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Philipp-Evangelium

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Kerstin

unread,
Nov 16, 2011, 4:36:40 AM11/16/11
to
So steht denn auch im apokryphen Philipp-Evangelium: "Drei gingen immer
mit dem Herrn. seine Schwester, seine Mutter und seine Lebensgefährtin.
Eine jede von ihnen war eine Maria." Im Gegensatz dazu schlich sich in
der folgenden Bibelstelle ein kleiner aber folgenschwerer
Übersetzungsfehler ein: Im Markus-Evangelium (Kapitel 6, Vers 3) liest
man nämlich, Jesus sei "der Sohn Marias" gewesen - doch im Urtext steht
"der Sohn einer Maria".

Stimmt es, dass im Urtext "der Sohn einer Maria" steht?


Spruch 17: Einige sagten: ,,Maria ist vom heiligen Geist schwanger
geworden.`` Sie sind im Irrtum. (25) Sie wissen nicht, was sie sagen.
Wann ist je eine Frau von einer Frau schwanger geworden? Maria ist die
Jungfrau, die keine Macht befleckte. Sie ist ein großer Fluch für die
Hebräer -- das (30) sind die Apostel und [die] Apostelschüler. Diese
Jungfrau, die keine Macht befleckte [...] die Mächte befleckten sich
selbst. Und der Herr [hätte] nicht gesagt: ,,Mein [Vater, der im]
Himmel ist``, (35) wenn [er] nicht noch einen anderen Vater gehabt
hätte, sondern er hätte einfach gesagt: ,,[Mein Vater]!``

Spruch 55: Die Sophia, die man die ,Unfruchtbare` nennt, sie ist die
Mutter [der] Engel. Und die Gefährtin von [Christus] ist Maria
Magdalena. Der [Herr liebte] sie (35) mehr als [alle] (anderen) Jünger,
und er küßte sie [oftmals] auf ihren [Mund]. Die übrigen [Jünger (
64.1) ...], sie sagten zu ihm: ,,Weshalb liebst du sie mehr als uns
alle?`` Es antwortete der Erlöser, er sprach zu ihnen: ,,Weshalb liebe
ich euch nicht (so) (5) wie sie?``


Spruch 32: Es waren drei, die allezeit mit dem Herrn wandelten: Maria,
seine Mutter, und ihre Schwester und Magdalene, die man seine Gefährtin
nennt. (10) Denn (eine) Maria ist seine Schwester und seine Mutter und
seine Gefährtin.

Spruch 10: Das Licht und die Finsternis, (15) das Leben und der Tod,
rechts und links sind einander Brüder. Sie sind untrennbar. Deswegen
sind weder die Guten gut noch die Schlechten schlecht, noch ist das
Leben ein Leben noch der Tod ein Tod. (20) Deswegen wird sich jeder
einzelne auflösen in seinen Ursprung von Anfang an. Die aber erhaben
sind über die Welt, sind unauflöslich, sind ewig.


Peter Zander

unread,
Nov 16, 2011, 5:35:09 AM11/16/11
to
"Kerstin" <cri...@arcor.de> schrieb am Wed, 16 Nov 2011 10:36:40
+0100:

>So steht denn auch im apokryphen Philipp-Evangelium: "Drei gingen immer
>mit dem Herrn. seine Schwester, seine Mutter und seine Lebensgefährtin.
>Eine jede von ihnen war eine Maria." Im Gegensatz dazu schlich sich in
>der folgenden Bibelstelle ein kleiner aber folgenschwerer
>Übersetzungsfehler ein: Im Markus-Evangelium (Kapitel 6, Vers 3) liest
>man nämlich, Jesus sei "der Sohn Marias" gewesen - doch im Urtext steht
>"der Sohn einer Maria".

Das Philippusevangelium hat keinerlei wirkliche Bedeutung im
Christentum.

Im NT steht nicht nur Mark. 6, 3, sondern viele Aussagen, die belegen
sollen, dass Jesus der Sohn der Maria war, die schwanger wurde, obwohl
sie noch keinen Sex mit ihrem Verlobten Joseph erlebt hat und von der
rkK gar als allzeit jungfräuliche Gottesmutter vorgelogen wird, also
auch nach der Geburt Jesus keinen Sex erlebt haben soll.

Schön, dass Du auf Mark. 6, 3 hingewiesen hast. Dort steht, dass Jesus
noch Brüder und Schwestern hatte. Aber Religionsverbrecher machten
einfach aus einer mehrfachen Mutter eine allzeit jungfräuliche
Gottesmutter und verfrachten sie in ihrer vorgelogenen Unfehlbarkeit
in das materielles Reich eines laut Bibel zehntausendfachen Säuglings-
und Kindermassenmörders. Wahrlich, Blindgläubigen glauben jeden
Schwachsinn ;-)

Peter Zander

Klaus Schaefers

unread,
Nov 16, 2011, 10:00:07 AM11/16/11
to
"Kerstin" schrieb
> So steht denn auch im apokryphen Philipp-Evangelium: "Drei gingen immer
> mit dem Herrn. seine Schwester, seine Mutter und seine Lebensgefährtin.
> Eine jede von ihnen war eine Maria." Im Gegensatz dazu schlich sich in der
> folgenden Bibelstelle ein kleiner aber folgenschwerer Übersetzungsfehler
> ein: Im Markus-Evangelium (Kapitel 6, Vers 3) liest man nämlich, Jesus sei
> "der Sohn Marias" gewesen - doch im Urtext steht "der Sohn einer Maria".
>
> Stimmt es, dass im Urtext "der Sohn einer Maria" steht?

Zunächst kommt es auf die zutreffende Übersetzung des Philippusevangeliums
an; ich biete mal diese Übersetzung:

"Drei Frauen hatten ständigen Umgang mit dem Herrn: seine Mutter Maria,
<seine> Schwester und Magdalena, die »seine Gefährtin« genannt wird.
Denn »Maria«, so heißt seine Schwester; und seine Mutter heißt so; und seine
Gefährtin heißt so."

[Hans-Martin Schenke, Das Philippus-Evangelium (Nag-Hammadi-Codex II,3). Neu
herausgegeben, übersetzt und erklärt Berlin 1997.]

Nach dieser Übersetzung heißt die Mutter Jesu: Maria seine Mutter..!

Darüberhinaus ist das Philippusevangelium wesentlich später geschrieben
worden als das Markus-Evangelium. Ein "Urtext" für die Evangelien ist nicht
gefunden worden; aber rekonstruiert worden:

"Von 1989 bis 1996 hat ein Team von 42 europäischen und nordamerikanischen
Wissenschaftlern an der exakten Rekonstruktion der Logienquelle Q
gearbeitet..."

http://www.beck-shop.de/Hoffmann-Heil-Spruchquelle-Q/productview.aspx?product=1322857

Soweit ich den vor einiger Zeit durchgearbeiteten Text "Q" in Erinnerung
habe, ist dort von der Mutter Jesu nichts zu finden. Auch Paulus wußte
offensichtlich nicht, wer die Mutter Jesu war:

Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer
Frau (Gal 4,4)

Es ist zu vermuten, daß die Geburts- und Kindheitsgeschichten Jesu erst
später "vervollständigt" wurden.

ks



Kerstin

unread,
Nov 17, 2011, 2:31:11 PM11/17/11
to
"Klaus Schaefers" schrieb im Newsbeitrag
Hmmmmm. Nun haben so viele Menschen über diesen einen Mann Jesus
geschrieben. Jesus debattierte mit den Priestern, er lehrte und
er konnte lesen. Wer lesen kann, der kann auch schreiben.
Hat man eigentlich jemals ein Schriftstück von ihm gefunden?
Oder gibt es einen Hinweis darauf, dass auch er etwas
verfasst hat? Es gibt einen Roman, in dem ein Buch mit
dem Namen Rosso Libro vorkommt. Ist das nur pure Fiktion?

Kerstin

Gottfried Helms

unread,
Nov 17, 2011, 3:31:59 PM11/17/11
to
Am 17.11.2011 20:31 schrieb Kerstin:
> "Klaus Schaefers" schrieb im Newsbeitrag

> Hmmmmm. Nun haben so viele Menschen über diesen einen Mann Jesus
> geschrieben. Jesus debattierte mit den Priestern, er lehrte und
> er konnte lesen. Wer lesen kann, der kann auch schreiben.
> Hat man eigentlich jemals ein Schriftstück von ihm gefunden?
> Oder gibt es einen Hinweis darauf, dass auch er etwas
> verfasst hat? Es gibt einen Roman, in dem ein Buch mit
> dem Namen Rosso Libro vorkommt. Ist das nur pure Fiktion?
>
> Kerstin
>
Ich tendiere zu der Auffassung, daß "schreiben" und
"existenzielle Lehren verbreiten" sich eher reziprok
zueinander verhalten. Vom Buddha gibt es keine einzige
Zeile, obwohl er als Patrizier-Sohn mit Sicherheit
eine zeitgenössisch profunde Ausbildung bekommen hat.
Er hat das sogar begründet; wenn ich das richtig zusammen
fasse, dann, daß man nur das was man auswendig kann,
wirklich überall mit sich nehmen kann und überall verfügbar
hat. Schriftstücke waren/sind was für die Verwaltung
(vielleicht auch im Sinne von "Wissensverwaltung"), also
in modernerer Ausdrucksweise, für das weltliche Machtsystem.
"Beten" - also das Herz für sich und seinen inneren Dialog
mit Gott zu öffnen: das dürfte dem Jesus (aber sicher auch
schon dem Johannes-Täufer) das eigentliche Anliegen gewesen
sein; und eher nicht, etwa den Thora-Rollen neue Anhänge/
Kommentare in eigener Handschrift anzufügen und für die
Sabbatlektüre/-rezitation verbindlich zu machen.

Diese Anwandlung der "schriftlosigkeit" ist in vielen
spirituellen Systemen vorhanden, und wo viel Textmasse
ist, da ist m.Mn. nach auch viel Oberflächlichkeit
(deshalb bin ich auch skeptisch gegenüber der Gnosis,
aber auch gegenüber einigen ausgesprochen textlastigen
Richtungen im buddhistischen Mahayana)

Gottfried

Peter Zander

unread,
Nov 18, 2011, 2:52:14 AM11/18/11
to
"Kerstin" <cri...@arcor.de> schrieb am Thu, 17 Nov 2011 20:31:11
+0100:

>"Klaus Schaefers" schrieb im Newsbeitrag

[ ]

>Hmmmmm. Nun haben so viele Menschen über diesen einen Mann Jesus
>geschrieben. Jesus debattierte mit den Priestern, er lehrte und
>er konnte lesen. Wer lesen kann, der kann auch schreiben.
>Hat man eigentlich jemals ein Schriftstück von ihm gefunden?
>Oder gibt es einen Hinweis darauf, dass auch er etwas
>verfasst hat?

Ob der vorgebliche Sohn eines vorgeblich Allmächtigen schreiben
konnte, wird nach meiner Meinung immer so unklar bleiben wie die
Frage, was von dem stimmt, was über einen extrem verwirrten religiösen
Eiferer und nachweislich gescheiterten Weltuntergangspropheten in der
Bibel behauptet wird.

Vielleicht solltest Du fragen: musste Jesus überhaupt etwas
schriftlich fixieren?

Jesus hatte seine Legitimationen für die Verkündigung seiner Lehre
bereits erteilt, an seine Jünger so:

"Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, indem ihr diese
tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen
Geistes, und sie lehrt alles zu bewahren, was ich euch geboten habe!
Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des
Zeitalters." (Matth. 28, 19+20)

Paulus, den wichtigsten Religionsmacher zu Beginn, legitimierte Jesus
so:

"Denn dieser ist mir ein auserwähltes Werkzeug, meinen Namen zu tragen
sowohl vor Nationen als Könige und Söhne Israels." (Apg. 9, 15)

Nun ist bekannt, dass Jesus noch zu Lebzeiten einiger seiner Jünger
das Letzte Gericht abhalten wollte (Matth. 16, 27+28) und dass Paulus
davon ausging, noch zu leben, wenn die Toten zum Letzen Gericht
auferweckt werden (1. Thes. 4, 15-17). Klar, solche eindeutigen
Aussagen, die belegen, dass Jesus sich wie alle
Weltuntergangs-Rattenfänger irrte, werden "Christen" natürlich bis zum
letzten Atemzug abstreiten, damit das Kartenhaus von einem Erlöser von
einer von Verbrechern erfundenen Erbsünde nicht in sich zusammenstürzt
;-)

Dass Jesus vom ganz nahen Ende aller Dinge ausging, ergibt sich für
Menschen mit logischem Denkvermögen eindeutig aus seinen Forderungen
an seine Schäfchen. Die meisten hätten NUR dann einen Sinn ergeben,
wenn dieses Ende aller Dinge so eingetreten wäre, wie er es in seinen
Endzeitreden SEINEN Zuhörern geschildert hatte. Etwa seine
Forderungen, die Feinde zu lieben, allen Besitz zu verkaufen und mit
den Armen zu teilen, Unterdrückern zu geben, was diese fordern und die
oft unmenschlichen Gesetze bis zum Vergehen der Erde nicht aufzulösen.
Dieses Ende sollte ja ganz kurzfristig erfolgen, was hätte es da noch
groß Sinn gemacht, bessere Gesetze zu erarbeiten oder Reichtümer zu
erarbeiten oder Feinde zu bekämpfen oder sich gegen die römische
Unterdrückung zu wehren?

Wer das nicht begreift, wird NIE eine ihn befriedigende Antwort auf
die Fragen im Zusammenhang eines Forderers der Liebe zu den Feinden
finden, der sich seinerseits an Menschen mit der Ewigen Pein im Feuer
rächen will und dessen Vater der giftigste Feind der Religionsfreiheit
sein soll ;-)

Peter Zander

Klaus Schaefers

unread,
Nov 18, 2011, 6:00:05 AM11/18/11
to
"Kerstin" schrieb
> "Klaus Schaefers" schrieb
>> [...]
>>
>> Auch Paulus wußte
>> offensichtlich nicht, wer die Mutter Jesu war:
>>
>> Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer
>> Frau (Gal 4,4)
>>
>> Es ist zu vermuten, daß die Geburts- und Kindheitsgeschichten Jesu erst
>> später "vervollständigt" wurden.
>>
>> ks
>
> Hmmmmm. Nun haben so viele Menschen über diesen einen Mann Jesus
> geschrieben. Jesus debattierte mit den Priestern, er lehrte und
> er konnte lesen. Wer lesen kann, der kann auch schreiben.

So wird es an einigen Stellen der Evangelien berichtet. Aber die
Evangelisten kannten Jesus nur von Erzählungen, nicht persönlich. Was 30
oder 50 Jahre nach dem Tod eines Menschen erzählt wird, muß mit dem
wirklichen Leben der verstorbenen Person nicht mehr viel zu tun haben. Wenn
Jesus aus einer relativ armen Familie kam, dürfte er kaum eine Schule oder
etwas ähnliches besucht haben; die Wahrscheinlichkeit, daß Jesus mehr als
ein paar Worte lesen oder gar schreiben konnte ist -entgegen den Berichten-
gering..!


> Hat man eigentlich jemals ein Schriftstück von ihm gefunden?
> Oder gibt es einen Hinweis darauf, dass auch er etwas
> verfasst hat? Es gibt einen Roman, in dem ein Buch mit
> dem Namen Rosso Libro vorkommt. Ist das nur pure Fiktion?

Wie schon Gottfried Helms es so zutreffend gezeigt hat, in den alten
Zeiten -Beispiel Buddha- war die mündliche Lehre und Überlieferung eher
Vorrangig gegenüber der schriftlichen. So auch bei den Juden, die kannten
die schriftliche und mündliche Thora. Die mündliche Thora wurde von
Generation zu Generation in Gelehrtenkreisen mündlich weiter gegeben;
ähnlich kennt auch die kath. Kirche die schriftliche Überlieferung, Bibel,
und die mündliche Überlieferung, bewahrt etwa im kath. Lehramt.

Jesus hatte keinerlei Grund etwas aufzuschreiben oder aufschreiben zu
lassen, da einerseits die mündliche Überlieferung mindestens als
gleichwertig angesehen wurde und Jesus das Anbrechen der neuen Zeit, der
Gottesherrschaft zu Lebzeiten der damaligen Generation verkündete. Heute
gibt es einige Leute, die davon ausgehen Jesus sei etwa 70 nC
wiedergekommen, bekannt unter dem Begriff "Präterismus" :

"Gemäß der präteristischen Schule sind diese Präzisierungen so zu
interpretieren, dass die Wiederkunft Christi in der gleichen Generation, in
der Jesus lebte, d.h. noch während des 1. Jahrhunderts n. Chr. eintreffen
müsse. Normalerweise wird die Wiederkunft dann auf das Jahr 70 n. Chr.
gelegt, in welchem der 2. Jerusalemer Tempel von den Römern zerstört wurde
und das alte Israel unterging."

http://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4terismus

So hat man von Jesus nie ein Schriftstück gefunden; und ob die Schrift
"Rosso Libro" pure Fiktion ist, weiß ich nicht, sehr viel spekulatives
dürfte jedoch damit verbunden sein.

ks

>
> Kerstin
>

Daniel Mandic

unread,
Nov 27, 2011, 4:23:15 AM11/27/11
to
Klaus Schaefers wrote:

> Wie schon Gottfried Helms es so zutreffend gezeigt hat, in den alten
> Zeiten -Beispiel Buddha- war die mündliche Lehre und Überlieferung
> eher Vorrangig gegenüber der schriftlichen. So auch bei den Juden,
> die kannten die schriftliche und mündliche Thora. Die mündliche Thora
> wurde von Generation zu Generation in Gelehrtenkreisen mündlich
> weiter gegeben; ähnlich kennt auch die kath. Kirche die schriftliche
> Überlieferung, Bibel, und die mündliche Überlieferung, bewahrt etwa
> im kath. Lehramt.

Deshalb heißen sie IMHO ja auch Geisteswissenschaften.
Wenn einer glaubt in der Bibel stehe alles drin was es bezüglich
Religion zu wissen gäbe, glaubt auch, mit Ingeniuers-Unterlagen zum
Autobau autofahren zu können ;-)


--
Daniel Mandic

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