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1...@gioia.aioe.org> <ncuo2p$deh$
6...@news.albasani.net>
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1...@gioia.aioe.org>
mike posted (via
aioe.org):
>On Wed, 23 Mar 2016 19:42:33 +0100, Einar von Vielen wrote:
>
>>Mike gab kund und zu wissen:
>>[…]
>>>mERKEL IST jÜDIN und hat den Auftrag dem bißchen Deutschland was noch
[snip]
>>So viel Schwachsinn auf einmal ist selten. Frau Merkel ist evangelisch
Und ihr Vater: evangelischer Pfarrer (Pastor).
>>und keine Jüdin. Woher habt ihr diesen Mist denn eigentlich immer?
>
>Merkels Muttersprache ist Hebräisch – sie ist Jüdin!
Keiner von den in Europa aufgewachsenen u. sozialisierten Juden
spricht Hebräisch (besser: Neuhebräisch) als *Muttersprache*
("Mame-Loschn").
Auch dann nicht, wenn sie diese Sprache ziemlich gut beherrschen
aufgrund des Religionsunterrichts (wo sie auch Aramäisch lernen)
und/oder vor allem aufgrund eines längeren Aufenthalts (mit
Sprachschulung) in Israel.
>ANGELA MERKEL wird als erstes Kind von HORST KASNER, geb. KAZMIERCZAK,
>und HERLIND KASNER, geb. JENTZSCH, 1954 in Hamburg (nach unbestätigten
>Quellen allerdings in den U.S.A.) geboren und bekommt den Namen ANGELA
>DOROTHEA KASNER. Sie hat (angeblich) zwei Geschwister, Bruder Marcus
>und Schwester Irene. Der Vater, uneheliches Kind von ANNA RYCHLICKA
>KAZMIERCZAK und LUDWIK WOJCIECHOWSKI, ist evangelischer Pfarrer; die
>Mutter, eine polnische Jüdin aus Galizien, Lehrerin. Ihr Großvater
>mütterlicherseits hieß LUDWIK KAZMIERCZAK, stammte aus Posen und
[snip]
>
https://wissenschaft3000.wordpress.com/2014/03/22/merkels-muttersprache-ist-hebraisch-sie-ist-judin/
>
>In der Knesset sprach Sie Hebräisch, Ihre Muttersprache!
*Fremdsprache*!
Allenfalls sprechen die in Israel Geborenen u. Aufgewachsenen
Hebräisch (Neuhebräisch) als *Muttersprache*.
Falls die obigen Angaben stimmen, also falls die biologische Mutter
des Vaters (Kasmiertschak-Kasner) nicht mit Anna Rychlicka gewesen
sein sollte, sondern eine nicht namentlich genannte und nicht näher
vorgestellte Frau jüdischen Glaubens aus Galizien, dann kann die
Kanzlerin auch abstammungsmäßig keine Jüdin sein. Allenfalls der
Vater, "ein Halbjude", aber mit jüdischer Mutter. (Fraglich, ob's
überhaupt stimmt.)
Die Muttersprache der Galizienjuden und aller Juden Osteuropas
war (und ist auch heute noch zT) die "jiddische Schbroch".
Diese ist eine süddeutsche Mundart, eng verwandt mit dem Altbair.
und den oberdeutschen Nachbarnmundartem der Dialektgruppe Schäbisch-
Alemannisch, sowie mit den Mundarten der Übergansregion vom
Bairischoberdeutschen zum Mitteldeutschen hin: Mainfränkisch und
Böhmendeutsch. Besonderheit: Im Wortschatz viele Lehnwörter aus
dem Hebräischen, vor allem mit religiösem Bezug, aber stark
verballhornt nach deutsch-jiddischer Phonetik; sowie ziemlich
viele slawische (hie und da sogar lateinische) Wörter. (Näheres
im 'Atlas der deutschen Sprache'.)
Beispiele:
A schajnem dank. ("schönen Dank")
A gesunt af dein kopp! ("Gesundheit auf deinen Kopf")
Asoj? Asoj gaht es! ("So? So geht es!" Vgl. mit aso statt so
im Altbairischen)
Alte mojd. ("alte Maid", Jungfer")
Ongeschtoppt mit Geld. ("Neureicher") ("angestopft")
A schlechter scholem is beßer wi a guter krig. (scholem: "Frieden")
Wi ir kont sich nischt forschteln, a schreklecheh Sach.
Hundert hajser sol er hobn, in jeder hojs a hundert tsimern,
in jeder tsimer tswonsik betn un kaduches sol im warfn fin (oder fun)
ejn bet in der tswejter.(kaduches 'eine Fieberkrankheit')
bist meschuggeh?
Tsum schtajn sol men klogen nor nit bei sich sol men trogen.
("Besser Sorgen u. Gam einem Stein beichten, als (...))
Eine Minderheit der osteuropäischen Juden sprachen (und
viele davon sprechen noch bis dato) - zuhause und in
der Gemeinde nicht Jiddisch, sondern Türkisch, und zwar
Varianten des Krimtatarischen. Diese Juden sind aber eine
wenig bekannte (mit Verbreitung in Litauen u. Polen) und sich
vom Mainstream stark unterscheidende Gruppe, der sog.
"Karaiten" ("Karaim", "Karajim"), die nur das hl. Buch
"Torah" akzeptieren, nicht aber die "Talmud"-Bände.
Aber auch die "orientalen" Juden Europas, vor allem die
"Sepharden" und die "Romanioten" (in Griechenland) sprachen
nicht Hebräisch als Muttersprache, sondern Dialekte, die sich
aus dem Spanischen entwickelt haben (manche sprechen diese
Mundarten auch heute noch).
>Auch die Kommentare oben lesen! Das macht jedenfals Sinn.
"Sinn"? Quatsch mit Soße. Ein bißchen mehr Bildung würde
nicht schaden. Es hängt bloß von der jeweiligen Lernresistenz
ab.
Und zum *eigentlichen Thema*: Seid Ihr nicht imstande, die
Politikerin aufgrund der politischen Schwächen u. Fehler
zu "demontieren"? Nur auf dieser infantilen Weise könnt
Ihr das, und zwar mit der Anspielung, ihr Vater sei ein
jüdischer "Polacke" und dessen Vater ein "antideutscher
Polacke", gewesen? Auf der anderen Seite sind Broders Kommentare
willkommen, nicht wahr? Falls seine Artikel in der "Welt"
zur Euren Gedankenwelt mit Ach und Würg passen. <ts-ts>
Lutz