Johann Mayerwieser <
johann.ma...@gmail.com> wrote:
> Am Sat, 12 Mar 2016 18:23:04 +0100 schrieb HC Ahlmann:
>
> > Bitte warte eine Stunde im Taxi bei Frost ohne Heizung am Halteplatz auf
> > einen Fahrgast oder Funkauftrag. Wiederhole die Wartezeit nach einer
> > kurzen Tour über insgesamt 3 km an einem anderen Halteplatz. Repeat Satz
> > 2 untill Feierabend. Überdenke nach Feierabend die Beurteilungen als
> > egoistisch, unnötig oder nicht unnötig.
>
> Wenn ein Taxi nicht mit Standheizung ausgerüstet ist, dann ist es nicht
> für den Betrieb bei niedrigen Temperaturen geeignet, dann muss der Chef
> oder der Eigentümer nachrüsten oder entsprechende Kleidung zur Verfügung
> stellen (bzw. für sich anschaffen) oder auf die Aufträge in dieser Zeit
> verzichten.
Standheizung, warme Kleidung oder Verzicht auf Aufträge gab es nicht in
Taxis und Unternehmen, für die ich von 1996 bis 2006 fuhr; passende
Kleidung meine Wahl, um geldverdienenderweise dem Unternehmer bei
Erfüllung seiner Betriebspflicht zu helfen.
> Das Heizen im Stand durch die Verlustwärme des Motors ist
> nebenbei äußerst ineffizient.
Wenn man den Fokus auf Kraftstoffverbrauch eines Dieselmotors (damals
etwa 1l/h, heute etwa 0,7l/h) und einer Standheizung (0,6l/h lt.
Webasto-FAQ zzgl. Batteriestrom) legt, kann man das so werten, muss man
aber nicht.
Wenn man jedoch TCO des Taxis betrachtet und sieht, dass einige
Unternehmer gebrauchte Mercedes aus Rentners 1. Hand beschaffen, eine
Nachrüstung ein- bis zweitausend Euro kostet und die Fahrzeuge nur 3
oder 5 Jahre betrieben werden, ist es ökonomisch sinnvoll, mit dem Motor
zu heizen, statt zusätzlich in kostentreibende, gewinnschmälernde Geräte
zu investitieren. Einige Mercedes wie S201 (C-Klasse Kombi) oder W210
hatten Zuheizer im Taxipaket, die aber gern ausfielen, Reparaturkosten
verursachten und deshalb stillgelegt wurden.
Zurück zum sozialen Aspekt des "unnötigen Laufenlassens": Es gab in
Hannover Halteplätze in Wohngebieten, wo gelegentlich Anwohner in der
Zentrale anriefen, man möge die Motoren ausschalten, Moltkeplatz ist so
einer; bei anderen Halteplätzen waren die Anwohner toleranter, die
Schlafzimmer zur anderen Seite, der Halteplatz an einer Kreuzung (Guts
Muths) oder belebten Straße (Vahrenwald), standen weniger Taxen oder
wohnten weniger Leute in der Nähe, sodass leerlaufende Taxis
vernachlässigbar waren. Wenn es um Erhalt von Gesundheit und
Fahrtüchtigkeit geht, ist ein leerlaufender Motor weit von unnötig
entfernt; allerdinsg gibt es Kandidaten unter den Droschkenkutschern,
die zu solchen Betrachtungen nicht in der Lage sind.