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Der witzige Natzis... Patrick M.Rogozenski

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hans habiger

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Aug 23, 2005, 11:52:31 AM8/23/05
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Der Verein nadir.org, Betreiberin von Websiten, Mailinglisten und
anderen elektronischen Services fuer die Linke, wird von Patrick M.
Rogozenski, einem Anwalt aus Hamburg, wegen angeblicher
Persoenlichkeitsrechtsverletzung verklagt. Die Klage, die gleich
auf Landgerichtsebene in Hamburg verhandelt wird, richtet sich gegen
einen seit 1995 im nadir Online-Archiv abgelegten Artikel aus einer
antifaschistischen Broschuere zu rechten Hochschulgruppen in Hamburg(1).
Patrich M. Rogozenski wird in diesem Aufsatz als Mitglied der neurechten
Hochschulgruppe 146 genannt. Ausserdem steht darin, er habe die "Junge
Freiheit" abonniert und sei Mitglied des rechten "Gesamtdeutschen
Studentenverbandes".
http://www.nadir.org/nadir/aktuell/2005/08/16/29686.html


Und jetzt will er den Artikel weghaben... weil das beim "rechtsanwalten" wohl ein bisschen nervt
und peinlich ist...

Mit seiner Klage hat er auf jeden Fall schon mal geschafft, dass der Artikel ein besseres Ranking
auf google bekommen hat...

Platz 6, wenn man seinen Namen eintippt
Gartulation Herr Rogozenski

Gruppe 146

neurechte Kaderschmiede an der Uni

Die Gruppe 146 existierte an der Hamburger Universität nur in den Jahren 1988 bis 1990, ist aber das
bisher erfolg-
reichste Projekt der sog. Neuen Rechten in akademischen Kreisen gewesen. Außerdem war sie eine
Organistion von
Funktionären, die bis heute noch in einschlägigen Organisationen tätig sind. Deswegen soll hier noch
einmal kurz
geschildert werden, was sich damals an der Uni abspielte.

Im Sommer 1989 wurde das Gesuch der Deutschen Volksunion Liste D, an der Uni eine Hochschulgruppe zu

gründen, abgelehnt, weil ihre Parolen wie "Ausländer kassieren Milliarden - an uns Studenten wird
gespart..."1 zu
eindeutig rassistisch waren. Die Gruppe 146 machte dann erfolgreich vor, wie die Neue Rechte
strategisch vorgeht,
ohne sich durch plumpen Rassismus gleich selbst zu entlarven.

Sie nannte sich nach dem Artikel 146 des Grundgesetzes, in dem steht, daß das Grundgesetz an dem Tag
seine
Wirkung verliert, an dem sich das "wiedervereinigte Deutsche Volk" in freier Selbstbestimmung eine
neue Verfassung
gibt. Damit knüpften die 146er geschickt an die Diskussion im bürgerlichen Lager an, welches 1989
über die
Möglichkeit der DDR-Annexion nach Art. 23 oder 146 diskutierte und verfolgten damit außerdem ihr
eigenes Ziel. Ein
Teil der Neuen Rechten setzt nämlich auf die "legale" Machtergreifung entweder durch
Notstandsgesetze oder eben
durch den erwähnten Artikel; welcher Art die neue Verfassung dann sein soll, erübrigt sich zu
erläutern. Ein Ideologe,
der diese Diskussion immer wieder in neurechten Publikationen vorantreibt, ist der Hamburger
"Nationalmarxist" Dr.
Reinhold Oberlercher. Er muß als Begründer und Kopf der Gruppe 146 angesehen werden, auch wenn er
dieses
damals leugnete.2

In einem ihrer ersten Flugblätter stellte die Gruppe 146 fest "... die beiden Staaten in Deutschland
werden seit
Kriegsende von den beiden Supermächten für deren militärische Interessen als Frontstaaten
mißbraucht..." Mit der
These der zweifachen imperialistischen Unterdrückung (US- und UdSSR-Imperialismus), versuchte die
Neue Rechte
insbesondere in der Friedensbewegung damals Fuß zu fassen. Ihr Konzept der nationalrevolutionären
Befreiung aus
der angeblichen Unterdrückung, forderte ein vereinigtes, militärisch und ökonomisch starkes
Deutschland
aufzubauen. Das die BRD schon immer eigene imperialistische Ziele verfolgte, verschwiegen die Neuen
Rechten
wohlweislich. Im Sinne dieser Querfrontstrategie nach links, forderten auch die 146er "... die
Tabuisierung der
Nationalen Frage in weiten Teilen der etablierten Linken..." aufzugeben. Explizit auf die Linke war
auch die erste
Großveranstaltung der studentischen Vereinigung zugeschnitten. Sie lud die DDR-Bürgerrechtlerin
Freya Klier (die
allerdings auch schon in neurechten Publikationen geschrieben hatte), den DKP-Erneuerer Peter Schütt
(der heute
seine intimen Kenntnisse nutzt, um gegen ehemalige GenossInnen zu hetzen) und den ALer Volker
Schröder aus
Berlin ein, der allerdings nach Warnung von der Antifa absagte. Motto der Veranstaltung war
natürlich "Linke
Deutschlandpolitik."

Zu ihrer zweiten Veranstaltung lud die Gruppe 146 massenhaft ahnungslose DDR-BürgerInnen ein, die
als Claqueure
dienen sollten. Da inzwischen Oberlerchers politische Heimat und ein Aufruf der Gruppe in der
nationalrevolutionären
Zeitschrift "Wir Selbst" bekannt geworden war, verboten die Veranstalter den AntifaschistInnen den
Zutritt zu ihrer
"Öffentlichen Veranstaltung" und ließen 30 Personen, z.T. aus der Deutschen Volksunion und der
Hamburger Liste
Ausländerstopp, als Saalschützer aufmarschieren. Während draußen die neue SA auf Antifas
einprügelte, lauschte
drinnen die selbsternannte deutschnationale Elite den Ergüssen von Prof. Seiffert.3 Diese
Veranstaltung führte zum
Verbot von öffentlichen Veranstaltungen durch die Uni-Leitung, jedoch nicht aus inhaltlichen
Gründen, sondern zur
Erhaltung der Sicherheit und Ordnung. Der Versuch eines CDU-Abgeordneten die neurechten Studis,
mittels Anfrage
in der Hamburger Bürgerschaft, von dem Neofaschismus-Vorwurf rein- zuwaschen mißlang. Der Senat
erklärte: "In
dieser Gruppe arbeiten Personen mit, die den Rechtsextremisten zugeordnet werden. Darüber hinaus
findet eine
enge Zusammenarbeit mit verschiedenen als rechtsextremistisch bewerteten Organisationen statt., An
der öffentlichen
Veranstaltung der `Gruppe 146' am 19.1. 1990 an der Universität Hamburg nahm eine größere Anzahl von
Personen
teil, die den Rechtsextremisten zugeordnet werden. An der Demonstration des Bürgerforums für
deutsche Einheit am
3.2. 1990 in Hamburg waren neben Angehörigen der `Gruppe 146' überwiegend Rechtsextremisten, unter
ihnen
Mitglieder der Republikaner, Nationaldemokraten und Neonazis sowie Skinheads, beteiligt."4 Außerdem
nahmen an
der Demo noch Mitglieder der DVU, NL und der FAP teil, es war also das gesamte faschistische
Spektrum Hamburgs
vertreten.

Mit der erfolgreichen Brandmarkung wurde es ruhig um die Gruppe 146, sie machte nur noch eine
Veranstaltung an
der Führungsakademie der Bundeswehr mit Fregattenkapitän Löhlein, und seitdem ist sie nicht mehr
öffentlich in
Erscheinung getreten. Die ehemaligen Mitglieder sind jedoch immer noch aktiv in der rechten Szene
und haben
teilweise sogar Karriere gemacht5:

Volker Beeken

war 1979 stellvertretender Vorsitzender des Ostpolitischen Deutschen Studentenverbandes, dieser war
außerordentlicher Mitgliedsverband des Bundes der Vertriebenen. Die Nachfolgeorganisation dieser
revanchistischen Studentenorganisation ist der Gesamtdeutsche Studentenverband (GDS) in dem Beeken
Mitglied ist.
Außerdem war er Vorstandsmitglied des Unabhängigen Schülerbundes und ist Abonnent der Jungen
Freiheit. Ein
Herr Beeken ist auch Inhaber einer Firma namens Hansa Film GmbH, die alte Nazifilme vertreibt.

Ansgar Graw

ist seit längerem in der neurechten Szene tätig und publizierte in den Blättern Mut, Criticon und
Junge Freiheit . Er
begann seine publizistische Karriere beim Ostpreußenblatt, ist Mitglied in der Jungen
Landsmannschaft Ostpreußen,
war Teilnehmer an den Berliner Dienstagsgespräch und Moderator beim Studienzentrum Weikersheim,
seine
Brötchen verdient er beim Sender freies Berlin, wo er angeblich das besondere Vertrauen des
Intendanten genießt.
Ende 1994 wurde Graw von der Bundeszentrale für politische Bildung beauftragt eine Ausgabe ihrer
offiziellen
Zeitschrift Parlament zu konzeptionieren.

Hans T. Heckel

war 1991 Pressesprecher der nationalistischischen Deutschen Burschenschaft und ist noch Korporierter
in der
Burschenschaft Holzminda Göttingen. In der Deutschen Umschau, dem Organ der Vertriebenen schrieb er:
"... Am
Reich kommen die selbsternannten Bundesrepublikaner ebensowenig vorbei, wie sie an Deutschland
vorbei
konnten." Heute ist er Redakteur für Politik und Zeitgeschichte beim revanchistischen
Ostpreußenblatt, sein Bruder
Lutz Heckel war presserechtlich verantwortlich für die Flugblätter der Gruppe 146.

Baldur Jahn

ist Multifuntionär aus Hamburg und studiert dort im 27. Hochschulsemester Politik.

Er war von Okt `91 bis Mai `92 Redakteur bei der Jungen Freiheit und schreibt noch heute ständig für
die Zeitung,
ebenso für Criticon. Jahn war Kreisvorsitzender der Deutsch Sozialen Union (DSU) in Gleitheim,
gründete den
Arbeitskreis Geschichte und Gegenwart, welcher eine Ortsgruppe der DSU in Hamburg werden sollte und
ist
Sprecher der Vereinigung der Opfer des Stalinismus.

Ralf Look

ist Mitglied des Gesamtdeutschen Studentenverbandes und Chefredakteur bei der Pommernzeitung, dem
Blatt der
Pommerschen Landsmannschaft, außerdem ist er Korporierter in der Burschenschaft Obotritia-Alte
Rostocker und
Abonnent der Jungen Feiheit.

Patrick Rogozenski

ist Mitglied des Gesamtdeutschen Studentenverbandes und Abonnent der Jungen Freiheit.

Ulrich Schacht

referierte bei einer Veranstaltung und soll ebenfalls Mitglied der Gruppe 146 gewesen sein. Er ist
Redakteur bei der
Welt am Sonntag und mit Zitelmann und Schwilk zusammen Initiator des Berliner Appells, einer
schwarz-braunen
Initiative die sich den bürgerlichen Anti-Antifaschismus auf die Fahnen geschrieben hat. Als
Mitherausgeber ist er
außerdem an dem Buch "Die selbstbewußte Nation", beteiligt, indem rechtsintellektuelle Vordenker von
Ernst Nolte bis
zum Redakteur der Jungen Freiheit schreiben.

1 Schreiben der Univerwaltung an die Hochschulgruppe der Deutschen Volksunion Liste D (DVU) z.H.
Michael
Andrejewski, vom 03.08. 1989

2 Inzwischen ist durch einen Brief von Dieter Stein, dem Chefredakteur der Jungen Freiheit, an
Oberlercher eindeutig
belegt, daß dieser der Drahtzieher war. Stein stellte auch einen Kontakt in die DDR über den
NVA-Major der Reserve
Kai Guleikoff, alias Alexander Marwitz,her, wo die Gruppe 146 versuchte Mitglieder zu werben.

3 Dieser war Mitglied im Deutschlandrat, einer rechtsextremistischen Professorenriege, deren
Erklärung den REPs
als Vorlage für ihre deutschlandpolitischen Grundsätze diente. Auch im wissenschaftlichen Beirat des
Neuen
Deutschen Nationalvereins und als Teilnehmer des Berliner Dienstagsgesprächs ist der ehemalige
Honneker-Vertraute dabei. Seiffert schreibt gerne in MUT, Wir Selbst oder gibt der Jungen Freiheit
Interviews.

4Antwort des Senats auf die Schriftliche Kleine Anfrage des Abg. Dr. Kersten Rosenau, Drucksache
13/5466

5 Die Namen sind bis auf Ulrich Schacht aus einer Gegendarstellung der Gruppe 146 in der Hamburger
Rundschau
vom 1.3.1990.

[Aus: Antifaschistische Informationen, Rechte Organisationen in Hamburg, Nummer 1;
Erscheinungsdatum: 2. Juni `95;
Herausgegeben von: Bündnis keinen Fußbreit den Faschisten, c/o Schwarzmarkt, Kleiner Schäferkamp 46,
20357
Hamburg; e-mail: kf...@krabat.nadir.org]


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