Robert von Loewenstern
Strom aus Hühnchen
Annalena Charlotte Alma Baerbock, kurz A.C.A.B., zählt zu
den begabtesten Nachwuchskräften der deutschen Politik.
Nach Schnellkursen in Völkerball und Quotenphysik ge-
langen ihr innerhalb kürzester Zeit spektakuläre Ent-
wicklungen auf den Feldern Energiewirtschaft und Span-
nungsabfall. Baerbocks Beitrag zur Koboldforschung gilt
als bahnbrechend, genau wie ihre Lösung des Stromspeicher-
problems.
(...)
„Die Frage Energie und dass ja nicht immer die Sonne scheint
und so“
Aus nicht nachvollziehbaren Gründen erkannte keines der eta-
blierten Leitmedien die Bedeutung der Baerbock-Ausführungen
für die energetische Zukunft Deutschlands. Achgut dokumen-
tiert deshalb exklusiv in Schriftform den gesamten Text.
Das gesprochene Wort finden Interessierte hier
(ab Min. 16:13).
Maischberger:
„Sie sagen, der Speicher ist im Netz. Wo denn?“
Baerbock:
„Nein, auch da würde ich gerne, wenn man schon
mal so ne Sendung hat, einiges klarstellen. Ich hab in den
letzten vier Wochen, seitdem ich Kanzlerkandidatin bin,
Heftigstes erlebt. Ich hab auch eigene Fehler gemacht,
das, äh, daraus lernt man, dazu muss man stehen, aber was
ich schon krass finde, ist diese Art von Shitstorm, wo über
Fake News – wir kennen das aus den USA – Dinge behauptet werden.
Und das Argument, was Sie jetzt vorbringen, der Speicher ist am
Netz, das kenn ich schon seit drei Jahren, von der AfD sehr,
sehr deutlich betrieben.
Ich habe bei einer Deutschlandfunk-Sendung im Radio, als es
über die Frage Energie und dass ja nicht immer die Sonne
scheint und so, äh, gesagt, dass natürlich in Zukunft der
gesamte Energiemarkt, das gesamte Energiemarkt-Design neu
gedacht werden muss.“
„Da gibt es nicht mehr Atomkraftwerke und Kohlekraftwerke,
die laufen durch, sondern wir haben volatile Energie, das
heißt, Wind ist nur, wenn Wind weht, logischerweise, und
Sonne ist nur, wenn die Sonne scheint, wir haben Grundlast
durch Biomasse, und wir haben, und das ist neu, äh, das
ist auch interessant für Start-ups und Unternehmen, zum
Beispiel Rechenzentren, große Supermärkte, die dann als
Energieerzeuger in den Markt reinkommen.“
„Diejenigen, die sich klugerweise erfunden haben“
„Und wenn eine Kühlung, zum Beispiel, bei einem riesengroßen,
äh, Produzenten von minus 22 Grad in Zukunft dann auf 20 Grad,
minus 20 Grad runterkühlt, dann ist das Hühnchen immer noch
kalt, aber wir können an der Grundlast das Netz, und das
war mein Punkt, so stabilisieren, dass sich im Netz
die unterschiedlichen Akteure ausgleichen.
Verkürzt: Ja, das Netz wird in Zukunft – [wendet sich an In-
vestor Frank Thelen] Sie verdrehen die Augen, aber so isses –,
in Zukunft wird das Netz eine Rolle auch bei der Speicherung
spielen. Und weil Sie Speicher auch angesprochen haben, gerne …“
Maischberger unterbricht:
„Mhm, ich halte, ich halte mal ganz kurz fest: Es gibt diese
Speicher, die das so, so wie das klingt, die gibt es noch nicht,
das ist ja der Punkt gewesen von Herrn Thelen. Es gibt …“ –
Baerbock:
„Ja, aber das hab ich auch nie behauptet …“ – Maischberger:
„Ja, so klang das eben, dieses Zitat, das heißt also …“ –
Thelen:
„Aber in Ihrem Parteiprogramm …“
Baerbock:
„Na ja, im Parteiprogramm, also, wir können da gerne auch noch
mal Satz für Satz durchgehen, da geht’s genau um den Punkt,
äh, dass das Energiemarkt-Design neu reguliert werden muss.
Wenn wir über Speicher reden, da gibt’s, natürlich gibt es
Speicher, ich war bei zig Firmen, die die herstellen.
Das Problem ist gerade, dass – und das ist politisch gewollt,
von den Parteien, die derzeit regieren, [dreht sich zu Thelen]
Sie sind aber ein Fan auch der FDP – die sagen im Prinzip, über
Steuern reden wir gar nicht. Es gibt ‚ne Doppelbelastung von
Speichern. Das Problem ist da ja derzeit, diejenigen, die
sich klugerweise erfunden haben, wir speichern Strom.“
Gedankengrütze, Hirnmatsch, Wortsalat
„Wenn der Strom einmal in Speicher reingeht, zahlt er alle Ab-
gaben und Steuern, und wenn er wieder rausgeht, zahlt er das
auch. Das ist unwirtschaftlich! Kein logisch denkendes Unter-
nehmen sagt, damit kann ich den Markt generieren. Das heißt,
wir müssen an diesem Punkt einfach die Gesetzgebung ändern,
und die ist nicht durch Zufall da, sondern die ist bewusst da,
damit Speicher derzeit nicht wettbewerbsfähig sind, um alte,
fossile Kraftwerke zu sichern. Und das müssen wir ändern,
und das steht – sehr knapp, aber auf den Punkt – auch in
unserem Wahlprogramm.“
So weit die vollständig verschrifteten Ausführungen der
grünen Kanzlerkandidatin zur Stromspeicherung. Naturwissen-
schaftlich unzureichend Vorgebildete könnten an dieser Stelle
auf die Idee kommen, es handle sich hierbei um das Phänome-
nalste an Gedankengrütze, Hirnmatsch und Wortsalat, was
jemals seit Erfindung der Bundesrepublik aus einer führ-
enden Blitzbirne herausperlte. Inklusive aller Absonder-
ungen von Hair Force One Steinmeier und des sprechenden
Kleiderbügels, der das Auswärtige Amt besetzt.
Das ist natürlich Unsinn. Die künftige Lenkerin Deutschlands
ist – genau wie die aktuelle – sehr schnell im Kopf. Zu
schnell für die meisten Beobachter, wie auch die
Rezensionen der Maischberger-Sendung beweisen.
„Inhaltlich gut vorbereitet“
Die „Süddeutsche“, anerkannte Vorreiterin (...)
Die „FAZ“ zeigte sich begeistert .(...)
Die „Welt“ krittelte: (...)
Wenn also überall im Land wegen null Wind und nada Sonne
die Lichter ausgehen, dann schalten die Supermärkte auto-
matisch um von Kühlung auf Heizung. Heizung ist Wärme, und
Wärme ist Energie, das kennen Eltern vom Homeschooling. So
fließt die Energie von den TK-Hühnchen zurück ins Stromnetz,
und zack gehen in Deutschland die Lichter wieder an.
(...)
Bei eingehender Beschäftigung mit dem Thema merken Sie also:
Die Ideen des fleischgewordenen Thinktanks Baerbock sind
ebenso einfach wie genial. Wie alle große Erfindungen von
Rad bis Regendusche. Man wundert sich, warum nicht schon
früher jemand darauf gekommen ist. Das Netz ist der
Speicher, das ist hiermit bewiesen, denn „wir können an
der Grundlast das Netz so stabilisieren, dass sich im Netz
die unterschiedlichen Akteure ausgleichen.“ Man muss sich
nur ein bisschen auf „neues Denken“ einlassen. Beziehungs-
weise „neues Regulieren“, wie Neudenken in Grün heißt.
Ich jedenfalls bin überzeugt. Und ich schließe mich hier-
mit meinem weisen Freund Henryk M. Broder an:
Meine Stimme hat sie, die Annalena.
mehr mit Links, Video :
https://www.achgut.com/artikel/annalenas_strom_aus_huehnchen
Dummheit hat nun eine Farbe und die ist GRÜN.