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Infos über Werner Hoermann

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Udo Wolf

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Sep 3, 1999, 3:00:00 AM9/3/99
to
Ich habe mir heute ein Buch mit dem Titel, „Gnosis. Das Buch der
verborgenen Evangelien“ (Pattloch-Verlag) gekauft. Autor ist ein
Werner Hörmann. Im Klappentext steht nicht ein Wort über den Autor.
So habe im Internet ein bißchen rumrecherchiert und gefunden, daß er
Anfang der Achtziger Jahre die Lehrerlaubnis an der Uni Augsburg
entzogen bekam und als Priester exkommuniziert wurde. Ich kann mich
erinnern, daß der Name in dieser NG schon mal gefallen ist (ich
glaube von dir, Gebhard). Kann mir jemand nähere Informationen über
ihn geben? Warum wurde er exkommuniziert? Ist er ein seriöser
Theologe? Kennt jemand das oben genannte Buch und kann mir ein
Statement dazu geben?

Dank im voraus,

Udo.

D. Roland Boehme

unread,
Sep 3, 1999, 3:00:00 AM9/3/99
to
Hi!

Udo Wolf <101.2...@germanynet.de> schrieb in im Newsbeitrag:
7qokmr$jod$1...@newshost.germany.net...

Ich hab das Buch gelesen. Es bietet einige gnostische Schriften mit
Kommentar des Übersetzers und Herausgebers. Über die Qualität der
Übersetzung und des Kommentars kann ich mangels Vergleichstexten nichts
sagen. Ich fand es interessant, einmal solche Schriften geboten zu bekommen.
Die Kommentare des Autors erweckten bei mir den Eindruck, daß sich hier
einer seine eigene "Bibel" zusammengestellt hat. Würde mich nicht wundern,
wenn es eine Gemeinschaft der "Hörmann'schen Gnostiker" geben würde.

Herzlichen Gruß,

Roland Böhme

Gebhard Kühschweiger

unread,
Sep 3, 1999, 3:00:00 AM9/3/99
to

Udo Wolf schrieb:


> Kann mir jemand nähere Informationen über ihn geben? Warum wurde
> er exkommuniziert? Ist er ein seriöser Theologe? Kennt jemand das
> oben genannte Buch und kann mir ein Statement dazu geben?


Hallo Udo

Ja, Hoermann wurde schon genannt, Ende Jänner und Anfang März im
Zusammenhang mit diesem Büchern über die Gnosis. Allerdings wird
einmal als Verlag Bechtermuenz genannt. Ich hab keines seiner Bücher
gelesen, kann also nichts dazu sagen. Aber hier in der Group wurde
im März wenig Lob zu seinem Gnosis-Verständnis geäußert. Schau mit
Dejanews mal diese Postings an.

Du wirst im Internet auf die Süddeutsche Zeitung von 25. 11. 1982
gestoßen sein: "Der Augsburger Oberhirte Stimpfle hatte Hörmann und
seinem Kollegen Lattke im Juli 1980 wegen ihres 'sittlichen Ver-
haltens' (bei Lattke waren die ungetauften Kinder ausschlaggebend,
Hörmanns Fehlverhalten wurde in diesem Punkt nicht konkretisiert)
die kirchliche Lehrbefugnis (Missio Canonica) entzogen. Im Dezember
1980 hatte Stimpfle Hörmann darüber hinaus wegen dessen Äußerungen
zum Unfehlbarkeitsanspruch des Papstes und zur unbefleckten
Empfängnis Mariens beanstandet. Der Wissenschaftler und Priester
wurde deshalb inzwischen auch exkommuniziert und von seinem
Priesteramt suspendiert."

Die Exkommunikation ist eine übertrieben harte Maßnahme für solche
Lehrdifferenzen, also muß es - wie zuerst angedeutet - privatere
Gründe für das Vorgehen Stimpfles gegeben haben ... Ich würde das
Fragen lassen. Ob die Kirche da überreagiert hat oder nicht, es
geht sichtlich um Hörmanns Privatleben!

Ursprünglich ist Werner Hörmann Neutestamentler (seine Diss: Ankunft
des Auferstandenen. Versuche zur markinischen Epiphaniechristologie,
Augsburg 1975).

Der Internationalen Rundschau des von Rudolf Ladwig propagierten
Internationalen Bunds der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA)
entstammt die obige Pressenotiz (www.mazeway.de/~ibka/IR/483f.html).
Vielleicht weiß Rudolf, was aus Hörmann geworden ist.


Servus,

kueh
3:-0

Michael Trenkel

unread,
Sep 3, 1999, 3:00:00 AM9/3/99
to
>Ich hab das Buch gelesen. Es bietet einige gnostische Schriften mit
>Kommentar des Übersetzers und Herausgebers. Über die Qualität der
>Übersetzung und des Kommentars kann ich mangels Vergleichstexten nichts
>sagen.

Leider habe ich auch keine der obigen Texte im griech. Wortlaut vorliegen.
Wenn diese aber, wie ich schon vor einigen Monaten zu obigem Buch anmerkte,
ähnlich schlecht wie z.B. die absolut tendenziöse Übersetzung des Lk -Textes
durch Hörmann wiedergegeben sind, sind diese leider auch wenig
aussagekräftig.
Ich hatte nach den ersten Seiten übrigens den gleichen Eindruck wie Roland
es formuliert:


>Die Kommentare des Autors erweckten bei mir den Eindruck, daß sich hier
>einer seine eigene "Bibel" zusammengestellt hat. Würde mich nicht wundern,
>wenn es eine Gemeinschaft der "Hörmann'schen Gnostiker" geben würde.


Ein seriöses Buch zum Thema sollte auch ohne ständige Bekehrungsaufrufe zur
Gnosis a la Hörmann auskommen, positives Beispiel ist für mich z.B. Leiphold
/ Grundmann (Textband zur Umwelt des Urchristentums)

Gruß

Michael

Milan Horák

unread,
Sep 4, 1999, 3:00:00 AM9/4/99
to de.sci.t...@list.deja.com

On 03-Sep-99 Michael Trenkel wrote:

> Leider habe ich auch keine der obigen Texte im griech. Wortlaut
> vorliegen.
> Wenn diese aber, wie ich schon vor einigen Monaten zu obigem Buch
> anmerkte,
> ähnlich schlecht wie z.B. die absolut tendenziöse Übersetzung des
> Lk -Textes
> durch Hörmann wiedergegeben sind, sind diese leider auch wenig
> aussagekräftig.

Ich weiss leider nicht, welche von den gnostischen Texten Hoermann
uebersetzt, aber zumindest zum Vergleich koennte man die englischen
Uebresetzungen heranziehen, die die Gnostische Gesellschaft
publiziert hat:

http://www.webcom.com/~gnosis/welcome.html

Das Thomasevangelium hat man da auch auf Koptisch, sonst habe ich
da nur englische Uebersetzungen gefunden, aber die muessten
sozusagen "gnostisch stimmig" sein.

Gruesst
Milan M. Horak

Sent via Deja.com http://www.deja.com/
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