John Adams ist neulich der Kragen geplatzt. Der ehemalige australische
Schachfunktionär bekam einen Anruf vom Radiokanal ABC Sidney:
Sagensemal, wieso zieht Weiß immer zuerst? Ist Schach rassistisch?
Adams, ein konservativer Knochen, verweigerte die Auskunft und
explodierte lieber online: „Marxistische Ideologen“ wollten das
königliche Spiel schänden. Das gab Schlagzeilen. Selbst Garri Kasparow
echauffierte sich.
In einer anderen Zeit hätte ich matt gegrinst und mir weiter die
Nasenhaare gestutzt. Wohl wieder so ein Dudelfunktelefonstreich, die
Down-under-Version des NDR-Flunkeronkels Leif Tennemann. Inzwischen weiß
ich: Wenn es absurd klingt, ist es ernst. So wie beim Heiligen
Mauritius, dem legendären römischen Offizier und Märtyrer. Dessen
dunkelhäutiges Haupt soll nun zum zweiten Mal aus dem Coburger Wappen
getilgt werden. Wirkte der Stadtpatron 1934 nicht arisch genug, so gilt
er 2020 als Ausgeburt kolonialistischer Stereotype.
https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/ist-schach-rassistisch-li.90295?pid=true
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Der Queersozialismus ist auch antirassistisch. Warum die Schachfiguren
nicht ökologisch grün färben statt schwarz? Problem gelöst! Und die
weißen Figuren lila. Alle glücklich!
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Anne Pfirsich
Gendertherapeut:inx
Queersozialist:inx
Antikapitalistische Seminare
Freund:in des ÖRR und ÖPNV
geimpft, woke, klimasensibel