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Ampel kaputt - Dauerrot

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Stephan Gerlach

unread,
Jul 8, 2004, 5:29:20 AM7/8/04
to
Vorhin habe ich aus dem Fenster eine kuriose Szene
beobachten können:

Eine Drückerampel für Fußgänger (zum Überqueren einer
Haupstraße; keine weiteren "Kreuzungsampeln" an der Stelle)
war offensichtlich defekt und zeigte wohl mindestens eine
halbe Stunde lang Rot an, womöglich länger (für die
Fußgänger war Dauer-Grün).

Demenstsprechendes Chaos an der Ampel:

Fahrzeuge aller Art kommen angefahren (Autos, Straßenbahnen,
Fahrräder).
Warten eine Weile; nach ein paar Minuten werden die ersten
ungedulgig (nicht unbedingt die ersten an der Ampel zuerst)
und fahren über die rote Ampel drüber, weiter vorn stehende
Autos eventuell anhupend ("warum wartet ihr so lange, die
Ampel ist doch kaputt?"). Der Herdeneffekt setzt ein und
eine ganze "Meute" Fahrzeuge überfährt die Ampel.
Bis sich wieder ein neuer Stau bildet und das Spiel von
vorne losgeht ("neu hinzugekommene" Fahrzeuge wissen
zunächst nix von der Dauerrot-Ampel).
Bis auch sie die Geduld verlieren.

Wie kann sowas eigentlich passieren - Programmfehler, oder
haben möglicherweise Witzbolde an der Ampel rumgespielt?

Und wie sieht es rechtlich aus, wenn

- man von der Polizei beim Überfahren der roten Ampel
erwischt wird?
- ein Blitzer in der Ampel eingebaut ist?
- ein Unfall passiert (wobei man sicher nach Unfalltyp
differenzieren müßte)?

Bin gespannt auf Antworten

Stephan

Henning Schlottmann

unread,
Jul 8, 2004, 6:14:17 AM7/8/04
to
Stephan Gerlach wrote:
>
> Und wie sieht es rechtlich aus, wenn
>
> - man von der Polizei beim Überfahren der roten Ampel
> erwischt wird?
> - ein Blitzer in der Ampel eingebaut ist?
> - ein Unfall passiert (wobei man sicher nach Unfalltyp
> differenzieren müßte)?
>
> Bin gespannt auf Antworten

Das hatten wir hier schon öfters mal. Die richtige Antwort lautet, dass
eine defekte Ampel keine wirksamen Anweisungen geben kann. Das optimale
Verhalten ist ein Anruf bei der Polizei und je nach Dringlichkeit der
Angelegenheit fährt man dann unter Beachtung höchster Sorgfalt über die
Ampel oder wartet, bis die Polizei am Ort ist.

Ciao Henning

Jens Fangmeier

unread,
Jul 8, 2004, 7:06:20 AM7/8/04
to
On Thu, 08 Jul 2004 11:29:20 +0200, Stephan Gerlach
<mam9...@studserv.uni-leipzig.de> wrote:
nn
>
>- man von der Polizei beim Überfahren der roten Ampel
>erwischt wird?
>- ein Blitzer in der Ampel eingebaut ist?

Die Diskusstion hatten wir schon mehrmals - google ist Dein Freund.

>- ein Unfall passiert (wobei man sicher nach Unfalltyp
>differenzieren müßte)?

Eigentlich nicht.
Von demjenigen, der über eine Rote ampel fährt, wird "höchste
sorgfalt" gefordert.
Während derjenige, der grün hat, sich ja eigenlich darauf verlassen
kann, daß "frei" ist und also "nur" die normale sorgfalt gefordert
wird.

Somit hat bei einem Unfall derjenige, der über die rote ampel gefahren
ist, die Pflicht zur "erhöhten sorgfalt" mißachtet und ist somit
schuld.

Einzige Ausnahme wäre, m.e., wenn der andere z.B. viel zu schnell
fährt oder andere "grobe" verstöße begeht.
(Oder z.B. Teilschuld bei einem Radfahrer ohne Licht in der
Dunkelheit).

Tschau, Jens

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Anfragen bitte über das Kontakt-Formular auf meine Webseite (siehe Signatur) stellen!

--
Jens Fangmeier * je...@feurio.de
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Jens Fangmeier

unread,
Jul 8, 2004, 7:11:21 AM7/8/04
to
On Thu, 08 Jul 2004 11:29:20 +0200, Stephan Gerlach
<mam9...@studserv.uni-leipzig.de> wrote:

>Vorhin habe ich aus dem Fenster eine kuriose Szene
>beobachten können:
>
>Eine Drückerampel für Fußgänger (zum Überqueren einer
>Haupstraße; keine weiteren "Kreuzungsampeln" an der Stelle)
>war offensichtlich defekt und zeigte wohl mindestens eine
>halbe Stunde lang Rot an, womöglich länger (für die
>Fußgänger war Dauer-Grün).
>

>Wie kann sowas eigentlich passieren - Programmfehler, oder
>haben möglicherweise Witzbolde an der Ampel rumgespielt?

Eher technischer Defekt:
Die meisten "einfachen" Ampel in Deutschland arbeitet noch mit
elektro-mechanischen Schaltern - und nicht "computergesteuert".
Computergesteuert arbeiten in der Regel nur Ampeln an hauptstraßen,
die zentral koordiniert werden.

Einfache Druckampeln arbeiten oftmal mit einfachen Elekro-Mechnischen
Schaltern, ähnlich wie das Treppenhauslicht.

Eine häufige Bauform ist z.b. ein Stellrad, daß sich dann alle x
Sekunden um eine Position weiterbewegt und y "Stellflügel" hat, die
dann die Lichtzeichen der einzelnen Ampeln darstellen.
(Als im prinzip ähnlich wie eine Drehorgel).

Wenn dieses "Stellrad" stehenbleibt (also z.B. klemmt) bleibt
natürlich die Ampel "stehen".

Dürfte also schlicht und einfach ein technischer Defekt sein!

Knut Ochdorf

unread,
Jul 8, 2004, 7:40:43 AM7/8/04
to
Jens Fangmeier schrieb:

> Eher technischer Defekt:
> Die meisten "einfachen" Ampel in Deutschland arbeitet noch mit
> elektro-mechanischen Schaltern - und nicht "computergesteuert".
> Computergesteuert arbeiten in der Regel nur Ampeln an hauptstraßen,
> die zentral koordiniert werden.

Gestern erst bei einer Computergesteuerten LSA gesehen: Alles Rot -
Hauptstraße, Nebenstraße und Fußgänger.

Es lief wie hier beschrieben ab - erst wartet man eine weile und dann
fuhr man mutig auf die Kreuzung. Das passierte bei drei Autos, dann
wartete man wieder usw.

Dementsprechend lang war die Schlange.

Das Problem löste man, als auch keine Busse und Straßenbahnen mehr
fahren konnten, diese ihre Verkehrsmeister gerufen hatten und dieser
dann die LSA ausgeschaltet hatten.

Danach lief der Verkehr flüssig, wie lange nicht mehr. :-)

Knut

Heiko Mittelstaedt

unread,
Jul 8, 2004, 8:13:53 AM7/8/04
to
Knut Ochdorf wrote:
> Gestern erst bei einer Computergesteuerten LSA gesehen: Alles Rot -
> Hauptstraße, Nebenstraße und Fußgänger.

Computer können freezen. Dann schaltet auch nix mehr.

> Es lief wie hier beschrieben ab - erst wartet man eine weile und dann
> fuhr man mutig auf die Kreuzung. Das passierte bei drei Autos, dann
> wartete man wieder usw.
> Dementsprechend lang war die Schlange.

Ich kann mich in dem Zusammenhang an was anderes bei uns hier im Osten
erinnern. Man brachte zum ersten Mal die Bewegungsmelder auf Ampeln an,
die den Verkehrsluß messen sollten um so je nach Verkehrslage die
Schaltzeiten zu verkürzen oder zu verlängern.

Einige Bürger hielten sie für Rotlichtsünderdetektoren und haben sie
abgedeckt, was die Ampelanlage stark verwirrte. Diese schaltete dann nur
noch ganz kurz, was riesige Staus gab. Dann stand später in der Zeitung,
daß die Bürger das doch unterlassen sollen, weil es eben nicht die
befürchteten Kontrollgeräte wären.

Grüße,
Heiko

--
*** http://www.daea.de ***
Offizielle Homepage von de.alt.etc.auktionshaeuser
Lachen bis zum Umfallen: In der Rubrik "Dummfug" findet
man die witzigsten und sinnlosesten ebay Auktionen!

Jens Fangmeier

unread,
Jul 8, 2004, 10:22:25 AM7/8/04
to
On Thu, 08 Jul 2004 13:40:43 +0200, Knut Ochdorf <KnutO...@web.de>
wrote:

>Jens Fangmeier schrieb:
>> Eher technischer Defekt:
>> Die meisten "einfachen" Ampel in Deutschland arbeitet noch mit
>> elektro-mechanischen Schaltern - und nicht "computergesteuert".
>> Computergesteuert arbeiten in der Regel nur Ampeln an hauptstraßen,
>> die zentral koordiniert werden.
>
>Gestern erst bei einer Computergesteuerten LSA gesehen: Alles Rot -
>Hauptstraße, Nebenstraße und Fußgänger.

Das ist dann typischen "Stör-Verhalten":
Computer, die sicherheitsrelevante anlagen Steuern - egal ob nun
ampeln, signale oder was auch immer, sind immer so ausgelegt, daß sie,
wenn irgendeine Störung auftritt, sie in einen "sicheren" Zustand
gehen.
Und "sicherer" Zustand" ist nunmal: "Alles rot".
Hierzu haben Sie in der Regel selbstdiagnose-Funktionen oder so eine
Art "Watchdogs", die den korrekten Ablauf überwachen - und eben im
Zweifelsfall auf "Rot" schalten.

Wer sich noch erinnert: Das ist vor einigen Jahren hier im Hamburg
auch der bahn im Bahnhof Altona passiert:
Hier wurde ein neues (computergesteuertes) Stellwerk in betrieb
genommen.
Aufgrund eines Programmierfehlers bei einer Speziellen Anpassung
(Ausschaltung der Oberleitung an der Autoverlade) wurde speicher nicht
freigegeben, was dann nach kurzer Zeit zu einer exception führte -
woraus das sicherheitssystem eben alle Signale auf Rot gestellt hat.

Hat einige Zeit gedauert, bis sie das hinbekommen haben :-(


>Es lief wie hier beschrieben ab - erst wartet man eine weile und dann
>fuhr man mutig auf die Kreuzung. Das passierte bei drei Autos, dann
>wartete man wieder usw.

Ist ja auch richtig so.

>Das Problem löste man, als auch keine Busse und Straßenbahnen mehr
>fahren konnten, diese ihre Verkehrsmeister gerufen hatten und dieser
>dann die LSA ausgeschaltet hatten.

Wobei ich in solchen Fällen auch immer als privatperson die Polizei
rufen würde - gerade bei einer größeren Kreuzung kommen die bestimmt
auch relativ schnell!

Achim Waldek

unread,
Jul 8, 2004, 10:30:54 AM7/8/04
to

"Heiko Mittelstaedt" <

> Ich kann mich in dem Zusammenhang an was anderes bei uns hier im Osten
> erinnern. Man brachte zum ersten Mal die Bewegungsmelder auf Ampeln an,

[..]>


> Einige Bürger hielten sie für Rotlichtsünderdetektoren und haben sie
> abgedeckt,

[...]


> Dann stand später in der Zeitung,
> daß die Bürger das doch unterlassen sollen, weil es eben nicht die
> befürchteten Kontrollgeräte wären.

ROTFLOLBTC
Ihr Ossis :) :) :) :)

Achim, ossi, e.h. und auf www.hahahoho.de verweisend
insbesondere auf den Clip "kein ostdeutsch"
Gruß

Hannes Haidvogel

unread,
Jul 8, 2004, 2:51:55 PM7/8/04
to
Jens Fangmeier <je...@feurio.de> wrote:


>Das ist dann typischen "Stör-Verhalten":
>Computer, die sicherheitsrelevante anlagen Steuern - egal ob nun
>ampeln, signale oder was auch immer, sind immer so ausgelegt, daß sie,
>wenn irgendeine Störung auftritt, sie in einen "sicheren" Zustand
>gehen.
>Und "sicherer" Zustand" ist nunmal: "Alles rot".
>Hierzu haben Sie in der Regel selbstdiagnose-Funktionen oder so eine
>Art "Watchdogs", die den korrekten Ablauf überwachen - und eben im
>Zweifelsfall auf "Rot" schalten.
>
>Wer sich noch erinnert: Das ist vor einigen Jahren hier im Hamburg
>auch der bahn im Bahnhof Altona passiert:
>Hier wurde ein neues (computergesteuertes) Stellwerk in betrieb
>genommen.
>Aufgrund eines Programmierfehlers bei einer Speziellen Anpassung
>(Ausschaltung der Oberleitung an der Autoverlade) wurde speicher nicht
>freigegeben, was dann nach kurzer Zeit zu einer exception führte -
>woraus das sicherheitssystem eben alle Signale auf Rot gestellt hat.
>

Da ist aber ein Riesen-Unterschied:
Ein Stellwerk muss auf Rot schalten, weil Triebfahrzeugführer nur auf
Signal fahren dürfen/können.
Bei einer Verkehrsampel genügt es, auf Gelb-Blinken zu schalten, damit
wird die Verantwortung auf die Autofahrer übergeben, die sich dann den
Vorschriften der StVO entsprechend zu verhalten haben.

(In .at müssen Ampeln, die nur 1 Rotlicht in einer Richtung haben,
eine Rotlichtüberwachung haben. Wenn ein Rotlicht ausfällt, geht die
Ampel in den STatus "GElbblinken" über).

Liebe Grüße
Hannes

Hartmut Welpmann

unread,
Jul 8, 2004, 3:08:58 PM7/8/04
to
Jens Fangmeier <je...@feurio.de> wrote:

>On Thu, 08 Jul 2004 13:40:43 +0200, Knut Ochdorf <KnutO...@web.de>
>wrote:
>

>>Gestern erst bei einer Computergesteuerten LSA gesehen: Alles Rot -
>>Hauptstraße, Nebenstraße und Fußgänger.
>
>Das ist dann typischen "Stör-Verhalten":
>Computer, die sicherheitsrelevante anlagen Steuern - egal ob nun
>ampeln, signale oder was auch immer, sind immer so ausgelegt, daß sie,
>wenn irgendeine Störung auftritt, sie in einen "sicheren" Zustand
>gehen.
>Und "sicherer" Zustand" ist nunmal: "Alles rot".
>Hierzu haben Sie in der Regel selbstdiagnose-Funktionen oder so eine
>Art "Watchdogs", die den korrekten Ablauf überwachen - und eben im
>Zweifelsfall auf "Rot" schalten.

Wäre es nicht besser, im Fehlerfall auf "gelb blinkend" zu schalten,
dann gälten wenigstens die an jeder Ampel angebrachten
vorfahrtsregelnden Verkehrszeichen?

--

Viele Grüße

Hartmut

Thomas Hochstein

unread,
Jul 8, 2004, 2:43:03 PM7/8/04
to
Knut Ochdorf schrieb:

> Gestern erst bei einer Computergesteuerten LSA gesehen: Alles Rot -
> Hauptstraße, Nebenstraße und Fußgänger.

Das ist der Zustand, in den eine solche Anlage bei Störungen
zurückfallen muss.

-thh

Jens Fangmeier

unread,
Jul 8, 2004, 5:03:08 PM7/8/04
to
On Thu, 08 Jul 2004 21:08:58 +0200, Hartmut Welpmann
<hartmut....@gmx.de> wrote:

>Jens Fangmeier <je...@feurio.de> wrote:
>
>>On Thu, 08 Jul 2004 13:40:43 +0200, Knut Ochdorf <KnutO...@web.de>
>>wrote:
>>
>>>Gestern erst bei einer Computergesteuerten LSA gesehen: Alles Rot -
>>>Hauptstraße, Nebenstraße und Fußgänger.
>>
>>Das ist dann typischen "Stör-Verhalten":
>>Computer, die sicherheitsrelevante anlagen Steuern - egal ob nun
>>ampeln, signale oder was auch immer, sind immer so ausgelegt, daß sie,
>>wenn irgendeine Störung auftritt, sie in einen "sicheren" Zustand
>>gehen.
>>Und "sicherer" Zustand" ist nunmal: "Alles rot".
>>Hierzu haben Sie in der Regel selbstdiagnose-Funktionen oder so eine
>>Art "Watchdogs", die den korrekten Ablauf überwachen - und eben im
>>Zweifelsfall auf "Rot" schalten.
>
>Wäre es nicht besser, im Fehlerfall auf "gelb blinkend" zu schalten,

Wenn man wirklich sicherstellen könnte, daß das auch bei allen Ampeln
unter allen Umstänen Funktioniert: Sicher.

Aber: Wenn schon ein defekt vorliegt, KANN es ja auch sein, daß nicht
alle Lichtzeichen korrekt reagieren - evtl. ist ja auch z.B. die
Datenleitung zu einer Ampel ausgefallen, so daß dann eine Ampel nicht
mehr gesteuert werden kann.

Im ungünstigen Fall beliebt dann eine Ampel auf grün - und da wäre es
dann sehr ungünstig, die anderen ampeln auf gelb blinkend zu schalten,
insbesondere, wenn dort ein vorfahrszeichen wäre.

Daher eben: "Nummer sicher".

Desweiteren: Solche "intelligenten" Ampeln werden dann bei so einen
Fall auch garantiert eine "Notfallmeldung" an die Verkehrsüberwachung
senden, so daß dann relativ schnell abhilfe kommen sollte.

>dann gälten wenigstens die an jeder Ampel angebrachten
>vorfahrtsregelnden Verkehrszeichen?

Wie gesagt: Das wird sehr gefährlich, wenn dann einzelne Ampeln - aus
welchen Grund auch immer - noch auf grün stehen sollten.

Stephan Gerlach

unread,
Jul 9, 2004, 4:46:34 AM7/9/04
to
Jens Fangmeier schrieb:

>
> On Thu, 08 Jul 2004 13:40:43 +0200, Knut Ochdorf <KnutO...@web.de>
> wrote:
[...]

> Computer, die sicherheitsrelevante anlagen Steuern - egal ob nun
> ampeln, signale oder was auch immer, sind immer so ausgelegt, daß sie,
> wenn irgendeine Störung auftritt, sie in einen "sicheren" Zustand
> gehen.
> Und "sicherer" Zustand" ist nunmal: "Alles rot".

Wirklich?
Wäre es der sicherere Zustand nicht "alles aus"?
Es würde zumindest Unsicherheit und Irritation bei den dort
ankommenden Verkehrsteilnehmern vermieden.
Wenn alles aus ist, gilt Rechts vor Links, und gut ist.

> >Das Problem löste man, als auch keine Busse und Straßenbahnen mehr
> >fahren konnten, diese ihre Verkehrsmeister gerufen hatten und dieser
> >dann die LSA ausgeschaltet hatten.
>
> Wobei ich in solchen Fällen auch immer als privatperson die Polizei
> rufen würde - gerade bei einer größeren Kreuzung kommen die bestimmt
> auch relativ schnell!

Hier war's dann nach ca einer halben Stunde ein oranger
VW-Bus mit Techniker drin.

Stephan

Stephan Gerlach

unread,
Jul 9, 2004, 4:57:58 AM7/9/04
to
Henning Schlottmann schrieb:

>
> Das optimale
> Verhalten ist ein Anruf bei der Polizei und je nach Dringlichkeit der
> Angelegenheit fährt man dann unter Beachtung höchster Sorgfalt über die
> Ampel oder wartet, bis die Polizei am Ort ist.

Naja, wenn man ohnehin schon die Polizei gerufen hat (d.h.
von dem Defekt der Ampel weiß), kann man sich das Warten ja
vielleicht sparen. :-)

Stephan

Heiko Mittelstaedt

unread,
Jul 9, 2004, 7:34:45 AM7/9/04
to
Stephan Gerlach wrote:
> Wirklich?
> Wäre es der sicherere Zustand nicht "alles aus"?
> Es würde zumindest Unsicherheit und Irritation bei den dort
> ankommenden Verkehrsteilnehmern vermieden.
> Wenn alles aus ist, gilt Rechts vor Links, und gut ist.

Meiner Meinung nach wäre der sicherste Zustand gelbes Blinken. Hier weiß
jeder, daß die Ampel außer Betrieb ist und man mit der nötigen Vorsicht
fahren kann.

Was weiß man denn bei Dauerrot? Das führt zwangsweise zu
Konfliktituationen, weil jeder eine andere Einstellung zu der Frage hat,
ab wann man diesen Zustand als Defekt betrachten kann. Das führt
zwangsweise zu Chaos.

Daueraus würde für eine trügerische Sicherheit sorgen, daß die
Ampelregelung abgeschaltet ist, weil sie nicht mehr notwendig sei.
Solche dunklen Geräte werden dann auch schonmal übersehen. Das ist erst
recht gefährlich!

Jens Fangmeier

unread,
Jul 9, 2004, 8:37:55 AM7/9/04
to
On Fri, 09 Jul 2004 13:34:45 +0200, Heiko Mittelstaedt
<hei...@arcor.de> wrote:

>Stephan Gerlach wrote:
>> Wirklich?
>> Wäre es der sicherere Zustand nicht "alles aus"?
>> Es würde zumindest Unsicherheit und Irritation bei den dort
>> ankommenden Verkehrsteilnehmern vermieden.
>> Wenn alles aus ist, gilt Rechts vor Links, und gut ist.
>
>Meiner Meinung nach wäre der sicherste Zustand gelbes Blinken. Hier weiß
>jeder, daß die Ampel außer Betrieb ist und man mit der nötigen Vorsicht
>fahren kann.

Tja, wenn man den auch sicher erreichen könnte, wäre das ja auch OK.
Aber wie ich schon ausgeführt haben:
WENN schon die selbstdiagnose der Ampelschaltung einen Defekt erkannt,
kann Sie ja auch nicht mehr davon ausgehen, daß alle Lichtzeichen
korrekt geschaltet werden.
Evtl. ist ja auch die Datenleitung zu einem oder mehrere Lichtzeichen
gesteuert?
Bzw. die Ansteuerungseinheit defekt?

Daher ist es eben schon sicherer, alles, was eben noch geht, auf rot
zu schalten und auf den "manuellen Eingriff" zu warten.

>Was weiß man denn bei Dauerrot? Das führt zwangsweise zu
>Konfliktituationen, weil jeder eine andere Einstellung zu der Frage hat,
>ab wann man diesen Zustand als Defekt betrachten kann. Das führt
>zwangsweise zu Chaos.

Wie gesagt:
Ich verstehe das problem nicht:
Kurz die Polizei anrufen - bei Kreuzungen an wichtigen straßen (und
nur die haben ja computergesteuerte ampeln) wird die sicher sehr
schnell da sein, die ampel auf gelbes blinklicht schalten und den
verkehr bei bedarf regeln!

Stephan Gerlach

unread,
Jul 9, 2004, 9:06:23 AM7/9/04
to
Heiko Mittelstaedt schrieb:

>
> Stephan Gerlach wrote:
> > Wirklich?
> > Wäre es der sicherere Zustand nicht "alles aus"?
> > Es würde zumindest Unsicherheit und Irritation bei den dort
> > ankommenden Verkehrsteilnehmern vermieden.
> > Wenn alles aus ist, gilt Rechts vor Links, und gut ist.
>
> Meiner Meinung nach wäre der sicherste Zustand gelbes Blinken.

Wenn er zuverlässig "erreichbar" (siehe auch Heikos Posting
dazu) ist, dann ist das in der Tat noch besser als alles aus
(was ich wiederum für besser als alles Rot halte).

> Was weiß man denn bei Dauerrot? Das führt zwangsweise zu
> Konfliktituationen, weil jeder eine andere Einstellung zu der Frage hat,
> ab wann man diesen Zustand als Defekt betrachten kann. Das führt
> zwangsweise zu Chaos.

Wie hier bereits bei einer einfachen Drückerampel für
Fußgänger zu beobachten.

> Daueraus würde für eine trügerische Sicherheit sorgen, daß die
> Ampelregelung abgeschaltet ist, weil sie nicht mehr notwendig sei.

^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
Davon würde ich als dort vorbeikommender Verkehrsteilnehmer
nie ausgehen.
Wenn ich eine Ampel sehe, die aus ist (sofern nicht nachts
oder sonntags eine einsame verlassene Ampel in der Pampa,
die werden auch gerne mal absichtlich abgestellt), dann
rechne ich instinktiv mit einem Defekt oder
Wartungsarbeiten.

> Solche dunklen Geräte werden dann auch schonmal übersehen. Das ist erst
> recht gefährlich!

IMO gefährlicher als alles Rot zu schalten.

Stephan

Stephan Gerlach

unread,
Jul 9, 2004, 9:13:27 AM7/9/04
to
Jens Fangmeier schrieb:

>
> On Fri, 09 Jul 2004 13:34:45 +0200, Heiko Mittelstaedt

> >Meiner Meinung nach wäre der sicherste Zustand gelbes Blinken. Hier weiß


> >jeder, daß die Ampel außer Betrieb ist und man mit der nötigen Vorsicht
> >fahren kann.
>
> Tja, wenn man den auch sicher erreichen könnte, wäre das ja auch OK.

[Details dazu]

Wie sähe es denn mit der Möglichkeit einer kompletten
Stromabdrehens an der Ampelanlage aus?
Dürfte sich leichter realisieren lassen als *zuverlässig*
gelbes Blinken zu erreichen.
Aber ich bin kein Ampel-Techniker...

> >Was weiß man denn bei Dauerrot? Das führt zwangsweise zu
> >Konfliktituationen, weil jeder eine andere Einstellung zu der Frage hat,
> >ab wann man diesen Zustand als Defekt betrachten kann. Das führt
> >zwangsweise zu Chaos.
>
> Wie gesagt:
> Ich verstehe das problem nicht:
> Kurz die Polizei anrufen - bei Kreuzungen an wichtigen straßen (und
> nur die haben ja computergesteuerte ampeln) wird die sicher sehr
> schnell da sein, die ampel auf gelbes blinklicht schalten und den
> verkehr bei bedarf regeln!

Soweit die Theorie. In der Praxis wird es eine Weile dauern,
bis sich der erste dazu bequemt, die Polizei anzurufen. Bis
dahin herrscht Chaos, mehr oder weniger schlimm.
Gut, wenn die Ampel Dauerrot ist, wir es sicher im Mittel
schneller gehen, bis der erste Polizeianruf erfolgt als dies
bei Daueraus der Fall wäre.
D.h. der defekt wird schneller registriert.

Stephan

Hannes Haidvogel

unread,
Jul 9, 2004, 4:27:49 PM7/9/04
to
Jens Fangmeier <je...@feurio.de> wrote:


>Tja, wenn man den auch sicher erreichen könnte, wäre das ja auch OK.
>Aber wie ich schon ausgeführt haben:
>WENN schon die selbstdiagnose der Ampelschaltung einen Defekt erkannt,
>kann Sie ja auch nicht mehr davon ausgehen, daß alle Lichtzeichen
>korrekt geschaltet werden.
>Evtl. ist ja auch die Datenleitung zu einem oder mehrere Lichtzeichen
>gesteuert?
>Bzw. die Ansteuerungseinheit defekt?
>
>Daher ist es eben schon sicherer, alles, was eben noch geht, auf rot
>zu schalten und auf den "manuellen Eingriff" zu warten.
>

Jetzt widersprichst dich selbst. Wenn die Selbstdiagnose nicht mehr
davon ausgehen kann, dass alle Lichtzeichen korrekt geschaltet werden,
kann sie auch nicht mehr davon ausgehen, dass dann alle Ampeln auf Rot
stehen, dann wäre die einfachste und sicherste Methode: Strom aus und
alles finster. WEnn kein STrom da ist, kann auch keine Lampe falsch
leuchten.

Liebe Grüüe
Hannes

Jens Fangmeier

unread,
Jul 9, 2004, 4:39:30 PM7/9/04
to
On Fri, 09 Jul 2004 22:27:49 +0200, Hannes Haidvogel
<haid...@gmx.at> wrote:

>Jens Fangmeier <je...@feurio.de> wrote:
>
>
>>Tja, wenn man den auch sicher erreichen könnte, wäre das ja auch OK.
>>Aber wie ich schon ausgeführt haben:
>>WENN schon die selbstdiagnose der Ampelschaltung einen Defekt erkannt,
>>kann Sie ja auch nicht mehr davon ausgehen, daß alle Lichtzeichen
>>korrekt geschaltet werden.
>>Evtl. ist ja auch die Datenleitung zu einem oder mehrere Lichtzeichen
>>gesteuert?
>>Bzw. die Ansteuerungseinheit defekt?
>>
>>Daher ist es eben schon sicherer, alles, was eben noch geht, auf rot
>>zu schalten und auf den "manuellen Eingriff" zu warten.
>>
>
>Jetzt widersprichst dich selbst. Wenn die Selbstdiagnose nicht mehr
>davon ausgehen kann, dass alle Lichtzeichen korrekt geschaltet werden,
>kann sie auch nicht mehr davon ausgehen, dass dann alle Ampeln auf Rot
>stehen, dann wäre die einfachste und sicherste Methode: Strom aus und

Und wie soll sie das machen, wenn Sie halt nicht sicher ist, ob alle
Steuereinheiten noch korrekt reagieren?

>alles finster. WEnn kein STrom da ist, kann auch keine Lampe falsch
>leuchten.

Wie gesagt: Wie soll das sichergestellt werden?
Es hängen ja nicht alle Ampeln an der gleichen Sicherung.
Und schon längst nicht an den Computer, der die Steuerung macht.

Andreas Hirschberg

unread,
Jul 9, 2004, 4:57:55 PM7/9/04
to

"Jens Fangmeier" <je...@feurio.de> schrieb:

> Und wie soll sie das machen, wenn Sie halt nicht sicher ist, ob alle
> Steuereinheiten noch korrekt reagieren?

[..]


> Wie gesagt: Wie soll das sichergestellt werden?
> Es hängen ja nicht alle Ampeln an der gleichen Sicherung.
> Und schon längst nicht an den Computer, der die Steuerung macht.

Am besten schaffen wir solch ausfallträchtige Ampel wieder ab und
lassen der Verkehr von nem Polizisten regeln. Wenn der ausfällt, kann
man wenigstens deftig auf die <censored> Bullerei fluchen ... <beg>

SCNR,
Andi

Volker Neurath

unread,
Jul 9, 2004, 7:35:05 PM7/9/04
to
Jens Fangmeier wrote:

>>Das Problem löste man, als auch keine Busse und Straßenbahnen mehr
>>fahren konnten, diese ihre Verkehrsmeister gerufen hatten und dieser
>>dann die LSA ausgeschaltet hatten.
>
>Wobei ich in solchen Fällen auch immer als privatperson die Polizei
>rufen würde -

ACK - erst recht, wenn es an der Kreuzung eine Rotlicht-Blitze gibt...

Volker
--
Im uebrigen bin ich der Meinung, das TCPA verhindert werden muss.

Hannes Haidvogel

unread,
Jul 10, 2004, 5:16:11 AM7/10/04
to
Jens Fangmeier <je...@feurio.de> wrote:


>
>>alles finster. WEnn kein STrom da ist, kann auch keine Lampe falsch
>>leuchten.
>
>Wie gesagt: Wie soll das sichergestellt werden?
>Es hängen ja nicht alle Ampeln an der gleichen Sicherung.
>Und schon längst nicht an den Computer, der die Steuerung macht.

Also bitte - die Ampelanlage einer Kreuzung wird von einem
Schaltkasten aus gesteuert, auch die Stromversorgung der gesamten
Ampelanlage läuft über den Steuerkasten. Und dann den Strom
abzuschalten wird wohl funktionieren und einfacher sein als alle
Ampeln auf Rot zu stellen.

Liebe Grüße
Hannes

Jens Fangmeier

unread,
Jul 10, 2004, 9:41:35 AM7/10/04
to
On Sat, 10 Jul 2004 11:16:11 +0200, Hannes Haidvogel
<haid...@gmx.at> wrote:

>Jens Fangmeier <je...@feurio.de> wrote:
>
>
>>
>>>alles finster. WEnn kein STrom da ist, kann auch keine Lampe falsch
>>>leuchten.
>>
>>Wie gesagt: Wie soll das sichergestellt werden?
>>Es hängen ja nicht alle Ampeln an der gleichen Sicherung.
>>Und schon längst nicht an den Computer, der die Steuerung macht.
>
>Also bitte - die Ampelanlage einer Kreuzung wird von einem
>Schaltkasten aus gesteuert, auch die Stromversorgung der gesamten
>Ampelanlage läuft über den Steuerkasten. Und dann den Strom

Woher weißt Du das?

Schau Dir mal eine große Kreuzung an:
Hier hast Du teilweise je Straße über 8 Ampeln (3 Spuren - je Spur
eine + eine Linksabbieger-Ampel + eine am Maste rechts).
Dann noch Fußgänger-Ampeln, teilweise zwischen-Ampeln etc.

Da kommst Du schnell auf 200 einzelne Glühbirnen.

Da kommt einiges an Leitung zusammen - hier ich beim besten willen
nicht, daß jede Ampel eine EIZELNE Leitung zum Steuerkasten hat und
hier alle Leitungen geschaltet werden.

Dann müßte ja über 100 Kabel zum Steuerkasten gelegt werden.

Soweit ich weiß (wobei ich nun kein Experte für Ampeln bin) wird bei
solchen Ampeln eine Art Steuerbus eingesetzt:

Der Steuerkasten sendet Steuersignale an die einzelnen Ampel-Elemente,
die dann entsprechend die Lichsignale steuern.

>abzuschalten wird wohl funktionieren und einfacher sein als alle
>Ampeln auf Rot zu stellen.

Tja, die Praxis zeigt, daß dam wohl nicht so ist - wenn das wirklich
sicher zu erreichen wäre, würde das bestimmt so gemacht.

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Hannes Haidvogel

unread,
Jul 10, 2004, 10:55:30 AM7/10/04
to
Jens Fangmeier <je...@feurio.de> wrote:


>>
>>Also bitte - die Ampelanlage einer Kreuzung wird von einem
>>Schaltkasten aus gesteuert, auch die Stromversorgung der gesamten
>>Ampelanlage läuft über den Steuerkasten. Und dann den Strom
>
>Woher weißt Du das?
>
>Schau Dir mal eine große Kreuzung an:
>Hier hast Du teilweise je Straße über 8 Ampeln (3 Spuren - je Spur
>eine + eine Linksabbieger-Ampel + eine am Maste rechts).
>Dann noch Fußgänger-Ampeln, teilweise zwischen-Ampeln etc.
>
>Da kommst Du schnell auf 200 einzelne Glühbirnen.
>
>Da kommt einiges an Leitung zusammen - hier ich beim besten willen
>nicht, daß jede Ampel eine EIZELNE Leitung zum Steuerkasten hat und
>hier alle Leitungen geschaltet werden.
>
>Dann müßte ja über 100 Kabel zum Steuerkasten gelegt werden.
>
>Soweit ich weiß (wobei ich nun kein Experte für Ampeln bin) wird bei
>solchen Ampeln eine Art Steuerbus eingesetzt:
>
>Der Steuerkasten sendet Steuersignale an die einzelnen Ampel-Elemente,
>die dann entsprechend die Lichsignale steuern.
>
>>abzuschalten wird wohl funktionieren und einfacher sein als alle
>>Ampeln auf Rot zu stellen.
>
>Tja, die Praxis zeigt, daß dam wohl nicht so ist - wenn das wirklich
>sicher zu erreichen wäre, würde das bestimmt so gemacht.


Wird wohl jeweils ein Stromversorungskabel und ein Buskabel zu jeder
Ampel oder gemeinsam angebrachten Ampelgruppe laufen, sicher aber
keine externe Stromversorgung. Das würde ein Techniker sicher nicht so
laufen lassen, allerdings wenn ich an die Mautgschichte denke....

Liebe Grüße
Hannes

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gernot almen

unread,
Jul 12, 2004, 1:52:03 AM7/12/04
to
> Jetzt widersprichst dich selbst. Wenn die Selbstdiagnose nicht mehr
> davon ausgehen kann, dass alle Lichtzeichen korrekt geschaltet werden,
> kann sie auch nicht mehr davon ausgehen, dass dann alle Ampeln auf Rot
> stehen, dann wäre die einfachste und sicherste Methode: Strom aus und
> alles finster. WEnn kein STrom da ist, kann auch keine Lampe falsch
> leuchten.

Die Selbstdiagnose kann aber nicht wissen, ob ihr "Strom aus" Signal bei den
anderen Ampeln an der Kreuzung ankommt. Wenn Ampel A (an der Hauptstraße)
ein Problem hat, Ampel B (an der Nebenstraße) davon nichts mitkriegt und
normal schaltet, ist "Strom aus" (und auch gelbes Blinklicht) an Ampel A
tötlich: Für Fahrer auf der Hauptstraße gelten wieder die Verkehrszeichen,
also Vorfahrtsstraße, wärend gleichzeitig auf der Nebenstraße grün sein
kann. Dann schon liebe Rotlicht für alle.


gernot almen

unread,
Jul 12, 2004, 2:02:16 AM7/12/04
to
> Zumal mir nicht einleutet, dass eine rote Ampel weniger gefährlich ist
> als eine gelbblinkende -- selbst wenn andere Richtungen der Kreuzung
> noch fälschlicherweise auf grün stehen.

Gelbblinkend ist (wenigstens hier bei mir) ein normaler Zustand, wenn die
Ampeln "abgeschaltet"
werden. Komme ich auf der Vorfahrtsstraße auf eine gelb blinkende Ampel zu,
richte ich mich nach den sonstigen Verkehrszeichen --> Vorfahrtsstraße -->
durchfahren. Kommt jetzt aus der Nebenstraße einer, dessen Ampel auf grün
steht, kracht's mit Vollgas.

> Ich könnte mir vorstellen,
> dass aufgrund der Stresssituation, über eine rote Ampel zu fahren, dem
> Fahrer weniger Aufmerksamkeit für den übrigen Verkehr zur Verfügung
> steht, als im Fall, dass er das Gelbblinken sieht und dann
> kontrolliert und mit mehr Aufmerksamkeit und weniger Stress über die
> Kreuzung fährt.

Nur das er bei Gelbblinken ungebremst auf die Kreuzung (und damit mitten in
den Querverkehr) rauscht, schlimmer geht's nimmer. Beim über Rot fahren,
auch wenn er wegen Streß den Querverkehr übersieht, hat er im schlimmsten
Fall Schrittgeschwindigkeit.

Mir ist das zweite Szenario deutlich lieber.

cu
GErnot


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Hannes Haidvogel

unread,
Jul 12, 2004, 5:45:00 AM7/12/04
to
"gernot almen" <amit...@gmx.de> wrote:

Nochmals: Die Stromversorgung für die einzelnen Ampeln läuft im
Allgemeinen auch über den Schaltkasten, daher braucht die
Selbstdiagnose nur den Strom an einer Stelle abschalten - klar?

Liebe Grüße
Hannes

Stefan Pohlmann

unread,
Jul 12, 2004, 5:53:07 AM7/12/04
to
gernot almen schrieb:

> Gelbblinkend ist (wenigstens hier bei mir) ein normaler Zustand, wenn die
> Ampeln "abgeschaltet"
> werden. Komme ich auf der Vorfahrtsstraße auf eine gelb blinkende Ampel zu

> ...

Komisch, ich habe es immer so erlebt, dass bei einer abgeschalteten LZA
nur die Ampeln gelb blinken, an denen Vorfahrt zu gewähren ist, die
anderen leuchten überhaupt nicht.
Die gelb blinkenden Ampeln sollen dabei wohl dem Verkehrsteilnehmer auf
ein Stopp- bzw. Vorfahrt-Achten-Schild hinweisen.

Stephan Gerlach

unread,
Jul 12, 2004, 6:48:12 AM7/12/04
to
gernot almen schrieb:

>
> > Jetzt widersprichst dich selbst. Wenn die Selbstdiagnose nicht mehr
> > davon ausgehen kann, dass alle Lichtzeichen korrekt geschaltet werden,
> > kann sie auch nicht mehr davon ausgehen, dass dann alle Ampeln auf Rot
> > stehen, dann wäre die einfachste und sicherste Methode: Strom aus und
> > alles finster. WEnn kein STrom da ist, kann auch keine Lampe falsch
> > leuchten.
>
> Die Selbstdiagnose kann aber nicht wissen, ob ihr "Strom aus" Signal bei den
> anderen Ampeln an der Kreuzung ankommt. Wenn Ampel A (an der Hauptstraße)
> ein Problem hat, Ampel B (an der Nebenstraße) davon nichts mitkriegt und
> normal schaltet, ist "Strom aus" (und auch gelbes Blinklicht) an Ampel A
> tötlich:

Es sollte ja dann auch "Strom aus" an Ampel B erwirkt werden.
Nicht nur an Ampel A.
Daher wäre es sinnvoll, wenn es für die gesamte Anlage einen
"einzigen Punkt" gäbe, an dem im Notfall die Stromzufuhr gekappt
wird. D.h. wenn Ampel B kaputt ist, schaltet sie den Strom an
diesem Punkt ab; wenn Ampel A kaputt ist, tut sie ihrerseits
dasselbe.
Wenn Ampel A bzw B zu diesem Vorgang (Stromzufuhr für *alles*
kappen) *nicht* mehr in der Lage sind, dann wären sie in einem
Notfall womöglich auch nicht mehr in der Lage, das
Auf-Rot-stellen zu realisieren.

Stephan

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