ist am Zickenrott Anti-Wehrdienst-Report was dran? Gibt es jemanden, der
durch Zickenrott erfolgreich oder nicht ausgemustert wurde?
Da Zickenrott keine Ausmusterung verspricht, um sich nicht der Anstiftung
zur Wehrkraftentziehung durch Täuschung schuldig zu machen, wird man wohl
schlecht bei einer nicht erfolgreichen Ausmusterung auf Erfüllung der
Leistung klagen können. Das mach mich sehr skeptisch.
Sonstige Meinungen?
MfG
Philipp Koch
-------
phil...@gmx.de
nochmal kurz eine Ergänzung (Zitat Zickenrott HotInfo.doc):
"Das Verteidigungsministerium hat den Rekrutennotstand bereits mehrfach
selbst zugegeben und auch meine schon oft gemachte Aussage, daß wegen
Rückenschmerzen und kaputten Knien niemand mehr ausgemustert wird,
bestätigt. (Nachrichtenmagazin Focus, Ausgabe 39/1993, Bericht
"Professioneller Simulanten-Berater brachte die Bundeswehr bereits um 6.000
Mann" in welchem über unsere Arbeit berichtet wurde.)"
Kann das ("Professioneller Simulanten-Berater brachte die Bundeswehr bereits
um 6.000 Mann") jemand bestätigen? Hat jemand diese Focus-Ausgabe?
1. Welchen riesigen Bürostab braucht dieser Zickenrott, um 6000 (in seiner
HP spricht er, glaub ich, sogar von 12000) bei der Ausmusterung zu helfen?
2. Wer gibt in der Öffentlichkeit freiwillig zu, dass er nur mit Hilfe
Zickenrotts ausgemustert wurde? Da hält doch jeder in der Regel das "Maul".
Servus
Franz
Philipp Koch <ma...@philipp-koch.de> schrieb in im Newsbeitrag:
857c11$317o$1...@news.nikoma.de...
> ist am Zickenrott Anti-Wehrdienst-Report was dran? Gibt es jemanden, der
> durch Zickenrott erfolgreich oder nicht ausgemustert wurde?
>
> Da Zickenrott keine Ausmusterung verspricht, um sich nicht der Anstiftung
> zur Wehrkraftentziehung durch Täuschung schuldig zu machen, wird man wohl
> schlecht bei einer nicht erfolgreichen Ausmusterung auf Erfüllung der
> Leistung klagen können. Das mach mich sehr skeptisch.
>
> Sonstige Meinungen?
Zickenrott ist für mich ein notorischer Betrüger dem man leider mit den
derzeitigen Rechtsmittel nichts anhaben kann.
Jeder sollte sich selber überlegen, ob man wirklich einen derartig hohen
Betrag ausgibt um sich ohne Absicherung auf ziemlich dünnes Eis zu begeben.
Philipp Koch <ma...@philipp-koch.de> schrieb in im Newsbeitrag:
857db7$tn$3...@news.nikoma.de...
> nochmal kurz eine Ergänzung (Zitat Zickenrott HotInfo.doc):
>
> "Das Verteidigungsministerium hat den Rekrutennotstand bereits mehrfach
> selbst zugegeben und auch meine schon oft gemachte Aussage, daß wegen
> Rückenschmerzen und kaputten Knien niemand mehr ausgemustert wird,
> bestätigt. (Nachrichtenmagazin Focus, Ausgabe 39/1993, Bericht
> "Professioneller Simulanten-Berater brachte die Bundeswehr bereits um
6.000
> Mann" in welchem über unsere Arbeit berichtet wurde.)"
>
> Kann das ("Professioneller Simulanten-Berater brachte die Bundeswehr
bereits
> um 6.000 Mann") jemand bestätigen? Hat jemand diese Focus-Ausgabe?
Das ist absoluter Schwachsinn. Die Bundeswehr hat zur zeit sogar ein
Überangebot an Rekruten, muß auf die Einberufung einiger sogar verzichten.
Unter www.focus.de kannst Du Dir die Ausgabe bestellen.
Aber glaub mir, Zickenrott nutzt die Angst vieler Wehrpflichtigen schamlos
aus und schürt sie noch durch solche Kommentare.
Denkst Du denn ernsthaft darüber nach, diesen Service in Anspruch zu nehmen,
sprich stehst Du vor Deiner Musterung ?
Tobias Walter schrieb:
> Aber glaub mir, Zickenrott nutzt die Angst vieler Wehrpflichtigen schamlos
> aus und schürt sie noch durch solche Kommentare.
Nachdem Zicki seinen AWR mal als schlecht gescannte gif-Dateien ins Netz
gestellt hat (wollte er damit eine Augenkrankheit für seine potentiellen
Klienten herausholen??? ;-))) ), sollte klar sein, was da eigentlich
gebacken ist. Ob man von Ausnutzen sprechen kann, sei dahingestellt,
klar ist jedoch: Da gibt es tatsächlich eine Lücke zu füllen.
Die meisten der 18-jährigen machen die ersten Erfahrungen mit den Mühlen
der Behörden tatsächlich erst dann, wenn der Musterungsbescheid kommt.
Die wissen einfach noch nicht, wie man welche Ansprüche geltend macht.
Wenn ich daran denke, dass ich (tatsächlich, ohne Scheiß) schon seit
meiner Kindheit unter nervlich bedingten Krankheiten leide, die mir mein
Arzt auch sofort attestiert hätte, dann packe ich mich heute an den
Kopf. Ich wusste damals einfach noch nicht, dass man nicht einfach so
zum Musterungsarzt gehen und sagen kann "Ich habe chronische Gastritis",
ohne die entsprechenden Belege vorzuzeigen.
Ich seh das doch immer wieder in dieser Gruppe: Die Naivität, die aus
vielen Fragen spricht ("Soll ich mich als Schwuchtel outen?" etc.),
zeigt doch sehr deutlich, dass man in diesem Alter meist noch nicht die
Mittel besitzt, gegenüber Behörden selbstbewusst aufzutreten. Dasselbe
bei meinem Bruder. Würde die BW erst Männer ab 30 mustern, solche mit
Berufserfahrung, die auch schon mal Kindergeld beantragt und
Steuererklärungen ausgefüllt haben, dann hätte sie es verdammt schwer.
Es fehlt den jungen Leuten meist auch die Erkenntnis, dass es nun mal
ungerecht zugeht im Leben. Ich habe mich damals komischerweise nie
gefragt, warum ausgerechnet Sportskanonen untauglich, ich hingegen, der
ich im Sportunterricht immer die Rolle des Schlusslichtes habe
übernehmen müssen, mit 2 gemustert wurde. Das liegt einfach daran, dass
ein Stapel Papier mit Stempeln drauf für eine Behörde alles bedeutet,
die eigene Aussage, mag sie noch so wahr sein, gar nichts. Es kann ja
auch nicht anders sein, denn ein Musterungsarzt guckt sich am Tag
bestimmt 20 Kandidaten an, und da kann er nicht mal eben eine Magen-
oder Darmspiegelung machen, Gewebeproben entnehmen, Knochen röntgen usw.
Wenn du bei den Kniebeugen nicht gerade blau anläufst und in Ohnmacht
fällst, kommst du totsicher mit ner 2 wieder nach Hause, da kann unter
der Haube noch so viel nicht in Ordnung sein.
These are the rules, und ein Zickenrott wäre sofort abgemeldet, würde
den jungen Männern eine umfangreiche Aufklärung über die Spielregeln zuteil.
--
bye, konstantin
konstantin soemer, passau/germany
home: www.soemer-online.de
phone: +49-851-7201057
>..... Würde die BW erst Männer ab 30 mustern, solche mit
>Berufserfahrung, die auch schon mal Kindergeld beantragt und
>Steuererklärungen ausgefüllt haben, dann hätte sie es verdammt schwer.
Du bringst es auf den Punkt. Das Militär nutzt das Vorrecht der Jugend -
noch etwas unbedarft / blöd zu sein - schamlos aus....
MfG
Veith
--
"Im übrigen bin ich dafür, daß Karthago zerstört werden muß."
Marcus Porcius Cato, der Ältere
home: http://www.snafu.de/~veith
Konstantin Soemer <kso...@hfm.uni-weimar.de> schrieb in im Newsbeitrag:
38798857...@hfm.uni-weimar.de...
>> Aber glaub mir, Zickenrott nutzt die Angst vieler Wehrpflichtigen
schamlos
>> aus und schürt sie noch durch solche Kommentare.
>
> Nachdem Zicki seinen AWR mal als schlecht gescannte gif-Dateien ins Netz
> gestellt hat (wollte er damit eine Augenkrankheit für seine potentiellen
> Klienten herausholen??? ;-))) ), sollte klar sein, was da eigentlich
> gebacken ist. Ob man von Ausnutzen sprechen kann, sei dahingestellt,
> klar ist jedoch: Da gibt es tatsächlich eine Lücke zu füllen.
> Die meisten der 18-jährigen machen die ersten Erfahrungen mit den Mühlen
> der Behörden tatsächlich erst dann, wenn der Musterungsbescheid kommt.
> Die wissen einfach noch nicht, wie man welche Ansprüche geltend macht.
> Wenn ich daran denke, dass ich (tatsächlich, ohne Scheiß) schon seit
> meiner Kindheit unter nervlich bedingten Krankheiten leide, die mir mein
> Arzt auch sofort attestiert hätte, dann packe ich mich heute an den
> Kopf. Ich wusste damals einfach noch nicht, dass man nicht einfach so
> zum Musterungsarzt gehen und sagen kann "Ich habe chronische Gastritis",
> ohne die entsprechenden Belege vorzuzeigen.
Das sehe ich anders, denn Zickenrott suggeriert auch denjenigen Erfolg, die
eigendlich kerngesund sind und das ist meines Wissens kriminell.
Man sollte sich vielleicht auch Mal Gedanken darüber machen, ob man bei dem
Versuch Zickenrotts Tips in die Tat umzusetzen vielleicht schlechter
gemustert wird, und so zwar zum Bund kommt, eine Menge cooler Sachen aber
verpasst oder nicht machen darf. Wie esagt, Zickenrott redet zwar davon, daß
er bereits 12.000 jungen Leuten den Dienst erspart hat, aber bewiesen ist
das nicht. Es gibt auch keine Angaben darüber, wieviele Leute es gem. seiner
Anleitung versucht, aber nicht geschafft haben.
Ich meine dämlich sind die Musterungsärzte ja auch nicht, und da jeder
Musterungsarzt befürchten muß, daß ein zweiter, Ihm unbekannter Arzt eine
zweite Musterungsmeinung erstellt, kann also auch nicht die Rede davon sein,
daß die Musterungsärzte schnell, unüberlegt oder fahrlässig handeln.
Außerdem wird jeder Wehrpflichtige bei seiner Musterung befragt, ob Leiden,
Krankheiten, Allergien, etc. bekannt sind. Soweit ich das noch weiß, wurde
sogar schriftlich befragt. Wer denn zu blöd ist den Mund aufzumachen oder zu
ängstlich ist und Krankheiten verschweigt, dem kann man nicht helfen.
Ich war lange genug in einer Grundausbildungseinheit als Ausbilder und habe
auch viele Wehrpflichtige gesehen, die im Nachhinein ausgemustert wurden,
weil Sie Ihre Allergie oder Ihr Leiden erst bei der Untersuchung zu Beginn
der AGA angegeben haben. Die hätten sich den Stress also sparen können.
Du sagst, daß viele junge Leute keinen Ahnung von Ihren Rechten haben. Ich
sage aber auch, daß viele junge Leute keinen oder einen absolut falschen
Eindruck von der Bundeswehr und dem Zivildienst haben, und deswegen
vielleicht zum Verweigern oder Betrug bei der Musterung neigen.
> Ich seh das doch immer wieder in dieser Gruppe: Die Naivität, die aus
> vielen Fragen spricht ("Soll ich mich als Schwuchtel outen?" etc.),
> zeigt doch sehr deutlich, dass man in diesem Alter meist noch nicht die
> Mittel besitzt, gegenüber Behörden selbstbewusst aufzutreten. Dasselbe
> bei meinem Bruder. Würde die BW erst Männer ab 30 mustern, solche mit
> Berufserfahrung, die auch schon mal Kindergeld beantragt und
> Steuererklärungen ausgefüllt haben, dann hätte sie es verdammt schwer.
> Es fehlt den jungen Leuten meist auch die Erkenntnis, dass es nun mal
> ungerecht zugeht im Leben. Ich habe mich damals komischerweise nie
> gefragt, warum ausgerechnet Sportskanonen untauglich, ich hingegen, der
> ich im Sportunterricht immer die Rolle des Schlusslichtes habe
> übernehmen müssen, mit 2 gemustert wurde. Das liegt einfach daran, dass
> ein Stapel Papier mit Stempeln drauf für eine Behörde alles bedeutet,
> die eigene Aussage, mag sie noch so wahr sein, gar nichts. Es kann ja
> auch nicht anders sein, denn ein Musterungsarzt guckt sich am Tag
> bestimmt 20 Kandidaten an, und da kann er nicht mal eben eine Magen-
> oder Darmspiegelung machen, Gewebeproben entnehmen, Knochen röntgen usw.
> Wenn du bei den Kniebeugen nicht gerade blau anläufst und in Ohnmacht
> fällst, kommst du totsicher mit ner 2 wieder nach Hause, da kann unter
> der Haube noch so viel nicht in Ordnung sein.
Klar, der Musterungsarzt kann bei der kurzen Untersuchung keine großartigen
Dinge unternehmen, deswegen wird der Wehrpflichtige bei Problemen auch zu
einem Facharzt geschickt und die Entscheidung aufgeschoben. Wenn nötig kann
auch ein zweiter Untersuchungstermin anberaumt werden.
Und ich möchte das mal so ausdrücken, unter den zivilen Fachärzten gibt es
einige, die bei langen und intensivem Betteln schon mal was auf das Attest
schreiben, was nicht der Wahrheit entspricht.
Das ist ja auch ein Problem der Wirtschaft in Deutschland, was den selben
Ursprung hat.
Veith <ve...@snafu.de> schrieb in im Newsbeitrag:
85dgdr$rac$4...@unlisys.unlisys.net...
>>> Aber glaub mir, Zickenrott nutzt die Angst vieler Wehrpflichtigen
>>> schamlos aus ....
>
>> ..... Würde die BW erst Männer ab 30 mustern, solche mit
>> Berufserfahrung, die auch schon mal Kindergeld beantragt und
>> Steuererklärungen ausgefüllt haben, dann hätte sie es verdammt schwer.
>
> Du bringst es auf den Punkt. Das Militär nutzt das Vorrecht der Jugend -
> noch etwas unbedarft / blöd zu sein - schamlos aus....
Aha, die Jugend hat also das Vorrecht "blöd" zu sein.
Wer bei der Musterung zu blöd ist die Fragen auf dem Fragebogen durchzulesen
und zu verstehen und dann noch zu blöd ist das Maul aufzumachen wenn er nach
Leiden, Allergien und Problemen gefragt wird, der hat es vielleicht nicht
anders verdient. Wer da nämlich wahrheitsgemäß antwortet und wirklich etwas
hat, der wird auch dementsprechend gemustert.
Aber Du kannst ja den Kampf für die Aufklärung der Jugend über das böse böse
Militär aufnehmen.
Aber Zickenrott ist und bleibt ein Betrüger, denn er suggeriert gesunden
Wehrpflichtigen für 650 DM die Chance zur Ausmusterung.
> > Du bringst es auf den Punkt. Das Militär nutzt das Vorrecht der Jugend -
> > noch etwas unbedarft / blöd zu sein - schamlos aus....
>
> Aha, die Jugend hat also das Vorrecht "blöd" zu sein.
> Wer bei der Musterung zu blöd ist die Fragen auf dem Fragebogen
durchzulesen
> und zu verstehen und dann noch zu blöd ist das Maul aufzumachen wenn er
nach
> Leiden, Allergien und Problemen gefragt wird, der hat es vielleicht nicht
> anders verdient. Wer da nämlich wahrheitsgemäß antwortet und wirklich
etwas
> hat, der wird auch dementsprechend gemustert.
Genau! Wer wahrheitsgemäß antwortet und wirklich etwas hat, das aber den
Betrieb beim Militär in keiner Form stören würde und keinen zusätzlichen
Aufwand oder Kosten für die BW verursacht, wird tauglich gemustert.
Wer aber eine Gewürzallergie (da müßte ja extra gekocht werden) hat, weiche
Kontaktlinsen (ist tatsächlich passiert) trägt, oder Spitzensportler ist,
wird ausgemustert.
>Aber Du kannst ja den Kampf für die Aufklärung der Jugend über das böse
böse
> Militär aufnehmen.
Jawohl. Das wäre wirklich nötig, daß jemand den Kampf gegen das böse Militär
aufnimmt und der Menschheit endlich mal die Augen öffnet: *g*
Vor 20.000 Jahren war das Leben noch ein ständiger Kampf ums Dasein.
Mißtrauen, Feindseligkeit, und Aggression sicherten das tägliche Überleben.
Die Frauen blieben in der Höhle und kümmerten sich um die Kinder, die Männer
jagten draußen allerlei wildes Getier. Und wer zu dumm oder zu schwach war,
mußte eben verhungern. Natürliche Auslese. Und heute? Da geht man in den
Supermarkt um die Ecke und kauft sich was man braucht. Jagen und Töten sind
nicht mehr notwendig.
Nun. Die Technologie und die Lebensbedingungen haben sich in den letzten
Jahrhunderten sehr stark weiterentwickelt, die Evolution hinkt da aber noch
hinterher. Der Trieb zum Jagen und Töten ist daher beim Mann immer noch
stark ausgeprägt. Und eben diese Triebe macht sich das böse Militär zu
nutze. So einfach ist das.
> Aber Zickenrott ist und bleibt ein Betrüger, denn er suggeriert gesunden
> Wehrpflichtigen für 650 DM die Chance zur Ausmusterung.
Nun ja. 650 DM ist wirklich ein bißchen happig. Das steht wahrscheinlich
auch nichts anderes drin, als auf Unzurechnungsfähigkeit oder Gewürzallergie
zu plädieren.
Peter Alzheimer
ja, man darf da nur nicht stehen bleiben...
>....Wer da nämlich wahrheitsgemäß antwortet und wirklich etwas
>hat, der wird auch dementsprechend gemustert.
Das ist doch das Problem, den Jugendlichen wird "was vom Pferd erzählt" und
wer's glaubt ist der Dumme...
Veith <ve...@snafu.de> schrieb in im Newsbeitrag:
85g0jp$1im$3...@unlisys.unlisys.net...
> Das ist doch das Problem, den Jugendlichen wird "was vom Pferd erzählt"
und
> wer's glaubt ist der Dumme...
Wo bitte habe ich erzählt, daß einem Jugendlichen etwas vom Pferd erzählt
wird ?
Die Frage "Haben sie irgendwelche Krankheiten, Beschwerden oder Allergien ?"
ist doch selbst für jeden noch so dämlichen Idioten zu verstehen, oder.
Besonders wenn die Frage erst schriftlich und dann mündlich noch mal
erfolgt. Da haben selbst Analphabeten keine Möglichkeit mehr zu sagen "Ich
habe es nicht verstanden".
Wenn Du jetzt meinst, daß der Jugendliche die Feststellungen des Arztes
nicht versteht, dann frage ich Dich aber, was Dich daran stört, wenn jemand
schlechter gemustert wird, als er selber denkt. Damit dürftest Du kein
Problem haben, denn das kann maximal dazu führen, daß jemand ausgemustert
wird, obwohl er gerne hin wollte.
Andersrum, daß jemand besser gemustert wird, als er wirklich ist, mag zwar
in wenigen Einzelfällen vorkommen, doch in der Regel müssen Ärzte gerade mit
dem Musterungsurteil sehr vorsichtig umgehen, denn a) wird in der
Hauptuntersuchung die Meinung eines zweiten Arztes eingeholt, und welcher
Arzt läßt sich schon gerne Inkompetenz nachweisen, und b) kann es für den
Arzt schwere folgen haben, wenn er ein leiden des Wehrpflichtigen nicht
erkennt, dieses aber später zu Problemen führt. ich selbe habe mal so einen
Fall erlebt, da hat der Musterungsarzt einen Herzfehler nicht erkannt von
dem der wehrpflichtige nichts wußte. Und obwohl der Arzt bei der Musterung
einen Herzfehler nicht feststellen kann, hat es irre Ärger gegeben.
Tobias Walter schrieb:
> Das sehe ich anders, denn Zickenrott suggeriert auch denjenigen Erfolg, die
> eigendlich kerngesund sind und das ist meines Wissens kriminell.
Jaja, klar, da wollen wir gar nicht erst lange um den heißen Brei reden.
Ich habe mich ja nun durch die gif-Dateien gewühlt, und die Sache ist
klar. (Wobei anzumerken ist, dass die genannten Symptome tatsächlich
völlig ins Schwarze treffen: fast alles schwer nachweisbar).
Darauf wollte ich aber gar nicht hinaus. Ich fragte mich: Wieso entsteht
in dieser Gruppe immer wieder eine große Nachfrage? Wieso sind soviele
junge Leute daran interessiert?
Ich bringe das eben mit dem Grundtenor der meisten Anfängerfragen hier
in Verbindung, auch mit derjenigen Haltung, die mein Bruder an den Tag
legt. Ich erkenne mich darin voll wieder, und zwar 10 Jahre jünger. Es
fehlt einfach Lebenserfahrung; man glaubt, es mit Menschen zu tun zu
haben und kann sich noch nicht vorstellen, dass man von einer Behörde in
die Pflicht genommen wird.
> Ich meine dämlich sind die Musterungsärzte ja auch nicht, und da jeder
> Musterungsarzt befürchten muß, daß ein zweiter, Ihm unbekannter Arzt eine
> zweite Musterungsmeinung erstellt, kann also auch nicht die Rede davon sein,
> daß die Musterungsärzte schnell, unüberlegt oder fahrlässig handeln.
Blödsinn. Die Herren Kollegen wissen sehr genau, wie die
Arbeitsbedingungen sind. Und sie wissen, dass ein wirklich fundiertes
gesundheitliches Gutachten in ein paar Minuten gar nicht möglich ist. Da
möchte ich den Arzt mal sehen, der Ärger kriegt. Es geht da doch allein
um Absicherung: Hat der "Volljährige" eine Krankheit nicht per Attest
belegt, so dürfte der Musterungsarzt juristisch abgesichert sein.
> Krankheiten, Allergien, etc. bekannt sind. Soweit ich das noch weiß, wurde
> sogar schriftlich befragt. Wer denn zu blöd ist den Mund aufzumachen oder zu
> ängstlich ist und Krankheiten verschweigt, dem kann man nicht helfen.
Ich wurde lediglich befragt. Und ich habe alles wahrheitsgemäß
angegeben, was den Musterungsarzt überhaupt nicht interessierte. Null!
Eine Sportskanone aus meinem Bekanntenkreis kam hingegen auf T5. Er
hatte flotte Atteste vom Knochendoktor, war wohl ne ganz heiße Sache.
> Du sagst, daß viele junge Leute keinen Ahnung von Ihren Rechten haben. Ich
> sage aber auch, daß viele junge Leute keinen oder einen absolut falschen
> Eindruck von der Bundeswehr und dem Zivildienst haben, und deswegen
> vielleicht zum Verweigern oder Betrug bei der Musterung neigen.
Na, wo kommt dieser Eindruck denn her?
Die Glotze ist voll von starken Truppentypen, kaum etwas wird derart
schmackhaft gemacht wie das Soldatendasein, kaum etwas appelliert so
deutlich an männerbündlerische Grundinstinkte. Man sollte eigentlich
meinen: Genau richtig für die jungen Leute, die zumeist noch dazu
neigen, sich von den Wellen des Lebens tragen zu lassen anstatt das
Leben in die Hand zu nehmen. Aber trotzdem will kaum jemand freiwillig
zum Bund. Das kann doch nur am Bund selber liegen.
> Klar, der Musterungsarzt kann bei der kurzen Untersuchung keine großartigen
> Dinge unternehmen, deswegen wird der Wehrpflichtige bei Problemen auch zu
> einem Facharzt geschickt
Kann ich mich nicht dran erinnern.
> Und ich möchte das mal so ausdrücken, unter den zivilen Fachärzten gibt es
> einige, die bei langen und intensivem Betteln schon mal was auf das Attest
> schreiben, was nicht der Wahrheit entspricht.
> Das ist ja auch ein Problem der Wirtschaft in Deutschland, was den selben
> Ursprung hat.
Das ist das Problem des Bürokratentums. Scheine und Belege öffnen jede
Tür.
bye, konstantin
Konstantin Soemer <kso...@fossi.uni-weimar.de> schrieb in im Newsbeitrag:
387C5F83...@fossi.uni-weimar.de...
>> Ich meine dämlich sind die Musterungsärzte ja auch nicht, und da jeder
>> Musterungsarzt befürchten muß, daß ein zweiter, Ihm unbekannter Arzt eine
>> zweite Musterungsmeinung erstellt, kann also auch nicht die Rede davon
sein,
>> daß die Musterungsärzte schnell, unüberlegt oder fahrlässig handeln.
>
> Blödsinn. Die Herren Kollegen wissen sehr genau, wie die
> Arbeitsbedingungen sind. Und sie wissen, dass ein wirklich fundiertes
> gesundheitliches Gutachten in ein paar Minuten gar nicht möglich ist. Da
> möchte ich den Arzt mal sehen, der Ärger kriegt. Es geht da doch allein
> um Absicherung: Hat der "Volljährige" eine Krankheit nicht per Attest
> belegt, so dürfte der Musterungsarzt juristisch abgesichert sein.
Ja, so ist es nun mal, aber der Sogfaltspflicht ist damit nich genüge getan.
Aus diesem Grund werden Wehrpflichtige nach der Einberufung auch nochmals
intensiv durchgecheckt und spätestens hier wird bei Unklarheiten ein
Facharzt zu Rate gezogen. Glaub mir, ich war lange genug Ausbilder in einer
Grundausbildungseinheit. Bevor nicht alle Bedenken oder Einwände der Ärzte
wiederlegt sind, darf man den Rekruten noch nicht mal schief ansehen.
>> Krankheiten, Allergien, etc. bekannt sind. Soweit ich das noch weiß,
wurde
>> sogar schriftlich befragt. Wer denn zu blöd ist den Mund aufzumachen oder
zu
>> ängstlich ist und Krankheiten verschweigt, dem kann man nicht helfen.
>
> Ich wurde lediglich befragt. Und ich habe alles wahrheitsgemäß
> angegeben, was den Musterungsarzt überhaupt nicht interessierte. Null!
> Eine Sportskanone aus meinem Bekanntenkreis kam hingegen auf T5. Er
> hatte flotte Atteste vom Knochendoktor, war wohl ne ganz heiße Sache.
Ich weiß ja nicht was Du angegeben hast bzw. wie Du gemustert wurdest, aber
ich kann mir nicht vorstellen, daß es den Ärzten egal ist, was Du von Dir
gibst.
>> Du sagst, daß viele junge Leute keinen Ahnung von Ihren Rechten haben.
Ich
>> sage aber auch, daß viele junge Leute keinen oder einen absolut falschen
>> Eindruck von der Bundeswehr und dem Zivildienst haben, und deswegen
>> vielleicht zum Verweigern oder Betrug bei der Musterung neigen.
>
> Na, wo kommt dieser Eindruck denn her?
> Die Glotze ist voll von starken Truppentypen, kaum etwas wird derart
> schmackhaft gemacht wie das Soldatendasein, kaum etwas appelliert so
> deutlich an männerbündlerische Grundinstinkte. Man sollte eigentlich
> meinen: Genau richtig für die jungen Leute, die zumeist noch dazu
> neigen, sich von den Wellen des Lebens tragen zu lassen anstatt das
> Leben in die Hand zu nehmen. Aber trotzdem will kaum jemand freiwillig
> zum Bund. Das kann doch nur am Bund selber liegen.
Nein, das ist nicht der Fall und die Werbespots im Fernsehen werden von
Jugendlichen kaum beachtet. Man schenkt den Erzählungen von Freunden ehr
Glauben, doch erfahrungsgemäß neigen Wehrpflichtige zu starken
Übertreibungen. Da wird aus Laufen im Sand schon mal schnell kriechen im
Dreck um im Freundeskreis darzulegen, wie schwer man beim Bund rangenommen
wird und was für ein toller Hecht man ist.
Du mußt doch selber zugeben, daß Du wahrscheinlich einige Meinungen über den
Dienst bei der Bundeswehr vom Hören-Sagen her gebildet hast, ohne jemals
etwas davon zu sehen.
>> Klar, der Musterungsarzt kann bei der kurzen Untersuchung keine
großartigen
>> Dinge unternehmen, deswegen wird der Wehrpflichtige bei Problemen auch zu
>> einem Facharzt geschickt
>
> Kann ich mich nicht dran erinnern.
Erlebe ich regelmäßig. Und nicht selten kommt der mit einem Ergebniss
zurück, das seine Tauglichkeit verändert. Bis hin zur nachträglichen
Ausmusterung die ich ja schon dargelegt habe.
>> Und ich möchte das mal so ausdrücken, unter den zivilen Fachärzten gibt
es
>> einige, die bei langen und intensivem Betteln schon mal was auf das
Attest
>> schreiben, was nicht der Wahrheit entspricht.
>> Das ist ja auch ein Problem der Wirtschaft in Deutschland, was den selben
>> Ursprung hat.
>
> Das ist das Problem des Bürokratentums. Scheine und Belege öffnen jede
Tür.
Man könnte das ändern, indem man die entsprechende Person zu einem Arzt des
eigenen Vertrauen schicken kann, aber leider herrscht in diesem Land immer
noch die frei Wahl des Arztes und da wird natürlich lieber der Schwager oder
der Sohn des Nachbarn genommen.
Tobias Walter schrieb:
> Facharzt zu Rate gezogen. Glaub mir, ich war lange genug Ausbilder in einer
> Grundausbildungseinheit. Bevor nicht alle Bedenken oder Einwände der Ärzte
> wiederlegt sind, darf man den Rekruten noch nicht mal schief ansehen.
Ich glaube dir das sofort. Das System hat genau diese Archillesferse,
und genau dort setzt Herrn Zickenrotts Ratgeber ja auch an: Man schlägt
die juristischen Mühlen quasi mit ihren eigenen Waffen, wenn man ihnen
die entsprechenden Belege vorlegt. "Rechtsstaat" - das heißt, dass der
Bürger gegen jedwedes Unrecht auf 1000 & 1 Wegen vorgehen kann;
"Rechtstaat" bedeutet aber auch, dass die Parteien penibelst die
juristischen Modalitäten kennen müssen.
> Nein, das ist nicht der Fall und die Werbespots im Fernsehen werden von
> Jugendlichen kaum beachtet.
Allein die Tatsache, dass es Spots gibt, belegt doch den Bedarf der BW,
ihr Image aufzupolieren. Sie steht nicht gut da.
> Man schenkt den Erzählungen von Freunden ehr
> Glauben, doch erfahrungsgemäß neigen Wehrpflichtige zu starken
> Übertreibungen. Da wird aus Laufen im Sand schon mal schnell kriechen im
> Dreck um im Freundeskreis darzulegen, wie schwer man beim Bund rangenommen
> wird und was für ein toller Hecht man ist.
Genau das ist bei Gesprächen über den Bund aber nie durchgekommen.
Einige haben sich sogar gefreut, weil sie ihren Bundi-LKW-Führerschein
auf einen zivilen umschreiben lassen konnten. Das, was den Leuten stank,
war nicht die ein oder andere "Rödelei", die niemals mit großartigem
Heldentum in Verbindung gebracht wurde, sondern die Sinnlosigkeit, die
Tristesse der Kaserne, das unnütze Verballern von Steuergeldern, der
Befehlston, der unflätige Soldatenjargon (Gasübungsraum = "Eichmanns Hobbyraum").
> Du mußt doch selber zugeben, daß Du wahrscheinlich einige Meinungen über den
> Dienst bei der Bundeswehr vom Hören-Sagen her gebildet hast, ohne jemals
> etwas davon zu sehen.
Was ich davon gesehen habe bei einem Besuch in der Augustdorfer
Rommel-Kaserne, war eine Tristesse sondersgleichen. Wir waren dann in
einem von diesen Saufläden, wo sich ein paar Leute in Uniform die Kante
gaben. Zu kaufen gab es Cola, Bier, Buletten, Snickers und Pornohefte.
Der widerlichste Ort, dessen ich je ansichtig wurde.
Bundis habe ich wochenends auch immer wieder im Zug gesehen. Ich kann
mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass diese Menschen auch ohne
Uniform so drauf sein können.
> Erlebe ich regelmäßig. Und nicht selten kommt der mit einem Ergebniss
> zurück, das seine Tauglichkeit verändert. Bis hin zur nachträglichen
> Ausmusterung die ich ja schon dargelegt habe.
Klar, die Mühlen der Justiz; siehe oben. Voraussetzung ist, dass der
Wehrpflichtige seine Rechte kennt. Oder, genauer: seine
Rechtsmöglichkeiten. *Wie* er zu den entsprechenden Scheinen kommt, ist
scheißegal. Genau das macht diesen Zickenrott ja so brisant. Mag ja
sein, dass sein AWR keine 500 Mark wert ist, aber man kann nicht gerade
behaupten, es sei nichts dran an dem, was er so schreibt.
> Man könnte das ändern, indem man die entsprechende Person zu einem Arzt des
> eigenen Vertrauen schicken kann, aber leider herrscht in diesem Land immer
> noch die frei Wahl des Arztes und da wird natürlich lieber der Schwager oder
> der Sohn des Nachbarn genommen.
Du übertreibst. Beileibe nicht jeder hat einen Arzt in der
Verwandtschaft.
Das Problem liegt mE eher darin, dass die Justiz mit ihren haarkleinen
Paragraphen nicht für Gerechtigkeit sorgen *kann*. Das Leben lässt sich
nicht in Regelwerk fassen. Wer z.B. weiß, dass z.B. eine Gastritis nur
mit umfangreichen Untersuchungen nachweisbar ist, eine psychosomatische
u.U. überhaupt nicht, der hat doch schon die halbe Miete. Der muss nur
noch einen Weißkittel finden, der ihm Glauben schenkt - und schwupps! -
hat er einen Attest, unabhängig davon, ob er tatsächlich an einer
Gastritis leidet oder nicht. Und dieser Attest zählt, er hat juristische
Relevanz. Ein Mensch mit diesem Wissen, mit Lebenserfahrung, und dazu
mit schauspielerischem Talent, ist ganz klar im Vorteil gegenüber
anderen. Und das Credo der kapitalistischen Gesellschaftsordnung will es
ja auch so, dass der "schlaue Kämpfer" gewinnt. So what?
Beispiel: Ich fresse mich derzeit in der Passauer Mensa durch. Sehr
angenehm. Die Berechtigung dafür erwarb ich, indem ich mich vor zwei
Jahren bei Antritt meines Referendariats für ein Semester Informatik
einschrieb, in dem Glauben, ich könnte mal die ein oder andere Vorlesung
besuchen und mich weiterbilden. Als ich den Zweigschuleinsatz nach
Bamberg kam, war ich längst zwangsexmatrikuliert, mein Ausweis galt aber
noch eine Woche. Gegen Vorlage dieses Ausweises bekam ich einen
internationalen Studiausweis mit einem Jahr Gültigkeit! Dieser Ausweis
wiederum war nach meiner Rückkehr nach Passau fast abgelaufen, aber ich
konnte mit seiner Hilfe noch eine Mensa-Card bekommen. Der Studi an der
Vergabestelle hat sich zunächst etwas geziert. In solchen Momenten kommt
es ganz einfach auf Menschenkenntnis an. Man muss ganz einfach wissen,
oder besser gesagt, fühlen, was diejenigen Leute gerade umtreibt, die
die wichtigen Scheine ausstellen. Hat in diesem Falle geklappt. Hat man
den Schein, so öffnen sich sofort diejenigen Tore, die ohne Schein wie
zuzementiert sind.
Den "Hauptmann von Köpenick" gibt es noch heute, tausendfach. Er ist nur
möglich, weil das Leben etwas anderes ist als das, was das Gesetz daraus
machen zu können glaubt. Wer das begriffen hat, fährt gut.
Konstantin Soemer <kso...@hfm.uni-weimar.de> schrieb in im Newsbeitrag:
387E3897...@hfm.uni-weimar.de...
>> Facharzt zu Rate gezogen. Glaub mir, ich war lange genug Ausbilder in
einer
>> Grundausbildungseinheit. Bevor nicht alle Bedenken oder Einwände der
Ärzte
>> wiederlegt sind, darf man den Rekruten noch nicht mal schief ansehen.
>
> Ich glaube dir das sofort. Das System hat genau diese Archillesferse,
> und genau dort setzt Herrn Zickenrotts Ratgeber ja auch an: Man schlägt
> die juristischen Mühlen quasi mit ihren eigenen Waffen, wenn man ihnen
> die entsprechenden Belege vorlegt. "Rechtsstaat" - das heißt, dass der
> Bürger gegen jedwedes Unrecht auf 1000 & 1 Wegen vorgehen kann;
> "Rechtstaat" bedeutet aber auch, dass die Parteien penibelst die
> juristischen Modalitäten kennen müssen.
Hier geht es aber nicht daraum, gegen Unrecht vorzugehen, hier und damit bei
Zickenrott geht es darin, mit Mitteln gegen nichts vorzugehen und somit
Unrecht zu produzieren.
Außerdem geht es hier auch nicht um etwas juristisches sondern um etwas
medizinisches.
Ein Wehrpflichtiger braucht die Dinge in der Regel nicht zu Wissen, die
Zickenrott für Geld anbietet, denn ist er gesund, dann ist er tauglich und
wird dementsprechend gemustert und eingesetzt, hat er Leiden wird er
ebenfalls dementsprechend gemustert und dementsprechend eingesetzt.
Das ist nun mal Fakt und das hat nichts mit Wissen und Unwissen zu tun.
>> Nein, das ist nicht der Fall und die Werbespots im Fernsehen werden von
>> Jugendlichen kaum beachtet.
>
> Allein die Tatsache, dass es Spots gibt, belegt doch den Bedarf der BW,
> ihr Image aufzupolieren. Sie steht nicht gut da.
Die Werbespots dienen hauptsächlich dazu Nachwuchs im Bereich der
Zeitsoldaten und Berufssoldaten zu gewinnen. Für etwas was gesetzlich
festgeschrieben ist, braucht man schließlich keine Werbung zu machen.
Und was das Image der Bundeswehr angeht, so bin ich zwar der Meinung, daß es
noch viel zu verbessern gibt, aber das geht so lange nicht, wie es in
Deutschland politische Gruppierungen gibt, die Soldaten als Mörder
hinstellen und versuchen das berufsbild Soldat und jeden Wehrpflichtigen in
den Dreck zu ziehen.
In Anbetracht, daß es solche legalen politischen Kräfte gibt, muß ich sogar
sagen, daß es mit der Bundeswehr noch ziemlich gut steht, was das Image
angeht.
>> Man schenkt den Erzählungen von Freunden ehr
>> Glauben, doch erfahrungsgemäß neigen Wehrpflichtige zu starken
>> Übertreibungen. Da wird aus Laufen im Sand schon mal schnell kriechen im
>> Dreck um im Freundeskreis darzulegen, wie schwer man beim Bund
rangenommen
>> wird und was für ein toller Hecht man ist.
>
> Genau das ist bei Gesprächen über den Bund aber nie durchgekommen.
> Einige haben sich sogar gefreut, weil sie ihren Bundi-LKW-Führerschein
> auf einen zivilen umschreiben lassen konnten. Das, was den Leuten stank,
> war nicht die ein oder andere "Rödelei", die niemals mit großartigem
> Heldentum in Verbindung gebracht wurde, sondern die Sinnlosigkeit, die
> Tristesse der Kaserne, das unnütze Verballern von Steuergeldern, der
> Befehlston, der unflätige Soldatenjargon (Gasübungsraum = "Eichmanns
Hobbyraum").
Tja, ich weiß nicht was Deine Quellen sind, aber setzt Dich mal in einen Zug
Freitag Nachmittags und hör Dir mal an, was die Wehrpflichtigen so alles
erzählen, besonders wenn Außenstehende Non-Bwler dabeisitzen.
Ich mußte schon manchmal einige dazu auffordern Ihren überheblich Hang zum
Übertriebenen etwas zurückzuschrauben.
Von Kasernentristesse und ähnlichem ist da nie etwas zu hören.
>> Du mußt doch selber zugeben, daß Du wahrscheinlich einige Meinungen über
den
>> Dienst bei der Bundeswehr vom Hören-Sagen her gebildet hast, ohne jemals
>> etwas davon zu sehen.
>
> Was ich davon gesehen habe bei einem Besuch in der Augustdorfer
> Rommel-Kaserne, war eine Tristesse sondersgleichen. Wir waren dann in
> einem von diesen Saufläden, wo sich ein paar Leute in Uniform die Kante
> gaben. Zu kaufen gab es Cola, Bier, Buletten, Snickers und Pornohefte.
> Der widerlichste Ort, dessen ich je ansichtig wurde.
Too, und so bildest Du Dir eine Meinung über die Bundeswehr, indem Du schon
kritisch vorprogrammierst in ein Mannschaftsheim gehst und Dich über alles
dort aufregst ?
Die Frage ist doch, was ist an Cola, Bier, Snikers und Buletten so
verwerflich ? Die Pornohefte (Erotikhefte, denn Pornohefte sind nur in
Fachgeschäften erhältlich) könnte ich ja noch verstehen, aber wenn Du die in
Deinem Kiosk um die Ecke siehst, dann regst Du Dich doch auch nicht so auf.
Außerdem wird kein Wehrpflichtiger dazu gezwungen ins Mannschaftsheim zu
gehen und dort Bier zu saufen, Bulletten zu essen und Pornohefte zu glotzen.
Die Wahrheit ist, daß viele Wehrpflichtige nach Dienstschluß die Kaserne
verlassen um etwas außerhalb zu unternehmen.
> Bundis habe ich wochenends auch immer wieder im Zug gesehen. Ich kann
> mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass diese Menschen auch ohne
> Uniform so drauf sein können.
Bestimmt nicht alle, und ich bin auch einer von denen, die das nicht lange
dulden.
Ich bin monatelang in den Zügen der DB gefahren und habe auch einige solche
Idioten gesehen. Aber wenn sich wirklich einer oder eine Gruppe so daneben
benimmt und das kommt zum lück nicht so oft vor wie Du hier darstellst, dann
tue ich was dagegen.
Im Gegensatz zu rücksichtslosen Zivilisten kann man gegen rücksichtslose
Soldaten nämlich vorgehen.
>> Erlebe ich regelmäßig. Und nicht selten kommt der mit einem Ergebniss
>> zurück, das seine Tauglichkeit verändert. Bis hin zur nachträglichen
>> Ausmusterung die ich ja schon dargelegt habe.
>
> Klar, die Mühlen der Justiz; siehe oben. Voraussetzung ist, dass der
> Wehrpflichtige seine Rechte kennt. Oder, genauer: seine
> Rechtsmöglichkeiten. *Wie* er zu den entsprechenden Scheinen kommt, ist
> scheißegal. Genau das macht diesen Zickenrott ja so brisant. Mag ja
> sein, dass sein AWR keine 500 Mark wert ist, aber man kann nicht gerade
> behaupten, es sei nichts dran an dem, was er so schreibt.
Nochmal, ein Wehrpflichtiger braucht dazu nichts zu wissen. Er braucht
einizig und alleine immer die Wahrheit zu sagen. Du tust ja gearde so, als
würde Zickenrott die rechter der Wehrpflichtigen verkaufen. Dabei verlkauft
er nur Anleitungen zum Unrecht.
>> Man könnte das ändern, indem man die entsprechende Person zu einem Arzt
des
>> eigenen Vertrauen schicken kann, aber leider herrscht in diesem Land
immer
>> noch die frei Wahl des Arztes und da wird natürlich lieber der Schwager
oder
>> der Sohn des Nachbarn genommen.
>
> Du übertreibst. Beileibe nicht jeder hat einen Arzt in der
> Verwandtschaft.
> [gekürzt]
> anderen. Und das Credo der kapitalistischen Gesellschaftsordnung will es
> ja auch so, dass der "schlaue Kämpfer" gewinnt. So what?
Also das mit dem Arzt ist auch nur ein Beispiel gewesen. Aber das die
kapitalistische gesellschaftsordung das so will, dagegen wehre ich mich. Ich
würde nie einen dieser "schlauen Kämpfer" einstellen, wenn ich als Firmenboß
so eine Entscheidung fallen müßte.
> Den "Hauptmann von Köpenick" gibt es noch heute, tausendfach. Er ist nur
> möglich, weil das Leben etwas anderes ist als das, was das Gesetz daraus
> machen zu können glaubt. Wer das begriffen hat, fährt gut.
Fragt sich bloß wie lange. Außerdem ist diese Meinung ziemlich kurzsichtig.
Aber so ist die Gesellschaft heute. Kurzsichtig und keinen Gedanken an
mögliche Konsequenzen.
Tobias
tobias...@unibw-hamburg.de
ICQ: #60849562
Tobias Walter schrieb:
> Hier geht es aber nicht daraum, gegen Unrecht vorzugehen, hier und damit bei
> Zickenrott geht es darin, mit Mitteln gegen nichts vorzugehen und somit
> Unrecht zu produzieren.
Für Unrecht halte ich bereits, dass diejenigen, die das System der
Juristerei begriffen haben, ganz klar im Vorteil sind. Das System an
sich ist ungerecht. Ich kriege noch heute den Mund nicht zu, wenn ich an
den schneidigen Sport-LKler denke, der mit Attesten vom Knochendoktor
seine Ausmusterung erwirken konnte. Das ist Unrecht, sagst du. Aber es
war möglich, und es ist heute noch möglich, in tausenden von Fällen! Was
hast du denn dagegen einzuwenden, wenn nun andere Musterungskandidaten
sagen: "Das will ich auch!" ? - Offensichtlich verhält es sich ja so,
dass die Justiz es nicht fertigbringt, für Gerechtigkeit zu sorgen; denn
man kann sie mit etwas Mühe und Akribie mit ihren eigenen Mitteln
schlagen. So gesehen könnte man von Zickenrott behaupten, dass er zu
mehr Gerechtigkeit verhilft, indem er die Ausgangslage auch weniger
pfiffiger Kandidaten verbessert.
> Außerdem geht es hier auch nicht um etwas juristisches sondern um etwas
> medizinisches.
Oh, Moooooooooment! Es geht hier darum, dass medizinische Befunde, egal
ob zutreffend oder nicht, juristische Relevanz besitzen, sowie sie
attestiert sind. Stempel und Unterschrift, das zählt!
> Ein Wehrpflichtiger braucht die Dinge in der Regel nicht zu Wissen, die
> Zickenrott für Geld anbietet, denn ist er gesund, dann ist er tauglich und
> wird dementsprechend gemustert und eingesetzt, hat er Leiden wird er
> ebenfalls dementsprechend gemustert und dementsprechend eingesetzt.
Na, so hättest du's wohl gerne! Es *ist* aber nicht so. Einerseits kann
ein Musterungsarzt z.B. keine Magenspiegelungen veranstalten; er wird
die Leute dann streng anschauen und mit seiner Berufserfahrung
potentielle Simulanten, hinter welchen sich aber auch einfach nur
unsichere kleine Bübchen verbergen können, als solche zu erkennen
meinen. Andererseits haben die Abgebrühten alle Mittel an der Hand, um
auch bei völliger Gesundheit ihre Ausmusterung zu erreichen. Das ist
nicht gerecht!
> Das ist nun mal Fakt und das hat nichts mit Wissen und Unwissen zu tun.
"Was ist Wahrheit?" (Jesus von Nazareth)
> Zeitsoldaten und Berufssoldaten zu gewinnen. Für etwas was gesetzlich
> festgeschrieben ist, braucht man schließlich keine Werbung zu machen.
Oh, doch, das muss man sehr wohl. Als die Volkszählung anging, mussten
eigens Kampagnen laufen, um sie vor der Bevölkerung zu rechtfertigen.
Einen geldfressenden Moloch wie die BW muss man genauso rechtfertigen.
Wenn ein Bundi von der Übung kommt und mir erzählt, ein Schuss aus einem
Panzerrohr habe 1000 Mark oder mehr gekostet, dann kratz' ich mich am
Kopf, und mit mir sehr viele andere Bürger auch.
> Deutschland politische Gruppierungen gibt, die Soldaten als Mörder
> hinstellen und versuchen das berufsbild Soldat und jeden Wehrpflichtigen in
> den Dreck zu ziehen.
Diese Diskussion ist doch schon längst im Orkus verschwunden. Mal
abgesehen davon, dass Soldaten tatsächlich zum Töten von Menschen
ausgebildet werden, ist der "Beruf" Soldat kein Beruf im Sinne von
Berufung. Ein Soldat ist immer das Skalpell in der Hand des Chirurgen,
das Rädchen im Getriebe; nichts unterscheidet den ehemaligen
NVA-Soldaten vom 100 Km westlicher stationierten BW-Soldaten. Beide tun
sie nichts als ihre Pflicht für ihre Vorgesetzten. Durch die damit
unvermeidlich verbundene Aufgabe der eigenen Persönlichkeit ziehen sie
sich quasi selber in denjenigen Dreck, in dem sie im Tarnanzug herumrobben.
> In Anbetracht, daß es solche legalen politischen Kräfte gibt, muß ich sogar
> sagen, daß es mit der Bundeswehr noch ziemlich gut steht, was das Image
> angeht.
Ach, Quark. Diese politischen Kräfte haben doch überhaupt keine
Bedeutung. Neuerdings darf man die Grünen zu den BW-Befürwortern
hinzuzählen, da blieben gerade mal die 5% der PDS. Wovor hast du
eigentlich Angst?
> Tja, ich weiß nicht was Deine Quellen sind, aber setzt Dich mal in einen Zug
> Freitag Nachmittags und hör Dir mal an, was die Wehrpflichtigen so alles
> erzählen,
Ich bin 5 Jahre lang jeden Freitag nachmittag die Strecke
Weimar-Paderborn im IR gefahren und habe ziemliche viele Bundis erlebt.
Die haben gesoffen und nichts als Scheiße abgelassen, tw. die Reisenden
belästigt mit ihrem Gegröle und den Kassettenrekordern. Ich habe denen
das auch nie so recht verdenken können, weil sie eben einen Job tun, der
keine Berufung ist.
> Ich mußte schon manchmal einige dazu auffordern Ihren überheblich Hang zum
> Übertriebenen etwas zurückzuschrauben.
Ist doch klar, dass einige gerne erzählen, dass sie doch einen schweren
und verantwortungsvollen Job tun. Täten sie's nicht - sie würden des
Lebens doch nicht mehr froh!
> Von Kasernentristesse und ähnlichem ist da nie etwas zu hören.
Dafür aber mehr zu sehen. Was jemand sagt, und was er tatsächlich tut,
das sind immer zwei verschiedene Paar Schuhe.
Im persönlichen Zwiegespräch aber sieht die Sache dann anders aus.
> Too, und so bildest Du Dir eine Meinung über die Bundeswehr, indem Du schon
> kritisch vorprogrammierst in ein Mannschaftsheim gehst und Dich über alles
> dort aufregst ?
Nein, Quatsch. Ich habe einfach einen Freund besucht, nicht eine
Kaserne, um etwaige Missstände dort zu erleben.
> Fachgeschäften erhältlich) könnte ich ja noch verstehen, aber wenn Du die in
> Deinem Kiosk um die Ecke siehst, dann regst Du Dich doch auch nicht so auf.
Der Kiosk um die Ecke führt aber die ganze Palette, und das ist viel; in
der Kaserne gab es aber nur die gängigen Titel und eine sehr große
Auswahl an Sex-Kram; und das war so präsentiert, wie am normalen Kiosk
die Tageszeitungen. Das war einfach was anderes.
> Außerdem wird kein Wehrpflichtiger dazu gezwungen ins Mannschaftsheim zu
> gehen und dort Bier zu saufen, Bulletten zu essen und Pornohefte zu glotzen.
Wirklich nicht? Dann sei die Frage erlaubt, wie sich solche
Mannschaftsheime eigentlich halten. Irgendwie muss das Zeug, das dort
angeboten wird, ja besonders gut gehen, sonst würden andere Dinge
angeboten. Oder sind die Sexmagazine staatlich subventioniert?
> benimmt und das kommt zum lück nicht so oft vor wie Du hier darstellst, dann
> tue ich was dagegen.
Kannst du gar nicht. Das Problem ist systemimmanent. Für dich kannst du
was gegen das System tun, aber du kannst nicht Probleme beheben, die im
System an sich liegen.
> Im Gegensatz zu rücksichtslosen Zivilisten kann man gegen rücksichtslose
> Soldaten nämlich vorgehen.
Nein, auch Zivilisten können sich strafbar machen.
> einizig und alleine immer die Wahrheit zu sagen.
...wenn du "blöd" bist...
> Du tust ja gearde so, als
> würde Zickenrott die rechter der Wehrpflichtigen verkaufen. Dabei verlkauft
> er nur Anleitungen zum Unrecht.
Siehe oben.
Was ist Unrecht? Kanther, der Law-and-Order-Mann, der ist das
fleischgewordene Unrecht. Er hat unbarmherziges Vorgehen gegen
Geldwäscher propagiert, und er hat's selbst getan. Und er wird seinen
Hut nehmen und eine fette Pension kassieren. *Das* hält jeder denkende
Mensch für Unrecht! Recht wäre, wenn jeder Bürger die gleichen Chancen
vor dem Gesetz hätte. Ich weiß, du bist einer von diesen eher
zwangsneurotischen Zeitgenossen, die ohne vorgegaukelte Normen den Boden
unter den Füßen verlieren, aber: Kann man denn leugnen, dass schon
allein die Existenz von Rechtschutzversicherungen deutlich zeigen, dass
Recht und Recht zwei Paar Schuhe sind?
> Also das mit dem Arzt ist auch nur ein Beispiel gewesen. Aber das die
> kapitalistische gesellschaftsordung das so will, dagegen wehre ich mich.
Du verteidigst diese Gesellschaft aktiv mit der Waffe!!!!
> Ich
> würde nie einen dieser "schlauen Kämpfer" einstellen, wenn ich als Firmenboß
> so eine Entscheidung fallen müßte.
Du nicht, aber sonst alle. Ich habe genug Bewerbungsgespräche hinter
mir; ich weiß ganz genau, dass nichts so zieht wie der Eindruck: Der ist
mit allen Wassern gewaschen, der boxt sich durch.
> Aber so ist die Gesellschaft heute. Kurzsichtig und keinen Gedanken an
> mögliche Konsequenzen.
Ich würde eher sagen: Sie ist egoistischer denn je. Geht es um eigene
Konsequenzen, dann ist sie alles andere als kurzsichtig; geht es um die
der Allgemeinheit, dann ist schnell Schluss mit Lustig. Aber angesichts
eines Ex-Kanzlers, der sich Tag für Tag wissentlich gegen die Verfassung
vergeht, kann man das niemandem verdenken. Wenn keine Spielregeln mehr
erkennbar sind, braucht man nicht darauf zu hoffen, dass sich
einigermaßen vernunftbegabte Menschen daran halten. Stell dir ein
Schachspiel vor, bei dem dein Gegner mit jeder Figur alle denkbaren Züge
ausführen darf. Dann tust du das auch.
Konstantin Soemer <kso...@hfm.uni-weimar.de> schrieb in im Newsbeitrag:
3884D391...@hfm.uni-weimar.de...
> Na, so hättest du's wohl gerne! Es *ist* aber nicht so. Einerseits kann
> ein Musterungsarzt z.B. keine Magenspiegelungen veranstalten; er wird
> die Leute dann streng anschauen und mit seiner Berufserfahrung
> potentielle Simulanten, hinter welchen sich aber auch einfach nur
> unsichere kleine Bübchen verbergen können, als solche zu erkennen
> meinen. Andererseits haben die Abgebrühten alle Mittel an der Hand, um
> auch bei völliger Gesundheit ihre Ausmusterung zu erreichen. Das ist
> nicht gerecht!
Da wiederspreche ich Dir gar nicht. Aber es kann dann nicht angehen, daß man
als Konsequenz zu solchen Leuten wie Zickenrott greift. Schließlich ist er
derjenige, der diese Ungerechtigkeit noch fördert.
>> Zeitsoldaten und Berufssoldaten zu gewinnen. Für etwas was gesetzlich
>> festgeschrieben ist, braucht man schließlich keine Werbung zu machen.
>
> Oh, doch, das muss man sehr wohl. Als die Volkszählung anging, mussten
> eigens Kampagnen laufen, um sie vor der Bevölkerung zu rechtfertigen.
> Einen geldfressenden Moloch wie die BW muss man genauso rechtfertigen.
> Wenn ein Bundi von der Übung kommt und mir erzählt, ein Schuss aus einem
> Panzerrohr habe 1000 Mark oder mehr gekostet, dann kratz' ich mich am
> Kopf, und mit mir sehr viele andere Bürger auch.
Da muß Dir wieder so ein Bundi eine maßlos übertriebene Geschichte
aufgetischt haben. Wir schießen schließlich nicht mit Gold oder Platin.
Ich glaube auch, daß die Werbung kaum die Bundeswehr an sich rechtfertigt.
Dazu müßte sie anderes aufgebaut sein.
>> Deutschland politische Gruppierungen gibt, die Soldaten als Mörder
>> hinstellen und versuchen das berufsbild Soldat und jeden Wehrpflichtigen
in
>> den Dreck zu ziehen.
>
> Diese Diskussion ist doch schon längst im Orkus verschwunden. Mal
> abgesehen davon, dass Soldaten tatsächlich zum Töten von Menschen
> ausgebildet werden, ist der "Beruf" Soldat kein Beruf im Sinne von
> Berufung. Ein Soldat ist immer das Skalpell in der Hand des Chirurgen,
> das Rädchen im Getriebe; nichts unterscheidet den ehemaligen
> NVA-Soldaten vom 100 Km westlicher stationierten BW-Soldaten. Beide tun
> sie nichts als ihre Pflicht für ihre Vorgesetzten. Durch die damit
> unvermeidlich verbundene Aufgabe der eigenen Persönlichkeit ziehen sie
> sich quasi selber in denjenigen Dreck, in dem sie im Tarnanzug
herumrobben.
Naja, zwischen diesen beiden Soldaten bzw. Armeen gibt bzw. gab es schon
riesige Unterschiede. Besonders was die Führungsstruktur und die
Führungstaktik angeht.
>> In Anbetracht, daß es solche legalen politischen Kräfte gibt, muß ich
sogar
>> sagen, daß es mit der Bundeswehr noch ziemlich gut steht, was das Image
>> angeht.
>
> Ach, Quark. Diese politischen Kräfte haben doch überhaupt keine
> Bedeutung. Neuerdings darf man die Grünen zu den BW-Befürwortern
> hinzuzählen, da blieben gerade mal die 5% der PDS. Wovor hast du
> eigentlich Angst?
Die PDS hat ja nicht überall 5 %. Geh mal in die neuen BL. Da haben die
teilweise über 30 % und das witzige dabei ist, daß die Zustimmung für die
Wehrpflicht im Osten viel größer ist als im Westen.
>> Tja, ich weiß nicht was Deine Quellen sind, aber setzt Dich mal in einen
Zug
>> Freitag Nachmittags und hör Dir mal an, was die Wehrpflichtigen so alles
>> erzählen,
>
> Ich bin 5 Jahre lang jeden Freitag nachmittag die Strecke
> Weimar-Paderborn im IR gefahren und habe ziemliche viele Bundis erlebt.
> Die haben gesoffen und nichts als Scheiße abgelassen, tw. die Reisenden
> belästigt mit ihrem Gegröle und den Kassettenrekordern. Ich habe denen
> das auch nie so recht verdenken können, weil sie eben einen Job tun, der
> keine Berufung ist.
Das hätten sie in meiner Anwesenheit aber nur einmal gemacht, und ich weiß,
daß die Bahnpolizei und die Feldjäger da auch rigoros durchgreifen.
Zumindest in der letzten Zeit.
>> Ich mußte schon manchmal einige dazu auffordern Ihren überheblich Hang
zum
>> Übertriebenen etwas zurückzuschrauben.
>
> Ist doch klar, dass einige gerne erzählen, dass sie doch einen schweren
> und verantwortungsvollen Job tun. Täten sie's nicht - sie würden des
> Lebens doch nicht mehr froh!
Naja, jetzt übertreibst Du aber ein bissl.
>> Von Kasernentristesse und ähnlichem ist da nie etwas zu hören.
>
> Dafür aber mehr zu sehen. Was jemand sagt, und was er tatsächlich tut,
> das sind immer zwei verschiedene Paar Schuhe.
> Im persönlichen Zwiegespräch aber sieht die Sache dann anders aus.
Wow, persönliches Zwiegespräch. Eben hattest Du Deine Erfahrungen noch von
einem Truppenbesuch.
>> Fachgeschäften erhältlich) könnte ich ja noch verstehen, aber wenn Du die
in
>> Deinem Kiosk um die Ecke siehst, dann regst Du Dich doch auch nicht so
auf.
>
> Der Kiosk um die Ecke führt aber die ganze Palette, und das ist viel; in
> der Kaserne gab es aber nur die gängigen Titel und eine sehr große
> Auswahl an Sex-Kram; und das war so präsentiert, wie am normalen Kiosk
> die Tageszeitungen. Das war einfach was anderes.
Und wieso ? Weil Jugendliche nun mal nicht die FAZ oder die Süddeutsche
lesen. Und selbst wenn, die brauchen sie nicht im Mannschaftsheim zu kaufen,
die gibt es im Geschäftszimmer kostenlos.
Das hat nichts damit zu tun, daß Du beim Bund bist. Versuch doch mal die FAZ
oder das Manager-Magazin in einem Jugendclub zu verkaufen. Viel Erfolg.
>> Außerdem wird kein Wehrpflichtiger dazu gezwungen ins Mannschaftsheim zu
>> gehen und dort Bier zu saufen, Bulletten zu essen und Pornohefte zu
glotzen.
>
> Wirklich nicht? Dann sei die Frage erlaubt, wie sich solche
> Mannschaftsheime eigentlich halten. Irgendwie muss das Zeug, das dort
> angeboten wird, ja besonders gut gehen, sonst würden andere Dinge
> angeboten. Oder sind die Sexmagazine staatlich subventioniert?
Nein, aber das Mannschaftsheim in gewissen Hinsicht schon.
>> benimmt und das kommt zum lück nicht so oft vor wie Du hier darstellst,
dann
>> tue ich was dagegen.
>
> Kannst du gar nicht. Das Problem ist systemimmanent. Für dich kannst du
> was gegen das System tun, aber du kannst nicht Probleme beheben, die im
> System an sich liegen.
Asoziale Jugendlichen sind wirklich ein Problem des Systems. Da muß ich Dir
zustimmen. Du siehst nur häufiger Bundeswehrangehörige im Zug, da normale
Leute nicht in Gruppen Zug fahren.
Und wenn sie es tun, dann sieht es genauso aus, wie bei den Wehrpflichtigen.
>> Im Gegensatz zu rücksichtslosen Zivilisten kann man gegen rücksichtslose
>> Soldaten nämlich vorgehen.
>
> Nein, auch Zivilisten können sich strafbar machen.
Ja, aber gem. Soldatengesetz gibt es einige Vorschriften und Paragraphen die
nun mal nur für Soldaten gelten. Ein alkoholisierter Zivilist verstößt
maximal gegen die Beförderungsbestimmungen der Bahn AG. Ein Soldat macht da
schon mehr.
Tobias
tobias...@unibw-hamburg.de
ICQ: #60849562
www.tobias-walter.de
>> Klar, die Mühlen der Justiz; siehe oben. Voraussetzung ist, dass der
>> Wehrpflichtige seine Rechte kennt. Oder, genauer: seine
>> Rechtsmöglichkeiten. *Wie* er zu den entsprechenden Scheinen kommt, ist
>> scheißegal. Genau das macht diesen Zickenrott ja so brisant. Mag ja
>> sein, dass sein AWR keine 500 Mark wert ist, aber man kann nicht gerade
>> behaupten, es sei nichts dran an dem, was er so schreibt.
>Nochmal, ein Wehrpflichtiger braucht dazu nichts zu wissen.
Jemand der uninformiert durch sein Leben wandelt ist fast halb so
schlimm wie einer der sagt, dass das es nicht noetig ist informiert zu
sein.
>Du tust ja gearde so, als
>würde Zickenrott die rechter der Wehrpflichtigen verkaufen. Dabei verlkauft
>er nur Anleitungen zum Unrecht.
Information!=Unrecht
Du betrachtest die BW als Organ zum Schutz der Demokratie?
Ich nehm das mal an.
Zu einer Demokratie gehoert ein aufgeklaerter Buerger, sonst ist es ihm
naemlich auch nicht moeglich die Demokratie zu schuetzen.
--
die signaturen sind alle alle
Tobias Walter schrieb:
> Da wiederspreche ich Dir gar nicht. Aber es kann dann nicht angehen, daß man
> als Konsequenz zu solchen Leuten wie Zickenrott greift. Schließlich ist er
> derjenige, der diese Ungerechtigkeit noch fördert.
Nein! Er ist nicht "derjenige", er ist *einer* von denen, die Unrecht
tun. Das Pikante an Zickenrott ist ja gerade, dass es ihn nicht geben
würde, gäbe es in der Musterungspraxis keine Ungerechtigkeiten; er hätte
überhaupt keinen Hebel, an dem er ansetzen könnte!!!
Meine These: Solange es Zickenrott gibt, und solange er Erfolg hat,
stimmt etwas an dem ganzen System nicht.
> > Panzerrohr habe 1000 Mark oder mehr gekostet, dann kratz' ich mich am
> > Kopf, und mit mir sehr viele andere Bürger auch.
>
> Da muß Dir wieder so ein Bundi eine maßlos übertriebene Geschichte
> aufgetischt haben. Wir schießen schließlich nicht mit Gold oder Platin.
Das nicht, aber Rüstung ist schon ne teure Sache. Da müssen wir aber
nicht groß drüber diskutieren, schließlich bist du ja ein Mann vom Fach.
Was genau kostet ein Schuss aus dem Panzerrohr?
> Naja, zwischen diesen beiden Soldaten bzw. Armeen gibt bzw. gab es schon
> riesige Unterschiede. Besonders was die Führungsstruktur und die
> Führungstaktik angeht.
Die prinzipielle Befehl-Gehorsam-Struktur ist dieselbe. Gelöbnis auf den
Staat. Uniform. Kaserne. Ausbildung an der Waffe.
> Die PDS hat ja nicht überall 5 %. Geh mal in die neuen BL. Da haben die
> teilweise über 30 % und das witzige dabei ist, daß die Zustimmung für die
> Wehrpflicht im Osten viel größer ist als im Westen.
Ich habe zufällig 5 Jahre lang in Weimar studiert, also im Osten. Dort
ist die PDS weniger eine politische Kraft (das sind in
Kommunalparlamenten strickende und kaffeetrinkende Hausfrauen, keine
'Machertypen'), sondern eher eine identitätsstiftende Institution. Im
Westen ist die PDS nach wie vor bedeutungslos. Sie könnte dort nach
meinem Dafürhalten zu einem Sammelbecken für die Verlierer des
Kapitalismus avancieren, denn mittlerweile nimmt deren Zahl
erwartungsgemäß erschreckend zu.
> Das hätten sie in meiner Anwesenheit aber nur einmal gemacht,
Du warst aber nicht da, und du kannst ja auch nicht überall sein...
> daß die Bahnpolizei und die Feldjäger da auch rigoros durchgreifen.
> Zumindest in der letzten Zeit.
Sehe ich überhaupt nicht.
> > Ist doch klar, dass einige gerne erzählen, dass sie doch einen schweren
> > und verantwortungsvollen Job tun. Täten sie's nicht - sie würden des
> > Lebens doch nicht mehr froh!
>
> Naja, jetzt übertreibst Du aber ein bissl.
Mitnichten. Wenn du nur ein Rädchen im Getriebe bist, ein Spielball
derjenigen, die von "Law and Order" reden, selber aber davon nichts
wissen wollen, dann ist die Findung des rechten Lebenssinns ein echtes
Problem. Die Uniform ersetzt doch nicht die eigene Persönlichkeit, das
eigene Denken und Fühlen!
> Wow, persönliches Zwiegespräch. Eben hattest Du Deine Erfahrungen noch von
> einem Truppenbesuch.
Sowohl als auch!
Ich bin eben sehr vielseitig. Ich verlasse mich nicht nur aufs
Hörensagen, ich schau mir alles auch vor Ort an! *grins*
> Und wieso ? Weil Jugendliche nun mal nicht die FAZ oder die Süddeutsche
> lesen.
Sie lesen aber auch kaum Sexhefte. Die "Bravo" vielleicht im
Teenie-Alter, wo Doktor Sommer erklärt, was gebacken ist.
Du willst mir hier doch wohl nicht allen Ernstes erklären, dass zwischen
FAZ und "Schlüsselloch" nichts anderes mehr ist. Es geht ja auch gar
nicht so sehr um das Niveau. Ein Sexblatt ist ja keine Lektüre, sondern
Wichsvorlage; es erfüllt einen ganz anderen Zweck als eine Zeitung oder
ein Magazin. Darum geht es hier doch!
> Das hat nichts damit zu tun, daß Du beim Bund bist. Versuch doch mal die FAZ
> oder das Manager-Magazin in einem Jugendclub zu verkaufen. Viel Erfolg.
Versuch mal, Schmuddelhefte dort zu verkaufen! Die kriegst du nur dort
los, wo eine Mehrheit "Druck auf der Kanne" hat.
> Nein, aber das Mannschaftsheim in gewissen Hinsicht schon.
Ein "Heim" soll das sein? Interessante Wortschöpfung, man muss schon sagen!
> zustimmen. Du siehst nur häufiger Bundeswehrangehörige im Zug, da normale
> Leute nicht in Gruppen Zug fahren.
> Und wenn sie es tun, dann sieht es genauso aus, wie bei den Wehrpflichtigen.
Gruppenverhalten: Ja, stimmt. Aber diese "agressive Ausgelassenheit"
sehe ich nur bei den Uniformierten.
> nun mal nur für Soldaten gelten. Ein alkoholisierter Zivilist verstößt
> maximal gegen die Beförderungsbestimmungen der Bahn AG. Ein Soldat macht da
> schon mehr.
Ich habe in meinen 5 Bahnjahren nicht einmal erlebt, dass jemand für
Ruhe gesorgt hätte.
Hör mal, Tobias, es kann doch gar nicht anders sein. Ohne diese
Substitute, Sexhefte, Alkohol und Dummschwatz, kann das Soldatendasein
gar nicht einigermaßen erträglich sein - und wenn es das nicht ist, hat
die Armee ein Problem. Warum verbietet man dies alles nicht auf dem
Kasernenhof? Warum wohl?