Am 27.08.2013 19:44, schrieb
sende...@3g-microstore.de:
>
> hatte heute mal den Drang zu Bauhaus zu fahren, um dort einen Verkäufer nach deren Abwicklungsvorgang bei einem defekten Akku zu fragen. Leider war der Gute etwas sehr stimmgewaltig, ließ sich kaum im Redefluss stoppen und ehe ich nach einem eventuell ebenfalls verwendeten Reparaturauftrag fragen konnte, hatte der daneben stehende Kunde wohl keine Lust mehr weiterhin zuzuhören.
>
> Heraus kam, dass auch Bauhaus den Akku zu Bosch schicken würde und dass die (jetzt kommt's wieder) "entscheiden" würden, ob es einen neuen gäbe oder nicht. Man zeige sich aber in den meisten Fällen kulant und rücke einen neuen raus, wenn der alte nicht viel älter als ein halbes Jahr wäre. Denn, so die Begründung, ein Akku wäre ein Verschleißteil.
Verkäufer sind auch nur Menschen (und nix gegen Verkäufer, aber oft halt
leider auch ungebildete), und unterliegen gerne den gleichen Irrtümern
wie andere Menschen.
> Das ist ja nun bekannt.
Und nixdestotrotz so nicht richtig. Die Geschichte mit dem
Verschleißteil gilt nämlich nur für die Beweislastumkehr in den ersten 6
Monaten. Bei solchen Teilen muss man im übrigen einfach genauer hin
schauen, ob diese an einem Mangel gelitten haben, oder durch normalen
oder gar unsachgemäßen Gebrauch kaputt gegangen sind. Bei Akkus liegt
die arttypische Lebensdauer bei 3-5 Jahren. Ein Versagen /vor/ dieser
Zeit lässt bei ordnungsgemäßem Gebrauch (d. h. im entsprechenden Gerät,
und nicht etwa mutwillig verursachte Kurzschlüsse, Wasserschäden o. ä.)
die Vermutung auf einen von vorne herein angelegten Mangel zu. Diesen
aber grundsätzlich auszuschließen, was das Märchen über Verschleißteile
suggeriert, gibt das Gesetz jedoch nicht her.
> Draußen im Auto fing ich dann an darüber nachzudenken und kam zu dem Schluss, dass hier offenbar die Kunden verblödet werden sollen.
Ich bin mir nicht sicher, ob da wirklich der Kunde verblödet werden
soll, will das aber nicht ausschließen. IMHO ist es aber eher der
Verkäufer, der hier verblö^Wungebildet ist.
> Wenn man denen lange genug einredet, dass ein Akku nicht länger als 1/2 Jahr halten wird, man aber trotzdem, großzügig einen neuen spendiert, dann denke ich, weiß Bosch auch, warum sie das machen.
Ich glaube irgendwie noch an das Gute im Menschen. Gerade bei
renomierten Firmen wie Bosch unterstelle ich eher, daß die gerne die
Fehler kennen würden, um ggf. die Qualität ihrer Produkte verbessern zu
können. Insofern würde ich der 'Prüfung' eher ergebnisoffen entgegen sehen.
> Denn komischerweise wird niemand, so wie ich ja auch, nach der Art der Belastung des Akkuschraubers und damit des Akkus gefragt, so wie:" Was schrauben Sie denn damit? Wie oft haben Sie den benutzt? Schrauben Sie so lange, bis der Akku warm wird? Bei welcher Zahl haben Sie die Rutschkupplung eingestellt? Laden Sie den auch im mitgelieferten Ladegerät ... usw..
I. d. R sind die Ladekontakte sowieso proprietär angeordnet, d. h. Laden
mit einem anderen Ladegerät technisch eher unwahrscheinlich [tm]. Und
die ordnungsgemäße Benutzung in dem dafür vorgesehenen Gerät darf unter
keinen Umständen zu einem Defekt der Akkus (oder auch des Gerätes
selbst) führen, sonst wäre das ein Konstruktionsfehler sprich von vorn
herein angelegter Mangel.
> Für solche Nebensächlichkeiten scheint sich niemand zu interessieren, aber man verbreitet stur das Märchen eines höchst verschleißfreudigen Artikels,
Klar; Verkäufer sind auch nur Menschen ...
> der nie länger als 1/2 Jahr hält.
Urban Legends sterben eben nie aus.
> Das kann ja auch nicht anders sein. Und schon garnicht, wenn das ein Fachverkäufer aus dem Baumarkt erzählt,
Ich zweifle hier stark an dem Fach des Verkäufers.
> Nur ist Art und Dauer der Belastung auch entscheidend für die Lebensdauer des Akkus.
Ja; aber trotzdem muss er bei /ordnungsgemäßem/ Gebrauch (und das ist in
diesem Fall wohl eindeutig gegeben) die gesetzliche Gewährleistungsfrist
von 2 Jahren erfüllen. Die Geschichte mit dem Verschleißteil gilt
nämlich /nur/ für die Beweislastumkehr in den ersten 6 Monaten (siehe
http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__476.html).
> Man muss jetzt mal diesen (meinen) Akkuschrauber betrachten. Der wurde im Wechsel mit dem 2. Akku betrieben. Also hatte ich den jetzt mindestens 8 Monate, dann wurde der nur 4 Monate benutzt. Aber nichtmal die hielt der durch.
So kannst Du nicht rechnen, denn das Gesetz zielt nicht auf eine
Mindestbetriebsstundenzahl ab.
> Sieht man weiter, dass ich die Rutsche meist nur auf 1 zu stehen habe, weil das für meine Zwecke ausreichend ist, dann wird da weder die Mechanik noch der Akku großartig belastet.
Selbst wenn Du den Schrauber 24/7 mit voller Leistung fahren würdest,
dürfte er den Akku nicht ausleiern.
> Sieht man auch, dass in so einem Schrauber ein Getriebe eingebaut ist, würde sich die Akkubelastung nochmals reduzieren.
Nein; das Getriebe ist sicherlich in die maximale Belastung mit
eingerechnet. Im übrigen wäre die maximale Belastung sowieso der Fall,
daß der Schrauber stecken bleibt. Dann kann schlimstenfalls der Motor
durch brennen. Aber dank Überlastschutz und Rutschkupplung ist das
heutzutage so gut wie ausgeschlossen (oder eben ein Konstruktionsfehler
aka grundsätzlicher Mangel).
> Und wenn diese Umstände einen Akku in 6 Monaten "verschleißen" sollen,
Darf er nicht; alles andere ist Urban Legend.
> dann ist zumindest für mich klar, dass hier der letzte Dreck an Zellen eingebaut wurde, den man auf dem Markt bekommen konnte.
<Vermutung> Bosch wird halt ein Problem mit einem Zulieferer haben;
kommt in den besten Familien vor. </Vermutung>
> Das deckt sich auch mit meiner nächsten Überlegung. Der Akku, der beim Schrauber dabei war, ist einwandfrei und 2 Jahre alt. Beide Ersatzakkus haben nicht lange gehalten.
<Vermutung> Die mitgelieferten Akkus kamen aus einer anderen Charge als
die Ersatzakkus, und die war halt ok (vielleicht noch von einem anderen
Zuleiferer o. ä.) </Vermutung>
> Soll das Zufall sein?
Jein (s. o.).
> Ich bin überzeugt davon, dass Bosch bewusst im Gerät einen besseren Akku einbaut.
Ich nicht. IMHO machst Du den Fehler, daß Du Du den Mist, den dir der
Verkäufer von /Hornbach/ verzapft hat, /Bosch/ in die Schuhe schiebst,
obwohl die gar keinen Einfluss darauf haben und auch nicht haben können,
was ein Angestellter einer völlig anderen Firma Dir evtl. verzählt.
> Bei den Ersatzakkus können sie sich dann von ihrer großzügigen Seite zeigen und den defekten umtauschen,
Wie gesagt, das ist /Hornbach/, nicht Bosch (und möglicherweise sogar
auch der Verkäufer selbst, und nicht Hornbach). Wie /Bosch/ reagiert,
*weißt* Du doch überhaupt nicht.
> obwohl sie es ja nicht müssten, denn der Kunde müsste ja nach 6 Monaten den Fehler ab Werk beweisen. Ach wie schön für den Kunden, dass er das nicht muss. Das spricht sich rum.
Wie gesagt, Verkäufer sind auch nur Menschen ...
> Nur wie oft würden die den Akku freiwillig tauschen?
Zwei mal; danach würde so ziemlich jeder praktisch denkende Kunde den
Kaufvertrag rückgängig machen.
> Irgendwann heißt's dann, nein, einen weiteren müssen sie kaufen.
Das kann es theoretisch schon beim ersten mal heißen, davor bist du
nicht gefeit. Im Zweifelsfall entscheidet dann eben ein Gericht.
> Und beim Preis von 61 EUR für einen 12-zelligen Akku, kostet die Zelle 5 EUR/Stück. Das ist eine Menge Geld für minderwertigen Mist, den man billigst eingekauft hat und der vorherige kulante Umtausch von diesem Dreck niemanden so recht weh getan hat.
Wie gesagt, Du musst unterscheiden lernen zwischen Verkäufer, Hornbach
und Bosch ...
Übrigens, kleiner Tip am Rande (wenn der Akku /nach/ der
Gewährleistungsfrist kaputt gehen sollte): Meiner Erfahrung nach kann
man diese Akkugehäuse relativ einfach aufschrauben, und i. d. R. sind da
drin nur ein paar übliche Standardakkus (meistens Babyzellen) mit
Lötfahnen; zwar oft ohne Aufschrift, passt aber, wenn Du mal
nachrechnest (die Nennspannung des Akkus entspricht üblicherweise der
Anzahl der darin verbauten Zellen mal deren Spannung aka 1,2 Volt, und
die Kapazität des Akkus entspricht direkt der typischen einer solchen
Zelle, d. h. bei Baby irgend was in der Gegend zwischen 2.000 und 5.000
mAh). Solche Zellen (mit und ohne Lötfahnen) bekommst Du bei z. B.
Conrad o. ä. für kleines Geld.
Wolfgang
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