Pseudonyme aus kommunikationspsychologischer Sicht

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Adrian Suter

unread,
Feb 29, 2000, 3:00:00 AM2/29/00
to
Nachdem die Fragen "was habt Ihr denn gegen Pseudonymposter, die _keinen_
Müll posten" und "man kann ja die Realnamen hier doch nicht überprüfen, sie
könnten alle falsch sein" hier regelmässig auftauchen, versuche ich mal,
die Sache aus kommunikationspsychologischer Sicht anzugehen. Ich habe
nämlich festgestellt, dass sich manche dsnu-Regulars - mich eingeschlossen
- mit diesen Fragen gelegentlich in die Defensive drängen lassen. Und zwar
ungerechtfertigterweise, wie ich meine.


1. Kommunikationspsychologische Grundlegung
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Es ist in der heutigen Kommunikatiosnpsychologie Allgemeingut, dass der
Sachinhalt nur einen (geringen) Teilbereich des Kommunikationsgeschehens
ausmacht. Schulz von Thun, um ein Beispiel zu nehmen, spricht von den vier
Seiten einer Nachricht: Sachinhalt, Selbstkundgebung, Beziehungsinhalt und
Appell.

Oft werden die über den Sachinhalt hinausgehenden Aspekte der Botschaft
nicht über die Wortbedeutungen transportiert, sondern über nonverbale
"Kanäle" wie Gestik, Mimik, Tonfall, Sprechtempo etc.

Ausserdem ist anzumerken, dass diese über den Sachinhalt hinausgehenden
Aspekte der Botschaft oft unterschwellig, auf Sender- und Empfängerseite
unbewusst, zum Tragen kommen. Sie sind dadurch natürlich anfällig auf
Missverständnisse.


2. Die Kommunikationssituation im Usenet
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Im Usenet fällt das nonverbale (weitgehend) weg. Weder Tonfall noch Gestik
noch Mimik sind da, um Selbstkundgebungs-, Beziehungs- und Appellseite der
Nachricht zu transportieren. Man kann nicht unbeteiligt aus dem Fenster
schauen, um die Selbstkundgebung "ich bin unnahbar" zu transportieren, man
kann nicht jemandem freundlich zulächeln, um die Beziehungsdefinition "Du
bist mir sympathisch" zu übermitteln, man kann nicht nervös auf die Uhr
schauen, um den Appell "fass Dich kurz" anzubringen.

Am Telephon hat man zumindest den Tonfall, der noch solche Botschaften
transportieren kann. Beim klassischen Brief hat man Papier, Schriftbild und
einiges mehr, das alles auch eine Botschaft übermittelt. Auch dies fällt im
Usenet weg.

Da wir es uns aber - zumindest unbewusst - gewohnt sind, dass Kommunikation
auf mehreren Ebenen stattfindet und nicht nur auf der Sachebene, ist es
ganz natrülich, dass wir a) beim Schreiben Wege suchen, solches
auszudrücken und b) beim Lesen Signale suchen, in denen solches zum
Ausdruck kommt.


3. Wo gibt es in einem Usenet-Artikel solche Signale?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Die Form eines Usenet-Artikels transportiert auch eine Botschaft, und zwar
unterschwellig und nicht auf der Sachebene liegend. Dieses Posting hier zum
Beispiel signalisiert durch die Verwendung von Zwischentiteln "der
Schreiber versucht, seinen Gedankengang gut strukturiert und
leserfreundlich darzustellen".

Leute die Fragen stellen, deren Antwort in der FAQ steht; Leute, die
vollquoten; Leute mit abenteuerlicher Rechtschreibung; Leute, die viele
Newbiefragen beantworten; Leute, die FAQs pflegen; Leute, die "Antwort per
Mail, ich lese hier nicht mit" schreiben; sie alle transportieren dadurch
eine Botschaft. Dies geschieht in den allermeisten Fällen nicht bewusst.


4. Welche Botschaften transportiert die Verwendung eines Pseudonyms?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

In einem Kontext wie dem de-Usenet, wo das Posten unter dem vollen Namen
üblich ist, setzt das Posten unter Pseudonym ein Signal. Das Signal kann
zum Beispiel lauten:

* "Ich bin ein Kindskopf" - vor allem bei Comicnamen als Pseudonym.

* "Ich bin nicht ganz offen, ich stehe nicht ganz zu meiner Meinung."

* "Ich möchte meinen Gesprächspartnern gegenüber einen Vorteil haben,
indem ich etwas über sie weiss - nämlich den Namen -, das sie über
mich nicht wissen."

Dies sind alles Botschaften, die schon *die Pseudonymverwendung als solche*
aussendet - unabhängig davon, ob nun der Inhalt des Postings gut ist oder
nicht. Deswegen bin ich auch der Meinung, Pseudonymverwendung sei per se
unhöflich, nicht erst dann, wenn sich zum Pseudonymverwenden auch noch
andere Unsitten und inhaltlicher Müll gesellt.

Nun geschieht die Übermittlung dieser Botschaften wie gesagt unbewusst.
Mehr noch, ein Pseudonymverwender wird im Normalfall weit von sich weisen,
auch nur im Entferntesten eine solche Botschaft senden zu wollen. Vielmehr
wolle er durch seine Pseudonymverwendung signalisieren:

* "Es ist dies für mich ein delikates Thema, zu dem ich mich nicht
ohne Weiteres mit meinem Namen äussern kann, weil es für mich
Nachteile mit sich bringen könnte, wenn diese Meinung mit meinem
Namen in Verbindung gebracht wird."

Nun ist es aber so, dass Pseudonyme zum Erreichen dieses Zwecks -
Anonymität - ungeeignet sind. Deswegen kommt diese Botschaft einfach nicht
so an - oft selbst dann nicht, wenn sie ehrlicherweise so gemeint ist.

Deswegen kommt immer wieder die Empfehlung, Remailer zu verwenden. Wie
jedes andere Kommunikationsverhalten, so sendet auch die Verwendung von
Remailern eine Botschaft, und zwar genau die oben angeführte, die
Pseudonymverwender gemäss eigener Aussage gern übermitteln würden.


5. Zusammenfassung
~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Im zwischenmenschlichen Kommunikationsgeschehen werden unterschwellig viel
mehr Botschaften ausgetauscht als nur Sachbotschaften. Das
Kommunikationsverhalten selbst sendet bereits eine Botschaft. Schon allein
die Tatsache, dass jemand ein Pseudonym verwendet, bildet eine Botschaft im
Kommunikationsgeschehen. In einem Kontext, wo die Verwendung der vollen und
richtigen Namen der Normalfall ist, umfasst diese Botschaft eine wenig
schmeichelhafte Selbstkundgebung auf Seiten des Senders - und zwar auch
dann, wenn dieser dies gar nicht so beabsichtigt.

Adrian

Mahatma Kane Jeeves

unread,
Mar 1, 2000, 3:00:00 AM3/1/00
to
adrian...@schweiz.org (Adrian Suter) schrieb:

>
>3. Wo gibt es in einem Usenet-Artikel solche Signale?
>~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
>
>Die Form eines Usenet-Artikels transportiert auch eine
>Botschaft, und zwar unterschwellig und nicht auf der
>Sachebene liegend. Dieses Posting hier zum Beispiel
>signalisiert durch die Verwendung von Zwischentiteln "der
>Schreiber versucht, seinen Gedankengang gut strukturiert und
>leserfreundlich darzustellen".

Noch was anderes wird fuer mich signalisiert: Der Schreiber
versucht einen serioesen, wissenschaftlichen Anstrich fuer
sein Posting herzustellen.

Das kann einerseits zur Einschuechterung dienen, oder auch
dazu, dem Inhalt eine wissenschaftliche Serioesitaet zu geben,
die er vielleicht gar nicht hat.

>4. Welche Botschaften transportiert die Verwendung eines
>Pseudonyms?
>~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
>~~~~~~
>
>In einem Kontext wie dem de-Usenet, wo das Posten unter dem
>vollen Namen üblich ist, setzt das Posten unter Pseudonym ein
>Signal. Das Signal kann zum Beispiel lauten:
>
>* "Ich bin ein Kindskopf" - vor allem bei Comicnamen als
>Pseudonym.

* "Ich druecke was von mir aus" - oftmals durch Bezuege zu
Musikgruppen dargestellt.

>* "Ich bin nicht ganz offen, ich stehe nicht ganz zu meiner
>Meinung."

* "Normale Namen langweilen mich"

>* "Ich möchte meinen Gesprächspartnern gegenüber einen
>Vorteil haben,
> indem ich etwas über sie weiss - nämlich den Namen -, das
> sie über mich nicht wissen."

Das kommt mir etwas paranoid vor, was auch dazu passt, das
manche Leute Realnamen anscheinend *brauchen* weil sie dem
anderen moeglicherweise vertrauen *muessen*.

>Dies sind alles Botschaften, die schon *die
>Pseudonymverwendung als solche* aussendet - unabhängig davon,
>ob nun der Inhalt des Postings gut ist oder nicht.

Wuerde ich nicht sagen, das diese Botschaften durch
Pseudonymverwendung *ausgesendet* werden, eher das sie diese
Botschaften im Leser *ausloesen* koennen.

>Deswegen
>bin ich auch der Meinung, Pseudonymverwendung sei per se
>unhöflich, nicht erst dann, wenn sich zum Pseudonymverwenden
>auch noch andere Unsitten und inhaltlicher Müll gesellt.

Wie kann man sich angegriffen von etwas fuehlen, das man noch
gar nicht kennt? Anders gesagt: Du unterstellst dem
Pseudonymbenutzer eine unhoefliche Absicht, bildest dir dann
deine Meinung, ohne ueberhaupt die *tatsaechliche* Absicht zu
kennen.

>Nun geschieht die Übermittlung dieser Botschaften wie gesagt
>unbewusst. Mehr noch, ein Pseudonymverwender wird im
>Normalfall weit von sich weisen, auch nur im Entferntesten
>eine solche Botschaft senden zu wollen. Vielmehr wolle er
>durch seine Pseudonymverwendung signalisieren:
>
>* "Es ist dies für mich ein delikates Thema, zu dem ich mich
>nicht
> ohne Weiteres mit meinem Namen äussern kann, weil es für
> mich Nachteile mit sich bringen könnte, wenn diese Meinung
> mit meinem Namen in Verbindung gebracht wird."
>
>Nun ist es aber so, dass Pseudonyme zum Erreichen dieses
>Zwecks - Anonymität - ungeeignet sind. Deswegen kommt diese
>Botschaft einfach nicht so an - oft selbst dann nicht, wenn
>sie ehrlicherweise so gemeint ist.

Also selbst wenn du jemanden die Ehrlichkeit abnimmst, obige
Motivation hinter seiner Handlung stehen zu haben, siehst du
seine Handlung trotzdem als versuchte Unhoeflichkeit? Wie
funktioniert das? Geht es nicht um die Absicht des Posters?

>Deswegen kommt immer wieder die Empfehlung, Remailer zu
>verwenden. Wie jedes andere Kommunikationsverhalten, so
>sendet auch die Verwendung von Remailern eine Botschaft, und
>zwar genau die oben angeführte, die Pseudonymverwender gemäss
>eigener Aussage gern übermitteln würden.
>

Remailerbenutzer werden oft noch (mindestens) eine Stufe
tiefer als Pseudonymbenutzer angesehen. Also ist es nicht weit
her damit, dass so eine Entscheidung mehr respektiert wird,
als die Verwendung eines Pseudonyms.

>In einem Kontext, wo die Verwendung
>der vollen und richtigen Namen der Normalfall ist, umfasst
>diese Botschaft eine wenig schmeichelhafte Selbstkundgebung
>auf Seiten des Senders - und zwar auch dann, wenn dieser dies
>gar nicht so beabsichtigt.

Soll das bedeuten, das Abweichungen von der Norm quasi
automatisch eine negative Betrachtung nach sich ziehen?


MKj

Dieter Bruegmann

unread,
Mar 1, 2000, 3:00:00 AM3/1/00
to
Zu Adrian Suter vom Tue, 29 Feb 2000 22:00:36 +0100:

[...]

*stehende Ovation*

Das war's, Adrian! Du hast es genau getroffen.

Dieter
--
Dieter Brügmann, Berlin -> http://home.snafu.de/dbrueg/
ALTE BAEUME BIEGT MAN NICHT MEHR.
(Disclaimer: http://home.snafu.de/dbrueg/disclaimer.html)

Adrian Suter

unread,
Mar 1, 2000, 3:00:00 AM3/1/00
to
M.K.J...@aon.at (Mahatma Kane Jeeves) scripsit:

>adrian...@schweiz.org (Adrian Suter) schrieb:


>
>>
>>3. Wo gibt es in einem Usenet-Artikel solche Signale?
>>~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
>>
>>Die Form eines Usenet-Artikels transportiert auch eine
>>Botschaft, und zwar unterschwellig und nicht auf der
>>Sachebene liegend. Dieses Posting hier zum Beispiel
>>signalisiert durch die Verwendung von Zwischentiteln "der
>>Schreiber versucht, seinen Gedankengang gut strukturiert und
>>leserfreundlich darzustellen".
>

>Noch was anderes wird fuer mich signalisiert: Der Schreiber
>versucht einen serioesen, wissenschaftlichen Anstrich fuer
>sein Posting herzustellen.

Das ist mir bewusst. Um diese Teilbotschaft nicht noch weiter zu
verstärken, habe ich darauf verzichtet, mit allzu vielen Fremdwörtern um
mich zu werfen oder den Leser mit Literaturstellen zuzuballern.

>>4. Welche Botschaften transportiert die Verwendung eines
>>Pseudonyms?
>>~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
>>~~~~~~
>>
>>In einem Kontext wie dem de-Usenet, wo das Posten unter dem
>>vollen Namen üblich ist, setzt das Posten unter Pseudonym ein
>>Signal. Das Signal kann zum Beispiel lauten:
>>
>>* "Ich bin ein Kindskopf" - vor allem bei Comicnamen als
>>Pseudonym.
>

>* "Ich druecke was von mir aus" - oftmals durch Bezuege zu
>Musikgruppen dargestellt.

"Ich drücke was von mir aus" sagt nicht mehr und nicht weniger, als dass
das Posting einen Anteil von Selbstkundgebung *hat*. Ich habe versucht,
aufzuzeigen, wie diese Selbstkundgebung *lautet*.

>>* "Ich bin nicht ganz offen, ich stehe nicht ganz zu meiner
>>Meinung."
>

>* "Normale Namen langweilen mich"

Wenn das nicht als Alternative, sondern als Ergänzung zu meinen
Ausführungen zu verstehen ist, bin ich einverstanden.

>>* "Ich möchte meinen Gesprächspartnern gegenüber einen
>>Vorteil haben,
>> indem ich etwas über sie weiss - nämlich den Namen -, das
>> sie über mich nicht wissen."
>

>Das kommt mir etwas paranoid vor, was auch dazu passt, das
>manche Leute Realnamen anscheinend *brauchen* weil sie dem
>anderen moeglicherweise vertrauen *muessen*.

Du unterschätzt das, worum es mir geht: ich nenne es jetzt mal den
"Symbolcharakter" von Handlungen.

Es wurde hier einmal das Beispiel des Händeschüttelns gebracht. Wenn ich
jemandem die rechte Hand gebe, dann signalisiere ich damit, dass ich
unbewaffnet bin. Wenn ich nun jemandem die Hand hinstrecke und er sich
weigert, mir seine zu reichen, dann fürchte ich nicht gleich, dass er jetzt
ein Messer zieht und mich ersticht. Trotzdem signalisiert der andere durch
seine Weigerung, mir die Hand zu reichen: "ich bin nicht bereit, Dir offen
und ungeschützt gegenüberzutreten."

Genau dasselbe signalisieren auch Pseudonymverwender im Usenet - unabhängig
davon, ob sie wirklich einen Voteil daraus ziehen oder nicht.

>>Dies sind alles Botschaften, die schon *die
>>Pseudonymverwendung als solche* aussendet - unabhängig davon,
>>ob nun der Inhalt des Postings gut ist oder nicht.
>

>Wuerde ich nicht sagen, das diese Botschaften durch
>Pseudonymverwendung *ausgesendet* werden, eher das sie diese
>Botschaften im Leser *ausloesen* koennen.

Ich war an dieser Stelle etwas nachläsig. Sonst habe ich - präziser - immer
von Botschaften gesprochen, die "transportiert" oder "übermittelt" werden.

>>* "Es ist dies für mich ein delikates Thema, zu dem ich mich
>>nicht
>> ohne Weiteres mit meinem Namen äussern kann, weil es für
>> mich Nachteile mit sich bringen könnte, wenn diese Meinung
>> mit meinem Namen in Verbindung gebracht wird."
>>
>>Nun ist es aber so, dass Pseudonyme zum Erreichen dieses
>>Zwecks - Anonymität - ungeeignet sind. Deswegen kommt diese
>>Botschaft einfach nicht so an - oft selbst dann nicht, wenn
>>sie ehrlicherweise so gemeint ist.
>

>Also selbst wenn du jemanden die Ehrlichkeit abnimmst, obige
>Motivation hinter seiner Handlung stehen zu haben, siehst du
>seine Handlung trotzdem als versuchte Unhoeflichkeit?

Im Wiederholungsfall: ja.

>Wie
>funktioniert das? Geht es nicht um die Absicht des Posters?

Ich kann mit noch so edlen Absichten ohne Hut in die Synagoge gehen - es
ist und bleibt eine Frechheit gegenüber den dort Versammelten.

>>In einem Kontext, wo die Verwendung
>>der vollen und richtigen Namen der Normalfall ist, umfasst
>>diese Botschaft eine wenig schmeichelhafte Selbstkundgebung
>>auf Seiten des Senders - und zwar auch dann, wenn dieser dies
>>gar nicht so beabsichtigt.
>

>Soll das bedeuten, das Abweichungen von der Norm quasi
>automatisch eine negative Betrachtung nach sich ziehen?

Ich würde es nicht ganz so allgemein sehen. Ausserdem geht es nicht um eine
Abweichung von einer "Norm", sondern um Abweichung von einer "Konvention".

Adrian

Steffen Bühler

unread,
Mar 1, 2000, 3:00:00 AM3/1/00
to
Adrian Suter wrote in message <89ink...@adrian.users.christkath.ch>...
[...]

>Ich kann mit noch so edlen Absichten ohne Hut in die Synagoge gehen - es
>ist und bleibt eine Frechheit gegenüber den dort Versammelten.

Lieber Adrian,

das war Polemik, und ich denke, Du weißt das.

Newsgruppen betreiben Informationsaustausch, vielleicht auch manchmal
religiösen Inhalts. Aber das Verwenden eines Pseudonyms kann niemals
jemanden derart verletzen, daß dieser Vergleich gestattet wäre. Jemand
kann sich gestört oder genervt fühlen, aber das ist viel oberflächlicher,
auch wenn es hier rege Diskussionen auslöst.

Im übrigen war Dein Beitrag für mich sehr lesenswert.

Viele Grüße,
Steffen


Nico Hoffmann

unread,
Mar 1, 2000, 3:00:00 AM3/1/00
to
"Adrian Suter" <adrian...@schweiz.org> meint:

>4. Welche Botschaften transportiert die Verwendung eines Pseudonyms?
>~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
>
>In einem Kontext wie dem de-Usenet, wo das Posten unter dem vollen Namen
>üblich ist, setzt das Posten unter Pseudonym ein Signal. Das Signal kann
>zum Beispiel lauten:
>
>* "Ich bin ein Kindskopf" - vor allem bei Comicnamen als Pseudonym.
>
>* "Ich bin nicht ganz offen, ich stehe nicht ganz zu meiner Meinung."
>
>* "Ich möchte meinen Gesprächspartnern gegenüber einen Vorteil haben,
> indem ich etwas über sie weiss - nämlich den Namen -, das sie über
> mich nicht wissen."

* Ich bin mit den Gepflogenheiten im de-Usenet nicht
einverstanden und positioniere mich durch das Verwenden eines
Pseudonyms etwas außerhalb dieser Gesellschaft.

N.
--
| Aus "Ungekärte Fragen", Nummer 21:
http://home.pages.de/~beethoven/ | Erholen sich Signaturen, während man
http://www.hallo-welt.de.vu | im Urlaub ist?

O.G. Schwenk

unread,
Mar 1, 2000, 3:00:00 AM3/1/00
to
M.K.J...@aon.at (Mahatma Kane Jeeves) schrieb:

>adrian...@schweiz.org (Adrian Suter) schrieb:


>
>>
>>3. Wo gibt es in einem Usenet-Artikel solche Signale?
>>~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
>>
>>Die Form eines Usenet-Artikels transportiert auch eine
>>Botschaft, und zwar unterschwellig und nicht auf der
>>Sachebene liegend. Dieses Posting hier zum Beispiel
>>signalisiert durch die Verwendung von Zwischentiteln "der
>>Schreiber versucht, seinen Gedankengang gut strukturiert und
>>leserfreundlich darzustellen".
>

>Noch was anderes wird fuer mich signalisiert: Der Schreiber
>versucht einen serioesen, wissenschaftlichen Anstrich fuer
>sein Posting herzustellen.

Auch diese Deutung ist durchaus zulaessig. Ebenso wie Deine
Formulierung "Anstrich" mir signalisiert, dass Du dem Text
wissenschaftlichen Anspruch absprichst.

>Das kann einerseits zur Einschuechterung dienen, oder auch
>dazu, dem Inhalt eine wissenschaftliche Serioesitaet zu geben,
>die er vielleicht gar nicht hat.

Beide Deutungen sind moeglich. Fuer _mich_ ist der Text mit 121 Zeilen
fuer ein posting eindeutig zu lang. _An_gelesen habe ich ihn nur, weil
mir "Adrian Suter" ein Begriff fuer Seriositaet ist. _Durch_gelesen
habe ich ihn, weil er klar und strukturiert aufgebaut ist.

Es ist ganz sicher kein wissenschaftlicher Text, das hat der Verfasser
aber auch nicht behauptet.

>
>>4. Welche Botschaften transportiert die Verwendung eines
>>Pseudonyms?
>>~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

>>


>>* "Ich bin ein Kindskopf" - vor allem bei Comicnamen als
>>Pseudonym.
>

>* "Ich druecke was von mir aus" - oftmals durch Bezuege zu
>Musikgruppen dargestellt.

>* "Normale Namen langweilen mich"

ok. Die Liste war sicher unvollstaendig und laesst sich problemlos
erweitern. Nur ein Beispiel:
* "Ich bin seit Jahren mit meinem Pseudo im Netz bekannt."

Du stimmst zumindest zu, dass mit dem Pseudo etwas transportiert
werden soll. Allgemeiner, dass mit der Entscheidung fuer/gegen den
"wirklichen Namen" etwas ausgedrueckt werden soll. Dass es eben nicht
egal ist, was da erscheint.

>>* "Ich möchte meinen Gesprächspartnern gegenüber einen
>>Vorteil haben,
>> indem ich etwas über sie weiss - nämlich den Namen -, das
>> sie über mich nicht wissen."
>

>Das kommt mir etwas paranoid vor, was auch dazu passt, das
>manche Leute Realnamen anscheinend *brauchen* weil sie dem
>anderen moeglicherweise vertrauen *muessen*.

Paranoia kann ich da keine erkennen. Es ist eine nur weitere,
moegliche Botschaft.

Zustimmen wuerde ich Deiner Vermutung, dass manche Leute einen
Realnamen anscheinend _brauchen_, um dem anderen vertrauen zu
_koennen_.

>>Dies sind alles Botschaften, die schon *die
>>Pseudonymverwendung als solche* aussendet - unabhängig davon,
>>ob nun der Inhalt des Postings gut ist oder nicht.
>

>Wuerde ich nicht sagen, das diese Botschaften durch
>Pseudonymverwendung *ausgesendet* werden, eher das sie diese
>Botschaften im Leser *ausloesen* koennen.

Du widersprichst Dir. Oben dachte ich, wir gingen d'accord, dass die
Verwendung eines Realnamens oder aber eben eines Pseudos _in jedem
Fall_ irgendetwas aussendet. Natuerlich wird sie bei jedem Leser etwas
anderes ausloesen.

>>Deswegen
>>bin ich auch der Meinung, Pseudonymverwendung sei per se
>>unhöflich, nicht erst dann, wenn sich zum Pseudonymverwenden
>>auch noch andere Unsitten und inhaltlicher Müll gesellt.
>

>Wie kann man sich angegriffen von etwas fuehlen, das man noch
>gar nicht kennt?

Er fuehlt sich nicht angegriffen, er empfindet es als unhoeflich.

>>Nun ist es aber so, dass Pseudonyme zum Erreichen dieses
>>Zwecks - Anonymität - ungeeignet sind. Deswegen kommt diese
>>Botschaft einfach nicht so an - oft selbst dann nicht, wenn
>>sie ehrlicherweise so gemeint ist.
>

>Also selbst wenn du jemanden die Ehrlichkeit abnimmst, obige
>Motivation hinter seiner Handlung stehen zu haben, siehst du

>seine Handlung trotzdem als versuchte Unhoeflichkeit? Wie


>funktioniert das? Geht es nicht um die Absicht des Posters?

Adrian begeht hier moeglicherweise den Fehler, den Pseudo zu
ueberschaetzen. Er unterstellt ihm bestenfalls, das der Pseudo weiss,
dass Anonymitaet nicht mit Pseudonymen zu erreichen ist.

>>In einem Kontext, wo die Verwendung
>>der vollen und richtigen Namen der Normalfall ist, umfasst
>>diese Botschaft eine wenig schmeichelhafte Selbstkundgebung
>>auf Seiten des Senders - und zwar auch dann, wenn dieser dies
>>gar nicht so beabsichtigt.
>

>Soll das bedeuten, das Abweichungen von der Norm quasi
>automatisch eine negative Betrachtung nach sich ziehen?

Zumindest eine skeptischere.
Kannst Du mir ein Medium, eine Kultur oder was auch immer nennen, wo
das nicht der Fall ist?

mfg
+ogs
--
O.G. Schwenk -> http://www.home.pages.de/~ogs/

Andreas Luebbecke

unread,
Mar 1, 2000, 3:00:00 AM3/1/00
to
Steffen Bühler schrub jüngst in <Gl5v4.1$eD6.108@client>:

>>Ich kann mit noch so edlen Absichten ohne Hut in die Synagoge
>>gehen - es ist und bleibt eine Frechheit gegenüber den dort
>>Versammelten.
>

>Newsgruppen betreiben Informationsaustausch, vielleicht auch
>manchmal religiösen Inhalts. Aber das Verwenden eines Pseudonyms
>kann niemals jemanden derart verletzen, daß dieser Vergleich
>gestattet wäre. Jemand kann sich gestört oder genervt fühlen,
>aber das ist viel oberflächlicher, auch wenn es hier rege
>Diskussionen auslöst.

Schon, aber der Grad der Brüskierung ist auch hier nur die
Konsequenz der Anschauung des Betroffenen. Und auch wenn dieser in
diesen beiden Fällen natürlich nicht einander entspricht, finde ich
den Vergleich auf einer rein säkularen Ebene gar nicht so schlecht.
Was die eine Seite als ignorant empfindet, bezeichnet die andere als
überempfindlich.

Andreas
--
Entscheidend ist, was hinten rauskommt. (Helmut Kohl)

Mahatma Kane Jeeves

unread,
Mar 1, 2000, 3:00:00 AM3/1/00
to
adrian...@schweiz.org (Adrian Suter) schrieb:

>M.K.J...@aon.at (Mahatma Kane Jeeves) scripsit:
>

>>>4. Welche Botschaften transportiert die Verwendung eines
>>>Pseudonyms?
>>>~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
>>>~~ ~~~~~~
>>>
>>>In einem Kontext wie dem de-Usenet, wo das Posten unter dem
>>>vollen Namen üblich ist, setzt das Posten unter Pseudonym
>>>ein Signal. Das Signal kann zum Beispiel lauten:
>>>
>>>* "Ich bin ein Kindskopf" - vor allem bei Comicnamen als
>>>Pseudonym.
>>

>>* "Ich druecke was von mir aus" - oftmals durch Bezuege zu
>>Musikgruppen dargestellt.
>

>"Ich drücke was von mir aus" sagt nicht mehr und nicht
>weniger, als dass das Posting einen Anteil von
>Selbstkundgebung *hat*.

Stimmt.

>Ich habe versucht, aufzuzeigen, wie
>diese Selbstkundgebung *lautet*.

Ich hoffe eigentlich, du wolltest aufzeigen, wie diese
Selbstkundgebung lauten *kann*, denn den Anspruch es genau zu
wissen, wirst du wohl kaum aufrecht halten koennen.

>>>* "Ich bin nicht ganz offen, ich stehe nicht ganz zu meiner
>>>Meinung."
>>

>>* "Normale Namen langweilen mich"
>
>Wenn das nicht als Alternative, sondern als Ergänzung zu
>meinen Ausführungen zu verstehen ist, bin ich einverstanden.

Natuerlich als Ergaenzung.

>>>* "Ich möchte meinen Gesprächspartnern gegenüber einen
>>>Vorteil haben,
>>> indem ich etwas über sie weiss - nämlich den Namen -, das
>>> sie über mich nicht wissen."
>>

>>Das kommt mir etwas paranoid vor, was auch dazu passt, das
>>manche Leute Realnamen anscheinend *brauchen* weil sie dem
>>anderen moeglicherweise vertrauen *muessen*.
>

>Trotzdem
>signalisiert der andere durch seine Weigerung, mir die Hand
>zu reichen: "ich bin nicht bereit, Dir offen und ungeschützt
>gegenüberzutreten."
>
>Genau dasselbe signalisieren auch Pseudonymverwender im
>Usenet - unabhängig davon, ob sie wirklich einen Voteil
>daraus ziehen oder nicht.

Du kannst wahrscheinlich sagen, dass in ihrem Verhalten eine
Weigerung steckt, aber du kannst wohl kaum sagen, was dafuer
die Motivation ist, ausser du fragst nach.

>>>* "Es ist dies für mich ein delikates Thema, zu dem ich
>>>mich nicht
>>> ohne Weiteres mit meinem Namen äussern kann, weil es für
>>> mich Nachteile mit sich bringen könnte, wenn diese
>>> Meinung mit meinem Namen in Verbindung gebracht wird."
>>>
>>>Nun ist es aber so, dass Pseudonyme zum Erreichen dieses
>>>Zwecks - Anonymität - ungeeignet sind. Deswegen kommt diese
>>>Botschaft einfach nicht so an - oft selbst dann nicht, wenn
>>>sie ehrlicherweise so gemeint ist.
>>

>>Also selbst wenn du jemanden die Ehrlichkeit abnimmst, obige
>>Motivation hinter seiner Handlung stehen zu haben, siehst du
>>seine Handlung trotzdem als versuchte Unhoeflichkeit?
>

>Im Wiederholungsfall: ja.

Und was wiegt mehr?

>>Wie
>>funktioniert das? Geht es nicht um die Absicht des Posters?
>

>Ich kann mit noch so edlen Absichten ohne Hut in die Synagoge
>gehen - es ist und bleibt eine Frechheit gegenüber den dort
>Versammelten.

Dieser Vergleich ist voellig unpassend. Oder vielleicht auch
nicht: Mit einigem boesen Willen kann man dem Verfechten von
Realnamen was sektirerisch-religioeses unterstellen.

Aber da ich das nicht mache, passt es nicht hier von dem
Verletzen von religioesen Gefuehlen zu sprechen.

>>>In einem Kontext, wo die Verwendung
>>>der vollen und richtigen Namen der Normalfall ist, umfasst
>>>diese Botschaft eine wenig schmeichelhafte Selbstkundgebung
>>>auf Seiten des Senders - und zwar auch dann, wenn dieser
>>>dies gar nicht so beabsichtigt.
>>

>>Soll das bedeuten, das Abweichungen von der Norm quasi
>>automatisch eine negative Betrachtung nach sich ziehen?
>

>Ich würde es nicht ganz so allgemein sehen. Ausserdem geht es
>nicht um eine Abweichung von einer "Norm", sondern um
>Abweichung von einer "Konvention".

Naja, du hast auch "Normalfall" geschrieben. Ich habe mich
also nur auf deine Argumentation beziehen koennen. Aber selbst
eine Abweichung von einer Konvention als was tendenziell
negatives zu betrachten halte ich fuer etwas, das *leider* in
der Gesellschaft so existiert, naemlich das eben Abweichungen
oftmals *nur* als negativ vorgestellt werden koennen.


MKj

Mahatma Kane Jeeves

unread,
Mar 1, 2000, 3:00:00 AM3/1/00
to
sch...@mail.uni-mainz.de (O.G. Schwenk) schrieb:

>M.K.J...@aon.at (Mahatma Kane Jeeves) schrieb:
>
>>adrian...@schweiz.org (Adrian Suter) schrieb:
>>

>Ebenso wie Deine
>Formulierung "Anstrich" mir signalisiert, dass Du dem Text
>wissenschaftlichen Anspruch absprichst.

Stimmt, das tue ich.

>Es ist ganz sicher kein wissenschaftlicher Text, das hat der
>Verfasser aber auch nicht behauptet.

Stimmt, nur hatte ich den Eindruck, als waere so ein Anstrich
beabsichtigt gewesen. Auch hat Adrian gesagt, das ihm bewusst
ist und war, das dieser Eindruck entstehen kann, er es aber
nicht verstaerken wollte, offenbar aber auch nicht schwaechen.

>Du stimmst zumindest zu, dass mit dem Pseudo etwas
>transportiert werden soll.

Ja, irgendwie schon. Aber nicht immer voll bewusst.

>Allgemeiner, dass mit der
>Entscheidung fuer/gegen den "wirklichen Namen" etwas
>ausgedrueckt werden soll. Dass es eben nicht egal ist, was da
>erscheint.

Stimmt, ja.

>>>* "Ich möchte meinen Gesprächspartnern gegenüber einen
>>>Vorteil haben,
>>> indem ich etwas über sie weiss - nämlich den Namen -, das
>>> sie über mich nicht wissen."
>>

>>Das kommt mir etwas paranoid vor, was auch dazu passt, das
>>manche Leute Realnamen anscheinend *brauchen* weil sie dem
>>anderen moeglicherweise vertrauen *muessen*.
>

>Paranoia kann ich da keine erkennen. Es ist eine nur weitere,
>moegliche Botschaft.

Also wenn jemand auf die Idee kommt, das der andere das nur
macht, um einen Vorteil ueber *dich* zu haben - das halte ich
schon fuer etwas merkwuerdig.

>Zustimmen wuerde ich Deiner Vermutung, dass manche Leute
>einen Realnamen anscheinend _brauchen_, um dem anderen
>vertrauen zu _koennen_.

Aber auch *muessen*. Denn koennen sie ueberhaupt mit jemanden
kommunizieren, dem sie nicht vertrauen koennen?

>>>Dies sind alles Botschaften, die schon *die
>>>Pseudonymverwendung als solche* aussendet - unabhängig
>>>davon, ob nun der Inhalt des Postings gut ist oder nicht.
>>

>>Wuerde ich nicht sagen, das diese Botschaften durch
>>Pseudonymverwendung *ausgesendet* werden, eher das sie diese
>>Botschaften im Leser *ausloesen* koennen.
>
>Du widersprichst Dir. Oben dachte ich, wir gingen d'accord,
>dass die Verwendung eines Realnamens oder aber eben eines
>Pseudos _in jedem Fall_ irgendetwas aussendet. Natuerlich
>wird sie bei jedem Leser etwas anderes ausloesen.

Ich habe mich nur auf diese konkreten Botschaften von oben
bezogen, und wollte dem widersprechen, dass *diese*
Botschaften mit *Sicherheit* von Pseudonymnutzern ausgesendet
werden (wollen).

Man muss ausserdem auch klar unterscheiden versuchen, ob diese
Botschaft jetzt vom Pseudonymbenutzer *ausgesendet* wurde,
oder ob sie nur vom Leser so *wahrgenommen* wird.

>>>Nun ist es aber so, dass Pseudonyme zum Erreichen dieses
>>>Zwecks - Anonymität - ungeeignet sind. Deswegen kommt diese
>>>Botschaft einfach nicht so an - oft selbst dann nicht, wenn
>>>sie ehrlicherweise so gemeint ist.
>>

>>Also selbst wenn du jemanden die Ehrlichkeit abnimmst, obige
>>Motivation hinter seiner Handlung stehen zu haben, siehst du

>>seine Handlung trotzdem als versuchte Unhoeflichkeit? Wie


>>funktioniert das? Geht es nicht um die Absicht des Posters?
>

>Adrian begeht hier moeglicherweise den Fehler, den Pseudo zu
>ueberschaetzen.

Ich halte es fuer relativ unsinnig, jemanden nach einer
subjektiven Einschaetzung zu behandeln, *wenn* keine
Dringlichkeit besteht, und es relativ einfach ist, sich
objektiv zu vergewissern.

>Er unterstellt ihm bestenfalls, das der
>Pseudo weiss, dass Anonymitaet nicht mit Pseudonymen zu
>erreichen ist.

Was nach meiner Erfahrung (und fuer mich wirklich
ueberraschend) ziemlich selten der Fall sein duerfte.

>>>In einem Kontext, wo die Verwendung
>>>der vollen und richtigen Namen der Normalfall ist, umfasst
>>>diese Botschaft eine wenig schmeichelhafte Selbstkundgebung
>>>auf Seiten des Senders - und zwar auch dann, wenn dieser
>>>dies gar nicht so beabsichtigt.
>>

>>Soll das bedeuten, das Abweichungen von der Norm quasi
>>automatisch eine negative Betrachtung nach sich ziehen?
>

>Zumindest eine skeptischere.
>Kannst Du mir ein Medium, eine Kultur oder was auch immer
>nennen, wo das nicht der Fall ist?

Nein, es ist allgemein verbreitet, bei jeder Abweichung von
etwas negativem auszugehen. Erziehungssache, nehme ich mal an.

Aber das bedeutet gar nicht, dass diese Voreingenommenheit und
Subjektivtaet fuer einen selbst ... auch akzeptabel ist.


MKj


Christoph Kämper

unread,
Mar 1, 2000, 3:00:00 AM3/1/00
to
----- Original Message -----
From: "Andreas Luebbecke" <Andreas....@gmx.de>
Newsgroups: de.soc.netzkultur.umgangsformen
Sent: Wednesday, March 01, 2000 1:33 PM
Subject: Re: Pseudonyme aus kommunikationspsychologischer Sicht


> Steffen Bühler schrub jüngst in <Gl5v4.1$eD6.108@client>:
>

> Was die eine Seite als ignorant empfindet, bezeichnet die andere als
> überempfindlich.

Eben. In Bezug auf Höflichkeit gilt wohl das selbe wie im klassischen Satz
"Freiheit ist immer die freiheit des anderen". Auch Höflichkeit muß man wohl
aus der Opferperspektive betrachten. Insoweit hält die Netiquette nur
Minimalforderungen bereit, weitergehende Höflichkeit ist immer erlaubt. Wer
die Netiquette nicht einhält, handelt zumindest tendenziell unhöflich - und
kann es nicht beurteilen, weil er auf der "falschen" Seite steht.

Christoph


Thomas Nesges

unread,
Mar 1, 2000, 3:00:00 AM3/1/00
to
Adrian Suter <adrian...@schweiz.org> schrieb:

[Pseudonyme aus fast neutraler Sicht]

Einge Punkte vielleicht etwas neutraler Betrachten und dann:

[MONTHLY] dsnu-FAQ now!

Thomas
--
--==[ www.tnt-computer.de/thomas ]==--

Mahatma Kane Jeeves

unread,
Mar 2, 2000, 3:00:00 AM3/2/00
to
Thomas...@TNT-Computer.de (Thomas Nesges) schrieb:

>Adrian Suter <adrian...@schweiz.org> schrieb:
>
>[Pseudonyme aus fast neutraler Sicht]

Wie?

>Einge Punkte vielleicht etwas neutraler Betrachten und dann:
>
> [MONTHLY] dsnu-FAQ now!

Was?

[MONTHLY] dsnu-GegenFAQ soon after!


MscnrKj

Adrian Suter

unread,
Mar 2, 2000, 3:00:00 AM3/2/00
to
lu...@ifi.unizh.ch (Christopher Lueg) scripsit:

>> Es ist ganz sicher kein wissenschaftlicher Text, das hat der Verfasser
>> aber auch nicht behauptet.
>

>Letzteres sehe ich anders und Adrian hat die Sichtweise ja auch schon
>selbst bestaetigt. Der Titel "aus kommunikationspsychologischer Sicht"
>suggeriert eindeutig einen wissenschaftlichen Anspruch, naemlich den, dass
>Pseudonyme eben aus kommunikationspsychologischer Sicht untersucht werden.

Richtig - das war das Ziel.

>Auch die Einleitung ist fuer Laien wissenschaftlich angehaucht ("Schulz
>von Thun, um ein Beispiel zu nehmen, spricht von [...]").

Ich habe mir überlegt, ob ich Watzlawick als Beispiel nehmen sollte, um
Michael Ottenbruch eine Freude zu machen, aber der liest glaube ich hier
gar nicht mit...

>Dass der Text
>danach relativ einseitig des Autoren unbelegte Meinung darlegt, bemerkt
>der Leser-wenn ueberhaupt-erst spaeter.

Ich dachte eigentlich, ich hätte dies durch den Aufbau einigermassen zum
Ausdruck gebracht: am Anfang die kommunikationspsychologische Grundlegung,
die zeigt, dass die den Überlegungen zugrunde liegende Idee nicht auf
meinem Mist gewachsen ist, sondern einen gewissen Rückhalt bei Leuten hat,
die etwas davon verstehen sollten; dann die weiteren Ausführungen auf
dieser Grundlage, die von mir stammen.

Adrian

Friedhelm Wald

unread,
Mar 2, 2000, 3:00:00 AM3/2/00
to
Adrian Suter trug folgendes zur Diskussion bei:

>Am Telephon hat man zumindest den Tonfall, der noch solche
>Botschaften transportieren kann. Beim klassischen Brief hat man
>Papier, Schriftbild und einiges mehr, das alles auch eine
>Botschaft übermittelt. Auch dies fällt im Usenet weg.

Das ist ein starkes Argument für HTML, da man mehr
Gestaltungsmöglichkeiten hätte (nein, ich möchte das nicht).

>Nun ist es aber so, dass Pseudonyme zum Erreichen dieses Zwecks -
>Anonymität - ungeeignet sind. Deswegen kommt diese Botschaft
>einfach nicht so an - oft selbst dann nicht, wenn sie
>ehrlicherweise so gemeint ist.

Auch Du wirst (leider) nichts daran ändern, das genau dieses nicht
geglaubt wird. Die Pseudonymverfechter stellen sich auf den
Standpunkt: *Mir* reicht der Schutz eines Pseudonyms.

>Im zwischenmenschlichen Kommunikationsgeschehen werden
>unterschwellig viel mehr Botschaften ausgetauscht als nur
>Sachbotschaften. Das Kommunikationsverhalten selbst sendet bereits
>eine Botschaft. Schon allein die Tatsache, dass jemand ein
>Pseudonym verwendet, bildet eine Botschaft im
>Kommunikationsgeschehen. In einem Kontext, wo die Verwendung der
>vollen und richtigen Namen der Normalfall ist, umfasst diese
>Botschaft eine wenig schmeichelhafte Selbstkundgebung auf Seiten
>des Senders - und zwar auch dann, wenn dieser dies gar nicht so
>beabsichtigt.

Was ist mit Fakes?

--
Grüße, Freddy!

Nico Hoffmann

unread,
Mar 2, 2000, 3:00:00 AM3/2/00
to
"Friedhelm Wald" <Friedhe...@gmx.de> meint:

>Adrian Suter trug folgendes zur Diskussion bei:
>

>>Am Telephon hat man zumindest den Tonfall, der noch solche
>>Botschaften transportieren kann. Beim klassischen Brief hat man
>>Papier, Schriftbild und einiges mehr, das alles auch eine
>>Botschaft übermittelt. Auch dies fällt im Usenet weg.
>

>Das ist ein starkes Argument für HTML, da man mehr
>Gestaltungsmöglichkeiten hätte (nein, ich möchte das nicht).

Nein, das wäre ein Argument _gegen_ HTML, da gerade die
Gestaltungsmöglichkeiten in HTML ziemlich bescheiden sind und es
niemand gewährleisten kann, daß einen HTML-Seite so dargestellt
wird, wie es der Autor wollte...
Dann nehme man doch besser Postscript etc. Daß HTML ein paar
Marginalien in dieser Beziehung besser kann als plain Text,
reicht mir nicht.

Der Witz bei HTML (und deswegen hat es sich vermutlich
durchgesetzt) ist, daß es "hyertextuell" arbeitet, also
Dokumente, die woanders liegen, einbinden kann, also
<a href="...">, <img src="...">, <frameset> etc.

Rainer Georg Blankenagel

unread,
Mar 2, 2000, 3:00:00 AM3/2/00
to
M.K.J...@aon.at (Mahatma Kane Jeeves) wrote:

>> [MONTHLY] dsnu-FAQ now!
>
>Was?
>
>[MONTHLY] dsnu-GegenFAQ soon after!

Ach Gottchen, Du wärest der erste, der diesen in den drei Jahren, die
ich die Netzkultur-Gruppe(n) lese, schon häufig von Realnamenverfechtern
gemachten Vorschlag umsetzt. Es ist ja nicht gerade so, daß hier niemand
andere Meinungen lesen möchte. Mur scheinen die Legionen von
Pseudonymverwendern/-verteidigern im Gegensatz zu Adrian, der mit
schöner Regelmäßigkeit aus den Diskussionen hier gut strukturierte,
lesbare Resümés zieht, keine Zeit oder kein wirkliches Interesse daran
zu haben, inhaltlich über das Niveau der reinen Meinungsäußerung
hinauszukommen.

Ich fände es gut, wenn es einen Text gäbe, der die Gegenpositionen zur
Pseudonymverwendung schön griffig und lesbar zusammenfaßt. Noch schöner
wäre es, wenn er auf eine große Akzeptanz auf Seiten der
Pseudonymverwender verweisen könnte, also nicht nur die Meinung eines
Einzelnen widergibt, ähnlich wie die Netiquette.

Nein, ich mach das nicht...


Rainer°

Adrian Suter

unread,
Mar 2, 2000, 3:00:00 AM3/2/00
to
M.K.J...@aon.at (Mahatma Kane Jeeves) scripsit:

>>Einge Punkte vielleicht etwas neutraler Betrachten und dann:
>>


>> [MONTHLY] dsnu-FAQ now!
>
>Was?
>
>[MONTHLY] dsnu-GegenFAQ soon after!

Wetten, dass nicht?

Thomas Nesges hat recht: man kann das ganze auch noch neutraler darstellen,
ohne inhaltlich etwas zu ändern. Ich bin nicht sicher, ob und wann ich in
nächster Zeit dazu komme, aber ich bin sicher, ich kann das Anliegen, das
ich vertrete, so in eine Form bringen, dass Du Dich nicht veranlasst
fühlst, eine Gegen-FAQ zu schreiben.

Ich setze eine Tafel Schokolade. Hältst Du dagegen?

Adrian

Mahatma Kane Jeeves

unread,
Mar 2, 2000, 3:00:00 AM3/2/00
to
adrian...@schweiz.org (Adrian Suter) schrieb:

>Ich setze eine Tafel Schokolade. Hältst Du dagegen?

Ja. Aber bitte keine Bitterschokolade, sondern eher eine mit
Nougat und Nuessen. Ich bin mir aber sicher, wir werden einen
Kompromiss finden... ;-))

Btw: Solltest du wirklich daran interessiert sein, die
mutmassliche Faq abchecken zu wollen, dann bin ich gern dazu
bereit. Hart aber herzlich. :-P


MKj

Mahatma Kane Jeeves

unread,
Mar 2, 2000, 3:00:00 AM3/2/00
to
rai...@kasperhausen.de (Rainer Georg Blankenagel) schrieb:

>M.K.J...@aon.at (Mahatma Kane Jeeves) wrote:
>

>>> [MONTHLY] dsnu-FAQ now!
>>
>>Was?
>>
>>[MONTHLY] dsnu-GegenFAQ soon after!
>

>Ach Gottchen, Du wärest der erste, der diesen in den drei
>Jahren, die ich die Netzkultur-Gruppe(n) lese, schon häufig
>von Realnamenverfechtern gemachten Vorschlag umsetzt.

Das ist wohl offensichtlich. ;-))

>Es ist
>ja nicht gerade so, daß hier niemand andere Meinungen lesen
>möchte. Mur scheinen die Legionen von Pseudonymverwendern/
>-verteidigern im Gegensatz zu Adrian, der mit schöner
>Regelmäßigkeit aus den Diskussionen hier gut strukturierte,
>lesbare Resümés zieht, keine Zeit oder kein wirkliches
>Interesse daran zu haben, inhaltlich über das Niveau der
>reinen Meinungsäußerung hinauszukommen.

Fuer mich ist das Resume von Adrian nicht viel mehr als eine
Meinungsaeusserung, wenn auch eine ganz uebersichtlich
geschriebene. Ich bin mir zwar sicher, dass ich eine
(Gegen)Faq schreiben kann, ich glaube sogar, dass ich eine
allgemeingueltige Faq schreiben kann (Hi Adrian! ;-) aber ich
bin mir nicht sicher, ob die Leute wirklich fair meinem Werk
gegenueber sein wuerden.

>Ich fände es gut, wenn es einen Text gäbe, der die
>Gegenpositionen zur Pseudonymverwendung schön griffig und
>lesbar zusammenfaßt.

Hihihi...

>Noch schöner wäre es, wenn er auf eine
>große Akzeptanz auf Seiten der Pseudonymverwender verweisen
>könnte, also nicht nur die Meinung eines Einzelnen widergibt,
>ähnlich wie die Netiquette.

Wie soll ich denn das abchecken, die meisten
Pseudonymverwender sind doch solche Ignoranten, dass sie mein
Anliegen gleich ... eben ignorieren... ;-))

Nein, wirklich, wie koennte ich meine eventuelle Faq auf
Zustimmung pruefen lassen?

>Nein, ich mach das nicht...
>

Hmm, waerst du denn ueberhaupt dafuer qualifiziert?


MKj

Adrian Suter

unread,
Mar 2, 2000, 3:00:00 AM3/2/00
to
Friedhe...@gmx.de (Friedhelm Wald) scripsit:

>>Am Telephon hat man zumindest den Tonfall, der noch solche
>>Botschaften transportieren kann. Beim klassischen Brief hat man
>>Papier, Schriftbild und einiges mehr, das alles auch eine
>>Botschaft übermittelt. Auch dies fällt im Usenet weg.
>

>Das ist ein starkes Argument für HTML, da man mehr
>Gestaltungsmöglichkeiten hätte (nein, ich möchte das nicht).

Nebenan in dsnm gab es vor kurzer Zeit den Hinweis, dass bereits vor Jahren
mal jemand eine "Discussion Markup Language" vorgeschlagen hatte. Heute, da
XML im Kommen ist, könnte man so etwas verwirklichen - nein, *ich* kann das
nicht.

Adrian

Christoph Kämper

unread,
Mar 2, 2000, 3:00:00 AM3/2/00
to

"Nico Hoffmann" <nico.h...@physik.tu-chemnitz.de> schrieb im Newsbeitrag
news:slrn8bt9o8.3n2...@beethoven.meteo.uni-leipzig.de...
> "Friedhelm Wald" <Friedhe...@gmx.de> meint:

>
> >Das ist ein starkes Argument für HTML, da man mehr
> >Gestaltungsmöglichkeiten hätte (nein, ich möchte das nicht).
>
> Nein, das wäre ein Argument _gegen_ HTML, da gerade die
> Gestaltungsmöglichkeiten in HTML ziemlich bescheiden sind und es
> niemand gewährleisten kann, daß einen HTML-Seite so dargestellt
> wird, wie es der Autor wollte...
> Dann nehme man doch besser Postscript etc. Daß HTML ein paar
> Marginalien in dieser Beziehung besser kann als plain Text,
> reicht mir nicht.
>

Es geht ja auch nicht um Gestaltungsmöglichkeiten, womöglich "pixelgenau"
(ha-ha). Mit HTML könnte der Text strukturiert dargestellt werden - also
Nutzung von HTML als Seitenbeschreibungssprache wie ursprünglich vorgesehen.
In dieser Strukturierung ließen sich dann die "Nebenbotschaften"
transportieren. Besser wäre natürlich eine HTML-ähnliche Sprache, die sich
auf diese Botschaften konzentriert, so etwa: <grins>...</grins><augenroll
/>.

Christoph

PS: Ich bin auch nicht für die Nutzung von HTML hier.

Adrian Suter

unread,
Mar 3, 2000, 3:00:00 AM3/3/00
to
M.K.J...@aon.at (Mahatma Kane Jeeves) scripsit:

>>Ich setze eine Tafel Schokolade. Hältst Du dagegen?


>
>Ja. Aber bitte keine Bitterschokolade, sondern eher eine mit
>Nougat und Nuessen. Ich bin mir aber sicher, wir werden einen
>Kompromiss finden... ;-))

In Bezug auf die FAQ oder in Bezug auf die Schokolade?

>Btw: Solltest du wirklich daran interessiert sein, die
>mutmassliche Faq abchecken zu wollen, dann bin ich gern dazu
>bereit. Hart aber herzlich. :-P

Wenn ich die Wette gewinne, dann haben wir eine FAQ über
Peudonymverwendung, die auch Pseudonymverteidiger zu überzeugen vermag.

Wenn Du gewinnst, dann haben wir eine second opinion zum grössten
Netiquette-Dauerbrenner.

Beiden Ausgängen kann ich durchaus Positives abgewinnen.

Adrian

Rainer Georg Blankenagel

unread,
Mar 3, 2000, 3:00:00 AM3/3/00
to
On Fri, 03 Mar 2000 00:36:30 +0100, Adrian Suter
<adrian...@schweiz.org> wrote:

>Wenn ich die Wette gewinne, dann haben wir eine FAQ über
>Peudonymverwendung, die auch Pseudonymverteidiger zu überzeugen vermag.
>
>Wenn Du gewinnst, dann haben wir eine second opinion zum grössten
>Netiquette-Dauerbrenner.

Hat der Vorverkauf schon begonnen? Gibt's Platzkarten?

>Beiden Ausgängen kann ich durchaus Positives abgewinnen.

Ack. Es wäre schön, wenn man das Rad nicht jedesmal neu erfinden
müßte.


Rainer°

Rainer Georg Blankenagel

unread,
Mar 3, 2000, 3:00:00 AM3/3/00
to
On 02 Mar 2000 21:50:36 GMT, M.K.J...@aon.at (Mahatma Kane Jeeves)
wrote:

>Nein, wirklich, wie koennte ich meine eventuelle Faq auf
>Zustimmung pruefen lassen?

Wie die Netiquette auch: indem Du sie zur Diskussion stellst und
gegebenenfalls überarbeitest.


Rainer°

Thomas Nesges

unread,
Mar 3, 2000, 3:00:00 AM3/3/00
to
Adrian Suter <adrian...@schweiz.org> schrieb:
--snip--

> Nebenan in dsnm gab es vor kurzer Zeit den Hinweis, dass bereits vor Jahren
> mal jemand eine "Discussion Markup Language" vorgeschlagen hatte. Heute, da
> XML im Kommen ist, könnte man so etwas verwirklichen - nein, *ich* kann das
> nicht.

XML ist eine feine Sache - ich stelle grade weite Teile meiner Homepage
darauf um - ich koennte mich damit anfreunden (ich nehme deinen Artikel
mal als Beispiel):

<head>
<path>uni-berlin.de!line55-basel.datacomm.CH!not-for-mail</path>
<mid>89mug...@adrian.users.christkath.ch</mid>
<author name="Adrian Suter" mail="adrian...@schweiz.org"/>
<newsgroups>de.soc.netzkultur.umgangsformen</newsgroups>
<subject>Re: Pseudonyme aus kommunikationspsychologischer
Sicht</subject>
<date timezone="+0100">Thu, 02 Mar 2000 23:46:08</date>
<references>
89hfi...@adrian.users.christkath.ch
89hkp6.3...@wald.onlinehome.de
</references>
<lines>16</lines>
<nntp-posting-host>line55-basel.datacomm.ch
(212.254.32.129)</nntp-posting-host>
<mime-version>1.0</mime-version>
<content-type charset="ISO-8859-1" encoding="8bit">text/plain
</content-type>
<x-headers>
<x-trace>fu-berlin.de 952041145 2776776 212.254.32.129 (16
[807])</x-trace>
<x-posting-agent>Hamster/1.3.12.0</<x-posting-agent>
<x-newsreader>Forte Agent 1.6/32.525</x-newsreader>
<xref>alpha.tnt-computer.de
de.soc.netzkultur.umgangsformen:4096</xref>
</x-headers>
</head>
<body>
<quote level="2" author="Adrian Suter">


Am Telephon hat man zumindest den Tonfall, der noch solche
Botschaften transportieren kann. Beim klassischen Brief hat man
Papier, Schriftbild und einiges mehr, das alles auch eine
Botschaft übermittelt. Auch dies fällt im Usenet weg.

</quote>
<quote level="1" author="Friedhelm Wald">


Das ist ein starkes Argument für HTML, da man mehr
Gestaltungsmöglichkeiten hätte (nein, ich möchte das nicht).

</quote>
<text>


Nebenan in dsnm gab es vor kurzer Zeit den Hinweis, dass bereits
vor Jahren mal jemand eine "Discussion Markup Language"
vorgeschlagen hatte. Heute, da XML im Kommen ist, könnte man so

etwas verwirklichen - nein, ich kann das nicht.
</text>
</body>

Dazu noch einen:
<signature>
blafasel
</signature>

und ein Artikel waer IMO recht gut beschrieben (in den <head> koennen
noch Zeile ala <followup/>, die im Beispiel aber nicht enthalten waren).
Jeder kann eine solchen Artikel per XSL so darstellen, wie er will, XML
setzt der Creativitaet kaum Grenzen ;-) (BTW kennt jemand einen
aktuellen, freien XSL Transformer fuer Linux bzw. in Java?). Der
enstehende Overhead ist IMO auch ertragbar.

Thomas Nesges

unread,
Mar 3, 2000, 3:00:00 AM3/3/00
to
Oliver Much <uzs...@uni-bonn.de> schrieb:

> * Thomas Nesges writes:
>
>> Adrian Suter <adrian...@schweiz.org> schrieb: [Pseudonyme aus
>> fast neutraler Sicht]
>
>> Einge Punkte vielleicht etwas neutraler Betrachten und dann:
>
>> [MONTHLY] dsnu-FAQ now!
>
> Nicht monatlich, stündlich.

Sowas aehnliches gibt's doch heir schon ;-)

Thomas Nesges

unread,
Mar 3, 2000, 3:00:00 AM3/3/00
to
Mahatma Kane Jeeves <M.K.J...@aon.at> schrieb:
> Thomas...@TNT-Computer.de (Thomas Nesges) schrieb:

>
>>Adrian Suter <adrian...@schweiz.org> schrieb:
>>
>>[Pseudonyme aus fast neutraler Sicht]
>
> Wie?

Ich nehme an Adrian hat sich sehr wohl bemueht einigermassen neutral zu
formulieren, seine Meinung lugt aus der einen oder anderen Ecke noch
herraus, aber diese Ecken kann man aendern, und dann solltest selbst du
zufrieden sein (und jeder der sich anschickt einen Realname vs. Pseudo
Thread loszutreten)

>>Einge Punkte vielleicht etwas neutraler Betrachten und dann:
>>
>> [MONTHLY] dsnu-FAQ now!
>

> Was?
>
> [MONTHLY] dsnu-GegenFAQ soon after!

Das sollte nicht noetig sein. Eine Gruppenfaq sollte so geschrieben
sein, dass alle damit leben koennen, sonst wird aus dem Versuch die
Threads zu den behandelten Themen zu vermeiden ein 'Aufruf' zu
'Ich finde eure FAQ Scheisse'-Threads.

Mahatma Kane Jeeves

unread,
Mar 3, 2000, 3:00:00 AM3/3/00
to
Thomas...@TNT-Computer.de (Thomas Nesges) schrieb:

>Mahatma Kane Jeeves <M.K.J...@aon.at> schrieb:
>> Thomas...@TNT-Computer.de (Thomas Nesges) schrieb:
>>
>>>Adrian Suter <adrian...@schweiz.org> schrieb:
>>>
>>>[Pseudonyme aus fast neutraler Sicht]
>>
>> Wie?
>
>Ich nehme an Adrian hat sich sehr wohl bemueht einigermassen
>neutral zu formulieren,

Hmm. :-/

>seine Meinung lugt aus der einen oder
>anderen Ecke noch herraus, aber diese Ecken kann man aendern,
>und dann solltest selbst du zufrieden sein (und jeder der
>sich anschickt einen Realname vs. Pseudo Thread loszutreten)

Wie gesagt, ich bezweifle das er das hinbekommt, weil ich bis
jetzt nicht den Eindruck hatte, als ob er sich in
Pseudonymbenutzer hineindenken koennte. Ich selbst habe als
Netiquette-Verfechter begonnen, habe es dann doch noch
geschafft eine eigene Meinung zu bilden, und habe ausserdem
selbst auch unter Pseudonym gepostet. Wer das noch nicht
gemacht hat, und auch keine Lust dazu verspuert, der wird kaum
einen allgemeingueltigen Beitrag schreiben koennen.

>Eine Gruppenfaq sollte so
>geschrieben sein, dass alle damit leben koennen,

Das koennte ein weiter Weg werden.
Frag mal Pseudonymbenutzer was sie von Adrian's Beitrag
halten.


MKj

Mahatma Kane Jeeves

unread,
Mar 3, 2000, 3:00:00 AM3/3/00
to
ra...@gmx.de (Rainer Georg Blankenagel) schrieb:

Es gibt sicherlich mehr engagierte Netiquette-Verfechter, als
Pseudonym-Verteidiger, deshalb kann ich mir schwer vorstellen,
wie ich einen Beitrag ausreichend verifizieren koennte.

Wenn ich sowas vielleicht schreiben wuerde, sollte ich es dann
hier zur Diskussion stellen, oder woanders?


MKj

Mahatma Kane Jeeves

unread,
Mar 3, 2000, 3:00:00 AM3/3/00
to
ka...@gmx.net (Katharina Bleuer) schrieb:

>
>"Mahatma Kane Jeeves" <M.K.J...@aon.at> wrote:
>
>> Das koennte ein weiter Weg werden.
>> Frag mal Pseudonymbenutzer was sie von Adrian's Beitrag
>> halten.
>

>Nun. Die Psycho-, Sozio- und sonstnoch-logen können
>wenigstens bestätigen, dass der erste Teil (über Schultz von
>Thun) absolut korrekt ist. Man müsste desweiteren Wazlawick
>(sp?) ins Feld führen (z.B. mit seinem berühmtesten Satz:
>"man kann nicht nicht kommunizieren").

Jaja, das fettet jeden Beitrag wohltuend auf. ;-))

>Ansonsten könnte man eine Liste einfügen mit den Argumenten
>von beiden Seiten im Stil von:
>
>Die Befürworter für Pseudonyme sind der Meinung dass....
>Die Befürworter für Realnames " " "....
>
>(so könnten sich nämlich alle, die hier diskutieren, viel
>Schreibarbeit sparen).

Oder andersrum und aehnlich.
Fuer jede Frage zwei Antworten, von den Guten und von den
Boesen. ;-))

Die Rn-Vertreter stellen Fragen, die von den Pseudos
beantwortet werden, und umgekehrt. Und das wird dann
aufgelistet.

>Mich persönlich würde es mal einfach wunder nehmen, wie die
>Argumente aussehen, wenn sie gegeneinander aufgelistet
>werden... schliesslich kommen immer wieder dieselben
>Argumente, und ich möchte mal so richtig rationell und
>"Entscheidungstheoretisch" alle auf einen Haufen sehen.

Wer nicht, wer nicht! ;-))

>So könnten sich "Unentschlossene" ein Bild machen, ohne dass
>sie die 42'000 Postings zu diesem Thema durchlesen müssen.

Und wohin dann damit? dsnu verendet, und ein
Infoposting mehr fuer dni das keiner liest? Oder wieder ein
Zusammenschluss von dsnu und dsnm mit der regelmaessig
geposteten "Pseudo-Faq"?

>Meint ihr, wir kriegen das hin? Für einmal einfach nur
>auflisten, ohne einander zu zerreissen (ich versprech auch
>ganz artig, dass ich keine Ps.befürworter nach dag° fluppen
>werde ;-)

Naja, klingt auf jeden Fall lustig. :-P


MKj

Katharina Bleuer

unread,
Mar 4, 2000, 3:00:00 AM3/4/00
to

"Mahatma Kane Jeeves" <M.K.J...@aon.at> wrote:

> Das koennte ein weiter Weg werden.
> Frag mal Pseudonymbenutzer was sie von Adrian's Beitrag
> halten.

Nun. Die Psycho-, Sozio- und sonstnoch-logen können wenigstens
bestätigen, dass der erste Teil (über Schultz von Thun) absolut
korrekt ist. Man müsste desweiteren Wazlawick (sp?) ins Feld führen
(z.B. mit seinem berühmtesten Satz: "man kann nicht nicht
kommunizieren").

Ansonsten könnte man eine Liste einfügen mit den Argumenten von beiden
Seiten im Stil von:

Die Befürworter für Pseudonyme sind der Meinung dass....
Die Befürworter für Realnames " " "....

(so könnten sich nämlich alle, die hier diskutieren, viel
Schreibarbeit sparen).

Mich persönlich würde es mal einfach wunder nehmen, wie die Argumente


aussehen, wenn sie gegeneinander aufgelistet werden... schliesslich
kommen immer wieder dieselben Argumente, und ich möchte mal so richtig
rationell und "Entscheidungstheoretisch" alle auf einen Haufen sehen.

So könnten sich "Unentschlossene" ein Bild machen, ohne dass sie die


42'000 Postings zu diesem Thema durchlesen müssen.

Meint ihr, wir kriegen das hin? Für einmal einfach nur auflisten, ohne


einander zu zerreissen (ich versprech auch ganz artig, dass ich keine
Ps.befürworter nach dag° fluppen werde ;-)

Katharina


Andreas Luebbecke

unread,
Mar 4, 2000, 3:00:00 AM3/4/00