"Bernd Kohlhaas" <
B.Koh...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:jb0iv5$cer$1...@dont-email.me...
> Was ist das für'n Quatsch?
> Wenn der Angreifer In Wut und Jähzorn auf die Tischplatte pocht und sich
> dabei das
> Handgelenk bricht, könnte man dem Angegriffenen Heimtücke unterstellen,
> weil er das
> Verletzungsrisiko kannte?
>
> Irre Argumentation!
Hi,
wenn Du Deine Kleidung mit Kontaktgift beschmierst oder eine Stachelplatte
unterm Sacko trägtst und dann den Angreifer wüst beschimpfst, bis er
"zufaßt"...analog stecke eine abgebrochene Flasche in eine Papiertüte und
lasse ihn darauf boxen...oder locke ihn an eine riskante Stelle, wo er
schwer stürzen kann. Im Gegensatz zum vermutlich Adrenalinbesäuselten und
folgerichtig arg minderbewußten Angreifer bist Du dann immerhin zu kalter
Logick befähigt, und handelst in Heimtücke. Da kann man Dir sehr wohl einen
Teil des entstehenden Schadens zurechnen. Selbst wenn der Angreifer
"angefangen hat". War das in der Schule anders bei Dir? Wer anfängt, spielt
bei den meisten Raufereien "pädagogisch" keine Rolle. Die Eskalation solcher
Ergeignisse ist keineswegs zwangsläufig, aber Deeskalation ist ne schwer zu
erlernende Fähigkeit, die auch viel mit Körpersprache zu tun hat. Der
durchschnittliche Stammtischparolenschwinger ist sich seiner Positur aber
nur unzureichend bewußt, bestenfalls denkt er dabei an Westernhelden oder
DirtyHarry... und tritt daher schnell in eine Möbiusschleife aus Irrtümern
ein. Das Prinzip nutzen etwa die Spanier im Stierkampf. Sterben muß immer
der Stier...
>
> Das Opfer ist immer schuld...
Quatsch. Aber viele Opfer sind teilweise schuld daran, daß es so schlimm
wurde oder daß es ihnen dabei noch schlechter ging. Gegenwehr ist etwas, was
einen ernsthaften Kampf nur verlängert, den Adrenalinspiegel steigert und
dabei die wenigen Hirnzellen des Angreifers lähmt...eine "Kampfpause" selbst
für nur wenige Minuten dagegen kann wieder Vernunft selbst in bekiffte
Säufer eindünsten lassen.
> Das Opfer hat stillzuhalten, damit sich der Angreifer abreagieren kann.
Vielleicht ist Stillhalten wirklich hilfreich, das hängt vom jeweiligen Fall
ab. Der Angreifer will meist "den Kampf, den Sieg", und kriegt genau das
durch Gegenwehr...dagegen simples Jammern und "feiges Würsten spielen"
beraubt ihn seiner eigenen Fantasie...
Klar, einem Räuber spielt das in die Hände, aber wer sich schlechte Chancen
ausrechnet, den Kampf schadlos zu bestehen, sollte sich vorher überlegen,
was er macht.
Sinnvoll kann dann z.B. sein, alles wertvolle Eigentum sicher zu
gravieren/kennzeichnen, und es dann im Falle hinzuwerfen. Sowas lenkt ab,
irritiert...eine goldene Uhr, die ins Gebüsch fliegt, macht aus dem Überfall
gleich einen schweren Raub und ist gleichzeitig vielleicht "verlorene
Trophäe" für den Räuber, das wird den wurmen...also zum Denken
animieren...die halbe Miete zum Einstellen sinnloser Gewalt...
--
mfg,
gUnther