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Re: Screenshots auf Facebook stellen.

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Mark Obrembalski

unread,
Aug 12, 2015, 6:45:34 PM8/12/15
to
Am Mon, 10 Aug 2015 18:21:47 +0200 schrieb Georg Wieser:

> Ist ein Screenshot einer öffentlichen zugänglichen HP ein künstlerisch
> geschütztes Werk, oder darf man den *einfach so* (evtl. sogar mit
> Quellenangabe) auf Facebook stellen?

Die Frage gehört eher nicht hier hin, sondern nach de.soc.recht.marken
+urheber. Eine Gruppe, die das eine oder andere Posting durchaus
vertragen könnte.

Im übrigen lässt sich die Frage so nicht beantworten, denn es kommt
einerseits auf den Inhalt der Homepage (Schöpfungshöhe erreicht?) an,
andererseits auf den Inhalt des Facebook-Artikels (Zitatrecht gegeben?).

Gruß,
Mark

Bernd J. Kaup

unread,
Aug 13, 2015, 5:28:02 AM8/13/15
to
Am 13.08.2015 um 00:43 schrieb Mark Obrembalski:
> Am Mon, 10 Aug 2015 18:21:47 +0200 schrieb Georg Wieser:
>
>> Ist ein Screenshot einer öffentlichen zugänglichen HP ein künstlerisch
>> geschütztes Werk, oder darf man den *einfach so* (evtl. sogar mit
>> Quellenangabe) auf Facebook stellen?
>
> Die Frage gehört eher nicht hier hin, sondern nach de.soc.recht.marken
> +urheber. Eine Gruppe, die das eine oder andere Posting durchaus
> vertragen könnte.
>
> Im übrigen lässt sich die Frage so nicht beantworten, denn es kommt
> einerseits auf den Inhalt der Homepage (Schöpfungshöhe erreicht?) an,

eine praxisgerechte Antwort unterstellt das Vorliegen des (fremden)
Urheberrechts. Die meisten Poster machen sich schon bei einer Abmahnung
in die Hose, gleichgültig ob der Inhalt der Abmahnung rechtlich relevant
ist oder nicht.


> andererseits auf den Inhalt des Facebook-Artikels (Zitatrecht gegeben?).

Der OP will natürlich die Seite zitieren, um daran einen Kommentar
anzuhängen.

Es geht also im Kern nicht um eine Urheberrechtsfrage, sondern um das
Recht, einem Autor einer Homepage über faxenbuch an Bein zu pinkeln.

mfg
bjk


btw: so am Anfang des Internet ca. 1994-1998 existierten Klüngel, die
sich gegenseitig mit aufwendig gestalteten Rewards für selbstgestaltete
Homepages überhäuften. Da wurden erbitterte Kämpfe darüber ausgefochten,
ob die Verwendung von tools für Homepages, die Compu Serve oder AOL mit
der Zugangs-CD ungefragt in den Briefkasten warfen, vom Urheberrecht mit
umfasst wurde. Den Meinungskrieg als Cyber-Mobbing zu beschreiben, wäre
ein Euphemismus.

Ich konnte damals die LG FFM und D (und ihnen folgen mehrere andere)
davon überzeugen, dass die Buntstifte, mit denen das Werk des Grafikers
geschaffen wurde, nicht dem Urheberrecht unterliegen.


Helmut Richter

unread,
Aug 17, 2015, 6:15:31 AM8/17/15
to
Am 13.08.2015 um 11:16 schrieb Bernd J. Kaup:

> eine praxisgerechte Antwort unterstellt das Vorliegen des (fremden)
> Urheberrechts. Die meisten Poster machen sich schon bei einer Abmahnung
> in die Hose, gleichgültig ob der Inhalt der Abmahnung rechtlich relevant
> ist oder nicht.

Die meisten Poster sind keine Juristen und können daher die rechtliche
Relevanz nicht beurteilen. Dann ist der einzige Weg, sich nicht "in die
Hose zu machen", die kostenpflichtige Inanspruchnahme rechtlichen Rates,
wobei man auch auf den Kosten sitzen bleibt, wenn die Abmahnung
unberechtigt war. Wegen immer wieder mal ein paar hundert Euronen
braucht man sich freilich nicht in die Hosen zu machen -- das ist
normales Lebensrisiko.

(ein Dauerthema hier: nimm doch einfach einen RA auf deine Kosten, dann
hast du keine Sorgen mehr)

--
Helmut Richter

Bernd J. Kaup

unread,
Aug 17, 2015, 4:20:03 PM8/17/15
to
Am 17.08.2015 um 12:16 schrieb Helmut Richter:
> Am 13.08.2015 um 11:16 schrieb Bernd J. Kaup:
>

snip

>
> (ein Dauerthema hier: nimm doch einfach einen RA auf deine Kosten, dann
> hast du keine Sorgen mehr)
>

man kann sich auch auf den Senf verlassen, den Möchtegernjuristen oder
Elfenbeinturmwissenschaftler hier ausbreiten und dann Lehrgeld bezahlen.

Mir will nicht in den Kopf, dass Leuten, die mit ihrer Dienstleistung
Geld verdienen wollen, eingekauftes know-how zu teuer ist.

mfg
bjk

Helmut Richter

unread,
Aug 18, 2015, 12:00:09 AM8/18/15
to
Am 17.08.2015 um 22:11 schrieb Bernd J. Kaup:

> man kann sich auch auf den Senf verlassen, den Möchtegernjuristen oder
> Elfenbeinturmwissenschaftler hier ausbreiten und dann Lehrgeld bezahlen.

> Mir will nicht in den Kopf, dass Leuten, die mit ihrer Dienstleistung
> Geld verdienen wollen, eingekauftes know-how zu teuer ist.

Hab ich nicht gesehen, dass hier von Leuten die Rede ist, die mit ihrer
Dienstleistung
Geld verdienen wollen. Welche eigentlich? Aber egal.

--
Helmut Richter

Bernd J. Kaup

unread,
Aug 18, 2015, 6:46:03 AM8/18/15
to
nach meiner langjährigen Erfahrung mit newsgroups sind die weitaus
meisten Poster nicht an einer juristischen Diskussion um ihrer selbst
Willen interessiert, sondern suchen eine Lösung in einer bestimmten
Lebenssituation, die in den ebenfalls meisten Fällen durch ein mit der
geschäftlichen/wirtschaftlichen Lage zusammenhängendes Problem
gekennzeichnet ist.

mfg
bjk

Hans-Peter Diettrich

unread,
Aug 25, 2015, 10:17:56 AM8/25/15
to
Bernd J. Kaup schrieb:

> nach meiner langjährigen Erfahrung mit newsgroups sind die weitaus
> meisten Poster nicht an einer juristischen Diskussion um ihrer selbst
> Willen interessiert, sondern suchen eine Lösung in einer bestimmten
> Lebenssituation, die in den ebenfalls meisten Fällen durch ein mit der
> geschäftlichen/wirtschaftlichen Lage zusammenhängendes Problem
> gekennzeichnet ist.

ACK. Manchmal ist es ja ganz interessant, was für Probleme in der Praxis
auftreten, aber mehr als die Empfehlung zum Gang zu einem Anwalt bleibt
dabei nicht übrig.

Was mich immer wieder nervt sind die abstrusen Interpretationen des
Urheberrechts durch den EuGH, die so weit an einer praktikablen
Auslegung vorbeigehen, daß man schon fast Absicht dahinter vermuten
könnte - den Vorwurf der Inkompetenz möchte ich vorsichtshalber (noch)
nicht zur Debatte stellen. Während es früher noch durchaus hilfreich
war, die Richtlinien bzw. Gesetze zwecks Förderung des Verständnisses zu
diskutieren, scheint mir dies inzwischen nicht mehr sinnvoll zu sein.

Schade drum, das Urheberrecht war ursprünglich so gut durchdacht, daß es
sogar relativ einfach und ohne grundsätzliche Änderungen auf die neuen
Medien anwendbar gewesen wäre. Aber der Zug ist inzwischen in eine
andere Richtung abgefahren, und wir können daran nichts ändern. Die
Piraten haben sich ja selbst zerlegt, aus dieser Ecke erwarte ich
zumindest keine konstruktiven Beiträge bzw. Einflußnahme mehr. Oder bin
ich der einzige, der die Entwicklung in den letzen Jahren so negativ sieht?

DoDi
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