"Lars Wilhelm" schrieb am Sun, 10 Mar 2013 00:24:51 -0800 (PST) in
de.soc.recht.misc:
>Ich wei�, wir sind mittlerweile f�rchterlich OT, wie auch d-
*Noch* werden wir offenichtlich hier geduldet... ;-)
>Diskussionen im Usenet halte ich f�r spannend und ein Test, mich
>schriftzlich so auszudr�cken, dass der andere meine Positionen
>kapiert.. Selten habe ich wirklich meine Position grunds�tzlich
>ver�ndert. Von daher: klar.
FACK.
>> Ich m�chte aber dabei sicherstellen, dass er das *Richtige* auch als
>> das *Richtige* wahrnimmt. Und ja, da bin ich ein wenig von mir
>> eingenommen.
>
>Gut dass Du es zugbst. Ich bin zwar auch der Meinung, dass ich den
>Durchblick besitze, aber ich lehre meine Kinder, dass sie sich selbst
>ein Meinung bilden sollen, die nichts zwingend mit meiner Meinung zu
>tun hat. Das f�ngt schon beim Musikgeschmack an. Und nat�rlich hoffe
>ich, dass sie einen Weg finden, der sie gl�cklich macht und der sie
>nicht in die Drogen oder Verbrechenswelt zieht.
Da sind wir doch voll auf derselben Wellenl�nge. F�r eine
Meinungs*bildung* ben�tigen Kinder (und nicht nur Kinder, wie wir
heutzutage ja schmerzlich erfahren m�ssen) aber verschiedene Ans�tze.
Die Ans�tze "der anderen" bekommen sie ja nun ungefragt und in
hemmungsloser Voreingenommenheit pr�sentiert. Da beschr�nke ich mich
dann halt darauf, "die andere Seite" genauso hemmungslos zu
pr�sentieren. Dann haben wir wieder ein halbwegs funktionierendes
Gleichgewicht.
Allerdings mag ich da Musikgeschmack und Weltanschauung auch nicht
unbedingt auf eine Stufe heben. Manche Dinge sind so belanglos, dass
man sie getrost auch anderen �berlassen kann... ;-)
Und wenn er dann doch Western&Country mag, ist's trotzdem sch�n.
>> >um mal provokant zu fragen: schwulsein ist wiedernat�rlich und
>> >verachtenswert?
>>
>> Klares JA und genauso klares NEIN.
>>
>> Selbstverst�ndlich ist es widernat�rlich; es beruht schlicht und
>> ergreifend auf einem Gendefekt, wie andere Krankheiten auch.
>
>Dann bist Du leider nicht vollst�ndig informiert. Die Ursache von
>Homosexualit�t ist vielf�ltig und bislang nur bei Fruchtfliegen als
>Gendefekt nachgewiesen. Beim Menschen ist die Ursache noch unklar.
Klar. Fruchtfliegen und Menschen entstammen ja auch v�llig
unterschiedlichen Sch�pfungen. Ich w�rde das Indiz, gepaart mit der
Erkenntnis mangelnder Fortpflanzungsf�higkeit und somit mangelnder
�berlebensf�higkeit aber einfach mal so deuten. Es sprechen ja auch
noch andere Forschungsresultate daf�r.
Aber trotzdem hast Du eigentlich recht, denn darum geht es in
Wirklichkeit gar nicht.
Wir Menschen sind nicht mehr und nicht weniger als ein Teil der Natur.
Die Natur sorgt f�r ihre Gesch�pfe und hat Auswahlkriterien, die dem
Erfolgreichen das �berleben zugunsten weniger erfolgreicher Konzepte
beschert. F�r uns Menschen haben wir mittlerweile daf�r gesorgt, dass
auch weniger erfolgreiche Konzepte besser �berlebensf�hig sind. Und
das ist auch gut so. Wir sollten aber nicht versuchen, den Spie�
umzudrehen, denn dann sind wir irgendwann auch als Rasse nicht mehr
erfolgreich.
Anders ausgedr�ckt: w�re Homosexualit�t wirklich so erstrebenswert,
wie das in dieser Diskussion anklingt, dann w�re das Zahlenverh�ltnis
hetero/homo schlicht umgekehrt, was an der jetzigen Diskussion ausser
dem Vorzeichen aber nix �ndern w�rde.
>> Ich dr�cke es mal anders aus: wenn *mein* Sohn sich dahingehend
>> entwickeln w�rde, dann w�re ich doch recht betr�bt.
>
>Schade f�r Deinen Sohn.
Ich hoffe nicht.
> Ich w�re betr�bt, wenn mein Sohn homosexuell
>w�re und es nicht unbeschwert ausleben kann, weil sein Vater �ber
>diesen Fakt betr�bt sei.
Das eine hat mit dem anderen nix zu tun. Mein Vater war auch betr�bt,
dass ich mit Buchhaltung nun so gar nix anfangen kann. ;->
>Von daher bin ich offen, wie sich meine Kinder entwickeln. Nat�rlich
>ahbe ich eigene W�nsche und Vorstellungen- aber das ist etwas anderes.
Es ist schon ein wichtiger Punkt IMHO. Man darf nur nicht anfangen
sich fr�hzeitig in Details zu verlieren. Aber das Gro�e und Ganze
m�chte ich in meinem Sinne weitergeben.
>Im �brigen - letztenendes kann man doch die sexuelle Auspr�gung
>beeinflussen.- wie will man sie denn f�rdern?
^ Da fehlte wohl ein nicht, oder?
Ja, da k�nnte man dann nichts machen, es sei denn es w�re doch kein
erbliches Problem, sondern eines der Pr�gung. Womit wir wieder bei der
Problematik der ersten beiden Lebensjahre angekommen w�ren.
>> Himmel nochmal. Wenn ich etwas als richtig erkannt habe, dann d�rfte
>> es doch wohl das Nat�rlichste von der Welt sein, das *Richtige* auch
>> an den Spr��ling weiterzugeben, oder? Warum sollte ich unbedingt das
>> "Falsche" vermitteln wollen? Nein, Masoschist bin ich wirklich nicht.
>
>Das sollst Du doch gar nicht. Du sollst nur klarstellen, dass es Deine
>Werte sind, die neben anderen Werten grunds�tzlichg gleichberechtigt
>und Deinen Sohn ermuntern, nachzudenken, ob Du nicht doch recht hast.
Nein, das sind nicht "meine Werte". Das sind die Werte einer
Gesellschaft, die diese gelebt und erprobt hat, und die sehr gut damit
gefahren ist, sprich damit sehr erfolgreich war.
Diese jetzt als "eine M�glichkeit unter vielen" hinzustellen, das ist
ziemlich, sorry, dumm. Warum, so frage ich mich, soll ich an etwas
herumfeilen, was schon sehr gut passt, wenn ich noch hunderte
Baustellen offen habe, die beinahe unbearbeitet sind.
Nehmen wir nochmal das Beispiel Bildung. Hier wird der Irrweg ja
besonders klar - und auch die Auswirkungen, mit denen wir nun zu
k�mpfen haben.
In den sp�ten 60ern, fr�hen 70ern, hatten wie ein System installiert,
das sehr gut funktionierte, eine Bildung unabh�ngig von der sozialen
Stellung erm�glichte - also auch hier volle Gleichberechtigung
garantierte, und ein sehr hohes Niveau hatte.
*Jedes* Herumexperimentieren mit dem etablierten System hat *jeweils*
eine Veschlechterung geschaffen. Das war auch eigentlich nicht anders
zu erwarten, da der Kernpunkt jeder einzelnen Novelle als Hauptthema
hatte "Kosten sparen".
Wir sind jetzt ziemlich weit unten auf der Skala angekommen. Und
trotzdem gilt: schlimmer geht immer.
Unten mehr.
>Deine Anti Gr�ne Haltung wird weiter unten schon klar.
Ich bin gar nicht so sehr gegen gr�n, sondern gegen "Gr�n".
>Ich bin auch
>nicht einverstanden mit der simplifizierung des Umweltschutzgedankens.
Um den geht es dabei gar nicht. Bzw. nicht mehr.
>Auf der anderen Seite w�ren wir ohne Revolution der Generation 68
>heute noch nicht wieder in der LAge, im Rhein zu baden.
Als die Gr�nen aufkamen und verlacht wurden, da hatten sie eigentlich
eine wirkliche Berechtigung. Damals h�tte auch Dein Einwand gegolten,
dass sie lediglich kein �konomisches (oder sonst ein) Konzept hatten
au�er �ko. Die wichtigsten Themen, eben auch das Nachdenken �ber
Umwelt und Ma�nahmen zu treffen, Probleme hier zu beseitigen, das
haben unter dem Druck der Massen die etablierten Parteien dann aber
f�r die Gr�nen (weitgehend) erledigt.
Heute ist die Situation eine v�llig andere. Mit Umwelt haben die
Gr�nen nicht mehr viel am Hut.
>> * Ich w�nsche keine Indoktrination auf politisch korrekte Werte im
>> Kindergarten und auch nicht in der Schule. Gr�ne Ideologie mag man
>> 14+j�hrigen im Fach "fehlgeleitete Ideologien" gerne beibringen.
>
>Einspruch. Nicht alles, was auf "gr�n" h�rt ist falsch. Von daher w�re
>ich mit der allgemeing�ltigkeit der Aussage "Gr�ne Ideologie" sei
>grunds�tzlich falsch vorsichtig.
Einspruch abgewiesen.
Nicht "gr�n" ist falsch, sondern "gr�ne Ideologie". Die "Gr�nen" sind
ersteres nicht mehr, denn die sind jetzt knallrot. Und deren Ideologie
wird nicht mehr zum Schutze der Umwelt genutzt, sondern zur Ausbeutung
des kleinen Mannes zugunsten der eigenen Klientel.
Hinzu kommt ein mir nicht wirklich verst�ndlicher Ha� auf unser Land,
das auf Biegen und Brechen in die politische Bedeutungslosigkeit und
in die technische Steinzeit zur�ckgeworfen werden soll.
Die Gr�nen machen nach Meiner Meinung
>(H. Schmidt hat das sehr treffend formuliert) nur den Fehler, sich
>nicht um �konomie zu k�mmern.
*Damals* war das so. Heute m�chten sie selbige zumindest in D
m�glichst abschaffen.
> Sie gehen davon aus, dass sie einfach so
>funktioniert. Das kann man ihnen auch wirklich vorwerfen- alleine
>deswegen sind ihre Ideen nicht alle falsch.
Nicht alle Ideen sind bzw. waren falsch. Vorwerfen lassen m�ssen sie
sich ein ger�tteltes Ma� an Verlogenheit. Und in der Machbesessenheit
unterscheiden sie sich in keiner Weise mehr von anderen Parteien.
Was die Verlogenheit angeht mal ein ganz lokales Paradebeispiel, das
hier in der Region ganz aktuell ist:
http://www.rettet-den-rursee.de
Zun�chst wird in einer fast zweij�hrigen Bauzeit eine nicht sonderlich
stark befahrene Verbindungsstrasse komplett erneuert - und auf eine
Entfernung von ca. 10 km �ber 60! Kr�tentunnel installiert.
Jetzt soll ein Pumpspeicherkraftwerk ein komplettes Naturschutzgebiet
verdr�ngen, das als Nebenwirkung durch den Tidenhub des Sees dann die
Laichgebiete der so sch�tzenswerten Fr�sche trockenfallen l��t.
Das erste Projekt halte ich bereits f�r weit �berzogen, aber immerhin
noch f�r tolerierbar. Das zweite gibt dann ersteres endg�ltig der
L�cherlichkeit preis - und zeigt, worum es den Gr�nen wirklich geht:
die eigenen Interessen um jeden Preis durchzusetzen. Die Sache ist da
nicht mehr wirklich von Bedeutung.
>> * Hier soll das Gymnasium einer Gesamtschule geopfert werden. Es wird
>> keine F�cher Physik, Chemie, Biologie mehr geben, sondern nur noch ein
>> Fach "Naturkunde". D.h. f�r die wichtigen Bereiche des Lebens wird mir
>> eh nur noch Homeschooling bleiben.
>
>Nack. NaWi ist eine andere Art der Vorgehensweise, die ich
Ich liebe andere Arten der Vorgehendweise etwa so wie Bauchschmerzen -
wenn sie Bew�hrtes kosteng�nstig ersetzen sollen. ;-)
Das eine Fach ersetzt die bisherigen ja nicht etwa mit gleicher
Stundenzahl, sondern mit noch weniger, als bislang *eines* dieser
F�cher hatte. Zusammen mit den heute utopischen Klassengr��en, dem
bereits bisherigen Mangel an Lehrern f�r naturwissenschaftliche
F�cher, dem h�heren Stellenwert von F�chern ala Sozialkunde,
Gesellschaftslehre, oder Gemeinschaftskunde, Staatsb�rgerkunde,
Philosophie oder Psychologie ist da an eine sinnvoll
naturwissenschaftliche Bildung nicht mehr zu denken.
>grunds�tzlich (ich bin Chemiker) f�r gut und richtig halte.
Oh, gerade f�r Dich als Chemiker habe ich dann ja noch ein besonderes
Schmankerl parat.
>Ich finde
>es gut, wenn akzeptiert wird, dass die einzelnen Disziplinen keine
>scharfen Grenzen haben.
FACK. Das geht aber auch anders - und richtig. Dann brauche ich
interdisziplin�r ausgebildete Lehrkr�fte, einen sinnvollen Zeitrahmen
aka Wochenstunden, und eine entsprechende Ausstattung zum
Experimentieren. Dazu entsprechend kleine Klassen, und immer noch
genug Zeit, die absoluten Grundlagen in den einzelnen Disziplinen zu
vermitteln, ohne die am Ende gar nichts geht.
> Man f�hrt die Kinder mit einem ganzheitlichen
>Blick an die unterschiedlichen Themen heran und beleuchtet sie aus
>unterschiedlichen Blickpunkten.
T�te man das, k�nnte man gerne dr�ber reden. Die Realit�t sieht da
leider ganz anders aus.
>Stimmt. Auf der anderen Seite- �berlege, was Migrantenkinder, die ich
>so im Gymnasium erlebe so leisten m�ssen.
Was glaubst Du wohl, was ich als Einwanderer in die USA z.B. da an
Zucker in den Allerwertesten geblasen bek�me? Entweder Du kommst mit,
oder Du nimmst halt private Nachhilfe in Kauf. Oder Du l��t es.
Und nur so wird ein Schuh draus. Die Schweiz w�re in dieser Hinsicht
auch ein nachahmenswertes Beispiel.
>> * Gleiche Problematik bei den Religionen: ich m�chte, dass *unsere*
>> Kultur an die Kinder vermittelt wird, nicht die von Einwanderern, die
>> ich gerne willkommen hei�e, die sich aber, wenn sie bleiben wollen,
>> gef�lligst anzupassen haben - und nicht umgekehrt.
>
>Warum so krass. Ich finde nicht alles gut, was so gelebt wird, auf der
>anderen Seite besitze ich nicht die Arroganz, zu behaupten, meine
>Werte sind die einzig richtigen. Womit ich konform gehe ist, dass ich
>Sprachkenntnisse erwarte.
Auch hier wieder: es sind nicht "meine" oder "Deine" Werte, es ist die
Errungenschaft einer erfolgreichen Gesellschaft, die diese Werte
erkannt, gelebt und als richtig erkannt hat.
Sie jetzt in Frage zu stellen hei�t nicht mehr und nicht weniger, als
die Arbeit und das Leben unserer V�ter und Gro�v�ter mit F��en zu
treten. Und das ohne jegliche Berechtigung, da wir deren Werten nichts
ann�hernd Gleichwertiges entgegensetzen k�nnten.
*Wir* (und dabei meine ich insbesondere wieder die "Gr�ne Ideologie")
versto�en gegen die Regeln der Natur, die *grunds�tzlich* nichts
weggeschmissen hat, sondern auf dem bisherigen aufbaute - und es
weiterentwickelte.
*Wir* aber schmei�en die Errungenschaften unserer Gesellschaft einfach
weg, um einen anderen Weg einzuschlagen, der ganz offensichtlich nicht
funktionieren kann.
>> * Gefahreneinsch�tzungen werden v�llig unlogisch vermittelt. Dabei ist
>> es v�llig wurscht, ob es um Energiegewinnung, experimentieren in der
>> Schule, Mobilit�t oder Lebensmittel geht. Man predigt "null Risiko"
>> und erlangt "null Fortschritt".
>
>Findest Du? Ich kann dem nicht uneingeschr�nkt zustiommen.
Ach was, *uneingeschr�nkt* stimme ich einer so kategorischen Aussage
selbst nicht zu. Weitgehend stimmt sie aber.
Im Bereich "Schule, Bildung" haben wir nur R�ckschritte erlebt, im
Bereich "Recht" sehe ich es etwas ambivalent, beim "Vertragsrecht"
sind es jedenfalls auch nur R�ckschritte. �ber den Energieunfug mag
ich jetzt nicht mehr reden, sonst sehe ich noch rot, bei Mobilit�t
wird nur gefaselt, einzelne Lichtblicke (ich sag nochmal Transrapid)
weggemobt und Lebensmittel go esotherik.
Bevor das wieder 900 Zeilen werden, such Dir halt ein zwei, drei
Punkte raus, die wir durchdiskutieren wollen.
>> NACK. Die Anzahl dieser F�lle *nimmt zu*.
>
>Quelle?
Leider keine im Netz nachlesbare, aber daf�r eine f�r mich jedenfalls
recht �berzeugende: ein Volksschullehrer in Merzenich, eine
Sonderschullehrerin in D�ren und ein Realschullehrer in Nideggen.
Mit erstaunlich �bereinstimmenden Meinungen, insbesondere hinsichtlich
der jeweiligen Eltern.
>Unsinn. �1631 BGB ist da rechteindeutig.
Was die Straftat angeht bin ich ja jetzt belehrt. Ich verschieb den
Teil aber mal in mein Posting an Thomas, der sollte sich *genau*
auskennen.
>Und dann bleibt nur noch, dass die k�rperliche Z�chtigung eine
>Straftat als K�rperverletzung bleibt.
Genau *das* bleibt da IMHO v�llig offen.
>Ich habe meine Kinder noch nie geschlagen. Niemals. Ich konnte mich
>immer beherrschen.
>Ich hatte zwar auch mal den Wuinsch einfach nur draufzuhauen aber
>ausgef�hrt habe ich es nicht.
>Und nun?
So aus der �berzeugung heraus, wie Du das jetzt vertrittst, glaube
ich's halt mal. Es w�re dann bewundernswert - und ich denke dennoch:
eine Ausnahme.
>Fein. Du hast aber nicht verstanden, worauf ich hinaus will. Aus der
>Tradition heraus nehmen wir Erwachsene uns das Recht heraus, einen
>schw�cheren zu z�chtigen, weil derjenige sich nicht konform verh�lt.
Es geht nicht um "einen Schw�cheren", sondern um jemanden, der noch
lernen mu�, wie unsere Gesellschaft funktioniert. Der schnellste und
dabei schadloseste Weg, dieses Ziel zu erreichen, sollte f�r beide,
Erzieher sogut wie Kind, der g�nstigste Weg sein. Und wir waren beim
einem "Klaps auf die Finger" und bei "als Ausnahme".
>Laut Grundgesetz hat jeder Mensch das Recht auf k�rperliche
>Unversehrtheit, warum gilt das in dieser Absolutheit nicht auch f�r
>Kinder?
Gilt er doch. Wenn f�r Dich die Tatsache, dass man ein paar Minuten
lang sp�rt, dass man da vorne wirklich Finger hat - und die zu einem
selbst geh�ren - irgendetwas mit "Unversehrtheit" oder anderen
hochtrabenden Worten zu tun hat, dann mag das etwas mit h�herer
Philosophie zu tun haben, aber nichts mit dem reellen Leben.
Und wenn mir meine Frau mal wieder ein paar auf die Finger gibt, wenn
ich ein Weihnachtspl�tzchen gleich vom Backblech mopse, dann sp�re ich
zwar meine Finger auch, mag aber dennoch von einer Anzeige absehen.
>Da w�re ich mir im Grundsatz (ich kenne weder Deine Nachbarn, noich
>Deine Frau) nicht so sicher.
Ok, lassen wir die Gepl�nkel dieser Art. Eigentlich hast Du sowas
nicht n�tig. Ich kenne auch Deine Nachbarn nicht, ich werde sie aber
nicht unbekannterweise beleidigen und in ihrer Auffassungsgabe mit
einem 3-j�hrigen vergleichen. OK?
>> Dennoch: der Gesetzgeber macht das sehr gerne. Er vermiest z.B. mir
>> die lukrativsten Gesch�fte auf ebay, indem er mir die M�glichkeit
>> nimmt, auf Garantie und Widerruf zu verzichten - und dann ein
>> Schn�ppchen zu erneten. Er *meint* n�mlich, ich w��te nict, was ich
>> tue - und bevormundet mich.
>
>Nun, gewisse Schutzgesetze sind gut und richtig,
Absolut NEIN! Die kannst Du auch gerne f�r Minderj�hrige machen. Und
danach ist Schlu�. Da hat sich der Staat dann gef�lligst rauszuhalten.
Und bei der derzeitgen Regulierungswut sind wir bereits weit jenseits
des Punktes angekommen, wo man mahnend sagen d�rfte: "Wehret den
Anf�ngen". Wir m�ssten uns bereits ganz gewaltig der
Schadensbegrenzung widmen.
Was Politiker wollen kann man eigentlich am einfachsten daran
absch�tzen, wieviele Gesetze in einem bestimmten Zeitraum erlassen
werden, und wieviele davon gleich vom BVerfG wieder kassiert werden.
> weil auch l�ngst
>nicht alle Erwachsenen wissen, was gut und richtig ist.
Das ist so. Aber das ist dann deren Problem. Und sicherlich eines des
bereits angesprochenen Problems in unserem Bildungssystem. *Da* soll
der Staat ansetzen. Er *will* das aber ja gar nicht mehr. Getreu dem
Spruch "dummes Volk regiert sich gut".
>Wie weit dieser Schutz geht ist sicher diskussionsw�rdig.
Ich habe weiss Gott nichts gegen verbindliche Regeln im Miteinander.
Aber die sind recht einfach: es hat alles erlaubt zu sein, was anderen
nicht schadet.
Da Du ja erkannt hast, wie "Anti-Gr�n" ich eingestellt bin, setze ich
einfach mal einen Satz aus dem Grundsatzprogramm der Partei hier
hinein, der ich bei der derzeitigen politischen Konstellation am
n�chsten stehe:
//snip//
Die Freiheit des Menschen, der Schutz des Eigentums und das Recht auf
ein selbstbestimmtes Leben sind unantastbar, solange keinem Dritten
Schaden entsteht. Das bedeutet, dass niemand daran gehindert werden
darf freiwillige Vereinbarungen zu treffen. Kein Individuum, keine
Institution, kein Unternehmen und keine staatliche Stelle hat das
Recht, mit oder ohne Androhung von Gewalt, jemanden zu zwingen, etwas
gegen seinen Willen zu tun."
//snip//
Ich halte das f�r einen sehr vern�nftigen Standpunkt.
>> Ja. Und gegen tolerieren hat keiner was. Jedem das Seine.
>
>�hm, die Gleichstellung homosexueller Ehen ist keine F�rderung.
Doch nat�rlich. Staatlich sollte nur das gef�rdert werden, was uns als
Gesellschaft weiterbringt, oder von dem man das wenigstens vermuten
darf. Wenn ich also die Familie f�rdere, dann vor dem Hintergrund,
dass sie dieses Kriterium erf�llt.
Wenn anschlie�end andere kommen und br�llen, wir m�chten aber
"gleichberechtigt" sein, dann m��ten die auch "gleichverpflichet"
sein. Das geht aber nunmal aus naheliegenden Gr�nden nicht.
>> >Die Ehe hat nichts mit Kinder zeugen zu tun. Das kann man auch
>> >au�erhalb einer Ehe. Und dank Samenspende geht dfas auch ohne direkte
>> >Mitwirkung eines Mannes.
>>
>> Nein, die Ehe ist eine ganz besondere Institution. Die Aush�hlung
>> dieser ist IMHO *einer* der Gr�nde, warum unsere Gesellschaft nicht
>> mehr so ganz richtig funktioniert.
>
>Nein.
>Die Ehe ist eine besondere Institution, weil sich 2 Menschen
>f�reinander bekennen. Nicht Mehr, nicht weniger.
Tja, da treffen zwei v�llig andere Weltanschaungen aufeinander. Die
Ehe ist eine Institution, in der sich zwei Menschen auf Lebenszeit
f�reinander entscheiden, die Basis f�r eine Familie, wenn n�mlich aus
dieser Ehe Kinder hervorgehen - und damit ein Garant f�r den
Fortbestand *unserer* Gesellschaft, wenn sie die Werte Ihrer
Generation an die nachfolgende �bergeben.
>Nun, ich finde, dass es gut ist, ehrlich anzuerkennen, dass Sexualit�t
>und Schwangerschaft nichts mit der Ehe zu tun haben.
Dass das biologisch so ist, d�rfte man nicht nur anerkennen, sondern
einfach nur wissen. Dass es so *sein sollte* ist eine Frage der
Weltanschaung.
>wenn Kinder in einer Familie aufwachsen und nicht Verantwortung tragen
>m�ssen, weil sei bei einem alleinerziehenden Elternteil leben.
Sicher. Und wenn sie das in einer *richtigen* Familie tun, dann haben
sie besonderes Gl�ck gehabt. Fr�her war das eher die Regel.
>Aber abgesehen von der klassischen Familie gibt es Patchworkfamilien,
>die ebenso gef�rdert m�ssen- bzw- die im Vergleich zu einer
>Kinderlosen Ehe mit Doppelverdienern es auch n�tig haben.
Warum sollten die *gef�rdert* werden? Ich denke, dass man lieber die
Werbetrommel r�hrt und *richtige Familien* f�rdert. �bersetz einfach
den Namen Patchwork ins Deutsche, dann wird klar, was ich meine.
>Was macht also eine klassische Ehe mehr aus?
Ich will jetzt gar nicht so sehr auf die Historie der Ehe auch unter
religi�sem Aspekt eingehen, obwohl auch das sicherlich ein Rolle
spielt; ich nehme lieber nochmals Zuflucht zu einem Zitat von HvD; der
kann das einfach besser ausdr�cken:
//snip//
[Pr�gung auch beim Menschen, Fr�hkindliche Bindung an Bezugsperson]
Dass dieser f�r unsere individuelle Entwicklung entscheidende
Zusammenhang erst so sp�t entdeckt worden ist, d�rfte im Grunde
positiv zu bewertende Ursachen haben. Bis vor relativ kurzer Zeit -
bis vor wenigen Generationen - entsprach die Struktur unseres
gesellschaftlichen Lebens offenbar noch weitgehend dieser Forderung.
In einer "nat�rlichen" Gesellschaft werden Bed�rfnisse dieser Art zwar
in der Regel �berhaupt nicht erkannt, offenbar aber durch
Besonderheiten der Gesellschaftsform - in diesem Falle die
traditionelle Familienstruktur - gleichsam instinktiv befriedigt.
Seit den Anf�ngen der Industrialisierung sind diese Strukturen nun
aber in Bewegung gekommen. Die Einzelheiten dieser gesellschaftlichen
Entwicklung und auch der ganz unbestreitbar h�chst problematische
Begriff einer "nat�rlichen" menschlichen Gesellschaft geh�ren nicht
mehr zu unserem Thema. An dieser Stelle unseres Gedankengangs ist
jedoch die Entdeckung von Bedeutung, dass das Bed�rfnis des
Kleinkindes nach einer identischen Bezugsperson in unserer Zeit der
berufst�tigen M�tter, der Kinderhorte und der "Tagesm�tter"
anscheinend nicht mehr mit der gleichen Sicherheit befriedigt wird,
wie es in der Vergangenheit der Fall gewesen ist.
Wie ersch�tternd und irreparabel die Folgen f�r die seelische
Entwicklung sein k�nnen, kann man bei Mewes und Hassenstein nachlesen.
Hier sind Biologen und Verhaltensforscher auf einen Zusammenhang
gesto�en, eine Konsequenz zivilisatorischer Ver�nderungen unserer
Umwelt, an deren Vorhandensein noch vor wenigen Jahrzehnten niemand
auch nur theoretisch gedacht h�tte. Denn was bei den von den genannten
Autoren geschilderten F�llen in der Gestalt folgenschwerer St�rungen
des psyschichen und sozialen Verhaltens ans Tageslicht kam, war die
Tatsache, dass auch wir mit einem Gro�hirn ausgestatteten Menschen
nicht so frei, nicht so g�nzlich unabh�ngig sind von der Umwelt, wie
wir geglaubt hatten.
//snip//
>> Keine Frage. Allerdings erw�chst ihnen daraus auch keine Berechtigung
>> Kinder erziehen zu d�rfen, deren Eltern sie ja wohl kaum sein k�nnen.
>
>Aber nat�rlich geht das.
Ja, ok, alles geht. Und? Ist es gesellschaftlich w�nschenswert?
Ich seh' das jetzt mal pragmatisch: g�be es das nicht, g�be es ein
Problem weniger.
Und ehrlich gesagt, wir hacken IMHO etwas zu viel auf diesem Thema
rum, es ist doch nur ein Randaspekt.