Bleibt absolut lesensunwert.
Gian-Luca Stössel v/o koHl,
AKV Kyburger zu Zürich et GV Suitia zu Schwyz im Schw-Stv
> Ich für meinen Teil dachte, die EB Heidelberg wäre nach Wien umgezogen
> und hätte sich dort zum Corps erklärt, weiss jemand dazu neues?
Dann guck mal was auf deren "Heimseite" unter "Geschichte" steht. Da
ist erklärt wie das mit der "Corpserklärung" so war. Schauerlich
allzumal.
Laubmann, Corps Thuringia HD
Das mit Wien, Corpserklärung etc. steht ja wie auf der Seite der
Heidelberger... Es scheint aber sonst wirklich unmöglich, etwas über den
DCEC zu erfahren (mich interessiert das ganze auch schon eine Weile), es
sollte hier in Wien noch einige solche "Verbindungen" geben (die EB!
Nibelungia Wien sollte laut Civis Academicus gleich bei mir ums Eck sein,
gefunden hab' ich nix; dann soll es eine B! Tafelrunde geben, die starke
Affinität zur National-Konservativen Union aufweisen soll wie auch zur
(verbotenen) Volkstreuen Ausserparlamentarischen Opposition; auch von einem
Club Euromia im DCEC hab' ich gelesen).
Das nunmehrige "Corps" Arminia Turicensis umgibt sich mit mehreren anderen
obskuren "Corps" (Ostarrichi, Wasgonia, Wölsungen), die alle offiziell
kaisertreu sein wollen. Was wirklich dahintersteckt, weiß ich leider nicht,
aber vielleicht weiß ja irgendwer hier mehr darüber.
Gruß aus Wien,
Michael Bell, KÖStV Rudolfina im ÖCV
koHl
Beruft sich das "Corps" Wasgonia auf das erste legitimistische Corps
Wasgonia in Wien?
Habs dieses Jahr leider nicht zur Redoute geschafft, aber nächstes Jahr
bestimmt!
Gruss nach Wien!
koHl
Genau, die anderen auch, nämlich auf die Tradition des Wiener
legitimistischen SC
>
> Habs dieses Jahr leider nicht zur Redoute geschafft, aber nächstes Jahr
> bestimmt!
In diesem Jahr war's gerade besonders toll, fast 3500 Gäste
>
> Gruss nach Wien!
> koHl
Gruß zurüch nach Zürich!
Michael Bell, KÖStV Rudolfina
> Gruss nach Wien!
> koHl
Übrigens: Schönen Gruß an unseren gemeinsamen Bundesbruder (bei mir im MKV)
Martin Zisler!
>
> "koHl" <Exz...@gmx.ch> schrieb im Newsbeitrag
> news:6efb5be3.03031...@posting.google.com...
>> > obskuren "Corps" (Ostarrichi, Wasgonia, Wölsungen),
>>
>> Beruft sich das "Corps" Wasgonia auf das erste legitimistische Corps
>> Wasgonia in Wien?
So was habe ich auch gehört. Einer unserer AH hat erzählt, daß er vor
2 oder 3 Jahren angeschrieben wurde wegen des Archivs der Wasgonia.
Selbiger alter Herr besitzt das Wasgonenarchiv, da sein Vater einer
der letzten lebenden AH der in den frühen 30ern suspendierten Wasgonia
war. Da aber für eine Reconstituierung in alter Tradition eine Mindestzahl
alter Herren notwendig wäre, ist nach corpsstudentischen Regeln eine
Traditionsübernahme jedoch ausgeschlossen.
Angeblich Stehen hinter der Wasgonia einige KÖL-er, zumal als Addresse
auch das Haus einer KÖL angegeben wird.
Aber was genaues weis man nicht.
Tilo Hacke
Corps Saxonia Wien
> Angeblich Stehen hinter der Wasgonia einige KÖL-er, zumal als Addresse
> auch das Haus einer KÖL angegeben wird.
Nur aus Interesse: Welche KÖL denn? Ich weiß nämlich, daß es auch KÖLs gibt,
in deren GO ein Umgangsverbot mit derartigen Verbindungen festgeschrieben
ist (v.a. mit C! Ostarrichi).
Gruß aus Wien,
Michael Bell, Rd!
Gruss, koHl
> Werd ich ihm gerne ausrichten, sobald er aus Frankfurt a.M. zurück ist.
> MKV? Markomannia Eppenstein?
Nein, Austro-Millennia Voitsberg.
Gruß aus Wien,
Michael Bell, Rd!, AMV!, HES!
Schau an, schau an... der Fuchse kohl auch in der dssv! Mental schon
bereit für das Blockfuchsen-Weekend?
Gruss nach Zürich!
Gisiger v/o nef
AKV Burgundia Bern
Ostarrichi... *grübel* War das nicht W.S.C.? Oder verwechsel ich da was?
Waren das die kaisertreuen? Die WSC's sind irgendwie unübersichtlich :-)
Die W.S.C.-Darstellung, die ich von denen irgendwann mal bekam, ist
gerade renovierungsbedingt wasweißichwo gelandet...
MfG: Heiko Jacobs Z!
--
Douglasstr. 30, 76133 Karlsruhe fon 0721 24069 fax 2030542 IRCnet
Geo-Bild Ing.buero jac...@geo-bild-KA.de http://geo-bild-KA.de/ Mueck
Couleurstud. Infos jac...@cousin.de http://cousin.de/ VCD KA
Im Falle der Wasgonia haben meines Wissens nach Josephinen Hilfe geleistet.
Soweit die Kösener Statuten. Fraglich bleibt deren Anwendbarkeit auf
einen Bund, der weder jemals dem KSCV angehört hat, noch dies
überghaupt angestrebt hat (woraus man evtl. eine Art konkludente
Anerkennung der KSt konstruieren könnte). Die Wiener legitimistischen
Corps waren m W. in einem eigenen Wiener S.C. (W.S.C. , vom WSC zu
unterscheiden!) organisiert, so daß jedenfalls dessen Regeln bezüglich
Rekonstitution vorrangig anzuwenden wären - obwohl ich zugebe, daß das
eine eher akademische Frage ist.
Pflaum,
Pomerania-Silesia Bayreuth,
Rhaetia Innsbruck zu Augsburg
> Ostarrichi... *grübel* War das nicht W.S.C.? Oder verwechsel ich da was?
> Waren das die kaisertreuen? Die WSC's sind irgendwie unübersichtlich :-)
Es gab bzw. gibt meines Wissens drei Wiener SC: nämlich den des KSCV (zur
Zeit mit den C!C! Saxonia, Hellas, Posonia, Symposion und Hansea), dann
gab's den Wiener liberalen SC (paritätische C!C!, die das Waidhofner Prinzip
ablehnten, ähnlich dem deutschem Burschenbund-Convent. Es existieren nur
mehr zwei (Marchia und Raetia) als AHV (die teilen sich ihre Bude u.a. mit
der KÖL Josephina). Dann gab es noch den Wiener legitimistischen SC (in der
ersten Republik bestehend aus den C!C!: Wasgonia, Wikinger, Karolinger,
Ottonen, Athesia und Wölsungen; den Verband gab es nur bis 1935). Die neuen
Versucher betreffen anscheinend den Wr. legitimistischen SC, inwieweit das
ganze seriös ist, vermag ich aber nicht zu sagen.
Gruß aus Wien,
Michael Bell, Rd!
Waaaahnsinn...da sucht man nach obskuren wiener "Verbindungen" und
findet einen Burgunder aus Bern...=)
Bin Absturzbereit!
koHl
Das entspricht exakt meinen Informationen, außer daß ich nicht wußte, daß
die auf dem Haus der Josephina sitzen.
Erzähluungen einiger AH zur Folge wollten wir vor ca 15 Jahren den Märkern
eine Bestimmungspartie stellen, die dann leider wegen einer Verletzung
des Paukanten Marchiae abgesagt wurde. Die paritätischen Corps sind jeden
falls auch aus unserer Sicht durchaus respektable Bünde, obwohl seit den
1960ern nur noch fakultativ schlagend.
> Dann gab es noch den Wiener legitimistischen SC (in der
> ersten Republik bestehend aus den C!C!: Wasgonia, Wikinger, Karolinger,
> Ottonen, Athesia und Wölsungen; den Verband gab es nur bis 1935). Die neuen
> Versucher betreffen anscheinend den Wr. legitimistischen SC, inwieweit das
> ganze seriös ist, vermag ich aber nicht zu sagen.
Anscheinend ziemlich unseriös. Was man so hört, haben die chassierte CBs
und als unbrauchbar abgegebene Füchse aufgenommen und deklarieren sich als
Pflichtschlagend, ungeachtet der Tatsache, daß aus o.g. Grunde ihnen
keine seriöse Waffenverbindung Partien stellen würde. Gerüchteweise habe
ich gehört, die Wasgonia hätte es mal bei einigen Burschenschaften
probiert, sei aber logischerweise abgewiesen worden.
> Das entspricht exakt meinen Informationen, außer daß ich nicht wußte, daß
> die auf dem Haus der Josephina sitzen.
Eigentlich sitzt ja die Josephina am Haus von Marchia und Raetia, deswegen
ist's auch die einzige katholische Bude ohne Kreuz...
Tilo Hacke schrieb:
>>Dann gab es noch den Wiener legitimistischen SC (in der
>>ersten Republik bestehend aus den C!C!: Wasgonia, Wikinger, Karolinger,
>>Ottonen, Athesia und Wölsungen; den Verband gab es nur bis 1935). Die neuen
>>Versucher betreffen anscheinend den Wr. legitimistischen SC, inwieweit das
>>ganze seriös ist, vermag ich aber nicht zu sagen.
>
>
> Anscheinend ziemlich unseriös. Was man so hört, haben die chassierte CBs
> und als unbrauchbar abgegebene Füchse aufgenommen und deklarieren sich als
> Pflichtschlagend, ungeachtet der Tatsache, daß aus o.g. Grunde ihnen
> keine seriöse Waffenverbindung Partien stellen würde. Gerüchteweise habe
> ich gehört, die Wasgonia hätte es mal bei einigen Burschenschaften
> probiert, sei aber logischerweise abgewiesen worden.
>
Was allerdings eher seriös ist, ist die das legitimistische Corps
Ottonen zumindest als "Traditionsverein" quasi weiterführende Ottonia,
die allerdings zwischenzeitlich nichtschlagend und multi-konfessionell
und legitimistisch ist und nette Chanukkah-Kneipen feiert.
Näheres scheint Dr. Textor (Alt-WStV-Vorsitzender) zu wissen.
Gruss und Segen
Catilina TTI Tir
> Was allerdings eher seriös ist, ist die das legitimistische Corps
> Ottonen zumindest als "Traditionsverein" quasi weiterführende Ottonia,
> die allerdings zwischenzeitlich nichtschlagend und multi-konfessionell
> und legitimistisch ist und nette Chanukkah-Kneipen feiert.
Was für eine Art Verbindung ist das und wo sitzen die?
Und entschuldige die Unwissenheit, aber was ist eine Chanukkah-Kneipe?
Gruß aus Wien,
Michael Bell, Rd!, AMV!, HES!
Sie sind zwar eine neugründung, aber führen auch die Tradition des Corps
der ottonen weiter, das sich nach dem I. Weltkrieg aus offizieren
gegründet hatte und ebenfalls legitimistisch war, aber unbedingte
satsfaktion gab. Die neugründer haben auch kontakt mit AH der ottonen -
davon auch einige in israel - aufgenommen und einigen das band
umgehängt, aber sie dann davon überzeugt, dass man Nichtschlagend sein
will (nicht zuletzt, weil man als schlagender Bund in Österreich sehr
leicht in einem sehr rechten und antisemitischen fahrwasser landet...).
Gruss
Catilina TTI Tir
Michael Bell schrieb:
Michael Bell schrieb:
Ja, jedenfalls nach Peter Krause...Krause spricht auch noch vom
legitimistischen Corps Danubia, welches nun unter Aufgabe des leg.
Prinzips im HKSCV weiterbestehen soll, kann mir das jemand bestätigen?
Gruss, GLS
Hallole !
Was bedeutet eigentlich "legitismistisches", "paritätisches", etc. Corps?
Besten Dank im voraus für die Auskunft.
--
Beste Gruesse, Hannes Gnad han...@studserv.uni-stuttgart.de
B! Hilaritas Stuttgart m...@hannes-gnad.de
http://helpdesk.rus.uni-stuttgart.de/~rusamiga/
*** Neue Email-Adresse ----- m...@hannes-gnad.de ***
legitimistische Verbindungen verstehen sich als dezidiert
österreichisch-habsburgisch,
d. h. sie lehnen die Vorstellung ab, daß Österreich Teil der
deutschen Nation ist und als solche eine Einheit bilden sollte.
Eine paritätische Verbindung nimmt Studenten aller Konfessionen auf,
meistens geht es hier um die Aufnahme oder Nichtaufnahme von Juden.
MfG,
Jörg Haverkamp II
B! Saxo-Silesia
Historisch ist mir das nicht verständlich,
in Wien gab es doch eine große Anzahl rein jüdischer
und paritätischer Verbindungen, die meistenteils schlagend waren
oder zumindest unbedingte Satisfaktion auf schwere Waffen gaben.
Woher kommt dieser Zusammenhang zwischen dem
an sich ja unpolitischen Fechten und einer tatsächlichen
oder vermeintlichen ideologischen Ausrichtung?
MfG,
Jörg Haverkamp II
B! Saxo-Silesia Freiburg
Gruß,
Pflaum
naja, historisch mag das so gewesen sein, aber man hat mit den Wiener
Juden auch deren Verbindungen ausgerottet.
Es war auch anfangs etwas schwierig, auch den jüdischen AH das Abgehen
vom fechten beizubringen, aber es hat sich doch etwa ab den späten 30ern
einiges geändert, insbes sind in Österreich stärker als in Deutschland
die grenzen zwischen Corps und Burschenschaften verwischt worden.
Die scharfe Trennlinie verläuft hierzulande zwischen den Katholen und
einzelnen wenigen Nichtschlagenden (etwa SVer und so) und dem
freiheitlich-nationalen lager, also Buxen, landser, Curries etc.
andererseits.
Doppelmitgliedschaften sind unzulässig, Kooperationen gibt es
ausschliesslich im studentenhistorischen bereich.
> Woher kommt dieser Zusammenhang zwischen dem
> an sich ja unpolitischen Fechten und einer tatsächlichen
> oder vermeintlichen ideologischen Ausrichtung?
Das fechten an sich ist sicher unpolitisch, aber die teilweise scharf
rechts stehende Ausrichtung sehr vieler schlagender Bünde - und hier
kann man wohl sagen aller verbände - verdirbt leider auch die gemäßigten
Bünde mit bzw stellt diese in denselben Winkel.
Man kann im Ggs zu Deutschland etwa nicht sagen, dass österr. Corpser
unpolitisch wären.
Joerg Haverkamp schrieb:
> Hannes Gnad wrote:
>
>>Was bedeutet eigentlich "legitismistisches", "paritätisches", etc.
>>Corps?
>
>
> legitimistische Verbindungen verstehen sich als dezidiert
> österreichisch-habsburgisch,
> d. h. sie lehnen die Vorstellung ab, daß Österreich Teil der
> deutschen Nation ist und als solche eine Einheit bilden sollte.
Das ist nur teilweise richtig, österreichisch in diesem Sinne sind
grundsätzlich alle katholisch-österreichischen verbindungen; mit ein
Grund für den tiefen Graben zwischen national-freiheitlichen und
katholisch-österreichischen Bündern.
legitimistisch heißt, daß diese Bünde der republik aufgrund ihrer
mangelnden Legitimation durch eine verfassungsrechtlich korrekte
Vorgangsweise - sie entstand eben durch revolution mit verfassungsbruch
- die existenz absprechen und damit zumindest geistig die geolgschaft
verweigern. Das legitime Staatsoberhaupt ist nach deren Auffassung skH
EHzg Otto als Chef des hauses habsburg und der Knabe in der hofburg -
UHBP - ist ein Usurpator.
gruss und segen
Catilina TTI Tir
Urkomisch... fehlt nur noch ein CV, der bei einer Burschenschaft
unterschlüpft... ROTFL
Das stimmt nicht so ganz : Märker und Räthen sind paritätisch und
wie gesagt hätten wir ihnen problemlos Partien stellen.
> Es war auch anfangs etwas schwierig, auch den jüdischen AH das Abgehen
> vom fechten beizubringen, aber es hat sich doch etwa ab den späten 30ern
> einiges geändert, insbes sind in Österreich stärker als in Deutschland
> die grenzen zwischen Corps und Burschenschaften verwischt worden.
Das kann man auch nicht so stehen lassen. Es gibt eine organitatorisch-
logistische Cooperation, z.B. in Fechtfragen, aber letztlich trotzdem
deutliche Unterschiede. Wir werden von den Buxen durchweg als "nur", d.h.
in deren Augen "leider" unpolitische Traditionalistenclubs betrachtet
und die Achtung die man trotzdem genießt definiert sich nahezu
ausschließlich über die fechterischen Qualitäten. Wenn es politisch
wird, werden wir auch oift bewußt außen vor gelassen, was uns wiederum
eher recht ist.
Richtig auffällig wird die Sache, wenn man mal mit AHAH der anderen
Seite ein paar Bier trinkt. Das hat dann eher den Charakter eines
FPÖ-Stammtisches, bei uns dagegen eher den eines gediegenen akademischen
Herrenclubs mit breitem Meinungsspektrum.
> Die scharfe Trennlinie verläuft hierzulande zwischen den Katholen und
> einzelnen wenigen Nichtschlagenden (etwa SVer und so) und dem
> freiheitlich-nationalen lager, also Buxen, landser, Curries etc.
> andererseits.
Ja das sehen die Katholen so, oder wollen zumindest glauben machen,
daß sie das so sehen und daß das so sei. Letztlich nutzen die CVer
ihre Verleumdungspropaganda als ziemlich effizientes Keilvihiekel.
Ich kenne einige Kommilitonen, die genau des wegen CVer wurden,
obwohl die objektiv besser in einen anderen passen würden, sprich
die das Klerikalbrimborium eher als notwendiges Übel hinnehmen,
so wie mir auch mindestens ein katholischer "Ultra" bekannt ist,
der Burschenschafter wurde, weil die CV zu lasch seien.
Mich hat im übrigen mal ein CVer versucht zu bekeilen und was ich
dabei erfuhr war ziemlich aufschlußreich. Es ist schlichtweg
unglaubwürdig, pauschal zu behaupten die Waffenstudenten seien rechts,
und selbst die "Heiligsprechung" des klerikalfaschistischen
Ständestaates zu betreiben.
Was die politisierung angeht, so ist der Connex zwischen konservativen
CV und ser ÖVP genauso stark, wie zwischen Burschenschaften und FPÖ.
> Das fechten an sich ist sicher unpolitisch, aber die teilweise scharf
> rechts stehende Ausrichtung sehr vieler schlagender Bünde - und hier
> kann man wohl sagen aller verbände - verdirbt leider auch die gemäßigten
> Bünde mit bzw stellt diese in denselben Winkel.
Was, siehe oben, von den CVs durchaus gern gesehen ist. Und von
"verderben" kann da keine Rede sein, wenn man sich obwohl es nicht
modern ist, betont traditonalistisch versteht. Das hat nichts
mit Politik zu tun. Im übrigen fechten die politisch besonders
aktiven Bünde eher weniger.
Außerdem wurden die CV ja unter anderem auch gegründet (so die
Selbstdarstellung) um dem liberalen, sprich agnostizistischen bis
antiklerikalen Einfluß der Corps zu begegnen, da zu Beginn der 1860er
klerikale Kreise ihren schwindenden Einfluß auf das Bildungsbürgertum
zu spüren begannen.
> Man kann im Ggs zu Deutschland etwa nicht sagen, dass österr. Corpser
> unpolitisch wären.
Ich wage mal zu behaupten, daß kein Akademiker als Person unpolitisch
ist und als Bund sind die meisten CV allemal politischer als die Corps.
Der Unterschied besteht darin, wie "gleichgerichtet" die jeweiligen
Bundesbrüder sind. Die Corps haben eben keinen "Ideologieparagraphen"
in der Satzung, wie Burschenschaften oder auch die CV, und sind daher
auch von der Zusammensetzung immer inhomogener als letzere.
Der wesentliche Unterschied zu Deutschland ist zum einen, daß die Corps
dort geschichtlich einen viel besseren Stand hatten und von daher
auch grundätzlich in den Genuß einer wesentlich differenzierteren
Betrachtung kommen und zum anderen, daß die österreichischen Corps
die corpsstudentischen Prinzipien durchweg in einer puristischen Form
vertreten, sodaß man zusätzlich noch mehr auffällt.
Es ist schon symptomatisch, wie mich ein Kommilitone, als ich mein
Waffenstudentetum durch die sichtbaren Folgen meiner letzten Partie
ruchbar wurde, mich entgegen meiner erklärten Aussagen unbedingt
in eine besimmte Schublade der österreichischen politischen
Landschaft pressen wollte. Das ist mir zwar in München auch
schon passiert, aber nicht in einer derart penetranten Form.
Genauer gesagt tragen immer 4 Teutonen auch das Danubenband.
> Ja das sehen die Katholen so, oder wollen zumindest glauben machen,
> daß sie das so sehen und daß das so sei. Letztlich nutzen die CVer
> ihre Verleumdungspropaganda als ziemlich effizientes Keilvihiekel.
> Ich kenne einige Kommilitonen, die genau des wegen CVer wurden,
> obwohl die objektiv besser in einen anderen passen würden, sprich
> die das Klerikalbrimborium eher als notwendiges Übel hinnehmen,
> so wie mir auch mindestens ein katholischer "Ultra" bekannt ist,
> der Burschenschafter wurde, weil die CV zu lasch seien.
Ja gut, aber ich habe auch schon von nDB Burschenschaftern (bitte keine
Diskussion über selbige als Burschenschafter) diverse Geschichten aus
Österreich erzählen lassen.
Zum Thema Klerikalbrimborium: Im ÖCV wird das ganze noch etwas stärker
ausgelebt als hier im CV, sagt man. Aber man soll das K-Prinzip auch
einmal als sozialen Filter sehen. Die Mitglieder bieten somit alle
ähnliche soziale Hintergründe, ohne etwas dabei über die soziale Klasse
zu sagen.
Und überall bleiben 98% bei ihrem ersten Bund. Wenn sie austreten, dann
meistens ganz.
> Außerdem wurden die CV ja unter anderem auch gegründet (so die
> Selbstdarstellung) um dem liberalen, sprich agnostizistischen bis
> antiklerikalen Einfluß der Corps zu begegnen, da zu Beginn der 1860er
> klerikale Kreise ihren schwindenden Einfluß auf das Bildungsbürgertum
> zu spüren begannen.
Das gleiche Problem hatten wir 1870 auch in Stuttgart. Im Nachhinein
faszinierend zu lesen, wie man sich damals bekriegte.
Und nunja schwindenden Einfluss... viele Historiker reden von Verfolgung.
Viele Quellen belegen dies recht ausführlich, aber ja gerade im
Zusammenhang mit Verfolgungen und Gegenkundgebungen wurden die ersten
katholischen Verbindungen gegründet ( Bavaria Bonn z.B. ).
In Stuttgart waren vor allem die Corps gegen meinen Bund aktiv.
>
> Ich wage mal zu behaupten, daß kein Akademiker als Person unpolitisch
> ist und als Bund sind die meisten CV allemal politischer als die
> Corps. Der Unterschied besteht darin, wie "gleichgerichtet" die
> jeweiligen Bundesbrüder sind. Die Corps haben eben keinen
> "Ideologieparagraphen" in der Satzung, wie Burschenschaften oder auch
> die CV, und sind daher auch von der Zusammensetzung immer inhomogener
> als letzere.
Ich kann einen Bundesbruder, Ur-Austria Wien, einmal fragen ob der ÖCV
einen "Ideologieparagraphen" hat. Der CV sicherlich nicht.
Ohne Diskussionen über Politik hätte ich wohl schon auf viele lustige und
interessante Abende verzichten müssen.
Vielleicht erscheinen CV Verbindungen homogener, da sie viel grössere
Activitates haben als die meisten Corps ( In Deutschland ist es
jedenfalls so). Laut HP hat die Austria Innsbruck 120 Aktive.
>
> Es ist schon symptomatisch, wie mich ein Kommilitone, als
> ich mein Waffenstudentetum durch die sichtbaren Folgen meiner letzten
> Partie ruchbar wurde, mich entgegen meiner erklärten Aussagen
> unbedingt in eine besimmte Schublade der österreichischen politischen
> Landschaft pressen wollte. Das ist mir zwar in München auch
> schon passiert, aber nicht in einer derart penetranten Form.
Welche Fakultät ? Sozialwissenschaften ?
Nebenher: der CV heisst in Österreich ÖCV. Aber es besteht ein
Freundschaftsabkommen und die Mitgliedschaft im EKV. Im EKV sind auch die
KöL. Zu Letzteren lässt sich aber recht wenig erfahren in Deutschland.
Einzig: Nur Adlige, daher am aussterben.
Tim H. M. Eichenhofer
> Zum Thema Klerikalbrimborium: Im ÖCV wird das ganze noch etwas stärker
> ausgelebt als hier im CV, sagt man. Aber man soll das K-Prinzip auch
> einmal als sozialen Filter sehen. Die Mitglieder bieten somit alle
> ähnliche soziale Hintergründe, ohne etwas dabei über die soziale Klasse
> zu sagen.
Das glaub ich auch, meine Erfahrungen bis jetzt haben das auch bestätigt.
> In Stuttgart waren vor allem die Corps gegen meinen Bund aktiv.
In Österreich gab's im akademischen Kulturkampf sogar ein Todesopfer,
nämlich in Innsbruck, wo Corpsstudenten (ich glaube Rhaetia) Max Ghezze,
Raetho-Bavaria erschlugen, auch in wie war einiges los zwischen liberalen
und katholischen Verbindungen.
> Ich kann einen Bundesbruder, Ur-Austria Wien, einmal fragen ob der ÖCV
> einen "Ideologieparagraphen" hat. Der CV sicherlich nicht.
Nein, es gibt auch im ÖCV sicherlich keinen Ideologieparagraphen, nur das
Bekenntnis zu seinen Prinzipien, in der Hinsicht dürften sich Satzungen von
CV und ÖCV recht ähnlich sein, vielleicht nur mit dem Unterschied, daß in
den ÖCV-Satzungen steht, daß Südtirol den österreichischen Bundesländern
gleichgestellt ist.
> Nebenher: der CV heisst in Österreich ÖCV. Aber es besteht ein
> Freundschaftsabkommen und die Mitgliedschaft im EKV. Im EKV sind auch die
> KöL. Zu Letzteren lässt sich aber recht wenig erfahren in Deutschland.
> Einzig: Nur Adlige, daher am aussterben.
Nein, nur Adlige gibt's bei den KÖL nicht, Monarchisten sind es eben, mit
nocheinmal gesteigertem "Klerikalbrimborium". Am Aussterben sind nur einige,
anderen wieder geht's ganz gut.
Gruß aus Wien,
Michael Bell, KÖStV Rudolfina
Das mußt Du mir jetzt erklären, was der Ständestaat mit dem anderen zu tun
hat, über das Thema diskutiere ich immer gern. Und den Ständestaat bitte
nicht als faschistisch bezeichnen, damit tut man ihm unrecht...
> Was die politisierung angeht, so ist der Connex zwischen konservativen
> CV und ser ÖVP genauso stark, wie zwischen Burschenschaften und FPÖ.
Naja, ich würde sagen, daß der CV wesentlich konservativer als die
Volkspartei ist, einen starken Konnex gibt's erst seit der letzten Wahl
wieder, davor war seit den Siebzigerjahren eher weniger davon zu spüren.
> > Man kann im Ggs zu Deutschland etwa nicht sagen, dass österr. Corpser
> > unpolitisch wären.
>
> Ich wage mal zu behaupten, daß kein Akademiker als Person unpolitisch
> ist und als Bund sind die meisten CV allemal politischer als die Corps.
> Der Unterschied besteht darin, wie "gleichgerichtet" die jeweiligen
> Bundesbrüder sind. Die Corps haben eben keinen "Ideologieparagraphen"
> in der Satzung, wie Burschenschaften oder auch die CV, und sind daher
> auch von der Zusammensetzung immer inhomogener als letzere.
Ich muß hier auch meinem Kartellbruder insofern widersprechen, als ich Corps
(hier in Wien, ich war mal Gast bei den Hellenen) wirklich als unpolitisch
erlebt habe. Jedoch gibt's auch im ÖCV keinen "Ideologieparagraphen", nur
ist's eben so, daß die ÖVP das Programm hat, das sich noch am ehesten mit
den Prinzipien des ÖCV deckt, und Du wirst wohl nicht die Prinzipien, die in
den Satzungen stehen als Ideologieparagraphen bezeichnen, oder?
Rechtgeben muß ich Dir aber insofern, als bei den Corps sicherlich das
breiteste Spektrum an verschiedenen (politischen) Meinungen vorhanden ist.
Ob man dies als Vorteil sehen muß, bleibt aber dahingestellt. Aber beim CV
geht es ja gerade darum, daß man sich zu den Prinzipien bekennt. Und mit den
Prinzipien religio, patria, scientia und amicitia spricht man sicher
Menschen an, die in ihrem Denken weitgehend kohärenter sind als Leute, die
sich zu einem Prinzip "Toleranz" bekennen, das liegt in der Natur der Sache.
Gruß aus Wien,
Michael Bell, KÖStV Rudolfina
Jaja... Irgendwie mußte man ja den "Ausschluß" der Mitgliedschaft
österreichischer Bünde begründen.
> Und überall bleiben 98% bei ihrem ersten Bund. Wenn sie austreten, dann
> meistens ganz.
Ich meinte die Fälle, die zähneknirschend bei ihrem Bund bleiben,
weil der soziale "Kumpelfaktor" zuschlägt. In größeren Bünden geht
so was ja, zumal wenn der Augeblick der Wahrheit sich nicht in
Form der nächsten Partie manifestiert. Bei Waffenverbindungen hätte
genanntes Mitläufertum mit Sicherheit die Konsequens ungenügender
Mensurmoral und spätestens nach der 3. vergeigten Partie ist dann
der Ofen aus.
> Das gleiche Problem hatten wir 1870 auch in Stuttgart. Im Nachhinein
> faszinierend zu lesen, wie man sich damals bekriegte.
> Und nunja schwindenden Einfluss... viele Historiker reden von Verfolgung.
> Viele Quellen belegen dies recht ausführlich, aber ja gerade im
> Zusammenhang mit Verfolgungen und Gegenkundgebungen wurden die ersten
> katholischen Verbindungen gegründet ( Bavaria Bonn z.B. ).
> In Stuttgart waren vor allem die Corps gegen meinen Bund aktiv.
Verfolgung ist wohl wieder übertrieben, "aggressiv ablehnende Haltung"
dürfte die Sache eher treffen, da es sich nicht um staatlich organisierte
Vorfälle handelte. Der Kulturkampf war ja etwas später.
>> Ich wage mal zu behaupten, daß kein Akademiker als Person unpolitisch
>> ist und als Bund sind die meisten CV allemal politischer als die
>> Corps. Der Unterschied besteht darin, wie "gleichgerichtet" die
>> jeweiligen Bundesbrüder sind. Die Corps haben eben keinen
>> "Ideologieparagraphen" in der Satzung, wie Burschenschaften oder auch
>> die CV, und sind daher auch von der Zusammensetzung immer inhomogener
>> als letzere.
>
> Ich kann einen Bundesbruder, Ur-Austria Wien, einmal fragen ob der ÖCV
> einen "Ideologieparagraphen" hat. Der CV sicherlich nicht.
Mit "Ideologieparagraph meinte ich das "Religio"-Prinzip, da selbiges
ja wohl eine dem aufgeschlossene Grundhaltung impliziert und folglich
a priori z.B. Libertinisten ausschließt, wie auch die politische Richtung
eingegrenzt wird, wenn auch vielleicht nicht im parteipolitischen Sinne.
>> unbedingt in eine besimmte Schublade der österreichischen politischen
>> Landschaft pressen wollte. Das ist mir zwar in München auch
>> schon passiert, aber nicht in einer derart penetranten Form.
>
> Welche Fakultät ? Sozialwissenschaften ?
Der österreiche studiert mittlerweile Jus, bis vor einiger Zeit wie ich
Mathematik. Das Münchner Exemplar war wohl irgendein Sozialheini.
O.K. Faschistoid. Gemeint war das als Bitte doch zuerst vor der eigenen
Tür zu kehren, zumal einige CV ja massiv auf der
"Political-Correctness-Schiene" (ohne mongolisch kohlen zu wollen) fahren.
> Naja, ich würde sagen, daß der CV wesentlich konservativer als die
> Volkspartei ist, einen starken Konnex gibt's erst seit der letzten Wahl
> wieder, davor war seit den Siebzigerjahren eher weniger davon zu spüren.
Sogaer noch klerikal-konservativer. Damit habe ich mal wieder was über
ander Dachverbände dazugelernt. ;-)
> den Prinzipien des ÖCV deckt, und Du wirst wohl nicht die Prinzipien, die in
> den Satzungen stehen als Ideologieparagraphen bezeichnen, oder?
Wie gesagt "Religio" fällt für mich unter Ideologie, da dies eine
Geisteshaltung impliziert.
> Rechtgeben muß ich Dir aber insofern, als bei den Corps sicherlich das
> breiteste Spektrum an verschiedenen (politischen) Meinungen vorhanden ist.
> Ob man dies als Vorteil sehen muß, bleibt aber dahingestellt. Aber beim CV
> geht es ja gerade darum, daß man sich zu den Prinzipien bekennt. Und mit den
> Prinzipien religio, patria, scientia und amicitia spricht man sicher
> Menschen an, die in ihrem Denken weitgehend kohärenter sind als Leute, die
> sich zu einem Prinzip "Toleranz" bekennen, das liegt in der Natur der Sache.
Die Toleranz gilt zunächst mal nach innen, d.h. in Bezug auf die
"Aufnahmepolitik". Man könnte auch sagen es sei das Prinzip eines
akademischen Debattierklubs. Ich bin der Ansicht, daß die dadurch
geforderte offene rationale Auseiandersetzung dem akademischen
Ideal am ehesten entsopricht.
Das stimmt sicher, jedoch darf man, wie auch bei den Waffenstudenten,
keineswegs das ganze pauschal sehen. Innerhalb des ÖCV gibt's da natürlich
auch mehrere Strömungen, nicht alle denken so (ich zum Beispiel sicher
nicht). Ich finde es sogar schade, daß es in Österreich (fast) keinen
interkorporierten Austausch gibt, wie dies in Deutschland ganz normal ist.
Ich für meinen Teil hätte aber sicher kein Problem mit Waffenstudenten am
Haus bei uns.
> > Naja, ich würde sagen, daß der CV wesentlich konservativer als die
> > Volkspartei ist, einen starken Konnex gibt's erst seit der letzten Wahl
> > wieder, davor war seit den Siebzigerjahren eher weniger davon zu spüren.
>
> Sogaer noch klerikal-konservativer. Damit habe ich mal wieder was über
> ander Dachverbände dazugelernt. ;-)
>
Die Zeiten, in denen die ÖVP klerikal-konservativ war, sind ja (leider)
schon lange vorbei, und viele CVer werden auch entschieden ablehnen, wenn
ihr Verband so bezeichnet wird. Mich stört's nicht, ich hab mir auch nicht
ohne Grund eine der konservativeren Verbindungen ausgesucht.
> > den Prinzipien des ÖCV deckt, und Du wirst wohl nicht die Prinzipien,
die in
> > den Satzungen stehen als Ideologieparagraphen bezeichnen, oder?
>
> Wie gesagt "Religio" fällt für mich unter Ideologie, da dies eine
> Geisteshaltung impliziert.
>
Gerade das ist es aber, worauf es im CV ankommt, ohne dieses Prinzip wäre
unsere Identität verloren, in etwa so, wie wenn Corps nicht mehr Fechten
würden.
> Die Toleranz gilt zunächst mal nach innen, d.h. in Bezug auf die
> "Aufnahmepolitik". Man könnte auch sagen es sei das Prinzip eines
> akademischen Debattierklubs. Ich bin der Ansicht, daß die dadurch
> geforderte offene rationale Auseiandersetzung dem akademischen
> Ideal am ehesten entsopricht.
>
Und das ist es also, was den "Corpsgeist" ausmacht (zusammen mit dem
Fechten)? Oder wie würdest Du ihn sonst definieren?
Gruß,
Michael Bell, KÖStV Rudolfina
Corpsgeist ist der resultierende Zusammenhalt, der sich aus genanntem
intellektuellem "Waffenwetzen" als zivilisatorischer und dem Fechten
als archaischer Komponente ergibt.
Die Wirkung des Fechtens ist da durchaus wesentlich, da es eben nicht
so einfach ist, noch kontrolliert weiterzufechten, wenn man gerade
getroffen wurde und auch allein die Stimmung auf Mensur auf jeden
Ihre Wirkung zeigt. Nebenbei wurde ich auch wegen des Fechtens aktiv.
Nach außen hin manifestiert sich das dann im entsprechenden Auftreten.
Ein Corpsstudet geht halt z.B. nicht in Lederhosen auf den offiziellen
Bummel und behält auch in ungünstiger Situation noch die Selbstkontrolle,
sprich die berüchtigte eiserne Corpsdisziplin.
> Nach außen hin manifestiert sich das dann im entsprechenden Auftreten.
> Ein Corpsstudet geht halt z.B. nicht in Lederhosen auf den offiziellen
> Bummel und behält auch in ungünstiger Situation noch die Selbstkontrolle,
> sprich die berüchtigte eiserne Corpsdisziplin.
>
Das ist aber in Deutschland anders als in Österreich, oder?
Das hängt mittlerweile (leider) vom Bund ab. In Österreich wird das
durchgehend executiert, in Deutschland von ca 2/3 der Corps.
Oft ist das auch eine Frage lokaler Bräuche. In München wäre z.B. Lederhose
mit Kniestrümpfen und Haferlschuhen außer auf Kneipen und Commersen
durchaus commentgemäß. Ich bezog mich natürlich in obigem Beispiele
auf Wien, wo selbiger Aufzug eher unter Burschenschaftern und Landsern
anzutreffen ist.
Grundsätzlich werden die Regeln was commentgemäßes Auftreten angeht
aber auch in Deutschland von den Corps strenger gehandhabt als von den
anderen Waffenverbindungen.
Bei meiner Verbindung auch, generell trägt man bei uns nur zu Anzug mit
Krawatte Band, es gibt aber auch CV-Verbindungen, die das gänzlich anders
handhaben, in Deutschland ist's ja auch ganz anders.
> Grundsätzlich werden die Regeln was commentgemäßes Auftreten angeht
> aber auch in Deutschland von den Corps strenger gehandhabt als von den
> anderen Waffenverbindungen.
Das hab ich aber ganz anders in Erinnerung...
Ich würde empfehlen nicht ausgerechnet grüne Corps mit konservativen
Buxen zu vergleichen. Ein Woolworth-Anzug impliziert noch kein
commentgemäßes Auftreten. Meine Aussage bezog sich in diesem Sinne
auf einen Durchschnitt, und nicht auf besodere (negative)
Auffälligkeiten.
Hallole !
> Bei meiner Verbindung auch, generell trägt man bei uns nur zu Anzug mit
> Krawatte Band, es gibt aber auch CV-Verbindungen, die das gänzlich anders
> handhaben, in Deutschland ist's ja auch ganz anders.
Couleur nur im Anzug? Wie spaßfrei!
http://www.uni-stuttgart.de/hilaritas/FOTOS/SPEZIAL/pool.gif
>> Grundsätzlich werden die Regeln was commentgemäßes Auftreten angeht
>> aber auch in Deutschland von den Corps strenger gehandhabt als von den
>> anderen Waffenverbindungen.
> Das hab ich aber ganz anders in Erinnerung...
Das kommt ganz auf das Corps an, aber auch in unserem Verband (DB)
gibt es alle möglichen Arten von Comments, etc.
Wobei es sich aber bei den Libertes mit Abstand um die "steiffste"
Burchenschaft in Wien handelt.
Wobei es sich bei den Liberten um die mit Abstand "steiffste"
Burschenschaft in Wien handelt. Aber unser Comment bleibt da eigentlich
nicht zurück: Wenn Band dann auch Mütze und natürlich mindestens mit
Tageskombination, nach 20.00 Uhr immer Anzug, Commerse immer Smoking.
Es gibt da nur wenige Ausnahmen: Wanderungen mit anschließendem
Heurigenbesuch, das Ferialtreffen. Da gilt dann Lederhose als
angemessen. Das sind aber wie gesagt alles eher interne und inoffizielle
Veranstaltungen.
> > Was bedeutet eigentlich "legitismistisches", "paritätisches", etc.
> > Corps?
>
> legitimistische Verbindungen verstehen sich als dezidiert
> österreichisch-habsburgisch,
> d. h. sie lehnen die Vorstellung ab, daß Österreich Teil der
> deutschen Nation ist und als solche eine Einheit bilden sollte.
>
> Eine paritätische Verbindung nimmt Studenten aller Konfessionen auf,
> meistens geht es hier um die Aufnahme oder Nichtaufnahme von Juden.
Ein mir bekannter Studentenhistoriker erklärte "paritätisch" so: "Das
heißt, se nehmen ooch Christen auf..." - FR