, Protestanten aufzunehmen. Es geistert die
Zahl, max 10% der Aktiven einer Korporation darf protestantisch sein,
herum - nur sieht es de facto anders aus.

Rein katholische Bünde gibt es neben dem meinigen nur noch 4 oder 5

>
> Der KV ist wesentlich kleiner als der CV.

Kleiner

>
> <persönliche Sichtweise>
> CV ist das (bessere) Original, KV das (schlechtere) Plagiat.
> </persönliche Sichtweise>
> :-)

KV ist kein Plagiat - aber ein sehr gutes Original

Christian Delhey Mk!

Christian Delhey

unread,
Apr 2, 2003, 1:51:11 PM4/2/03
to
Der KV sieht seine Gründung in 1864/66.
Dort trennte sich der Würzburger Bund, bzw.löste sich auf.

Der Würzburger Bund war ein bis dahin bestehendes Freundschaftsverhältnis
zwischen den jetzigen CV-Bünden Winfridia Breslau zu Münster, Aenania
München (Rest fällt mir leider grad nicht ein - bitte das zu entschuldigen)
und den KV Bünden Unitas Breslau Köln, Askania berlin, Arminia Bonn,
Germania Münster und Walhalla Würzburg.

Es entstanden Streitigkeiten untereinander wie das Nichtantreten des Vororts
einer Korporation, Streitigkeiten um die Aufnahme weiter Bünde (Gothia -
wäre der 2. Würzburger Bund gewesen - wollte Walhalla nicht, Bavaria) und
und und...

Der Grund, die Farbenfrag hätte beide Verbände zum Entstehen gebracht, ist
auf KV-Seiten keiner.
So steht es zumindest geschrieben in dem Augenzeugenbericht eines der bei
der Trennung anwesenden KV´er (Cardaus - 50 Jahre Kartellverband).

Auf Wunsch werde ich gerne noch genauer - dann müsste ich allerdings erst
nachlesen

Gruß
Christian Delhey
www.markomannia.org

Martin Häusler

unread,
Apr 2, 2003, 2:24:46 PM4/2/03
to
> kann mir mal einer den Unterschied zwischen "Cartellverband der katholischen
> deutschen Studentenverbindungen (CV)" und "Kartellverband katholischer
> deutscher Studentenvereine (KV)" erklären?
>
> gespannt wartend
>
entspannt antwortend:

Beide Dachverbände wurzeln als katholische Gegenbewegung an den von
Protestantismus und Liberalismus beeinflussten Universitäten in der Mitte des 19.
Jahrhunderts. Im Laufe der Zeit kristallisierten sich zwei Richtungen heraus:
Die farbentragenden Verbindungen (jetzt CV) und die nicht farbentragenden
Vereine (KV). Am Katholikentag 1865 in Trier wurde aufgrund der Farbenfrage
dann nach vorhergehenden Einigungsversuchen die Trennung beschlossen.

Beide Dachverbände führen den gleichen Wahlspruch, unterscheiden sich jedoch
in den Prinzipien. KV hat die Prinzipien religio - scientia - amicitia, CV zusätzlich
noch patria. Unterschiedlich ist die Auslegung des Prinzips religio. CV nimmt
ausschließlich Römisch-Katholische auf, der KV als Dachverband hat dies jedoch
aufgegeben (er ist quasi fakultativ katholisch...).


Grüße,

Martin Häusler
K.D.St.V. Gothia im CV zu Erlangen


Martin Häusler

unread,
Apr 2, 2003, 2:43:42 PM4/2/03
to
> > Der KV ist, historisch gesehen, eine Abspaltung vom CV. Derlei
> > Vorkommnisse kommen ja in den besten Verbänden vor :-)
>
> Nun ja - das ist, gelinde gesagt, falsch
> Hier spaltete sich kein Verband vom anderen ab
>
Soweit ja noch korrekt.

> - beide gab es nicht - nur den Würzburger Bund. Aus dem entstanden
> KV und CV, auch wenn Ihr Euer Enstehehungsdatum einige Jahre früher
> beziffert.

Hier allerdings nicht mehr.
Die katholischen Verbindungen und Vereine hatten untereinander lediglich
Correspondenzverhältnisse. Das Cartellverhältnis zwischen Aenania München
und Winfridia Breslau ist damit nicht vergleichbar und besteht seit 1856 -
acht Jahre vor dem Würzburger Bund. Vor Gründung der Eintags- (oder
besser Einjahres-...) fliege "Würzburger Bund" hatte der CV vier Mitglieder.
Die Gründung des KV fand im Anschluss an die Auflösung des Würzburger
Bundes statt.

> Gründungsjahr Aenaniae?
>
1851, drittälteste CV-Verbindung.

Laubmann

unread,
Apr 3, 2003, 12:54:08 AM4/3/03
to
Soweit ich weis gibt es in Clausthal einen Bund der sowohl im CV als
auch im KV ist (aufgrund einer Fusion). Wie machen die es wohl mit
Bandtragen bzw. -nichttragen?

Raetselnd,

Laubmann, Corps Thuringia HD

Jens Rademacher

unread,
Apr 3, 2003, 2:23:56 AM4/3/03
to

"Laubmann" <laub...@hotmail.com> schrieb im Newsbeitrag
news:81df02ed.03040...@posting.google.com...

> Soweit ich weis gibt es in Clausthal einen Bund der sowohl im CV als
> auch im KV ist (aufgrund einer Fusion). Wie machen die es wohl mit
> Bandtragen bzw. -nichttragen?
>
> Raetselnd,
>

Na, ich schätze Tragen des Bandes und Nichttragen des Nichtbandes ...
oder so ähnlich ;-)

Wie auch immer
Zumindest weiß ich nun etwas mehr: Wobei mir auffällt, dass sich die Herren
der jeweiligen Verbände doch nicht so ganz einig über Entstehung oder
Abspaltung oder wie auch immer

Trotzdem ein Danke an dieser Stelle für die Informationen!!

Rademacher
Alemannia Kiel im WSC


Niels S. Richthof

unread,
Apr 3, 2003, 4:44:22 AM4/3/03
to
Moin!

>Soweit ich weis gibt es in Clausthal einen Bund der sowohl im CV als
>auch im KV ist

Das ist richtig, Glückauf-Salia. Nach ihrer letzten Fusion (vor
wenigen Jahren mit ihrer eigenen Tochter Ostland) _tragen_ sie IIRC
schwarz-weiß-rot. Vorher war es violett-weiß-grün.

> Wie machen die es wohl mit
> Bandtragen bzw. -nichttragen?

Ich hab sie bisher nur bandtragend erlebt.

Dominik Goßheger

unread,
Apr 3, 2003, 6:42:36 AM4/3/03
to

"Christian Delhey" <del...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:b6fbbv$sss$03$1...@news.t-online.com...

Hallo!

> Der KV sieht seine Gründung in 1864/66.
> Dort trennte sich der Würzburger Bund, bzw.löste sich auf.
>
> Der Würzburger Bund war ein bis dahin bestehendes Freundschaftsverhältnis
> zwischen den jetzigen CV-Bünden Winfridia Breslau zu Münster, Aenania
> München (Rest fällt mir leider grad nicht ein - bitte das zu
entschuldigen)
> und den KV Bünden Unitas Breslau Köln, Askania berlin, Arminia Bonn,
> Germania Münster und Walhalla Würzburg.
>

Der Würzburger Bund war meines Wissens eine relativ unbedeutende
Erscheinung.

> Es entstanden Streitigkeiten untereinander wie das Nichtantreten des
Vororts
> einer Korporation, Streitigkeiten um die Aufnahme weiter Bünde (Gothia -
> wäre der 2. Würzburger Bund gewesen - wollte Walhalla nicht

Kann ich mir nicht vorstellen. Es galt das Singularitätsprinzip.
(Nur eine Verbindung an einem Hochschulort. Aenania hat das ganze mit
Gründung einer Tochterverbindung ad acta gelegt)

, Bavaria) und
> und und...
>
> Der Grund, die Farbenfrag hätte beide Verbände zum Entstehen gebracht, ist
> auf KV-Seiten keiner.
> So steht es zumindest geschrieben in dem Augenzeugenbericht eines der bei
> der Trennung anwesenden KV´er (Cardaus - 50 Jahre Kartellverband).

Ich kenne die Geschichte so, dass die Bünde sich 1865 trennten, da Bavaria
aufgenommen werden sollte und die Mehrheit dann auf Seiten der
farbentragenden Bünde lagen. Das wollten die Nichtfarbentragenden nicht und
gingen eigene Wege.

>
> Auf Wunsch werde ich gerne noch genauer - dann müsste ich allerdings erst
> nachlesen

Ja, mach mal!

> Gruß
> Christian Delhey
> www.markomannia.org
>
Gruß,
Dominik Goßheger Wf!
KDStV Winfridia-Breslau zu Münster im CV

Christian Delhey

unread,
Apr 3, 2003, 1:30:44 PM4/3/03
to
Als Aktive sind sie in beiden Verbänden - beim Übergng ins Philisterium
entscheiden Sie sich dann für einen Verband.

Christian Delhey

Christian Delhey

unread,
Apr 3, 2003, 1:33:50 PM4/3/03
to
>
> > Der KV sieht seine Gründung in 1864/66.
> > Dort trennte sich der Würzburger Bund, bzw.löste sich auf.
> >
> > Der Würzburger Bund war ein bis dahin bestehendes
Freundschaftsverhältnis
> > zwischen den jetzigen CV-Bünden Winfridia Breslau zu Münster, Aenania
> > München (Rest fällt mir leider grad nicht ein - bitte das zu
> entschuldigen)
> > und den KV Bünden Unitas Breslau Köln, Askania berlin, Arminia Bonn,
> > Germania Münster und Walhalla Würzburg.
> >
>
> Der Würzburger Bund war meines Wissens eine relativ unbedeutende
> Erscheinung.

Nun - so unbedeutend, dass aus ihm KV und CV entstanden

>
> > Es entstanden Streitigkeiten untereinander wie das Nichtantreten des
> Vororts
> > einer Korporation, Streitigkeiten um die Aufnahme weiter Bünde (Gothia -
> > wäre der 2. Würzburger Bund gewesen - wollte Walhalla nicht
>
> Kann ich mir nicht vorstellen. Es galt das Singularitätsprinzip.
> (Nur eine Verbindung an einem Hochschulort. Aenania hat das ganze mit
> Gründung einer Tochterverbindung ad acta gelegt)

Genau deswegen machte Walhalla auch ein bisserl Stress - so musste ich es
zumindestens als FM den Füchsen Walhallae beibringen

> > Auf Wunsch werde ich gerne noch genauer - dann müsste ich allerdings
erst
> > nachlesen
> Ja, mach mal!
>

Vielleicht schaffe ich es heute noch

> > Gruß
> > Christian Delhey

Christian Delhey

unread,
Apr 3, 2003, 1:37:55 PM4/3/03
to
> >
> > Nun ja - das ist, gelinde gesagt, falsch
> > Hier spaltete sich kein Verband vom anderen ab
> >
> Soweit ja noch korrekt.

Danke

>
> > - beide gab es nicht - nur den Würzburger Bund. Aus dem entstanden
> > KV und CV, auch wenn Ihr Euer Enstehehungsdatum einige Jahre früher
> > beziffert.
> Hier allerdings nicht mehr.
> Die katholischen Verbindungen und Vereine hatten untereinander lediglich
> Correspondenzverhältnisse. Das Cartellverhältnis zwischen Aenania München
> und Winfridia Breslau ist damit nicht vergleichbar und besteht seit 1856 -
> acht Jahre vor dem Würzburger Bund.

Nun - natürlich gab es das Cartell - aber den Verband nicht
Der CV datiert sich nur zurück - ist ja auch in ordnung, keine Angst :-)

>Vor Gründung der Eintags- (oder
> besser Einjahres-...) fliege "Würzburger Bund" hatte der CV vier
Mitglieder.
> Die Gründung des KV fand im Anschluss an die Auflösung des Würzburger
> Bundes statt.

Nach Auflösung des WB hatte der KV fünf Mitgliedsbünde...

>
> > Gründungsjahr Aenaniae?
> 1851, drittälteste CV-Verbindung.

Danke

Grüße,
Christian delhey Mk!


Guido Jurock

unread,
Apr 3, 2003, 2:14:20 PM4/3/03
to
laub...@hotmail.com (Laubmann) wrote in message news:<81df02ed.03040...@posting.google.com>...

> Soweit ich weis gibt es in Clausthal einen Bund der sowohl im CV als
> auch im KV ist (aufgrund einer Fusion). Wie machen die es wohl mit
> Bandtragen bzw. -nichttragen?

Du meinst AV Glückauf-Salia zu Clausthal im CV und KV
http://home.tu-clausthal.de/student/verbindungen/glc/frames.htm. Das
Farbentragen ist kein Problem. Sie sind der einzige Mitgliedsbund des
KV, bei dem sich niemand über die Bändchen aufregt. Aus
'Rücksichtnahme' (ein besseres Wort fällt mir gerade nicht ein) tragen
Sie aber z.B. beim Aktiventag / bei der Vertreterversammlung nur Band,
keine Mütze. Allerdings tragen sie bei solchen Anlässen fast immer
ihre Bergmannsjacken, was schon ziemlich geil aussieht. Einen Steiger
kann man damit natürlich besonders stilecht kommanieren.

MBuH


Guido Jurock X Gst!
www.kstvguestphaliaberlin.de

Niels S. Richthof

unread,
Apr 3, 2003, 4:08:27 PM4/3/03
to
Moin Christian!

>Als Aktive sind sie in beiden Verbänden - beim Übergng ins Philisterium
>entscheiden Sie sich dann für einen Verband.

*Jetzt* bin ich aber neugierig - hast Du eine Ahnung, wie sich die
Zahlen so darstellen? Wieviel Prozent entscheidet sich für CV, wieviel
für KV?

cu
Niels

Christian Delhey

unread,
Apr 3, 2003, 5:35:36 PM4/3/03
to
Laut KV-Jahrbuch entscheiden sich mehr für den CV.
Sie stehen in der KV-Bibel als Ehrenmitglieder

Chr.istian Delhey

Jens Rademacher

unread,
Apr 4, 2003, 1:02:54 AM4/4/03
to

"Guido Jurock" <guido...@web.de> schrieb im Newsbeitrag
news:ce1a0725.03040...@posting.google.com...

> laub...@hotmail.com (Laubmann) wrote in message
news:<81df02ed.03040...@posting.google.com>...
>
> Du meinst AV Glückauf-Salia zu Clausthal im CV und KV
> http://home.tu-clausthal.de/student/verbindungen/glc/frames.htm. Das
> Farbentragen ist kein Problem. Sie sind der einzige Mitgliedsbund des
> KV, bei dem sich niemand über die Bändchen aufregt. Aus
> 'Rücksichtnahme' (ein besseres Wort fällt mir gerade nicht ein) tragen
> Sie aber z.B. beim Aktiventag / bei der Vertreterversammlung nur Band,
> keine Mütze. Allerdings tragen sie bei solchen Anlässen fast immer
> ihre Bergmannsjacken, was schon ziemlich geil aussieht. Einen

ich nehme doch an, Du meinst steil; denn geil ist, wenn Kater auf der Katze
sitzt.
Rademacher

Alexander Stintzing

unread,
Apr 4, 2003, 12:54:29 AM4/4/03
to
----- Original Message -----
From: "Laubmann" <laub...@hotmail.com>
Newsgroups: de.soc.studium.verbindungen
Sent: Thursday, April 03, 2003 7:54 AM
Subject: Re: Unterschied zwischen CV und KV

> Soweit ich weis gibt es in Clausthal einen Bund der sowohl im CV als
> auch im KV ist (aufgrund einer Fusion).

Glückauf-Salia.
In Clausthal gibt es nicht allzuviele Katholiken. Also fusionierten alle in
eine Verbindung, damit diese zu den grossen Verbindungen vor Ort gehört und
sich die Konkurrenz um katholischen Nachwuchs in Grenzen hält.

> Wie machen die es wohl mit Bandtragen bzw. -nichttragen?

Es gibt meines Wissens folgende Absprache mit Rücksicht auf die
Dachverbände:
Wenn sie beim CV sind, tragen sie Band, sofern nicht alle anwesenden Salen
einstimmig dagegen sind.
Wenn sie beim KV wird kein Band getragen, wenn nicht alle anwesenden Salen
dafür sind.
Ich denke, mit den Mützen sieht es ähnlich aus.
Vor Ort sind sie aber ganz klar farbentragend, so dass sie wohl immer mit
Bändern, aber beim KV nicht mit Mützen auftauchen.

Ciao, Alex
AV Kristall zu Clausthal im SB

Martin Häusler

unread,
Apr 3, 2003, 5:06:27 AM4/3/03
to
> Es entstanden Streitigkeiten untereinander wie das Nichtantreten des Vororts
> einer Korporation, Streitigkeiten um die Aufnahme weiter Bünde (Gothia -
> wäre der 2. Würzburger Bund gewesen - wollte Walhalla nicht, Bavaria) und
> und und...
>
Darauf können wir uns einigen.

> Der Grund, die Farbenfrag hätte beide Verbände zum Entstehen gebracht, ist
> auf KV-Seiten keiner.
> So steht es zumindest geschrieben in dem Augenzeugenbericht eines der bei
> der Trennung anwesenden KV´er (Cardaus - 50 Jahre Kartellverband).
>

Die CV-Geschichtsschreibung berichtet gerade bzgl. der Farbenfrage anderes.
Der Vertreter der Austria Innsbruck beim Würzburger Katholikentag 1864
bezeichnete gerade das Farbentragen als den Kernpunkt der Streitigkeiten.
Bei der Frage der Aufnahme und Förderung der Bavaria Bonn z. B. soll es auch
darum gegangen sein, "dem Unwesen der farbentragenden Corps" nur durch
Farbentragen entgegenwirken zu können... ;-)

Und sind wir mal ehrlich: Das einzig Trennende waren damals die Farben. Die
CV-Bünde noch ohne ausdrückliches (weil selbstverständliches) patria-Prinzip,
die Vereine noch rein katholisch. Trennung erfolgte auch in Farbentragende und
Nicht-Farbenttragende. Das ist wohl mehr als nur Indiz dafür, dass es im Wesent-
lichen um die Farben ging.

Christian Delhey

unread,
Apr 4, 2003, 11:16:33 AM4/4/03
to
Hallo,

> > Der Grund, die Farbenfrag hätte beide Verbände zum Entstehen gebracht,
ist
> > auf KV-Seiten keiner.
> > So steht es zumindest geschrieben in dem Augenzeugenbericht eines der
bei
> > der Trennung anwesenden KV´er (Cardaus - 50 Jahre Kartellverband).
> >
> Die CV-Geschichtsschreibung berichtet gerade bzgl. der Farbenfrage
anderes.

Habe die angekündigte Paasage (vielmehr die angekündigten Seiten) gefunden -
brauch nur noch ein wenig, sie abzutippen

> Der Vertreter der Austria Innsbruck beim Würzburger Katholikentag 1864
> bezeichnete gerade das Farbentragen als den Kernpunkt der Streitigkeiten.

Fakt ist, dass die Verbindungen und die Vereine jeweils ihren eigenen
Klüngel hatten
Cardauns schreibt, dass es um das Farbentragen nun wirklich nicht ging -
auch wenn nach der Trennung gerade dies dabei herauskam.


> Bei der Frage der Aufnahme und Förderung der Bavaria Bonn z. B. soll es
auch
> darum gegangen sein, "dem Unwesen der farbentragenden Corps" nur durch
> Farbentragen entgegenwirken zu können... ;-)

Bei Cardauns werden die Bayern aus einigen Gründen nicht als aufnahmefähig
erachtet.
Es fängt damit an, dass der KStV Arminia von einem Aktiven Aenaniae
gegründet wurde, obwohl man eigentlich erwartet hatte, dass er sich den
Bayern anschließen würde - das geschah aus persönlichen Gründen nicht.
Er war wohl mal da - und beschloss, in Bonn eine Korporation nach dem
Vorbild Aenaniae zu gründen.
- daher wohl die Abneigung Aenaniae gegen die Aufnahme

Ein weiterer Grund sei gewesen, dass Bavaria das "katholische" nicht so
ernst genommen habe...

... aber auch hier in Bälde mehr

>
> Und sind wir mal ehrlich: Das einzig Trennende waren damals die Farben.
Die
> CV-Bünde noch ohne ausdrückliches (weil selbstverständliches)
patria-Prinzip,
> die Vereine noch rein katholisch. Trennung erfolgte auch in Farbentragende
und
> Nicht-Farbenttragende. Das ist wohl mehr als nur Indiz dafür, dass es im
Wesent-
> lichen um die Farben ging.

s.o. die Trennung erfolgte vor allem in Verbindungen und Vereine
Gründe waren vielfältig: die einen erachteten das Cartellverhältnis
wichtiger als das Korrespondenzverhältnis, den anderen andersherum, die
einen (Aenania) trat den Vorort nicht an - verweigerte sich laut Cardauns
etc. pp

Zur Farbenfrage stand vor ein paar Jahren im SK ein interessanter Artikel -
aber wenn man ihn sucht, findet man ihn natürlich nicht :-(

Gruß
Christian Delhey

Frhr. Günter v. Gravenreuth

unread,
Apr 4, 2003, 9:43:43 AM4/4/03
to

"Martin Häusler" <abschir...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:b6jp6d$58a$1...@rznews2.rrze.uni-erlangen.de...

> Bei der Frage der Aufnahme und Förderung der Bavaria Bonn z. B. soll es
auch
> darum gegangen sein, "dem Unwesen der farbentragenden Corps" nur durch
> Farbentragen entgegenwirken zu können... ;-)
>


Auf solche Sprüche kommen auch nur die "Super-Preussen" im CV" ;-))

Mit freundlichen Grüßen

Günter Frhr.v.Gravenreuth
(einfacher Philister der
KBStV Rhaetia)
http://www.rhaetia.de
http://www.gravenreuth.de
grave...@gravenreuth.de

Frhr. Günter v. Gravenreuth

unread,
Apr 4, 2003, 9:48:13 AM4/4/03
to

"Dominik Goßheger" <ploec...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:b6h6ne$54r44$1...@ID-189645.news.dfncis.de...

>
> > Es entstanden Streitigkeiten untereinander wie das Nichtantreten des
> Vororts
> > einer Korporation, Streitigkeiten um die Aufnahme weiter Bünde (Gothia -
> > wäre der 2. Würzburger Bund gewesen - wollte Walhalla nicht
>
> Kann ich mir nicht vorstellen. Es galt das Singularitätsprinzip.
> (Nur eine Verbindung an einem Hochschulort. Aenania hat das ganze mit
> Gründung einer Tochterverbindung ad acta gelegt)
>

Wer will schon die Ur-Oma Ae rauswerfen ;-))

Frhr. Günter v. Gravenreuth

unread,
Apr 4, 2003, 9:39:53 AM4/4/03
to

"Niels S. Richthof" <use...@richthof.de> schrieb im Newsbeitrag
news:oo9m8vckk8690no32...@4ax.com...

> Moin zusammen!
>
> >Fuchsenstunde in dssv:
>
> Muß schon mal sein ...
>
> >Der offensichtliche Unterschied:
> >CV=farbentragend, KV=nicht farbentragend
>
> ... und damit hat es sich auch im Wesentlichen, wenn ich mich nicht
> irre.
>
> Der KV ist, historisch gesehen, eine Abspaltung vom CV.

Jein - es gab auch eigenständige Gründungen. Vor ca. 100 Jahren gab es auch
einen süddeutschen Kartellverband katholischer (nicht farbentragender)
Verbindungen. Diesem gehörte ca. 6 Bünde, darunter die KSStV Allemania an,
welche heute noch das "süddeutsche" im Namen trägt. Später ist dieser
Verband dem KV beigetreten

Tim H. M. Eichenhofer

unread,
Apr 5, 2003, 11:03:22 PM4/5/03
to
"Frhr. Günter v. Gravenreuth" <Grave...@gravenreuth.de> wrote in
news:b6n4k6$ahd$00$3...@news.t-online.com:

>> Kann ich mir nicht vorstellen. Es galt das Singularitätsprinzip.
>> (Nur eine Verbindung an einem Hochschulort. Aenania hat das ganze mit
>> Gründung einer Tochterverbindung ad acta gelegt)
>>
>
> Wer will schon die Ur-Oma Ae rauswerfen ;-))
>

Also als Oma würde ich die sehr verehrliche Aenania natürlich nie
bezeichnen, aber naja.... stimmt schon.

Sprich: Hat die Aenania dies auf einer CV angekündigt, oder einen Antrag
gestellt?

Tim H.M. Eichenhofer AlSt!

Tim H. M. Eichenhofer

unread,
Apr 5, 2003, 11:08:27 PM4/5/03
to
"Martin Häusler" <abschir...@gmx.de> wrote in
news:b6fi0f$3go$1...@rznews2.rrze.uni-erlangen.de:


> Beide Dachverbände führen den gleichen Wahlspruch, unterscheiden sich
> jedoch in den Prinzipien. KV hat die Prinzipien religio - scientia -
> amicitia, CV zusätzlich noch patria. Unterschiedlich ist die Auslegung
> des Prinzips religio. CV nimmt ausschließlich Römisch-Katholische auf,
> der KV als Dachverband hat dies jedoch aufgegeben (er ist quasi
> fakultativ katholisch...).
>

patria ist, bzw. ist es seit 104 Jahre scheinbar nicht, verpflichtent zu
sein - Wir haben nur die 3 ersteren Prinzipien.

Tim H. M. Eichenhofer AlSt!

Clemens

unread,
Apr 6, 2003, 7:30:48 AM4/6/03
to
"Tim H. M. Eichenhofer" <tim.eic...@web.de> wrote in message news:<Xns918991D2611BCt...@212.7.128.168>...

104? Soweit mir bekannt, ist es 1908 eingeführt worden, um den
akademischen Kulturkampf zu beenden, sozusagen als Tribut, dass man
als Ultramontane trotzdem nationale Gesinnung beweisen kann. Der
Stellenwert ist dementsprechend. Die großen Prinzipiendiskussionen
entstehen immer bei der konfessionellen Zugehörigkeit. Außerdem wird
das Patria-Prinzip dadurch relativiert, als dass man dem europäischen
Einigungsprozess Rechnung trägt.

Clemens TsM!

Tim H. M. Eichenhofer

unread,
Apr 6, 2003, 7:39:43 PM4/6/03
to
clemens....@gmx.de (Clemens) wrote in
news:6f4162ff.03040...@posting.google.com:


>
> 104? Soweit mir bekannt, ist es 1908 eingeführt worden, um den
> akademischen Kulturkampf zu beenden, sozusagen als Tribut, dass man
> als Ultramontane trotzdem nationale Gesinnung beweisen kann. Der
> Stellenwert ist dementsprechend. Die großen Prinzipiendiskussionen
> entstehen immer bei der konfessionellen Zugehörigkeit. Außerdem wird
> das Patria-Prinzip dadurch relativiert, als dass man dem europäischen
> Einigungsprozess Rechnung trägt.

Achso. Keine Ahnung. Muss ich mal nachlesen. Wir hatten und haben bis zum
heutigen Tag nur die 3 Prinzipien. K-Prinzip Diskussionen habe ich
schoneinmal mitbekommen - glaube ich.


Tim H.M. Eichenhofer AlSt!

Christian Delhey

unread,
Apr 8, 2003, 1:13:55 PM4/8/03
to
Hallo,


> > Die CV-Geschichtsschreibung berichtet gerade bzgl. der Farbenfrage
> anderes.

Dr. Hermann Cardaus, 50 Jahre Kartellverband (1863-1913). Kempten und
München 1913
(ich bitte etwaige Rechtschreibfehler zu entschuldigen)

Die Frankfurter Versammlung und der Würzburger Bund
Die Würzburger Versammlung:
Die uns erhaltenen Beschlüsse lauten:
....
Außerdem steht noch fest, daß als erster Vorort die Aenania gewählt wurde.
Ein Konventsbeschluss der Arminia vom 01. August hatte vorgeschlagen, "daß
in Zukunft keiner der verbündeten 7 Vereine und Verbindungen mit einem
anderen studentischen Verein ein näheres Verhältnis eingehen kann ohne die
Genehmigung aller Korrespondenzverbindungen. Diese ist entw. briefl.
einzuholen oder wird auf der jährlich abzuhaltenden allg. Versammlung der
katholischen Studentenvereine erteilt.
Damit war die Frage aufgeworfen: Dürfen in Zukunft ohne ausdrückliche
Genehmigung neben den allg. Korrespondenz- auch noch besondere
Kartellverhältnisse eingegangen werden, wie sie bis dahin schon zwischen
farbentragenden Verbindungen, nicht aber zwischen nichtfarbentragenden
Vereinen bestanden?
Dazu stimmt der Bericht der Geschichte der Winfridia: "Man stellte den
Unterschied zwischen dem Kartell- und Korrespondenz-Verhältnis, zumal den
Vereinen gegenüber, klar. In das innige Verhältnis eines Kartellverbandes
tritt nur Verbindung mit Verbindung, während das Korrespondenzverhältnis die
Verbindungen mit den vereinen in freundschaftliche Beziehungen setzt.
Meinungsverschiedenheiten waren also vorhanden, aber nicht das leiseste
Anzeichen liegt vor, daß sie zu einem Streit führten. Nach dem Zeugnis des
anwesenden späteren Generalvikars Lüdtke war während des Zusammenseins in
Würzburg das Verhältnis zw.Verbindungen und Vereinen das beste.
Von einem "Farbenstreit" hören wir nichts. In den Vorschlägen der Arminia
heißt es kurz und trocken: "Die Frage, ob Farben zu tragen seien oder nicht,
anerkennt die Arminia als eine lokale. Doch sind die Vertreter der Arminia
beauftragt, diese Frage anzuregen". Ob die "Anregung" tatsächlich erfolgt
ist, läßt sich nicht mehr feststellen.

Und doch: der in Würzburg geschlossene "Bund" trug vom ersten Augenblick an
ein Element der Zersetzung in sich. Äußerlichkeiten - in diesem Falle das
Farbentragen - pflegen nun einmal von deutschen Studenten viel höher
gewertet zu werden, als von den meisten Philistern, und es wäre auf Dauer
sehr schwer gewesen sein, diese Frage als eine "lokale" zu behandeln...

!!Viel schwerer aber fiel der Umstand ins Gewicht, daß innerhalb des WB
bereits ein "Kartell" bestand, zu dem ein Teil der Verbündeten gehörte.

Um in diesem Doppelverhältnis auszuhalten, dazu gehörte sich ein maß von
geduld und Verträglichkeit, welches den deutschen Studenten im Allgemeinen,
und ich befürchte hier keinen Widerspruch, nicht gegeben ist; daß dieses Maß
sich entwickeln werde, war um so weniger zu erwarten, als den meisten
Korporationen noch ein beruhigendes Element fehlte: Ein Stamm bereits ins
praktische Leben eingetretener älterer Mitglieder, die im Notfall eine
kühlende hand auf die heißen Köpfe legten. Daß diese Existenz des einen
Kartells die Bildung eines zweiten herbeiführen würde, war nur eine Frage
der Zeit. Daß es so war, mag man bedauern, aber man sollte sich darüber
nicht täuschen, daß es so kommen mußte.
...
Der WB als solcher hat nichts getan, ja man kann sagen, er hat überhaupt nur
dem Namen nach bestanden; die in Würzburg zum Vorort gewählte Aenania hat
die Geschäfte gar nicht übernommen, speziell ist es nie zu einer wirklichen
Übernahme der Vorortsgeschäfte gekommen.
Nach einer wahrscheinlich noch zu günstigen Darstellung dieser seltsamen
Vorgänge, "vernachlässigte die Aenania die Sache einigermaßen, wurde auch
wohl dadurch verhindert, daß die Beschlüsse von mehreren Seiten als nicht
legal angefochten wurden, auch der Vorort nicht anerkannt wurde, weil die
Vertreter nicht derartig autorisiert gewesen seien, daß sie im Rahmen ihres
Vereins bindend hätten beschließen können.

Die Winfridia mißbilligte überhaupt die Art der Abstimmung und sprach den
Wunsch aus, "man möge die Majorität der Verbindungen der Majorität der
vereine gegenüberstellen" , mit anderen Worten: Allgemein bindende
Beschlüsse kommen nur dadurch zustande, daß getrennte Mehrheitsbeschlüsse
der beiden Gruppen miteinander übereinstimmen.
Wichtiger als die Notiz, daß die Aenania "die Sache einigermaßen
vernachlässigte", wird man sagen können: Sie haben "das Amt des Vororts
nicht angetreten". Genau ein Vierteljahr nach der Würzburger Versammlung
entschuldigten sie ihre Untätigkeit: "Schon längst wäre vom Konvent der
Aenania ein Schreiben an Euch gerichtet, wenn der bericht über die allg.
Beschlüsse der Versammlung in Würzburg hier ausfindig zu machen wäre, allein
solcher befindet sich in den Händen der Winfridia in Breslau, die ihn schon
vor 6 Wochen schicken wollte" (Anm.: Schreiben Aenaniae an Arminia
12.12.1864, im Archiv Arminiae). Als ihr dann, so hören wir von anderer
Seite, das Protokoll zuging, lehnte sie überhaupt ihre Zustimmung zu den
Würzburger Beschlüssen ab. "Wir können doch nicht mit Vereinen näher
zusammenarbeiten, die wie der Tübinger Verein Corpsbuschen oder wie der
Berliner Nichtstudenten zu Mitgliedern haben! Ferner haben die Verbindungen
insgesamt nicht im Sinne, den Vorschlag der Berliner, uns von der
katholischen Generalversammlung zu trennen, zu akzeptieren. Ohnehin hat
letztgenannter Verein in einem Briefe an uns sich erlaubt, die katholische
Generalversammlung mit dem Namen Partei-Versammlung zu belegen." (Anm.:
Brief der Aenania an Winfridia vom 27.5.1865, zitiert bei Wurm)

Der katholische Leseverein zu Tübingen, der Vorgänger der späteren
Alamannia, war in der tat kein Studentenverein im eigentlichen Sinne. Er war
eine Konfusion von Lese- und Studentenverein, der ganz verschiedenartige
Elemente - ob auch Corpsstudenten, bleibt dahingestellt - umschloß; auch
Mitglieder anderer Korporationen und Nichtstudenten konnten Mitglieder oder
außerordentliche Mitglieder werden, und vom mai 1864 bis ins folgende Jahr
hinein hatte ihm die farbentragende Verbindung Guestphalia sogar in corpore
angehört.

Andererseits ist nicht bekannt, dass dieses eigentümliche Gebilde die
Aufnahme in den Würzburger Bund nachgesucht hätte. (Anm.: Wurm lässt einen
Vertreter des Tübinger Lesevereins schon an der Würzburger Versammlung
teilnehmen, wofür ich keinen beleg finden kann.)

Dagegen konnte die Zusammensetzung des Berliner Lesevereins (die heutige
Askania-Burgundia) unmöglich Anlaß zu ernsten Bedenken geben, da schon seit
einem halben Jahrzehnt die Berechtigung zum Hören der akademischen
Vorlesungen Eintrittsbedingung war, von der nur durch einstimmigen Beschluß
ausnahmsweise dispensiert werden konnte.
Auch in Verbindungskreisen hat man diese Erwägung unzweideutig
zurückgewiesen. Die Winfridia hat sie "nicht gebilligt" (Wurm), und der
Geschichtsschreiber der Aenania (Franziß) bemerkt zutreffend: "Daß man den
Berliner Leseverein ausschließen wollte, ist unbegreiflich, wenn man
bedenkt, daß Aenania schon fast 2 Jahre ein Korrespondenzverhältnis mit
demselben abgeschlossen hatte, welches bisher ganz ungetrübt war."

Ernster zu nehmen ist daraus die Stellung des Lesevereins zu der allg.
Katholikenversammlung entspringende bedenken, welches auch von der Winfridia
geteilt wurde (Wurm). Daß der Leseverein sie als Partei-Versammlung
bezeichnet hat, ist in dieser Fassung nicht genau; daß er ihr kühl
gegenüberstand, ergibt sich aus den Anträgen für die Trierer Versammlung,
die er kurz darauf an die Korrespondenzvereine übersandte, und den sich
daran anschließenden Briefwechsel.

----- Anträge erspare ich mir aus Platzgründen ---------

"Mit dieser Ablehnung (der Aenania vom 27.5.1865) fielen auch die Würzburger
Beschlüsse insgesamt, überhaupt der gesamte Verband". Formell mag man diesen
Ausdruck beanstanden, in der Sache ist er richtig.

Der Vorort hatte vollständig versagt, und es ist zu verstehen, wenn sich
schon "vor der Trierer GV (also im Sommer 1865) die Germania gleichzeitig
mit dem Berliner Leseverein für die Befürwortung einer Trennung entschied,
in der richtigen Erkenntnis, daß eine Trennung der Vereine und Verbindungen
für ein ferneres Gedeihen der gemeinsamen Sache ersprießlich sei" (Anm.:
Handschr. Geschichte der Germania Münster).

Das Befremden über das Verhalten der Aenania war ein allgemeines. "Daß man
einen Fehler gemacht hatte, gestanden auch offen mehrere Aenanen auf dem
Konvent vom 28.6.1865 zu", und mit wohltuender Unparteilichkeit räumt es der
Geschichtsschreiber der Aenania ein. "Wer weiß," schreibt er, "um wie viel
besser und glücklicher die nächste Zukunft ausgefallen wäre, wenn sie durch
Eifer und Thätigkeit für die g e m e i n s a m e Sache das Zutrauen und die
Achtung der übrigen Studentenvereine sich erworben hätte." Ich bezweifle, ob
selbst dann die Trennung hätte vermieden werden können, aber vielleicht
hätte sie sich doch unter weniger peinlichen Begleitumständen vollzogen.

---- Es folgen die verschiedenen Anträge zur Trierer GV -------- Platzmangel
:-)

... Damit ist der Punkt berührt, welcher in Trier zwar nicht den tieferen
Grund der Spaltung bildete, aber doch viel dazu beitrug, die Stimmung zu
verschärfen und die Spaltung unvermeidlich zu machen, wenn sie überhaupt
noch zu vermeiden gewesen wäre.

Bavaria Bonn:
Daß in Bonn zwischen der alten Verbindung Bavaria und dem jungen verein
Arminia nicht das beste Verhältnis herrschte, versteht sich von selbst; es
mag sein, daß Fehler auf beiden Seiten gemacht worden sind, aber unbillig
wäre es, die Schuld lediglich auf das Konto der Eifersucht der neuen gegen
die alte Gründung zu setzen. Auch eine polemisch scharf zugespitzte
Schilderung gibt aufrichtig zu, daß in den 60´er Jahren, wenn auch nicht
ununterbrochen, in der Bavaria schwere Mißstände vorhanden gewesen sind.
Dieselben sind schwerlich unbeteiligt an dem Umstand, daß die Verbindungen
bis dahin nicht in ein irgendwie näheres Verhältnis zu der Bonner Verbindung
getreten waren - allem Anscheine nach haben sie deren Annäherungsversuche
nicht beachtet - allem Anscheine nach bis in den Aug. 1865 hinein. Ende Juli
1865 bat die Bavaria die Arminia um Unterstützung bei der Aufnahme in den
WB. Der Konvent sprach sich "vorläufig" gegen das erste Gesuch aus,
bezüglich des zweiten bemerkt das Konventsprotokoll: Es wurde zugegeben, daß
die Bavaria seit einiger Zeit unbedingt sich erhoben (? Vielleicht gehoben)
habe, dies jedoch noch keine hinlängliche Garantie für die Zukunft biete.
Man beschloss daher einstimmig, der Bavaria mit möglichster Rücksicht
mitzuteilen, daß man für dieses Jahr ihre Aufnahme zur Trierer befürworten
zu können nicht in der Lage sei, ihr jedoch die Versicherung geben könne,
falls sie sich auf jetzigem Standpunkte behaupte, ihrer Aufnahme für
nächstes oder wenigstens die nächsten Jahre Seitens der Arminia nichts mehr
entgegensetzen zu wollen und zu können.

6 Wochen später tagte in Trier gleichzeitig mit der allg.
katholikenversammlung die "2. GV der katholischen deutschen
Studentenvereine"....
...
Daß die Verhandlungen aussichtslos seien, werden von vorneherein nur wenige
sich verhehlt haben. Schon bei einer geselligen Zusammenkunft am Abend des
10. September (Sonntag) scheinen die Gegensätze hervorgetreten zu sein;
wenigstens erwähnt ein Redner in der 4. Sitzung, am Sonntag Abend hätten die
Verbindungsstudenten sich vom gemeinsamen Kommers entfernt.
Auch wird der Umstand verstimmend gewirkt haben, daß auf einer
Vorbesprechung am Montag Vormittag 2 Vertreter von Vereinen zu Vorsitzenden
gewählt und dem Vertreter einer Verbindung nur einer der beiden
Schriftführerposten eingeräumt wurde.
Eine gewisse Entschuldigung findet diese Zusammensetzung des Vorstandes
allerdings in der eigentümlichen Präsenzliste:
Die Mitglieder der 4 zum Würzburger Bund gehörigen Vereine waren in
erdrückender Mehrzahl. Alle 4 hatten offizielle Vertreter geschickt; außer
ihnen erschienen nicht weniger als 6 Mitglieder der Germania Münster und ein
Bonner Armine. Von Seiten der 3 Verbindungen hatte sich die Austria eifrig
mit 4 Mitgliedern beteiligt; von den beiden übrigen dagegen erschien nicht
ein einziger Aktiver: die Winfridia hatte ihre Vertretung einem der 4
Austrier übertragen, die Aenania einem "ordentlichen Ehrenmitgliede", das
aber gegenwärtig Mitglied der noch nicht zum Verbande gehörenden Guestphalia
Tübingen war. Von den noch nicht zum Verbande gehörenden Korporationen
erschienen außerdem 2 Guestphalen, 3 walhallanen und 3 Bavaren.
...
Die beiden Gesuche der Walhalla und Guestphalia auf Aufnahme in der Verband
glatt und einstimmig angenommen

-----

--> Irrig heißt es bei Werr II. Teil S. 69 f.: "Ein Hauptdifferenzpunkt war,
daß man Seitens der Vereine den von einem ehemaligen Aenanen gegründeten
Verein Arminia in den Bund aufgenommen wissen wollte... Durch das
Übergewicht der 5 Vereine gegenüber den 4 Verbindungen wurde die
neugegründete Arminia aufgenommen, Bavaria aber fallengelassen". Bekanntlich
gehörte Arminia schon seit der Würzburger Versammlung zum Bunde und hat in
Trier von Anfang an als vollberechtigtes Mitglied an allen Beratungen und
Abstimmungen teilgenommen. Im 3. Teil, S. 13 wird die Aufnahme der
Arminia richtig nach Würzburg verlegt.

-----

Erst nachträglich lief ein Gesuch der Bavaria ein, ihr die Teilnahme an den
Beratungen zu gestatten und ihre Aufnahme in den Verband vorzubereiten,
obwohl in der Vorbesprechung bestimmt worden war, Aufnahmegesuche sollten
vor beginn der 2. Sitzung schriftlich eingereicht werden.
Als das Gesuch einlief, war man schon mitten in der Diskussion der Frage, ob
Mitglieder nicht zum Verbande gehöriger Vereine mit beratender Stimme zu den
beratungen zugelassen werden könnten.
Diese Frage wurde verneint, womit der 1. teil des Gesuchs der Bavaria
vorläufig erledigt war; zum 2.Teil wurde bemerkt, daß der Modus der
"Vorbereitung der Aufnahme" in den Verband nicht bekannt sei.
Den Rest der Sitzung und einen großen Teil der 2. (Dienstag) füllten
beratungen über weitere Anträge aus, der Bavaria den Zutritt zu gestatten,
was schließlich mit 5 gegen 4 Stimmen (Vereine gegen Verbindungen) abgelehnt
wurde.
...
In der 3. Sitzung (Mittwoch) wurde die tags vorher begonnene
Statutenberatung fortgesetzt....Sollten noch Hoffnungen gewesen sein, so
sind sie am Abend des gleichen Tages gründlich gründlich zerstört worden:
bei einem Kommers, zu dem auch zahlreiche Gäste erschienen waren, ereigneten
sich die ärgerlichsten Zwischenfälle, gipfelnd indem Umstande, daß beim Hoch
auf die katholischen Studentenvereine - d.h. auf die sämtlichen katholischen
Korporationen - sowie beim Semestersalamander ein Teil der Kommilitonen sich
passiv verhielt. Fast die ganze Schlußsitzung (Donnerstag) wurde mit
gegenseitigen Vorwürfen und sehr gereizten Auseinandersetzungen ausgefüllt
über die Vorgänge beim Begrüßungsabend und beim Kommers, das Verhalten der
Bavarenvertreter, das Kommerspräsidium, das selbstverständlich den Vorsitz
übernommen hatte, mangelhafte Beteiligung einiger Vertreter an den
Verhandlungen, sowie über die Farbenfrage.
Bei der Aussichtslosigkeit einer Einigung wurde einstimmig folgender Antrag
angenommen: "Die GV der katholischen deutschen Studenten-Vereine möge sich
zu dem einstimmigen Beschlusse dahin einigen, daß eine Trennung der vereine
und Verbindungen im Interesse der besseren Verwirklichung unserer Prinzipien
wünschenswert ist."

---- ENDE

Mit freundlichen Grüßen
Christian Delhey
www.markomannia.org


Melzer

unread,
Apr 10, 2003, 12:03:52 PM4/10/03
to
Andreas Netzmann <and...@netzmann.com> wrote in message news:<b6ev2u$44orj$1...@ID-81197.news.dfncis.de>...

> > kann mir mal einer den Unterschied zwischen "Cartellverband der katholischen
> > deutschen Studentenverbindungen (CV)" und "Kartellverband katholischer
> > deutscher Studentenvereine (KV)" erklären?
>
> Fuchsenstunde in dssv:

> Der offensichtliche Unterschied:
> CV=farbentragend, KV=nicht farbentragend

Was für einen Mist lernt ihr denn in der Fuchsenstunde?!? Ich kenn
Bünder, da muss man sich den Mund ausspülen :-)) wenn man die beiden
Bezeichnungen nur in den Mund nimmt :-))

Melzer
Palatiae, Rhaetiae
>
> Wobei in München ein KV Bund (Alemannia) mittlerweile Band trägt, obwohl
> das im Verband eigentlich verboten ist. Hier gab es wenn ich mich recht
> erinnere auch schon mal die Diskussion in dssv, ob Bünde im KV, die
> Farben tragen wollen, aus dem Verband ausgeschlossen werden sollten.
>
> Aber für weitere Details würde ich die Herren Bibelwerfer selbst zu Wort
> bitten.
>
> Gruß
> Netzmann II Suevo-Guestphaliae

Frhr. Günter v. Gravenreuth

unread,
Apr 10, 2003, 1:50:44 PM4/10/03
to

"Melzer" <alex....@gmx.net> schrieb im Newsbeitrag
news:720d6ce4.03041...@posting.google.com...

> Andreas Netzmann <and...@netzmann.com> wrote in message
news:<b6ev2u$44orj$1...@ID-81197.news.dfncis.de>...
> > > kann mir mal einer den Unterschied zwischen "Cartellverband der
katholischen
> > > deutschen Studentenverbindungen (CV)" und "Kartellverband katholischer
> > > deutscher Studentenvereine (KV)" erklären?
> >
> > Fuchsenstunde in dssv:
> > Der offensichtliche Unterschied:
> > CV=farbentragend, KV=nicht farbentragend
>
> Was für einen Mist lernt ihr denn in der Fuchsenstunde?!? Ich kenn
> Bünder, da muss man sich den Mund ausspülen :-)) wenn man die beiden
> Bezeichnungen nur in den Mund nimmt :-))
>
> Melzer
> Palatiae, Rhaetiae


Ab in Kanne!!! ;-))
(sonst gibt es morgen bei Palatiae die "chemische Keule")

Frhr. Günter v. Gravenreuth

unread,
Apr 12, 2003, 11:24:55 AM4/12/03
to

"Frhr. Günter v. Gravenreuth" <Grave...@gravenreuth.de> schrieb im
Newsbeitrag news:b74b3a$ror$03$1...@news.t-online.com...

>
> "Melzer" <alex....@gmx.net> schrieb im Newsbeitrag
> news:720d6ce4.03041...@posting.google.com...
> > Andreas Netzmann <and...@netzmann.com> wrote in message
> news:<b6ev2u$44orj$1...@ID-81197.news.dfncis.de>...
> > > > kann mir mal einer den Unterschied zwischen "Cartellverband der
> katholischen
> > > > deutschen Studentenverbindungen (CV)" und "Kartellverband
katholischer
> > > > deutscher Studentenvereine (KV)" erklären?
> > >
> > > Fuchsenstunde in dssv:
> > > Der offensichtliche Unterschied:
> > > CV=farbentragend, KV=nicht farbentragend
> >
> > Was für einen Mist lernt ihr denn in der Fuchsenstunde?!? Ich kenn
> > Bünder, da muss man sich den Mund ausspülen :-)) wenn man die beiden
> > Bezeichnungen nur in den Mund nimmt :-))
> >
> > Melzer
> > Palatiae, Rhaetiae
>
>
> Ab in Kanne!!! ;-))
> (sonst gibt es morgen bei Palatiae die "chemische Keule")
>

Melzer schwächelt jetzt kommt er nicht einmal mehr zur Antrittskneiper
seines Corps Palatiae - Angst vor der Kanne oder der "chemische Keule"?
Sogar Ihr Corpsbruder H. und Ihr X hat mitgezogen :-))

Melzer

unread,
Apr 13, 2003, 4:55:28 AM4/13/03
to
> Melzer schwächelt jetzt kommt er nicht einmal mehr zur Antrittskneiper
> seines Corps Palatiae - Angst vor der Kanne oder der "chemische Keule"?
> Sogar Ihr Corpsbruder H. und Ihr X hat mitgezogen :-))
>
> Mit freundlichen Grüßen
>
>
>
> Günter Frhr.v.Gravenreuth
> (einfacher Philister der
> KBStV Rhaetia)
> http://www.rhaetia.de
> http://www.gravenreuth.de
> grave...@gravenreuth.de

War dieses WE im wohlverdienten Urlaub und deswegen nicht auf der
Kneipe. Werde aber im Laufe der nächsten Woche auf diese
Kannengeschichte zurückkommen, sofern von der Gerstenkaltschale noch
was übrig ist :-))

Melzer
Palatiae, Rhaetiae

Frhr. Günter v. Gravenreuth

unread,
Apr 13, 2003, 12:11:09 PM4/13/03
to

"Melzer" <alex....@gmx.net> schrieb im Newsbeitrag
news:720d6ce4.03041...@posting.google.com...

Also zu "jener" Gerstenkaltschale gibt es nur noch die leeren Flaschen.


Ich bin aber sicher, dass wir so VOLLE finden werden - wie Ihr Corpsbruder
H. auf der Antrittskneipe war. War sehr schön - insbesondere noch die 5
Liter Sekt zum Nachspülen.

Joachim Schmid

unread,
Apr 19, 2003, 4:38:37 AM4/19/03
to
"Tim H. M. Eichenhofer" schrieb:

>
> > Beide Dachverbände führen den gleichen Wahlspruch, unterscheiden sich
> > jedoch in den Prinzipien. KV hat die Prinzipien religio - scientia -
> > amicitia, CV zusätzlich noch patria.
>
> patria ist, bzw. ist es seit 104 Jahre scheinbar nicht, verpflichtent zu
> sein - Wir haben nur die 3 ersteren Prinzipien.

Lieber Bbr., patria ist im CV eines der 4 Grundprinzipien, jedoch hat es
unser Bund in seinen Statuten nicht, weil wir lange vor der Aufnahme in
den CV gegründet worden sind.

Joachim Schmid AlSt!

Tim H. M. Eichenhofer

unread,
Apr 21, 2003, 11:07:25 PM4/21/03
to
Joachim Schmid <prof_joac...@yahoo.de> wrote in
news:3EA10B0D...@yahoo.de:


> Lieber Bbr., patria ist im CV eines der 4 Grundprinzipien, jedoch hat es
> unser Bund in seinen Statuten nicht, weil wir lange vor der Aufnahme in
> den CV gegründet worden sind.

Lieber AH Schmid, das ist mir sehr wohl bekannt. Das Thema, dass wir eine
recht lange Zeit, 29 Jahre, ohne den CV existierten habe ich zu einem
anderen Zeitpunkt bereits erwähnt. Deshalb habe ich das ganze nicht
nocheinmal erwähnt. Wir sind, meines Wissens nach, auch die einzige CV
Verbindung, die einst einen Paukwart hatte. Desweiteren die Schläger nicht
als Ehrensymbol, sondern als Zeichen der Fahnenverteidigung tragen.
Interessanterweise steht in der Jubiläumsschrift nichts darüber, ob das
"fehlen" des 4. Prinzips eine Diskussion bei der Aufnahme in den CV
auslöste. Aber naja, es gab genügend andere Punkte über die ja diskutiert
werden konnte.


Tim H.M. Eichenhofer AlSt!

Martin Häusler

unread,
Apr 22, 2003, 10:31:47 AM4/22/03
to
> Interessanterweise steht in der Jubiläumsschrift nichts darüber, ob das
> "fehlen" des 4. Prinzips eine Diskussion bei der Aufnahme in den CV
> auslöste. Aber naja, es gab genügend andere Punkte über die ja diskutiert
> werden konnte.
>
Das dürfte bei Eurer Aufnahme 1899 in etwa die gleiche Diskussion ausge-
löst haben wie bei unserer Gründung sieben Jahre vorher: Gar keine.
1899 hatte der CV nämlich noch gar kein offizielles patria-Prinzip.

Grüße,
Martin Häusler, GEl!


Martin Häusler

unread,
Apr 22, 2003, 10:29:12 AM4/22/03
to
> Dr. Hermann Cardaus, 50 Jahre Kartellverband (1863-1913). Kempten und
> München 1913 (ich bitte etwaige Rechtschreibfehler zu entschuldigen)
>
Erstmal vielen Dank für das Abtippen!

> Damit war die Frage aufgeworfen: Dürfen in Zukunft ohne ausdrückliche
> Genehmigung neben den allg. Korrespondenz- auch noch besondere
> Kartellverhältnisse eingegangen werden, wie sie bis dahin schon zwischen
> farbentragenden Verbindungen, nicht aber zwischen nichtfarbentragenden
> Vereinen bestanden?
>

Also CV doch nicht aus dem WB hervorgegangen, sondern schon vorher
bestehend? Du hast zwar recht damit, dass die Bezeichnung als "CV" erst
nach dem WB entstand, aber die Cartellbeziehungen bestanden vorher.
Und wenn erst die entgültige Namensgebung ausschlaggebend wäre, dürften
so einige Verbindungen und Dachverbände ihre Gründungsdaten umdatieren...

> Nach dem Zeugnis des anwesenden späteren Generalvikars Lüdtke war
> während des Zusammenseins in Würzburg das Verhältnis zw.Verbindungen
> und Vereinen das beste. Von einem "Farbenstreit" hören wir nichts. In den
> Vorschlägen der Arminia heißt es kurz und trocken: "Die Frage, ob Farben
> zu tragen seien oder nicht, anerkennt die Arminia als eine lokale. Doch sind
> die Vertreter der Arminia beauftragt, diese Frage anzuregen". Ob die "Anregung"
> tatsächlich erfolgt ist, läßt sich nicht mehr feststellen.
>

Die erst kurz vorher gegründeten Arminen waren doch anfangs selber farbentragend,
sodass von der Seite wohl kaum große Anti-Farben-Sprüche kommen konnten.

> Und doch: der in Würzburg geschlossene "Bund" trug vom ersten Augenblick an
> ein Element der Zersetzung in sich. Äußerlichkeiten - in diesem Falle das
> Farbentragen - pflegen nun einmal von deutschen Studenten viel höher
> gewertet zu werden, als von den meisten Philistern, und es wäre auf Dauer
> sehr schwer gewesen sein, diese Frage als eine "lokale" zu behandeln...
>

Das Farbentragen - insbesondere als katholische Verbindung - war damals
noch viel mehr als heute etwas mehr als nur eine Äußerlichkeit.

> Der WB als solcher hat nichts getan, ja man kann sagen, er hat überhaupt nur
> dem Namen nach bestanden; die in Würzburg zum Vorort gewählte Aenania hat
> die Geschäfte gar nicht übernommen, speziell ist es nie zu einer wirklichen
> Übernahme der Vorortsgeschäfte gekommen.
>

Immerhin übernahmen sie aber die Vorortsgeschäfte des CV 1865 zuverlässig... ;-)

> Die Winfridia mißbilligte überhaupt die Art der Abstimmung und sprach den
> Wunsch aus, "man möge die Majorität der Verbindungen der Majorität der
> vereine gegenüberstellen" , mit anderen Worten: Allgemein bindende
> Beschlüsse kommen nur dadurch zustande, daß getrennte Mehrheitsbeschlüsse
> der beiden Gruppen miteinander übereinstimmen.
>

Angesichts der Mehrheitsverhältnisse innerhalb des WB und der Konsequenzen
(Nichtaufnahme der BavBos wegen Mehrheit der Vereine) verständlich, wenn
auch dem gemeinsamen Ziel nicht wirklich zuträglich.

> Der Vorort hatte vollständig versagt, und es ist zu verstehen, wenn sich
> schon "vor der Trierer GV (also im Sommer 1865) die Germania gleichzeitig
> mit dem Berliner Leseverein für die Befürwortung einer Trennung entschied,
> in der richtigen Erkenntnis, daß eine Trennung der Vereine und Verbindungen
> für ein ferneres Gedeihen der gemeinsamen Sache ersprießlich sei" (Anm.:
> Handschr. Geschichte der Germania Münster).
>

Na ja, Vorortsversagen alleine ist sicherlich kein Trennungsgrund, sonst gäbe
es keine Dachverbände mehr.

> " Ich bezweifle, ob selbst dann die Trennung hätte vermieden werden können,
> aber vielleicht hätte sie sich doch unter weniger peinlichen Begleitumständen
> vollzogen.
>

Dem würde ich mich anschließen - die unterschiedlichen Auffassungen und die
Blockbildung waren zu stark.

> Bavaria Bonn:
> Daß in Bonn zwischen der alten Verbindung Bavaria und dem jungen verein
> Arminia nicht das beste Verhältnis herrschte, versteht sich von selbst; es
> mag sein, daß Fehler auf beiden Seiten gemacht worden sind, aber unbillig
> wäre es, die Schuld lediglich auf das Konto der Eifersucht der neuen gegen
> die alte Gründung zu setzen. Auch eine polemisch scharf zugespitzte
> Schilderung gibt aufrichtig zu, daß in den 60´er Jahren, wenn auch nicht
> ununterbrochen, in der Bavaria schwere Mißstände vorhanden gewesen sind.
> Dieselben sind schwerlich unbeteiligt an dem Umstand, daß die Verbindungen
> bis dahin nicht in ein irgendwie näheres Verhältnis zu der Bonner Verbindung
> getreten waren - allem Anscheine nach haben sie deren Annäherungsversuche
> nicht beachtet - allem Anscheine nach bis in den Aug. 1865 hinein. Ende Juli
> 1865 bat die Bavaria die Arminia um Unterstützung bei der Aufnahme in den
> WB. Der Konvent sprach sich "vorläufig" gegen das erste Gesuch aus,
> bezüglich des zweiten bemerkt das Konventsprotokoll: Es wurde zugegeben, daß
> die Bavaria seit einiger Zeit unbedingt sich erhoben (? Vielleicht gehoben)
> habe, dies jedoch noch keine hinlängliche Garantie für die Zukunft biete.
>

Die Arminen wurden ja von zwei Aenanan gegründet, die vorher bei BavBo ver-
kehrten. So etwas schafft zwingend böses Blut, das haben wir hier in Erlangen auch
zu genüge erlebt.
BavBo war ja auch erst Ende 1861 rekonstituiert worden, ohne ausdrückliches
K-Prinzip, hatte infolgedessen Probleme mit der katholischen Gesellschaft Bonns,
und 1863/64, also als die beiden Arminengründer dort verkehrten, wurde das
K-Prinzip frisch neu aufgenommen, was sicherlich auch nicht ohne Probleme ablief.
Dürften also recht chaotische Zustände gewesen sein.

> --> Irrig heißt es bei Werr II. Teil S. 69 f.: "Ein Hauptdifferenzpunkt war,
> daß man Seitens der Vereine den von einem ehemaligen Aenanen gegründeten
> Verein Arminia in den Bund aufgenommen wissen wollte... Durch das
> Übergewicht der 5 Vereine gegenüber den 4 Verbindungen wurde die
> neugegründete Arminia aufgenommen, Bavaria aber fallengelassen". Bekanntlich
> gehörte Arminia schon seit der Würzburger Versammlung zum Bunde und hat in
> Trier von Anfang an als vollberechtigtes Mitglied an allen Beratungen und
> Abstimmungen teilgenommen. Im 3. Teil, S. 13 wird die Aufnahme der
> Arminia richtig nach Würzburg verlegt.
>

Der Status der Arminen mag irrig sein, aber dass ein solches Verhalten zu
Differenzen führt ist wohl klar. So richtige aus tiefem Herzen kommende Be-
geisterung habe ich z. B. von DB-Seite zur Gründung der NDB auch nie ver-
nommen. ;-)

> Bei der Aussichtslosigkeit einer Einigung wurde einstimmig folgender Antrag
> angenommen: "Die GV der katholischen deutschen Studenten-Vereine möge sich
> zu dem einstimmigen Beschlusse dahin einigen, daß eine Trennung der vereine
> und Verbindungen im Interesse der besseren Verwirklichung unserer Prinzipien
> wünschenswert ist."
>

Trennung in farbentragend und nicht-farbentragend, vorherige Blockbildung in
farbentrand und nicht-farbentragend, Nichtaufnahme der farbentragenden BavBos
durch die Mehrheit der nicht-farbentragenden Vereine (die bei Aufnahme keine
Mehrheit mehr gehabt hätten) --> Das scheint allerdings trotz des von Dir oben
zitierten Ausspruches, ein Farbenstreit sei nicht erwähnt worden, darauf hinzudeuten,
dass gerade das Farbentragen die Ursache der Spaltung war, und im Wesentlichen
nur Stellvertreterkriege geführt wurden...

Grüße,
Martin Häusler, GEl!


nef

unread,
Apr 22, 2003, 10:45:54 PM4/22/03
to
Morgen!

> Also CV doch nicht aus dem WB hervorgegangen, sondern schon vorher
> bestehend? Du hast zwar recht damit, dass die Bezeichnung als "CV" erst
> nach dem WB entstand, aber die Cartellbeziehungen bestanden vorher.
> Und wenn erst die entgültige Namensgebung ausschlaggebend wäre, dürften
> so einige Verbindungen und Dachverbände ihre Gründungsdaten umdatieren...

Nun gut, meine Herren, dass anno 1843 bereits eine - rein katholische!
- Sektion des StV bestand an der Universität München, dass will wohl
niemand hier anerkennen; besonders die Herren der Aenania nicht...

Wenn irgend jemand hier knattern will, dann kontaktiert mich!

Sitzt!

nef BU!

Frhr. Günter v. Gravenreuth

unread,
Apr 23, 2003, 4:04:00 AM4/23/03
to

"nef" <gis...@my-mail.ch> schrieb im Newsbeitrag
news:87d295ff.0304...@posting.google.com...

> Morgen!
>
> > Also CV doch nicht aus dem WB hervorgegangen, sondern schon vorher
> > bestehend? Du hast zwar recht damit, dass die Bezeichnung als "CV" erst
> > nach dem WB entstand, aber die Cartellbeziehungen bestanden vorher.
> > Und wenn erst die entgültige Namensgebung ausschlaggebend wäre, dürften
> > so einige Verbindungen und Dachverbände ihre Gründungsdaten
umdatieren...
>
> Nun gut, meine Herren, dass anno 1843 bereits eine - rein katholische!
> - Sektion des StV

StV?
Ich kenne nur den schweizerischen StV http://www.schw-stv.ch/ , der seine
Bünde als Sektionen bezeichnet.

> bestand an der Universität München, dass will wohl
> niemand hier anerkennen; besonders die Herren der Aenania nicht...
>

Ja ja unsere Mama und deren uneheliche ( != CV) Tochter. ;-))

nef

unread,
Apr 23, 2003, 8:33:52 PM4/23/03
to
"Frhr. Günter v. Gravenreuth" wrote in message news:<b85h7p$4hn$05$1...@news.t-online.com>...

> StV?
> Ich kenne nur den schweizerischen StV http://www.schw-stv.ch/ , der seine
> Bünde als Sektionen bezeichnet.

Ja, genau der ;o) Da der StV - wie übrigens alle grossen Verbände in
der Schweiz, also neben dem StV auch der Zofingerverein und die StV
Helvetia - zuerst als Zentralverein gegründet wurde und sich erst
danach einzelne Verbindungen konstituierten, heissen die einzelnen
Bünde "Sektionen". Die "Mama" hiess also zuerst Sektion Freiburg i.
Pr., und erst später Helvetia.

> Ja ja unsere Mama und deren uneheliche ( != CV) Tochter. ;-))

d:-)//

Übrigens, eine grössere Anzahl Mittelschüler aus dem StV wird
anlässlich der Gymnasia-Reise 2003 am 3./4.5. München bereisen und
anlässlich dieser Reise bei Ihrer verehrlichen KBStV Rhaetia nächtigen
und dort auch einen gemeinsamen Anlass durchführen (offensichlich
hatten die Herren vom CV kein Interesse an diesem Besuch... ;o).

Mit Burgundergruss
Pro Deo et Patria!

nef

AKV Burgundia Bern im StV (Schw. St. V. als Abkürzung wird sehr, sehr
selten benützt)

Stefan Weigand

unread,
Apr 24, 2003, 4:18:12 AM4/24/03
to
Am 22.04.2003 16:29 Uhr schrieb "Martin Häusler" unter
<abschir...@gmx.de> in b84fsg$i84$1...@rznews2.rrze.uni-erlangen.de:

<snip>

> Die Arminen wurden ja von zwei Aenanan gegründet, die vorher bei BavBo ver-
> kehrten. So etwas schafft zwingend böses Blut, das haben wir hier in Erlangen
> auch zu genüge erlebt.

Was genau meinst du damit? Die Geschichte, dass ein CV-Philister (Dr.Gans)
bei der Gründung der Gothia nicht mitmachte und stattdessen der Gesellschaft
beitrat, die dann meiner Rhenania bei deren Gündung beitrat?

Grüße,
Stefan Weigand, Rh-E!

Martin Häusler

unread,
Apr 23, 2003, 6:41:20 PM4/23/03
to
> Nun gut, meine Herren, dass anno 1843 bereits eine - rein katholische!
> - Sektion des StV bestand an der Universität München, dass will wohl
> niemand hier anerkennen; besonders die Herren der Aenania nicht...
>
Also... eigentlich ging es hier ja um CV und KV und den Würzburger Bund...
Dass der mittlerweile nur noch fakultativ katholische und fakultativ männliche
StV älter ist als CV und KV ist unstreitig. Wenn ich auch nicht weiß, was
die Schweizer damals in München machten? Jetzt gibt es nämlich keinen StV
mehr im Landeshauptdorf.

> Wenn irgend jemand hier knattern will, dann kontaktiert mich!
>

Und was passiert dann?

> Sitzt!
>
Falls Du damit das meinen solltest, was wir hier eher hängen, dann ist das
hier definitiv das falsche Medium... ;-)

> nef BU!
>

Martin Häusler, GEl!


Martin Häusler

unread,
Apr 24, 2003, 8:55:26 PM4/24/03
to
> Was genau meinst du damit? Die Geschichte, dass ein CV-Philister (Dr.Gans)
> bei der Gründung der Gothia nicht mitmachte und stattdessen der Gesellschaft
> beitrat, die dann meiner Rhenania bei deren Gündung beitrat?
>
Nichts mit Euch - es geht dabei um die "2. K.D.St.V. in Erlangen", deren
Gründungsgeschichte und die Auswirkungen bis heute.

Grüße,
Martin Häusler, GEl!


Stefan Weigand

unread,
Apr 25, 2003, 10:45:21 AM4/25/03
to
Am 25.04.2003 2:55 Uhr schrieb "Martin Häusler" unter
<abschir...@gmx.de> in b8a15l$skb$1...@rznews2.rrze.uni-erlangen.de:

Kannst du das näher erläutern? Ich bin an Verbinungsgeschichte im
Allgemeinen und an der Erlanger im Speziellen interessiert.

Grüße,
Stefan Weigand, Rh-E!

Frhr. Günter v. Gravenreuth

unread,
Apr 26, 2003, 12:02:03 PM4/26/03
to

>
> Übrigens, eine grössere Anzahl Mittelschüler aus dem StV wird
> anlässlich der Gymnasia-Reise 2003 am 3./4.5. München bereisen und
> anlässlich dieser Reise bei Ihrer verehrlichen KBStV Rhaetia nächtigen


Naja wir haben ja auch eine besondere Beziehung zu den
http://www.glanzenburger.ch/

> und dort auch einen gemeinsamen Anlass durchführen (offensichlich
> hatten die Herren vom CV kein Interesse an diesem Besuch... ;o).
>

Wen wundert`s ??

nef

unread,
Apr 27, 2003, 9:38:58 AM4/27/03
to
"Frhr. Günter v. Gravenreuth" wrote in message news:<b8ed4o$vj1$00$1...@news.t-online.com>...

> Naja wir haben ja auch eine besondere Beziehung zu den
> http://www.glanzenburger.ch/

Ah ja, die Bibelbuxen zu Zürich :-))



> > und dort auch einen gemeinsamen Anlass durchführen (offensichlich
> > hatten die Herren vom CV kein Interesse an diesem Besuch... ;o).
> >
> Wen wundert`s ??

Mich jedenfalls nicht!

MBG
Pro Deo et Patria!

Gisiger v/o nef

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