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land wo milch und honig fliesst

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Horst Holl

unread,
Jan 3, 2003, 10:58:38 AM1/3/03
to
Tach

Soein Land wurde den alten Juden im AT versprochen.
In unserer Umgangssprache steht heute diese Wendung für Reichtum.
Ist es so auch gemeint?
Palaestina war damals doch eher ein karges trockenes Land, auf dem
hauptsächlich Imkerei und Kleinviehhaltung möglich war.
Milch und honig sind also Produkte eines armen Landes.
Siehe auch die unfruchtbare Lueneburger Heide, die durch honig und
Heideschnucken armselig genutzt wurde.

gruss
Horst

Andreas Sielczak

unread,
Jan 3, 2003, 11:52:24 AM1/3/03
to
holl...@hotmail.com (Horst Holl) tippste am 03 Jan 2003 :

> Palaestina war damals doch eher ein karges trockenes Land, auf dem
> hauptsächlich Imkerei und Kleinviehhaltung möglich war.

Hm, damit wäre ich etwas vorsichtig. Das Jordantal ist der westliche
Ausläufer des fruchtbaren Halbmonds, und dieser zusammen mit dem
Niltal, dem Alten China und der Induskultur wohl einer der ältesten
Räume, in denen Ackerbau und Viehzucht betrieben wurde. Die heutige
Situation ist z.T. durch natürliche, z.T. durch menschengemachte
Klimaveränderungen bedingt, siehe Erosion etc.

> Siehe auch die unfruchtbare Lueneburger Heide, die durch honig und
> Heideschnucken armselig genutzt wurde.

Und da wir schon bei zivilisationsbedingter Klimaveränderung sind:

http://www.lueneburger-heide.info/die_lueneburger_heide/

There´s nothing new under the sun...

ciao,
Andreas
--
"It is enough for me if a person (like a good anthropologist)
easily finds all races and classes equally respectable and
intersting, and doesn't keep score with money." -Kurt Vonnegut

Jörg Maurer

unread,
Jan 3, 2003, 3:31:56 PM1/3/03
to
Horst Holl schrieb:

War es zu damaliger Zeit nicht. Palästina war und ist, heute allerdings
nur mit Hilfe moderner Bewässerungstechnik, fruchtbares Land. Schau dir
an, was in Israel so alles angebaut und exportiert wird. Die "Zedern des
Libanon" sind ein stehender Begriff, ist die Zeder nicht sogar in der
Fahne von Palästina drin? Zu Zeiten des Alten Testaments gab es davon so
viel, dass Salomo Holz zum Schiffsbau exportiert hat (1. Könige 5,20).
Der Sinai war Wüste. Das meiste unfruchtbare oder wüste Land ist
Ergebnis menschlichen Raubbaus an der Natur. Spanien hatte große Wälder,
wurden zu großen Teilen für den Bau der Armada abgeholzt. Der
amerikanische Osten war weithin bewaldet, wo hätten die Indianer sonst
ihre Klamotten aus Hirschleder her gehabt, und und und ...

Gruß

JM


Andreas Sielczak

unread,
Jan 3, 2003, 5:19:48 PM1/3/03
to
Jörg Maurer <jma...@jmaurer.de> tippste am 03 Jan 2003 :

> War es zu damaliger Zeit nicht. Palästina war und ist, heute allerdings
> nur mit Hilfe moderner Bewässerungstechnik, fruchtbares Land. Schau dir
> an, was in Israel so alles angebaut und exportiert wird. Die "Zedern des
> Libanon" sind ein stehender Begriff, ist die Zeder nicht sogar in der
> Fahne von Palästina drin?

Du meinst den Libanon:

http://www.lebanon.com/

Ey Alter, isch schick dir meine Brüder...

Bei Palästina wäre es wohl
http://www.immigration-usa.com/flags/new/palestine_flags.html

BTW, ist das nicht die PLO-Fahne?

> Zu Zeiten des Alten Testaments gab es davon so
> viel, dass Salomo Holz zum Schiffsbau exportiert hat (1. Könige 5,20).

Wird BTW auch im Gilgamesch-Epos erwähnt, AFAIR ging es da doch
am Anfang um die Beschaffung von Holz zum Schiffbau von Chumbaba,
oder so...
Wozu es geführt hat, sieht man im gesamten Mittelmeerraum:
Macchia und Garrigue, obwohl da auch die Klimaveränderungen
nach der letzten Eiszeit mit reingespielt haben dürften...

> Das meiste unfruchtbare oder wüste Land ist
> Ergebnis menschlichen Raubbaus an der Natur. Spanien hatte große Wälder,
> wurden zu großen Teilen für den Bau der Armada abgeholzt.

> Der amerikanische Osten war weithin bewaldet, wo hätten die Indianer
> sonst ihre Klamotten aus Hirschleder her gehabt, und und und ...

Hm, die Eingriffe des Menschen in die amerikanische Natur hatten aber schon
lange vor Kolumbus angefangen, siehe Megafauna und Clovis-Kultur, wird
jetzt aber OT...

ciao,
Andreas
--
"Im Gegenteil. Solche Menschen verkünden -krank oder nicht- meistens sich
selber und ihre Empfindungen. Während Gottes Ansichten ihnen egal sind.
Sie wissen es ja jetzt -dank Offenbarungen- alles weit besser."
-Hans Joss in de.sci.physik zu religiösem Sendungsbewußtsein

Horst Holl

unread,
Jan 4, 2003, 3:50:27 AM1/4/03
to
Andreas Sielczak <dra...@uni-muenster.de> wrote in message news:<av4f48$1aru$4...@redenix.uni-muenster.de>...

> holl...@hotmail.com (Horst Holl) tippste am 03 Jan 2003 :
>
> > Palaestina war damals doch eher ein karges trockenes Land, auf dem
> > hauptsächlich Imkerei und Kleinviehhaltung möglich war.
>
> Hm, damit wäre ich etwas vorsichtig. Das Jordantal ist der westliche
> Ausläufer des fruchtbaren Halbmonds, und dieser zusammen mit dem
> Niltal, dem Alten China und der Induskultur wohl einer der ältesten
> Räume, in denen Ackerbau und Viehzucht betrieben wurde. Die heutige
> Situation ist z.T. durch natürliche, z.T. durch menschengemachte
> Klimaveränderungen bedingt, siehe Erosion etc.

danke für die infos, sicher war das alte Israel keine homogene
trockene Zwergsträucher Landschaft, aber nur in diese ist imkerei und
kleinvieh (ziegen) die ideale wirtschaftsform.
eigentlich suche ich auch mehr eine theologische Antwort auf die Frage
welch ein Land hat der alte Jahwe seinen Leuten versprochen, ein
karges, oder ein fettes?

>
> > Siehe auch die unfruchtbare Lueneburger Heide, die durch honig und
> > Heideschnucken armselig genutzt wurde.
>
> Und da wir schon bei zivilisationsbedingter Klimaveränderung sind:
>
> http://www.lueneburger-heide.info/die_lueneburger_heide/
>
> There´s nothing new under the sun...

sicher ist die Lüneburger heide menschengemachte "wüste" allerdings
war das gelobte Land vor ca3000 Jahren,als die Juden kamen auch keine
menschenlere Wildnis.
Die Dinge widerholen sich eben :-(

gruss
horst

Matthias Voss

unread,
Jan 4, 2003, 4:17:11 AM1/4/03
to
Horst Holl schrieb:

> eigentlich suche ich auch mehr eine theologische Antwort auf die Frage
> welch ein Land hat der alte Jahwe seinen Leuten versprochen, ein
> karges, oder ein fettes?
>


Das war wohl eher eine sybillinische Aussage. Oder eine , die im
damaligen Kontext besser zu verstehen ist, wenn man die Gegend und
klimatischen Bedingungen kennt.

Die Kargheit arider Gebiete ist nicht zu übersehen, trotzdem lieben zB
die Touareg ihr Land. Eine Schüssel Kamelmilch ist bleibt. ca. 3 Wochen
geniessbar, sagt man. ( Ältere habe ich jedenfalls nicht angeboten
bekommen, schmeckte etwas streng).
Habe bis jetzt noch keinen besseren Honig genossen als in Mali, von
frikanischen Bienen, deren "Faulheit" von einem amerikanischen Experten
gerügt wurde. Nun, kleine Bienen zu kleinen Blüten.

Vielleicht ist eine Analyse des Begriffes " Fließen" weiterführend, als
Abgrenzung zu tröpfeln.
Gruß
Matthias

Matthias Voss

unread,
Jan 4, 2003, 5:26:08 AM1/4/03
to
Horst Holl schrieb:

> eigentlich suche ich auch mehr eine theologische Antwort auf die Frage
> welch ein Land hat der alte Jahwe seinen Leuten versprochen, ein
> karges, oder ein fettes?


Wieso eine theologische Antwort, wenn denken genügt ;-)

Honig>> Sammelwirtschaft
Milch>> Nomadische Herdenwirtschaft

Also keine Siedlungen mit Ackerbau.

Passt irgendwie gut zur Geschichte.

Gruß
Matthias

Christian Bickel

unread,
Jan 4, 2003, 2:45:50 PM1/4/03
to
Horst Holl schrieb:

Könnte es nicht sein, daß es sich um eine formelhafte
Redewendung handelte und so was wie Schlaraffenland bedeutete?
Man vergleiche mal die Paradiesvorstellungen verschiedener
Kulturen!

Gruss Christian

Jörg Maurer

unread,
Jan 4, 2003, 6:43:57 PM1/4/03
to
Christian Bickel schrieb:

> Könnte es nicht sein, daß es sich um eine formelhafte
> Redewendung handelte und so was wie Schlaraffenland bedeutete?
> Man vergleiche mal die Paradiesvorstellungen verschiedener
> Kulturen!

Glaube ich nicht. Im Schlaraffenland liegt man faul auf dem Boden und
die Früchte wachsen einem ins Maul. Das ist nicht die Vorstellung, die
Gott hat ("...im Schweiße deines Angesichts...", 1. Mos. 3,19)

Gruß

JM

Jörg Maurer

unread,
Jan 4, 2003, 6:39:27 PM1/4/03
to
Matthias Voss schrieb:

> Honig>> Sammelwirtschaft
> Milch>> Nomadische Herdenwirtschaft
>
> Also keine Siedlungen mit Ackerbau.
>

NAK. Die Späher, die das Land auskundschafteten brachten
überdimensionale Früchte des Ackerbaus mit. Sammel- und nomadische
Herdenwirtschaft betrieben die alten Israeliten wohl nur in der Zeit
ihrer Wanderschaft. nach Einnahme Kanaans wurde da Land unter den Sippen
verteilt, das Volk wurde sesshaft und begann mit Ackerbau und Viehzucht.
Ist später m. E. eindeutig zu erkennen, allein all die Opfervorschriften
und Maßeinheiten für verschiedene landwirtschaftliche Güter. Auch ist
oft von Wein die Rede, und der ist sicher nicht einfach nur
einzusammeln.

Gruß

JM


Jörg Maurer

unread,
Jan 4, 2003, 6:25:56 PM1/4/03
to
Andreas Sielczak schrieb:

>
> Du meinst den Libanon:

Meinetwegen ::-)

> Wird BTW auch im Gilgamesch-Epos erwähnt, AFAIR ging es da doch
> am Anfang um die Beschaffung von Holz zum Schiffbau von Chumbaba,
> oder so...
> Wozu es geführt hat, sieht man im gesamten Mittelmeerraum:
> Macchia und Garrigue, obwohl da auch die Klimaveränderungen
> nach der letzten Eiszeit mit reingespielt haben dürften...

Die war aber doch ein klein wenig VOR Salomos Lebzeiten ;:-)

>
> > Das meiste unfruchtbare oder wüste Land ist
> > Ergebnis menschlichen Raubbaus an der Natur. Spanien hatte große Wälder,
> > wurden zu großen Teilen für den Bau der Armada abgeholzt.
>
> > Der amerikanische Osten war weithin bewaldet, wo hätten die Indianer
> > sonst ihre Klamotten aus Hirschleder her gehabt, und und und ...
>
> Hm, die Eingriffe des Menschen in die amerikanische Natur hatten aber schon
> lange vor Kolumbus angefangen, siehe Megafauna und Clovis-Kultur, wird
> jetzt aber OT...

Mag sein, aber in richtig großen Maßstäben fing das doch wohl erst in
den letzten paar hundert Jahren an, oder?

Gruß

JM


Hans Pesserl

unread,
Jan 5, 2003, 8:25:45 AM1/5/03
to
Hallo,

Jörg Maurer schrieb:

> Glaube ich nicht. Im Schlaraffenland liegt man faul auf dem Boden und
> die Früchte wachsen einem ins Maul. Das ist nicht die Vorstellung, die
> Gott hat ("...im Schweiße deines Angesichts...", 1. Mos. 3,19)

Vieh war schon immer ein besonderes statussymbol. Honig auesserst
begehrt als suessigkeit, weil sonst nichts gab. In anderen gegenden war
noch salz so ein grosser wert. Duerfte in Palaestina weniger aktuell
gewesen sein...

Liebe gruesse

Hans

Hans Pesserl

unread,
Jan 5, 2003, 8:28:27 AM1/5/03
to
Hallo,

Jörg Maurer schrieb:

> > Hm, die Eingriffe des Menschen in die amerikanische Natur hatten aber schon
> > lange vor Kolumbus angefangen, siehe Megafauna und Clovis-Kultur, wird
> > jetzt aber OT...
>
> Mag sein, aber in richtig großen Maßstäben fing das doch wohl erst in
> den letzten paar hundert Jahren an, oder?

Naja, die Inkas hatten zb. so gut wie alles jagdbare wild ausgerottet
und darum angeblich probleme mit der eiweissversorgung der bevoelkerung.

Obwohl man natuerlich zugeben muss: papier ist geduldig...

Liebe gruesse

Hans

Matthias Voss

unread,
Jan 5, 2003, 8:48:42 AM1/5/03
to
Jörg Maurer schrieb:

Danke, dass klärt einiges. Also müsste man die Prophezeiung "Milch und
Honig" mit "fruchtbarer Kulturlandschaft" übersetzen.

Was nun, wenn es eine Fehlinterpretation der Israelis war ;-)

Gruß
Matthias

Andreas Sielczak

unread,
Jan 5, 2003, 9:03:47 AM1/5/03
to
Jörg Maurer <jma...@jmaurer.de> tippste am 05 Jan 2003 :

>> Du meinst den Libanon:
> Meinetwegen ::-)

Darf ich dir als Versöhnungsgeschenk ein Falafel anbieten?
Oder lieber Schawarma?

>> [IceAge ohne Sid das Faultier]


> Die war aber doch ein klein wenig VOR Salomos Lebzeiten ;:-)

Naja, geht halt nur um die Frage, ob die Klimaveränderungen
im Mittelmeerraum durch den Menschen gemacht wurden oder
natürliche Ursachen haben. Und AFAIK gibt es einige Leute,
die auch den momentanen Temperaturanstieg mit natürlichen
Ursachen erklären...
Um mal ein paar Fakten reinzubringen:
http://userpage.fu-berlin.de/~amadeusm/Erdgeschichte/pleisto-eiszeit.html

>> [Clovis und Sid das Faultier]


> Mag sein, aber in richtig großen Maßstäben fing das doch wohl erst in
> den letzten paar hundert Jahren an, oder?

Ist auch wieder so eine kleine Glaubensfrage, mit der du insbesondere
in alternativen Kreisen herrlich polarisieren kannst.
Die Frage wird noch kontrovers diskutiert, daneben gibt es
AFAIK auch Spuren menschlicher Besiedlungen vor Clovis,
aber das waren z.T. Fischerkulturen:

http://www.washington.edu/newsroom/news/2001archive/10-
01archive/k102401.html
http://www.crystalinks.com/clovis.html
http://www.museum.state.il.us/exhibits/larson/overkill.html
http://www4.nau.edu/amqua/v29n1/quaternary_paleobiology_update.htm

Ich würde sagen, daß pleistozäne Jäger sicherlich nicht unschuldig
am Aussterben der Mammuts waren, und das danach die Aussterbewelle
wohl abgenommen haben dürfte, jetzt mal nur aus dem Bauch heraus.

Nebenbei kommt da auch die Frage auf, inwiefern z.B. die Vorläufer
der Hopis, die Anasazi, selbst durch Raubbau an ihrer Umgebung
verschwunden sind. Ach ja, und insbesondere im Missisippi-Bereich
soll es recht gut organisierte Ackerbaukulturen gegeben haben,
die dann den Pocken zum Opfer fielen...

Christian Bickel

unread,
Jan 5, 2003, 10:40:56 AM1/5/03
to
Jörg Maurer schrieb:

"So was wie Schlaraffenland" ist nicht gleich Schlaraffenland.
Für die Leute war es schon ausreichend, daß sie für ihre
Arbeit satte Ernte bekamen.
Ich wollte nur das Floskelhafte zum Ausdruck bringen, hinter
dem man nicht zu viel Realistisches suchen sollte, z.B. ob
da wirklich "im Lande" Honig "fließt".

Gruss Christian

Andreas Sielczak

unread,
Jan 5, 2003, 10:48:55 AM1/5/03
to
Christian Bickel <christia...@t-online.de> tippste am 05 Jan 2003 :

> Ich wollte nur das Floskelhafte zum Ausdruck bringen, hinter
> dem man nicht zu viel Realistisches suchen sollte, z.B. ob
> da wirklich "im Lande" Honig "fließt".

Oder es heißt argh euphemistisch:
"Mann, haben die Leute von Jericho heute wieder in den Jordan geschissen!"
;-)
--
"Die meisten Genies werden völlig zu Recht verkannt."
- Ernst-Udo Wallenborn in dsp

Jörg Maurer

unread,
Jan 5, 2003, 12:17:29 PM1/5/03
to
Hans Pesserl schrieb:

>
> Hallo,
>
> Jörg Maurer schrieb:
>
> > > Hm, die Eingriffe des Menschen in die amerikanische Natur hatten aber schon
> > > lange vor Kolumbus angefangen, siehe Megafauna und Clovis-Kultur, wird
> > > jetzt aber OT...
> >
> > Mag sein, aber in richtig großen Maßstäben fing das doch wohl erst in
> > den letzten paar hundert Jahren an, oder?
>
> Naja, die Inkas hatten zb. so gut wie alles jagdbare wild ausgerottet
> und darum angeblich probleme mit der eiweissversorgung der bevoelkerung.

Oh ha!

>
> Obwohl man natuerlich zugeben muss: papier ist geduldig...

Das ist es...

>
> Liebe gruesse
>
> Hans

Gruß

JM


Jörg Maurer

unread,
Jan 5, 2003, 12:19:56 PM1/5/03
to
Matthias Voss schrieb:

> Danke, dass klärt einiges. Also müsste man die Prophezeiung "Milch und
> Honig" mit "fruchtbarer Kulturlandschaft" übersetzen.

Jedenfalls ein Land, in dem es sich gut leben lässt.

>
> Was nun, wenn es eine Fehlinterpretation der Israelis war ;-)

War es wohl nicht. Ausserdem lebten dort ja schon vorher eine ganze
Reihe von größeren oder kleineren Völkern, die müssen sich ja auch
irgendwie ernährt haben. Und da es einige waren, muss das Land auch
entsprechendes hergegeben haben.

>
> Gruß
> Matthias

Gruß

JM


Jörg Maurer

unread,
Jan 5, 2003, 12:29:14 PM1/5/03
to
Andreas Sielczak schrieb:

> Darf ich dir als Versöhnungsgeschenk ein Falafel anbieten?
> Oder lieber Schawarma?

Gibt zwar nichts zum Versöhnen, haben ja keinen Streit. Aber lieber ein
Schawarma, stehe nicht ganz so auf Vegetarisches und Kichererbsen. Bin
gespannt, wie du das durchs INet kriegst ;:-)

Oh Mann, da brauch ich ja zwei Wochen, um das alles nachzulesen <stöhn>.
Morgen geht die Maloche wieder los, da fehlt die Zeit ::-(. Wird also
wohl noch länger dauern. Bleibt übereinstimmend der fakt, dass der
Mensch es schon zu allen Zeiten geschafft hat, die Natur ohne Rücksicht
auf Verluste "gewinnmaximierend" kaputt zu machen.

Gruß und fröhliches Schaffen

JM


Jörg Maurer

unread,
Jan 5, 2003, 12:30:10 PM1/5/03
to
Christian Bickel schrieb:

> "So was wie Schlaraffenland" ist nicht gleich Schlaraffenland.
> Für die Leute war es schon ausreichend, daß sie für ihre
> Arbeit satte Ernte bekamen.
> Ich wollte nur das Floskelhafte zum Ausdruck bringen, hinter
> dem man nicht zu viel Realistisches suchen sollte, z.B. ob
> da wirklich "im Lande" Honig "fließt".
>

> Gruss Christian


Ach so.

Gruß

JM


Christian Bickel

unread,
Jan 6, 2003, 4:58:48 AM1/6/03
to
> Oh Mann, da brauch ich ja zwei Wochen, um das alles nachzulesen <stöhn>.
> Morgen geht die Maloche wieder los, da fehlt die Zeit ::-(. Wird also
> wohl noch länger dauern. Bleibt übereinstimmend der fakt, dass der
> Mensch es schon zu allen Zeiten geschafft hat, die Natur ohne Rücksicht
> auf Verluste "gewinnmaximierend" kaputt zu machen.


Wirklich?
Meinst Du wirklich, der Mensch mache die Natur kaputt?
Wenn nun der Mensch ein Produkt und ein Teil der Natur ist,
wer macht dann wen kaputt?
Welcher Wertungsunterschied besteht dann zwischen einem
Kometen mit einem Durchmesser von ca 1 km, der in der Bucht
von Mexiko niedergehend alle Saurier ausgerottet hat, und
der Gattung homo sapiens, die den Riesenalk ausgerottet hat?

Gruss Christian

Andreas Sielczak

unread,
Jan 6, 2003, 5:23:23 AM1/6/03
to
Hi Christian,
Christian Bickel <christia...@t-online.de> tippste am 06 Jan 2003 :

> Wirklich?
> Meinst Du wirklich, der Mensch mache die Natur kaputt?
> Wenn nun der Mensch ein Produkt und ein Teil der Natur ist,
> wer macht dann wen kaputt?

Guter Punkt. Nur sind wir dann eben eine Spezies wie alle
anderen auch. Vergewaltigung ist eine weitverbreitete
Fortpflanzungsstrategie im Tierreich. Und du findest
auch kriegsähnliche Konflikte bei Schimpansen. Das
würde dann uns Scheißmoralisten die Möglichkeit nehmen,
an irgendetwas herumzumotzen...

> Welcher Wertungsunterschied besteht dann zwischen einem
> Kometen mit einem Durchmesser von ca 1 km, der in der Bucht
> von Mexiko niedergehend alle Saurier ausgerottet hat, und
> der Gattung homo sapiens, die den Riesenalk ausgerottet hat?

Eine der größten Aussterbewellen in der Geschichte des
Lebens folgte wohl direkt auf das Austreten der photo-
synthetischen, sauerstoffproduzierenden Organismen.
Die meisten anderen Viecher konnten dieses äußerst
reaktive Element einfach nicht ab.

Matthias Voss

unread,
Jan 6, 2003, 6:19:11 AM1/6/03
to
Jörg Maurer schrieb:


Nee;-)
Ich meine, wenn die Fehlinterpretation darin bestand, " Milch und Honig"
mit fruchtbarer Landschaft gleichzusetzen.
Dann hätten sie das flasche Land erobert ;-)

Gruß
Matthias

Matthias Voss

unread,
Jan 6, 2003, 6:20:45 AM1/6/03
to
Christian Bickel schrieb:

>
> Wirklich?
> Meinst Du wirklich, der Mensch mache die Natur kaputt?
> Wenn nun der Mensch ein Produkt und ein Teil der Natur ist,
> wer macht dann wen kaputt?
> Welcher Wertungsunterschied besteht dann zwischen einem
> Kometen mit einem Durchmesser von ca 1 km, der in der Bucht
> von Mexiko niedergehend alle Saurier ausgerottet hat, und
> der Gattung homo sapiens, die den Riesenalk ausgerottet hat?
>
> Gruss Christian


Der Komet ist böse, der Mensch nicht ;.)

Gruß
Matthias

Christian Bickel

unread,
Jan 6, 2003, 3:59:36 PM1/6/03
to
Andreas Sielczak schrieb:

>>Wirklich?
>>Meinst Du wirklich, der Mensch mache die Natur kaputt?
>>Wenn nun der Mensch ein Produkt und ein Teil der Natur ist,
>>wer macht dann wen kaputt?
>
>
> Guter Punkt. Nur sind wir dann eben eine Spezies wie alle
> anderen auch. Vergewaltigung ist eine weitverbreitete
> Fortpflanzungsstrategie im Tierreich. Und du findest
> auch kriegsähnliche Konflikte bei Schimpansen. Das
> würde dann uns Scheißmoralisten die Möglichkeit nehmen,
> an irgendetwas herumzumotzen...

1. Wir tun das heute noch, siehe Bosnien-Krieg.
Vergewaltigung als Kriegswaffe.
2. Die Scheißmoralisten müssen sich nur was anderes
einfallen lassen.

Das Zusammenleben der Menschen erzeugt aus sich heraus
Regeln, wie man bei jedem Wolfsrudel beobachten kann.

Gruss Christian

Christian Bickel

unread,
Jan 6, 2003, 4:00:31 PM1/6/03
to
Matthias Voss schrieb:

Lach.

Gruss Christian

Andreas Sielczak

unread,
Jan 6, 2003, 5:31:40 PM1/6/03
to
Christian Bickel <christia...@t-online.de> tippste am 06 Jan 2003 :

> 1. Wir tun das heute noch, siehe Bosnien-Krieg.
> Vergewaltigung als Kriegswaffe.

ACK

> 2. Die Scheißmoralisten müssen sich nur was anderes
> einfallen lassen.

Tun wir ja laufend, wie hieß es doch so schön bei
PCU: "Befreit Nelson Mandela!" - "Sie haben ihn schon befreit..."

> Das Zusammenleben der Menschen erzeugt aus sich heraus
> Regeln, wie man bei jedem Wolfsrudel beobachten kann.

Da würde ich dir dann zustimmen. Problematisch ist nur,
das viele Leute bei tierischen Erbe des Menschen halt
nur an die eher individualistische Seite denken, nennen
wir es mal einen extremen Egotrip.
Ich würde uns schon als eine soziale Spezies bezeichnen.
Daß das zu einem guten Teil dann darin zum Ausdruck
kommt, das wir in Gruppen aufeinander einschlagen,
steht auf einem anderen Blatt...

> Gruss Christian

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Harald Blahovec

unread,
Jan 6, 2003, 5:45:13 PM1/6/03
to
Andreas Sielczak <dra...@uni-muenster.de> schrieb:

> Da würde ich dir dann zustimmen. Problematisch ist nur,
> das viele Leute bei tierischen Erbe des Menschen halt
> nur an die eher individualistische Seite denken, nennen
> wir es mal einen extremen Egotrip.
> Ich würde uns schon als eine soziale Spezies bezeichnen.
> Daß das zu einem guten Teil dann darin zum Ausdruck
> kommt, das wir in Gruppen aufeinander einschlagen,
> steht auf einem anderen Blatt...

"Wenn man mir einwendet, daß Tiere keine Personen seien, so antworte
ich, daß Persönlichkeit eben dort ihren Anfang nimmt, wo von zwei
Einzelwesen jedes in der Welt des anderen eine Rolle spielt, die von
keinem anderen Artgenossen ohne weiteres übernommen werden kann. Mit
anderen Worten, Persönlichkeit beginnt dort, wo persönliche
Freundschaft zum erstenmal entsteht."
"Ein persönliches Band, eine individuelle Freundschaft finden wir
nur bei Tieren mit hoch entwickelter intraspezifischer Aggression,
ja, dieses Band ist umso fester, je aggressiver die betreffende
Tierart ist."
"Es gibt also sehr wohl intraspezifische Aggression ohne ihren
Gegenspieler, die Liebe, aber es gibt umgekehrt keine Liebe ohne
Aggression."
Konrad Lorenz in "Das sogenannte Böse. Zur Naturgeschichte der
Aggression."
"Schon ein bescheidenes Überlappen des Ansichten darüber, was
begeisternde und zu verteidigende Werte seien, kann Völkerhaß
vermindern und Segen stiften."

Konrad Lorenz in "Das sogenannte Böse. Zur Naturgeschichte der
Aggression."

Disclaimer: <http://www.univie.ac.at/zoology/nbs/gruenau/lorenz.html>

X-Post&FollowUp-To de.sci.biologie
--
"Whenever you withhold from man the secret means whereby he exhales the dose
of despotism Nature instilled in the depths of his heart, he will seek other
outlets for it, it will be vented upon nearby objects"
Philosophy in The Bedroom - D.A.F. Marquis de Sade

Matthias Voss

unread,
Jan 6, 2003, 8:00:24 PM1/6/03
to
Christian Bickel schrieb:

>
> Das Zusammenleben der Menschen erzeugt aus sich heraus
> Regeln, wie man bei jedem Wolfsrudel beobachten kann.


Die nicht die schlechtesten sind, bei den Wölfen.
Gruß
Matthias

Jörg Maurer

unread,
Jan 6, 2003, 2:56:49 PM1/6/03
to
Christian Bickel schrieb:

> Wirklich?
> Meinst Du wirklich, der Mensch mache die Natur kaputt?

Absolut!

> Wenn nun der Mensch ein Produkt und ein Teil der Natur ist,
> wer macht dann wen kaputt?
> Welcher Wertungsunterschied besteht dann zwischen einem
> Kometen mit einem Durchmesser von ca 1 km, der in der Bucht
> von Mexiko niedergehend alle Saurier ausgerottet hat, und
> der Gattung homo sapiens, die den Riesenalk ausgerottet hat?

Der Mensch hat Verstand und einen freien Willen, sich für sein Tun zu
entscheiden. Ein kleiner, aber feiner Unterschied.

Gruß

JM


Jörg Maurer

unread,
Jan 6, 2003, 2:58:03 PM1/6/03
to
Matthias Voss schrieb:

> Nee;-)
> Ich meine, wenn die Fehlinterpretation darin bestand, " Milch und Honig"
> mit fruchtbarer Landschaft gleichzusetzen.
> Dann hätten sie das flasche Land erobert ;-)
>

Sie haben das GANZE Land erobert. Hat wohl auch was mit Strategie zu
tun.

Gruß

JM

hermann2003

unread,
Jan 7, 2003, 12:44:19 AM1/7/03
to

"Matthias Voss" <mat....@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag news:3E1A26A8...@t-online.de...
lass mal die zeiten schlechter werden, dann sind die wölfe perfekt.
aus ist die milch und aus ist der honig ... (s.o.)

gruß
hermann

ns.:

8 Alles dies aber ist der Anfang der Wehen.

Hans Pesserl

unread,
Jan 7, 2003, 1:28:59 AM1/7/03
to
Hallo,

Matthias Voss schrieb:

> > Das Zusammenleben der Menschen erzeugt aus sich heraus
> > Regeln, wie man bei jedem Wolfsrudel beobachten kann.
>
> Die nicht die schlechtesten sind, bei den Wölfen.

Aber auch nur innerhalb der familie. Fremde werden hoechstens als futter
betrachtet.

Bei schimpansen haben nur die maennchen ein problem, weibchen werden
gerne in der gruppe aufgenommen. Also selbst bei den friedliebenden
bonobos moechte ich als maennchen nicht gerade in einer fremden gruppe
auftauchen...

Liebe gruesse

Hans

Matthias Voss

unread,
Jan 7, 2003, 5:31:42 AM1/7/03
to
hermann2003 schrieb:
>
> > >
> > > Das Zusammenleben der Menschen erzeugt aus sich heraus
> > > Regeln, wie man bei jedem Wolfsrudel beobachten kann.
> >
> >
> > Die nicht die schlechtesten sind, bei den Wölfen.
> > Gruß
> > Matthias
> <
> <
> lass mal die zeiten schlechter werden, dann sind die wölfe perfekt.
> aus ist die milch und aus ist der honig ... (s.o.)


Wenn du damit die "Wölfe mitten im Mai" von Degenhardt meinst, gebe ich
dir Recht.

Aber nicht die grauen, die Timber-, Die Alaska, und all die anderen. Die
schädigen nicht ihre Umwelt. Und haben funktionierende soziale
Strukturen.

Lies mal was von Erik Zimen und David Meech.
Gruß
MAtthias

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Christian Bickel

unread,
Jan 7, 2003, 5:38:17 PM1/7/03
to
Jörg Maurer schrieb:

> Der Mensch hat Verstand und einen freien Willen, sich für sein Tun zu
> entscheiden. Ein kleiner, aber feiner Unterschied.

Nur, wenn man an ihn glaubt.
Was ich nicht tue.

Gruss Christian

hermann2003

unread,
Jan 8, 2003, 12:41:43 AM1/8/03
to
"Matthias Voss" <mat....@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag news:3E1AAC8E...@t-online.de...

> hermann2003 schrieb:
> >
> > > >
> > > > Das Zusammenleben der Menschen erzeugt aus sich heraus
> > > > Regeln, wie man bei jedem Wolfsrudel beobachten kann.
> > >
> > >
> > > Die nicht die schlechtesten sind, bei den Wölfen.
> > > Gruß
> > > Matthias
> > <
> > <
> > lass mal die zeiten schlechter werden, dann sind die wölfe perfekt.
> > aus ist die milch und aus ist der honig ... (s.o.)
>
>
> Wenn du damit die "Wölfe mitten im Mai" von Degenhardt meinst, gebe ich
> dir Recht.
<
<
ich meine die 'wölfe mitten in der stadt' ...

gruß
hermann


Jörg Maurer

unread,
Jan 7, 2003, 6:17:52 PM1/7/03
to
Christian Bickel schrieb:

An WEN glaubt? Den Verstand, den freien Willen, den Unterschied? Alle
drei existieren, nur zeigt die Geschichte, dass ersteres oft nicht
gebraucht wird.

Gruß

JM


Harald Blahovec

unread,
Jan 8, 2003, 12:53:11 PM1/8/03
to
Jörg Maurer <spa...@gmx.net> schrieb:

> Christian Bickel schrieb:
>> Jörg Maurer schrieb:

>>> Der Mensch hat Verstand und einen freien Willen, sich für sein
>>> Tun zu entscheiden. Ein kleiner, aber feiner Unterschied.

>> Nur, wenn man an ihn glaubt.
>> Was ich nicht tue.

> An WEN glaubt?

Schatz, hier ist de.sci.*. "sci" wie in "scio, scis, scire" oder
"scientia". Das hat etwas mit "Wissen" zu tun.

> Den Verstand, den freien Willen, den Unterschied?
> Alle drei existieren, nur zeigt die Geschichte, dass ersteres oft
> nicht gebraucht wird.

Alle drei existieren?
Fuehre eine Literatursuche z.B. nach Autor "Libet-B" durch und
staune.

Wir tun nicht, was wir wollen, sondern wir wollen, was wir tun.

Vielleicht hat "sci" in dst eine andere Bedeutung als im Rest von
de.sci.*: FollowUp-To de.sci.theologie
--
Preacher, put away your prejudices, unbend, be a man, be human, without
fear and without hope forget your gods and your religions too: they are
none of them good for anything but to set man at odds with man. . . ."
Dialogue Between A Priest & A Dying Man - D.A.F. Marquis de Sade

Jörg Maurer

unread,
Jan 9, 2003, 5:38:20 PM1/9/03
to
Harald Blahovec schrieb:

>
> Jörg Maurer <spa...@gmx.net> schrieb:
> > Christian Bickel schrieb:
> >> Jörg Maurer schrieb:
>
> >>> Der Mensch hat Verstand und einen freien Willen, sich für sein
> >>> Tun zu entscheiden. Ein kleiner, aber feiner Unterschied.
>
> >> Nur, wenn man an ihn glaubt.
> >> Was ich nicht tue.
>
> > An WEN glaubt?
>
> Schatz, hier ist de.sci.*. "sci" wie in "scio, scis, scire" oder
> "scientia". Das hat etwas mit "Wissen" zu tun.

Und, was sagst du _mir_ das? Die "Wissenschaft" ist ein weites Feld...

>
> > Den Verstand, den freien Willen, den Unterschied?
> > Alle drei existieren, nur zeigt die Geschichte, dass ersteres oft
> > nicht gebraucht wird.
>
> Alle drei existieren?
> Fuehre eine Literatursuche z.B. nach Autor "Libet-B" durch und
> staune.

Vielleicht am Wochenende.

> Wir tun nicht, was wir wollen, sondern wir wollen, was wir tun.

Das ist ja genau das Problem!


Gruß

JM


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