Weiß jemand in etwa, was es kostet, einen Umschlag
mit Dokumenten bei einem Rechtsanwalt oder Notar
dauerhaft zu hinterlegen (für den Fall des Falles)?
Beispiel: Testament, Patientenverfügung, wichtige
Urkunden etc.
Wie steht es in solchen Fällen mit der Haftung
für die Unterlagen? Beispiel Einbruch in die
Kanzlei oder Brand?
Eine Bekannte hat bei einem Wohnungsbrand wichtige
Dokumente verloren, die nur mit hohem Aufwand und
hohen Kosten ersetzt werden können. Der Aufwand steht
ihr gerade erst bevor und kann noch nicht einmal
beziffert werden.
Oder ist ein Bankschließfach die sinnvollere
Alternative? Wie könnte man sicherstellen, daß im
Falle des Falles die Behörden von der Existenz
der Unterlagen erfahren? Annahme: der Verfasser
der Dokumente hat einen tödlichen Unfall - nach
welchem Verfahren würden die Behörden die Existenz
solcher Unterlagen abklären? Da muß es doch ein
Schema geben, ansonsten wäre das Glückssache.
Vielen Dank für den Rat.
Rüdiger
> On Sun, 10 Feb 2008 15:31:31 +0100, Rüdiger Link
> <R...@hotmail.email.tld.invalid> wrote:
>
>>Eine Bekannte hat bei einem Wohnungsbrand wichtige
>>Dokumente verloren,
>
> Ich habe für diesen Zweck ein Schließfach im Banksafe. Kostet mich
> jährlich 10 €. Ich hoffe mal, meine Sachen sind dort einigermaßen
> brand- und diebstahlssicher untergebracht. Zugangsmöglichkeit während
> der Filialöffnungszeiten.
>
> k.
Mal im Ernst?? 10 Teuros für ein Jahr miete ??
Ich hätte mehr gedacht.
( welche bank?ß)
gruß Gunter
--
Wichtige mail an bastler100atarcorde
Ich frag mal doof: Was für Dokumente sind so wichtig, das man sie da
hinterlegen muss? Mir fällt da nix ein. Ich hab nur Sachen die
1. ersetzbar sind (Verträge inkl. Versicherungsverträge, etc.)
2. bei meiner Steuerberaterin liegen
3. im Zugrif sein sollten (Perso, ec-Karten, Kreditkarten, etc.)
Als ich von meiner Bank gefragt wurde, ob ich nicht ein
Bankschließfach haben möchte, hab ich auch überlegt, ob ich dafür
Verwendung habe. Zu einem Ergebnis bin ich bisher nicht gekommen.
Ralf *interessiert das wirklich
> Ich frag mal doof: Was für Dokumente sind so wichtig, das man sie da
> hinterlegen muss? Mir fällt da nix ein. Ich hab nur Sachen die
>
> 1. ersetzbar sind (Verträge inkl. Versicherungsverträge, etc.)
>
Möglicherweise ersetzbar, allerdings mit welchen Aufwand?
Dazu kommen z.b. Zeugnisse im Original, Unterlagen für die
Rente i.O., Arbeitszeugnisse i.O.. Wenn dir das Haus
abbrennt, ist das alles weg und du brauchts Monate um
dem allem wieder hinterher zu rennen.
MfG
Matthias
Ein Anruf pro Dokument.
> Dazu kommen z.b. Zeugnisse im Original, Unterlagen für die
> Rente i.O., Arbeitszeugnisse i.O.. Wenn dir das Haus
> abbrennt, ist das alles weg und du brauchts Monate um
> dem allem wieder hinterher zu rennen.
Hm, die Unterlagen für meine Rente hat die Rentenversicherung. Das
schreiben die mir sogar jedes Jahr. Ich hoffe, darauf kann ich
vertrauen. Abgesehen davon dass meine Rentenansprüche sowas von
minimal sind, dass man darüber eigentlich nicht reden muss.
Zeugnisse, Arbeitszeugnisse, das wäre das einzige was mir einfiele.
Wenn man die Wahrscheinlichkeit des Haus-Abbrennens dagegenhält....
Ralf
Das wäre das einzige, zumal ich sowas einscanne, also immer im Zugriff
habe wenn ich es brauche.
> dann kannst du immer noch Fahrzeugbriefe in den Safe
> tun.
Ich hab irgendwann beschlossen dass ich keine Zeit zum Autofahren hab.
Seitdem fahre ich Bus und Bahn - das ist erheblich effizienter. Also
hab ich zwar Zeugnisse, aber keinen Fahrzeugbrief ;)
Liegt sowas nicht normalerweise sowieso bei der Bank die das Auto
bezahlt hat? *sfg
Ralf
> Ich habe für diesen Zweck ein Schließfach im Banksafe. Kostet mich
> jährlich 10 €. Ich hoffe mal, meine Sachen sind dort einigermaßen
> brand- und diebstahlssicher untergebracht. Zugangsmöglichkeit während
> der Filialöffnungszeiten.
Möchtest du den Namen der Bank nennen? Das scheint
mir etwas zu günstig.
Zu den Notarkosten gibt es keine Anmerkungen?
Rüdiger
>Ich frag mal doof: Was für Dokumente sind so wichtig, das man sie da
>hinterlegen muss? Mir fällt da nix ein. Ich hab nur Sachen die
Wenn wir uns nun anscheinend auf den Banksafe
eingeschossen haben, antworte ich auch etwas
differenzierter:
Safe:
- Wichtige Unterlagen/Urkunden, die entweder
gar nicht oder nur mit sehr hohen Kosten neu
geschrieben werden (Uniabschlüsse, Meisterbrief)
- Werte, die man nicht im täglichen Zugriff
haben muß
- Unersetzbare Gegenstände von ideellem Wert
wie alte Fotos, Erinnerungen, Schmuck
Notar:
- Testament
- Patientenverfügung
- Patentunterlagen
Rüdiger
> Wir haben das Schließfach gemietet, nachdem zum zweiten mal bei uns
> eingebrochen wurde, um dort (Post)sparbücher und Schecks aufzuheben,
Aua. Der Bank Geld geben, damit sie Bankunterlagen sicher aufbewahrt?
Wenn abhandengekommene Sparbücher oder Schecks einen echten
materiellen Verlust darstellen, hat man eh schon was falsch gemacht.
Bei Bargeld, Gold oder Edelsteinen dagegen kann ich das Schließfach
nachvollziehen.
> Ich finde das keinesfalls zu günstig. Ich finde kostenpflichtige
> Bankleistungen _nie_ zu günstig.
>
Ha. Ihr Glücklichen. Ich zahle hier in Italien für jede Buchung auf dem
Girokonto 3,50 EUR. *Das* ist Bankraub.
Früher waren die Tarife für Inlandsüberweisungen günstiger, dann hat die EU
beschlossen, daß es keine Unterschiede mehr im Preis zwischen Inlands- und
Auslandsüberweisungen (EU-intern) geben dürfe - also hat man den Preis für
Inlandsüberweisungen auf das Niveau der Auslandsüberweisungen angehoben.
Ciao
Wolfram
--
Feierlichkeit nennt man jenen Nebel, welchen die Dummheit zu ihrem eigenen
Schutze erzeugt, wenn sie in die Enge getrieben wird.
HEIMITO VON DODERER
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich, www.brueckenbauer.it
>Annahme: der Verfasser
>der Dokumente hat einen tödlichen Unfall - nach
>welchem Verfahren würden die Behörden die Existenz
>solcher Unterlagen abklären? Da muß es doch ein
>Schema geben, ansonsten wäre das Glückssache.
und du meinst, der Notar schaut jeden Tag in allen Tageszeitungen nach
Todesanzeigen?
Damit im Notfall die Ärzte und Behörden von dem Vorhandensein einer
Patientenverfügung erfahren, empfiehlt es sich ein Hinweiskärtchen bei sich
zu tragen, aus dem hervor geht wer Bevollmächtigt ist und welche
Vorsorgedokumente vorliegen:
http://www.standard-patientenverfuegung.de/uebersicht.htm#Hinweiskärtchen
Darüber hinaus können die Dokumente im Vorsorgeregister eingetragen werden
(nicht hinterlegt!), welches von einem Amtsrichter abgefragt werden muss
bevor ein Betreuer bestellt wird:
http://www.vorsorgeregister.de/
Andere Dokumente, die nicht so schnell benötigt werden, sind sicher in einem
Banksafe kostengünstiger aufgehoben als bei einem Notar. Es muss dann nur
dafür gesorgt werden, dass ein Bevollmächtigter im Notfall Zugang zu dem
Banksafe bekommen kann.
"Rüdiger Link" <R...@hotmail.email.tld.invalid> schrieb im Newsbeitrag
news:fon1sc$upd$02$1...@news.t-online.com...
> und du meinst, der Notar schaut jeden Tag in allen Tageszeitungen nach
> Todesanzeigen?
Deshalb frag ich doch. Frank hat das sehr gut
und ausführlich dargestellt, genau das habe
ich gesucht.
Rüdiger
[snip]
Vielen Dank für die ausführlichen Informationen,
genau das wollte ich wissen.
Rüdiger
> On Mon, 11 Feb 2008 09:57:01 -0800 (PST), Stefan Schmitz <ss...@gmx.de>
> wrote:
>
>>On 11 Feb., 14:47, Konrad Wilhelm <Konrad.Wilh...@web.de> wrote:
>>
>>> Wir haben das Schließfach gemietet, nachdem zum zweiten mal bei uns
>>> eingebrochen wurde, um dort (Post)sparbücher und Schecks aufzuheben,
>>
>>Aua. Der Bank Geld geben, damit sie Bankunterlagen sicher aufbewahrt?
>>
>>Wenn abhandengekommene Sparbücher oder Schecks einen echten
>>materiellen Verlust darstellen, hat man eh schon was falsch gemacht.
>>
> Mit den Sparbüchern konnte jeder Beliebige Geld abheben,
Sparbücher kann man mit Kennwort sichern lassen. Wenn man nicht gerade das
Kennwort irgendwo aufschreibt ist das dann schon eine relativ sichere
Angelegenheit.
Grüße,
Frank
> Zeugnisse, Arbeitszeugnisse, das wäre das einzige was mir einfiele.
> Wenn man die Wahrscheinlichkeit des Haus-Abbrennens dagegenhält....
...und selbst da kann man einigermaßen vorsorgen, indem man diese
Unterlagen in einem (einigermaßen) feuerfesten Safe irgendwo im Keller
unterbringt (nicht gerade im Raum mit dem Heizöltank).
Da gibt es durchaus bezahlbare Safes, die eine Stunde oder mehr Feuer
aushalten - so ein Ding an passender Stelle eingebaut, und man kann relativ
beruhigt schlafen. Und vor einem Gelegenheitseinbrecher sind in so einem
Ding auch Bargeld & Co. sicher.
Grüße,
Frank
> und du meinst, der Notar schaut jeden Tag in allen Tageszeitungen nach
> Todesanzeigen?
Weil der Notar das wohl nicht tut, trägt man das Testament besser zum
Amtsgericht. Dort ist es erstens sicher aufgehoben und zweitens wird es
auf jeden Fall auch gefunden, wenn der Hinterleger, egal wo, denn mal
verblichen ist.
MfG
Rupert
> Wie funktioniert das eigentlich? Wird das Amtsgericht bei Todesfällen
> regelmäßig vom Standesamt unterrichtet?
Meines Wissens wird ein Verweis auf das hinterlegte Testament beim
Standesamt vermerkt, bei dem die Geburt eingetragen ist; von dort aus
wird dann das Hinterlegungsgericht in Kenntnis gesetzt. Das Standesamt
des Geburtsortes wiederum wird durch das für den Sterbeort zuständige
Standesamt vom Ableben unterrichtet.
Grüße,
-thh
--
Deutsches Bundesrecht: <http://www.gesetze-im-internet.de/>
Juristische Informationstexte: <http://th-h.de/infos/jura/>
Linkverzeichnis von Gesetzestexten: <http://rechtliches.de/>
Verbreitete Gesetzestexte im Volltext: <http://dejure.org/>
> Wolfram Heinrich wrote:
>
>> Am Mon, 11 Feb 2008 21:09:05 +0100 schrieb Konrad Wilhelm:
>>
>>> Ich finde das keinesfalls zu günstig. Ich finde kostenpflichtige
>>> Bankleistungen _nie_ zu günstig.
>>>
>> Ha. Ihr Glücklichen. Ich zahle hier in Italien für jede Buchung auf dem
>> Girokonto 3,50 EUR. *Das* ist Bankraub.
>> Früher waren die Tarife für Inlandsüberweisungen günstiger, dann hat die
>> EU beschlossen, daß es keine Unterschiede mehr im Preis zwischen Inlands-
>> und Auslandsüberweisungen (EU-intern) geben dürfe - also hat man den Preis
>> für Inlandsüberweisungen auf das Niveau der Auslandsüberweisungen
>> angehoben.
>
> Wow, da frage ich mich doch, warum in D niemand auf diese Idee gekommen ist.
> Hier sind mittlerweile sogar Überweisungen ins EU-Ausland kostenlos.
> Gottseidank! Das macht das Buchen von Appartments im Ausland um einiges
> einfacher.
>
Na ja, das einmalige Buchen eines Apartments pro Jahr, pfeif auf die 3,50
EUR. Aber wenn du immer wieder Überweisungen machst....
Ciao
Wolfram
--
Der Franze hat gsagt, als Schauspieler wär der Charles Bronson ja nicht
schlecht gewesen, aber man sagt so was einfach nicht. "Pieseln" sagt er,
geht grad noch, aber "Wasser lassen" wär halt doch vornehmer.
www.theodor-rieh.de, www.theodor-rieh.de/heinrich, www.brueckenbauer.it