Tura-Steinbrüche

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Sven Berger

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Jan 6, 2000, 3:00:00 AM1/6/00
to
Hallo zusammen!
Nachdem ich in der letzten Quarks&Co Sendung gesehen habe, wie Herr
Stadelmann in einer riesigen Höhle am Rande Kairos nahezu verschwand,
möchte ich mir dort gerne selbst einen Überblick verschaffen. War einer
von euch schon in den Steinbrüchen und kann mir dazu mehr erzählen?

mfg
Sven

Rainer Lorenz

unread,
Jan 6, 2000, 3:00:00 AM1/6/00
to
Sven Berger <seh...@onlinehome.de> schrieb in im Newsbeitrag:
38748373...@onlinehome.de...

Hi Sven,

wo warst Du denn so lang?

Nein, ich habe die Brüche auch noch nicht gesehen, bin aber schon ein paar
Mal nahe dran vorbeigesaust. Wenn Du von Kairo aus Richtung Heliopolis
fährst, mußt Du rechts abbiegen. Mehr weiß ich auch nicht mehr. Sind aber
schon gigantisch, diese "Löcher".

Und sonst: Quarks & Co. hatte zwar wieder die üblichen Fehler (große Galerie
70 m lang ;-), aber sonst war's ganz lustig. Das mit dem Orion dürfte Dich
ja kaum mehr überascht haben? ;-)

Ciao, Rainer

--
visit:
- ÄGYPTEN -
Götter, Pyramiden und Rätselmacher
http://home.allgaeu.org/rlorenz/
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de.soc.kultur.aegypten

Sven Berger

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Jan 6, 2000, 3:00:00 AM1/6/00
to

Rainer Lorenz schrieb:


>
> Sven Berger <seh...@onlinehome.de> schrieb in im Newsbeitrag:
> 38748373...@onlinehome.de...
> > Hallo zusammen!
> > Nachdem ich in der letzten Quarks&Co Sendung gesehen habe, wie Herr
> > Stadelmann in einer riesigen Höhle am Rande Kairos nahezu verschwand,
> > möchte ich mir dort gerne selbst einen Überblick verschaffen. War einer
> > von euch schon in den Steinbrüchen und kann mir dazu mehr erzählen?
>
> Hi Sven,

N`Abend Rainer :)

> wo warst Du denn so lang?

Ich habe die Feiertage in aller Ruhe bei meiner Familie verbracht und nach
dem Job am Sylvesterabend war eine gewisse "Auszeit" vonnöten, da das
Menschengeschlecht soooo anstrengend sein kann! Naja, den Lohn sehe
ich als eine Gesundheitsentschädigung an :)

> Nein, ich habe die Brüche auch noch nicht gesehen, bin aber schon ein paar
> Mal nahe dran vorbeigesaust. Wenn Du von Kairo aus Richtung Heliopolis
> fährst, mußt Du rechts abbiegen. Mehr weiß ich auch nicht mehr. Sind aber
> schon gigantisch, diese "Löcher".

Ja, vielleicht werde ich dort die Dimension des verbauten Materials
begreifen können, ist mir am Plateau selbst noch nicht gelungen.

> Und sonst: Quarks & Co. hatte zwar wieder die üblichen Fehler (große Galerie
> 70 m lang ;-), aber sonst war's ganz lustig.

Die Aussage kann ein älteres Buch, das ich irgendwo herumliegen habe, noch
toppen: Der Sphinx sei 70 m hoch und 23m lang! Wohl die Maße vertauscht :)

Das mit dem Orion dürfte Dich
> ja kaum mehr überascht haben? ;-)

Das übergehe ich jetzt einfach mal wortlos ;) und möchte auf etwas anderes
hinweisen, was mich immer wieder verwundert, so auch bei Quarks&Co:
Warum wird bei einer Theorie, die den ungefähren Bauablauf einer Pyramide
erklären will und mit Holzkonstruktionen ect. arbeitet, jedesmal sofort als
Gegenargument angefügt, dass Ägypten ein sehr holzarmes Land ist?
Ein veraltetes 0815 Argument der Medien, oder stehen hinter dieser Aussage
einige namhafte Ägyptologen?

mfg
Sven

Rainer Lorenz

unread,
Jan 6, 2000, 3:00:00 AM1/6/00
to
Sven Berger <seh...@onlinehome.de> schrieb in im Newsbeitrag:
3874F301...@onlinehome.de...

> > Nein, ich habe die Brüche auch noch nicht gesehen, bin aber schon ein
paar
> > Mal nahe dran vorbeigesaust. Wenn Du von Kairo aus Richtung Heliopolis
> > fährst, mußt Du rechts abbiegen. Mehr weiß ich auch nicht mehr. Sind
aber
> > schon gigantisch, diese "Löcher".
>
> Ja, vielleicht werde ich dort die Dimension des verbauten Materials
> begreifen können, ist mir am Plateau selbst noch nicht gelungen.

Hi Sven,

ich bleibe bei meiner Meinung: die Chephren-Pyramide ist weit
faszinierender, und von der Roten in Dahschur ganz zu schweigen!

> > Und sonst: Quarks & Co. hatte zwar wieder die üblichen Fehler (große
Galerie
> > 70 m lang ;-), aber sonst war's ganz lustig.
>
> Die Aussage kann ein älteres Buch, das ich irgendwo herumliegen habe, noch
> toppen: Der Sphinx sei 70 m hoch und 23m lang! Wohl die Maße vertauscht :)

Es gibt Leute, die glauben, das Recht für Blödsinn gepachtet zu haben ,-)

> Das mit dem Orion dürfte Dich
> > ja kaum mehr überascht haben? ;-)
>
> Das übergehe ich jetzt einfach mal wortlos ;)

OK ;-)

und möchte auf etwas anderes
> hinweisen, was mich immer wieder verwundert, so auch bei Quarks&Co:
> Warum wird bei einer Theorie, die den ungefähren Bauablauf einer Pyramide
> erklären will und mit Holzkonstruktionen ect. arbeitet, jedesmal sofort
als
> Gegenargument angefügt, dass Ägypten ein sehr holzarmes Land ist?
> Ein veraltetes 0815 Argument der Medien, oder stehen hinter dieser Aussage
> einige namhafte Ägyptologen?

Ja, sie stehen!
Im Ägypten des AR ist Holz ziemlich dürftig vorhanden. Die Erwähnung, daß
dieses aus dem Libanon importiert wurde, läßt kaum ein König aus. Palmholz
ist wegen seiner "Elastizität" für ernsthafte Aufgaben - z.B. im Bauwesen -
kaum zu gebrauchen. Und sonst sieht's recht trocken aus.

Sven Berger

unread,
Jan 7, 2000, 3:00:00 AM1/7/00
to

Rainer Lorenz schrieb:


>
> Sven Berger <seh...@onlinehome.de> schrieb in im Newsbeitrag:
> 3874F301...@onlinehome.de...
> > > Nein, ich habe die Brüche auch noch nicht gesehen, bin aber schon ein
> paar
> > > Mal nahe dran vorbeigesaust. Wenn Du von Kairo aus Richtung Heliopolis
> > > fährst, mußt Du rechts abbiegen. Mehr weiß ich auch nicht mehr. Sind
> aber
> > > schon gigantisch, diese "Löcher".
> >
> > Ja, vielleicht werde ich dort die Dimension des verbauten Materials
> > begreifen können, ist mir am Plateau selbst noch nicht gelungen.
>
> Hi Sven,

Hallo Rainer,

> ich bleibe bei meiner Meinung: die Chephren-Pyramide ist weit
> faszinierender, und von der Roten in Dahschur ganz zu schweigen!

Habe ich in meinen obenstehenden Zeilen etwas anderes behauptet?
Kann den Übergang nicht finden 8)

> und möchte auf etwas anderes
> > hinweisen, was mich immer wieder verwundert, so auch bei Quarks&Co:
> > Warum wird bei einer Theorie, die den ungefähren Bauablauf einer Pyramide
> > erklären will und mit Holzkonstruktionen ect. arbeitet, jedesmal sofort
> als
> > Gegenargument angefügt, dass Ägypten ein sehr holzarmes Land ist?
> > Ein veraltetes 0815 Argument der Medien, oder stehen hinter dieser Aussage
> > einige namhafte Ägyptologen?
>
> Ja, sie stehen!
> Im Ägypten des AR ist Holz ziemlich dürftig vorhanden. Die Erwähnung, daß
> dieses aus dem Libanon importiert wurde, läßt kaum ein König aus. Palmholz
> ist wegen seiner "Elastizität" für ernsthafte Aufgaben - z.B. im Bauwesen -
> kaum zu gebrauchen. Und sonst sieht's recht trocken aus.

Ok, es dürfte ja wohl als gesichert gelten, dass im AR die Handelsbeziehungen
zur syrischen Küste schon längst geknüpft worden waren und vielleicht
importierten bereits die thinitischen Könige das für ihr Grab benötigte
Bauholz über Byblos. Hätten die Könige des AR nicht diese Beziehungen
anwenden können, um für ihre Bauprojekte Holz einer besseren Qualität
zu bekommen?

mfg
Sven

Rainer Lorenz

unread,
Jan 7, 2000, 3:00:00 AM1/7/00
to
Sven Berger <seh...@onlinehome.de> schrieb in im Newsbeitrag:
3875E067...@onlinehome.de...

> Habe ich in meinen obenstehenden Zeilen etwas anderes behauptet?
> Kann den Übergang nicht finden 8)

Hi Sven,

...ich auch nicht mehr ;-)

> Ok, es dürfte ja wohl als gesichert gelten, dass im AR die
Handelsbeziehungen
> zur syrischen Küste schon längst geknüpft worden waren und vielleicht
> importierten bereits die thinitischen Könige das für ihr Grab benötigte
> Bauholz über Byblos. Hätten die Könige des AR nicht diese Beziehungen
> anwenden können, um für ihre Bauprojekte Holz einer besseren Qualität
> zu bekommen?

Mit dieser Frage habe ich mich auch noch nicht beschäftigt! Aber daß schon
zur Thinitenzeit der Draht in den Libanon stand, ist gesichert.

Sven Berger

unread,
Jan 7, 2000, 3:00:00 AM1/7/00
to

Rainer Lorenz schrieb:


>
> Sven Berger <seh...@onlinehome.de> schrieb in im Newsbeitrag:
> 3875E067...@onlinehome.de...
> > Habe ich in meinen obenstehenden Zeilen etwas anderes behauptet?
> > Kann den Übergang nicht finden 8)
>
> Hi Sven,

Hi Rainer,

> ...ich auch nicht mehr ;-)

das ist beruhigend ;)

> > Ok, es dürfte ja wohl als gesichert gelten, dass im AR die
> Handelsbeziehungen
> > zur syrischen Küste schon längst geknüpft worden waren und vielleicht
> > importierten bereits die thinitischen Könige das für ihr Grab benötigte
> > Bauholz über Byblos. Hätten die Könige des AR nicht diese Beziehungen
> > anwenden können, um für ihre Bauprojekte Holz einer besseren Qualität
> > zu bekommen?
>
> Mit dieser Frage habe ich mich auch noch nicht beschäftigt! Aber daß schon
> zur Thinitenzeit der Draht in den Libanon stand, ist gesichert.

Dann weiß ich wirklich nicht, warum manche Ägyptologen an diesem
Holzknappheitsargument festhalten! Außerdem: Bestanden die unzähligen
Schlitten mit denen die tonnenschweren Steinblöcke zur Baustelle geschleppt
wurden aus Palmholz? Wohl kaum....

mfg
Sven

Rainer Lorenz

unread,
Jan 7, 2000, 3:00:00 AM1/7/00
to
Sven Berger <seh...@onlinehome.de> schrieb in im Newsbeitrag:
38761BCB...@onlinehome.de...

> > Mit dieser Frage habe ich mich auch noch nicht beschäftigt! Aber daß
schon
> > zur Thinitenzeit der Draht in den Libanon stand, ist gesichert.
>
> Dann weiß ich wirklich nicht, warum manche Ägyptologen an diesem
> Holzknappheitsargument festhalten! Außerdem: Bestanden die unzähligen
> Schlitten mit denen die tonnenschweren Steinblöcke zur Baustelle
geschleppt
> wurden aus Palmholz? Wohl kaum....

Hi Sven,

Holzknappheit, wird in diesem Fall wahrscheinlich Holzknappheit in Ägypten
bedeuten. Die Schlitten waren sicher nicht aus Palmholz.

Ciao, Rainer

Marcel Bornkessel

unread,
Jan 7, 2000, 3:00:00 AM1/7/00
to
Rainer Lorenz schrieb
> Sven Berger schrieb :

> > > Mit dieser Frage habe ich mich auch noch nicht beschäftigt! Aber daß
> schon
> > > zur Thinitenzeit der Draht in den Libanon stand, ist gesichert.
> >
> > Dann weiß ich wirklich nicht, warum manche Ägyptologen an diesem
> > Holzknappheitsargument festhalten! Außerdem: Bestanden die unzähligen
> > Schlitten mit denen die tonnenschweren Steinblöcke zur Baustelle
> geschleppt
> > wurden aus Palmholz? Wohl kaum....
>
> Hi Sven,
>
> Holzknappheit, wird in diesem Fall wahrscheinlich Holzknappheit in Ägypten
> bedeuten. Die Schlitten waren sicher nicht aus Palmholz.

Hallo zusammen,

wenn ich mich recht erinnere, wurden Holzlieferungen auch schriftlich
festgehalten. In einem Fall z.B. die Lieferung von ca. 40 Tonnen Zedernholz.
Wieviel Schlitten kann man daraus bauen?

Grüsse.
--
Marcel Bornkessel
Ägypten Online - News und Informationen rund um Ägypten
http://www.aegypten-online.de


Sven Berger

unread,
Jan 7, 2000, 3:00:00 AM1/7/00
to

Marcel Bornkessel schrieb:


>
> Rainer Lorenz schrieb
> > Sven Berger schrieb :
> > > > Mit dieser Frage habe ich mich auch noch nicht beschäftigt! Aber daß
> > schon
> > > > zur Thinitenzeit der Draht in den Libanon stand, ist gesichert.
> > >
> > > Dann weiß ich wirklich nicht, warum manche Ägyptologen an diesem
> > > Holzknappheitsargument festhalten! Außerdem: Bestanden die unzähligen
> > > Schlitten mit denen die tonnenschweren Steinblöcke zur Baustelle
> > geschleppt
> > > wurden aus Palmholz? Wohl kaum....
> >
> > Hi Sven,
> >
> > Holzknappheit, wird in diesem Fall wahrscheinlich Holzknappheit in Ägypten
> > bedeuten. Die Schlitten waren sicher nicht aus Palmholz.
>
> Hallo zusammen,

N'Abend Marcel,



> wenn ich mich recht erinnere, wurden Holzlieferungen auch schriftlich
> festgehalten. In einem Fall z.B. die Lieferung von ca. 40 Tonnen Zedernholz.
> Wieviel Schlitten kann man daraus bauen?

Moment, ich hole meinen Baukasten heraus ;)
Keine Ahnung wieviel Schlitten man erhält, aber mit der Menge läßt so
einiges bewerkstelligen. Beziehen sich die 40 Tonnen auf die vom Snofru
angeordnete Handelsreise??

mfg
Sven

Gitta Warnemünde

unread,
Jan 7, 2000, 3:00:00 AM1/7/00
to
Hallo Ihr Baumeister,

>
> Rainer Lorenz schrieb:
> >


> > Sven Berger <seh...@onlinehome.de> schrieb in im Newsbeitrag:

> > 3875E067...@onlinehome.de...
> > > Habe ich in meinen obenstehenden Zeilen etwas anderes behauptet?
> > > Kann den Übergang nicht finden 8)
> >
> > Hi Sven,
>
> Hi Rainer,
>
> > ...ich auch nicht mehr ;-)
>
> das ist beruhigend ;)
>
> > > Ok, es dürfte ja wohl als gesichert gelten, dass im AR die
> > Handelsbeziehungen
> > > zur syrischen Küste schon längst geknüpft worden waren und vielleicht
> > > importierten bereits die thinitischen Könige das für ihr Grab benötigte
> > > Bauholz über Byblos. Hätten die Könige des AR nicht diese Beziehungen
> > > anwenden können, um für ihre Bauprojekte Holz einer besseren Qualität
> > > zu bekommen?
> >

> > Mit dieser Frage habe ich mich auch noch nicht beschäftigt! Aber daß schon
> > zur Thinitenzeit der Draht in den Libanon stand, ist gesichert.
>
> Dann weiß ich wirklich nicht, warum manche Ägyptologen an diesem
> Holzknappheitsargument festhalten! Außerdem: Bestanden die unzähligen
> Schlitten mit denen die tonnenschweren Steinblöcke zur Baustelle geschleppt
> wurden aus Palmholz? Wohl kaum....

ich habe kürzlich ein Doku über Laszlo Almasy gesehen (bekannt geworden
als "Englischer Patient"). Almasy hat in den 30ern nach der Oase Zarzura
gesucht und gefunden hat er die berühmte Höhle der Schwimmer in der Nähe
von Kufra am Gilf Kebir. Außerdem fand er einen "Scherbenhaufen", also
Reste diverser Krüge. Die Geologen stellten fest, daß das Gebiet vor 10
bis 15.000 Jahre von Flüssen durchzogen und damit auch sehr fruchtbar
war. Der "Scherbenhaufen" könnte ein Wasserreservoir sein, wie es sich
die alten Ägypter in der Wüste anlegten, wenn sie lange Expeditionen
unternahmen. Könnte es nicht möglich sein, daß sich in pharaonischer
Zeit dort noch Oasen mit Bäumen befanden, die man als Baumaterial
verwenden konnte? Kleine "Bäumchen" wachsen dort heute noch. Zugegeben -
gehört habe ich davon bisher nichts. Aber ist doch vielleicht eine
interessante Spinnerei.

Gitta
http://www.gitta-warnemuende.de

Frank D.

unread,
Jan 7, 2000, 3:00:00 AM1/7/00
to
On Fri, 7 Jan 2000 19:22:36 +0100, "Marcel Bornkessel"
<kon...@aegypten-online.de> wrote:

>wenn ich mich recht erinnere, wurden Holzlieferungen auch schriftlich
>festgehalten. In einem Fall z.B. die Lieferung von ca. 40 Tonnen Zedernholz.
>Wieviel Schlitten kann man daraus bauen?

hatte das mal für mein Buch ausgerechnet. Ein Schlitten für einen
"normalen" Pyramidenstein müßte um die 250 Kilo wiegen. also 4 aus 1
Tonne, 160 aus 40 Tonnen.

Den Abrieb hatte ich mal experimentell ermittelt und kam auf rund 2500
Kilometer Laufleistung bis der Schlitten bis zur Querverstrebung
runter war (habe mich am Schlitten im ägyptischen Museum orientiert).

Da die durchschnlittliche Transportstrecke unter Last (leer gibts
natürlich nur einen bruchteil des Abreibs) bei der Cheopspyramide rund
1 km pro Weg war, konnte jeder Schlitten 2500 Steine transportieren,
160 Stück also 400.000. Das sind 20% aller Steine.

Wenn die Ägypter nicht ganz blöde waren, haben sie den Schlitten nach
der Zeit aber nicht weggeworfen, sonden einfach eine neue Laufsohle
runtergenagelt, die wiederum für 2500 km gut war - aber nur rund 50 kg
wiegt. Haben sie dies gemacht (da kaum Schlitten erhalten sind, weiß
manns einfach nicht) wären sie mit rund 72 Tonnen Holz in 20 Jahren
ausgekommen. Wie ich finde, eine akzeptable Menge :-)

FD


------------------
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Sven Berger

unread,
Jan 8, 2000, 3:00:00 AM1/8/00
to

"Frank D." schrieb:


>
> On Fri, 7 Jan 2000 19:22:36 +0100, "Marcel Bornkessel"
> <kon...@aegypten-online.de> wrote:
>
> >wenn ich mich recht erinnere, wurden Holzlieferungen auch schriftlich
> >festgehalten. In einem Fall z.B. die Lieferung von ca. 40 Tonnen Zedernholz.
> >Wieviel Schlitten kann man daraus bauen?
>
> hatte das mal für mein Buch ausgerechnet.

welches hoffentlich in naher Zukunft endlich erscheinen wird!

Ein Schlitten für einen
> "normalen" Pyramidenstein müßte um die 250 Kilo wiegen. also 4 aus 1
> Tonne, 160 aus 40 Tonnen.
>
> Den Abrieb hatte ich mal experimentell ermittelt und kam auf rund 2500
> Kilometer Laufleistung bis der Schlitten bis zur Querverstrebung
> runter war (habe mich am Schlitten im ägyptischen Museum orientiert).
>
> Da die durchschnlittliche Transportstrecke unter Last (leer gibts
> natürlich nur einen bruchteil des Abreibs) bei der Cheopspyramide rund
> 1 km pro Weg war, konnte jeder Schlitten 2500 Steine transportieren,
> 160 Stück also 400.000. Das sind 20% aller Steine.
>
> Wenn die Ägypter nicht ganz blöde waren, haben sie den Schlitten nach
> der Zeit aber nicht weggeworfen, sonden einfach eine neue Laufsohle
> runtergenagelt, die wiederum für 2500 km gut war - aber nur rund 50 kg
> wiegt. Haben sie dies gemacht (da kaum Schlitten erhalten sind, weiß
> manns einfach nicht) wären sie mit rund 72 Tonnen Holz in 20 Jahren
> ausgekommen. Wie ich finde, eine akzeptable Menge :-)

Wow!, auf so eine Rechnung wäre ich niemals gekommen, hätte bei der
Berechnung des Abriebs kläglich versagt. Ich denke, die Theorien,
die irgendwelche Holzkonstruktionen voraussetzen, haben allemal eine
Daseinsberechtigung und dürfen nicht allein mit den Hinweis auf die
raren Holzressourcen des Landes außer Kraft gesetzt werden.

mfg
Sven

Sven Berger

unread,
Jan 8, 2000, 3:00:00 AM1/8/00
to

Gitta Warnemünde schrieb:
>
> Hallo Ihr Baumeister,

Hallo Gitta :)

> ich habe kürzlich ein Doku über Laszlo Almasy gesehen (bekannt geworden
> als "Englischer Patient"). Almasy hat in den 30ern nach der Oase Zarzura
> gesucht und gefunden hat er die berühmte Höhle der Schwimmer in der Nähe
> von Kufra am Gilf Kebir. Außerdem fand er einen "Scherbenhaufen", also
> Reste diverser Krüge. Die Geologen stellten fest, daß das Gebiet vor 10
> bis 15.000 Jahre von Flüssen durchzogen und damit auch sehr fruchtbar
> war. Der "Scherbenhaufen" könnte ein Wasserreservoir sein, wie es sich
> die alten Ägypter in der Wüste anlegten, wenn sie lange Expeditionen
> unternahmen. Könnte es nicht möglich sein, daß sich in pharaonischer
> Zeit dort noch Oasen mit Bäumen befanden, die man als Baumaterial
> verwenden konnte? Kleine "Bäumchen" wachsen dort heute noch. Zugegeben -
> gehört habe ich davon bisher nichts. Aber ist doch vielleicht eine
> interessante Spinnerei.


Ich habe so meine Zweifel, ob die Beschaffenheit der Bäume den harten
Anforderungen des Pyramidenbaues gerecht werden, zudem hätten die Oasen
eine Kapazität von mehreren hundert Tonnen Holz aufbieten müssen.
Bei der "Höhle der Schwimmer" regt sich etwas in meinem Kleinhirn,
sind Höhlenmalereien für den Namen verantwortlich?

ps: Für interessante "Spinnereien" habe ich immer ein offenes Ohr! :)

mfg
Sven

Gitta Warnemünde

unread,
Jan 8, 2000, 3:00:00 AM1/8/00
to
Sven Berger schrieb:

Sorry, hätte ich vielleicht ein bißchen besser erklären müssen: es sind
Höhlenmalereien. In Höhlen des Gilf Kebir gibt es diverse prähistorische
Darstellungen, darunter auch ziemlich eindeutig schwimmende Menschen.
Diese und die geologischen Untersuchungen untermauern die Theorie vom
"großen Wasser" in der libyschen Wüste. Ich würde mir das zu gern selbst
mal ansehen, denn die Filmaufnahmen von der Wüste in der Dokumentation
über Almasy haben mich wieder mal hingerissen. Leider ist dort
militärisches Sperrgebiet. Als Tourist kommt man wohl nicht hin. Schade
:-(

Gitta
http://www.gitta-warnemuende.de

Jörg Müller

unread,
Jan 10, 2000, 3:00:00 AM1/10/00
to

"Frank D." schrieb:
>
> On Fri, 7 Jan 2000 19:22:36 +0100, "Marcel Bornkessel"
> <kon...@aegypten-online.de> wrote:
>
> >wenn ich mich recht erinnere, wurden Holzlieferungen auch schriftlich
> >festgehalten. In einem Fall z.B. die Lieferung von ca. 40 Tonnen Zedernholz.
> >Wieviel Schlitten kann man daraus bauen?
>

> hatte das mal für mein Buch ausgerechnet. Ein Schlitten für einen


> "normalen" Pyramidenstein müßte um die 250 Kilo wiegen. also 4 aus 1
> Tonne, 160 aus 40 Tonnen.
>
> Den Abrieb hatte ich mal experimentell ermittelt und kam auf rund 2500
> Kilometer Laufleistung bis der Schlitten bis zur Querverstrebung
> runter war (habe mich am Schlitten im ägyptischen Museum orientiert).
>
> Da die durchschnlittliche Transportstrecke unter Last (leer gibts
> natürlich nur einen bruchteil des Abreibs) bei der Cheopspyramide rund
> 1 km pro Weg war, konnte jeder Schlitten 2500 Steine transportieren,
> 160 Stück also 400.000. Das sind 20% aller Steine.
>
> Wenn die Ägypter nicht ganz blöde waren, haben sie den Schlitten nach
> der Zeit aber nicht weggeworfen, sonden einfach eine neue Laufsohle
> runtergenagelt, die wiederum für 2500 km gut war - aber nur rund 50 kg
> wiegt. Haben sie dies gemacht (da kaum Schlitten erhalten sind, weiß
> manns einfach nicht) wären sie mit rund 72 Tonnen Holz in 20 Jahren
> ausgekommen. Wie ich finde, eine akzeptable Menge :-)
>

> FD
>

Klasse Beweisführung, kompliment.
Wahrscheinlich hat sich dennoch ein kleiner Fehler eingeschlichen, denke
ich zumindest.
Du setzt eine Laufleistung von ca. 2500 km (vor dem grossen
Werkstatt-Termin) an. Ich denke, vorausgesetzt, das dies durch den [von
Dir dann auch richtig berechneten durchschnittlichen] Abrieb bestimmt
wird, das diese Laufleistung höher gelegen haben dürfte.
Es ist bekannt, das die Ägypter auch schon Gleitmittel zur Verringerung
der Reibungskräfte eingesetzt haben und zwar Nilschlamm, der durch
speziell eingeteilte Arbeiter unmittelbar vor dem "Schwerlasttransport"
immer wieder angefeuchtet wurde. Unter anderem gibt es dafür Belege vom
Nilkatarakt für den Transport der Schiffe auf dem Landweg.
Dadurch dürfte der Abrieb sich verringern, die Laufleistung höher sein
und Material gespart worden sein.

Jörg
--
Vom Land der Pharaonen
zum Land der Touristen
http://www.dte-druck.de/egypt

Kurt Scheuerer

unread,
Jan 10, 2000, 3:00:00 AM1/10/00
to
Jörg Müller <mue...@dte-druck.de>
schrieb in im Newsbeitrag: 387A4470...@dte-druck.de...

> Es ist bekannt, das die Ägypter auch schon Gleitmittel zur
Verringerung
> der Reibungskräfte eingesetzt haben und zwar Nilschlamm, der durch
> speziell eingeteilte Arbeiter unmittelbar vor dem
"Schwerlasttransport"
> immer wieder angefeuchtet wurde. Unter anderem gibt es dafür Belege
vom
> Nilkatarakt für den Transport der Schiffe auf dem Landweg.
> Dadurch dürfte der Abrieb sich verringern, die Laufleistung höher sein
> und Material gespart worden sein.

Hallo Jörg,

da hast Du sicherlich recht, der Landweg, um die Katarakte zu umgehen,
dürfte bei nicht zu schweren Booten gar nicht mal so schlimm gewesen
sein, wie es zunächst für einen Laien den Anschein haben könnte.
Die Boote waren bestimmt unten mit Algen bewachsen. Und auf feuchtem
Lehmboden sollte die Reibung wohl sehr gering gewesen sein.

--
Mit besten Grüßen
Kurt Scheuerer ks...@bingo-ev.de
http://www.archaeologie-in-bayern.de

Jörg Müller

unread,
Jan 11, 2000, 3:00:00 AM1/11/00
to

Kurt Scheuerer schrieb:


Zumindest vom 2. Katarakt ist belegt, dass schwere Schiffe über Land auf
einer extra angelegten Gleitbahn gezogen wurden, die von speziellen
Arbeitskräften ständig feucht gehalten wurde.
Warum sollte dieses Verfahren nicht auch beim Transport auf einer
Pyramidenbaustelle Anwendung gefunden haben?

Jörg
--
Vom Land der Pharaonen
zum Land der Touristen

http://www.mantho.de

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