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eine Frage

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Matthias Sommer

unread,
Jan 11, 2000, 3:00:00 AM1/11/00
to
Hallo zusammen,

ich habe da mal eine Frage. Ich stelle sie mal in beide mir bekannten
thematisch passenden Newsgroups, da ich mir nicht sicher bin, in
welcher der beiden sie besser aufgehoben sind, bei Antwort also ggf.
F'Up setzen.

Wie grenzen sich evangelische und katholische Kirche untereinander ab?
Oder anders gefragt, wenn ich als bisher nicht getaufter Mensch
beschließen sollte, in die Kriche einzutreten, wie kann ich
entscheiden, welche der beiden besser für mich geeignet ist?
(Ich habe diesen Schritt (noch?) nicht vor, aber diese Frage läßt mir
schon seit einiger Zeit keine Ruhe.)


Your's fraternally
Matthias

Christian Holtbrügger

unread,
Jan 11, 2000, 3:00:00 AM1/11/00
to
Moin Matthias!
Matthias Sommer <Sunn...@gmx.de> wrote:

> Wie grenzen sich evangelische und katholische Kirche untereinander ab?
> Oder anders gefragt, wenn ich als bisher nicht getaufter Mensch
> beschließen sollte, in die Kriche einzutreten, wie kann ich
> entscheiden, welche der beiden besser für mich geeignet ist?
> (Ich habe diesen Schritt (noch?) nicht vor, aber diese Frage läßt mir
> schon seit einiger Zeit keine Ruhe.)
>

Ich kann dir nicht genau sagen, wie sich die beiden Konfessionen
offiziell voneinander abgrenzen. Allerdings ist meines Wissens die kath.
Kirche eher Gefühlsbetont und geht auf die Emotionen der Menschen ein (
z.B. durch die Erzeugung eines *guten Gefühls* durch Weihreauch während
der Messe), wohingegen die evag. Kirche eher kopflastig ist und das Wort
wichtiger ist, die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Bibel.

Natürlich darf man auch nicht vergessen, dass die kath. Kirche immer
eine Oberhaupt haben wird, das in den Grenzn der Kirche mehr oder
weniger allmächtig ist und dessen Entscheidungen sich die Katholiken in
der Regel anpassen (müssen), auch wenn diese totaler Humbug sind.

CU
Christian

--
Alles lässt sich besser schreiben
Darum laß die schlechtere Fassung stehen.
(F.Duerrenmatt)

Dolle

unread,
Jan 11, 2000, 3:00:00 AM1/11/00
to
Lieber Matthias,
eigentlich ist es einfach zu entscheiden welche Kirche die richtige ist.
Lies die Bibel und prüfe daran was die Kirchen lehren. Die Taufe z.B. ist
bei der ev. oder kath. Kirche gleich. Das Abendmahl aber schon nicht mehr,
in der kath. Kirche wird zum Abendmahl nur das Brot den Menschen gegeben, in
der ev. Kirche bekommen die Menschen Bort und Wein. Nun lies die Bibel und
du wirst sehen das Jesus auch beides gegeben hat. Nur ein Beispiel, aber es
gibt noch mehr z.B. lehrt die ev. Kirche das der Mensch allein durch Glauben
vor Gott gerecht wird, die kath. Kirche zählt aber auch die Werke mit zur
Gnade Gottes, das steht aber nirgends in der Bibel. Lies z.B. mal Johannes
3,16.
Gottes Segen heinrich
Matthias Sommer schrieb in Nachricht <85fb5p$1jd4j$1...@fu-berlin.de>...

>Hallo zusammen,
>
>ich habe da mal eine Frage. Ich stelle sie mal in beide mir bekannten
>thematisch passenden Newsgroups, da ich mir nicht sicher bin, in
>welcher der beiden sie besser aufgehoben sind, bei Antwort also ggf.
>F'Up setzen.
>
>Wie grenzen sich evangelische und katholische Kirche untereinander ab?
>Oder anders gefragt, wenn ich als bisher nicht getaufter Mensch
>beschließen sollte, in die Kriche einzutreten, wie kann ich
>entscheiden, welche der beiden besser für mich geeignet ist?
>(Ich habe diesen Schritt (noch?) nicht vor, aber diese Frage läßt mir
>schon seit einiger Zeit keine Ruhe.)
>
>
>Your's fraternally
>Matthias

Reinhard Gonaus

unread,
Jan 11, 2000, 3:00:00 AM1/11/00
to
On Tue, 11 Jan 2000 14:28:23 +0100, Matthias Sommer <Sunn...@gmx.de>
wrote:

>
>Wie grenzen sich evangelische und katholische Kirche untereinander ab?
>Oder anders gefragt, wenn ich als bisher nicht getaufter Mensch
>beschließen sollte, in die Kriche einzutreten, wie kann ich
>entscheiden, welche der beiden besser für mich geeignet ist?
>(Ich habe diesen Schritt (noch?) nicht vor, aber diese Frage läßt mir
>schon seit einiger Zeit keine Ruhe.)
>

Da hilft wohl nur: Hingehen und anschauen.
Zum Christsein gehört: Sich dem Bekenntnis einer Gemeinde anschließen
und eine entsprechende Lebenspraxis entwickeln. Musst halt schauen,
was es in deiner Umgebung für Gemeinden gibt, und versuchen, einiges
an Fest und Alltag mit zu erleben.
Und lass dich nicht einfangen oder überreden, sondern schalte vor eine
allfällige Entscheidung eine gründliche Überleg-Phase. Und erwarte
nicht, dass mit einem Eintritt wo auch immer alle deine Fragen
beantwortet und deine Probleme gelöst sind! Wenn dir jemand sowas
verspricht, dann renn davon! Der meint's nicht ehrlich!

Reinhard
--
Diese Welt, sagen die Weisen,
ist nur Illusion.
Der Mann mit dem Presslufthammer
schlägt Löcher hinein.

Andreas Seel

unread,
Jan 11, 2000, 3:00:00 AM1/11/00
to

> Oder anders gefragt, wenn ich als bisher nicht getaufter Mensch
> beschließen sollte, in die Kirche einzutreten, wie kann ich

> entscheiden, welche der beiden besser für mich geeignet ist?

Wenn Du fragst, welche der beiden großen Kirchen besser für Dich geeignet
ist, dann hängt das doch sehr stark davon ab, was Du von einer Kirche
erwartest. Was ist für Dich der Sinn einer Kirche?

Willst Du da
- Gleichgesinnte treffen, oder
- jeden Sonntag eine meditative Zeit haben,
- schlechtes Gewissen beruhigen ( vielleicht gibt es ja doch was nach dem
Tod)
- sich den "Himmel durch Kirchenzugehörigkeit verdienen"
- etc. ??
Dafür eignet sich Kirche ganz gut!

Oder willst Du mehr über Gott und Wahrheit erfahren?
Ich denke dafür braucht man eigentlich nicht viel mehr als eine Bibel und
den gesunden Menschenverstand. Denn soweit ich das beurteilen kann, erheben
alle Kirchen den Anspruch ihre Wahrheit letztendlich aus der Bibel zu
ziehen. (Inwieweit das gelingt, ist eine andere Sache).

Also wenn Dich die Sache mit Gott usw. interessiert, schau als erstes in
einer Bibel nach, und danach in einer Kirche. Dann hast Du nämlich auch
einen Maßstab um eine Kirche beurteilen zu können.
Denn eins hat die Geschichte zu Genüge gelehrt: Menschen und Ihre eigenen
Lehrmeinungen können total danebenliegen. Die Bibel, die meiner Meinung
nach das Wort Gottes ist, kann dagegen eben nie falsch liegen, da sie ja
von Gott kommt.

Gruß
Andreas


Frank Bechhaus

unread,
Jan 11, 2000, 3:00:00 AM1/11/00
to
Matthias Sommer <Sunn...@gmx.de> wrote:

Hallo Matthias,

> Wie grenzen sich evangelische und katholische Kirche untereinander ab?

als Nichtzugehöriger zu einer der beiden großen Kirchen (meine Heimat
liegt eher bei Freikirchens) mag ich diese Frage gerne an Berufenere
abtreten.

> Oder anders gefragt, wenn ich als bisher nicht getaufter Mensch

> beschließen sollte, in die Kriche einzutreten, wie kann ich


> entscheiden, welche der beiden besser für mich geeignet ist?

Das würde ich viel eher an einer anderen Frage festmachen: Wo findest
Du andere lebendige Christen, mit denen Du Gemeinschaft haben kannst,
mit denen Du über den Glauben reden kannst, mit denen Du zusammen in
der Bibel lesen kannst, mit denen Du zusammen beten kannst?

Oder wie siehst Du das?

Gruß,
Frank
<><


""""""""""-. homepage: http://www.bechhaus.de/ .-""""""""""
"------------------------------------"

Wolfgang Kieckbusch

unread,
Jan 11, 2000, 3:00:00 AM1/11/00
to
Wenn Du schwul bist, gehst Du am besten zu den Katholiken, am allerbesten in
Rom (Vatikan).
Wenn Du normal bist, bleibst Du am besten von beiden fern.
Tu Dir das einfach nicht an.
Gruß, Wolfgang


Eva-Maria Englert

unread,
Jan 11, 2000, 3:00:00 AM1/11/00
to
In <01bf5c6d$689a5a40$LocalHost@andreas>, schrieb Andrea...@gmx.de

> Oder willst Du mehr über Gott und Wahrheit erfahren?
> Ich denke dafür braucht man eigentlich nicht viel mehr als eine Bibel und
> den gesunden Menschenverstand. Denn soweit ich das beurteilen kann, erheben
> alle Kirchen den Anspruch ihre Wahrheit letztendlich aus der Bibel zu
> ziehen. (Inwieweit das gelingt, ist eine andere Sache).
>
> Also wenn Dich die Sache mit Gott usw. interessiert, schau als erstes in
> einer Bibel nach, und danach in einer Kirche. Dann hast Du nämlich auch
> einen Maßstab um eine Kirche beurteilen zu können.
> Denn eins hat die Geschichte zu Genüge gelehrt: Menschen und Ihre eigenen
> Lehrmeinungen können total danebenliegen. Die Bibel, die meiner Meinung
> nach das Wort Gottes ist, kann dagegen eben nie falsch liegen, da sie ja
> von Gott kommt.

Geht das auch mit dem Koran?
Der soll ja auch von Gott diktiert worden sein?

Liege ich richtig, wenn ich den ernst nehme, Andreas?

Oder warum ist die Bibel richtiger?
Weils drinsteht?

Eva-Maria

Christian Holtbrügger

unread,
Jan 11, 2000, 3:00:00 AM1/11/00
to
Wolfgang Kieckbusch <kieck...@rz-online.de> wrote:

> Wenn Du schwul bist, gehst Du am besten zu den Katholiken, am allerbesten in
> Rom (Vatikan).
> Wenn Du normal bist, bleibst Du am besten von beiden fern.

Krasses Statement, sehr satirisch und deswegen klasse. Allerdings stört
mich das normal. Wer oder was ist denn schon normal?

> Tu Dir das einfach nicht an.
> Gruß, Wolfgang

Gruß zurück

Gebhard Kühschweiger

unread,
Jan 11, 2000, 3:00:00 AM1/11/00
to

Matthias Sommer fragt:

> Wie grenzen sich evangelische und katholische Kirche untereinander ab?


Hallo Matthias

Da sie beide nicht sich selbst gehören, sondern dem Herrn, ist das
Zäuneziehen nicht zielführend, obwohl einige sehr eifrig dabei sind.
Und da würde ich mich auf keine Bauernfängerei einlassen.

Ich hab mich abwechselnd in beiden Kirchen in ihrem Hintergärtchen
aufgehalten, ich meine damit den Bereich Gebet, Frömmigkeit, Geist-
liches, Gottesdienst ... und da gibt es schon Verschiedenheiten, aber
die sind so spannend und ergänzend, dass es eine rechte Freud ist und
man über die Streitigkeiten vorn nur lächelt.

Wenn Du Deinen Platz in der ökumenischen Geopraphie finden willst, dann
lies doch mal z.B.

Matthias Claudius Franz von Assissi
Jochen Klepper Thomas Merton
Dietrich Bonhoeffer John Henry Newman
| |
v v
Du wirst eine tiefe Du wirst die katholischen
Zuneigung bei den Gläubigen erleben als
evangelischen Gläubigen getragen von der realen
zum Herrn und den Gegenwart Christi, das
Menschen rundherum gibt ihnen Weite und
spüren ... Gelassenheit ...

Wenn Du dich weiter mit beiden beschäftigst, wirst Du merken,
dass plötzlich die Katholiken als zweiten Schritt das tun, was
die Evangelischen als ersten machten (Christozentrik) und die
Evangelischen dann den Schritt tun (Universalität), den die
katholischen Christen anfangs setzten ...

Es fragt sich doch IMHO nur, wo Du starten willst,

meint

kueh
3:-0

Ing. Franz Glaser

unread,
Jan 12, 2000, 3:00:00 AM1/12/00
to
Eva-Maria Englert wrote:
>
> > Also wenn Dich die Sache mit Gott usw. interessiert, schau als erstes in
> > einer Bibel nach, und danach in einer Kirche. Dann hast Du nämlich auch
> > einen Maßstab um eine Kirche beurteilen zu können.
>
> Geht das auch mit dem Koran?
> Der soll ja auch von Gott diktiert worden sein?
>
> Liege ich richtig, wenn ich den ernst nehme, Andreas?
>
> Oder warum ist die Bibel richtiger?
> Weils drinsteht?

Mein Gott, wie originell und geistreich...

Wenn ein Mensch gläubig ist, dann hat er das Bedürfnis, sich
zu gleichgesinnten Menschen zu gesellen. Da reden die miteinander
und stellen gewisse Gemeinsamkeiten fest. Besonders gierig sind
sie nach Offenbarungen, nach einer authentischen Lehre. Das
hat auch mit "Versicherung" zu tun und mit Recht-Haberei.

Nun ist es so, daß das Religiöse sich nur schwer mit Worten
festnageln läßt, auch wenn manche meinen, das zu können. Da gibt
es dann asymptotische Annäherungen, die wohlformuliert, in sich
schlüssig und allgemein akzeptabel erscheinen. Manche dieser
Texte borgen sich die Autorität halt von einer höheren Macht.

Und dann werden die Offenbarungen eben für die Nachwelt und wegen
der Dokumentenechtheit niedergeschrieben. Und dann werden sie
zur Referenz, zum Prüfstein fürs Dazugehören.

Irgendwann fühlt sich einer berufen und befähigt, das Ganze
über den Haufen zu schmeißen und von sich aus ein ganz neues
Buch zu verfassen. Natürlich würde er sich das allein gar
nicht trauen, deswegen ist er froh darüber, daß sich eine
göttliche Eingebung einstellt und ihm das Buch diktiert.

Und nun kommen Sie daher und fragen süffisant, welches dieser
Bücher wohl das "richtigere" wäre. Allein die Frage ist schon
ein Witz.
--
Franz Glaser, Glasau 3, A-4191 Vorderweissenbach Austria +43-7219-7035-0
Muehlviertler Elektronik Glaser. Industrial control and instrumentation
http://members.eunet.at/meg-glaser/ http://members.xoom.com/f_glaser/
http://www.geocities.com/~franzglaser/ http://start.at/bedarf

Regina Hecker

unread,
Jan 12, 2000, 3:00:00 AM1/12/00
to
Ing. Franz Glaser schrieb:

>Wenn ein Mensch gläubig ist, dann hat er das Bedürfnis, sich
>zu gleichgesinnten Menschen zu gesellen. Da reden die miteinander
>und stellen gewisse Gemeinsamkeiten fest. Besonders gierig sind
>sie nach Offenbarungen, nach einer authentischen Lehre.

:-)
Diese Gier ....

SCNR

Gruß
Regina


Magdalena

unread,
Jan 12, 2000, 3:00:00 AM1/12/00
to
Ich glaube das Bedürfnis sich mitzuteilen nicht nur Gleichgesinnten hat
jeder.
Die meisten verwechseln sich mitzuteilen mit ...Meinung aufzwaengen...
Gierig - Neugierig...auf etwas Neuem
Lehre - Lernen...etwas dazulernen


Gruß Magdalena

"Regina Hecker" <rew...@allgaeu.org> schrieb im Newsbeitrag
news:85hjpn$c2n$1...@janeway.allgaeu.org...

Lueder Kracke

unread,
Jan 12, 2000, 3:00:00 AM1/12/00
to

Christian Holtbrügger schrieb in Nachricht
<1e49bmi.unrjqga44b90N%Chr.Holt...@gmx.de>...

>Ich kann dir nicht genau sagen, wie sich die beiden Konfessionen
>offiziell voneinander abgrenzen. Allerdings ist meines Wissens
die kath.
>Kirche eher Gefühlsbetont und geht auf die Emotionen der
Menschen ein (
>z.B. durch die Erzeugung eines *guten Gefühls* durch Weihreauch
während
>der Messe), wohingegen die evag. Kirche eher kopflastig ist und
das Wort
>wichtiger ist, die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Bibel.


Statt "gefühlsbetont" würde ich eher "symbolbetont" sagen. Als
ehemaliger Evangele bekomme ich heimatliche Gefühle im
evangelischen Gottesdienst, gerade wegen der Nüchternheit.

Symbole sind so etwas wie religiös besetzte materielle Zeichen
(Dinge, Handlungen), die Menschen machen, die aber eine Dimension
bekommen, in der Menschen Gott begegnen. Dieses "Sakramentale"
zeigt sich nicht nur in den sieben Sakramenten, sondern in der
ganzen Grundhaltung, Dinge und Handlungen als Begegnungen mit
dem Göttlichen anzusehen und entsprechend "heilig" zu halten. Das
gilt auch für die Kirche selbst oder für die Bibel.

Die "Kleine Sakramentenlehre" von L. Boff beschreibt das sehr
schön, und hier scheint mir ein Grundzug des Katholischen zu
liegen.

Gruß
Lüder

Reinhard Gonaus

unread,
Jan 12, 2000, 3:00:00 AM1/12/00
to
On Tue, 11 Jan 2000 23:48:49 +0100, Eva-Maria Englert
<eva-...@ueberseiten.de> wrote:

>> (...)


>> Lehrmeinungen können total danebenliegen. Die Bibel, die meiner Meinung
>> nach das Wort Gottes ist, kann dagegen eben nie falsch liegen, da sie ja
>> von Gott kommt.
>

>Geht das auch mit dem Koran?
>Der soll ja auch von Gott diktiert worden sein?
>

Na ja.
Erstens teile ich die Meinung, dass man mit der Bibel nie falsch
liegen kann, so nicht, denn man kann ja nur liegen, wenn man sich
irgendwie bettet, und da kann man sich schon ganz schön vertun.
Und zweitens ist der Koran nicht "auch" von Gott diktiert worden.
Diesen Anspruch erhebt er schon allein.
Das "Wort Gottes" ist das Wort, das die Welt und dich und mich
hervorbringt und am Leben erhält, ist im tiefsten Sinn er selbst und
nach christlicher Auffassung manifest geworden in Jesus Christus.
Die Bibel gibt davon lediglich Zeugnis.

>Liege ich richtig, wenn ich den ernst nehme, Andreas?
>

Doch, den kann man schon ernst nehmen. Er ist die Grundlage einer
Weltreligion und atmet erkennbar einen nahe verwandten Geist.

>Oder warum ist die Bibel richtiger?
>Weils drinsteht?
>

Vielleicht wegen dem, was ich oben angedeutet habe?

Eva-Maria Englert

unread,
Jan 12, 2000, 3:00:00 AM1/12/00
to
In <4k3p7s017d8d7fcae...@4ax.com>, schrieb er...@aon.at

Hallo Reinhard,

> ... Zustimmung ...

> >Oder warum ist die Bibel richtiger?
> >Weils drinsteht?
> >
> Vielleicht wegen dem, was ich oben angedeutet habe?

Richtiger ist sie damit nicht, aber das Weihnachtsbekenntnis "Gott wird
Mensch" unterscheidet das Christentum von allen anderen Religionen.

Aber Andreas will eine Wahrheit festnageln.
Sein Gott kann zwar jeden Kieselstein einzeln formen, jetzt wollte ich
von ihm einfach nur noch wissen, ob er ihm zutraut, daß der Koran
genauso von Gott sein kann, wie die Bibel.

Eva-Maria

Magdalena

unread,
Jan 12, 2000, 3:00:00 AM1/12/00
to
Gehört Gott nicht alle?
Gott laest alles zu, der Mensch nicht.
Gott hat uns den eigenen Willen gegeben, um selber entscheiden zu Können, ob
wir Ihm folgen oder nicht.
Die Gebote der Liebe stehen in jeder Schrift.

Ich bin der Meinung, wenn alle " IHREN GLAUBEN " nach ihrer Schrift leben
würden, hätte Gott eine Freude!

Magdalena

"Eva-Maria Englert" <eva-...@ueberseiten.de> schrieb im Newsbeitrag
news:MPG.12e6ce87e...@news.btx.dtag.de...

Reinhard Gonaus

unread,
Jan 12, 2000, 3:00:00 AM1/12/00
to
On Wed, 12 Jan 2000 17:48:30 +0100, Eva-Maria Englert
<eva-...@ueberseiten.de> wrote:

>Aber Andreas will eine Wahrheit festnageln.
>Sein Gott kann zwar jeden Kieselstein einzeln formen, jetzt wollte ich
>von ihm einfach nur noch wissen, ob er ihm zutraut, daß der Koran
>genauso von Gott sein kann, wie die Bibel.
>

Na ja.
Was Andreas darüber denkt, weiß ich nicht.
Dass er so von Gott sein kann wie die Bibel, das könnt ich mir schon
vorstellen. Dann würde er allerdings Zeugnis geben vom Wirken Gottes
und nicht wortwörtlich von ihm diktiert sein.
Damit sind aber nun, soweit ich sehen kann, die Moslems nicht
einverstanden.

Thomas Maxara

unread,
Jan 12, 2000, 3:00:00 AM1/12/00
to
In article <01bf5c6d$689a5a40$LocalHost@andreas>, Andreas Seel wrote:
>[...]

>Also wenn Dich die Sache mit Gott usw. interessiert, schau als erstes in
>einer Bibel nach, und danach in einer Kirche. Dann hast Du nämlich auch
>einen Maßstab um eine Kirche beurteilen zu können.
>Denn eins hat die Geschichte zu Genüge gelehrt: Menschen und Ihre eigenen
>Lehrmeinungen können total danebenliegen. Die Bibel, die meiner Meinung
>nach das Wort Gottes ist, kann dagegen eben nie falsch liegen, da sie ja
>von Gott kommt.
Das ist m.E. nicht genau genug. Die Bibel selbst ist nicht das Wort Gottes.
Wort Gottes ist sozusagen der Inhalt, die Quintessenz der Bibel: Jesus der
Christus ist es; er ist das bleibende Wort Gottes. Dies ist auch der feine
Unterschied zum Koran (um ein anderes Posting zu berücksichtigen). Die
Muslime verstehen den Koran - soweit ich weiß - als "diktiertes", Wort
Gottes (Gott spricht sozusagen Arabisch).

Thomas

--
Thomas Maxara, 34132 Kassel
PGP public-key: http://www.uni-kassel.de/~maxara
e-mail: max...@mathematik.uni-kassel.de

Andreas Seel

unread,
Jan 12, 2000, 3:00:00 AM1/12/00
to

Eva-Maria Englert <eva-...@ueberseiten.de> schrieb

> Geht das auch mit dem Koran?
> Der soll ja auch von Gott diktiert worden sein?
>

> Liege ich richtig, wenn ich den ernst nehme, Andreas?
>

> Oder warum ist die Bibel richtiger?
> Weils drinsteht?
>

> Eva-Maria
>

Ich muß ehrlich gestehen, daß ich mich mit dem Koran nicht sehr ausführlich
befasst habe. Dafür aber sehr mit der Bibel. Und dabei habe ich
festgestellt, daß es eine Fülle von Indizien gibt, die daraufhindeuten, daß
sie von Gott "diktiert" worden ist. Ich sage Indizien, weil ein Beweis im
Sinne eines Naturwissenschaftlers nicht zu erbringen ist, da dafür erstmal
bewiesen werden müsste, daß es überhaupt einen Gott gibt.

Da wären z.B. folgende Aspekte:
- Die Bibel wurde über einen Zeitraum von etwa 1500 Jahren von über 40
total verschiedenen Autoren geschrieben. Man sieht z.B. an vielen
Geschichten im Neuen Testament, daß sie viele hundert Jahre zuvor schon
vorausgesagt waren, oft bis in kleine Details. Ich erkläre mir das damit,
daß ein allwissender Gott den Autoren das damals eingegeben hat, in welcher
Form auch immer.
- Obwohl von vielen Leuten zu unterschiedlichen Zeiten geschrieben, bildet
die Bibel eine Einheit. Viele Begebenheiten und Geschichten aus dem Alten
Testament haben bildliche Bedeutung für Geschehnisse im Neuen Testament.
- Es hat Kraft Menschen zu verändern. Ich kann selber bezeugen, daß die
Aussagen der Bibel mich sehr oft berührt haben und so mein Leben verändert
haben.
- Ich habe bisher noch keinen Fehler oder Unstimmigkeit gefunden. Es gibt
zwar noch viele Sachen, die ich nicht verstehe, aber offensichtliche Fehler
oder Widersprüchlichkeiten in den Aussagen habe ich bis jetzt noch nicht
gefunden. Manche Autoren schaffen das doch nicht mal innerhalb ihrer eigen
Werke.

- Der Koran dagegen wurde einer einzigen Person alleine auf wunderhafte Art
eingegeben, und dann später von einer anderen Person aufgeschrieben. Wie
leicht kann sich eine einzelne Person irren.

Noch eine Frage zum Schluß. Hast Du Bibel schon einmal ganz gelesen?
Die meisten Leute erlauben sich ein Urteil über die Bibel und haben sie
bruchstückhaft oder gar nicht selber gelesen.
Würde sich jemand ein Urteil über eine wissenschaftliche Abhandlung
erlauben, ohne sie jedoch zuvor ganz gelesen zu haben, so wäre das ziemlich
dumm. Über die Bibel gibt es aber leider zu Hauf Urteile dieser Klasse. Ich
will Dir das nicht unterstellen, sondern sage das trotzdem bevor ich
haufenweise Postings von Leuten bekomme, die im Leben noch nie die Bibel
geöffnet haben.

Gruß
Andreas

Andreas Seel

unread,
Jan 12, 2000, 3:00:00 AM1/12/00
to
Ing. Franz Glaser <meg-g...@eunet.at> schrieb

> Nun ist es so, daß das Religiöse sich nur schwer mit Worten
> festnageln läßt, auch wenn manche meinen, das zu können. Da gibt
> es dann asymptotische Annäherungen, die wohlformuliert, in sich
> schlüssig und allgemein akzeptabel erscheinen. Manche dieser
> Texte borgen sich die Autorität halt von einer höheren Macht.
>
> Und dann werden die Offenbarungen eben für die Nachwelt und wegen
> der Dokumentenechtheit niedergeschrieben. Und dann werden sie
> zur Referenz, zum Prüfstein fürs Dazugehören.
>

Hast Du Dir diese Meinung aufgrund gründlichen Studiums und Analyse der
Bibel gebildet,
oder irgendwo gelesen, aufgeschnappt und ungeprüft weitergegeben???
Bildete sich die Religöse Gemeinschaft "Christen" Ihre Bibel selbst als Art
"christliches Manifest" oder bildet sich nicht vielmehr die christliche
Gemeinschaft aufgrund der Aussagen der Bibel?

Gruß
Andreas

Christian Holtbrügger

unread,
Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
to
Andreas Seel <Andrea...@gmx.de> wrote:

Naja, wenn man bedenkt, dass das Christentum zu großen Teilen auf dem NT
basiert und dieses angeblich bis zu 50 Jahre nach dem Tode Christi
geschrieben sein soll, ist glaub ich deine Erste Aussage richtig.

Gruß

Matthias Sommer

unread,
Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
to
On Wed, 12 Jan 2000 18:35:42 +0100, Reinhard Gonaus <er...@aon.at>
wrote:

[Koran]


>Dass er so von Gott sein kann wie die Bibel, das könnt ich mir schon
>vorstellen.

ditto.

>Dann würde er allerdings Zeugnis geben vom Wirken Gottes
>und nicht wortwörtlich von ihm diktiert sein.

Warum denn dieses? (wenn eine dumme Frage erlaubt ist)
Wenn's um Widersprüche geht, die gibt's innerhalb der Bibel (nach
menschlichem Verständnis) wohl auch.


Your's fraternally
Matthias

Matthias Sommer

unread,
Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
to
On Wed, 12 Jan 2000 17:48:30 +0100, Eva-Maria Englert
<eva-...@ueberseiten.de> wrote:

>Sein Gott kann zwar jeden Kieselstein einzeln formen, jetzt wollte ich
>von ihm einfach nur noch wissen, ob er ihm zutraut, daß der Koran
>genauso von Gott sein kann, wie die Bibel.

Ich kenne Andreas' Meinung zu dem Thema nicht, aber *ich* traue es ihm
ohne weiteres zu.


Your's fraternally
Matthias

Matthias Sommer

unread,
Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
to
On Wed, 12 Jan 2000 16:24:49 +0100, Reinhard Gonaus <er...@aon.at>
wrote:

>Erstens teile ich die Meinung, dass man mit der Bibel nie falsch


>liegen kann, so nicht, denn man kann ja nur liegen, wenn man sich
>irgendwie bettet

unabhängig davon, welche Bibel-Übersetzung man benutzt?


Your's fraternally
Matthias

Matthias Sommer

unread,
Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
to
On Tue, 11 Jan 2000 21:37:25 +0100, Reinhard Gonaus <er...@aon.at>
wrote:

>Da hilft wohl nur: Hingehen und anschauen.
In der letzten Konsequenz sicher, aber ich nehme an, daß der Eine oder
Andere hier schon einiges an Erfahrungen hat, und mir evtl. den einen
oder anderen Denkanstoß geben kann.

>Und lass dich nicht einfangen oder überreden,

Sowas ist mir als Ossi früher schon passier - gebranntes Kind scheut
das Feuer.

>sondern schalte vor eine allfällige Entscheidung eine gründliche Überleg-Phase.

genau das hab ich auch vor, was meinst Du, warum ich so dumm frage <g>

>Und erwarte nicht, dass mit einem Eintritt wo auch immer alle deine Fragen
>beantwortet und deine Probleme gelöst sind!

Das wohl auf keinen Fall, das Reinfinden in eine Gemeinde dürfte eher
das eine oder andere (mit der Wendung hab ich's heute) Probelem
aufwerfen, an das ich jetzt nichtmal denke...

>Wenn dir jemand sowas verspricht,

mir wurde schon viel versprochen...

>dann renn davon!
ich würde wohl eher lachen...


Your's fraternally
Matthias

Matthias Sommer

unread,
Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
to
On Tue, 11 Jan 2000 23:56:44 +0100, Gebhard Kühschweiger
<aon.91...@aon.at> wrote:

>Da sie beide nicht sich selbst gehören, sondern dem Herrn, ist das
>Zäuneziehen nicht zielführend,

sicher, aber da es getrennte Einrichtungen sind, muß es wohl
unterschiede geben, sonst würde ja eine Kirche reichen.

>obwohl einige sehr eifrig dabei sind.

eben menschlich

>Und da würde ich mich auf keine Bauernfängerei einlassen.

hab ich auch nicht vor - deswegen ja auch die Frage

>Ich hab mich abwechselnd in beiden Kirchen in ihrem Hintergärtchen
>aufgehalten, ich meine damit den Bereich Gebet, Frömmigkeit, Geist-
>liches, Gottesdienst ...

Damit solltest Du einiges an Erfahrung haben, die mir eben (noch?)
fehlt.

>und da gibt es schon Verschiedenheiten, aber
>die sind so spannend und ergänzend, dass es eine rechte Freud ist

Ist ja naheliegend, da beide aus der gleichen Wurzel stammen.

>und man über die Streitigkeiten vorn nur lächelt.

wenn man genügend Wissen hat um's zu durchschauen.

>Wenn Du Deinen Platz in der ökumenischen Geopraphie finden willst, dann
>lies doch mal

Danke für die Info, werd mich mal dahingehend bemühen - genau sowas in
der Richtung suchte ich.

>Es fragt sich doch IMHO nur, wo Du starten willst,

das ist die Frage...
mal sehen was ich rausfinde...


Your's fraternally
Matthias

Matthias Sommer

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Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
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On Tue, 11 Jan 2000 23:43:58 +0100, Chr.Holt...@gmx.de (Christian
Holtbrügger) wrote:

>Allerdings stört mich das normal. Wer oder was ist denn schon normal?
der Durchschnitt - und homosexualität ist nun mal eine Minderheit


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Matthias

Matthias Sommer

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Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
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On Tue, 11 Jan 2000 22:49:13 +0100, "Wolfgang Kieckbusch"
<kieck...@rz-online.de> wrote:

>Wenn Du schwul bist,
solche Neigungen hab ich an mir bisher nicht beobachten können.

>gehst Du am besten zu den Katholiken, am allerbesten in
>Rom (Vatikan).

Wer im Zölibat lebt muß m.E. nicht zwangsläufig schwul sein.

Ich hab mich auch mal eine Zeit lang in diverse Esoterische Gebiete
eingelesen, dabei bin ich mal über eine schöne Begründung gestolpert,
leider kriegt ich sie nicht mehr wörtlich zusammen. Sinngemäß geht's
darum, daß man die "Energie" (oder wie immer man das zu nennen
beliebt), die man für intensive/intime zwischenmenschliche Beziehungen
"verbraucht" eben für "höheres" verwenden kann/soll. Ist in dieser
Formulierung sicher etwas schwammig, aber irgendwo (für mich
zumindest) verständlich. Was allerdings nicht heißt, daß das nun die
ideale oder anzustrebende Lebensform für jeden sein soll.

>Wenn Du normal bist, bleibst Du am besten von beiden fern.

Siehe meine Ausgangsmail, ich habe bis jetzt nicht vor, diesen Schritt
zu gehen. Allerdings sind der Glaube und die Kirche(n) in unserer
Gesellschaft derart einflußreiche Faktoren, daß man zumindest gewisse
Kenntniss darüber besitzen sollte.


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Matthias

Matthias Sommer

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Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
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On Wed, 12 Jan 2000 22:08:40 +0100, max...@mathematik.uni-kassel.de
(Thomas Maxara) wrote:

>Die
>Muslime verstehen den Koran - soweit ich weiß - als "diktiertes", Wort
>Gottes

Ich meine mal gehört/gelesen zu haben, daß die Bibel zumindest als von
Gott inspiriert, wenn nicht gar ebenfalls als diktiert ansehen.

>(Gott spricht sozusagen Arabisch).
Soll er zu Arabern etwa deutsch reden? Wäre doch widersinnig, oder?
Natürlich spricht er zu jedem in der Sprache, die dieser am besten
versteht.

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Matthias

Matthias Sommer

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Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
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On Tue, 11 Jan 2000 23:48:49 +0100, Eva-Maria Englert
<eva-...@ueberseiten.de> wrote:

>Geht das auch mit dem Koran?

hier kommt dann der *Glaube* zum Tragen

>Liege ich richtig, wenn ich den ernst nehme, Andreas?

Ein gläubiger Christ hält die Bibel für gültig, und diese bestätigt
ihn in seinem Glauben, ein gläubiger Moslem hält den Koran für gültig,
und dieser bestätigt ihn in *seinem* Glauben.

>Oder warum ist die Bibel richtiger?
>Weils drinsteht?

IMO weil man dran glaubt.

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Matthias

Matthias Sommer

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Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
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On 11 Jan 2000 21:16:21 GMT, "Andreas Seel" <Andrea...@gmx.de>
wrote:

>Was ist für Dich der Sinn einer Kirche?
Genau das versuche ich grade herauszufinden.

>Oder willst Du mehr über Gott und Wahrheit erfahren?

das ohnehin

>Ich denke dafür braucht man eigentlich nicht viel mehr als eine Bibel und
>den gesunden Menschenverstand.

Doch, Diskussionspartner. Jeder kann mal falsch liegen, und sowas
erkennt man am Besten, indem man sich an Anderen prüft.

>Also wenn Dich die Sache mit Gott usw. interessiert, schau als erstes in
>einer Bibel nach,

das tue ich schon, keine Angst, aber manches ist nicht so ohne
weiteres klar...

>Denn eins hat die Geschichte zu Genüge gelehrt: Menschen und Ihre eigenen
>Lehrmeinungen können total danebenliegen.

Das ergibt sich schon daraus, daß es verschiedene Meinungen gibt, die
sich teilweise recht krass wiedersprechen...


Your's fraternally
Matthias

Matthias Sommer

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Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
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On Tue, 11 Jan 2000 20:10:38 +0100, "Dolle" <hdo...@t-online.de>
wrote:

>Lies die Bibel und prüfe daran was die Kirchen lehren.
Ersteres ist leicht getan (bin schon dabei).
Letzteres ist nicht so einfach, da mir dazu bisher die geeigneten
Kontakte fehlen.

>in der ev. Kirche bekommen die Menschen Bort und Wein.
schon mal ein Punkt, der mir bisher nicht bekannt war.

>die kath. Kirche zählt aber auch die Werke mit zur Gnade Gottes,
noch so einer.

Gibt's in der Richtung was zum gründlicheren Informieren, ohne selbst
Gottesdienste beider Konfessionen zu besuchen und dann laienhaft zu
versuchen, sich eine Meinung zu bilden?


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Matthias

Matthias Sommer

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Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
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On Tue, 11 Jan 2000 19:46:26 +0100, Chr.Holt...@gmx.de (Christian
Holtbrügger) wrote:

>Ich kann dir nicht genau sagen, wie sich die beiden Konfessionen
>offiziell voneinander abgrenzen.

*das* Problem scheint recht verbreitet zu sein, gibt's dazu eigentlich
von den Konfessionen selber eigentlich Aussagen?

>Allerdings ist meines Wissens die kath.
>Kirche eher Gefühlsbetont und geht auf die Emotionen der Menschen ein (
>z.B. durch die Erzeugung eines *guten Gefühls* durch Weihreauch während
>der Messe),

Ich war bisher immer der Meinung, daß grade die Kath. Kirche stärker
dogmatisiert ist.

>wohingegen die evag. Kirche eher kopflastig ist und das Wort
>wichtiger ist, die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Bibel.

Kann man das so sehen, daß die ev. Kirche ihren Mitgliedern mehr
Freiheit läßt also die kath. Dogmen?

>Natürlich darf man auch nicht vergessen, dass die kath. Kirche immer
>eine Oberhaupt haben wird, das in den Grenzn der Kirche mehr oder
>weniger allmächtig ist und dessen Entscheidungen sich die Katholiken in
>der Regel anpassen (müssen), auch wenn diese totaler Humbug sind.
Dadurch bleibt sie aber in sich relativ geschlossen, was auch immer
das wert sein mag.

Wie wird das eigentlich in der ev. Kirche gehandhabt, wie kommt man da
z.B. zu einer einheitlichen Lehrmeinung?


Your's fraternally
Matthias

Matthias Sommer

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Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
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On Tue, 11 Jan 2000 18:56:15 +0100, Frank Bechhaus <fr...@bechhaus.de>
wrote:

>> Wie grenzen sich evangelische und katholische Kirche untereinander ab?

>als Nichtzugehöriger zu einer der beiden großen Kirchen (meine Heimat
>liegt eher bei Freikirchens) mag ich diese Frage gerne an Berufenere
>abtreten.
Und ich hab noch überlegt, ob ich die Frage, wie sich die Freikirchen
von den anderen angrenzen, mit aufnehme. Mein erster, und bis jetzt
einziger *unmittelbarer* Kontakt zu einer Kirche war ein
freikirchlicher Schulkamerad. Diesem verdanke ich wohl auch mein
Interesse an Religion überhaupt, da ich ansonsten in einem
religionsfreien Umfeld aufgewachsen bin. (DDR)

>> welche der beiden besser für mich geeignet ist?
>Das würde ich viel eher an einer anderen Frage festmachen: Wo findest
>Du andere lebendige Christen, mit denen Du Gemeinschaft haben kannst,
hier am Ort (ca. 150 Einwohner) wohl kaum, also müßte ich mich wohl in
beiden Fällen in der Umgebung orientieren.

Worauf ich hinauswill ist eher folgendes: Wenn ich hier mitlese kriege
ich ja auch das Eine oder andere mit, u.a. auch die Tatsache, daß sich
die beiden Konfessionen untereinander oft recht heftig "fetzen". Das
muß doch mehr Gründe haben als nur die blanke Streitlust, also müssen
da auch Unterschiede sein.

Meine bisherige Ansicht ist, daß der Katholizismus stärker
ritualisiert ist, und die Heiligenverehrung eine größere Rolle spielt.
Außerdem scheint er straffer/zentralistischer organisiert zu sein.
Ich kann mir nur nicht denken, daß das alles ist...


Your's fraternally
Matthias

Magdalena

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Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
to
Die Sprache des Herzens

--

11...@iname.com Es gibt so viele Leute auf der Welt
und so wenig Menschen.
Alfons Petzold


"Matthias Sommer" <Sunn...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:85kqti$1pem5$1...@fu-berlin.de...

Magdalena

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Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
to
Das Schwul sein ist kein Problem die Ausführung als solche schon.
--

11...@iname.com Es gibt so viele Leute auf der Welt
und so wenig Menschen.
Alfons Petzold


"Matthias Sommer" <Sunn...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag

news:85kqtg$1pem5$1...@fu-berlin.de...

Felix Mater

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Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
to
Matthias Sommer schrieb:

> Gibt's in der Richtung was zum gründlicheren Informieren, ohne selbst
> Gottesdienste beider Konfessionen zu besuchen und dann laienhaft zu
> versuchen, sich eine Meinung zu bilden?

Bist du denn auch sicher, daß dir die Theorie wichtiger ist
als die Praxis?
Ums besuchen möglichst vieler Gottesdienste, Gemeinden und
Klöster kommt ein Forscher nie rum :-)

Felix

Felix Mater

unread,
Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
to
Matthias Sommer schrieb:

> >Wenn Du Deinen Platz in der ökumenischen Geopraphie finden willst, dann
> >lies doch mal
> Danke für die Info, werd mich mal dahingehend bemühen - genau sowas in
> der Richtung suchte ich.

Also das war jetzt nicht besonders fair von Gebhard.

Matthias Claudius findest du im Ev. Kirchengesangbuch.
Jochen Klepper auch. Sein Roman 'Der Vater' gibt
für deine Thematik nichts her.
Einfach so Bonhoeffer zu lesen bringt auch nichts.

Franz von Assissi kannst du überhaupt nicht lesen
weil er nichts geschrieben hat. Außer den Worten:
'Ich grüße Bruder Leo' oder so ähnlich und dem
Sonnengesang. Der gibt für deine Thematik nichts her.
Von Thomas Merton hab ich noch nie was gehört.
John Henry Newman hat Regalmeter verfaßt. Da säufst
du ab. Interessant ist er aber, da von der anglikanischen
high church aus katholisch geworden.

Eine gezieltere Empfehlung von Gebhard sollte drin sein.
Setz ihm doch nochmal die Pistole auf die Brust.
Ich selber hab leider nichts vorzuschlagen.

Felix


Reinhard Gonaus

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Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
to
On Thu, 13 Jan 2000 11:54:40 +0100, Matthias Sommer <Sunn...@gmx.de>
wrote:

>
>Meine bisherige Ansicht ist, daß der Katholizismus stärker
>ritualisiert ist, und die Heiligenverehrung eine größere Rolle spielt.
>Außerdem scheint er straffer/zentralistischer organisiert zu sein.
>Ich kann mir nur nicht denken, daß das alles ist...
>

Also, ich bin ja ziemlich intensiv katholisch, und jetzt hab ich
angesichts deiner These ein Weilchen nachgedacht.

Doch, ja.
Ich glaub, das ist so ziemlich alles.
Vielleicht, wenn ich das mal so sagen darf, sind wir ein bisschen
"körperlicher" im Ausdrücken unseres Glaubens. Deshalb haben wir
sieben Sakramente statt zwei, darum gehen wir gelegentlich auf
Wallfahrt (obwohl's dafür keine Verpflichtung gibt), deswegen
verbrennen wir Weihrauch und verspritzen Weihwasser, und bewegen uns
relativ viel beim Gottesdienst, machen Prozessionen, ...

Reinhard Gonaus

unread,
Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
to
On Thu, 13 Jan 2000 16:26:23 +0100, Matthias Sommer <Sunn...@gmx.de>
wrote:

>On Wed, 12 Jan 2000 16:24:49 +0100, Reinhard Gonaus <er...@aon.at>
>wrote:
>


>>Erstens teile ich die Meinung, dass man mit der Bibel nie falsch
>>liegen kann, so nicht, denn man kann ja nur liegen, wenn man sich
>>irgendwie bettet
>unabhängig davon, welche Bibel-Übersetzung man benutzt?
>

Weiß ich nicht.
Wahrscheinlich legen bestimmte Formulierungen auch bestimmte
Missverständnisse nahe. Ich bin katholisch und verwende deshalb
normalerweise die Einheitsübersetzung. Eine revidierte Lutherbibel und
die "Gute Nachricht" hab ich auch. Ich zieh aber die
Einheitsübersetzung vor, weil sie für mich durch den liturgischen
Gebrauch ein zusätzliches Gewicht bekommt.

Reinhard Gonaus

unread,
Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
to
On Thu, 13 Jan 2000 16:26:24 +0100, Matthias Sommer <Sunn...@gmx.de>
wrote:

>


>>Dann würde er allerdings Zeugnis geben vom Wirken Gottes
>>und nicht wortwörtlich von ihm diktiert sein.
>Warum denn dieses? (wenn eine dumme Frage erlaubt ist)
>Wenn's um Widersprüche geht, die gibt's innerhalb der Bibel (nach
>menschlichem Verständnis) wohl auch.
>

Um die Widersprüche geht's mir da nicht.
Ich stell mir vor, und bin da im Einklang mit den meisten Christen,
dass menschliche Autoren ganz gewöhnlich Stoff gesammelt, Quellen
studiert, Auszüge und Bearbeitungen angefertigt und auch sich Neues
ausgedacht haben, um wiederzugeben bzw. weiter zu erzählen, wie sie
Gott und von Gott erfahren haben. Etliche dieser Texte wurden später
-erheblich später- von anderen Gotterfahrenen als authentisch erkannt
und zusammengestellt (kanonisiert). Das Ergebnis ist die heutige
Bibel.
Wenn es mir erlaubt wäre, vom Koran eine ebensolche Vorstellung zu
haben, auch wenn der dann nur einen Autor hätte, könnte ich ihn glatt
so wie die Bibel für "Gottes Wort" halten.

Aber die Moslems erlauben mir das nicht.
Sie bestehen darauf, dass er wörtlich von Gott eingegeben sei.
Da hat er zwar auch nur einen Autor, aber einen anderen, als ich
meine.
Ich darf ihn zwar auf Deutsch lesen und mich dran erbauen, aber wenn
ich ihn glaubend annehmen und interpretieren wollte, müsste ich
arabisch lernen, denn Gott spricht nicht deutsch.

Das war jetzt ein bissel polemisch formuliert, aber ich denke, es
macht die Barriere deutlich, die da besteht.

Die "heiligen Bücher" stehen halt im Kontext mit den
Glaubensgemeinschaften, die sie gebrauchen, und davon kann ich nicht
absehen.

Reinhard Gonaus

unread,
Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
to
On Thu, 13 Jan 2000 12:03:10 +0100, Matthias Sommer <Sunn...@gmx.de>
wrote:

>


>Gibt's in der Richtung was zum gründlicheren Informieren, ohne selbst
>Gottesdienste beider Konfessionen zu besuchen und dann laienhaft zu
>versuchen, sich eine Meinung zu bilden?
>

Wenn dir Lesen fürs Erste reicht:

Den Katechismus wag ich dir nicht zu empfehlen. Der erhebt zwar den
Anspruch, den Glauben der Katholiken kurz gefasst und übersichtlich
darzustellen, aber viele von uns meinen, das sei nicht recht gelungen.

Dafür empfehl ich dir, wenn's den überhaupt noch gibt, den
"Holländischen Katechismus". Der wurde 1966 von der holländischen
Bischofskonferenz herausgegeben und ist auf Deutsch unter dem Titel
"Glaubensverkündigung für Erwachsene" im Verlag Herder erschienen.

Aus meiner Bezugsangabe kannst du erkennen dass ich parteiisch bin.
Den aktuellen Katechismus hab ich angelesen und daraufhin nicht
gekauft. Der holländische steht schon 30 Jahre in meinem Bücherschrank
und ist recht zerlesen.
Übersichtlich find ich ihn schon, aber kurz gefasst ist der nicht.
Das ist schon ein -wenn auch lesenswerter- Wälzer.

Felix Mater

unread,
Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
to
Reinhard Gonaus schrieb:

> >Meine bisherige Ansicht ist, daß der Katholizismus stärker
> >ritualisiert ist, und die Heiligenverehrung eine größere Rolle spielt.
> >Außerdem scheint er straffer/zentralistischer organisiert zu sein.
> >Ich kann mir nur nicht denken, daß das alles ist...

> Also, ich bin ja ziemlich intensiv katholisch, und jetzt hab ich
> angesichts deiner These ein Weilchen nachgedacht.

> Doch, ja.
> Ich glaub, das ist so ziemlich alles.

Na, dann will ich mal ganz dezent drauf hinweisen daß eine
Katholikin so ziemlich alles machen kann, von einer
Existenz als Recluse über die Kartause über eine Immer-nur-feiern-
und-tanzen Gemeinschaft wie die Seligpreisungen über einen strengen
Bußorden über ein Säkularinstitut über den Ehestand bis zu einer
berufliche Karriere.
Diese Weite an Entfaltungsmöglichkeiten ist der ev. Kirche jetzt
zumindest mal nicht wesensmäßig eigen.
Und die Freiheit eines Christenmenschen relativiert sich auch wenn
man nicht nur den Titel sondern auch noch den ersten Satz des
gleichnamigen Aufsatzes von Luther liest.

Felix


Ing. Franz Glaser

unread,
Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
to
Andreas Seel wrote:
>
> Ing. Franz Glaser <meg-g...@eunet.at> schrieb
>
> > Nun ist es so, daß das Religiöse sich nur schwer mit Worten
> > festnageln läßt, auch wenn manche meinen, das zu können. Da gibt
> > es dann asymptotische Annäherungen, die wohlformuliert, in sich
> > schlüssig und allgemein akzeptabel erscheinen. Manche dieser
> > Texte borgen sich die Autorität halt von einer höheren Macht.
> >
> > Und dann werden die Offenbarungen eben für die Nachwelt und wegen
> > der Dokumentenechtheit niedergeschrieben. Und dann werden sie
> > zur Referenz, zum Prüfstein fürs Dazugehören.
> >
> Hast Du Dir diese Meinung aufgrund gründlichen Studiums und Analyse der
> Bibel gebildet,
> oder irgendwo gelesen, aufgeschnappt und ungeprüft weitergegeben???
> Bildete sich die Religöse Gemeinschaft "Christen" Ihre Bibel selbst als Art
> "christliches Manifest" oder bildet sich nicht vielmehr die christliche
> Gemeinschaft aufgrund der Aussagen der Bibel?

Um Gottes willen, das war sarkastisch gemeint...

Im Ernst: Für mich ist die Bibel ein Teil der Informationen über Gott.
Aber es gibt auch andere Informationen, und alle haben einen sehr
unterschiedlichen trust level (mir fällt gerade kein deutsches Wort
ein).

Allerdings sehe ich mich niemals dazu gezwungen, den Wahrheitsgehalt
der Bibel zu verteidigen. Nicht, daß ich ihr nicht traue, im Gegenteil,
aber ich habe einfach nicht genug Fachwissen dazu. Das Problem haben
andere auch, aber sie tun so als ob. Und damit tun sie der Bibel einen
Bärendienst, meine ich, das kann soweit gehen, daß sie sich lächerlich
machen, und die Bibel mit.

Das hat natürlich mit meinem Posting von oben überhaupt nix zu tun,
sondern es ist nur die Antwort auf Ihre Frage. Und, falls Sie es nicht
wissen, ich bin r. katholisch, demnach nicht sooo bibelfixiert. Ein
Magnificat anima mea aus einem Chorgestühl schubst mich Gott viel
näher als jedes noch so wohlgedeutete Bibelzitat :-)

Mit freundlichen Grüßen
--
Franz Glaser, Glasau 3, A-4191 Vorderweissenbach Austria +43-7219-7035-0
Muehlviertler Elektronik Glaser. Industrial control and instrumentation
http://members.eunet.at/meg-glaser/ mailto:meg-g...@eunet.at
http://www.geocities.com/~franzglaser/ http://members.xoom.com/f_glaser/

Andreas Seel

unread,
Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
to

Matthias Sommer <Sunn...@gmx.de> schrieb

> Gibt's in der Richtung was zum gründlicheren Informieren, ohne selbst
> Gottesdienste beider Konfessionen zu besuchen und dann laienhaft zu
> versuchen, sich eine Meinung zu bilden?

Ja gibt es. Ich kann Dir sehr das Buch "Sind sie auch katholisch" von H.W.
Deppe empfehlen. Erschienen im CLV Verlag; kostet 3,80 DM.
Das Buch ist gut zu lesen, nicht allzu dick und gibt sehr fundiert Auskunft
über die Lehren der katholischen Kirche.
Der Autor zitiert viele katholische Quellen und vergleicht diese auf
sachliche und nüchterne Art mit den Aussagen der Bibel.


Viel Spaß beim Lesen
Andreas

Matthias Sommer

unread,
Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
to
On Thu, 13 Jan 2000 18:06:59 +0100, Reinhard Gonaus <er...@aon.at>
wrote:

>>unabhängig davon, welche Bibel-Übersetzung man benutzt?
>Weiß ich nicht.
Al sich obige Frage schrieb hatte ich vor allem die NWÜ im Hinterkopf,
die ja teilweise recht heftig angegriffen wird.

>Wahrscheinlich legen bestimmte Formulierungen auch bestimmte
>Missverständnisse nahe.

Diese Probleme bestehen bei Übersetzungen wohl mehr oder weniger
immer. Daraus ergibt sich die (sicher nicht neue) Frage, wie *genau*
ist Gottes Wort in der Übersetzung noch?


Your's fraternally
Matthias

Matthias Sommer

unread,
Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
to
On Thu, 13 Jan 2000 18:01:56 +0100, Reinhard Gonaus <er...@aon.at>
wrote:

>Wenn es mir erlaubt wäre, vom Koran eine ebensolche Vorstellung zu


>haben, auch wenn der dann nur einen Autor hätte, könnte ich ihn glatt
>so wie die Bibel für "Gottes Wort" halten.

warum soll Gott nur *eine* Methode kennen/benutzen um sein Wort zu
verbreiten?

>Ich darf ihn zwar auf Deutsch lesen und mich dran erbauen, aber wenn
>ich ihn glaubend annehmen und interpretieren wollte, müsste ich
>arabisch lernen, denn Gott spricht nicht deutsch.

Das ist IMO eine menschliche Einschränkung.
Wie ist das eigentlich im Judentum? (heute und zu AT-Zeiten)

>Die "heiligen Bücher" stehen halt im Kontext mit den
>Glaubensgemeinschaften, die sie gebrauchen,

das ohnehin, wenn ein Buch für Menschen geschrieben wurde/wird, *muß*
es ja im Kontext zu diesen Menschen stehen.


Your's fraternally
Matthias

Matthias Sommer

unread,
Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
to
On Thu, 13 Jan 2000 17:44:15 +0100, Reinhard Gonaus <er...@aon.at>
wrote:

>Ich glaub, das ist so ziemlich alles.
klingt ja recht einfach... nur warum dann die heftigen Streitereien
zwischen den Konfessionen?

>Vielleicht, wenn ich das mal so sagen darf, sind wir ein bisschen
>"körperlicher" im Ausdrücken unseres Glaubens.

gar nicht schlecht die Formulierung...


Your's fraternally
Matthias

Matthias Sommer

unread,
Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
to
On Thu, 13 Jan 2000 17:20:27 +0100, Felix Mater
<Felix...@pinguin.lake.de> wrote:

>Also das war jetzt nicht besonders fair von Gebhard.

zumindest hab ich erstmal eine Groborientierung

>Eine gezieltere Empfehlung von Gebhard sollte drin sein.

mal schauen...

>Setz ihm doch nochmal die Pistole auf die Brust.

lieber nicht, ich bin trainierter Schütze <bg>


Your's fraternally
Matthias

Matthias Sommer

unread,
Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
to
On Thu, 13 Jan 2000 16:59:07 +0100, "Magdalena" <11...@iname.com>
wrote:

>Die Sprache des Herzens
sicher, nur muß die in irgendeine (Schrift-)sprache gebracht werden,
wenn sie aufgezeichnet wird.


Your's fraternally
Matthias

Matthias Sommer

unread,
Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
to
On Thu, 13 Jan 2000 17:19:31 +0100, Felix Mater
<Felix...@pinguin.lake.de> wrote:

>Bist du denn auch sicher, daß dir die Theorie wichtiger ist
>als die Praxis?

Schwer zu sagen, aber irgendwo muß ich ja anfangen, und wenn ich das
zuhause, lesenderweise tun kann ist das doch sicher erstmal einfacher.
Ob's besser ist weiß man erst hinterher.

>Ums besuchen möglichst vieler Gottesdienste, Gemeinden und
>Klöster kommt ein Forscher nie rum :-)

sicher, aber man möchte doch nicht allzu unqualifiziert auftreten...


Your's fraternally
Matthias

dr.sabine baer

unread,
Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
to
On Thu, 13 Jan 2000 12:08:22 +0100, Matthias Sommer <Sunn...@gmx.de> wrote:
>On 11 Jan 2000 21:16:21 GMT, "Andreas Seel" <Andrea...@gmx.de>
>wrote:
>
>>Was ist für Dich der Sinn einer Kirche?
>Genau das versuche ich grade herauszufinden.

Warum ausgerechnet Kirche? Warum nicht Synagoge, Moschee, Wicca-Coven,
Asatru-Hof, Buddhistisches Zentrum, Schwitzhuette, Unitarier-Heim
etc.?

>>Oder willst Du mehr über Gott und Wahrheit erfahren?
>das ohnehin

Wie waer's mit einem Waldspaziergang?

[...]

Sabine

Matthias Sommer

unread,
Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
to
On 13 Jan 2000 17:55:43 GMT, "Andreas Seel" <Andrea...@gmx.de>
wrote:

>das Buch "Sind sie auch katholisch" von H.W.Deppe
klingt interessant

>Erschienen im CLV Verlag
Hast Du evtl. noch 'ne ISBN parat, das würde die Sache etwas
vereinfachen? Wenn nicht, auch nicht schlimm, sollte auch so zu finden
sein.

>kostet 3,80 DM.
ist ja fast geschenkt, bei den heutigen Buchpreisen...

>Das Buch ist gut zu lesen,

nun ja, ich hab festgestellt, daß sowas Ansichtssache ist...

>nicht allzu dick
dick wäre kein Hindernis, ich hab keine Angst vor dicken Büchern

>und gibt sehr fundiert Auskunft

*das* ist schonmal gut

>Der Autor zitiert viele katholische Quellen und vergleicht diese auf
>sachliche und nüchterne Art mit den Aussagen der Bibel.

Also auf jeden Fall eine Position für meine "to read" Liste


Your's fraternally
Matthias

Matthias Sommer

unread,
Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
to
On Thu, 13 Jan 2000 18:24:11 +0100, Reinhard Gonaus <er...@aon.at>
wrote:

>Wenn dir Lesen fürs Erste reicht:
für's Erste schon, ich bin ohnehin ein leseorientierter Mensch

>Den Katechismus wag ich dir nicht zu empfehlen.

hihi, genau den downloade ich grad im Hintergrund ;)
Mal reinschauen dürfte zumindestens interessant sein.
Details kann ich ja dann durch Diskussion/Fragen hier relativieren.

>"Holländischen Katechismus".
werd mich mal umtun

>Aus meiner Bezugsangabe kannst du erkennen dass ich parteiisch bin.

wer ist das nicht?

>Den aktuellen Katechismus hab ich angelesen und daraufhin nicht
>gekauft. Der holländische steht schon 30 Jahre in meinem Bücherschrank
>und ist recht zerlesen.

mal schauen...


Your's fraternally
Matthias

Eva-Maria Englert

unread,
Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
to
In <85kqtk$1pem5$1...@fu-berlin.de>, schrieb Sunn...@gmx.de
> On Tue, 11 Jan 2000 23:48:49 +0100, Eva-Maria Englert
Hei, Hias,

> >Liege ich richtig, wenn ich den ernst nehme, Andreas?
> Ein gläubiger Christ hält die Bibel für gültig, und diese bestätigt
> ihn in seinem Glauben, ein gläubiger Moslem hält den Koran für gültig,
> und dieser bestätigt ihn in *seinem* Glauben.

Das ist mir schon klar, aber nochmals, Andreas bringt den Begriff der
Wahrheit ins Spiel, und den hätte ich in diesem Zusammenhang gerne von
ihm klargezogen.

Eva-Maria

Eva-Maria Englert

unread,
Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
to
In <01bf5d55$8e42a980$LocalHost@andreas>, schrieb Andrea...@gmx.de

Hallo Andreas,

> Hast Du Dir diese Meinung aufgrund gründlichen Studiums und Analyse der
> Bibel gebildet,
> oder irgendwo gelesen, aufgeschnappt und ungeprüft weitergegeben???
> Bildete sich die Religöse Gemeinschaft "Christen" Ihre Bibel selbst als Art
> "christliches Manifest"

ja

> oder bildet sich nicht vielmehr die christliche
> Gemeinschaft aufgrund der Aussagen der Bibel?

nein

Und was sagte Stephanus, als ihn Saulus anblaffte, er wäre ein
Biblizist:

"Isch 'abe garkeine Bibäl"

Eva-Maria

Matthias Sommer

unread,
Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
to
On Thu, 13 Jan 2000 19:59:39 +0100, bae...@t-online.de (dr.sabine
baer) wrote:

>Warum ausgerechnet Kirche?
Wer sagt denn, daß ich mich *nur* für den christlichen Glauben
interessiere?

>Synagoge,
Da fehlt mir irgendwie der Zugang (nicht zur Synagoge, sondern zum
Glauben). Vielleicht ändert sich das ja noch.

>Moschee,
Steht auf meiner "Neugier-Liste" ziemlich weit oben, aber das muß
erstmal warten, mehreres gleichzeitig führt nur zu unnötiger
Verwirrung.

>Wicca-Coven, Asatru-Hof,
nicht so mein Fall, aber frag jetzt nicht nach exakten Argumenten,
kine Ahnung wie ich das formulieren soll

>Buddhistisches Zentrum,
ansatzweise schon mal reingeschnuppert und auf später verschoben

>Schwitzhuette, Unitarier-Heim
sagt mir jetzt so spontan nicht viel

Mit dem christlichen Glauben anzufangen ist in einer im wesentlichen
christlich geprägten Gesellschaft nunmal naheliegend.

Der nächste Punkt ist, daß ich beim Lesen in der Bibel irgendwie
fühle, daß ich mich dort wohlfühlen könnte, auch wenn ich nicht genau
erklären kann wieso und warum...

>Wie waer's mit einem Waldspaziergang?

Das war bis zu meinem Umzug eine meiner Lieblingsbeschäftigung, ich
brauchte nur über die Straße, schon war ich im Wald, und ich kannte
/kenne dort ein paar *wunderschöne* Ecken.

Hier in der Gegend gibt's nichts was ich Wald nennen würde - leider.
Aber wenn sich eine Gelegenheit ergibt, die "alte Heimat" zu besuchen,
dann nutze ich die.


Your's fraternally
Matthias

Matthias Sommer

unread,
Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
to
On Thu, 13 Jan 2000 21:50:29 +0100, Eva-Maria Englert
<eva-...@ueberseiten.de> wrote:

>Das ist mir schon klar, aber nochmals, Andreas bringt den Begriff der
>Wahrheit ins Spiel, und den hätte ich in diesem Zusammenhang gerne von
>ihm klargezogen.

Jetzt stellt sich mir die Frage ob es für den Menschen eine (ihm
verständliche) absolute Wahrheit gibt, oder nur die menschlich
relative Wahrheit des Einzelnen.


Your's fraternally
Matthias

Reinhard Gonaus

unread,
Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
to
On Thu, 13 Jan 2000 19:36:38 +0100, Matthias Sommer <Sunn...@gmx.de>
wrote:

>On Thu, 13 Jan 2000 17:44:15 +0100, Reinhard Gonaus <er...@aon.at>
>wrote:
>


>>Ich glaub, das ist so ziemlich alles.
>klingt ja recht einfach... nur warum dann die heftigen Streitereien
>zwischen den Konfessionen?
>

Geschwisterstreit.
Sowas kann tief und verletzend sein, und ein Außenstehender kann's
nicht begreifen.
Die Geschwister, wenn Versöhnung gelingt, auch nicht.

>>Vielleicht, wenn ich das mal so sagen darf, sind wir ein bisschen
>>"körperlicher" im Ausdrücken unseres Glaubens.
>gar nicht schlecht die Formulierung...
>

Ja, find ich auch. ;-)

Reinhard Gonaus

unread,
Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
to
On Thu, 13 Jan 2000 19:36:39 +0100, Matthias Sommer <Sunn...@gmx.de>
wrote:

>On Thu, 13 Jan 2000 18:01:56 +0100, Reinhard Gonaus <er...@aon.at>
>wrote:
>


>>Wenn es mir erlaubt wäre, vom Koran eine ebensolche Vorstellung zu
>>haben, auch wenn der dann nur einen Autor hätte, könnte ich ihn glatt
>>so wie die Bibel für "Gottes Wort" halten.
>warum soll Gott nur *eine* Methode kennen/benutzen um sein Wort zu
>verbreiten?
>

Oh, ich glaub schon, dass ich im Koran Gottes Stimme vernehmen kann.
Nur mit einem Moslem kann ich mich nicht darüber verständigen, weil
der überzeugt ist, dass es so, wie ich's meine, Gottes Stimme nicht
sein kann.


>Wie ist das eigentlich im Judentum? (heute und zu AT-Zeiten)
>

Bin ich im Detail überfragt. Jedenfalls lag der Umfang des Kanons
lange Zeit nicht fest, und im NT kommen gelegentlich auch Zitate aus
"der Schrift" vor, die im ganzen AT nicht zu finden sind, was daran
liegen kann, dass aus einem Text zitiert wurde, den man dann doch
eliminiert hat.

>>Die "heiligen Bücher" stehen halt im Kontext mit den
>>Glaubensgemeinschaften, die sie gebrauchen,
>das ohnehin, wenn ein Buch für Menschen geschrieben wurde/wird, *muß*
>es ja im Kontext zu diesen Menschen stehen.
>

Schon klar.
Ich muss den Kontext aber auch ernst nehmen und kann nicht einfach
hergehen und beispielsweise meine Auffassung von "Wort Gottes" und
"Inspiration" auf den Koran übertragen, wenn die Moslems da was
dagegen haben.

Reinhard Gonaus

unread,
Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
to
On Thu, 13 Jan 2000 19:36:39 +0100, Matthias Sommer <Sunn...@gmx.de>
wrote:

>


>>Wahrscheinlich legen bestimmte Formulierungen auch bestimmte
>>Missverständnisse nahe.
>Diese Probleme bestehen bei Übersetzungen wohl mehr oder weniger
>immer. Daraus ergibt sich die (sicher nicht neue) Frage, wie *genau*
>ist Gottes Wort in der Übersetzung noch?
>

Da spielt eben wieder eine Rolle, was denn nun "Wort Gottes" sei.
Gehe ich davon aus, dass "Wort Gottes" die lebensspendende und
-erhaltende Zuwendung Gottes zu seiner Schöpfung sei, und "die
Schrift" davon ein Zeugnis, dann ist "so genau wie möglich" genau
genug.

Bruno Melchert

unread,
Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
to
Zum Thema "Re: eine Frage" stolperte ich doch über diese
beachtenswerten Silben von aon.91...@aon.at:

Gi81QKF>Da sie beide nicht sich selbst gehören, sondern dem
Gi81QKF>Herrn,

Welchem Herrn? Bislang sind es noch immer eine Gruppe von Führungskräften,
die den Religionen vorstehen. Weder die britische Königin, noch der Papst
bestimmt alleine. Ansonsten ist kein Herr erkennbar, der regulierend
eingreifen würde.


Der Vernunft eine Chance!


es gruesst
Bruno


## CrossPoint v3.11 R ##

Bruno Melchert

unread,
Jan 13, 2000, 3:00:00 AM1/13/00
to
Zum Thema "Re: eine Frage" stolperte ich doch über diese
beachtenswerten Silben von 11...@iname.com:

1>Gott hat uns den eigenen Willen gegeben, um selber
1>entscheiden zu Können, ob wir Ihm folgen oder nicht.

Gut, dann soll Gott auch unsere Entscheidung respektieren und nicht mit
Höllenqualen drohen!

Eva-Maria Englert

unread,
Jan 14, 2000, 3:00:00 AM1/14/00
to
In <85lffs$1r289$3...@fu-berlin.de>, schrieb Sunn...@gmx.de

Ob es das gibt, absolute oder relative Wahrheit, Matthias, das weiß ich
nicht. Ich weiß nur eines, in meiner Kirche werde ich einzig und alleine
auf mein eigenes, ehrliches Suchen, wir nennen es auch Gewissen,
festgelegt.

Wohin mich das führt, das darf mir keiner vorschreiben, noch nicht
einmal Gott. Das, nur das, ist freier Wille.

Wenn Du das dann Wahrheit nennst, dann habe ich nichts dagegen. Aber
diese Wahrheit ist nicht absolut...

...und nicht von der Stange

Eva-Maria

Eva-Maria Englert

unread,
Jan 14, 2000, 3:00:00 AM1/14/00
to
In <85kqtp$1pem5$1...@fu-berlin.de>, schrieb Sunn...@gmx.de

Hallo Matthias,

> Worauf ich hinauswill ist eher folgendes: Wenn ich hier mitlese kriege
> ich ja auch das Eine oder andere mit, u.a. auch die Tatsache, daß sich
> die beiden Konfessionen untereinander oft recht heftig "fetzen". Das
> muß doch mehr Gründe haben als nur die blanke Streitlust, also müssen
> da auch Unterschiede sein.

Also, dieses Fetzen findest Du schon in der Bibel, das ist eine uralte
Tradition. Blanke Streitlust ist das nicht, jeder grenzt sich vom
anderen ab, um sich selbst zu spüren. Dabei spürt er aber auch den
anderen, und das ist das, was dann der Sache den Antrieb gibt.

(Wobei ich persönlich die blanke Streitsucht im
Gegenüber dem blanken Bekehrertum vorzöge. Das
ist lediglich eine persönliche Preferenz, wobei
ein Streit unter Gleichen nicht entzweit,
sondern verbindet.)

> Meine bisherige Ansicht ist, daß der Katholizismus stärker
> ritualisiert ist, und die Heiligenverehrung eine größere Rolle spielt.
> Außerdem scheint er straffer/zentralistischer organisiert zu sein.
> Ich kann mir nur nicht denken, daß das alles ist...

Das Problem ist, "katholisch sein" kannst Du nicht rational fassen.
Falls Du es nicht gewohnt bist, falls Du eher "kopfgesteuert" bist als
"gefühlsgesteuert", würde ich Dir eher zu den Protestanten raten.

Das eine schießt das andere nicht aus, aber irgendwer hat es hier schon
mal erwähnt, es sind lediglich zwei verschiedene Startpunkte.

Eva-Maria
(immer noch katholisch,
weil sie mir bei jedem Fluchtversuch nachrufen:
"Geh' fort, wenn Du kannst")

Lueder Kracke

unread,
Jan 14, 2000, 3:00:00 AM1/14/00
to

Felix Mater schrieb in Nachricht
<387DFB4B...@pinguin.lake.de>...
>Franz von Assissi kannst du überhaupt nicht lesen
>weil er nichts geschrieben hat. Außer den Worten:
>'Ich grüße Bruder Leo' oder so ähnlich und dem
>Sonnengesang. Der gibt für deine Thematik nichts her.


Waaaas?

Lieber Felix,
bitte gehe sofort in den nächsten Buchladen und kaufe dir:

Die Schriften des heiligen Franziskus. Einführung, Übersetzung,
Erläuterungen Lothar Hardick OFM und Engelbert Grau OFM.
Franziskanische Quellenschriften 1. 6. Aufl. Werl,
Dietrich-Coelde-Verlag, 1980 (evtl. spätere Aufl. vorh.), ISBN 3
87163 128 X.

Pax et Bonum
Lüder

Eva-Maria Englert

unread,
Jan 14, 2000, 3:00:00 AM1/14/00
to
In <fs1s7sgn5mrems2tg...@4ax.com>, schrieb er...@aon.at
> On Thu, 13 Jan 2000 12:03:10 +0100, Matthias Sommer <Sunn...@gmx.de>
> wrote:

Hallo Reinhard,

> Den Katechismus wag ich dir nicht zu empfehlen. Der erhebt zwar den
> Anspruch, den Glauben der Katholiken kurz gefasst und übersichtlich
> darzustellen, aber viele von uns meinen, das sei nicht recht gelungen.

Den meinen habe ich auf explizites Anraten meiner theologische Schwester

WEGGESCHMISSEN

(inclusive Arbeitsbuch in hellblau)

> Dafür empfehl ich dir, wenn's den überhaupt noch gibt, den
> "Holländischen Katechismus". Der wurde 1966 von der holländischen
> Bischofskonferenz herausgegeben und ist auf Deutsch unter dem Titel
> "Glaubensverkündigung für Erwachsene" im Verlag Herder erschienen.

wurde mir schon von meinem Vater empfohlen, steht nach wie vor im
Bücherschrank (gelesen)

> Aus meiner Bezugsangabe kannst du erkennen dass ich parteiisch bin.

:-)

> Den aktuellen Katechismus hab ich angelesen und daraufhin nicht
> gekauft.

Die Warnungen hatte ich überhört,
leider,
siehst Du, Matthias,
so straff sind wir Katholiken organisdingst...

> Der holländische steht schon 30 Jahre in meinem Bücherschrank
> und ist recht zerlesen.

Von mir und meinen Vorfahren...

Eva-Maria

Felix Mater

unread,
Jan 14, 2000, 3:00:00 AM1/14/00
to
Eva-Maria Englert schrieb:


> Eva-Maria
> (immer noch katholisch,
> weil sie mir bei jedem Fluchtversuch nachrufen:
> "Geh' fort, wenn Du kannst")

Na ja, bevor du dann als Ausgetretene plötzlich
jede Woche einmal zur Beichte gehst ist es vielleicht
doch besser du bleibst drin und verarbeitest das
'Katholisch-Sein-Trauma' so wie bisher.
Gott muß das schrecklich sein.

Felix


Eva-Maria Englert

unread,
Jan 14, 2000, 3:00:00 AM1/14/00
to
In <387E714D...@pinguin.lake.de>, schrieb
Felix...@pinguin.lake.de

[x] Du hast's nicht gerafft

"Geh' fort, wenn Du kannst", sagte Scholastika zu ihrem Bruder Benedikt.

Einmal im Jahr trafen sie sich, und Scholastika ahnte, daß es diesmal
das letztemal sein würde, daß sie sich im irdischen Leben träfen.
Benedikt, seiner selbstverfassten Regula gehorchen wollend, wollte
gehen, um nicht die Nacht außerhalb seines Kloster verbringen zu müssen.
Scholastika bat ihn zu bleiben, aber männliche Pflicht ist männliche
Pflicht. Benedikt war unerbittlich. Da legte Scholastika den Kopf in
ihre Arme und flehte zum Herrn.
Blitz - Donner - Hagel - Regen - Stromausfall, das ganze Repertoire
apokalytischer Dinges fiel ein.

"Geh' fort, wenn Du kannst", sagte Scholastika lächelnd. Benedikt blieb
über Nacht. (Weil er kein Auto mit 4WD hatte).

Eva-Maria

Manfred Aubert

unread,
Jan 14, 2000, 3:00:00 AM1/14/00
to
Hallo, Magdalena,

Du sagst:

> Das Schwul sein ist kein Problem die Ausführung als solche schon.

Wer sagt das?

Wer sind wir Menschen, daß wir unterscheiden können, was vor Gott bestand
hat und was nicht?

Zuerst einmal sind Homosexuelle (Männlein wie Weiblein) Teil derselben
Schöpfung wie Du und ich.

Wollen wir ernsthaft glauben, daß Gott daran interessiert ist, was für
uns normal ist und was nicht?

Viel wahrscheinlicher ist mir, daß er uns - also jeden einzelnen von uns
- fragen wird: "Und wie hast DU DEINE Liebe gelebt?"

Gruß, Manfred

----------------------------------
Internet: http://www.aubert.de
E-Mail: man...@aubert.de

Matthias Sommer

unread,
Jan 14, 2000, 3:00:00 AM1/14/00
to
On Thu, 13 Jan 2000 22:35:18 +0100, Reinhard Gonaus <er...@aon.at>
wrote:

>Oh, ich glaub schon, dass ich im Koran Gottes Stimme vernehmen kann.


>Nur mit einem Moslem kann ich mich nicht darüber verständigen, weil
>der überzeugt ist, dass es so, wie ich's meine, Gottes Stimme nicht
>sein kann.

Da kann ich nicht so gut mitreden, ich keine leider nicht einen
Moslem.

>>Wie ist das eigentlich im Judentum? (heute und zu AT-Zeiten)
>Bin ich im Detail überfragt.

Gibt's da eigentlich eine Newsgroup? Auf meinem Server liegt da nur
was in der aus. Hierarchie...

>Jedenfalls lag der Umfang des Kanons
>lange Zeit nicht fest, und im NT kommen gelegentlich auch Zitate aus
>"der Schrift" vor, die im ganzen AT nicht zu finden sind, was daran
>liegen kann, dass aus einem Text zitiert wurde, den man dann doch
>eliminiert hat.

jemand hier der Ahnung (oder einen geegneten Link) hat?

>>das ohnehin, wenn ein Buch für Menschen geschrieben wurde/wird, *muß*
>>es ja im Kontext zu diesen Menschen stehen.
>Schon klar.
>Ich muss den Kontext aber auch ernst nehmen und kann nicht einfach
>hergehen und beispielsweise meine Auffassung von "Wort Gottes" und
>"Inspiration" auf den Koran übertragen, wenn die Moslems da was
>dagegen haben.

Das hieße ja, den Kontext eines Buches auf ein anderes übertragen. Der
Koran hat eben seinen eigenen Kontext.


Your's fraternally
Matthias

Matthias Sommer

unread,
Jan 14, 2000, 3:00:00 AM1/14/00
to
On Fri, 14 Jan 2000 01:39:28 +0100, Eva-Maria Englert
<eva-...@ueberseiten.de> wrote:

>siehst Du, Matthias,
>so straff sind wir Katholiken organisdingst...

Aber immerhin *gibt* es eine auf den ersten Blick erkennbare
Organisationsstruktur. Ob das nun gut oder schlecht ist, steht auf
einem anderen Blatt...


Your's fraternally
Matthias

Matthias Sommer

unread,
Jan 14, 2000, 3:00:00 AM1/14/00
to
On Thu, 13 Jan 2000 22:24:39 +0100, Reinhard Gonaus <er...@aon.at>
wrote:

>Geschwisterstreit.
sowas kenne ich - habe eine Schwester

>Sowas kann tief und verletzend sein, und ein Außenstehender kann's
>nicht begreifen.

hmmm...

Your's fraternally
Matthias

Matthias Sommer

unread,
Jan 14, 2000, 3:00:00 AM1/14/00
to
On Fri, 14 Jan 2000 00:47:18 +0100, Eva-Maria Englert
<eva-...@ueberseiten.de> wrote:

>Das Problem ist, "katholisch sein" kannst Du nicht rational fassen.
>Falls Du es nicht gewohnt bist, falls Du eher "kopfgesteuert" bist als
>"gefühlsgesteuert", würde ich Dir eher zu den Protestanten raten.

Ich komme immer mehr zu der Auffassung, das Glaube sowohl von der
Ratio als auch vom Gefühl getrennt ist, quasi eine dritte Instanz.


Your's fraternally
Matthias

Reinhard Gonaus

unread,
Jan 14, 2000, 3:00:00 AM1/14/00
to
On Fri, 14 Jan 2000 11:11:47 +0100, Matthias Sommer <Sunn...@gmx.de>
wrote:

>Ich komme immer mehr zu der Auffassung, das Glaube sowohl von der


>Ratio als auch vom Gefühl getrennt ist, quasi eine dritte Instanz.
>

Da ist was dran.
Er ist aber auch mit beiden untrennbar verknüpft.
Da kenn sich einer aus! ;-/
Mystiker reden manchmal von "trunkener Klarheit".

Reinhard Gonaus

unread,
Jan 14, 2000, 3:00:00 AM1/14/00
to
On Fri, 14 Jan 2000 11:11:48 +0100, Matthias Sommer <Sunn...@gmx.de>
wrote:

>On Fri, 14 Jan 2000 01:39:28 +0100, Eva-Maria Englert
><eva-...@ueberseiten.de> wrote:
>
>>siehst Du, Matthias,
>>so straff sind wir Katholiken organisdingst...
>Aber immerhin *gibt* es eine auf den ersten Blick erkennbare
>Organisationsstruktur. Ob das nun gut oder schlecht ist, steht auf
>einem anderen Blatt...
>

Oh.
Erkennbarkeit auf den ersten Blick ist immer gut. ;-)
Als Katholik ist mir die identifizierbare Gestalt und die zentrale
Leitung meiner Kirche schon recht wichtig, auch wenn ich mich an
letzterer manchmal reibe.

Und dann denk ich mir wieder, die Lutheraner können aber auch auf der
ganzen Welt ihresgleichen erkennen und sich dort daheim fühlen, ohne
zentrale Institutionen.

Andreas Seel

unread,
Jan 14, 2000, 3:00:00 AM1/14/00
to
Felix Mater <Felix...@pinguin.lake.de> schrieb

> Bist du denn auch sicher, daß dir die Theorie wichtiger ist
> als die Praxis?

Auf jeden Fall. Denn meine Erfahrung hat mir gezeigt, das trotz gleicher
theologischer Grundlage in den verschiedenen örtlichen Kirchen oft große
Unterschiede in der Praxis da sind; d.h. man kann aus der Praxis nur sehr
bedingt Aussagen über die Grundlagen treffen. Allerdings kann man nur
anhand der theologischen Grundlagen entscheiden, was diejenige Kirche
wirklich glaubt.
Meiner Meinung nach ist es sehr wichtig die Glaubensgrundsätze einer Kirche
zu kennen um sie beurteilen zu können. Wie das dann in der Praxis aussieht
ist dann eine ganz andere Sache.

Gruß
Andreas

Andreas Seel

unread,
Jan 14, 2000, 3:00:00 AM1/14/00
to
Ich denke, die Frage nach einer relativen oder absoluten Warheit ist ein
sehr umstrittener Punkt. Deshalb hoffe ich mich hiermit nicht in Dornen zu
setzten.

1) Angenommen es gäbe keinen Gott oder höheres Wesen, dann wäre die
logische Folge darauf, daß jede Wahrheit relativ ist und es keine
allgemeingültige Wahreheit gibt.
Denn es muß ja immer einen Maßstab geben, um nun beurteilen zu können, was
wahr und was falsch, was gut und was schlecht ist. Ohne einen Gott gibt es
aber auch keinen universellen Maßstab der "über allem schwebt". Das heißt
Wahrheit wäre je nach Situation unterschiedlich, nach Land, Gesellschaft,
Erziehungsart... und letztlich für jeden Menschen etwas anderes.

Krass ausgedrückt: Jeder Mensch kann nur für sich selbst entscheiden was
wahr, was gut oder böse ist.

2)Gibt es aber einen Gott, dann müsste man zwei Fälle unterscheiden:
a) Dieser Gott/ höheres Wesen hat keinen absoluten Wahrheitsanspruch und
überlässt den Menschen die Entscheidung nach wahr oder falsch. (Damit wären
wir wieder beim ersten Fall)
b) Dieser Gott hat einen festgelegten Wertmaßstab, eine feste, absolute
Definition von Wahrheit, von gut und böse.
Damit gibt es dann eine absolut gültige Wahrheit, die für alle Menschen in
jeder Situation gilt.
Wie diese Wahrheit aussieht, das ist eine andere Sache. (Schon zu oft haben
Menschen Schaden dadurch angerichtet, daß sie meinten sie wüssten es am
besten wie diese Wahrheit aussieht)

Krass ausgedrückt: Jeder Mensch sieht sich einer absoluten Wahrheit
gegenüber, die absolut und verbindlich ist.

Ich persönlich bin fest davon überzeugt, daß es einen Gott gibt, und damit
wäre ja dann auch meine Vorstellung von Wahrheit klar.

Gruß
Andreas

Felix Mater

unread,
Jan 14, 2000, 3:00:00 AM1/14/00
to
Andreas Seel schrieb:


> b) Dieser Gott hat einen festgelegten Wertmaßstab, eine feste, absolute
> Definition von Wahrheit, von gut und böse.
> Damit gibt es dann eine absolut gültige Wahrheit, die für alle Menschen in
> jeder Situation gilt.

Das mag als theoretisches Konstrukt richtig sein, hilft
dir aber nicht, weil der Mensch diese absolut gültige Wahrheit
nicht als absolut gültige Wahrheit zu erfassen vermag.
Sonst wäre er wohl Gott.
Wenn aber die absolut gültige Wahrheit in die relative Situation
eines jeden Menschen hineinübersetzt werden muß dann gibt
es so viele relative Wahrheiten wie es Menschen gibt, denn
jeder Mensch ist anders. Natürlich kann man statt Individuen
auch Kulturen betrachten und die Wahrheit inkulturieren.
Durch veränderte Umstände muß die absolute Wahrheit regelmäßig
neu vergegenwärtigt werden, da sie sonst ungültig zu werden
droht, da für eine konkrete Situation nicht mehr passend.

Felix


Frank Bechhaus

unread,
Jan 14, 2000, 3:00:00 AM1/14/00
to
Matthias Sommer <Sunn...@gmx.de> wrote:
...

>>Das Problem ist, "katholisch sein" kannst Du nicht rational fassen.
>>Falls Du es nicht gewohnt bist, falls Du eher "kopfgesteuert" bist als
>>"gefühlsgesteuert", würde ich Dir eher zu den Protestanten raten.

> Ich komme immer mehr zu der Auffassung, das Glaube sowohl von der


> Ratio als auch vom Gefühl getrennt ist, quasi eine dritte Instanz.

Würde ich auch so sehen. Glaube ist weder, ein besonders frommes Gefühl
zu haben, noch Gott vom Verstand her für existent zu halten. Glaube hat
etwas mit Vertrauen zu Gott zu tun und mit seinem Heiligen Geist, den
er Menschen schenkt, die Jesus folgen wollen.

Gruß,
Frank
<><


""""""""""-. homepage: http://www.bechhaus.de/ .-""""""""""
"------------------------------------"


Frank Bechhaus

unread,
Jan 14, 2000, 3:00:00 AM1/14/00
to
Matthias Sommer <Sunn...@gmx.de> wrote:
...
> Und ich hab noch überlegt, ob ich die Frage, wie sich die Freikirchen
> von den anderen angrenzen, mit aufnehme. Mein erster, und bis jetzt
> einziger *unmittelbarer* Kontakt zu einer Kirche war ein
> freikirchlicher Schulkamerad. Diesem verdanke ich wohl auch mein
> Interesse an Religion überhaupt, da ich ansonsten in einem
> religionsfreien Umfeld aufgewachsen bin. (DDR)

Angrenzen klingt doch gleich viel freundlicher als abgrenzen. ;-)
Einige Unterschiede, die ins Auge springen: Bei Freikirchen gibt es
keine Kirchensteuer, sie finanzieren sich durch freiwillige Beiträge
ihrer Mitglieder. Meistens auch keine Säuglingstaufe. Es wird davon
ausgegangen, daß ein Mensch sich dann taufen läßt, wenn er selbst zum
Glauben gekommen ist. Bei manchen Kirchen, wie bei den Baptisten,
ist eine solche Glaubenstaufe eine Voraussetzung dafür, in der Gemeinde
Mitglied zu werden. Bei anderen, wie den Freien evangelischen Gemeinden,
kann jemand auch sagen, daß er seine Säuglingstaufe als gültige Taufe
ansieht. Die dahinterstehenden Überlegungen würden jetzt vielleicht
etwas weit führen. Die Gottesdienste in freikirchlichen Gemeinden
erlebe ich als "lockerer", weniger fest strukturiert, nicht so sehr
von einer festen Liturgie geprägt (obwohl es auch da Elemente gibt, die
"dazugehören" und regelmäßig wiederkehren).

...


> Worauf ich hinauswill ist eher folgendes: Wenn ich hier mitlese kriege
> ich ja auch das Eine oder andere mit, u.a. auch die Tatsache, daß sich
> die beiden Konfessionen untereinander oft recht heftig "fetzen". Das
> muß doch mehr Gründe haben als nur die blanke Streitlust, also müssen
> da auch Unterschiede sein.

Wenn Du meine Diskussionen mit Zeugen Jehovas liest, wirst Du wohl auch
den Eindruck haben, daß es da manchmal schon ziemlich hoch hergeht...

> Meine bisherige Ansicht ist, daß der Katholizismus stärker
> ritualisiert ist, und die Heiligenverehrung eine größere Rolle spielt.
> Außerdem scheint er straffer/zentralistischer organisiert zu sein.
> Ich kann mir nur nicht denken, daß das alles ist...

Deine Beobachtungen geben es aber schon recht gut wieder, finde ich.
Viele Diskussionen drehen sich darum, ob man Heilige verehren soll
und welche Rolle Maria, die Mutter Jesu spielt. Ob sie ein einfacher,
wenn auch von Gott besonders gebrauchter Mensch war, oder ob man sich
an sie im Gebet wenden kann und sie als Mittlerin zu Jesus anrufen soll.
Ob bestimmte Handlungen als "Sakramente" gelten oder nicht. Welche Auto-
rität die kirchliche Hierarchie hat, insbesondere die Position des Papstes
steht da natürlich immer im Mittelpunkt des Interesses. Ob man sich
allein an die Bibel halten soll oder ob es auch kirchliche Traditionen
gibt, die neben der Bibel stehen. Davon geht zum Beispiel die katho-
lische Kirche aus. Als Freikirchler stehe ich mehr auf dem Standpunkt,
daß sich jede kirchliche Lehre an der Bibel messen lassen muß und wenn
sie vor ihr keinen Bestand hat, zu verwerfen ist.

Andreas Seel

unread,
Jan 14, 2000, 3:00:00 AM1/14/00
to
Frank Bechhaus <fr...@bechhaus.de> schrieb

> Würde ich auch so sehen. Glaube ist weder, ein besonders frommes Gefühl
> zu haben, noch Gott vom Verstand her für existent zu halten. Glaube hat
> etwas mit Vertrauen zu Gott zu tun und mit seinem Heiligen Geist, den
> er Menschen schenkt, die Jesus folgen wollen.

Wie kann man jemandem vertrauen, ohne ihn vom Verstand her für existent zu
halten? Ich denke der Verstand spricht auf keinen Fall gegen die Existenz
Gottes.

Gruß
Andreas

Andreas Seel

unread,
Jan 14, 2000, 3:00:00 AM1/14/00
to
Felix Mater <Felix...@pinguin.lake.de> schrieb

> Das mag als theoretisches Konstrukt richtig sein, hilft
> dir aber nicht, weil der Mensch diese absolut gültige Wahrheit
> nicht als absolut gültige Wahrheit zu erfassen vermag.
> Sonst wäre er wohl Gott.

Ich denke doch das hilft. Wenn z.B. Gott in der Bibel sagt, daß Diebstahl
falsch ist, dann vermag ich das schon zu erfassen und mich daran zu
orientieren.

> Wenn aber die absolut gültige Wahrheit in die relative Situation
> eines jeden Menschen hineinübersetzt werden muß dann gibt
> es so viele relative Wahrheiten wie es Menschen gibt, denn
> jeder Mensch ist anders.

Die Hineinübersetzung ins tägliche Leben mag dann zwar unterschiedlich
aussehen, aber das relativiert die Wahrheit nicht.
Ich muß mich dann beispielsweise fragen, wo ich Diebstahl verübe; aber der
Diebstahl als solches bleibt immer falsch.
Machen wir´s ganz einfach. Ich nehme die 10 Gebote und bezeichne diese als
Wahrheit. Wo immer ich dagegen verstoßen sollte, egal in welcher Situation,
handle ich falsch.
Das einzige was sich ändert sind die Gründe, das Umfeld und meine
Motivation für den Verstoß, an dem Wahrheitsanspruch der Gebote ändert sich
dadurch nichts.

Gruß
Andreas

Karsten Bilgenroth

unread,
Jan 14, 2000, 3:00:00 AM1/14/00
to
Hallo Matthias, hallo Frank,

>>>>>>>>>>>>>>>>>> Ursprüngliche Nachricht <<<<<<<<<<<<<<<<<<

Am 14.01.2000, 22:03:44, schrieb Frank Bechhaus <fr...@bechhaus.de> zum
Thema Re: eine Frage:


> Matthias Sommer <Sunn...@gmx.de> wrote:
> ...
> > Und ich hab noch überlegt, ob ich die Frage, wie sich die Freikirchen
> > von den anderen angrenzen, mit aufnehme. Mein erster, und bis jetzt
> > einziger *unmittelbarer* Kontakt zu einer Kirche war ein
> > freikirchlicher Schulkamerad. Diesem verdanke ich wohl auch mein
> > Interesse an Religion überhaupt, da ich ansonsten in einem
> > religionsfreien Umfeld aufgewachsen bin. (DDR)

> Angrenzen klingt doch gleich viel freundlicher als abgrenzen. ;-)
> Einige Unterschiede, die ins Auge springen: Bei Freikirchen gibt
> es keine Kirchensteuer, sie finanzieren sich durch freiwillige
> Beiträge ihrer Mitglieder. Meistens auch keine Säuglingstaufe. Es
> wird davon ausgegangen, daß ein Mensch sich dann taufen läßt, wenn
> er selbst zum Glauben gekommen ist. Bei manchen Kirchen, wie bei
> den Baptisten, ist eine solche Glaubenstaufe eine Voraussetzung
> dafür, in der Gemeinde Mitglied zu werden. Bei anderen, wie den
> Freien evangelischen Gemeinden, kann jemand auch sagen, daß er
> seine Säuglingstaufe als gültige Taufe ansieht. Die
> dahinterstehenden Überlegungen würden jetzt vielleicht etwas weit
> führen. Die Gottesdienste in freikirchlichen Gemeinden erlebe ich
> als "lockerer", weniger fest strukturiert, nicht so sehr von einer
> festen Liturgie geprägt (obwohl es auch da Elemente gibt, die
> "dazugehören" und regelmäßig wiederkehren).

Der Begriff „Freikirche“ besagt erst einmal nicht mehr, als das eine
christliche Gemeinschaft unabhängig vom Staat ist. Gegensatz ist also
die Staatskirche wie sie z.B. in Skandinavien, Großbritannien besteht.
In den USA, wo es nie eine Staatskirche gab, sind letztlich alle
Kirchen Freikirchen. Und, welche Gemeinschaft als Freikirche
bezeichnet werden kann, hängt auch von den staatlichen Gegebenheiten
ab - in Schweden ist die luth. Kirche Staatskirche und die
anglikanische Kirche wäre Freikirche, in England ist es umgekehrt.
In Deutschland gibt es z.B. auch eine ev.-luth. Freikirche. Klassische
Freikirchen sind in Deutschland z.B. Methodisten, Kirche des
Nazareners, Heilsarmee, Mennoniten, Baptisten, Pfingstler, Quäker.
Dabei ist die Tauflehre sehr unterschiedlich - Kindertaufe,
Bekenntnistaufe, gar keine Taufe.
Auch die Gottesdienste können sehr unterschiedlich sein - von streng
liturgischer „Deutscher Messe“ (lutherische Freikirche) über
enthusiastisch (Pfingstler) bis schweigende Andacht (Quäker)

Eine einleuchtende Erklärung heute (aus Sicht der ev.-luth.
Landeskirchen) lautet: Freikirche = Kirchen und Gemeinschaften, die
aus dem Bestreben um Erneuerung urchristlichen Gemeindelebens
entstanden sind und zu denen ökumenische Beziehungen bestehen oder
möglich sind.

> ...
> > Worauf ich hinauswill ist eher folgendes: Wenn ich hier mitlese
> > kriege ich ja auch das Eine oder andere mit, u.a. auch die
> > Tatsache, daß sich die beiden Konfessionen untereinander oft
> > recht heftig "fetzen". Das muß doch mehr Gründe haben als nur die
> > blanke Streitlust, also müssen da auch Unterschiede sein.

Es ist wohl eher ein Streit zwischen Geschwistern - manchmal um
Kleinigkeiten, manchmal um Dinge, die beiden Seiten wichtig sind, die
sie aber unterschiedlich sehen - z.B. Taufe
Aber auch wenn wir uns streiten (oder „fetzen“), bleibt doch eins
bestehen - wir können miteinander beten, miteinander Abendmahl feiern
(bzw. haben den Wunsch, das wieder zu können) - wir haben also das
Tischtuch zwischen uns nicht zerschnitten.

> Wenn Du meine Diskussionen mit Zeugen Jehovas liest, wirst Du wohl
> auch den Eindruck haben, daß es da manchmal schon ziemlich hoch
> hergeht...

Hier geht es auch IMHO um etwas mehr - während Katholiken, Lutheraner,
Baptisten und andere sich gegenseitig nicht das Christsein absprechen
und ihre Gemeinschaft nicht als *die einzig wahre* Kirche verstehen,
während die anderen Satanisten sind, wird dieser Gedanke druchaus von
den ZJ vertreten. Hier kann man kaum noch von eine Bruderzwist
sprechen.

> > Meine bisherige Ansicht ist, daß der Katholizismus stärker
> > ritualisiert ist, und die Heiligenverehrung eine größere Rolle
> > spielt.
> > Außerdem scheint er straffer/zentralistischer organisiert zu
> > sein.
> > Ich kann mir nur nicht denken, daß das alles ist...

> Deine Beobachtungen geben es aber schon recht gut wieder, finde
> ich.
> Viele Diskussionen drehen sich darum, ob man Heilige verehren soll
> und welche Rolle Maria, die Mutter Jesu spielt. Ob sie ein
> einfacher, wenn auch von Gott besonders gebrauchter Mensch war,
> oder ob man sich an sie im Gebet wenden kann und sie als Mittlerin
> zu Jesus anrufen soll.
> Ob bestimmte Handlungen als "Sakramente" gelten oder nicht. Welche

> Autorität die kirchliche Hierarchie hat, insbesondere die Position


> des Papstes steht da natürlich immer im Mittelpunkt des Interesses.
> Ob man sich allein an die Bibel halten soll oder ob es auch
> kirchliche Traditionen gibt, die neben der Bibel stehen. Davon

> geht zum Beispiel die katholische Kirche aus. Als Freikirchler


> stehe ich mehr auf dem Standpunkt, daß sich jede kirchliche Lehre
> an der Bibel messen lassen muß und wenn sie vor ihr keinen Bestand
> hat, zu verwerfen ist.

Das „Allein die Schrift“ haben die Freikirchen allerdings von Luther
und der Lutherischen Kirche übernommen ;-)
Vielleicht sollte man fairerweise sagen
„Als Evangelischer stehe ich mehr auf dem Standpunkt, daß sich jede

kirchliche Lehre an der Bibel messen lassen muß und wenn sie vor ihr
keinen Bestand hat, zu verwerfen ist.

Gruß
Karsten (ev.-luth.)
aus dem entkirchlichten Osten, im religionsfreien Umfeld aufgewachsen

> Gruß,
> Frank
> <><

--

Besuchen Sie doch mal unsere Homepage:
http://home.nikocity.de/kirchgemeinderoedlitz
-Pfarrer Karsten Bilgenroth, E-Mail: bilge...@nikocity.de


Thomas Maxara

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Jan 14, 2000, 3:00:00 AM1/14/00
to
In article <85kqti$1pem5$1...@fu-berlin.de>, Matthias Sommer wrote:
>On Wed, 12 Jan 2000 22:08:40 +0100, max...@mathematik.uni-kassel.de
>(Thomas Maxara) wrote:
>
>>Die
>>Muslime verstehen den Koran - soweit ich weiß - als "diktiertes", Wort
>>Gottes
>Ich meine mal gehört/gelesen zu haben, daß die Bibel zumindest als von
>Gott inspiriert, wenn nicht gar ebenfalls als diktiert ansehen.
Man kann sicherlich diese Auffassung vertreten, aber dann übergeht man die
Erkenntnisse der historisch-kritischen Exegese. Dies ist nicht sehr
vernünftig.

[...]

Thomas


--
Thomas Maxara, 34132 Kassel
PGP public-key: http://www.uni-kassel.de/~maxara
e-mail: max...@mathematik.uni-kassel.de

Matthias Sommer

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Jan 15, 2000, 3:00:00 AM1/15/00
to
On Fri, 14 Jan 2000 14:37:38 +0100, Reinhard Gonaus <er...@aon.at>
wrote:

>Und dann denk ich mir wieder, die Lutheraner können aber auch auf der


>ganzen Welt ihresgleichen erkennen und sich dort daheim fühlen, ohne
>zentrale Institutionen.

Das ist *ein* wichtiger Punkt, aber wie ergibt sich da eine
einheitliche Lehrmeinung?


Your's fraternally
Matthias

Matthias Sommer

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Jan 15, 2000, 3:00:00 AM1/15/00
to
On Fri, 14 Jan 2000 14:37:38 +0100, Reinhard Gonaus <er...@aon.at>
wrote:

>>Ich komme immer mehr zu der Auffassung, das Glaube sowohl von der


>>Ratio als auch vom Gefühl getrennt ist, quasi eine dritte Instanz.

>Da ist was dran.
>Er ist aber auch mit beiden untrennbar verknüpft.

Das bestimmt, man kann den Glauben rational angehen und emotional
erleben, aber der Glaube selber ist was anderes.

>Da kenn sich einer aus! ;-/

ich jedenfalls nicht...


Your's fraternally
Matthias

Matthias Sommer

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Jan 15, 2000, 3:00:00 AM1/15/00
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On 14 Jan 2000 18:10:54 GMT, "Andreas Seel" <Andrea...@gmx.de>
wrote:

>Ich denke, die Frage nach einer relativen oder absoluten Warheit ist ein
>sehr umstrittener Punkt. Deshalb hoffe ich mich hiermit nicht in Dornen zu
>setzten.

Mit Deinem Posting hast mein Dilemma wahrscheinlich besser formuliert,
als ich das hingekriegt hätte.

Nur im Unterschied zu Dir habe ich keine feste Überzeugung, weder pro
noch kontra - was mich wohl zum Agnostiker macht. Aber irgendwie bin
ich damit nicht zufrieden...


Your's fraternally
Matthias

Matthias Sommer

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Jan 15, 2000, 3:00:00 AM1/15/00
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On Fri, 14 Jan 2000 22:03:44 +0100, Frank Bechhaus <fr...@bechhaus.de>
wrote:

>Angrenzen klingt doch gleich viel freundlicher als abgrenzen. ;-)

na huch, dabei war's nur ein Tippfehler <g>
ist aber so auch nicht schlecht

>Einige Unterschiede, die ins Auge springen: Bei Freikirchen gibt es
>keine Kirchensteuer,

ah ja, wußte ich z.B. noch nicht

>sie finanzieren sich durch freiwillige Beiträge ihrer Mitglieder.

Finde ich irgendwie ehrlicher, und auch näher an dem
Gemeindeverständnis, daß ich in der Bibel finde.

>Meistens auch keine Säuglingstaufe.
Ah ja, auch wenn das für mich (28 und keine Kinder) erstmal nicht so
vorrangig ist.

>Die Gottesdienste in freikirchlichen Gemeinden erlebe ich als "lockerer",

klingt irgendwie "lebendiger"...

>Wenn Du meine Diskussionen mit Zeugen Jehovas liest, wirst Du wohl auch
>den Eindruck haben, daß es da manchmal schon ziemlich hoch hergeht...

und ob <g>
aber zwischen ev. und kath. gibt's da auch einiges...
spontan fällt mir z.B. der Begiff der "evang. Gescheitheit" von Ing.
Franz Glaser ein...

>Deine Beobachtungen geben es aber schon recht gut wieder, finde ich.

ah ja, etwas beruhigend, daß ich nicht alles über den Haufen werfen
muß

>Viele Diskussionen drehen sich darum, ob man Heilige verehren soll

Genau damit tue ich mich auch etwas schwer.

>und welche Rolle Maria, die Mutter Jesu spielt.

soweit ich das sehe im Katholizismus eine deutlich größere als im
Evengelismus

>Ob sie ein einfacher,
>wenn auch von Gott besonders gebrauchter Mensch war,

*Das* klingt jetzt etwas nach "Der Mohr hat seine Schuldigkeit
getan..."

>oder ob man sich an sie im Gebet wenden kann und sie als Mittlerin zu Jesus anrufen soll.

Ich verstehe Jesus in dem Zusammenhang als Mittler zu Gott, warum
brauche ich dann noch einen Mittler zum Mittler? Oder liege ich da
irgendwo verkehrt?

>Als Freikirchler stehe ich mehr auf dem Standpunkt,
>daß sich jede kirchliche Lehre an der Bibel messen lassen muß und wenn
>sie vor ihr keinen Bestand hat, zu verwerfen ist.

Klingt prinzipiell erstmal richtig, aber es gibt auch Fragen, die sich
aus der Bibel heraus nicht so ohne weiteres ergeben. Und je weiter
sich unserere Gesellschaft von den biblischen Verhältnissen weg
entwickelt (vor allem durch immer neue Technologien) desto mehr
solcher Fragen ergeben sich. Daraus ergibt sich wohl mehr oder weniger
die Notwendigkeit zusätzlicher Lehre, welche aber IMO sich immer an
der Bibel messen lassen muß wie Du schön schreibst.


Your's fraternally
Matthias

Matthias Sommer

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Jan 15, 2000, 3:00:00 AM1/15/00
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On Fri, 14 Jan 2000 22:05:06 +0100, Frank Bechhaus <fr...@bechhaus.de>
wrote:

>Würde ich auch so sehen. Glaube ist weder, ein besonders frommes Gefühl


>zu haben, noch Gott vom Verstand her für existent zu halten.

deswegen tue ich mich wohl auch so schwer damit...


Your's fraternally
Matthias

Eva-Maria Englert

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Jan 15, 2000, 3:00:00 AM1/15/00
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In <01bf5ed4$6625e360$LocalHost@andreas>, schrieb Andrea...@gmx.de
> Frank Bechhaus <fr...@bechhaus.de> schrieb
>
> > Würde ich auch so sehen. Glaube ist weder, ein besonders frommes Gefühl
> > zu haben, noch Gott vom Verstand her für existent zu halten. Glaube hat
> > etwas mit Vertrauen zu Gott zu tun und mit seinem Heiligen Geist, den
> > er Menschen schenkt, die Jesus folgen wollen.
>
> Wie kann man jemandem vertrauen, ohne ihn vom Verstand her für existent zu
> halten?

ich glaube, das war so ungefähr der Streit zwischen Scholastiker und
Mystiker.

> Ich denke der Verstand spricht auf keinen Fall gegen die Existenz Gottes.

Aber auf keinen Fall dafür, und das ist der Brechpunkt...

Eva-Maria

Matthias Sommer

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Jan 15, 2000, 3:00:00 AM1/15/00
to
On Fri, 14 Jan 2000 22:53:16 GMT, Karsten Bilgenroth
<bilge...@nikocity.de> wrote:

>Der Begriff „Freikirche“ besagt erst einmal nicht mehr, als das eine
>christliche Gemeinschaft unabhängig vom Staat ist.

kurz und prägnant.

>Es ist wohl eher ein Streit zwischen Geschwistern -

bestehen die Gemeinden nicht auch eben diesen Geschwistern?

>Aber auch wenn wir uns streiten (oder „fetzen“), bleibt doch eins
>bestehen - wir können miteinander beten, miteinander Abendmahl feiern
>(bzw. haben den Wunsch, das wieder zu können) - wir haben also das
>Tischtuch zwischen uns nicht zerschnitten.

Daß es mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede gibt ist mir sehr wohl
klar.

>den ZJ vertreten. Hier kann man kaum noch von eine Bruderzwist
>sprechen.

Mir ging's ursprünglich erstmal um die "großen" Konfessionen.
Die ZJ sind auch für mich ein Sonderfall, soviel hab ich hier schon
durch's reine Mitlesen mitgekriegt.


Your's fraternally
Matthias

Matthias Sommer

unread,
Jan 15, 2000, 3:00:00 AM1/15/00
to
On 14 Jan 2000 21:35:51 GMT, "Andreas Seel" <Andrea...@gmx.de>
wrote:

>Ich denke der Verstand spricht auf keinen Fall gegen die Existenz Gottes.
Der Mathematiker würde wohl sagen, das ist eine notwendige aber keine
hinreichende Bedingung.
Anders formuliert: Ich muß akzeptieren, daß Gott existiert, um an ihn
zu glauben, aber diese Akzeptanz alleine reicht nicht, um an ihn zu
glauben.


Your's fraternally
Matthias

Magdalena

unread,
Jan 15, 2000, 3:00:00 AM1/15/00
to

"Andreas Seel" <Andrea...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:01bf5ed7$5720a500$LocalHost@andreas...
> Felix Mater <Felix...@pinguin.lake.de> schrieb
>

> Machen wir´s ganz einfach. Ich nehme die 10 Gebote und bezeichne diese als
> Wahrheit. Wo immer ich dagegen verstoßen sollte, egal in welcher
Situation,
> handle ich falsch.
> Das einzige was sich ändert sind die Gründe, das Umfeld und meine
> Motivation für den Verstoß, an dem Wahrheitsanspruch der Gebote ändert
sich
> dadurch nichts.
>
> Gruß
> Andreas

Es werden auch nur die Taten verurteilt und nicht die Gründe.
Vor dem weltlichen Gericht wie vor Gott. Das Beweggründe das Urteil
beeinflussen mag stimmen.
Wird eines der zehn Gebote mißachtet, so stört es das ganze Bild des
Friedens
Reinhard

Reinhard Gonaus

unread,
Jan 15, 2000, 3:00:00 AM1/15/00
to
On Sat, 15 Jan 2000 01:20:39 +0100, Eva-Maria Englert
<eva-...@ueberseiten.de> wrote:

>>
>> Wie kann man jemandem vertrauen, ohne ihn vom Verstand her für existent zu
>> halten?
>
>ich glaube, das war so ungefähr der Streit zwischen Scholastiker und
>Mystiker.
>

Glaub ich nicht wirklich.

>> Ich denke der Verstand spricht auf keinen Fall gegen die Existenz Gottes.
>

>Aber auf keinen Fall dafür, und das ist der Brechpunkt...
>

Das ist nicht der Brech-, sondern der Angelpunkt.
Hier merkt der Mystiker an, dass er die Ebene wechselt.
Es geht nicht darum, Seine Existenz zu erwägen, sondern darum, sich
Ihm zu überlassen.

Reinhard Gonaus

unread,
Jan 15, 2000, 3:00:00 AM1/15/00
to
On Sat, 15 Jan 2000 08:44:59 +0100, Matthias Sommer <Sunn...@gmx.de>
wrote:

>


>>Ich denke der Verstand spricht auf keinen Fall gegen die Existenz Gottes.

>Der Mathematiker würde wohl sagen, das ist eine notwendige aber keine
>hinreichende Bedingung.
>Anders formuliert: Ich muß akzeptieren, daß Gott existiert, um an ihn
>zu glauben, aber diese Akzeptanz alleine reicht nicht, um an ihn zu
>glauben.
>

Ja.
Du hast "die Spur des Ochsen" entdeckt.
Ich hatte schon immer den Verdacht, dass Mathematik und Mystik
einander berühren. ;-)

Felix Mater

unread,
Jan 15, 2000, 3:00:00 AM1/15/00
to
Matthias Sommer schrieb:


> >Und dann denk ich mir wieder, die Lutheraner können aber auch auf der
> >ganzen Welt ihresgleichen erkennen und sich dort daheim fühlen, ohne
> >zentrale Institutionen.

> Das ist *ein* wichtiger Punkt, aber wie ergibt sich da eine
> einheitliche Lehrmeinung?

Gar nicht. Siehe GE.
Die Bekenntnishoheit liegt bei Landeskirchen (Oldenburg, Württemberg),
bei Kirchenbünden (VELKD), aber nicht beim LWB.
Was den in einem Anflug von Größenwahn wenig zu kümmern scheint.

Felix

Felix Mater

unread,
Jan 15, 2000, 3:00:00 AM1/15/00
to
Hallo Karsten :-)

> Als Evangelischer stehe ich mehr auf dem Standpunkt, daß sich jede
> kirchliche Lehre an der Bibel messen lassen muß und wenn sie vor ihr
> keinen Bestand hat, zu verwerfen ist.

Heißt das, daß kirchliche Lehre sich nur mit Gegenständen
befassen darf, zu denen sich die 'Bibel' äußert?
Wenn ja, ist die Bibel für alles, wozu sie sich äußert, als
Maßstab geeignet, und wenn nein
Wie konkret muß sie sich denn äußern, um als Maßstab geeignet
zu sein, und wer legt das fest?

Gruß
Felix


Karsten Bilgenroth

unread,
Jan 15, 2000, 3:00:00 AM1/15/00
to
Hallo Felix,

>>>>>>>>>>>>>>>>>> Ursprüngliche Nachricht <<<<<<<<<<<<<<<<<<

Am 15.01.2000, 13:46:35, schrieb Felix Mater
<Felix...@pinguin.lake.de> zum Thema Re: eine Frage:


> Matthias Sommer schrieb:

Kannst du das ganz kurz erläutern? Irgendwie hab' ich das nicht
kapiert - ich meine den Wiederspruch zwischen Bekenntnishoheit der
Landeskirchen und (angeblichen) Größenwahn des Lutherischen
Weltbundes.

Danke
Karsten

> Felix


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