Laszlo Lebrun (11.05.2012 19:06):
> On 11/05/2012 17:34, Tim Wittrock wrote:
>
>> Naja, 'warten' heißt nicht zwangsläufig 'lahmgelegt sein'. Wenn man
>> annimmt, dass die an der Verschwenkung angebrachte Bettelampel für
>> Radfahrer tatsächlich nach 13 Sekunden grün wird, ist der Radverkehr
>> nicht unbedingt vollkommen "lahmgelegt".
>> Und für den Fall einer Fahrbahn ohne Überholmöglichkeit mit nur wenigen
>> Abbiegern aber einem mehrere Minuten lang nicht endenden Strom von
>> Fahrradfahrern könnte so eine Verschwenkung eventuell dafür sorgen, dass
>> ein abbiegewilliges Kfz den übrigen Kfz-Verkehr nicht aufhält und auch
>> die Fahrradfahrer nur für den kurzen Abbiegevorgang des Kfz anhalten
>> müssten (aber grundsätzlich zu erhöhter Vorsicht und zusätzlichen
>> Fahrmanövern gezwungen wären).
>> In diesen beiden beliebig unwahrscheinlichen Fällen ließe sich Laszlos
>> Aussage tatsächlich so deuten, dass 'Verkehr' sowohl Kfz als auch
>> nicht-motorisierte Verkehrsteilnehmer einschließt.
>>
> Endlich einer hier, der denken kann!
>
> Wenn eine Ampel für Radfahrer rot ist, konnen die Späterkommenden sich
> aufsammeln und bei Grün gruppiert über die Fahrbahn gelangen.
> Sie warten im Durchschnitt einen halben Ampelzyklus.
Das wäre bei den von Dir genannten Bettelampeln also 40s - 50s im
Durchschnitt, selbst wenn gar kein abbiegendes Kfz kommt. Die
Verkehrsplaner haben dann schon ziemlich viel Rücksicht der Radfahrer
verbaut...
> Das können die "Blechbewohnenden" bekannterweise nicht.
Das ist zunächst einmal das Problem der mehrspurigen Fahrzeuge selbst.
Wenn sich eine einzelne beförderte Person durch die Wahl ihres Fahrzeugs
so breit macht (weil sie unnötigerweise noch einen zweiten leeren Sessel
neben sich spazieren fährt), dass sie an der vorausfahrenden bzw.
wartenden Person nicht mehr vorbeikommt, dann muss sie eben warten -
oder auf ein schmaleres Fahrzeug umsteigen. Da der Trend allerdings
offenbar zu immer breiteren Kfz geht, haben die Käufer offenbar noch
nicht begriffen, dass sie selbst es sind, die die Fahrbahnen immer mehr
verstopfen.
> Ohne Einschwenkug bedeutet es nicht selten, dass ein einziges
> linksabbiegendes Auto pro Ampelzyklus durchkommt (vielleicht kommen auch
> zwei durch, mehr nicht), weil straßenüberquerende Füßgänger und
> Fahrräder Vorrang haben und zum Aufsammeln der Linksabbiegenden kein
> Platz vorhanden ist.
Jetzt zeige mir bitte mal eine Ampelanlage, die einerseits eine
Fahrbahnkreuzung für Kfz regelt und knapp daneben noch eine Bettelampel
für Rad- und Fußverkehr enthält. Wann soll denn diese Bettelampel
Fuß-/Radgrün zeigen? Du willst doch die Abbieger des Längsverkehrs nicht
bremsen, und den Querverkehr wirst Du doch wohl auch nicht gleich nach
der Kreuzung an der rote Bettelampel anhalten lassen!
> Damit ist der Verkehr praktisch lahmgelegt, da alle Autos dahinter
> vielen kompletten Ampelzyklen warten müssen.
Dann wäre ein kurzes Stück Rechtsabbiegespur angebracht. Oder vielleicht
ein Rechtsabbiegeverbot.
> Mit einer Einschwenkung 10m nach der Kreuzung kommen schon über die
> Doppelte Menge Autos pro Ampelzyklus durch.
Mit Einschwenkung und Vorrangverlust für Radfahrer kommen diese dann
also so gut wie gar nicht mehr über die Querstraße, da mal die Abbieger
durchfahren und ansonsten der Querverkehr.
> Mit zusätzlich eine Bedarfsampel und eine Verzögerung von nur 13
> Sekunden locker das fünffaches.
Deine 13 Sekunden sind Unsinn, da Du selbst zugibst, die nächste
Grünanforderung wird nicht früher als 40 Sekunden nach der letzten
Grünphase freigegeben.
Und wann diese Bedarfsampel überhaupt grün schalten darf, ohne den
Kfz-Verkehr, der an der Kreuzung noch Grün hatte, sofort wieder
auszubremsen, musst Du auch noch erklären.
> Damit fließt das Verkehr für beide Verkehrsteilnehmer wieder
> einigermaßen, Radler warten dafür _im Durchschitt einen halben
> Ampelzyklus_, Linksabbiegenden sparen dabei _unzählige kompletten
> Ampelzyklen_ (und emittieren dabei wesentlich weniger unnötige Abgase).
Wenn Kfz-Rechtsabbiegen an dieser Stelle regelmäßig derartige Probleme
bereitet, könnte man die Stauungen auch dadurch verhindern, dass das
Abbiegen dort verboten wird und auf die nächste/vorige Kreuzung mit mehr
Platz ausgewichen wird. Wenn die Kfz Dreck machen, dann liegt es
zunächst mal an ihnen, diesen zu verringern.
> Wer's nicht einsieht, dem ist nicht zu helfen.
Die Forderung an andere, freie Fahrt zu schaffen, damit der unnötig viel
Sprit fressende Motor nicht so lange laufen muss, ist fast schon
unverschämt.
> Laszlo, der auch als Fußgänger oder Radfahrer gerne unmißverständlich
> auf sein Vorrang verzichtet, wenn der Verkehr licht genug ist, und eine
> Überquermöglichkeit ohne Verkehrsbehinderung in Aussicht ist.
>
> Der Stadtumwelt zuliebe.
Der Stadtumwelt zuliebe auf Autofahrten zu verzichten, wann immer es
möglich ist, hilft dieser noch mehr. Wenn allerdings durch diesen
Verzicht der Weg durch den dann noch zusätzlich von den nicht
verzichtenden Kfz-Nutzern geforderten Vorrangverzicht doppelt so lange
dauert, dann könnte das die Wahl der Verkehrsmittel wieder ungünstig
beeinflussen.
Tim