> Ausnahmen -- sonst gibt es keine Regel ;-) -- sind auch vorstellbar. Ich
> denke an einen sog. Tante-Emma-Laden oder ?hnliche Kleinl?den, aber es
> w?re auch anderswo m?glich, je nach Art und Umfang des Publikumverkehrs.
Was den Tante-Emma-Laden auszeichnet, ist, dass man mich dort kennt.
Wᅵrden sich die Mitarbeiter des Supermarktes die Mᅵhe machen, die Leute
mit Namen kennenzulernen, so dass sie sie auch auᅵerhalb des Ladens mit
ihrem Namen ansprechen kᅵnnen, dᅵrften sie die Namen gerne auch im Laden
verwenden, es sei denn, jemand bittet darum, es nicht zu tun. Dieser Fall
liegt hier aber nicht vor: hier wir der Name als Werbegag missbraucht, und
zwar von Leuten, die die Leute nicht kennen und auch nicht kennen wollen.
Ich denke aber, es geht hier mehr um Knigge als um Recht.
--
Helmut Richter
> Arno Welzel schrieb:
[...]
>> Wenn Du z.B. die Kassiererin wirklich persᅵnlich kennen wᅵrdest und sie
>> Dich mit "Hallo Herr Laschner, schᅵn sie wieder mal zu sehen" begrᅵssen
>> wᅵrde - tᅵtest Du ihr das verbieten mit dem Hinweis, dass andere Kunden
>> nicht wissen sollen, wie Du heisst?
>
> Ehrlich gesagt: ich bin nicht ganz sicher. Ich hatte in dem Umfeld
> "Supermarkt mit Selbstbedienung" jedenfalls nicht damit gerechnet, mit
> Namen angesprochen zu werden und war ziemlich perplex.
>
>> Wenn Dich das so sehr stᅵrt, dann spreche mit dem Filialleiter und weise
>> in darauf hin, dass diese hᅵflich gemeinte Geste nicht bei allen Kunden
>> gewᅵnscht ist.
>
> Ich werde mal eine von den Karten ausfᅵllen, die dort ausliegen.
>
>> Aber datenschutzrechtlich dᅵrfte das kaum zu verbieten sein.
>
> Tja, da magst Du wohl recht haben.
>
>> Selbst beim Arzt im Wartezimmer wird man in der Regel namentlich
>> aufgerufen und meist auch von den Mitarbeitern dort namentlich in
>> Gegenwart anderer Personen angesprochen - jedenfalls kenne ich es bisher
>> nur so und habe nur ein einziges Mal bei einer Groᅵpraxis in Berlin
>> erlebt, dass man ᅵhnlich wie bei Behᅵrden einen Zettel mit Nummer erhᅵlt
>> und die Nummer samt Behandlungsraum auf einem Display im Wartezimmer
>> angezeigt wird, wenn man sich zur Behandlung begeben soll.
>
> Beim Arzt oder auch beim Bᅵnker erwarte ich sogar eine persᅵnliche
> Ansprache.
Damit alle ᅵbrigen Anwesenden, die Du gar nicht kennst, wissen, mit wem
sie da gerade gemeinsam im Wartezimmer sitzen? Womᅵglich dein Nachbar,
der bisher nur dein Klingelschild an der Tᅵr kennt und jetzt endlich
weiss, wer dieser Herr Laschner ist und darᅵber spekuliert, was sein
Nachbar wohl fᅵr eine Krankheit hat? ;-)
Aber im Supermarkt dann mᅵglichst unerkannt bleiben wollen... na ja ;-)
> Auf dem Bᅵrgeramt oder dem Strassenverkehrsamt muss ich einen Zettel mit
> einer Nummer ziehen und bei den Ambulanzen hier im Uniklinikum ist das
> teilweise auch so. Naja, wenn es der Effektivitᅵt dient...
Wieso - das ist doch genau das was Du eigentlich mᅵchtest - niemand soll
deinen Namen kennen, den es nichts angeht. Dass Du aber im Usenet deine
Meinung ᅵffentlich kundtust und damit auch vielen Unbekannten, denen Du
im Supermarkt nie denen Namen nennen wᅵrdest, stᅵrt Dich offenbar nicht.
> Arno Welzel schrieb:
>
>> Aber diese Menschen haben Dich alle gesehen - kennen also offenbar dein
>> Gesicht. Hast Du eine Maske getragen, damit man Dich ggf. auch nicht
>> wiedererkennt?
>
> Lese ich da Spuren von Ironie raus? Seis drum: ich habe
> selbstverst�ndlich das Vermummungsverbot genauestens beachtet.
welches vermummungsverbot sollte da gegolten haben?
--
frobnicate foo
> On Sun, 18 Sep 2011, Paul Ney wrote:
>
>> Ausnahmen -- sonst gibt es keine Regel ;-) -- sind auch vorstellbar.
>> Ich denke an einen sog. Tante-Emma-Laden oder ?hnliche Kleinl?den, aber
>> es w?re auch anderswo m?glich, je nach Art und Umfang des
>> Publikumverkehrs.
>
> Was den Tante-Emma-Laden auszeichnet, ist, dass man mich dort kennt.
Ja.
> W�rden sich die Mitarbeiter des Supermarktes die M�he machen, die Leute
> mit Namen kennenzulernen, so dass sie sie auch au�erhalb des Ladens mit
> ihrem Namen ansprechen k�nnen,
Da sehe ich doch ein Problem, besonders im Falle eines Supermarktes
(jeglicher Art). Manche Kund/inn/en k�nnten gesch�ftsm��ig nicht
notwendige Ansprachen (in- oder au�erhalb des Ladens) als Bel�stigung
empfinden. Das ist auch Sache der gegenseitigen Privatsph�re, manche
kennen sich z.B. vom Sehen und k�nnen sich auch gr��en, wenn sie wollen.
> d�rften sie die Namen gerne auch im Laden verwenden, es sei denn, jemand
> bittet darum, es nicht zu tun.
M.E. gibt es keinen Grund, einen Kunden an der Kasse laut beim Namen zu
nennen; Ausnahmen w�ren je nach Art des Ladens jedoch vorstellbar.
Aufdringliche Verk�ufer schrecken Kunden in der Regel ab und jeder Laden
mu� sich gut �berlegen, welche Strategie den Mitarbeitern empfohlen wird.
> Dieser Fall liegt hier aber nicht vor: hier wir der Name als Werbegag
> missbraucht, und zwar von Leuten, die die Leute nicht kennen und auch
> nicht kennen wollen.
Das mit dem Werbegag ist mir etwas unklar.
> Ich denke aber, es geht hier mehr um Knigge als um Recht.
Mancher k�nnte da mehr an Recht als an Knigge denken, aber eine Diskussion
in [de.alt.soc.knigge] w�re interessant.
MfG, PY [Paul_Ney/at/t-online.de]