Am Sat, 30 Jun 2018 23:50:12 +0200 schrieb Rupert Haselbeck:
> Frank Hucklenbroich schrieb:
>
>> Ich war in den 90ern im Katastrophenschutz aktiv, und habe da auch
>> BOS-Funk gemacht. Wir sind explizit darauf aufmerksam gemacht worden, daß
>> der Funkverkehr lückenlos mitgeschnitten wird (Stichwort "Funkdisziplin").
>
> Da hat man dich allerdings falsch informiert. Es wird zwar immer wieder
> behauptet, aber niemand konnte damals den Funkverkehr vollständig
> "mitschneiden".
Inwiefern sollte das technisch nicht möglich gewesen sein? Es waren ja
zumindest für unseren Dienst nur 2 - 3 Frequenzen/Kanäle, die konnte man
problemlos per Spulen-Tonband mitschneiden. Der Funkverkehr auf 4 und 2
Meter ließ sich ja mit jedem handelsüblichem Scanner für 40 DM abhören
(auch wenn das natürlich strengstens verboten war), und da ein Tonband dran
zu hängen, war sicher kein Hexenwerk. Ich meine mich zu erinnern, in
unserer Leitstelle so ein Ding gesehen zu haben (großes Spulentonband im
Glasschrank).
Bei den Sanitätern eher uninteressant, aber bei der Polizei durchaus
relevant, da gab es in den 90ern ein paar Fälle, wo SEK-Einsätze über Funk
quasi öffentlich angekündigt worden sind, und der Täter vorab vor dem
Zugriff gewarnt war. Da geht es dann im Zweifel um Menschenleben, weil ein
Geiselnehmer sich im Zweifel nicht darum schert, gegen irgendein
Telekommunikationsgesetz zu verstoßen.
> Heute geschieht das in der Regel auch nicht
Es würde mich sehr wundern, wenn nicht. Speicherplatz kostet quasi nichts
mehr, und man will im Zweifel Beweise sichern.
Grüße,
Frank