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Lehrer wollen hochbegabte Tochter auf Hauptschule schicken! HILFE!!

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Evamaria Kaiser

unread,
Apr 29, 2004, 12:02:08 PM4/29/04
to
Wir stehen vor einem großen Problem: Unsere Tochter ist jetzt zehn Jahre als
und geht in die vierte Klasse Grundschule (Bayern). Im Sommer steht der
Übertritt an eine weiterführende Schule an.
Unsere Tochter gilt als hochbegabt und förderungswürdig, dies haben bereits
Gutachten belegt. Sie liest z.B. auch schon Bücher für 16jährige, kann
Bruchrechnen und lernt privat Englisch, wobei sie schon auf Siebtklassniveau
ist.
Seit sie in der dritten Klasse Noten bekommt, stehen wir mit ihrer
Grundschule auf dem Kriegsfuß. In den Hauptfächern (Deutsch, Mathematik,
Heimat- und Sachkunde) stand sie immer auf drei, in anderen Fächern (hier
Musik, Kunst, Sport) sogar auf einem - Zitat Lehrerin - "Gnadenvierer".
Diese schlechten Leistungen sind mit einer eklatanten Unterforderung unserer
Tochter seitens der Lehrer zu erklären. Bei Proben verläßt sie mitten in der
Arbeit die Lust, weil sie - Zitat unserer Tochter - "doch eh alles kann",
Hausaufgaben macht sie nur mit großem Widerwillen ("Warum muß ich das
machen? Ich kann das doch schon seit Jahren.") und gegenüber der
Klassenlehrerin stellt sie sich seit einiger Zeit völlig auf stur.
Dies hat den Grund, daß weder Lehrer noch Schulleitung je etwas von
Begabtenförderung gehört haben. Sie stellen eine Aufgabe, unsere Tochter
bewältigt diese beispielsweise in einer Minute, während die Klasse zehn
Minuten benötigt. In den restlichen neun Minuten soll sie - Aussage
Klassenlehrerin - ruhig sitzenbleiben.
Bislang waren wir der Hoffnung, daß sich dies mit einem Übertritt aufs
Gymnasium ändern würde. Im Bekanntenkreis haben wir eine Familie mit einem
ebenfalls hochbegabten Sohn, der auf dem Gymnasium richtiggehend aufblühte
und sogar die sechste Klasse überspringen durfte, da die Lehrer ihn dort
besser förderten (in diesem Falle war allerdings auch bereits eine Förderung
in der Grundschule vorhanden). Die Schulleiterin offenbarte uns nun
allerdings, daß sie einem Übertritt unserer Tochter aufgrund ihrer Noten ins
Gymnasium nicht zustimmen kann und für sie die Hauptschule empfiehlt. Für
oben aufgeführte Argumente ist sie nicht zulässig, in jedem
Begründungsversuch sieht sie einen Angriff auf die pädagogischen Fähigkeiten
ihres Kollegiums. Wir sind aber überzeugt, daß ein Übertritt auf ein
Gymnasium vom Wissensstand unserer Tochter mehr als gerechtfertigt wäre und
die schlechten Noten - wie bereits gesagt - nur auf mangelnder Förderung
durch die Lehrer beruhen. Würde sie in die Hauptschule geschickt, würde ihr
vermutlich "das Genick gebrochen", sie würde noch unmotivierter und ihre
Leistungen würden sich weiter verschlechtern. Die Schule interessiert dies
allerdings nicht, man ist dort überzeugt, im Recht zu sein.
Welche Möglichkeiten haben wir noch?

Mit freundlichen Grüßen und aufrichtigem Dank,
Evamaria und Helmut Kaiser


Klaus Mueller

unread,
Apr 29, 2004, 12:19:12 PM4/29/04
to
Vielleicht kann Dir hier ein Ansprechpartner genannt werden:

http://www.dghk.de/

Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind e.V.

Henning Schlottmann

unread,
Apr 29, 2004, 12:22:44 PM4/29/04
to
Evamaria Kaiser wrote:
>
> Unsere Tochter gilt als hochbegabt und förderungswürdig, dies haben bereits
> Gutachten belegt. Sie liest z.B. auch schon Bücher für 16jährige, kann
> Bruchrechnen und lernt privat Englisch, wobei sie schon auf Siebtklassniveau
> ist. [...]

> Die Schulleiterin offenbarte uns nun
> allerdings, daß sie einem Übertritt unserer Tochter aufgrund ihrer Noten ins

> Gymnasium nicht zustimmen kann und für sie die Hauptschule empfiehlt. [...]


>
> Welche Möglichkeiten haben wir noch?

Sofort zum schulpsychologischen Dienst gehen. Schnell.

Ciao Henning

Matthias Koehler

unread,
Apr 29, 2004, 12:28:06 PM4/29/04
to
[Evamaria:]

> Welche Möglichkeiten haben wir noch?

Na die Tochter einfach auf dem Gymnasium anmelden. Die Grundschule gibt doch
immer nur Empfehlungen. Letztendlich liegt es doch im Ermessen der Eltern,
zunächst das Gymnasium zu probieren. Wenn Deine Tochter natürlich das
Probehalbjahr nicht schafft, muss sie auf die Realschule. Wobei man dann ja
eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe nehmen kann, dann hat sie später
immer noch die Möglichkeit, das Abitur zu machen.

Aber Achtung: Es gibt Bundesländern, in denen eine "doppelte Abweichung"
nicht mehr möglich ist. Ein Kind mit Hauptschul-Empfehlung kann dann nicht
mehr auf einem Gymnasium angemeldet werden. Ihr solltet also prüfen, wie die
Regelungen in Eurem Bundesland aussehen und dann zumindest darauf drängen,
dass eine Realschul-Empfehlung ausgesprochen wird. Nötigenfalls wäre dann
der Rechtsweg einzuschlagen.

Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass Deine Sichtweise zutreffend ist
und das Kind wirklich eine Chance auf dem Gymnasium hat. Viele Eltern leiden
ja etwas unter Realitätsverlust... :-))

Matthias


--
Matthias Köhler
Film- und Fernsehproduktion
http://www.koehler-film.de

Frank Wein

unread,
Apr 29, 2004, 2:32:21 PM4/29/04
to
Evamaria Kaiser wrote:
> Bei Proben verläßt sie mitten in der
> Arbeit die Lust, weil sie - Zitat unserer Tochter - "doch eh alles kann",
> Hausaufgaben macht sie nur mit großem Widerwillen ("Warum muß ich das
> machen? Ich kann das doch schon seit Jahren.") und gegenüber der
> Klassenlehrerin stellt sie sich seit einiger Zeit völlig auf stur.

Mit dieser Einstellung wird man aber wohl auch am Gymnasium oder später
im Leben nicht so recht weiterkommen. Manchmal muss man halt auch Sachen
machen, die einem nicht so gefallen oder einem absolut stupide
erscheinen. Und eine Verweigerungshaltung gegenüber wem auch immer
dürfte da nicht so nützlich sein.

Gruß
Frank

Tom Berger

unread,
Apr 29, 2004, 3:10:56 PM4/29/04
to
Frank Wein <mcsmurfR...@gmx.de> schrieb:

>Mit dieser Einstellung wird man aber wohl auch am Gymnasium oder später
>im Leben nicht so recht weiterkommen. Manchmal muss man halt auch Sachen
>machen, die einem nicht so gefallen oder einem absolut stupide
>erscheinen. Und eine Verweigerungshaltung gegenüber wem auch immer
>dürfte da nicht so nützlich sein.

Oh Mann, das Kind ist höchstens 10 Jahre alt!

Tom Berger, den Glauben an die Menschheit verlierend

--
ArchTools: Architektur-Werkzeuge für AutoCAD (TM)
ArchDIM - architekturgerechte Bemaßung und Höhenkoten
ArchAREA - Flächenermittlung und Raumbuch nach DIN 277
Info und Demo unter http://www.archtools.de

Florian Kleinmanns

unread,
Apr 29, 2004, 3:23:33 PM4/29/04
to
Frank Wein <mcsmurfR...@gmx.de> schrieb:

>> Hausaufgaben macht sie nur mit großem Widerwillen ("Warum muß ich das
>> machen? Ich kann das doch schon seit Jahren.")
>
>Mit dieser Einstellung wird man aber wohl auch am Gymnasium oder später
>im Leben nicht so recht weiterkommen. Manchmal muss man halt auch Sachen
>machen, die einem nicht so gefallen oder einem absolut stupide
>erscheinen. Und eine Verweigerungshaltung gegenüber wem auch immer
>dürfte da nicht so nützlich sein.

Als Viertklässlerin hat sie aber noch reichlich Zeit, sich eine Methode
zu überlegen, wie sie sich dumm und fleißig stellt, wann immer das mal
nötig ist.

Grüße
Florian
--
European Law Students' Association Bremen -- http://www.elsa-bremen.de/

Frank Wein

unread,
Apr 29, 2004, 3:28:57 PM4/29/04
to
Tom Berger wrote:

> Frank Wein <mcsmurfR...@gmx.de> schrieb:
>
>>Mit dieser Einstellung wird man aber wohl auch am Gymnasium oder später
>>im Leben nicht so recht weiterkommen. Manchmal muss man halt auch Sachen
>>machen, die einem nicht so gefallen oder einem absolut stupide
>>erscheinen. Und eine Verweigerungshaltung gegenüber wem auch immer
>>dürfte da nicht so nützlich sein.
>
> Oh Mann, das Kind ist höchstens 10 Jahre alt!

Ok, das hab ich wohl vergessen/nicht beachtet bei meinem Posting.

Gruß
Frank

Annemie van Stiphoudt

unread,
Apr 29, 2004, 3:31:12 PM4/29/04
to

"Evamaria Kaiser" <kais...@aol.com> schrieb im Newsbeitrag
news:c6r8tv$1a0$07$1...@news.t-online.com...

> Wir stehen vor einem großen Problem: Unsere Tochter ist jetzt zehn Jahre
als
> und geht in die vierte Klasse Grundschule (Bayern). Im Sommer steht der

Tja, leider braucht man in Bayern tatsächlich einen bestimmten
Notendurchschnitt fürs Gymnasium.

Leider ist Deine Geschichte absolut kein Einzelfall.

Schaue doch mal in dieses Forum:
http://213.221.106.91/forum/forumdisplay.php?s=&forumid=3198

Bei den Pfiffikids sind Eltern mit ähnlichem Schicksal u. a. auch Eltern aus
Bayern ;-).

Dort seid ihr sicherlich herzlichst Willkommen. Auch Erläuterungen zur
rechtlichen Seite für Hb´s findet ihr da.

Grüsse

Anne


Frank Wein

unread,
Apr 29, 2004, 3:32:53 PM4/29/04
to
Tom Berger wrote:

> Frank Wein <mcsmurfR...@gmx.de> schrieb:
>
>>Mit dieser Einstellung wird man aber wohl auch am Gymnasium oder später
>>im Leben nicht so recht weiterkommen. Manchmal muss man halt auch Sachen
>>machen, die einem nicht so gefallen oder einem absolut stupide
>>erscheinen. Und eine Verweigerungshaltung gegenüber wem auch immer
>>dürfte da nicht so nützlich sein.
>
> Oh Mann, das Kind ist höchstens 10 Jahre alt!

Ok, das hab ich wohl vergessen/nicht beachtet bei meinem Posting.
Dennoch gewisse Grundzüge des Charakters bleiben wohl vorhanden und das
mit der Tochter des OP hat sich mehr nach
Hochnäsigkeit/Ich-bin-etwas-besseres angehört (ja ich weiß es ist ein
Kind, aber wie gesagt...).

Gruß
Frank

Matthias Kryn

unread,
Apr 29, 2004, 3:41:46 PM4/29/04
to
Frank Wein <mcsmurfR...@gmx.de> schrieb:

> Dennoch gewisse Grundzüge des Charakters bleiben wohl
> vorhanden und das mit der Tochter des OP hat sich mehr nach
> Hochnäsigkeit/Ich-bin-etwas-besseres angehört (ja ich weiß es
> ist ein Kind, aber wie gesagt...).

Demotivation wegen Unterforderung ist nicht nur bei Kindern,
sondern auch bei Erwachsenen (vor allem bei Arbeitslosen) weit
verbreitet. Das hat mit Grundzügen des Charakter (und Disziplin)
weniger zu tun als vielmehr mit intrinsischer Motivation und
persönlicher Integrität.

Grüße
Matthias

Frank Wein

unread,
Apr 29, 2004, 3:44:25 PM4/29/04
to
Matthias Kryn wrote:

Aber damit muss man wohl oder übel fertig werden.

Gruß
Frank

Reinhard Mader

unread,
Apr 29, 2004, 4:04:05 PM4/29/04
to

>
>
> Ok, das hab ich wohl vergessen/nicht beachtet bei meinem Posting.
> Dennoch gewisse Grundzüge des Charakters bleiben wohl vorhanden und das
> mit der Tochter des OP hat sich mehr nach
> Hochnäsigkeit/Ich-bin-etwas-besseres angehört

... sie langweilt sich halt! Kannst Du Dir nicht vorstellen, wie schlimm
es ist, zwangsweise einen halben Tag lang mit irgendwelchen Dumpfbacken
rumsitzen zu müssen und Sachen zum hundertstenmal erklärt zu kriegen,
die man schon beim ersten mal kapiert hat? Und das nicht auf irgendeinem
Meeting, wo man sich denkt, "na ja ich krieg ja eh Schmerzensgeld",
sondern auf ner Schule, wo man eigentlich was lernen möchte.

cu

RIM

Tom Berger

unread,
Apr 29, 2004, 4:04:22 PM4/29/04
to
Frank Wein <mcsmurfR...@gmx.de> schrieb:

>Aber damit muss man wohl oder übel fertig werden.

Ja, aber heute zum Glück nicht mehr alleine. Und es gibt Einrichtungen
und Organisationen, die helfen.

Und dass Du die Problembeschreibung als hochnäsig empfindest, liegt
lediglich daran, dass Du nicht genügend darüber nachgedacht hast. Es
gibt hochbegabte Kinder, und sie haben spezifische Schulprobleme.

Tom Berger

Reinhard Mader

unread,
Apr 29, 2004, 4:23:50 PM4/29/04
to
Evamaria Kaiser schrieb:

> Wir stehen vor einem großen Problem: Unsere Tochter ist jetzt zehn Jahre als
> und geht in die vierte Klasse Grundschule (Bayern). Im Sommer steht der
> Übertritt an eine weiterführende Schule an.
> Unsere Tochter gilt als hochbegabt und förderungswürdig, dies haben bereits
> Gutachten belegt.
Die Schulleiterin offenbarte uns nun
> allerdings, daß sie einem Übertritt unserer Tochter aufgrund ihrer Noten ins
> Gymnasium nicht zustimmen kann und für sie die Hauptschule empfiehlt.


Als gelernter Bayer empfehle ich Euch Folgendes: Wendet Euch an eine/n
Landtagsabgeordntete/n der CSU (auf keinen Fall andere Partei, auch wenn
ihr politisch woanders steht). Schildert ihm/ihr das Problem und nehmt
die Tochter mit, damit er/sie sich auch gleich ein Bild machen kann.
Bittet ihn/sie um Unterstützung und fragt an, od er/sie nicht im
Ministerium anfragen kann, was man in so einem Fall machen kann. In
aller Regel wird das Ministerium dann nach einem Weg suchen (und ihn in
der Regel auch finden), wie Euerer Tochter aufs Gymnasium kann. Bei der
Auswahl des/der Abgeordneten solltet ihr ein bisschen drauf achten,
welchen Ruf er/sie hat. Es gibt bei der CSU recht aktive und liberale
Leute, aber auch absolute Dumpfbacken.


cu

RIM

Harald Hengel

unread,
Apr 29, 2004, 4:27:34 PM4/29/04
to
Frank Wein schrieb:

> Mit dieser Einstellung wird man aber wohl auch am Gymnasium oder
> später
> im Leben nicht so recht weiterkommen. Manchmal muss man halt auch
> Sachen machen, die einem nicht so gefallen oder einem absolut stupide
> erscheinen. Und eine Verweigerungshaltung gegenüber wem auch immer
> dürfte da nicht so nützlich sein.

Wer verweigert was?
Die Lehrerin verweigert den passenden Lehrstoff.
Ein Lehrer in der Grundschule hat die Aufgabe die Schüler gegebenenfalls
auch mit unterschiedlichen Aufgaben zu beschäftigen. Stillsitzen und
Klappe halten ist wohl eher Faulheit der Lehrkraft und Mobbing vom
Lehrer gegen den Schüler.

Harald

Mark Obrembalski

unread,
Apr 29, 2004, 6:50:11 PM4/29/04
to
Matthias Koehler <nutz...@koehler-film.info> schrieb:

> [Evamaria:]
>
>> Welche Möglichkeiten haben wir noch?
>
> Na die Tochter einfach auf dem Gymnasium anmelden. Die Grundschule gibt doch
> immer nur Empfehlungen. Letztendlich liegt es doch im Ermessen der Eltern,
> zunächst das Gymnasium zu probieren.

Nein, das ist z.B. in Baden-Württemberg nicht so, da liegt jedenfalls
ein besonderes Aufnahmeverfahren dazwischen, zu dem auch eine
Aufnahmeprüfung gehören kann (aus der das Mädchen dann hoffentlich
nicht davonläuft...) Da muss man sich schon das jeweilige Landesrecht
genau anschauen.

> Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass Deine Sichtweise zutreffend ist
> und das Kind wirklich eine Chance auf dem Gymnasium hat. Viele Eltern leiden
> ja etwas unter Realitätsverlust... :-))

Die Fallschilderung klang durchaus typisch für ein hochbegabtes Kind.

Mark

--
Deutsche Gesetze im WWW: http://www.rechtliches.de
NEU: Bayerisches Landesrecht: http://www.rechtliches.de/bayern/

Jens Müller

unread,
Apr 29, 2004, 6:54:56 PM4/29/04
to
"Evamaria Kaiser" <kais...@aol.com> writes:

> Welche Möglichkeiten haben wir noch?

Verwaltungsklage, entweder gegen die Empfehlung oder gegen die
Nichtzulassung am Gymnasium (ggf. auch, wenn die aus rein formalen
Gründen erfolgt).

mcsmurfR...@gmx.de

unread,
Apr 29, 2004, 3:30:30 PM4/29/04
to
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gunther

unread,
Apr 30, 2004, 12:49:31 AM4/30/04
to
> Wir stehen vor einem großen Problem: Unsere Tochter ist jetzt
> zehn Jahre als und geht in die vierte Klasse Grundschule
> (Bayern). Im Sommer steht der Übertritt an eine weiterführende
> Schule an. Unsere Tochter gilt als hochbegabt und
> förderungswürdig, dies haben bereits Gutachten belegt. Sie liest

hi,
mal abgesehen von dem uebrigen langweiligen zeuchs, ihr solltet
dann vielleicht den vorsprung beschleunigen helfen, z.b. durch
vorgezogene nachhilfe in der 2. fremdsprache, franz boete sich da
an. ist auch ein ideales alter, um sowas anzufangen. dann koennte
das blag in der schule quasi im leerlauf ausruhen. in dem alter
duerfte es eigentlich noch keine so genaue unterscheidung zwischen
einzelnen faechern geben, was den arbeitsaufwand angeht. und soeine
investition wuerde sich spaeter auf jeden fall auszahlen.
achtet aber auf ueberforderung, besonders was soziale kontakte
angeht. viele "hochbegabte" sind spaeter sozialkrueppel, weil ihnen
die moeglichkeit der interaktion (spielen mit den doofen
nachbarsblagen) nicht moeglich war. naja, eltern sein ist eben
nicht simpel (gut, dass es mir erspart bleibt :) )

egal was die grundschule empfiehlt, den weiteren weg bestimmt z.b.
auch die weiterfuehrende schule. bei einem echten hbk sollte ev.
ein internat-gymnasium probiert werden. da ist die foerderung
besonders effektiv.

> mitten in der Arbeit die Lust, weil sie - Zitat unserer Tochter
> - "doch eh alles kann", Hausaufgaben macht sie nur mit großem
> Widerwillen ("Warum muß ich das machen? Ich kann das doch schon
> seit Jahren.") und gegenüber der Klassenlehrerin stellt sie sich
> seit einiger Zeit völlig auf stur. Dies hat den Grund, daß weder

mag sein. in dem alter ist allerdigns soein trotzverhalten schwer
wegzukriegen, besonders, wenn die eltern eindeutig "mitblocken".
dagegen anzuschieben faellt einer 30igstel-lehrerin nunmal sehr
schwer. und da solche kinder seltener sind als die dummen, kommen
die auch seltener zu wort. seltsam allerdings, dass es scheinbar
keine ueberflieger-anzeichen gibt, z.b. klassenkasper(sehr beliebt
bei hbk) oder irgendein elitaeres hobby wie modellfliegen oder
karate.

> Lehrer noch Schulleitung je etwas von Begabtenförderung gehört
> haben. Sie stellen eine Aufgabe, unsere Tochter bewältigt diese

na na, das gehoert zur ausbildung. fragt sich eben bloss, wie das
eure grundschule machen soll. wenige schulen haben fuer sowas
mittel frei, ganz zu schweigen von lehrkraeften mit erfahrung
dafuer.

> beispielsweise in einer Minute, während die Klasse zehn Minuten
> benötigt. In den restlichen neun Minuten soll sie - Aussage
> Klassenlehrerin - ruhig sitzenbleiben. Bislang waren wir der

tja, disziplin in dem alter ist nicht leicht gelernt.
lustigerweise scheinen die amis da voellig resigniert zu haben,
dort werden hbks oft sediert. mir graut vor solchen
valiumschuelern...

> Hoffnung, daß sich dies mit einem Übertritt aufs Gymnasium
> ändern würde. Im Bekanntenkreis haben wir eine Familie mit einem
> ebenfalls hochbegabten Sohn, der auf dem Gymnasium richtiggehend
> aufblühte und sogar die sechste Klasse überspringen durfte, da
> die Lehrer ihn dort besser förderten (in diesem Falle war
> allerdings auch bereits eine Förderung in der Grundschule
> vorhanden). Die Schulleiterin offenbarte uns nun allerdings, daß

das ist abzuwarten. erster weg sollte aber zur schulleitung des
gymnasiums sein, wenn das so gut ist. denn die haben erstens ein
interesse an solchen blagen, und kennen andererseits die
problematik, ihr seid da sicher nichts unbekanntes.

> sie einem Übertritt unserer Tochter aufgrund ihrer Noten ins
> Gymnasium nicht zustimmen kann und für sie die Hauptschule
> empfiehlt. Für oben aufgeführte Argumente ist sie nicht

zustaendig waere hier das richtige wort. eine einstufung kann z.b.
der schulpsychologe machen. ansonsten muss nur das gymnasium
mitspielen.
im schlimmsten falle koennte es ja auch sein, dass die hauptschule
die ignoranz der grundschuile erkennt und einen wechsel empfiehlt.
sowas kommt zumindest in lippe gelegentlich vor.

> zulässig, in jedem Begründungsversuch sieht sie einen Angriff
> auf die pädagogischen Fähigkeiten ihres Kollegiums. Wir sind

die scheint aber ziemlich bleed(oder wie sagen die baiern?)

> aber überzeugt, daß ein Übertritt auf ein Gymnasium vom
> Wissensstand unserer Tochter mehr als gerechtfertigt wäre und
> die schlechten Noten - wie bereits gesagt - nur auf mangelnder
> Förderung durch die Lehrer beruhen. Würde sie in die Hauptschule
> geschickt, würde ihr vermutlich "das Genick gebrochen", sie

ach was, soo schlimm ist eine hauptschule auch nicht. nach der
hauptschule kann sie die stufe zum abi nachmachen, ohne ein jahr zu
verlieren. ist bloss mit extra-pruefungen verbunden. und die lehrer
da sind an foerderungsprobleme gewoehnt(wenn auch haeufiger vom
"dummen" ende her), und koennten sogar ganz hilfreich sein. z.b.
was das "ueberspringen" angeht.

> würde noch unmotivierter und ihre Leistungen würden sich weiter
> verschlechtern. Die Schule interessiert dies allerdings nicht,
> man ist dort überzeugt, im Recht zu sein. Welche Möglichkeiten
> haben wir noch?

geht doch mal eine stufe hoeher, schulamt/schulrat oder wie das bei
euch heisst.
und den direx eurers wunschgymnasiums fragen!


--

mfg, gunni

Klaus Opel

unread,
Apr 30, 2004, 12:46:35 AM4/30/04
to
Hallo Mark,

>Die Fallschilderung klang durchaus typisch für ein hochbegabtes Kind.

mag sein.

Mich wundert allerdings, dass die Eltern sich einerseits die Mühe
gemacht haben, die Hochbegabung ihres Kindes per Gutachten feststellen
zu lassen, andererseits aber darauf verzichen, dem Kind auf Basis der
Gutachtens die notwendige Förderung zukommen zu lassen (oder sich wenig-
stens über Fördermöglichkeiten zu informieren, _bevor_ die Unterforde-
rung fast irreversieble Folgen hat).

Klaus

--
1. http://www.klaus-opel.de
http://www.klaus-opel.de/unsortierte-neue-bilder/index.html
2. Wer will, dass emails bei mir und nicht bei SpamGourmet ankommen,
ersetze den local part meiner Adresse durch was anderes

Klaus Opel

unread,
Apr 30, 2004, 12:41:04 AM4/30/04
to
Hallo Jens,

>Verwaltungsklage, entweder gegen die Empfehlung

zumindest hier wären die Aussichten eher gering.

Denn solche Empfehlungen fallen wie auch die Bewertung von Klausuren
u.ä. in die Kategorie "Akt wertender Erkenntnis" und entziehen sich
damit jeglicher Rechtsprechung, soweit sie nicht in sich widersprüchlich
sind.

n.Olivier

unread,
Apr 30, 2004, 1:41:41 AM4/30/04
to
hi

Evamaria Kaiser schrieb:


>
> Wir stehen vor einem großen Problem: Unsere Tochter ist jetzt zehn Jahre als
> und geht in die vierte Klasse Grundschule (Bayern). Im Sommer steht der
> Übertritt an eine weiterführende Schule an.
> Unsere Tochter gilt als hochbegabt und förderungswürdig, dies haben bereits

[...]

vor relativ kurzer zeit war ein bericht auf
SternTV / Günther Jauch
über solche Problem zu sehen.

Falls die Tips nicht ausreichen:
http://www.stern.de/tv/sterntv/?id=522123

toi, toi, toi

n.Olivier

--

Nachbagauer Olivier
Technologiezentrum Freilassing
D-83395 Freilassing
www.nOlivier.com
www.Reedb.com - Immobilien Online

Florian Kleinmanns

unread,
Apr 30, 2004, 1:51:08 AM4/30/04
to
Klaus Opel <Dev-...@Klaus-Opel.de> schrieb:

>Mich wundert allerdings, dass die Eltern sich einerseits die Mühe
>gemacht haben, die Hochbegabung ihres Kindes per Gutachten feststellen
>zu lassen, andererseits aber darauf verzichen, dem Kind auf Basis der
>Gutachtens die notwendige Förderung zukommen zu lassen

OP:
|Sie [...] lernt privat Englisch, wobei sie schon auf Siebtklassniveau
|ist.

Grüße

Andreas Bieger

unread,
Apr 30, 2004, 3:37:14 AM4/30/04
to
> Mit freundlichen Grüßen und aufrichtigem Dank,
> Evamaria und Helmut Kaiser

Warum lasst ihr eure Tochter nicht einfach die Aufnahmeprüfung
des Gymnasium machen?!

Gruß
Andreas


Peter Bruells

unread,
Apr 30, 2004, 3:52:01 AM4/30/04
to
Frank Wein <mcsmurfR...@gmx.de> writes:

> Matthias Kryn wrote:

>> Demotivation wegen Unterforderung ist nicht nur bei Kindern,
>> sondern auch bei Erwachsenen (vor allem bei Arbeitslosen) weit
>> verbreitet. Das hat mit Grundzügen des Charakter (und Disziplin)
>> weniger zu tun als vielmehr mit intrinsischer Motivation und
>> persönlicher Integrität.

> Aber damit muss man wohl oder übel fertig werden.

Ja, indem Dienst nach Vorschrift gemacht wird.


Peter Bruells

unread,
Apr 30, 2004, 3:55:52 AM4/30/04
to
Klaus Opel <Dev-...@Klaus-Opel.de> writes:


> Mich wundert allerdings, dass die Eltern sich einerseits die Mühe
> gemacht haben, die Hochbegabung ihres Kindes per Gutachten
> feststellen zu lassen, andererseits aber darauf verzichen, dem Kind
> auf Basis der Gutachtens die notwendige Förderung zukommen zu lassen
> (oder sich wenig- stens über Fördermöglichkeiten zu informieren,
> _bevor_ die Unterforde- rung fast irreversieble Folgen hat).

Hier WIRD gefördert. Es wird Lesematerial für 16jährige
bereitegstell, es gibt privaten Englischunterricht.

Desweiteren bedeutet "Hochbegabtes Kind" nicht zwangsläufig
"hochbegabte Eltern" oder auch nur "gebildete Eltern". Je nach
Elternsituation ist es schwierig, an gute Informationen heranzukommen,
inbesondere, wenn man noch darauf vertraut, daß da Schulsystem nicht
nur die Langsamen, sondern auch die Schnellen ihrer Leistungsfähigkeit
entsprechend fördern sollte.

Ellen Fink

unread,
Apr 30, 2004, 1:52:18 AM4/30/04
to

Frank Wein wrote:


Man sollte in den Grundschulen auch mehr darauf eingehen. Es gibt leider
immer noch Schulen, die allen Kindern den "Einheitsbrei" servieren und
nur darauf bedacht sind, den Unterrichtsablauf störungsfrei zu
gestalten. Da passt ein solche Hochbegabtes Kind natürlich nicht rein,
weil es sich langweilt (wie vom OP beschrieben).

Was mich stört ist, dass die Lehrer die Gutachten einfach ignorieren.
Wenn sie das Kind nicht selber auf eine Hochbegabung testen können, sind
sie doch gar nicht in der Lage, die Kleine richtig einzuschätzen. Und
das das Kind in manchen Fächern "Gnadenvierer" hat, ist auch nicht
ungewöhnlich. Viele gerade Hochbegabte interessieren sich hauptsächlich
für gewisse Themen (wie z.B. Sprachen oder Naturwissenschaften) und
kümmern sich nicht so sehr um die anderen Gebiete. Wenn sie dann noch
unterfordert werden, ist es eigentlich vorprogrammiert, dass das Kind im
Unterricht durch Langeweilebekundung oder einfach rausgehen auffällt.
Wir sprechen ja immerhin immer noch von Kindern.

Ich würde - die OP schrieb ja, dass sie aus Bayern kommt, hier schauen:
http://www.dghkmuenchenbayern.de/
oder alternativ (nordbayern) hier:
http://www.dghk-nordbayern.de/

Gruß

Ellen

Tom Berger

unread,
Apr 30, 2004, 3:59:13 AM4/30/04
to
"Harald Hengel" <ral...@freenet.de> schrieb:

>Die Lehrerin verweigert den passenden Lehrstoff.
>Ein Lehrer in der Grundschule hat die Aufgabe die Schüler gegebenenfalls
>auch mit unterschiedlichen Aufgaben zu beschäftigen. Stillsitzen und
>Klappe halten ist wohl eher Faulheit der Lehrkraft und Mobbing vom
>Lehrer gegen den Schüler.

Sorry, aber vermutlich warst Du nie auf 'ner öffentlichen Schule. Im
Rahmen des normalen Unterrichts ist es keinem Lehrer möglich, auf
einem einzelnen hochbegabten Kind gerecht zu werden.

Ich mach's nicht gerne, weil hier ja schon die Anfrage im OP als
hochnäsig abgetan wurde, und deshalb will ich extra dazu sagen, dass
das nichts mit Angeberei zu tun hat und auch nicht mein persönliches
Verdienst ist, sondern einfach meiner genetischen Veranlagung
zuzuschreiben ist: ich war als Kind selbst betroffen.

Und damals waren Probleme mit Hochbegabten ganz einfach kein Thema, es
gab keine Selbsthilfegruppen oder Förderprogramme. Wer sich wei ich
aus dem Unterricht ausklinkte, der galt als Versager und fertig.

Ich hatte das Glück, dass ich auf einige Lehrer gestossen bin, die
sich meiner angenommen haben. Beispielsweise war ich in Englisch
grottenschlecht, bis mich der Lehrer dabei erwischte, wie ich, statt
seinem Unterricht für die Anfänger zu folgen, unter der Schulbank
heimlich George Orwell im Original las. Es gab dann eine
Lehrerkonferenz, die sich ausschliesslich mit meinem Fall befasste.
Und von da an bekam ich auch Angebote, die mich nicht schon nach 'ner
halben Minute tödlich langweilten. Und übrigens: das war auch in
Bayern. Und damals war dort das Gymnasium ohnehin noch eine elitäre
Veranstaltung: von 6 Klassen mit 30 bis 35 Schülern bei der
Einschulung hat eine einzige Klasse mit 22 Schülern das Abitur
gemacht.

Bernd Schnürer

unread,
Apr 30, 2004, 3:59:46 AM4/30/04
to
Evamaria Kaiser schrieb:

schnipp

Es wird wohl ein weiters Problem geben.

Das Kind wird auf dem Gymnasium etwa zwischen Quarta und Tertia mit
einiger Sicherheit Probleme bekommen.

Bis dahin wird die Intelligenz noch ausreichen, um den Stoff quasi "von
alleine" aufzusaugen. Die Langeweile wird bleiben.

Dann allerdings wird der Stoff umfangreicher, das Kind ist es jedoch
gewohnt, dass alles "von alleine" geht und wird große Probleme bekommen,
sein Verhalten auf die neuen Anforderungen einzustellen.

Genau hier scheint sich dann das Urteil der Hauptschulpädagogen für die
sicherlich enttäuschten Eltern zu bewahrheiten und sie werden mit
einiger Wahrscheinlichkeit das falsche tun, nämlich das Kind auf einen
anderen, "einfacheren" Bildungsweg schicken.

Ich möchte nicht wissen, wie viele HB's auf diese Weise in ein sie
völlig unterforderndes Leben gezwungen wurden!


Gruß, Bernd

achim waldek

unread,
Apr 30, 2004, 4:16:28 AM4/30/04
to
Reinhard Mader <diab...@web.de> wrote

> Evamaria Kaiser schrieb:
> > Wir stehen vor einem großen Problem: Unsere Tochter ist jetzt zehn Jahre als
> > und geht in die vierte Klasse Grundschule (Bayern). Im Sommer steht der
> > Übertritt an eine weiterführende Schule an.
> > Unsere Tochter gilt als hochbegabt und förderungswürdig, dies haben bereits
> > Gutachten belegt.
> Die Schulleiterin offenbarte uns nun
> > allerdings, daß sie einem Übertritt unserer Tochter aufgrund ihrer Noten ins
> > Gymnasium nicht zustimmen kann und für sie die Hauptschule empfiehlt.

Was ich hierbei nicht verstehe: Die Hochbegabtenproblematik ist doch
nun einmal nicht wirklich neu. Die OP schreibt von Gutachten, die die
Hochbegabung belegen. Mir will nicht in den Schädel, dass weder
Lehrerin nocvh Schulleitung diese tatsache akzeptieren und nach
Lösungen suchen. Solche Dumpfbacken dürfte es doch einfach nicht mehr
geben.


> Als gelernter Bayer empfehle ich Euch Folgendes: Wendet Euch an eine/n
> Landtagsabgeordntete/n der CSU (auf keinen Fall andere Partei, auch wenn
> ihr politisch woanders steht). Schildert ihm/ihr das Problem und nehmt
> die Tochter mit, damit er/sie sich auch gleich ein Bild machen kann.
> Bittet ihn/sie um Unterstützung und fragt an, od er/sie nicht im
> Ministerium anfragen kann, was man in so einem Fall machen kann. In
> aller Regel wird das Ministerium dann nach einem Weg suchen (und ihn in
> der Regel auch finden), wie Euerer Tochter aufs Gymnasium kann. Bei der
> Auswahl des/der Abgeordneten solltet ihr ein bisschen drauf achten,
> welchen Ruf er/sie hat. Es gibt bei der CSU recht aktive und liberale
> Leute, aber auch absolute Dumpfbacken.

Klingt gut.
Achim

Jens Müller

unread,
Apr 30, 2004, 4:37:30 AM4/30/04
to
Klaus Opel <Dev-...@Klaus-Opel.de> writes:

> Denn solche Empfehlungen fallen wie auch die Bewertung von Klausuren
> u.ä. in die Kategorie "Akt wertender Erkenntnis" und entziehen sich
> damit jeglicher Rechtsprechung,

Damit sträuben sich mir jedes Mal die Haare. Gibt es dazu
verfassungsgerichtliche Rechtsprechung?

Wieso soll ein Hoheitsakt richterlicher Kontrolle entzogen sein, bloß
weil er einen "Akt wertender Erkenntnis" darstelllt?

n.Olivier

unread,
Apr 30, 2004, 4:46:07 AM4/30/04
to

achim waldek schrieb:


>
> Reinhard Mader <diab...@web.de> wrote
>
> > Evamaria Kaiser schrieb:
> > > Wir stehen vor einem großen Problem: Unsere Tochter ist jetzt zehn Jahre als
> > > und geht in die vierte Klasse Grundschule (Bayern). Im Sommer steht der
> > > Übertritt an eine weiterführende Schule an.
> > > Unsere Tochter gilt als hochbegabt und förderungswürdig, dies haben bereits
> > > Gutachten belegt.
> > Die Schulleiterin offenbarte uns nun
> > > allerdings, daß sie einem Übertritt unserer Tochter aufgrund ihrer Noten ins
> > > Gymnasium nicht zustimmen kann und für sie die Hauptschule empfiehlt.
>
> Was ich hierbei nicht verstehe: Die Hochbegabtenproblematik ist doch
> nun einmal nicht wirklich neu. Die OP schreibt von Gutachten, die die
> Hochbegabung belegen. Mir will nicht in den Schädel, dass weder
> Lehrerin nocvh Schulleitung diese tatsache akzeptieren und nach
> Lösungen suchen. Solche Dumpfbacken dürfte es doch einfach nicht mehr
> geben.

PISA lässt grüßen <s>

äh - für alle anderen - es ist nicht die italienische Stadt
- sofern bekannt -
und auch keine Pizza gemeint.

gruß n.Olivier

conrad graf

unread,
Apr 30, 2004, 5:22:03 AM4/30/04
to
* Jens Müller <jens.m...@ira.uka.de> wrote:

> Wieso soll ein Hoheitsakt richterlicher Kontrolle entzogen sein, bloß
> weil er einen "Akt wertender Erkenntnis" darstelllt?

Ist ähnlich wie bei Ermessens-VAs. Da darfst Du auch lediglich überprüfen,
ob ein Ermessensfehler vorliegt.

Erwin Denzler

unread,
Apr 30, 2004, 5:49:13 AM4/30/04
to
Wenn die Grundschule keine Empfehlung für das Gymnasium ausstellen will,
gibt es die Möglichkeit des dreitägigen Probeunterrichts am Gymnasium,
siehe hier:

http://www.stmuk.bayern.de/km/recht/gso/GSO04.htm

Wenn das Kind sich da allerdings auch unterfordert fühlt und lieber
nicht mitmachen will, weil doch eigentlich jeder wissen muß daß sie
schon alles kann, wäre das schlecht.

E.D.

Lars Mueller

unread,
Apr 30, 2004, 8:12:03 AM4/30/04
to
Frank Wein wrote:

> Mit dieser Einstellung wird man aber wohl auch am Gymnasium oder später
> im Leben nicht so recht weiterkommen.

Das ist Unsinn! Ein völlig unterfordertes Kind wird sich zwangsweise
langweilen und stupide Sachen machen paßt nicht zu Kindern, schon gar
nicht zu hochbegabten. Welches Kind möchte sich schon über etliche Jahre
hinweg in der Schule verarschen lassen? Für mich klang (auch wenn eine
Fehleinschätzung der Eltern wirklich sehr häufig vorkommen soll)
wirklich glaubwürdig und typisch. Ich empfehle _dringend_, das nicht so
hinzunehmen und zu kämpfen. Wenigstens ein hilfreicher Link wurde ja
schon genannt. Es soll auch Schulen für Hochbegabte geben, habe ich mal
gehört. Gerade in Bayern sollte die Chance groß sein, daß etwas in
erreichbarer Nähe liegt. Vielleicht mal dort mit den vorhandenen
Gutachten vorstellig werden?

Gruß Lars

Martin Eckel

unread,
Apr 30, 2004, 8:25:10 AM4/30/04
to
Hallo,

Bernd Schnürer schrieb:

> Dann allerdings wird der Stoff umfangreicher, das Kind ist es jedoch
> gewohnt, dass alles "von alleine" geht und wird große Probleme bekommen,
> sein Verhalten auf die neuen Anforderungen einzustellen.

Das ist in der Tat ein Problem, welches ich auch aus eigener Erfahrung
kenne. Zwar nicht innerhalb meiner Schulzeit, da habe ich inklusive
Abitur-Klausuren praktisch nicht gelernt (wenn ich die Problematik
verstanden hatte, hat es gereicht), aber später im Studium mußte ich mich
tatsächlich umstellen.
Zwei, drei Klausuren mußte ich wiederholen, da es eben nicht mehr reichte,
den Stoff verstanden zu haben, sondern auch ich brauchte tatsächlich einige
Übung, um die gestellten Aufgaben routiniert und schnell genug zu lösen und
mit der Klausurzeit auszukommen.

Und Übungsaufgaben wirklich zu rechnen - und nicht nur nachzuvollziehen und
zu verstehen - das war vorher nie nötig gewesen. Es hat zwei Bauchlandungen
und ein gutes Stück Disziplin gebraucht, um sich umzustellen. Zum Glück habe
ich immer zusammen mit einem Kommilitonen gelernt und von daher mußte ich
mich bis zum nächsten Treffen zumindest mit den Fragen beschäftigen, die er
beim letzten Mal gestellt hatte. Sonst hätte ich wahrscheinlich noch viel
später mit lernen angefangen.

Gruß,
Martin

Jens Müller

unread,
Apr 30, 2004, 8:31:04 AM4/30/04
to
conrad graf <expires...@conradgraf.de> writes:

Der zum Beispiel auch in uneinheitlicher Ermessensausübung liegen
kann. Ich denke schon, daß da gerichtlich mehr überprüft werden kann,
als so manch einer denkt.

Holger Pollmann

unread,
Apr 30, 2004, 9:07:40 AM4/30/04
to
Jens Müller <jens.m...@ira.uka.de> schrieb:

>> Denn solche Empfehlungen fallen wie auch die Bewertung von
>> Klausuren u.ä. in die Kategorie "Akt wertender Erkenntnis" und
>> entziehen sich damit jeglicher Rechtsprechung,
>
> Damit sträuben sich mir jedes Mal die Haare. Gibt es dazu
> verfassungsgerichtliche Rechtsprechung?

"jegliche" stimmt ja auch nicht. Aber bei solchen Entshceidungen ist
eben der Ermessensspielraum noch viel größer als bei normalen
Ermessensentscheidungen, weil da einfach ein Gesamtsachverhalt
bewertet wird. Insbesondere kommt da ja noch hinzu, daß der Lehrer
eben auch das Kind sonst im Unterricht kennt, also nicht nur die
Klassenarbeitsnoten, das soziale Verhalten usw.

Richtig schwierig wird's dann, wenn es um Hochschullehrer geht, die
auch noch ihre Wissenschafts- bzw. Lehrfreiheit einbringen können.

Deswegen wird aber eine solche Entscheidung nicht unüberprüfbar,
aber so sollte man Klaus m.E. auch nicht verstehen; wenn z.B. eine
definitiv falsche Entscheidung ergeht (Mathearbeit alles richtig,
aber als Note mangelhaft), ist das natürlich justitiabel - wäre ja
noch schöner.

--
( ROT-13 if you want to email me directly: uv...@ervzjrexre.qr )
"Sie tragen Trauer? Der Untergang der DDR?" - "Nein, Leni
Riefenstahl. Der Führer hat sie zu sich genommen." -- Abschiedsshow
Scheibenwischer, 02.10.2003

Bernd Schnürer

unread,
Apr 30, 2004, 9:08:36 AM4/30/04
to
Lars Mueller schrieb:

schnipp

> hinweg in der Schule verarschen lassen? Für mich klang (auch wenn eine
> Fehleinschätzung der Eltern wirklich sehr häufig vorkommen soll)
> wirklich glaubwürdig und typisch.

Langsam wird es wohl OT, eines muss ich jedoch trotzdem noch anmerken:

Tatsache ist, dass selbst das struntzdümmste Gör von den Erzeugern sehr
oft als der Gipfel der Schöpfung angesehen wird.

Dann noch vorne und hinten Zucker reingeblasen und das Ergebnis ist kaum
selbstständig lebenstüchtig.

Im Gegenteil, da läuft dann ein egoistischer, von sich selbst
überzeugter Plärrer durch die Gegend, reisst das Maul weit auf, und wenn
dann jemand nicht will wie sie wollen, schreit man gleich nach "Papiii".

Besonders die lieben Kleinen leitender Angestellter, die Papi im Betrieb
untergebracht hat, weil sie sonst niemand wollte, zeigen ihre Defizite
massiv. Das dürfen sie ja auch dank Papi. Die übrigen Mitarbeiter
ertragen dadurch recht oft unendliches Leid.


Bernd

Lars Mueller

unread,
Apr 30, 2004, 9:34:09 AM4/30/04
to
Bernd Schnürer wrote:

> Langsam wird es wohl OT, eines muss ich jedoch trotzdem noch anmerken:

Ack, deshalb F'up2p und kein weiterer Diskussionsbedarf.



> Tatsache ist, dass selbst das struntzdümmste Gör von den Erzeugern sehr
> oft als der Gipfel der Schöpfung angesehen wird.
>
> Dann noch vorne und hinten Zucker reingeblasen und das Ergebnis ist kaum

...

Deine tolle Meinung über Kinder kenne ich ja jetzt, aber wenn du
wenigstens ein Grundwissen über die Hochbegabtenproblematik hast,
solltest du das Originalposting noch einmal _aufmerksam_ lesen.
Wenigstens die ersten 5 Zeilen sollten auch einem völligem Laien einen
Denkanstoß geben.

Gruß Lars

Klaus Opel

unread,
Apr 30, 2004, 9:49:51 AM4/30/04
to
Hallo Peter,

>Desweiteren bedeutet "Hochbegabtes Kind" nicht zwangsläufig
>"hochbegabte Eltern" oder auch nur "gebildete Eltern".

nun ja, die Eltern haben ihr Kind testen und Gutachten über die Begabung
erstellen lassen, was auf ein Mindestmaß an Weitsicht belegen sollte.

Und jene Stellen, die solche Gutachten erstellen, sollten zumindest in
der Lage sein, auf die an anderer Stelle in diesem thread genannten
Organisationen hinzuweisen, wenn man fragt, was man denn jetzt machen
soll, um das Kind optimal zu fördern.

Klaus Opel

unread,
Apr 30, 2004, 9:43:42 AM4/30/04
to
Hallo Florian,

>OP:
>|Sie [...] lernt privat Englisch, wobei sie schon auf Siebtklassniveau
>|ist.

nun ja, das Kind scheint ja in den zeugnisrelevanten Fächern Deutsch und
Mathe unterfordert zu sein, es liegt also keine einseitige Begabung vor.

Also: warum gestaltet man die Förderung nicht so, dass sie als Neben-
effekt schulisch nützlich ist, indem man das Kind halt in den für
das Zeugnis relevanten Fächern auf das Niveau einer höheren Klasse
hebt?

Florian Kleinmanns

unread,
Apr 30, 2004, 11:55:55 AM4/30/04
to
Klaus Opel <Dev-...@Klaus-Opel.de> schrieb:

>Also: warum gestaltet man die Förderung nicht so, dass sie als Neben-
> effekt schulisch nützlich ist, indem man das Kind halt in den für
> das Zeugnis relevanten Fächern auf das Niveau einer höheren Klasse
> hebt?

Das würde nichts daran ändern, dass das Kind über dem Niveau der Klasse
ist, in der es sich befindet. Folge: Langeweile -> keine Mitarbeit ->
schlechte Noten.

Ralf Bochon

unread,
Apr 30, 2004, 12:14:36 PM4/30/04
to

"Evamaria Kaiser" <kais...@aol.com> schrieb im Newsbeitrag
news:c6r8tv$1a0$07$1...@news.t-online.com...

> Wir stehen vor einem großen Problem: Unsere Tochter ist jetzt zehn Jahre
als
> und geht in die vierte Klasse Grundschule (Bayern). Im Sommer steht der
> Übertritt an eine weiterführende Schule an.

Herzlichen Glückwunsch. Ihre Tochter geht im einzigen Bundesland, dessen
Regierung ihren Schülern im internationalen Vergleich noch Perspektiven
bietet, zur Schule. Im Sommer wird sie die fünfte Jahrgangsstufe erreichen
und eine der drei weiterführenden Schulformen Gymnasium, Realschule oder
Hauptschule besuchen. Dies ist ein wichtiger Zeitpunkt im Leben ihrer
Tochter.

> Unsere Tochter gilt als hochbegabt und förderungswürdig, dies haben
bereits

> Gutachten belegt. Sie liest z.B. auch schon Bücher für 16jährige, kann
> Bruchrechnen und lernt privat Englisch, wobei sie schon auf
Siebtklassniveau
> ist.

Alleine aus solchen Kriterien lässt sich keine Hochbegabung herleiten. Wem
ist mehr Vertrauen zu schenken? Einer qualifizierten, berufserfahrenen
Lehrkraft, die ein Kind über den Zeitraum von zwei Jahren fächerübergreifend
unterrichtet oder einem pädagogisch ungeschulten Gutachter, der eine Moment-
aufnahme, die womöglich antrainiert wurde, zu sehen bekommt?

> Seit sie in der dritten Klasse Noten bekommt, stehen wir mit ihrer
> Grundschule auf dem Kriegsfuß. In den Hauptfächern (Deutsch, Mathematik,
> Heimat- und Sachkunde) stand sie immer auf drei, in anderen Fächern (hier
> Musik, Kunst, Sport) sogar auf einem - Zitat Lehrerin - "Gnadenvierer".

Die Leistungen ihrer Tochter sind also allem Anschein nach unteres
Mittelmaß. Ein Ausreißer in einem oder zwei Fächern ist tolerierbar, hier
ist der Notenspiegel jedoch in seiner Gesamtheit lediglich ausreichend.

> Diese schlechten Leistungen sind mit einer eklatanten Unterforderung
unserer
> Tochter seitens der Lehrer zu erklären. Bei Proben verläßt sie mitten in


der
> Arbeit die Lust, weil sie - Zitat unserer Tochter - "doch eh alles kann",
> Hausaufgaben macht sie nur mit großem Widerwillen ("Warum muß ich das
> machen? Ich kann das doch schon seit Jahren.") und gegenüber der
> Klassenlehrerin stellt sie sich seit einiger Zeit völlig auf stur.

> Dies hat den Grund, daß weder Lehrer noch Schulleitung je etwas von


> Begabtenförderung gehört haben. Sie stellen eine Aufgabe, unsere Tochter

> bewältigt diese beispielsweise in einer Minute, während die Klasse zehn


> Minuten benötigt. In den restlichen neun Minuten soll sie - Aussage
> Klassenlehrerin - ruhig sitzenbleiben.

Hier scheint mir vielmehr Über- als Unterforderung vorliegen. Ein guter
Schüler würde die Aufgaben vollständig lösen um sich selbst zu bestätigen.
Das vorliegende Verhaltensmuster zeigt deutlich eine Überforderung mit
der Aufgabenstellung.

> Bislang waren wir der Hoffnung, daß sich dies mit einem Übertritt aufs


> Gymnasium ändern würde. Im Bekanntenkreis haben wir eine Familie mit einem
> ebenfalls hochbegabten Sohn, der auf dem Gymnasium richtiggehend aufblühte
> und sogar die sechste Klasse überspringen durfte, da die Lehrer ihn dort
> besser förderten (in diesem Falle war allerdings auch bereits eine
Förderung
> in der Grundschule vorhanden).

Das Überspringen von Klassen ist aus pädagogischer Hinsicht radikal
abzulehnen.
Die Schüler werden aus dem Klassenverband Gleichaltriger herausgerissen und
Anforderungen gegenübergestellt, die sie nicht bewältigen können.
Der abgestuft aufeinander aufbauende Lehrplan bayerischer Schulen ist
bewährt
und von Eltern wie Lehrern konsequent einzuhalten.

> Die Schulleiterin offenbarte uns nun allerdings, daß sie einem Übertritt
> unserer Tochter aufgrund ihrer Noten ins
> Gymnasium nicht zustimmen kann und für sie die Hauptschule empfiehlt.

Eine Einschätzung, die ich anhand der vorliegenden Fakten nur bekräftigen
kann. Die Schulleiterin zeichnet sich hierdurch als umsichtige und
erfahrende
Pädagogin aus, die das Wohl des Kindes über die individuellen
Ehrgeizinteressen
der Eltern stellt. Eine lobenswerte Einstellung.

> Für oben aufgeführte Argumente ist sie nicht zulässig, in jedem


> Begründungsversuch sieht sie einen Angriff auf die pädagogischen
Fähigkeiten
> ihres Kollegiums.

Aus gutem Grund. Ihr Kollegium ist es, das alltäglich pädagogischen Kontakt
mit ihrer Tochter vollzieht und alleinig einschätzen kann, auf welcher
Leistungsstufe ihre Tochter steht und welche Schulform die geeignete ist.

> Wir sind aber überzeugt, daß ein Übertritt auf ein


> Gymnasium vom Wissensstand unserer Tochter mehr als gerechtfertigt wäre
und
> die schlechten Noten - wie bereits gesagt - nur auf mangelnder Förderung
> durch die Lehrer beruhen.

Das Standardargument von Eltern, die keinen pädagogischen Leistungsbezug
zu ihrem Kind haben.

> Würde sie in die Hauptschule geschickt, würde ihr vermutlich "das Genick

> gebrochen", sie würde noch unmotivierter und ihre Leistungen würden sich
> weiter verschlechtern.

Nein. Ihre Tochter hätte auf der Hauptschule die Chance, den Rückstand zur
Klasse aufzuholen und ihre schulischen Leistungen zu verbessern. Das
Gymnasium
würde ihr hingegen "das Genick brechen".

> Welche Möglichkeiten haben wir noch?

Den Tatsachen ins Auge zu blicken und an die Tochter denken.

In der Hoffnung, geholfen zu haben

Ralf Bochon
(Dipl.-Grundschulpädagoge in Bayern)


Florian Kleinmanns

unread,
Apr 30, 2004, 12:28:14 PM4/30/04
to
"Ralf Bochon" <ralf-...@gmx.de> schrieb:

>Herzlichen Glückwunsch. Ihre Tochter geht im einzigen Bundesland, dessen
>Regierung ihren Schülern im internationalen Vergleich noch Perspektiven
>bietet, zur Schule. [...] (Dipl.-Grundschulpädagoge in Bayern)

Ich lass das mal so unkommentiert stehen. *kopfschüttel*

Holger Pollmann

unread,
Apr 30, 2004, 12:33:38 PM4/30/04
to
Florian Kleinmanns <usene...@elsa-bremen.de> schrieb:

>> Herzlichen Glückwunsch. Ihre Tochter geht im einzigen Bundesland,
>> dessen Regierung ihren Schülern im internationalen Vergleich noch
>> Perspektiven bietet, zur Schule. [...] (Dipl.-Grundschulpädagoge
>> in Bayern)
>
> Ich lass das mal so unkommentiert stehen. *kopfschüttel*

Ja, da weiß man ehct nicht mehr, was man sagen soll, oder?

Holger Pollmann

unread,
Apr 30, 2004, 12:33:48 PM4/30/04
to
Florian Kleinmanns <usene...@elsa-bremen.de> schrieb:

>> Herzlichen Glückwunsch. Ihre Tochter geht im einzigen Bundesland,
>> dessen Regierung ihren Schülern im internationalen Vergleich noch
>> Perspektiven bietet, zur Schule. [...] (Dipl.-Grundschulpädagoge in
>> Bayern)
>
> Ich lass das mal so unkommentiert stehen. *kopfschüttel*

Ja, da weiß man echt nicht mehr, was man sagen soll, oder?

Thomas Hochstein

unread,
Apr 30, 2004, 5:17:19 AM4/30/04
to
Tom Berger schrieb:

>> Mit dieser Einstellung wird man aber wohl auch am Gymnasium oder später

>> im Leben nicht so recht weiterkommen. Manchmal muss man halt auch Sachen
>> machen, die einem nicht so gefallen oder einem absolut stupide
>> erscheinen. Und eine Verweigerungshaltung gegenüber wem auch immer
>> dürfte da nicht so nützlich sein.
>
> Oh Mann, das Kind ist höchstens 10 Jahre alt!

Ja, und? Es mag sich in späterem Leben ändern, es mag auch nicht so
sein.

Es ist keineswegs zwangsläufig so, dass Unterforderung zu schlechten
Leistungen führen muss. Auch als 10jährige könnte man dann wenigstens
die einfachen Aufgaben richtig lösen und sich in der übrigen Zeit
selbst beschäftigen. - Es ist mir durchaus nachvollziehbar, dass diese
Probleme entstehen können, aber die oft postulierte Zwangsläufigkeit
("ich habe schlechte Noten, weil ich hochbegabt bin und nicht richtig
gefördert wäre" oder "klar, ich komme im Leben nicht zurecht, ich bin
ja auch hochbegabt") besteht IMHO nicht.

Dass es wirkliche Förderung Begabter in D in der Breite nur im Sport
und allenfalls im musischen Bereich gibt, ist allerdings kaum
bestreitbar. Leider.

-thh

frank paulsen

unread,
Apr 30, 2004, 1:05:18 PM4/30/04
to
"Ralf Bochon" <ralf-...@gmx.de> writes:

> Herzlichen Glückwunsch. Ihre Tochter geht im einzigen Bundesland, dessen
> Regierung ihren Schülern im internationalen Vergleich noch Perspektiven
> bietet, zur Schule.

z.B. die perspektive, im suff leute totzufahren, und trotzdem (oder
gerade deshalb) zum verkehrsminister gewaehlt zu werden.

--
frobnicate foo

Karl-Heinz Krause

unread,
Apr 30, 2004, 1:09:47 PM4/30/04
to
Ralf Bochon wrote:
>> Sie stellen eine Aufgabe, unsere
>> Tochter bewältigt diese beispielsweise in einer Minute, während die
>> Klasse zehn Minuten benötigt. In den restlichen neun Minuten soll
>> sie - Aussage Klassenlehrerin - ruhig sitzenbleiben.
>
> Hier scheint mir vielmehr Über- als Unterforderung vorliegen. Ein
> guter Schüler würde die Aufgaben vollständig lösen um sich selbst zu
> bestätigen. Das vorliegende Verhaltensmuster zeigt deutlich eine
> Überforderung mit der Aufgabenstellung.

ich weiß ja nicht wo Du den Schxxxx her hast, bin mir aber sicher, dass Du in
der Schule nie unterfordert warst (und auch keine ausgeprägte Erfahrung mit
wirklich hochbegabten Menschen hast.)

Hochbegabt ist für Dich anscheinend das typische Streberlein, dass brav seine
Aufgaben löst und dann erwartungsvoll zum Lehrer schaut, mit dem 'ich bin schon
fertig! Fertig! Fertig!'-Geschichtsausdruck damit es sein Lob kriegt, dann
stolz und triumphierend zu den anderen Schülern schaut und (je nach sozialer
Veranlagung) die Nase hebt oder anbietet, "den Langsameren" zu helfen?!? Wenn
Du das meinst, hast Du von Hochbegabung echt keine Ahnung!

>> Für oben aufgeführte Argumente ist sie nicht zulässig, in jedem
>> Begründungsversuch sieht sie einen Angriff auf die pädagogischen
>> Fähigkeiten ihres Kollegiums.
>
> Aus gutem Grund. Ihr Kollegium ist es, das alltäglich pädagogischen
> Kontakt mit ihrer Tochter vollzieht und alleinig einschätzen kann,
> auf welcher Leistungsstufe ihre Tochter steht und welche Schulform
> die geeignete ist.

ROTFL , der war wirklich gut. In Lehrerkollegien finden sich wirklich immer die
ausgewiesenen Profis der angewandten Pädagogik wieder. Ganz klare Sache.

> Ralf Bochon
> (Dipl.-Grundschulpädagoge in Bayern)

frisch gebackener oder schon kurz vor der Pension? Oder grad 'ne
bewußtseinserweiternde Schulung gehabt?

Mein Beileid,

KH

Matthias Kryn

unread,
Apr 30, 2004, 1:53:16 PM4/30/04
to
Ralf Bochon <ralf-...@gmx.de> schrieb:

> In der Hoffnung, geholfen zu haben
>
> Ralf Bochon
> (Dipl.-Grundschulpädagoge in Bayern)

Endlich mal ein Argument gegen Bayern.

Grüße
Matthias

Karl-Heinz Krause

unread,
Apr 30, 2004, 2:26:57 PM4/30/04
to

wobei es wohl doch nur ein Witz war - oder gibt's wirklich eine Möglichkeit um
"Diplom-Grundschulpädagoge" zu werden?!?

KH

Lars Mueller

unread,
Apr 30, 2004, 2:56:13 PM4/30/04
to
Karl-Heinz Krause wrote:

> > Ralf Bochon
> > (Dipl.-Grundschulpädagoge in Bayern)
>
> frisch gebackener oder schon kurz vor der Pension? Oder grad 'ne
> bewußtseinserweiternde Schulung gehabt?
>
> Mein Beileid,

Ja, aber mit den Kindern! :-(

Lars

Harald Horn

unread,
Apr 30, 2004, 3:47:24 PM4/30/04
to

Hach, diese Sorte Pauker stirbt wohl nie aus...

> Alleine aus solchen Kriterien lässt sich keine Hochbegabung herleiten. Wem
> ist mehr Vertrauen zu schenken? Einer qualifizierten, berufserfahrenen
> Lehrkraft, die ein Kind über den Zeitraum von zwei Jahren
fächerübergreifend
> unterrichtet

Pruuust! Vier von fünf Lehrern, die ich kennenlernte, waren Pfeiffen. Leider
habe ich den Großteil meiner Lehrer als für ihren Beruf ungeeignet
kennengelernt.
Lehren ist eine aktive Handlung, die nur wenige wirklich beherrschen...
...Lehren hat zunächst nichts mit den Kindern zu tun.

> Die Leistungen ihrer Tochter sind also allem Anschein nach unteres
> Mittelmaß. Ein Ausreißer in einem oder zwei Fächern ist tolerierbar, hier
> ist der Notenspiegel jedoch in seiner Gesamtheit lediglich ausreichend.

Ja - weil die Lehrer sie nichts lehrten.

> Das Überspringen von Klassen ist aus pädagogischer Hinsicht radikal
> abzulehnen.
> Die Schüler werden aus dem Klassenverband Gleichaltriger herausgerissen
und
> Anforderungen gegenübergestellt,

Bei Sitzenbleibern mach ihr Lehrer euch solcherlei Gedanken abe
offensichtlich
weniger ausführlich...

> die sie nicht bewältigen können.
> Der abgestuft aufeinander aufbauende Lehrplan bayerischer Schulen ist
> bewährt
> und von Eltern wie Lehrern konsequent einzuhalten.

Was für meine Großvater genügte, muß auch für mich genügen, oder wie?

> Eine Einschätzung, die ich anhand der vorliegenden Fakten nur bekräftigen
> kann. Die Schulleiterin zeichnet sich hierdurch als umsichtige und
> erfahrende
> Pädagogin aus, die das Wohl des Kindes über die individuellen
> Ehrgeizinteressen
> der Eltern stellt. Eine lobenswerte Einstellung.

Oder ihr passt die betreffende Familie nicht.

> Aus gutem Grund. Ihr Kollegium ist es, das alltäglich pädagogischen
Kontakt
> mit ihrer Tochter vollzieht und alleinig einschätzen kann, auf welcher
> Leistungsstufe ihre Tochter steht und welche Schulform die geeignete ist.

80% der Lehrer in Deutschland können genau das nicht einschätzen. Dazu
muüssten sie erst mal fähig sein, ihrer Arbeit zu erledigen.


> In der Hoffnung, geholfen zu haben

Wenn Du uns helfen willst, quittiere den Staatsdienst, auf daß weniger
Steurgelder
an Dich verschwendet seien.

Florian Kleinmanns

unread,
Apr 30, 2004, 3:53:17 PM4/30/04
to
"Harald Horn" <haral...@freenet.de> schrieb:

>Pruuust! Vier von fünf Lehrern, die ich kennenlernte, waren Pfeiffen. Leider
>habe ich den Großteil meiner Lehrer als für ihren Beruf ungeeignet
>kennengelernt.

Das ist aber in anderen Berufen leider nicht anders. Es fällt nur in
manchen Berufen mehr auf als in anderen.

Dietmar Frank

unread,
Apr 30, 2004, 4:48:43 PM4/30/04
to

"Holger Pollmann" <hi...@uboot.com> schrieb im Newsbeitrag
news:c6tv5c$gce42$2...@ID-46702.news.uni-berlin.de...

>
> Ja, da weiß man echt nicht mehr, was man sagen soll, oder?
>
Der Mann ist Dipl.-Grünschnabel oder wie das Ding heißt. Ich erstarre in
Ehrfurcht.

Dietmar


Bernhard Muenzer

unread,
Apr 30, 2004, 6:57:07 PM4/30/04
to
"Andreas Bieger" <andreas...@gmx.net> writes:
> Warum lasst ihr eure Tochter nicht einfach die Aufnahmeprüfung
> des Gymnasium machen?!

Weil das in Bayern nicht im Ermessen der Eltern ist.
--
#!/usr/bin/perl -- -* Nie wieder Nachtschicht! *- -- lrep\nib\rsu\!#
use Inline C=>'void C(){int m,u,e=0;float l,_,I;for(;1840-e;putchar((++e>905
&&942>e?61-m:u)["\t*nl`-llkbzCqfymfvna+qfymfvN#gqbkmqfA"]^3))for(u=_=l=0;79-
(m=e%80)&&I*l+_*_<6&&28-++u;_=2*l*_+e/80*.09-1,l=I)I=l*l-_*_-2+m/27.;}';&C

Bernhard Muenzer

unread,
Apr 30, 2004, 6:57:08 PM4/30/04
to
Reinhard Mader <diab...@web.de> writes:
> Als gelernter Bayer empfehle ich Euch Folgendes: Wendet Euch an eine/n
> Landtagsabgeordntete/n der CSU (auf keinen Fall andere Partei, auch
> wenn ihr politisch woanders steht).

Die DGHK hat gute Kontakte zum Kultusministerium. Wenn es in einem Fall wie
dem der OP Probleme gibt, bekommt ihn auch die Kultusministerin persönlich.

Harald Hengel

unread,
Apr 30, 2004, 5:06:00 PM4/30/04
to
Tom Berger schrieb:

> Sorry, aber vermutlich warst Du nie auf 'ner öffentlichen Schule. Im
> Rahmen des normalen Unterrichts ist es keinem Lehrer möglich, auf
> einem einzelnen hochbegabten Kind gerecht zu werden.

Du meinst, ein Lehrer wäre überfordert, diesem Kind Aufgaben zu geben,
die das Kind ein wenig fordern?
Sicherlich, die meisten Lehrer an öffentlichen Schulen überfordert so
etwas, besonders an Grundschulen, ein weiteres Problem für diese Lehrer,
das Kind ist ihne von der Intelligenz her weit überlegen, etwas womit
Grundschullehrer ebenfalls Probleme haben.

> Und damals waren Probleme mit Hochbegabten ganz einfach kein Thema, es
> gab keine Selbsthilfegruppen oder Förderprogramme. Wer sich wei ich
> aus dem Unterricht ausklinkte, der galt als Versager und fertig.

Genau das ist das Problem.
Für die Lehrer ist es auch viel einfacher es so handzuhaben, alles
andere macht Arbeit.

Harald

Harald Hengel

unread,
Apr 30, 2004, 5:09:17 PM4/30/04
to
achim waldek schrieb:

> Lösungen suchen. Solche Dumpfbacken dürfte es doch einfach nicht mehr
> geben.

Normalität an deutschen Schulen.
Der Stoff wird durchgepaukt, wer aus der Norm fällt wird fallengelasen.

Harald

michael paap

unread,
Apr 30, 2004, 7:04:41 PM4/30/04
to
Ralf Bochon wrote:

> Herzlichen Glückwunsch. Ihre Tochter geht im einzigen Bundesland, dessen
> Regierung ihren Schülern im internationalen Vergleich noch Perspektiven
> bietet, zur Schule.

[...]

> Ralf Bochon
> (Dipl.-Grundschulpädagoge in Bayern)

Du solltest vielleicht besser in Deinem Trekkie-Universum bleiben.

Gruß,
Michael

--
Die Adresse im From existiert, wird aber nicht gelesen. Daher:
Sollte ausnahmsweise eine Mail-Antwort auf ein Posting vonnöten sein,
bitte folgende Adresse verwenden: newsreply@<Absender-Domain>.

Dieter Funck

unread,
May 1, 2004, 2:55:02 AM5/1/04
to
Reinhard Mader schrieb:

>Es gibt bei der CSU recht aktive und liberale Leute, aber auch
>absolute Dumpfbacken.

Glaub ich dir sofort. Nur will sich mir der Unterschied zu den anderen
Parteien nicht auf Anhieb erschliessen.

SCNR
Dieter

Heiko Nock

unread,
Apr 30, 2004, 2:23:29 PM4/30/04
to
Matthias Kryn wrote:

>> In der Hoffnung, geholfen zu haben
>> Ralf Bochon
>> (Dipl.-Grundschulpädagoge in Bayern)
> Endlich mal ein Argument gegen Bayern.

Wieso 'endlich'? Und wieso nur 'ein'? Bisher gab es doch schon genug.

--
Ciao, Heiko...

Frank Wein

unread,
May 1, 2004, 4:00:18 AM5/1/04
to
Harald Hengel wrote:

Es gibt schon in gewissen Rahmen eine Förderung, aber es gibt eben sowas
das nennt sich Lehrplan und den Stoff muss man eben durchkriegen in dem
Schuljahr, egal was kommt. Denn im nächstem Schuljahr oder in den
folgenden wird genau das benötigt und wer das nicht gelernt hat, steht
ziemlich doof da. Das Ziel ist eben meisten doch so ziemlich alle
Schüler einer Klasse auf ein Mindest-Niveu zu bringen und nicht
Spitzen-Förderung für einzelne Schüler zu betreiben, woran dann andere
nicht so kluge leiden müssten (und dumm bleiben ;).

Gruß
Frank

Ingo Thies

unread,
May 1, 2004, 5:24:19 AM5/1/04
to
Ralf Bochon wrote:

> Herzlichen Glückwunsch. Ihre Tochter geht im einzigen Bundesland, dessen
> Regierung ihren Schülern im internationalen Vergleich noch Perspektiven
> bietet, zur Schule.

Aber, wie es scheint, nicht mehr allzu lange...

> Alleine aus solchen Kriterien lässt sich keine Hochbegabung herleiten. Wem
> ist mehr Vertrauen zu schenken? Einer qualifizierten, berufserfahrenen
> Lehrkraft, die ein Kind über den Zeitraum von zwei Jahren fächerübergreifend
> unterrichtet oder einem pädagogisch ungeschulten Gutachter, der eine Moment-
> aufnahme, die womöglich antrainiert wurde, zu sehen bekommt?

Verifiziere "qualifiziert, berufserfahren". Das sind naemlich keine
Naturkonstanten.

> Hier scheint mir vielmehr Über- als Unterforderung vorliegen. Ein guter
> Schüler würde die Aufgaben vollständig lösen um sich selbst zu bestätigen.
> Das vorliegende Verhaltensmuster zeigt deutlich eine Überforderung mit
> der Aufgabenstellung.

Hmm, ich stelle mir gerade vor, ein Grundschulmathebuch durchzuarbeiten
und brav alle Aufgaben zu loesen, um mich zu bestaetigen, oder auch nur
um die Zeit zu ueberbruecken, die der Rechner fuer eine
N-Koerper-Simulation braucht ;-)

(es gab schon Hochbegabte, die mit 10 Jahren so weit gewesen sein sollen
wie andere nach dem Diplom)

> Das Überspringen von Klassen ist aus pädagogischer Hinsicht radikal
> abzulehnen.
> Die Schüler werden aus dem Klassenverband Gleichaltriger herausgerissen und

Diesem Argument koennte man ja noch zustimmen. Gleiches gilt allerdings
auch fuers Sitzenbleiben.

> Anforderungen gegenübergestellt, die sie nicht bewältigen können.
> Der abgestuft aufeinander aufbauende Lehrplan bayerischer Schulen ist
> bewährt
> und von Eltern wie Lehrern konsequent einzuhalten.

Natuerlich, keine Experimente! Immer am Altbewaehrtem festhalten. Es
koennte ja sonst etwas verbessert werden ;-)

> Ralf Bochon
> (Dipl.-Grundschulpädagoge in Bayern)

Ja, Herr Leerer.

(Da ich nie eine bayerische Schule besucht habe, bitte ich meine ggf.
etwas fehlerhafte Rechtschreibung zu entschuldigen)

Gruss,
Ingo

Ingo Thies

unread,
May 1, 2004, 5:28:35 AM5/1/04
to
Dieter Funck wrote:

>>Es gibt bei der CSU recht aktive und liberale Leute, aber auch
>>absolute Dumpfbacken.
>
>
> Glaub ich dir sofort. Nur will sich mir der Unterschied zu den anderen
> Parteien nicht auf Anhieb erschliessen.

"Die Partei, die Partei, die hat immer recht!" (wer sang das nochmal?)

Die CSU ist dort der Platzhirsch, auf die hoert man. Andere Parteien
sind nur Querulanten. In Bayern gehen die Uhren halt etwas anders als in
Deutschland ;-)

Gruss,
Ingo

Uwe Borchert

unread,
May 1, 2004, 10:05:45 AM5/1/04
to
Hi,

Harald Hengel <ral...@freenet.de> wrote:

>Tom Berger schrieb:
>
>> Sorry, aber vermutlich warst Du nie auf 'ner öffentlichen Schule. Im
>> Rahmen des normalen Unterrichts ist es keinem Lehrer möglich, auf
>> einem einzelnen hochbegabten Kind gerecht zu werden.
>
>Du meinst, ein Lehrer wäre überfordert, diesem Kind Aufgaben zu geben,
>die das Kind ein wenig fordern?
>Sicherlich, die meisten Lehrer an öffentlichen Schulen überfordert so
>etwas, besonders an Grundschulen, ein weiteres Problem für diese Lehrer,
>das Kind ist ihne von der Intelligenz her weit überlegen, etwas womit
>Grundschullehrer ebenfalls Probleme haben.
>

Ich kenne recht viele Lehrer. Und keiner der ,,echten Lehrer''
war das was ich als intelligent bezeichnen wuerde. Die wirklich
intelligenten Lehrer habe ich erst auf dem zweiten Bildungsweg
kennengelernt, die haben alle vorher eine richtige Ausbildung
gemacht. Ich gehe davon aus das mindestens 1/3 aller Kinder in
der Grundschule den betreuenden Leerern intellektuell ueberlegen
sind. Und der oben genannte Effekt ist Realitaet, fuehrt auch
bei uns zum PISA-Ergebnis.

Besonders schlimm sind hier die Suedlaender in denen der Lehrer
als absulotistischer Fuehrer entscheiden kann wer auf welchen
Schultyp kommt. Da werden Herrscharen von intelligenten Kindern
aus minderwertige Schulen abgeschoben und so jeder weiteren, der
intellektuellen Leistungsfaehigkeit angemessenen, Perspektive
gebracht.

Und noch was: Um zu entscheiden wie intelligent jemand ist muss
man mindestens auf dessen Stufen stehen, darueber ist besser.
Und damit sind Grundschullehrer idR ungeeignet solche Kinder
zu beurteilen.

MfG

Uwe Borchert

Erhard Schwenk

unread,
May 1, 2004, 11:03:22 AM5/1/04
to
Uwe Borchert wrote:

> Besonders schlimm sind hier die Suedlaender in denen der Lehrer
> als absulotistischer Fuehrer entscheiden kann wer auf welchen
> Schultyp kommt.

Man kann jederzeit die Aufnahmeprüfung für die entsprechend höhere
Schulart ablegen, wenn man der Meinung ist, die Empfehlungen des Lehrers
würden nicht stimmen. Von "absolutistischer Führer" kann hier also keine
Rede sein.

> Da werden Herrscharen von intelligenten Kindern
> aus minderwertige Schulen abgeschoben und so jeder weiteren, der
> intellektuellen Leistungsfaehigkeit angemessenen, Perspektive
> gebracht.

Ein Hauptschüler kann hierzulande ohne jeden Zeit- oder Imageverlust
jederzeit nach dem Hauptschulabschluß Mittlere Reife und Abitur
nachholen. Er muß es einfach nur wollen und sich nach seinem ausreichend
guten Abschluß der Hauptschule bei der entsprechenden weiterführenden
Schule anmelden.

Wenn hier also ein angeblich hochbegabter Schüler in die Hauptschule
gepresst wird, dann müßte der lockerst seinen Abschluß mit
hervorragenden Noten machen und anschließend z.B. auf einem 5-jährigen
beruflichen Gymnasium anfangen können. Dabei verliert er gegenüber dem
normalen 13-jährigen Gymnasium nicht einen Tag Zeit. Wenn er richtig gut
ist, kann er sogar nach einem Jahr schon auf die Realschule oder das
Gymnasium wechseln.

Dito gilt für Realschüler, die nach der mittleren Reife durch die
diversen allgemeinbildenden und beruflichen Gymnasien reichlich Auswahl
haben, innerhalb von 3 jahren ihr Abi nachzuholen - und eigentlich sogar
noch einen Vorteil, denn wenns mit dem Abi nix wird haben die im
Gegensatz zu reinen Gymnasiasten immerhin schonmal eine Abschlußprüfung
in der Tasche. Außerdem kann an vielen beruflichen Gymnasien unter
Weglassen der zweiten Fremdsprache eine fachgebundene Hochschulreife
(nicht zu verwechseln mit der Fachhochschulreife) erworben werden, falls
einer an dieser Front strauchelt.

Weiterhin gibt es jede Menge Möglichkeiten der Beschäftigung für alle
Altersgruppen, die man einfach nur nutzen müßte - egal ob musisch,
intellektuell oder sonstwie. Dazu würde aber Engagement und
Eigeninitiative seitens Eltern und Kind gehören und eben nicht die
Erwartungshaltung, der Staat, die Schule oder wer auch immer sonst müsse
einem alles in mundgerechten Häppchen vorsetzen.

Massive Defizite gibts allerdings woanders.

Die Erziehung der Kinder im Elternhaus läßt - seltsamerweise
insbesondere bei angeblich Hochbegabten - mehr und mehr zu Wünschen
übrig. Spätestens bei einem 12-Jährigen ist es absolut keine Frage von
Unterforderung oder Langeweile, den Unterricht nicht zu stören, sondern
schlicht und ergreifend erstmal eine Frage ordentlichen Benehmens.

Das sollte man gerade von angeblich intelligenten Kindern in diesem
Alter durchaus erwarten können. Das zu vermitteln kann allerdings nicht
wirklich Aufgabe der Schule oder des Kindergartens sein.

Außerdem sind sowohl Eltern als auch Lehrer und Schüler über viele
Möglichkeiten erschreckend schlecht informiert. Nicht wenige Kinder
werden z.B. aus Angst vor späteren Nachteilen ins Gymnasium geprügelt,
wo sie dann mit ach und krach irgendwie durchkommen, anstatt daß man sie
erstmal einen ordentlichen mittleren Bildungsabschluß mit guten Noten
machen läßt - am Abitur können sie sich dann immer noch versuchen.

> Und noch was: Um zu entscheiden wie intelligent jemand ist muss
> man mindestens auf dessen Stufen stehen, darueber ist besser.

Ich würde sagen, man müßte dazu erstmal definieren, was man unter
"Intelligenz" denn nun versteht und wie diese zu messen ist.

--
Erhard Schwenk

Akkordeonjugend Baden-Württemberg - http://www.akkordeonjugend.de
K-ITX Webhosting - http://webhosting.k-itx.net

Karl-Heinz Krause

unread,
May 1, 2004, 11:13:01 AM5/1/04
to
Erhard Schwenk wrote:

> Wenn hier also ein angeblich hochbegabter Schüler in die Hauptschule
> gepresst wird, dann müßte der lockerst seinen Abschluß mit
> hervorragenden Noten machen und anschließend z.B. auf einem 5-jährigen

ein leicht unterforderter Schüler vielleicht, ein wirklich Hochbegabter hätte
hier u.U. massive Schwierigkeiten.

> Die Erziehung der Kinder im Elternhaus läßt - seltsamerweise
> insbesondere bei angeblich Hochbegabten - mehr und mehr zu Wünschen
> übrig. Spätestens bei einem 12-Jährigen ist es absolut keine Frage von
> Unterforderung oder Langeweile, den Unterricht nicht zu stören,
> sondern schlicht und ergreifend erstmal eine Frage ordentlichen
> Benehmens.

Im Prinzip gebe ich Dir recht, ein gewisses Maß an Disziplin ist heute nicht
mehr modern. Da die meisten Hochbegabten die ich kenne jedoch mehr oder minder
das sind, was man als 'verhaltensgestört' bezeichnen könnte, ist Dein Vorschlag
in der Praxis schlicht unbrauchbar.

Vielleicht sollte man doch besser unterscheiden zwischen 'überdurchschnittlich
intelligent' und wirklich 'hochbegabt'.

KH

Dominik Boecker

unread,
May 1, 2004, 2:30:33 PM5/1/04
to
Ralf Bochon <ralf-...@gmx.de> wrote:

> "Evamaria Kaiser" schrieb:

> > Sie stellen eine Aufgabe, unsere Tochter bewältigt diese beispielsweise
> > in einer Minute, während die Klasse zehn Minuten benötigt. In den
> > restlichen neun Minuten soll sie - Aussage Klassenlehrerin - ruhig
> > sitzenbleiben.
>

> Hier scheint mir vielmehr Über- als Unterforderung vorliegen.

Überforderung des Lehrpersonals: Ack.

> Ein guter Schüler würde die Aufgaben vollständig lösen um sich selbst zu
> bestätigen.

Selektive Wahrnehmung? Sie hat die Aufgabe bewältigt, nur schneller als
die anderen. Wie Du aus "bewältigt" nicht "vollständig gelöst"
herausliest würde mich mal interessieren.

> Das Überspringen von Klassen ist aus pädagogischer Hinsicht radikal
> abzulehnen.
> Die Schüler werden aus dem Klassenverband Gleichaltriger herausgerissen und

> Anforderungen gegenübergestellt, die sie nicht bewältigen können.

Ersteres mag ja vielleicht noch sein.

Woher aber willst Du, der das Kind noch nie gesehen und sich mit ihm
unterhalten hat, beurteilen können, ob das Kind dieser Herausforderung
gewachsen ist. Schon das Abschneiden der Möglichkeit, sich an der
Bewältigung dieser Anforderungen zu versuchen, ist in meinen Augen eine
Bevormundung zu Lasten des Kindes.

(...)

> In der Hoffnung, geholfen zu haben

Deine "Ferndiagnose" ist in meinen Augen eine bodenlose Unverschämtheit.

[Nach Diktat verreist]

Christian Beckmann

unread,
May 1, 2004, 2:38:44 PM5/1/04
to
Hi!

"Frank Wein" schrieb

> Schüler einer Klasse auf ein Mindest-Niveu zu bringen und nicht
> Spitzen-Förderung für einzelne Schüler zu betreiben, woran dann andere
> nicht so kluge leiden müssten (und dumm bleiben ;).

Kann ich nur bestätigen. Ich durfte mal ein halbes Jahr lang im
Matheunterricht nix sagen, weil das immer in Diskussionen mit dem Lehrer
ausartete und die lieben Klassenkameraden davon zumeist nix mehr verstanden
haben :-)

Dafür war ich aber auch nur in den naturwissenschaftlichen Fächern so
richtig gut, mit den Sprachen hatte ich es nie so richtig. Da hatte ich
keinerlei Bock auf Lernen.

Aber immerhin gibt es jetzt auf meiner alten Schule
(Maria-Theresia-Gymnasium in München) jetzt eine eigene Förderung für
Hochbegabte. Mag aber auch damit zusammenhängen, daß da der
Ministerialbeauftragte sein Büro hat oder zumindest hatte.


Servus
Christian


Thomas Hochstein

unread,
May 1, 2004, 2:20:38 PM5/1/04
to
Karl-Heinz Krause schrieb:

> Da die meisten Hochbegabten die ich kenne jedoch mehr oder minder
> das sind, was man als 'verhaltensgestört' bezeichnen könnte, ist Dein Vorschlag
> in der Praxis schlicht unbrauchbar.

Was allerdings wohl kaum an der schulischen Ausbildung liegt. Und auch
nicht notwendig an der Hochbegabung.

-thh

Thomas Hochstein

unread,
May 1, 2004, 4:14:51 PM5/1/04
to
Dominik Boecker schrieb:

> Deine "Ferndiagnose" ist in meinen Augen eine bodenlose Unverschämtheit.

Ich tät' ja eher Satire vermuten ...

Dominik Boecker

unread,
May 1, 2004, 5:47:56 PM5/1/04
to
Thomas Hochstein <t...@inter.net> wrote:

Ich wollte nicht unhöflich sein... :-]

Dominik

Rahel Maria Liu

unread,
May 1, 2004, 5:51:12 PM5/1/04
to
Hallo Evamaria,

Evamaria Kaiser schrieb:

> Wir stehen vor einem großen Problem: Unsere Tochter ist jetzt zehn Jahre als
> und geht in die vierte Klasse Grundschule (Bayern). Im Sommer steht der
> Übertritt an eine weiterführende Schule an.
> Unsere Tochter gilt als hochbegabt und förderungswürdig, dies haben bereits
> Gutachten belegt.

Wenn es sich unstrittig so verhält, dann würde ich an Eurer Stelle
über den - für Euch vielleicht schweren -, aber für Euch und Eure
Tochter langfristig evtl. besten Weg nachdenken, sie auf ein
Hochbegabten-Internat zu schicken.

Das Phänomen, das Du beschreibst, ist für hochbegabte und
unterforderte Kinder hinreichend bekannt, der Weg auf die Hauptschule
mehr als fatal. So wie Du es beschreibst, würde Eure Tochter aber
vermutlich - alles jetzt nur mein oberflächlicher Eindruck aus der
Ferne - auch auf einem normalen Gymnasium nicht glücklich, sondern
wahrscheinlich würden sich die Ereignisse der Grundschule wiederholen.
IMHO scheint sie eine gezielte Förderung für hochbegabte Kinder zu
benötigen, die sich speziell um hochbegabte Kinder kümmert, die
aufgrund von Unterforderung Verhaltensstörungen zeigen.

Ich habe einmal ein Schulpraktikum an der Jugenddorf
Christophorus-Schule in Braunschweig gemacht, die einen solchen
Hochbegabtenzweig hat, der sich genau um solche Fälle kümmert. Viele
Kinder waren extrem verhaltensgestört, insbesondere, bevor sie in
diesen Zweig kamen. Hier werden sie jedoch entsprechend ihrer
intellektuellen Fähigkeiten herausgefordert, so daß die Spirale des
kontinuierlichen Absackens und Versackens durchbrochen wird.

Ich habe während meines Praktikums in diesem Hochbegabten-Zweig sehr,
sehr glückliche Kinder erlebt, von denen aber viele unbedingt die
intellektuelle Herausforderung brauchten, um dadurch motiviert zu
werden. Ich habe mit Neuntklässlern Abiturstoff durchgenommen. Damit
konnte man sie fesseln und entsprechend fördern.

Es gibt in Deutschland noch mehr Schulen dieser Art. Die Lehrkörper
dort sind auch darauf spezialisiert, herauszufinden, ob ein Kind
wirklich in diesen Zweig gehört und nicht von überambitionierten
Eltern fälschlicherweise dorthin gegeben wurde.

Mich hatte die Erfahrung in diesem Hochbegabtenzweig fasziniert, nicht
deshalb, weil ich es faszinierend finde, daß Neuntkläßlern Abistoff
kein Problem bereitet, sondern weil ich den Eindruck hatte, daß ihnen
persönlich damit geholfen wurde und sie davor bewahrt wurden, völlig
abzudriften, was bei vielen evtl. geschehen wäre. Aufgrund dieser
Erfahrung kann ich diese Schule uneingeschränkt empfehlen und würde
persönlich nicht zögern, hätte ich ein hochbegabtes Kind, bei dem die
Gefahr bestünde, daß es durch Unterforderung in Verhaltensstörung
abzudriftet, es auf dieses Internat zu schicken.

Ich bin aber nicht mehr auf dem Laufenden, wo es z.Z. in Deutschland -
empfehlenswerte - Internate für hochbegabte Kinder gibt. Ich weiß
nicht mal, ob die Jugenddorf Christophorusschule in Braunschweig noch
einen solchen hat. Aber weiterführende Hinweise können sie Dir sicher
geben, wie auch z.B. diese Website der CJD in Königswinter:

http://www.cjd-koenigswinter.de/hochbegabung/gardyan2000b.php

Ansonsten kannst Du auch mal bei www.mensa.de nachfragen, ob die Dir
weiterführende Infos geben können. Ich bin mir aber nicht sicher,
inwieweit sie sich auch mit pädagogischen Fragen beschäftigen.

Weiterführende HInweise evtl. auch hier:

http://www.hbf-ev.de/hoch.htm

Gruß

Rahel

--
* Rahel Maria Liu * www.SophiasWelt.net * www.MountainArea.com *

Bernhard Muenzer

unread,
May 1, 2004, 7:14:44 PM5/1/04
to
Erhard Schwenk <esch...@fto.de> writes:
> Man kann jederzeit die Aufnahmeprüfung für die entsprechend höhere
> Schulart ablegen, wenn man der Meinung ist, die Empfehlungen des
> Lehrers würden nicht stimmen.

In Bayern ist dies eben nicht so.

Jens Müller

unread,
May 1, 2004, 7:25:36 PM5/1/04
to
Bernhard Muenzer <bmue...@wuv-mail.de> writes:

> Erhard Schwenk <esch...@fto.de> writes:
>> Man kann jederzeit die Aufnahmeprüfung für die entsprechend höhere
>> Schulart ablegen, wenn man der Meinung ist, die Empfehlungen des
>> Lehrers würden nicht stimmen.
>
> In Bayern ist dies eben nicht so.

Dann stellt sich die Frage, wenn man die entsprechenden Regelungen des
bayerischen Schulgesetzes auf Vereinbarkeit mit dem GG prüft. Ja, das
gilt auch in Bayern.

Ingo Thies

unread,
May 2, 2004, 4:28:09 AM5/2/04
to
Rahel Maria Liu wrote:

> Wenn es sich unstrittig so verhält, dann würde ich an Eurer Stelle über
> den - für Euch vielleicht schweren -, aber für Euch und Eure Tochter
> langfristig evtl. besten Weg nachdenken, sie auf ein
> Hochbegabten-Internat zu schicken.

Mal eine vielleicht naive Frage:

Muss es unbedingt ein _Internat_ sein? Ich kenne die Tochter der OP
natuerlich nicht, aber fuer manche Kinder in dem Alter koennte es eine
grosse zusaetzliche Belastung sein, aus der gewohnten Umgebung (Familie,
Freunde im Wohnort usw.) herausgerissen zu werden. Die meisten Internate
haben doch auch Schueler, die bei den Eltern wohnen, oder sind solche
Spezialschulen so selten, dass Entfernungen von >>100 km praktisch
unvermeidlich sind?

Gruss,
Ingo

Rahel Maria Liu

unread,
May 2, 2004, 4:40:32 AM5/2/04
to
Hi,

Ingo Thies schrieb:

> Freunde im Wohnort usw.) herausgerissen zu werden. Die meisten Internate
> haben doch auch Schueler, die bei den Eltern wohnen, oder sind solche
> Spezialschulen so selten, dass Entfernungen von >>100 km praktisch
> unvermeidlich sind?

Es hängt natürlich von Glück ab. Man kann auch gerade in der Nähe
einer solchen Schule wohnen. Dann wäre es natürlich nicht notwendig,
das Kind aufs Internat zu schicken. Aber ich war jetzt einfach mal
nicht von diesem Zufall ausgegangen, denn diese Schulen sind schon
sehr selten.

Lars Mueller

unread,
May 2, 2004, 6:05:02 AM5/2/04
to
Rahel Maria Liu wrote:

> Es hängt natürlich von Glück ab. Man kann auch gerade in der Nähe
> einer solchen Schule wohnen. Dann wäre es natürlich nicht notwendig,
> das Kind aufs Internat zu schicken. Aber ich war jetzt einfach mal
> nicht von diesem Zufall ausgegangen, denn diese Schulen sind schon
> sehr selten.

Wenn das nächst erreichbare nicht gerade in einem Kuhdorf fernab jeder
Zugverbindung ist, könnte es mit einem ICE innerhalb einer Stunde
erreichbar sein. Ich meine, ich hatte in der zweiten Klasse einen
Schulweg von 90 Minuten oder mehr (davon 50 Minuten Straßenbahn), halte
eine Stunde also noch für gut machbar. Wenngleich man bei Mädchen
natürlich ein besonderes Auge auf die Strecke und das übliche Umfeld
haben sollte. Aber heute gibt es ja auch einige technische Hilfsmittel,
um einen Notruf rechtzeitig abzusetzen, die es damals nicht gab. Ich
finde ein Internat in diesem Alter eher nicht toll, wenngleich besser,
als das Verrotten einer Hochbegabten in einer Hauptschule.

Gruß Lars

Kurz gegoogelt:
http://www.schulberatung-muenchen.de/data/articles/ulbricht/beitraege/hochbegabung/huahb.pdf
http://www.dghkmuenchenbayern.de/anspech.htm
http://www.logios.de/nav/einrichtungen.htm

Frank Wein

unread,
May 2, 2004, 6:18:59 AM5/2/04
to
Bernhard Muenzer wrote:
> Erhard Schwenk <esch...@fto.de> writes:
>>Man kann jederzeit die Aufnahmeprüfung für die entsprechend höhere
>>Schulart ablegen, wenn man der Meinung ist, die Empfehlungen des
>>Lehrers würden nicht stimmen.
>
> In Bayern ist dies eben nicht so.

Doch man kann jederzeit die Aufnahmeprüfung für ne höhere Schule ablegen
(ich kenne einen Grundschullehrer und der hat mir auch
erzählt, jemand mit 3 5ern wollte auch ein Übertrittszeugnis auf das
Gymnasium, also hat er eins bekommen, ist aber nie zur Aufnahmeprüfung
angetreten. Aber er hätte antreten dürfen).

Gruß
Frank

Jens Müller

unread,
May 2, 2004, 6:29:05 AM5/2/04
to
Frank Wein <mcsmurfR...@gmx.de> writes:

>>>Man kann jederzeit die Aufnahmeprüfung für die entsprechend höhere
>>>Schulart ablegen, wenn man der Meinung ist, die Empfehlungen des
>>>Lehrers würden nicht stimmen.
>> In Bayern ist dies eben nicht so.
>
> Doch man kann jederzeit die Aufnahmeprüfung für ne höhere Schule
> ablegen (ich kenne einen Grundschullehrer und der hat mir auch
> erzählt, jemand mit 3 5ern wollte auch ein Übertrittszeugnis auf das
> Gymnasium, also hat er eins bekommen, ist aber nie zur Aufnahmeprüfung
> angetreten. Aber er hätte antreten dürfen).

Ja und? In dem Fall lag doch ne Gymnasialempfehlung vor.

Jens Müller

unread,
May 2, 2004, 6:29:34 AM5/2/04
to
Bernhard Muenzer <bmue...@wuv-mail.de> writes:

> Erhard Schwenk <esch...@fto.de> writes:
>> Man kann jederzeit die Aufnahmeprüfung für die entsprechend höhere
>> Schulart ablegen, wenn man der Meinung ist, die Empfehlungen des
>> Lehrers würden nicht stimmen.
>
> In Bayern ist dies eben nicht so.

Dann stellt sich die Frage, was passiert, wenn man die entsprechenden

Jens Müller

unread,
May 2, 2004, 6:30:52 AM5/2/04
to
Erhard Schwenk <esch...@fto.de> writes:

> Ein Hauptschüler kann hierzulande ohne jeden Zeit- oder Imageverlust
> jederzeit nach dem Hauptschulabschluß Mittlere Reife und Abitur
> nachholen. Er muß es einfach nur wollen und sich nach seinem
> ausreichend guten Abschluß der Hauptschule bei der entsprechenden
> weiterführenden Schule anmelden.

Muhaha - wenn der ein 1,0-Abi gemacht hätte, was wäre dann ein "guter
Abschluß der Hauptschule"?

> Wenn hier also ein angeblich hochbegabter Schüler in die Hauptschule
> gepresst wird, dann müßte der lockerst seinen Abschluß mit
> hervorragenden Noten machen und anschließend z.B. auf einem 5-jährigen
> beruflichen Gymnasium anfangen können.

Ja klar - und vorher dümpelt er halt rum.

> Dabei verliert er gegenüber dem
> normalen 13-jährigen Gymnasium nicht einen Tag Zeit.

Aber gegenüber seinem Potential.

> Wenn er richtig
> gut ist, kann er sogar nach einem Jahr schon auf die Realschule oder
> das Gymnasium wechseln.

Wahrscheinlich wird er eher auf den Kinderkrams auf der Hauptschule
keinen Bock haben.

Erhard Schwenk

unread,
May 2, 2004, 7:06:42 AM5/2/04
to
Jens Müller wrote:
> Erhard Schwenk <esch...@fto.de> writes:

>>Ein Hauptschüler kann hierzulande ohne jeden Zeit- oder Imageverlust
>>jederzeit nach dem Hauptschulabschluß Mittlere Reife und Abitur
>>nachholen. Er muß es einfach nur wollen und sich nach seinem
>>ausreichend guten Abschluß der Hauptschule bei der entsprechenden
>>weiterführenden Schule anmelden.

> Muhaha - wenn der ein 1,0-Abi gemacht hätte,

Dann kann er das auf diesem Weg immer noch machen.

> was wäre dann ein "guter
> Abschluß der Hauptschule"?

Also bei uns hier lag die Aufnahmeanforderung an den beruflichen
Gymnasien z.B. bei einem Schnitt von 3,0 in den Hauptfächern. Da drüber
zu kommen muß so ein Schüler im Schlaf schaffen.


>>Wenn hier also ein angeblich hochbegabter Schüler in die Hauptschule
>>gepresst wird, dann müßte der lockerst seinen Abschluß mit
>>hervorragenden Noten machen und anschließend z.B. auf einem 5-jährigen
>>beruflichen Gymnasium anfangen können.

> Ja klar - und vorher dümpelt er halt rum.

Inwiefern?

>>Dabei verliert er gegenüber dem
>>normalen 13-jährigen Gymnasium nicht einen Tag Zeit.

> Aber gegenüber seinem Potential.

Inwiefern? Er hat in beiden Fällen ein 1er Abitur in der Tasche. Er hat
vergleichbar viel Lernstoff bewältigt, in exakt der gleichen Zeit.

Bitte erläutere mal näher, wo hier ein "Potentialverlust" liegen soll.
Ich kann da keinen erkennen. In beiden Fällen hat er nach 13 Jahren
(inzwischen mit G12 auch nach 12 Jahren) eine allgemeine Hochschulreife
erworben, deren Note sich wenn er wirklich so begabt ist nicht
wesentlich unterscheiden kann. Mehr geht auch an einem
allgemeinbildenden Gymnasium nicht. Dort hat er allerdings, wenn er vor
dem Abi aus irgendeinem Grund doch strauchelt, noch nicht mal einen
vernünftig anerkannten Schulabschluß in der Tasche.

>>Wenn er richtig
>>gut ist, kann er sogar nach einem Jahr schon auf die Realschule oder
>>das Gymnasium wechseln.

> Wahrscheinlich wird er eher auf den Kinderkrams auf der Hauptschule
> keinen Bock haben.

Den muß er in den Klassen 5 bis 8 des Gymnasiums genauso absolvieren.
Ebenso in Klasse 5 bis 9 der Realschule. Die Lehrpläne in den
Kernfächern unterscheiden sich da nicht so grundlegend. Eventuell wäre
es anzuraten, bei derartigen Ambitionen angebotene freiwillige
Zusatzfächer - z.B. Fremdsprachen - zu nutzen, sofern die Schule da was
bietet.

Rahel Maria Liu

unread,
May 2, 2004, 7:11:53 AM5/2/04
to
Hi,

Lars Mueller schrieb:


> Rahel Maria Liu wrote:
>
>
>>Es hängt natürlich von Glück ab. Man kann auch gerade in der Nähe
>>einer solchen Schule wohnen. Dann wäre es natürlich nicht notwendig,
>>das Kind aufs Internat zu schicken. Aber ich war jetzt einfach mal
>>nicht von diesem Zufall ausgegangen, denn diese Schulen sind schon
>>sehr selten.
>
>
> Wenn das nächst erreichbare nicht gerade in einem Kuhdorf fernab jeder
> Zugverbindung ist, könnte es mit einem ICE innerhalb einer Stunde
> erreichbar sein. Ich meine, ich hatte in der zweiten Klasse einen
> Schulweg von 90 Minuten oder mehr (davon 50 Minuten Straßenbahn), halte
> eine Stunde also noch für gut machbar.

Die Diskussion wird jetzt zwar etwas OT, aber sei's drum ....

Ich denke, man kann keine Pauschalaussagen machen von der Art:
Internat ist immer schlecht und die zweite Wahl. Im Gegenteil. Ich
denke, es hängt von vielen Faktoren ab, was in einem konkreten Fall
das Beste ist:

- Wie ist das Verhältnis des Kindes zu den Eltern? Gerade auch im
Blick auf die bereits aufgetretenen Probleme? Sind die Eltern
vielleicht überfordert mit dieser Aufgabe und ihr nicht gewachsen?

- Wie selbständig ist das Kind?

- Wie stark ist die regionale soziale EInbindung des Kindes? Würde es
aus einem festen Freundkreis rausgenommen, oder existiert ein solcher
gar nicht?

- Wie ist das Internat organisiert?

- Wie fühlt sich das Kind im Internat?

etc. pp.

Ein gut geführtes Internat kann gerade in solchen Problemfällen
erhebliche Vorteile gegenüber Tagesbesuch haben, insbesondere bei
langen Anfahrtzeiten, die das Kind sinnvoller nutzen kann, als im
Zug/Bus zu sitzen.

Ein gut geführtes Internat, insbesondere ein Hochbegabten-Internat,
soll sich ja gerade nicht nur um die intellektuelle Herausforderung,
sondern um die Kinder als Ganze kümmern und sie bestmöglichst fördern
- bis in den Freizeitbereich hinein (musikalisch z.B. etc.).
Hochbegabte und teilweise verhaltensgestörte Kinder finden evtl.
gerade unter "Leidensgenossen" richtig gute Freunde, die sich aufgrund
gleicher Problematik unmittelbar verstehen, die sie außerhalb so nicht
fanden/finden würden.

Ich denke, daß in Deutschland noch viel zu große grundsätzliche
Vorbehalte gegen Internatswesen herrscht. Ich persönlich finde - nach
meinem zugegebenermaßen oberflächlichen Eindruck (vielleicht ändere
ich meine Meinung auch noch ...) - Ganztagsschulen ohne Internat
grauenhaft. Und die sind ja voll im Trend. Mein früheres Gymnasium ist
schon vor vielen Jahren zu einer Ganztagsschule gemacht worden. Wenn
ich an meine eigenen grauenvollen 7., 8. oder 9. Schulstunden
zurückdenke, in denen ich wirklich immer kurz vor dem Einpennen war,
dann kriege ich wirklich ein Grauen bei der Vorstellung, daß das den
Normalfall darstellen soll ...

Eine gescheite lange Mittagspause in eigenen 4 Wänden (ggf. im
Internat) ist doch etwas anderes, als irgendwo zwischen Klassenräumen,
auf einem Schulflur oder dem Schulhof rumzulungern.

Rahel Maria Liu

unread,
May 2, 2004, 7:16:52 AM5/2/04
to
Hi,

Erhard Schwenk schrieb:

> Dann kann er das auf diesem Weg immer noch machen.

Lies Dir doch einfach mal die hier geposteten Links durch. Du gehst
von falschen Voraussetzungen aus, nämlich von nicht
verhaltensgestörten hochbegabten Kindern. Bei solchen würde es
geschildertes Problem aber gar nicht geben. Und die
Verhaltensstörungen sind nicht durch Schikane zu kurieren. Das ist
mittelalterliches Denken. Und Hauptschule ist einfach absolute
Schikane für ein hochbegabtes Kind, in der es vermutlich voll versagen
wird und total absacken wird. Beschäftige Dich einfach mal mit dem
Thema. Solche Kinder leiden schon genug an ihren eigenen
Verhaltensstörungen, d.h. daß sie sich selbst ein Bein stellen. Wenn
Lehrer jetzt noch in diese Kerbe reinhauen und das Selbstmobbing des
Kindes gegen sich von außen unterstützen, dann ist eine persönliche
Tragödie fast vorprogrammiert.

Stefan Brasulek

unread,
May 2, 2004, 7:37:37 AM5/2/04
to
Rahel Maria Liu wrote:
> Eine gescheite lange Mittagspause in eigenen 4 Wänden (ggf. im Internat)
> ist doch etwas anderes, als irgendwo zwischen Klassenräumen, auf einem
> Schulflur oder dem Schulhof rumzulungern.

Mittagspause? Normalerweise ist Schule um 13:15 Uhr vorbei und man hatte
als Kind Zeit die Welt da draußen zu erkunden statt die pädagogischen
Vorstellungen von Leuten nachzuleben, die ihr Leben lang nur mit KIndern
zu tun haben. Hausaufgaben waren dann abends nochmal 'ne Stunde.

Wer auf Ganztagsschulen setzt, zieht sich doch die Verhaltensstörungen
von morgen ran. Kinder aus Ganztagsschulen lernen dann die reale Welt
auf die harte Tour kurz nach dem Abschluss kennen und wundern sich, dass
sich dort kaum jemand an die Wattebäuschchen-Welt der Pädagogen hält.

Natürlich gibt es Fälle, in denen insbesondere Alleinerziehende für
nachmittags eine Stelle brauchen, an denen sie ihr Kind sicher
unterbringen können, aber das sollte IMHO keine Schule sein.

Rahel Maria Liu

unread,
May 2, 2004, 7:50:00 AM5/2/04
to
Hi,

Stefan Brasulek schrieb:

> Mittagspause? Normalerweise ist Schule um 13:15 Uhr vorbei und man hatte
> als Kind Zeit die Welt da draußen zu erkunden

Ja. So habe ich das ja auch erlebt und halte es persönlich auch für
das Beste - nur vormittags Unterricht.

Aber gegenwärtig geht der Trend ja zu Ganztagsschulen. Wie gesagt,
meine alte Penne ist schon seit langem zu so etwas Schrecklichem
mutiert :-(

> statt die pädagogischen
> Vorstellungen von Leuten nachzuleben, die ihr Leben lang nur mit KIndern
> zu tun haben. Hausaufgaben waren dann abends nochmal 'ne Stunde.

Oder in den Pausen zwischen den Stunden oder unterm Tisch während
einer anderen Schulstunde .... :-P

> Wer auf Ganztagsschulen setzt, zieht sich doch die Verhaltensstörungen
> von morgen ran.

Ich bin ja auch gegen Ganztagsschulen als Tagesschulen (also ohne
Internat).

> Kinder aus Ganztagsschulen lernen dann die reale Welt
> auf die harte Tour kurz nach dem Abschluss kennen und wundern sich, dass
> sich dort kaum jemand an die Wattebäuschchen-Welt der Pädagogen hält.

Ob das immer Wattebäuschen ist, was in Schulen abgeht - ich weiß nicht
... allerdings kenne ich die Schulen von heute auch nicht von innen.

Frank Wein

unread,
May 2, 2004, 7:58:40 AM5/2/04
to
Jens Müller wrote:

Bei 3 5ern? Nö, aber ein Übertrittszeugnis kann jeder beantragen (und
bekommt es auch), das hat nix mit Empfehlung zu tun.

Frank

Ingo Thies

unread,
May 2, 2004, 8:49:08 AM5/2/04
to
Erhard Schwenk wrote:

>> Ja klar - und vorher dümpelt er halt rum.
>
>
> Inwiefern?

Insofern, als dass er unterfordert wird und sein Potential gar nicht
voll ausschoepfen kann. Und dann soll er auf einmal auf Gymnasialniveau
weitermachen. Schon in der Physik sind unstetige Uebergaenge etwas
Unschoenes (Spannungsstoesse, Stosswellen etc.), in der Paedagogik und
Psychologie erst recht.

> Inwiefern? Er hat in beiden Fällen ein 1er Abitur in der Tasche. Er hat
> vergleichbar viel Lernstoff bewältigt, in exakt der gleichen Zeit.

Naja, vergleiche mal den Hauptschullehrstoff von 5-9 mit dem
Gymnasiallehrstoff 5-9.

> Den muß er in den Klassen 5 bis 8 des Gymnasiums genauso absolvieren.
> Ebenso in Klasse 5 bis 9 der Realschule. Die Lehrpläne in den
> Kernfächern unterscheiden sich da nicht so grundlegend. Eventuell wäre
> es anzuraten, bei derartigen Ambitionen angebotene freiwillige
> Zusatzfächer - z.B. Fremdsprachen - zu nutzen, sofern die Schule da was
> bietet.

Ja, klar. Und dann auch noch nachmittags Geigenunterricht, diverse AGs,
Extra-Referate usw. Die Leute, die meinen, dass die Freizeit von Kindern
und Jugendlichen ein aehnlich beliebig abbaubares Rohstoffreservoir ist
wie Garzweiler, die waren mir schon immer ein Greuel. Und zwar in alter
Rechtschreibung ;-)

Da doch lieber gleich den Lehrplan mit dem Potential angemessenen und
fordernden Lehrstoff statt mit langweiligem und zermuerbenden Leerstoff
fuellen (ich hatte frueher einen Englischlehrer, der mit Vorliebe als
Hausaufgabe mehrere Absaetze aus dem Englischbuch _abschreiben_ liess.
Haette nur noch gefehlt, Seiten aus einem Londoner Telefonbuch auswendig
zu lernen & vorzutragen).

Jede vergeudete Stunde ist unwiederbringlich verloren. Denn niemand
durchlebt seine Jugend zweimal.

Gruss,
Ingo

Ingo Thies

unread,
May 2, 2004, 9:16:03 AM5/2/04
to
Lars Mueller wrote:

> Wenn das nächst erreichbare nicht gerade in einem Kuhdorf fernab jeder
> Zugverbindung ist, könnte es mit einem ICE innerhalb einer Stunde
> erreichbar sein. Ich meine, ich hatte in der zweiten Klasse einen
> Schulweg von 90 Minuten oder mehr (davon 50 Minuten Straßenbahn),

Mein Beileid...

Waehrend des Studiums in Kiel hatte ich diesen Anfahrtsweg einmal in der
Woche. Jeden (Werk-)Tag 2x 90 Minuten in Bahn, Bus oder Tram, noch dazu
im Sommer waehrend schon die erste Urlaubswelle rollt -- Fleisch an
Fleisch, Schweiss an Schweiss und Luft mit der Konsistenz von ranziger
Butter -- das ist nicht wirklich ein Vergnuegen. Ganz abgesehen davon,
dass sich nicht jede Familie das leisten kann (oder sind die kostenlosen
Schuelertickets noch nicht der Amoklauf des Rotstifts zum Opfer gefallen?).

> Ich finde ein Internat in diesem Alter eher nicht toll, wenngleich besser,
> als das Verrotten einer Hochbegabten in einer Hauptschule.

Das mit dem Internat haengt natuerlich immer vom Einzelfall ab. Fuer
manche ist das sicher foerderlich, fuer andere weniger. Das eine Kind
wird sich entwurzelt fuehlen, das andere dann erst richtig aufbluehen.
Und manchen tut es sogar gut, aus der Familiengruft rauszukommen. Leider
sind naemlich nicht alle Familien Orte, wo das Kind sich wirklich
zuhause fuehlt. Andersrum sollte man "Nesthaekchen" sicher auch nicht
gewaltsam herausreissen, auch wenn man meint, das Kind wuerde dadurch
nur reifer werden. Wie gesagt, man ist nur einmal im Leben Kind, und
diese Zeit gehoert zu den wertvollsten Lebensabschnitten des Menschen.

Man sollte nur nicht die eine oder andere Variante als "Standardloesung"
ansehen, sondern stets auf den Einzelfall zugeschnitten. Das gleiche
gilt fuer Ganztagsschulen oder die Kombination von beiden.

Und ja, mir ist auch klar, das wir eigentlich ein
kostenloses/-guenstiges Nullzeitverkehrsmittel braeuchten, dann wuerde
sich diese Frage evtl. gar nicht stellen. Aber das mit dem Beamen wird
leider noch ein Weilchen dauern :-(

Gruss,
Ingo

Volker Neurath

unread,
May 2, 2004, 9:55:22 AM5/2/04
to
Evamaria Kaiser wrote:

>vermutlich "das Genick gebrochen", sie würde noch unmotivierter und ihre
>Leistungen würden sich weiter verschlechtern. Die Schule interessiert dies
>allerdings nicht, man ist dort überzeugt, im Recht zu sein.
>Welche Möglichkeiten haben wir noch?

Und was hindert dich daran, dein Kind trotzdem auf's Gymnasium zu
schicken?

Volker
--
Im uebrigen bin ich der Meinung, das TCPA verhindert werden muss.

Volker Neurath

unread,
May 2, 2004, 9:55:23 AM5/2/04
to
Frank Wein wrote:

>Mit dieser Einstellung wird man aber wohl auch am Gymnasium oder später
>im Leben nicht so recht weiterkommen. Manchmal muss man halt auch Sachen
>machen, die einem nicht so gefallen oder einem absolut stupide
>erscheinen. Und eine Verweigerungshaltung gegenüber wem auch immer
>dürfte da nicht so nützlich sein.

Und das machst du einer knapp 10jaehrigen genau wie klar?

Volker Neurath

unread,
May 2, 2004, 9:55:23 AM5/2/04
to
Tom Berger wrote:

>Sorry, aber vermutlich warst Du nie auf 'ner öffentlichen Schule. Im
>Rahmen des normalen Unterrichts ist es keinem Lehrer möglich, auf
>einem einzelnen hochbegabten Kind gerecht zu werden.

Faule Ausrede! Was ist so schwer daran dem Kind einen *anderen*
aufgabenzettel zu geben, Hinweis "Versuch das mal, ich schau spaeter
wieder nach dir" - und fettich?

Ein Lehrer, der damit überfordert ist, hat definitiv den flaschen
Beruf.

Volker Neurath

unread,
May 2, 2004, 9:55:25 AM5/2/04
to
Ralf Bochon wrote:


[Geistige Diarrhoe gelöscht]
>Ralf Bochon
>(Dipl.-Grundschulpädagoge in Bayern)
>

Dafür hast du abr verdammt viel geistige Diarrhöe hier abgesondert.

Peter Bruells

unread,
May 2, 2004, 10:11:14 AM5/2/04
to
Volker Neurath <nean...@gmx.de> writes:

> Tom Berger wrote:
>
> >Sorry, aber vermutlich warst Du nie auf 'ner öffentlichen Schule. Im
> >Rahmen des normalen Unterrichts ist es keinem Lehrer möglich, auf
> >einem einzelnen hochbegabten Kind gerecht zu werden.
>
> Faule Ausrede! Was ist so schwer daran dem Kind einen *anderen*
> aufgabenzettel zu geben, Hinweis "Versuch das mal, ich schau spaeter
> wieder nach dir" - und fettich?

Bei 2 Minuten pro Kind insgesamt.



> Ein Lehrer, der damit überfordert ist, hat definitiv den flaschen
> Beruf.

Jaja, Politiker, Fußballtrainer und Lehrer, die drei Berufe, die jeder
Penner von der Straße oder Friseur besser erledigen könnte, gelle?

Jens Müller

unread,
May 2, 2004, 10:18:29 AM5/2/04
to
Peter Bruells <p...@ecce-terram.de> writes:

>> Faule Ausrede! Was ist so schwer daran dem Kind einen *anderen*
>> aufgabenzettel zu geben, Hinweis "Versuch das mal, ich schau spaeter
>> wieder nach dir" - und fettich?
>
> Bei 2 Minuten pro Kind insgesamt.
>

Na siehste - die sollten ja reichen, um den Aufgabenzettel
auszuteilen, oder? Und daß der Lehrer Vor- und Nachbereitungszeit
investiert, wird man ja wohl auch noch erwarten dürfen, oder?

Peter Bruells

unread,
May 2, 2004, 10:25:34 AM5/2/04
to
Jens Müller <jens.m...@ira.uka.de> writes:

Ja, für die Stunde generell. Nicht als Einzelbetreuung. Zumal sie
nicht notwendigerweise für solche Sonderförderung ausgebildet sind,
insbesondere in der Grundschule.

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