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Das solltest du beim Personalausweis-Kopieren lieber nicht tun

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Jack Ryan

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Nov 3, 2018, 6:50:56 PM11/3/18
to
Instagram, AirBnB und DriveNow – sie alle verlangen zur Verifizierung nach
einer Ausweiskopie. Aber muss man das machen? Wir erklären, auf was du achten
solltest.

Heutzutage muss man nicht nur für einen Miet- oder Handyvertrag eine Kopie
seines Personalausweises abgeben. Und auch Online-Plattformen wie Airbnb oder
Car-Sharing-Dienste wie DriveNow verlangen zur Authentifizierung eure
Ausweiskopie. Aber dürfen sie das überhaupt? Wir erklären dir, was du beim
Kopieren eures Personalausweises nicht machen solltest.

Ist es überhaupt erlaubt, den Personalausweis zu kopieren?

Bis vor ein paar Jahren war die Rechtslage zu diesem Thema noch sehr
restriktiv. Den Personalausweis zu kopieren, zu fotografieren oder gar zu
scannen war zum Teil untersagt. Dazu mussten einige Voraussetzungen erfüllt
werden.

Da das Kopieren in Behörden dennoch gängige Praxis war, wurde die Gesetzeslage
irgendwann kurzerhand angepasst. Du darfst deinen Personalausweis heute also
ohne Weiteres kopieren, musst dafür allerdings auf die folgenden Dinge achten:

- Nur du als Ausweisinhaber (oder eine durch dich berechtigte Person) darfst
eine Ablichtung anfertigen.
- Die Kopie muss eindeutig und dauerhaft als Kopie markiert sein.
- Nur der Inhaber des Dokumentes ist berechtigt, die Kopie weiterzugeben.
- Die Erhebung oder Verarbeitung personenbezogener Daten aus deinem
Personalausweis darf nur mit deiner Einwilligung geschehen.

Personalausweis kopieren: Muss ich das überhaupt machen?

Wenn bei Airbnb die Meldung erscheint, dass man eine Ausweiskopie abschicken
soll, denken sich viele: Klar, ist halt nötig. Aber eigentlich ist man nur in
Ausnahmefällen verpflichtet, den Personalausweis zu kopieren oder vorzulegen.
So dürfen nur Banken und Telekommunikationsanbieter definitiv eine Kopie deines
Personalausweises haben. Auch die Polizei kann natürlich nach deinem
Personalausweis fragen, wenn es um die eindeutige Identifikation geht.

Im ersten Paragrafen des Personalausweisgesetzes steht: "Vom Ausweisinhaber
darf nicht verlangt werden, den Personalausweis zu hinterlegen oder in
sonstiger Weise den Gewahrsam aufzugeben." Aber wie sieht das bei einer
Ausweiskopie aus? Nach Dalia Kues, Sprecherin der Berliner Beauftragten für
Datenschutz, war vor der Novellierung des Personalausweisgesetzes im Jahr 2017
das Kopieren und Scannen von Ausweisen grundsätzlich verboten.

Seit der Änderung darf man durchaus nach einer Kopie des Personalausweises
gefragt werden – jedoch ist es dir überlassen, ob du dem zustimmen möchtest
oder nicht. Datenschützer aus Nordrhein-Westfalen raten dazu, eher ein Formular
mit den nötigsten Daten auszufüllen beziehungsweise beim Kopieren deines
Personalausweises bestimmte Daten auszuschwärzen.

Warum es gefährlich ist, den Personalausweis zu kopieren

Unternehmen, wie DriveNow oder Airbnb, haben wahrscheinlich kein Interesse
daran, Straftaten mit deiner Ausweiskopie zu begehen. Aber wie sicher sind
solche Plattformen gegen Hackerangriffen geschützt? Je mehr digitale Kopien
eines Personalausweises im Umlauf sind, desto besser können sie von Kriminellen
erbeutet werden.

Vor allem nutzen Hacker gestohlene Ausweiskopien für Identitätsdiebstahl und
Straftaten. Ein Fall von Cybercrime wurde von einem Internetbetrüger aus
Litauen getätigt, der neben mehrfacher Geldwäsche auch des Identitätsdiebstahls
beschuldigt wurde. Mit gestohlenen Identitäten eröffnen solche Betrüger zum
Beispiel Internet-Shops und verkaufen damit Ware, die sie gar nicht liefern.
Stehen dort nun deine Kontaktdaten im Impressum, kannst du dafür verantwortlich
gemacht und verklagt werden.

Aber es geht noch dreister: Mit gefälschten Jobangeboten sollen Bewerber über
ein Online-Verfahren ihren Personalausweis zeigen. Die Polizei in Niedersachsen
warnt vor solchen Betrügern – meist wird die Identität gestohlen, um damit ein
Bankkonto zur Geldwäsche zu eröffnet. Bis man so etwas merkt, ist es meistens
schon zu spät. Die Betrüger hinterlegen nämlich eine andere Adresse für das
Bankkonto, auf die nur sie Zugriff haben und so die Post dafür abfangen.

Darauf solltest du achten, wenn du deinen Personalausweis kopierst

Nach dem Paragrafen 20 des Personalausweisgesetzes solltest du darauf achten,
dass die Kopie deines Personalausweises auch "eindeutig und dauerhaft als Kopie
erkennbar" ist. Das heißt, am besten machst du den Scan oder das Foto in
Graustufen oder du legst einen digitalen "Kopie"-Stempel darauf.

Da Unternehmen oder Plattformen nicht alle Informationen auf dem Ausweis
brauchen beziehungsweise haben müssen, kannst du zusätzlich gewisse Daten
schwärzen. Es sollte dein Bild, Name, das Gültigkeitsdatum des Ausweises und
die ausstellende Behörde ausreichend sein. Für bestimmte Anlässe kann natürlich
auch dein Geburtsdatum wichtig sein, um zum Beispiel deine Volljährigkeit zu
bestätigen.

Diese Informationen kannst du auf jeden Fall schwärzen:

- Adresse
- Unterschrift
- Geburtsort und Nationalität
- Größe und Augenfarbe
- Zugangsnummer: Diese sollte möglichst nie preisgegeben werden. Man braucht
sie, wenn beim Log-In des Online-Ausweises die PIN falsch eingegeben wurde.
- Seriennummer: In den wenigsten Fällen (Banken zum Beispiel) haben Unternehmen
ein Recht darauf, danach zu verlangen.
- Maschinenlesbare Zone: Dort stehen nochmal unter anderem die Seriennummer,
Prüfnummer, das Gültigkeitsdatum, der Ländercode und der Name deines
Personalausweises.
- Personalisierter Sicherheitsfaden: Dies ist das silberne Band auf der
Rückseite eures Ausweises und enthält ähnliche Informationen wie die
maschinenlesbare Zone.

Fazit: Passt auf, wie und für wen du den Personalausweis kopierst

Auf den ersten Blick klingt das alles ziemlich aufwendig – es kann dir jedoch
eine Menge Probleme ersparen. Letztendlich ist es ein kleiner Mehraufwand für
die Sicherheit der eigenen Daten. Du bist zwar nicht verpflichtet, jedem eine
Kopie deines Personalausweises zu schicken, aber wenn du es doch für nötig
hältst, müssen Plattformen wie Airbnb nicht unbedingt die Seriennummer deines
Ausweises kennen.

https://www.futurezone.de/digital-life/article215690441/Das-solltest-du-beim-
Personalausweis-Kopieren-lieber-nicht-tun.html?ref=sec

Alexander Goetzenstein

unread,
Nov 4, 2018, 5:30:55 AM11/4/18
to
Hallo,

Am 03.11.2018 um 23:48 schrieb Jack Ryan:
> Diese Informationen kannst du auf jeden Fall schwärzen:
>
> - Adresse
> - Unterschrift
> - Geburtsort und Nationalität
> - Größe und Augenfarbe
> - Zugangsnummer: Diese sollte möglichst nie preisgegeben werden. Man braucht
> sie, wenn beim Log-In des Online-Ausweises die PIN falsch eingegeben wurde.
> - Seriennummer: In den wenigsten Fällen (Banken zum Beispiel) haben Unternehmen
> ein Recht darauf, danach zu verlangen.
> - Maschinenlesbare Zone: Dort stehen nochmal unter anderem die Seriennummer,
> Prüfnummer, das Gültigkeitsdatum, der Ländercode und der Name deines
> Personalausweises.
> - Personalisierter Sicherheitsfaden: Dies ist das silberne Band auf der
> Rückseite eures Ausweises und enthält ähnliche Informationen wie die
> maschinenlesbare Zone.

häufig wollen Hotels den Ausweis kopieren. Dazu muss man den Ausweis aus
der Hand geben, und der Hotelangestellte verschwindet damit im
Hinterzimmer, wo der Kopierer steht. Für eine solche Situation fällt mir
spontan nur ein, sich vorsorglich ein paar Klebeetiketten mitzunehmen,
die man dann auf den Ausweis klebt und handschriftlich "Kopie für Hotel
am See" o.ä. darauf schreibt, bevor man den Ausweis aus der Hand gibt.

Das ist dann vor Ort wirklich ziemlich Aufwendig. Oder hat jemand noch
eine andere Idee?



--
Gruß
Alex

Thomas Hochstein

unread,
Nov 4, 2018, 1:15:02 PM11/4/18
to
Jack Ryan schrieb:

> Bis vor ein paar Jahren war die Rechtslage zu diesem Thema noch sehr
> restriktiv. Den Personalausweis zu kopieren, zu fotografieren oder gar zu
> scannen war zum Teil untersagt. Dazu mussten einige Voraussetzungen erfüllt
> werden.
>
> Da das Kopieren in Behörden dennoch gängige Praxis war, wurde die Gesetzeslage
> irgendwann kurzerhand angepasst.

Das halte ich für ein Gerücht. Das Kopieren, Fotografieren oder
Scannen des Personalausweises war weder "zum Teil" (was auch immer das
überhaupt heißen soll) noch zur Gänze untersagt.

> Nach Dalia Kues, Sprecherin der Berliner Beauftragten für
> Datenschutz, war vor der Novellierung des Personalausweisgesetzes im Jahr 2017
> das Kopieren und Scannen von Ausweisen grundsätzlich verboten.

Diese Auslegung halte ich für zweifelhaft und die Regelung in § 20
Abs. 2 PAuswG im Ergebnis für ebenso überflüssig wie § 1631d BGB.

-thh

Elias Schwerdtfeger

unread,
Nov 6, 2018, 10:23:23 AM11/6/18
to
Am 03.11.18 um 23:48 schrieb Jack Ryan:
> Unternehmen, wie DriveNow oder Airbnb, haben wahrscheinlich kein Interesse
> daran, Straftaten mit deiner Ausweiskopie zu begehen. Aber wie sicher sind
> solche Plattformen gegen Hackerangriffen geschützt? Je mehr digitale Kopien
> eines Personalausweises im Umlauf sind, desto besser können sie von Kriminellen
> erbeutet werden.

Ein Link sagt mehr als tausend Worte:

http://spam.tamagothi.de/datenschleuder-seite/

Es gibt keinen Datenschutz außer Datenvermeidung. Insofern ist das ein
einigermaßen zielführender Tipp:

> Diese Informationen kannst du auf jeden Fall schwärzen:
>
> - Adresse
> - Unterschrift
> - Geburtsort und Nationalität
> - Größe und Augenfarbe
> - Zugangsnummer: Diese sollte möglichst nie preisgegeben werden. Man braucht
> sie, wenn beim Log-In des Online-Ausweises die PIN falsch eingegeben wurde.
> - Seriennummer: In den wenigsten Fällen (Banken zum Beispiel) haben Unternehmen
> ein Recht darauf, danach zu verlangen.
> - Maschinenlesbare Zone: Dort stehen nochmal unter anderem die Seriennummer,
> Prüfnummer, das Gültigkeitsdatum, der Ländercode und der Name deines
> Personalausweises.
> - Personalisierter Sicherheitsfaden: Dies ist das silberne Band auf der
> Rückseite eures Ausweises und enthält ähnliche Informationen wie die
> maschinenlesbare Zone.

Aber Datenvermeidung ist schlecht fürs Geschäft. Für Bundeskanzlerin
Angela Merkel sind Daten gar der "Rohstoff des 21. Jahrhunderts". Und
deshalb werden immer wieder Praktiken legalisiert, die für die Menschen
sehr nachteilig und gefährlich sind. Zum Beispiel das Versenden von
Kopien des Bundespersonalausweises.

Und das Schlimmste: Die Menschen machen es auch noch mit.

Die Frage, ob eine Klitsche wie AirBnb so einen Ausweisscan, der beinahe
ein kompletter schwarzer Balken ist, überhaupt akzeptieren würde, muss
jeder selbst durch Experimente herausbekommen. Mein Tipp: Nein, sie
würden es nicht akzeptieren. Nicht, obwohl sie die Daten langfristig
speichern, sondern weil sie die Daten langfristig speichern. Das kann ja
alles noch mal wertvoll werden. Ein dumpfer, neurotischer Wahn ist die
Datensammelei geworden.

Und wer sich auf die DSGVO verlässt, der ist verlassen. Denn auf den
mittelbaren Schaden durch Identitätsmissbrauch und auf die Kosten
jahrelangen Ärgers und jahrelanger Lauferei bleibt man erstmal sitzen.

Thomas Hochstein

unread,
Nov 10, 2018, 1:00:03 PM11/10/18
to
Manfred Ullmann schrieb:

> Hinweis:
> https://www.datenschutzbeauftragter-info.de/nicht-bemerkt-personalausweis-kopieren-verboten/

Ja, da - und nicht nur da - wurde ein Kopierverbot behauptet;
allerdings fehlt auch dort eine nachvollziehbare und tragfähige
Begründung für diese Behauptung.
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