Re: Fakeshops

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Lars Gebauer

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Apr 20, 2019, 3:27:42 PM4/20/19
to
* Mathias Fuhrmann:
> Wie kann es rechtlich sein, daß unzählige Fakeshops, auch als de-Domain,
> weiterbestehen können, ohne daß sie gelöscht/gesperrt werden?

"Unzählige"?

Hast Du mal 'n paar Beispiele? - Ich muß gestehen, mir ist sowas noch
nie über den Weg gelaufen. Mal Amazon-Händler, die mir nicht so ganz
koscher erschienen, ok. Aber sonst?

Lars Gebauer

unread,
Apr 21, 2019, 10:47:58 AM4/21/19
to
* Mathias Fuhrmann:
> Lars Gebauer schrieb:
> Auf der Suche nach bestimmten Schuhen kam ich vor ca. ½ Jahr z.B. zu
> folgenden drei Seiten, die m.E. vom gleichen 'Anbieter' stammen:
> www.reiner-schmidtke.de
> www.nonpg.de
> www.nds-energie-agentur.de

Allen 3 scheint gemeinsam zu sein, daß sie kein Impressum führen.
Naja.

> Die ersten beiden wurden nach meinem Hinweis von einer
> 'Fakeshop-Warnseite' in die Liste aufgenommen, mehr passiert aber nicht.

Die Frage ist, ob es denn Anzeigen von mutmaßlich betrogenen Kunde
gibt? - Sollte es solche nicht geben, was sollte dann auch passieren?

Marc Haber

unread,
Apr 22, 2019, 7:35:04 AM4/22/19
to
https://www.originalo.de/shopauskunft/shop-blacklisten/liste-unserioeser-wellensteyn-fake-shops/

Grüße
Marc
--
-------------------------------------- !! No courtesy copies, please !! -----
Marc Haber | " Questions are the | Mailadresse im Header
Mannheim, Germany | Beginning of Wisdom " |
Nordisch by Nature | Lt. Worf, TNG "Rightful Heir" | Fon: *49 621 72739834

Stefan Froehlich

unread,
Apr 22, 2019, 8:04:10 AM4/22/19
to
On Sat, 20 Apr 2019 17:59:49 Mathias Fuhrmann wrote:
> Wie kann es rechtlich sein, daß unzählige Fakeshops, auch als
> de-Domain, weiterbestehen können, ohne daß sie gelöscht/gesperrt
> werden?

Auf welcher rechtlichen Basis sollten sie denn gesperrt sein? Sind
diese Shops oder deren Betreiber für die hiesige Justiz überhaupt
greifbar?

Servus,
Stefan

--
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Der edele Mann braucht Stefan. Kann das Suende sein?
(Sloganizer)

Wolfgang Kynast

unread,
Apr 22, 2019, 8:06:07 AM4/22/19
to
On Mon, 22 Apr 2019 13:34:25 +0200, "Marc Haber" posted:

>Lars Gebauer <lars.g...@yahoo.de> wrote:
>>* Mathias Fuhrmann:
>>> Wie kann es rechtlich sein, daß unzählige Fakeshops, auch als de-Domain,
>>> weiterbestehen können, ohne daß sie gelöscht/gesperrt werden?
>>
>>"Unzählige"?
>>
>>Hast Du mal 'n paar Beispiele? - Ich muß gestehen, mir ist sowas noch
>>nie über den Weg gelaufen. Mal Amazon-Händler, die mir nicht so ganz
>>koscher erschienen, ok. Aber sonst?
>
>https://www.originalo.de/shopauskunft/shop-blacklisten/liste-unserioeser-wellensteyn-fake-shops/

"Gesuchter Shop nicht dabei?
Einfach selber prüfen - mit Schritt-für-Schritt Anleitung.
Für nur 1,99 € schnell betrügerische Shops erkennen!
"

Strange.

--
Schöne Grüße,
Wolfgang

Marc Haber

unread,
Apr 22, 2019, 8:46:35 AM4/22/19
to
Auf einen der auf dieser Liste genannten Shop ist eine Cousine letztes
Jahr selbst hereingefallen. Wider erwarten hat das Zurückholen der
Kreditkartenzahlung ohne weiteres geklappt.

Lars Gebauer

unread,
Apr 22, 2019, 11:17:15 AM4/22/19
to
* Mathias Fuhrmann:
> Viele solche Seiten haben eine DE-Domain und ich war der Ansicht, daß es
> irgendeine rechtliche Stelle hier gibt, welche Verstöße (z.B. Impressum
> pp.)

Das könnte ein Wettbewerber abmahnen. Muß er aber nicht.

> und offensichtliche Betrugsversuche verfolgt/unterbindet.

Sofern es offensichtliche Betrügereien gibt. Aber um das
festzustellen, muß erstmal eine relevante Anzahl Anzeigen eingehen. Gibt
es keine Anzeigen, besteht auch keinerlei Anlaß, tätig zu werden.

> Wenn dem nicht so ist, dann stimmt der Vorwurf also weitgehend, daß das
> Internet einen rechtsfreien Raum darstellt. :-(

Nein. Ganz im Gegenteil. Das Internet war noch nie ein rechtsfreier
Raum und ist auch gegenwärtig keiner.

Stefan Froehlich

unread,
Apr 22, 2019, 12:08:36 PM4/22/19
to
On Mon, 22 Apr 2019 16:15:11 Mathias Fuhrmann wrote:
> Stefan Froehlich schrieb:
> > On Sat, 20 Apr 2019 17:59:49 Mathias Fuhrmann wrote:
> >> Wie kann es rechtlich sein, daß unzählige Fakeshops, auch als
> >> de-Domain, weiterbestehen können, ohne daß sie gelöscht/gesperrt
> >> werden?
>
> > Auf welcher rechtlichen Basis sollten sie denn gesperrt sein? Sind
> > diese Shops oder deren Betreiber für die hiesige Justiz überhaupt
> > greifbar?
>
> [...]
> Viele solche Seiten haben eine DE-Domain und ich war der Ansicht,
> daß es irgendeine rechtliche Stelle hier gibt, welche Verstöße
> (z.B. Impressum pp.) und offensichtliche Betrugsversuche
> verfolgt/unterbindet.

Möchte jemand in Deutschland Geschäfte machen, muss er sich an die
deutsche Rechtsordnung halten, keine Frage. Problematisch wird das
allerdings genau dann, wenn z.B. der Server nicht in Deutschland
gehostet wird und der Betreiber für die deutschen Behörden nicht
greifbar ist (weil nicht bekannt, oder weil in Deutschland und
passenden anderen Ländern nicht mit einer Niederlassung vertreten).

Alles, was dann noch bliebe wäre eine Sperre bzw. ein Entzug der
de-Domain, das de-nic ist schließlich greifbar. Ad hoc habe ich ein
paar solche Urteile bei Verletzungen von Namensrechten gefunden;
hier muss, wenn der eigentliche Verletzer nicht erreichbar ist, die
Registrierungsstelle tätig werden.

Keine Ahnung, wie das bei gewerberechtlichen Verstößen aussieht,
aber vermutlich eher schwieriger.

> Wenn dem nicht so ist, dann stimmt der Vorwurf also weitgehend,
> daß das Internet einen rechtsfreien Raum darstellt. :-(

Keineswegs. Durchsetzen muss man das Recht aber halt auch können.

Servus,
Stefan

--
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Stefan - falsch, lüstern in allen Stürmen!
(Sloganizer)

Ralph Angenendt

unread,
Apr 23, 2019, 11:28:13 AM4/23/19
to
Well, Marc Haber <mh+usene...@zugschl.us> wrote:
> Lars Gebauer <lars.g...@yahoo.de> wrote:
>>* Mathias Fuhrmann:
>>> Wie kann es rechtlich sein, daß unzählige Fakeshops, auch als de-Domain,
>>> weiterbestehen können, ohne daß sie gelöscht/gesperrt werden?
>>
>>"Unzählige"?
>>
>>Hast Du mal 'n paar Beispiele? - Ich muß gestehen, mir ist sowas noch
>>nie über den Weg gelaufen. Mal Amazon-Händler, die mir nicht so ganz
>>koscher erschienen, ok. Aber sonst?
>
> https://www.originalo.de/shopauskunft/shop-blacklisten/liste-unserioeser-wellensteyn-fake-shops/

Wobei ich bei vielen von der Liste - und anderen, ich habe mal nach
einer bestimmten Jacke von Strellson gesucht, da gibt es auch sehr viele
Fakes - davon ausgehe, dass da jemand ein Wordpress oder ein Drupal
aufgemacht hat und die Seiten dort als Gast hosted. Bei einigen habe ich
mir die Mühe gemacht, den Betreiber der Hauptdomain zu benachrichtigen
(da war auch ein Host einer deutschen Universität dabei), allerdings mit
mäßigem Erfolg. 10 Mails, zwei, die ihren Server gefixt haben - unter
anderem eben jene Uni.

Ralph
--
He'll rekindle all the dreams it took you a lifetime to destroy

Christian Treffler

unread,
Apr 23, 2019, 2:41:02 PM4/23/19
to
Mathias Fuhrmann schrieb:

> Viele solche Seiten haben eine DE-Domain und ich war der Ansicht, daß es
> irgendeine rechtliche Stelle hier gibt, welche Verstöße (z.B. Impressum
> pp.) und offensichtliche Betrugsversuche verfolgt/unterbindet.

Das eine hat mit dem anderen wenig zu tun. DE-Domain heißt, dass ein
deutscher Registrar die Domain für den Betreiber registriert hat. Der
Registrar unterliegt natürlich deutschem Recht, hat also zivilrechtlich
einen Vertrag mit dem Betreiber. Und strafrechtlich die deutsche Justiz
im Rahmen der Gesetze zu unterstützen.
Da der Registrar keine hoheitlichen, erst recht keine juristischen
Aufgaben hat, kann er Fake-Shops nicht einfach selbst abschalten.

> Wenn dem nicht so ist, dann stimmt der Vorwurf also weitgehend, daß das
> Internet einen rechtsfreien Raum darstellt. :-(

Das nicht. Aber das Recht muss halt durchgesetzt werden.
Zivilrechtlich: Abmahnung des Betreibers wegen unlauterem Wettbewerb. Da
reicht schon das Fehlen eines korrekten Impressums. Allerdings macht
genau das die Sache schwierig.
Strafrechtlich: Betrug => Anzeige => Ermittlung => etc.
Auch das ist beliebig aufwändig. Und da stellt sich halt die Frage nach
den verfügbaren Resourcen. Besonders in Abwägung gegen die
Erfolgs-Aussichten und die Prioritäten im Vergleich mit anderen
Straftaten.

CU,
Christian

Florian Weimer

unread,
Apr 24, 2019, 1:42:00 PM4/24/19
to
* Christian Treffler:

> DE-Domain heißt, dass ein deutscher Registrar die Domain für den
> Betreiber registriert hat.

Meinst Du das DENIC-Mitglied? Es gibt dankenswerterweise eine
Mitgliederliste nach Ländern:

<https://www.denic.de/ueber-denic/mitglieder/liste/nach-laendern/>

Eine Beschränkung auf Deutschland scheint es nicht zu geben.

> Der Registrar unterliegt natürlich deutschem Recht, hat also
> zivilrechtlich einen Vertrag mit dem Betreiber.

Das mag für das Verhältnis zwischen DENIC und Mitglied der Fall sein.

Die Rechtslage zwischen Domaininhaber, Wiederverkäufer, DENIC-Mitglied
und DENIC selbst dürfte wesentlich komplexer sein.

> Da der Registrar keine hoheitlichen, erst recht keine juristischen
> Aufgaben hat, kann er Fake-Shops nicht einfach selbst abschalten.

Er kann durchaus, wenn er will. Sogar rechtlich einwandfrei, wenn er
vertraglich entsprechende Vorsorge getroffen hat.

>> Wenn dem nicht so ist, dann stimmt der Vorwurf also weitgehend, daß das
>> Internet einen rechtsfreien Raum darstellt. :-(
>
> Das nicht. Aber das Recht muss halt durchgesetzt werden.
> Zivilrechtlich: Abmahnung des Betreibers wegen unlauterem Wettbewerb. Da
> reicht schon das Fehlen eines korrekten Impressums. Allerdings macht
> genau das die Sache schwierig.
> Strafrechtlich: Betrug => Anzeige => Ermittlung => etc.
> Auch das ist beliebig aufwändig. Und da stellt sich halt die Frage nach
> den verfügbaren Resourcen. Besonders in Abwägung gegen die
> Erfolgs-Aussichten und die Prioritäten im Vergleich mit anderen
> Straftaten.

Polizeirecht (Stichwort Gefahrenabwehr und ggf. umittelbarer Zwang)
können auch einschlägig sein, gerade wenn es um die Verhinderung
zukünftiger Straftaten geht.

Thomas Hochstein

unread,
Apr 26, 2019, 11:45:02 AM4/26/19
to
Mathias Fuhrmann schrieb:

> Viele solche Seiten haben eine DE-Domain und ich war der Ansicht, daß es
> irgendeine rechtliche Stelle hier gibt, welche Verstöße (z.B. Impressum
> pp.) und offensichtliche Betrugsversuche verfolgt/unterbindet.

Das macht die Internetpolizei, Abteilung Fakeshopverfolgung.

> Wenn dem nicht so ist, dann stimmt der Vorwurf also weitgehend, daß das
> Internet einen rechtsfreien Raum darstellt. :-(

Ein rechtsfreier Raum war das Internet nie; es gibt allerdings
erhebliche Rechts*durchsetzungs*defizite.

-thh

Lars Gebauer

unread,
Apr 26, 2019, 12:54:28 PM4/26/19
to
* Mathias Fuhrmann:
> Thomas Hochstein schrieb:
>> Ein rechtsfreier Raum war das Internet nie; es gibt allerdings
>> erhebliche Rechts*durchsetzungs*defizite.
>
> Natürlich war mein 'rechtsfreier Raum' nicht ernst gemeint (bin nicht
> völlig rechtlich unbedarft), mir fehlt aber eine Stelle, der ich
> Gefahren melden kann und die vorsorglich etwas unternimmt, bevor das
> Kind in den Brunnen gefallen ist.

"Vorsorglich"? - Wie stellst Du Dir das vor?

Soll die Polizei auf eine Meldung a la "da ist ein komischer Shop, der
könnte auf Betrügerei aus sein" hin tätig werden?

> Das soll ja, nach den bisherigen Antworten hier, nicht möglich zu sein.

Die Frage ist eher, was Du so für Vorstellungen hast.

Auch in der ganz realen Welt wird die Polizei frühestens dann tätig,
wenn jemand meint, betrogen worden zu sein und entsprechend Anzeige
erstattet.

Lars Gebauer

unread,
Apr 27, 2019, 6:39:05 AM4/27/19
to
* Mathias Fuhrmann:
> Lars Gebauer schrieb:
>> * Mathias Fuhrmann:
>>> Natürlich war mein 'rechtsfreier Raum' nicht ernst gemeint (bin nicht
>>> völlig rechtlich unbedarft), mir fehlt aber eine Stelle, der ich
>>> Gefahren melden kann und die vorsorglich etwas unternimmt, bevor das
>>> Kind in den Brunnen gefallen ist.
>
>> "Vorsorglich"? - Wie stellst Du Dir das vor?
>> Soll die Polizei auf eine Meldung a la "da ist ein komischer Shop, der
>> könnte auf Betrügerei aus sein" hin tätig werden?
>
> Ja, in bestimmten Fällen.

Nein. Wo sollte das hinführen?

> Kann man nicht dafür eine amtliche Meldestelle einrichten?

Wenn man hemmungslosem Denunziantentum und einer geradezu irren Menge
Falschmeldungen Vorschub leisten möchte: Klar könnte man.

>>> Das soll ja, nach den bisherigen Antworten hier, nicht möglich zu sein.
>
>> Die Frage ist eher, was Du so für Vorstellungen hast.
>> Auch in der ganz realen Welt wird die Polizei frühestens dann tätig,
>> wenn jemand meint, betrogen worden zu sein und entsprechend Anzeige
>> erstattet.
>
> Dann muß sich ja der Aufgabenbereich der Polizei in den letzten
> Jahrzehnten gewaltig geändert haben.

Änderungen gibt es immer wieder mal aber so "gewaltig" sind die in der
Regel nicht.

> Früher hieß es in etwa:
> 1. Gefahren erkennen, mögliche Straftaten verhindern.

Ja, dazu gehört aber mehr, als jedem Unsinn eines übermißtrauischen
Paranoikers hinterherzurennen.

Auch im ganz realen Leben wurde/wird immer wieder mal beklagt, daß die
Polizei erst dann tätig wird, wenn das Kind bereits im Brunnen liegt.
Und ja: In so manchem Fall war das tatsächlich tragisch. Aber
*insgesmat* ist das dennoch gut so.

Außerdem: Will man hinter jeden Bürger einen Polizisten stellen? Und
hinter jeden Bürger wieder einen Polizisten? Und wie dann weiter?

> Es ist ja lobenswert, daß sich freiwillig Bürger finden, die Listen von
> 'Verdachtsfällen' der Fakeshops ins Internet stellen,

"Lobenswert"? - Naja, man könnte das auch "hart an der Grenze
Legalität" nennen, was diese freiwilligen, selbsternannten
Bürgerwehren da "leisten".

> obwohl dies
> zumindest i.m. Augen Aufgabe des Staates, der Polizei, wäre.

Nö. Pranger wurden schon lange abgeschafft.

Sebastian Suchanek

unread,
Apr 27, 2019, 12:04:45 PM4/27/19
to
Thus spoke Mathias Fuhrmann:

> Wie kann es rechtlich sein, daß unzählige Fakeshops, auch
> als de-Domain, weiterbestehen können, ohne daß sie
> gelöscht/gesperrt werden?
> [...]

Was genau verstehst Du unter "Fakeshops"?


Tschüs,

Sebastian

Mathias Fuhrmann

unread,
Apr 27, 2019, 3:57:59 PM4/27/19
to
Michael 'Mithi' Cordes schrieb:

> Mathias Fuhrmann füllte insgesamt 16 Zeilen u.a. mit:
>>Ob diese Begriffbestimmung reicht?
>>https://www.polizei-praevention.de/themen-und-tipps/fakeshops.html

> Die Liste beantwortet doch alle Fragen die du hast, oder?

Weitgehend (konnte noch nicht alles lesen/verarbeiten), war auch nur
wenige Minuten vor meinem letzten Post bei der Suche nach weiteren
Fakeshop-Listen darauf gestoßen.
Ich danke mir. ;-)

--
Mathias

Thomas Hochstein

unread,
Apr 28, 2019, 1:45:02 PM4/28/19
to
Lars Gebauer schrieb:

> * Mathias Fuhrmann:
>> Lars Gebauer schrieb:
>>> * Mathias Fuhrmann:
>>>> [...] mir fehlt aber eine Stelle, der ich
>>>> Gefahren melden kann und die vorsorglich etwas unternimmt, bevor das
>>>> Kind in den Brunnen gefallen ist.
>>
>>> "Vorsorglich"? - Wie stellst Du Dir das vor?
>>> Soll die Polizei auf eine Meldung a la "da ist ein komischer Shop, der
>>> könnte auf Betrügerei aus sein" hin tätig werden?
>>
>> Ja, in bestimmten Fällen.
>
> Nein. Wo sollte das hinführen?

Da macht man eben mal eine polizeiliche Shopkontrolle.

Ist's hingegen der Nachbar, der komisch wirkt, macht man halt 'ne
Wohnungskontrolle.

Dann hat alles seine Ordnung.

Dieter

unread,
May 15, 2019, 8:45:01 AM5/15/19
to
Am 29.04.2019 um 11:17 schrieb Mathias Fuhrmann:
> Thomas Hochstein schrieb:
>
> Ich liebe Theoretiker, vor allem, wenn sie versuchen, sich 'witzig' oder
> 'von oben herab' zu äußern. :-)
>

war doch ne passende antwort auf ne unsinnige frage

Dorothee Hermann

unread,
Jun 8, 2019, 8:50:22 AM6/8/19
to
Am 27.04.19 um 18:19 schrieb Mathias Fuhrmann:

> https://www.polizei-praevention.de/themen-und-tipps/fakeshops.html

Danke für den Hinweis.
Auch den Absatz:
"Ich haben eine möglichen Fakeshop gefunden, bin aber
nicht geschädigt. Wenn ich lediglich der Meinung bin,
einen Fakeshop gefunden zu haben, dann gibt es derzeit
nur geringe Möglichkeiten, dagegen vorzugehen.
Bei denic, der Vergabestelle für DE-Domains, finden Sie folgende
Informationen:
www.denic.de/aktuelles/informationen-zu-fake-shops/
aus o.a. Link finde ich gut.


Dorothee

Ulf.K...@web.de

unread,
Nov 13, 2019, 4:58:58 AM11/13/19
to
Am Dienstag, 23. April 2019 20:41:02 UTC+2 schrieb Christian Treffler:
> Mathias Fuhrmann schrieb:
>
> > Viele solche Seiten haben eine DE-Domain und ich war der Ansicht, daß es
> > irgendeine rechtliche Stelle hier gibt, welche Verstöße (z.B. Impressum
> > pp.) und offensichtliche Betrugsversuche verfolgt/unterbindet.
>
> Das eine hat mit dem anderen wenig zu tun. DE-Domain heißt, dass ein
> deutscher Registrar die Domain für den Betreiber registriert hat. Der
> Registrar unterliegt natürlich deutschem Recht, hat also zivilrechtlich
> einen Vertrag mit dem Betreiber. Und strafrechtlich die deutsche Justiz
> im Rahmen der Gesetze zu unterstützen.
> Da der Registrar keine hoheitlichen, erst recht keine juristischen
> Aufgaben hat, kann er Fake-Shops nicht einfach selbst abschalten.

Wurde mal einer wegen Beihilfe zum gewerbsmäßigen Betrug belangt?

Gruß, ULF

Wolfgang Jäth

unread,
Nov 13, 2019, 7:25:22 AM11/13/19
to
Am 13.11.2019 um 10:58 schrieb Ulf.K...@web.de:
>> Da der Registrar keine hoheitlichen, erst recht keine juristischen
>> Aufgaben hat, kann er Fake-Shops nicht einfach selbst abschalten.
>
> Wurde mal einer wegen Beihilfe zum gewerbsmäßigen Betrug belangt?

Offensichtlich hast du eine von der des Gesetzgebers deutlich
/abweichende/ Vorstellung des Begriffs "Beihilfe". Ich zitiere mal aus
https://de.wikipedia.org/wiki/Beihilfe_(Strafrecht)#Definition_des_BGH :

| Der Bundesgerichtshof definiert die Beihilfe wie folgt: "Wegen
| Beihilfe gemäß § 27 Abs. 1 StGB wird bestraft, wer *vorsätzlich*
| [Hervorhebung von mir] einem anderen zu dessen vorsätzlich begangener
| rechtswidriger Tat Hilfe leistet.

Wenn du also dem Registrar nachweisen kannst, dass er die Domain dem
Betrüger im *Wissen* um dessen kriminelle Absichten ("vorsätzlich") zur
Verfügung gestellt hat, reden wir weiter.

Wolf 'andernfalls gilt: Si tacuisses ...' gang
--
Donald Trump ist ein großer Visionär, der seiner Zeit weit voraus ist:
Er verbreitet schon jetzt den Slogan "make America great again", obwohl
dieser erst in der Ära /nach/ ihm seine volle Bedeutung entfalten wird.

Ulf.K...@web.de

unread,
Mar 3, 2020, 2:48:38 AM3/3/20
to
Am Mittwoch, 13. November 2019 13:25:22 UTC+1 schrieb Wolfgang Jäth:

> >> Da der Registrar keine hoheitlichen, erst recht keine juristischen
> >> Aufgaben hat, kann er Fake-Shops nicht einfach selbst abschalten.
> >
> > Wurde mal einer wegen Beihilfe zum gewerbsmäßigen Betrug belangt?
>
> Offensichtlich hast du eine von der des Gesetzgebers deutlich
> /abweichende/ Vorstellung des Begriffs "Beihilfe". Ich zitiere mal aus
> https://de.wikipedia.org/wiki/Beihilfe_(Strafrecht)#Definition_des_BGH :
>
> | Der Bundesgerichtshof definiert die Beihilfe wie folgt: "Wegen
> | Beihilfe gemäß § 27 Abs. 1 StGB wird bestraft, wer *vorsätzlich*
> | [Hervorhebung von mir] einem anderen zu dessen vorsätzlich begangener
> | rechtswidriger Tat Hilfe leistet.
>
> Wenn du also dem Registrar nachweisen kannst, dass er die Domain dem
> Betrüger im *Wissen* um dessen kriminelle Absichten ("vorsätzlich") zur
> Verfügung gestellt hat, reden wir weiter.
>
> Wolf 'andernfalls gilt: Si tacuisses ...' gang

Pardon, erst spät gesehen. Wieso entfällt Deiner Meinung nach
der Vorsatz, wenn der Registrar nachträglich in Kenntnis gesetzt
wurde und untätig blieb?

Gut, ggf. wäre da über Ingerenz zu diskutieren.

Arno Welzel

unread,
May 7, 2022, 4:13:13 AMMay 7
to
Mathias Fuhrmann:

> Wie kann es rechtlich sein, daß unzählige Fakeshops, auch als de-Domain,
> weiterbestehen können, ohne daß sie gelöscht/gesperrt werden?

Weil niemand dagegen klagt. Es gibt keine automatische Sperre
rechtswidriger Inhalte im Netz, sondern es muss auch jemand aktiv
dagegen vorgehen.

> Eine Meldung an private 'Warn-Webseiten' bringen auch keine Änderung.

Natürlich nicht. Die "Warn-Webseite" führen keine Anzeigen gegen die
Betreiber durch, sondern sammeln nur Hinweise.


--
Arno Welzel
https://arnowelzel.de

Arno Welzel

unread,
May 7, 2022, 4:17:04 AMMay 7
to
Mathias Fuhrmann:

[...]
> Viele solche Seiten haben eine DE-Domain und ich war der Ansicht, daß es
> irgendeine rechtliche Stelle hier gibt, welche Verstöße (z.B. Impressum
> pp.) und offensichtliche Betrugsversuche verfolgt/unterbindet.

Nein, wieso? Das würde ja bedeuten, dass *jede* Website *ständig*
regelmäßig auf illegale Aktivitäten hin geprüft werden muss.

> Wenn dem nicht so ist, dann stimmt der Vorwurf also weitgehend, daß das
> Internet einen rechtsfreien Raum darstellt. :-(

Nein, wieso? Es steht jedem frei, gegen Rechtsverstöße jurstisch
vorzugehen. Genauso wie man gegen Betrüge außerhalb des Internet auch
aktiv vorgehen muss.

> BTW: Die Fakeshop-Betreiber sind m.W. auf der ganzen Welt verteilt,
> zumindest die Server.

Ja, genauso wie Betrüger außerhalb des Internet.

Thomas Hochstein

unread,
May 7, 2022, 5:30:03 AMMay 7
to
Arno Welzel schrieb:

> Mathias Fuhrmann:
>
> [...]

Arbeitest Du jetzt die Wiedervorlagen von 2019 ab? ;)
--
Liste juristischer Online-Ressourcen: <https://th-h.de/law/lawlinks/>
Gesetzestexte, Rechtsprechung und Fundstellen: <http://dejure.org/>
Gesetze und Verordnungen (deutsches Bundesrecht): <http://buzer.de/>
Freie Rechtsprechungs-Dokumentation (Urteile): <http://openjur.de/>
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