On Sun, 10 Sep 2017 01:55:37 -0700, Ulf.Kutzner wrote:
> Moin,
>
> Am Samstag, 9. September 2017 21:40:10 UTC+2 schrieb Bernd Ullrich:
>
>> >>
http://www.schulbus.net/records/20041209acht/20041209acht.htm
>>
>> > Rückfahrkamera ist wohl zu einfach?
>>
>>
>> Warum fragst du MICH?
>
> Er fragte alle. In der Tat ist die sogar bei Pkw nicht ganz unüblich, so
> daß sie mittlerweile Eingang in die Unfallverhütungsregeln gefunden
> haben könnten.
>
> Ob sie haben, weiß ich nicht.
>
Ich habe noch keine an Linienbussen gesehen.
An LKW gibt es schon häufiger Kameras, aber die "leuchten" den toten
Winkel rechts vorm Führerhaus aus, da werden nämlich die Radfahrer auf
Radwegen totgefahren. Ob die mittlerweile auch vermehrt Rückfahrkameras
haben, weiß ich nicht. Die Sprinterklasse der Paketdienste haben
mittlerweile fast alle eine Rückfahrkamera.
Müllfahrzeuge wohl noch kaum.
> Das Thema ist auch im Zusammenhang mit der Müllabfuhr relevant. Wer an
> einer Stichstraße ohne Wendemöglichkeit für große Müllwagen wohnt, wird
> vielerorts neuerdings aufgefordert, seine Müllbehältnisse zur Entleerung
> bis an die Durchgangsstraße zu bringen...
>
> Das führte ich darauf zurück, daß den gesetzlichen Unfallversicherern
> überfahrene Müllader untergekommen seien.
>
Aus dem Gedächtnis: Bei der Unfallkasse im Bereich Lippe-Westfalen gab es
2008-2009 30 angefahrene Mitarbeiter, davon wurden 6 *Einweiser* durch
ihren eigenen Eingewiesenen angefahren.
Und natürlich gibt es immer wieder mal (auch tödliche) Unfälle mit anderen
Verkehrsteilnehmern. Diese Unfälle sind nur möglich wenn nicht
eingewiesen wird und die Pappenheimer haben immer Einweiser dabei.
Vernünftige Unfallstatistiken, die Unfälle beim Rückwärtsfahren von LKW
getrennt ausweisen gibt es anscheinend nicht.
Wenn aber "Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren“ mit
16,7 % Anteil der zweithäufigste Unfallgrund bei LKW ist, kann man schon
mal grob schätzen, daß Rückwärtsfahren nur einen kleinen einstelligen
Prozentanteil haben wird.
Solche Kameras sind kein Goldstandard. Im Zusammenhang mit VU zwischen
abbiegenden LKW und Radfahrern auf Radwegen ist aus der Unfallforschung
bekannt, daß der LKW-Führer den Radfahrer in den meisten Fällen vor dem
Unfall durch direkte oder indirekte Sicht hätte sehen müssen.
Wir kennen das im Zusammenhang mit rechts über Radwege abbiegenden PKW-
Führern, 1/3 sieht nicht hin und ein weiteres 1/5 nimmt den Vorrang von
Radfahrern trotz Hinsehens. Ein weiteres zusätzliches Sichtmittel nützt
nichts, wenn schon die vorhandenen Möglichkeiten nicht oder nicht adäquat
genutzt werden.