Am Sun, 22 Dec 2019 12:58:19 +0100 schrieb Martin Gerdes:
> Frank Hucklenbroich <
Hucklen...@aol.com> schrieb:
>
>>Ich hatte auch mal so eine Wohnsituation, da war der Parkplatz hinterm Haus
>>und vor dem Haus eine vielbefahrene Straße. Mit parallelem Rad- und Fußweg.
>>Um da in die Straße einzufahren, musste man zwangsläufig Rad- und Fußweg
>>blockieren, denn nur so konnte man die Hauptstraße einsehen, um eine freie
>>Lücke im Verkehr zu finden.
>
> Du meinst vermutlich "eine Lücke im Autoverkehr".
Straßenbahnen fuhren dort auch. Und im Prinzip hätten da auch Radfahrer
fahren können, anstatt den dort unpraktisch angelegten Radweg zu benutzen.
>>Was hätte es da gebracht, zurückzusetzen?
>
> Du hättest dann den Fußgänger- und Radverkehr mit Deiner Blechkiste
> nicht blockiert.
Und dann wäre ich da stehen geblieben bis zum St. Nimmerleinstag? Oder
hätte mit beherztem Vollgas gehofft, niemanden zu erwischen? Das war beides
keine Option, man konnte sich da nur langsam vortasten, bis man den Verkehr
einsehen konnte. Und stand dabei Radfahrern und Fußgängern ganz bklöd im
Weg herum.
> Aber das ist für den durchschnittlichen Autofahrer kein
> Thema. Sollen die Verkehrs-Untermenschen doch selbst sehen, wo sie
> bleiben, wenn ein Herrenfahrer kommt!
Was soll der Beißreflex? Ich schrieb doch selbst, daß mir diese Situation
unangenehm war, und ich fuhr da täglich weg. Übrigens nicht mit einem
großen SUV, sondern mit einem kleinen MX-5 Cabrio, meistens mit offenen
Dach und auf Augenhöhe mit den Radlern. Da gab es auch selten böses Blut,
sondern oft eher ein "Sorry, ich kann sonst den Querverkehr nicht sehen und
kann mich jetzt gerade auch nicht in Luft auflösen". Das war blöd geplant,
von den Radwegplanern.
>>In der zurückgesetzten Position konnte man den Querverkehr nicht sehen.
>
> Doch, natürlich.
Nein. Das war eine schmale Einfahrt, dann kam der Radweg, dann kamen
nochmale rund zwei Meter Gehweg bzw. seitliche Parkplätze, bis man auf der
Hauptstraße war. Das konnte man unmöglich einsehen, ohne sich bis an die
Hauptstraße vorzutasten.
>>Also hat man da eben die blöde Situation, daß man evtl. den Radweg für eine
>>Zeitlang blockiert.
>
> Das macht nichts. Autofahrerrechte zählen in dieser Republik schließlich
> mehr als Fußgänger- und Radfahrerrechte.
Fußgänger hätten problemlos vor oder hinter dem Wagen vorbeigehen können.
Aber der Radweg war dort schlichtweg unpassend geplant.
>>Wobei die im Zweifel ja auch hinter einem vorbeiradeln können,
>
> Eben, eben.
> Oder anhalten, bis der Herrenfahrer weg ist.
Krampfradler?
>>so groß ist ein Auto ja nicht, und hinter dem wartenden Auto ist
>>genug Platz.
>
>>Insofern kein echtes Problem.
>
> Eben.
>
> Österreich, du hast es da besser! Der ÖAMTC (österreichisches Äquivalent
> des deutschen "Autofahrer-dürfen-alles-Club") hat in die österreichische
> StVO hineinlobbyiert, daß Radfahrer auch auf Vorfahrtsstraßen immer nur
> so schnell fahren dürfen, daß sie jederzeit sofort anhalten können, auch
> wenn ihnen ein Autofahrer in die Quere kommt.
>
> Das wäre auch für die von Dir geschilderte Verkehrssituation eine
> probate Lösung.
Warum sollte das ein Problem sein, wenn man sich als Autofahrer langsam (=
mit echter Schrittgeschwindigkeit) an die Hauptstraße herantastet?
Natürlich schaut man da doch vorher, ob ein Radfahrer angefahren kommt, und
lässt den selbstverständlich vorher durch! Nur kann es dann eben sein, daß
man vor der Hauptstraße dann mitten auf dem Radweg warten muss, weil z.B.
gerade eine Straßenbahn mit Doppelzug angefahren kommt. Und wenn dann ein
Radler kommt, muss der auch warten bzw. vor oder hinter meinem Auto
vorbeifahren.
Was man sich alles hätte sparen könne, wenn es dort keinen Radweg parallel
zur Straße gäbe, und die Radler normal die Fahrbahn benutzen dürften. Aber
das wollte man da wohl auch nicht, schon wegen der Straßenbahn. Wenn ein
Radler vor der Bahn in die Schienen gerät und vor der Bahn stürzt, endet
das häßlich.
Grüße,
Frank