Schlägerei vor Stadt-Galerie in Plauen: Spur führt in die Rechte Szene
Erschütterndes Bild über einen festen Neonazi-Kreis in der
Vogtlandstadt kommt ans Licht
Plauen. Es war einer der schlimmsten Tage des vergangenen Jahres in
Plauen: Am Nachmittag des 14. Oktober wurde vor der Stadt-Galerie ein
Ausländer verprügelt. Wenige Stunden später kam es zur Massen-
Schlägerei zwischen Sicherheitsmännern und Ausländern vor der
Diskothek N 1 in der Innenstadt. Der Vorfall vom Nachmittag vor der
Stadt-Galerie gilt als Auslöser.
Zur N1-Schlägerei hat die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen jetzt
eingestellt. Doch zumindest die Schlüsselszene, die Schlägerei im
Stadtzentrum, soll das Amtsgericht jetzt aufklären. Die
Staatsanwaltschaft Zwickau hat zwei Männer wegen gefährlicher
Körperverletzung angeklagt, 24 und 28 Jahre alt. Nach Recherchen der
"Freien Presse" gehört der 28-Jährige der rechten Szene an. Die Spur
seiner Fäuste führt bis zum Überfall auf die "Alte Kaffeerösterei" vor
mehr als sechs Jahren. Der 28-Jährige gehörte damals zum "Jungsturm",
der Nazi-Szene von Plauen. In der Heiligen Nacht 2005 war er demnach
dabei, als Rechtsextreme das bei Linken beliebte Jugendzentrum
überfallen und Nazi-Parolen gebrüllt hatten. Der heute 28-Jährige und
vier weitere Männer wurden verurteilt.
Stadtbekannter Schläger
Schon damals bezeichnete die Staatsanwaltschaft sie während des
Gerichtsprozesses als stadtbekannte Schlägertruppe. Monate vor dem
"Röste"-Überfall hatte der Plauener einen Mann krankenhausreif
geprügelt - ebenfalls am Tunnel. Mit einem Lächeln verließen die
jungen Männer 2006 den Gerichtssaal, weil sie offensichtlich mit ihren
Strafen zufrieden waren. Bis auf einen kamen sie mit Bewährung und
gemeinnütziger Arbeit davon.
Ihnen kamen ihre günstigen Sozialprognosen zugute, hieß es in der
Urteilsbegründung. Sie hatten Arbeit oder zumindest Aussicht auf
Anstellungen. Der 28-Jährige betrieb zeitweise einen Nazi-Laden.
Vieles spricht dafür, dass er nach wie vor einer gewaltbereiten Szene
angehört. Ebenfalls brisant: Mit ihm ist jetzt offenbar der kleine
Bruder eines alten Verbündeten angeklagt. Die Staatsanwaltschaft kann
nicht ausschließen, dass auch der ältere Bruder die Fäuste weiter im
Spiel hat. Im Zusammenhang mit der Massen-Schlägerei vor dem N 1 im
Oktober soll auch er im Visier der Ermittler gestanden haben. Auch der
Asylbewerber, den es nachmittags vor der Stadt-Galerie traf, tauchte
abends vor der Innenstadt-Disko wieder auf. Dort soll er
krankenhausreif geprügelt worden sein.
Was dort passierte in jener Nacht, kann die Staatsanwaltschaft nicht
aufklären. Sie hat ihre N1-Akten geschlossen, denn ihr fehlen neutrale
Zeugen - Unbeteiligte. "Es lassen sich niemandem konkrete Taten
zuweisen. Jeder, den wir dazu vernehmen, erzählt eine andere
Geschichte", sagt die Zwickauer Staatsanwältin Antje Dietsch.
Waren die Asylbewerber Täter oder Opfer? Eine Frage, die wohl nie
beantwortet werden wird. Klar ist nur, dass es drei Verletzte und
19.000 Euro Schaden gab.
Der "Jungsturm" soll sich nach dem Überfall auf die Kaffeerösterei
aufgelöst haben. Nach Einschätzungen von Szenekennern schloss sich der
feste Kern freien Kameradschaften an. Demnach gebe es außerdem
Hinweise, wonach "Jungsturm"-Mitglieder in Sicherheitsfirmen Arbeit
gefunden hätten.
Expertin: Gewaltbereite Gruppen
Katrin Siegel arbeitet bei Move, der Plauener Kontaktstelle gegen
Rechts. "Plauen hat eine feste Nazi-Szene. Es gibt hier gewaltbereite,
offensive Kameradschaften", sagt sie. Allerdings sei es schwer, die
Szene zu beobachten. Die Revolutionäre Nationale Jugend Vogtland RNJ,
die im April durch Plauen marschierte, habe vor etwa drei Wochen ihre
Internet-Seite stillgelegt. Gleichzeitig verteilte sie RNJ-Werbezettel
in Auerbach. Neben der RNJ haben die Move-Kontaktleute im Vogtland den
Widerstand Oelsnitz im Visier - eine Gruppe, die sich selbst als
klein, aber sehr aktiv bezeichnet.
Wenn solche Kameradschaften bei der Gerichtsverhandlung in zwei Wochen
eine Rolle spielen, dann höchstens am Rande. Vor Gericht zählen die
Straftaten selbst und nicht die politische Gesinnung.
Quelle:
http://www.freiepresse.de/LOKALES/VOGTLAND/Schlaegerei-vor-
Stadt-Galerie-in-Plauen-Spur-fuehrt-in-die-Rechte-Szene-
artikel8032390.php
Gruß Siggi
--
_______________________________________
RECHTSRADIKALE SIND:
.. Naiv
Primitiv
Dumm
_______________________________________