Erik Meltzer schrieb:
> On 08.06.2018 21:03, HC Ahlmann wrote:
>> Erik Meltzer <
er...@ermel.org> wrote:
>>> On 08.06.2018 14:11, HC Ahlmann wrote:
>>>> Kannst Du begründen, Erik, warum es für die Verkehrssicherheit besser
>>>> ist, wenn Du auf zwei Spuren fährst, statt langsamer auf der rechten
>>>> Spur, wo Du links zumindest von Kfz ohne Anhänger unter 2,1m Breite
>>>> überholt werden könntest?
>>>
>>> 1., weil keiner damit rechnet, daß ich 30 fahre, was Notbremsungen
>>> und möglicherweise Auffahrunfälle nach sich zieht. Daß ich das darf,
>>> ja sogar eigentlich muß, tut dabei nichts zur Sache.
>>
>> Das zieht Notbremsungen und Auffahrunfälle nach sich, wenn jemand so
>> unaufmerksam durch eine Baustelle fährt, dass er langsameren Verkehr
>> nicht wahrnimmt. Aber dieses Fehlverhalten rechtfertigt nicht
>> zweispuriges Fahren, "es tut nichts zur Sache".
>
> Ach, nach mir die Sintflut? Das ist nicht das, was ich unter
> Steigerung der Verkehrssicherheit verstehe. Wenn alle hinter
> mir mit 84 durch die Baustelle rollen, ist es für alle
> sicherer. Nicht nur, aber auch, für mich.
Es ist ja höchst lobenswert, derart selbstlos für all die anderen, doofen
Mitmenschen zu sorgen. Allerdings kommt manch Staatsanwalt bei derlei
oberlehrerhaftem Verhalten auf den Gedanken, sowas als Straftatbestand der
Nötigung zu betrachten und deswegen Anklage zu erheben
>> Die Fahrfehler anderer sind keine Rechtfertigung für eigene Fahrfehler.
>
> Bevor ich riskiere, daß mir einer in die Seite fährt, weil er
> sich beim Überholen bzgl. der eigenen Fahrzeugbreite nebst
> Fahrkönnen verschätzt hat, mache ich lieber die Überholspur
> dicht.
Man darf sich durchaus darauf verlassen, dass man nicht nur selber sein
Fahrzeug fahren kann. Auch all die anderen sind bis zum Beweis des
Gegenteils als fähig zum autofahren anzusehen.
> Ich habe ja auch nicht geschrieben, daß ich das immer, oft oder
> auch nur häufig täte. Aber es gibt Situationen, in denen ich
> es tu -- reiner Selbstschutz.
Vielleicht würden ein paar Fahrstunden helfen. Das korrekte Verhalten im
Straßenverkehr ist für alle hilfreich.
>> Du irrst IMO in mehrerlei Hinsicht wie auch der Kombination.
>> Es könnte ein anderer Lkw-Fahrer auf den Gedanken kommen, dass die
>> Straße für mehr als 30km/h zu rumpelig ist; dann hilft Dein
>> "breitbeiniges" Fahren nicht, weil die Leute hinter dem langsamen Lkw
>> hängen – zufälligerweise vielleicht auch Du.
>
> Wenn vor mir einer so langsam fährt, daß ich bei dessen Tempo
> gefahrlos überholt werden zu können glaube, dann fahre ich
> selbstverständlich auch nicht in der Mitte. Ich rede hier
> eher von Situationen mit wenig Verkehr: ich rolle entspannt
> mit 84 in der Mitte durch die Baustelle, links hinter mir
> einen Sprinter mit Lichthupendauerfeuer, und denke mir: vergiß
> es, Kollege, die 2 min wirst Du verkraften können.
Es ist nicht deine Sache, zu entscheiden, ob ein anderer dich überholen
darf. Auch in Baustellenbereichen sind die Fahrstreifen regelmäßig so
markiert, dass rechts jeder LKW ohne Probleme fahren kann, wenn der Fahrer
sein Handwerk versteht (ich habe selber zwar nur ein paar hunderttausend
Kilometer im Führerhaus eines 40-Tonners verbracht, vor langer Zeit, als
Ferienjob, aber die Kisten sind nicht breiter geworden, die Fahrstreifen
nicht schmaler).
Es ist Sache des anderen Fahrers, zu entscheiden, ob er überholen kann.
>> Ich halte das zweispurige Fahren nicht per se für gefährlich, aber es
>> ist regelwidrig und Deine Begründung, es sei sicherer, überzeugt mich
>> nicht, denn das könntest Du auch mit 30km/h auf der rechten Spur haben,
>> allerdings um den Preis, Zeit zu verlieren.
>
> Wie ich schrieb: wenn ich tatsächlich 30 führe, würde das hinter
> mir zu Behinderungen und Gefährdungen ohne Ende führen.
Wenn du nicht schneller als 30 fahren kannst, dann darfst du auch nicht
schneller fahren! Und das führt mitnichten zu Behinderungen und
Gefährdungen, welche du heldenhaft verhindern müsstest
> Ich bin
> mir auch ziemlich sicher, daß die Freunde und Helfer solch Tun
> nicht goutieren würden -- und ja, das Mittig-Fahren tolerieren sie,
> wenn erkennbar ist, warum man es tut.
Das mittig-fahren werden sie üblicherweise als Grund für eine Kontrolle auf
Alkohol oder Drogen werten müssen. Bei negativem Ergebnis kommt dann der
Gedanke an Vorsatz, also Nötigung und/oder Straßenverkehrsgefährdung ins
Spiel. Aber das zentrale Problem bei derlei Hoppla-jetzt-komm-ich-Verhalten
ist die geringe Kontrolldichte, so dass du damit durchaus durchkommen wirst,
wenn dich nicht etwa einer der blockierten Verkehrsteilnehmer anzeigt
> Außerdem würde dann wirklich
> jeder mich überholen zu müssen meinen -- auch die Kisten, die auch
> bei 30 nun wirklich nicht mehr auf die linke Spur passen.
Das ist nicht deine Entscheidung
> Je weniger Fahrzeuge in der Baustelle meinen LKW überholen, desto
> weniger riskant ist es -- für die *und* für mich. Und nochmal:
> der Regelfall ist das nicht, aber je enger die Fahrbahn und je
> weniger Verkehr, umso sinnvoller ist es.
Wie vor. Die Straße gehört nicht dir allein
> Und klar, wenn links hinter mir dann ein erkennbar hinreichend
> schmales und kompetent bewegtes Kfz zu überholen begehrt, kann ich
> den ja immer noch durchlassen, gell.
Das ist eine lobenswerte Großzügigkeit!
>> Aus meiner Perspektive eines Pkw-Fahrers sei beigesteuert, dass ich in
>> einer Baustelle lange nicht jeden Lkw überhole.
>
> Da bist Du aber in der Minderheit.
Erfahrungsgemäß gibt es eine ganze Menge Autofahrer, die sich nicht
(zu)trauen, einen LKW zu überholen, gar dann, wenn der es nicht schafft,
seine Fahrspur einigermassen zu halten. Und leider bleiben dann immer wieder
einer oder mehrere auf der Überholspur und halten all diejenigen auf, die
überholen wollen
> Alles richtig. Alles irrelevant bei der Fahrweise einer
> signifikanten Anzahl von Vierrad-Piloten.
Ja nun. Eine ganze Menge recht typischer, immer wiederkehrender Ausreden von
Verkehrssündern...
Man ist natürlich niemals selber der Täter, egal ob OWi oder sogar, wie hier
mehrfach geschildert, Straftat. Schuld sind zumeist die anderen, selber ist
man der Gute...
Enden tut das gelegentlich mit saftiger Geldstrafe und Führerscheinentzug,
wobei das oftmals gehörte Argument "aber ich bin doch LKW-Fahrer und
beruflich auf den Schein angewiesen", nicht zählt, weil die Tat(en) gerade
im beruflichen Umfeld begangen wurden und aufgrund des grob
verkehrsfeindlichen Verhaltens zeigen, dass der Täter nicht hinter ein
Steuer, gar eines LKW, gehört.
Allerdings: Die weitaus meisten LKW-Fahrer fahren verantwortungsbewusst und
rücksichtsvoll
MfG
Rupert