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Was ist aus der Flagge auf dem Mond geworden?

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Uwe Hercksen

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Nov 9, 2009, 6:41:59 AM11/9/09
to
Hallo,

die Spuren im Staub haben sich ja recht gut erhalten wie man in den LRO
Aufnahmen sehen konnte. Aber wie geht es der aufgestellten Fahne?

Ich vermute der Mast mit Querstange steht noch, aber die organischen
Pigmente f�r die roten und blauen Details auf dem Fahnentuch sind schon
l�ngst durch das harte UV Licht v�llig ausgeblichen. Das Fahnentuch,
vermutlich aus Kunstfasern d�rfte v�llig spr�de geworden sein, wenn
nicht sogar schon zu Staub zerfallen.

Wenn man eine lange Zeit best�ndige Fahne gewollt h�tte, dann h�tte man
sie wohl aus in der Masse mit anorganischen Pigmenten gef�rbten
Glasfasern herstellen m�ssen. Glas kristallisiert zwar nach langer Zeit,
aber einige Jahrhunderte m�sste so eine Fahne vollst�ndig aus Glasfasern
schon aushalten.

Bye

Rainer Kresken

unread,
Nov 9, 2009, 7:21:28 AM11/9/09
to

Alles ueber die Flagge auf dem Mond gibt's hier:

Where No Flag Has Gone Before

http://www.jsc.nasa.gov/history/flag/flag.htm

Uwe Hercksen

unread,
Nov 9, 2009, 7:37:57 AM11/9/09
to

Rainer Kresken schrieb:

> Alles ueber die Flagge auf dem Mond gibt's hier:
>
> Where No Flag Has Gone Before
>
> http://www.jsc.nasa.gov/history/flag/flag.htm

Hallo,

alles nicht, da steht nichts dar�ber in welchem Zustand sie heute wohl
ist. Aber da es sich um eine normale k�ufliche Flagge aus Nylon handelte
d�rften die Pigmente v�llig ausgeblichen sein und das Nylon verspr�det.

Bye

Rainer Kresken

unread,
Nov 9, 2009, 7:57:39 AM11/9/09
to
Uwe Hercksen wrote:

> alles nicht, da steht nichts dar�ber in welchem Zustand sie heute wohl
> ist. Aber da es sich um eine normale k�ufliche Flagge aus Nylon handelte
> d�rften die Pigmente v�llig ausgeblichen sein und das Nylon verspr�det.

Das ist ziemlich sicher.

Rainer

André Grafe

unread,
Nov 9, 2009, 11:37:16 AM11/9/09
to
Uwe Hercksen schrieb:
Ich denke eher die Flagge war aus Baumwolle, und wenn sie mit Pigmenten
gef�rbt war, dann doch wohl mit anorganischen. Aber ich glaube nicht,
das sie mit Pigmenten eingef�rbt war. Ich tippe eher auf Farbstoffe.
http://de.wikipedia.org/wiki/Pigment http://de.wikipedia.org/wiki/Farbstoff

MfG, Andr�

--
Andr� Grafe
01239Dresden 51�00'27.10 N 13�47'43.02 E
http://www.boincstats.com/signature/user_1323769.gif

Rainer Kresken

unread,
Nov 9, 2009, 11:59:19 AM11/9/09
to
Andr� Grafe wrote:

> Ich denke eher die Flagge war aus Baumwolle, und wenn sie mit Pigmenten
> gef�rbt war, dann doch wohl mit anorganischen. Aber ich glaube nicht,
> das sie mit Pigmenten eingef�rbt war. Ich tippe eher auf Farbstoffe.
> http://de.wikipedia.org/wiki/Pigment http://de.wikipedia.org/wiki/Farbstoff


Die Flagge war ein preiswertes Nylonmodell, siehe
http://www.jsc.nasa.gov/history/flag/flag.htm

> A 3 x 5 ft. nylon flag, obtained through the government supply catalog, (footnote 10) was altered by sewing a hem along the top.

> Cost of materials was relatively low -- the flag was purchased for $5.50 and the tubing cost approximately $75.

Jedenfalls kann keiner wissen, was genau aus den Flaggen der
Apollo-Missionen geworden ist. Von den Farbenstoffen, egal welche das
waren, durfte aber schon nach wenigen Wochen nicht mehr viel uebrig
gewesen sein.


Rainer

Michael Khan

unread,
Nov 9, 2009, 12:09:02 PM11/9/09
to
Uwe Hercksen wrote:
> Rainer Kresken schrieb:
>
> > Alles ueber die Flagge auf dem Mond gibt's hier:
>
> > Where No Flag Has Gone Before
>
> >http://www.jsc.nasa.gov/history/flag/flag.htm

> alles nicht, da steht nichts darüber in welchem Zustand sie heute wohl
> ist. Aber da es sich um eine normale käufliche Flagge aus Nylon handelte
> dürften die Pigmente völlig ausgeblichen sein und das Nylon versprödet.

... und durchloechert bzw. erodiert. Der Dauerbeschuss mit
Mikrometeoriten wird ja nicht nur den Laserreflektoren zu schaffen
machen und in heiliger Ehrfurcht die Stars and Stripes verschonen.

Michael Khan

unread,
Nov 9, 2009, 12:11:49 PM11/9/09
to

Rainer Kresken

unread,
Nov 9, 2009, 12:12:04 PM11/9/09
to
Michael Khan wrote:

> ... und durchloechert bzw. erodiert. Der Dauerbeschuss mit
> Mikrometeoriten wird ja nicht nur den Laserreflektoren zu schaffen
> machen und in heiliger Ehrfurcht die Stars and Stripes verschonen.


Gibt es Messungen des Reflektionsvermoegens der Reflektoren, die einen
Sandstrahleffekt zeigen?

Rainer

Michael Khan

unread,
Nov 10, 2009, 3:35:23 AM11/10/09
to
Rainer Kresken wrote:

> Gibt es Messungen des Reflektionsvermoegens der Reflektoren, die einen
> Sandstrahleffekt zeigen?

Hm. Jetzt, wo du das fragst .... in Rahmen eines Vortrags wurde mal
behauptet, es gábe einen messbaren Degradationseffekt der
Laserreflektoren. Das habe ich zugegebenermaßen nicht weiter
überprüft, sondern einfach mal so hingenommen. Nun aber habe ich mal
gegoogelt und muss feststellen, dass die Behauptung des damaligen
Vortragenden wohl nicht zutrifft.

In dem von mir im Vorposting zitierten paper werden allerdings
Abschátzungen der Einschlagrate für verschiedene Katerdurchmesser
gemacht, die von 300,000 pro qm und Jahr bei Kraterdurchmesser > 1
Mikrometer bis 0.001 Krater /qm/Jahr für Krater über 1 mm reichen.

Demnach wäre meine Annahme der "Durchloecherung" wohl nocht
zutreffend, aber mit einer Erosion der Oberfläche sollte man schon
rechen koennen, oder nicht?

Uwe Hercksen

unread,
Nov 10, 2009, 4:56:00 AM11/10/09
to

Andr� Grafe schrieb:

> Ich denke eher die Flagge war aus Baumwolle, und wenn sie mit Pigmenten
> gef�rbt war, dann doch wohl mit anorganischen. Aber ich glaube nicht,
> das sie mit Pigmenten eingef�rbt war. Ich tippe eher auf Farbstoffe.
> http://de.wikipedia.org/wiki/Pigment http://de.wikipedia.org/wiki/Farbstoff

Hallo,

da denkst Du eher falsch, sie war aus Nylon, das steht in dem Link von
Rainer Kresken. Da das Muster der US Flagge schlecht gewebt werden kann
musste es gedruckt werden, vermutlich mit Siebdruckfarben die dann
Pigmente statt Farbstoffe enthielten. Das Nylon h�tte man ja schon vor
dem Verspinnen in der Masse einf�rben m�ssen.

Bye

Uwe Hercksen

unread,
Nov 10, 2009, 5:20:21 AM11/10/09
to

Michael Khan schrieb:

> In dem von mir im Vorposting zitierten paper werden allerdings

> Absch�tzungen der Einschlagrate f�r verschiedene Katerdurchmesser


> gemacht, die von 300,000 pro qm und Jahr bei Kraterdurchmesser > 1

> Mikrometer bis 0.001 Krater /qm/Jahr f�r Krater �ber 1 mm reichen.
>
> Demnach w�re meine Annahme der "Durchloecherung" wohl nocht
> zutreffend, aber mit einer Erosion der Oberfl�che sollte man schon
> rechen koennen, oder nicht?

Hallo,

da Nylon im hellen Sonnenlicht nicht besonders best�ndig ist d�rften die
Nylonfasern inzwischen schon lange v�llig verspr�det sein. Ein paar
Mikrometeroiten Treffer k�nnten sie vielleicht sogar schon zerbr�selt haben.

Bye

Georg

unread,
Nov 11, 2009, 2:31:18 PM11/11/09
to

"Uwe Hercksen" <herc...@mew.uni-erlangen.de> schrieb im Newsbeitrag
news:7lst36F...@mid.dfncis.de...

K�nnte es nicht sein, dass die "Alterung" mit UV und Sauerstoff, bzw. Luft
zusammenh�ngt, den es auf dem Mond ja nicht gibt und deshalb die
Flaggen kaum ver�ndert sind?

georg


Rainer Kresken

unread,
Nov 11, 2009, 2:57:19 PM11/11/09
to
Georg wrote:

> K�nnte es nicht sein, dass die "Alterung" mit UV und Sauerstoff, bzw. Luft
> zusammenh�ngt, den es auf dem Mond ja nicht gibt und deshalb die
> Flaggen kaum ver�ndert sind?

Nein, UV-Licht gibt es da reichlich; das reicht. Dazu kommen noch die
Mikrometeorite.

Rainer

Ingo Rohlfs

unread,
Nov 12, 2009, 7:18:21 AM11/12/09
to
Rainer Kresken schrieb:


> Nein, UV-Licht gibt es da reichlich; das reicht. Dazu kommen noch die
> Mikrometeorite.
>

Da stellt sich mir die Frage, gibt es eigentlich langzeit Studien über
das Verhalten von Materialien im Vakkuum und unter extremen UV
Einstrahlungen?

Michael Khan

unread,
Nov 12, 2009, 8:35:06 AM11/12/09
to
Ingo Rohlfs wrote:

> Da stellt sich mir die Frage, gibt es eigentlich Langzeitstudien über


> das Verhalten von Materialien im Vakkuum und unter extremen UV
> Einstrahlungen?

Ja, zum einen hat man auf Apollo 12 Material von der zuvor ganz in der
Nähe gelandeten unbemannten Sonde Surveyor 3 zurückgebracht und genau
untersucht. Die waren allerdings da noch keine Jahrezehnte den
dortigen Bedingungen ausgesetzt gewesen, sonder weniger als 2 Jahre.

http://www.raumfahrer.net/raumfahrt/mondlandung/surveyor3.shtml

Und außerdem hat man Satelliten im Erdorbit ausgesetzt uund später mit
dem Shuttle wieder eingefangen und zurückgebracht, beispielsweise
LDEF ...

http://de.wikipedia.org/wiki/Long_Duration_Exposure_Facility

... und auch die europäische Mission EURECA.

http://de.wikipedia.org/wiki/EURECA

Allerdings sind die Bedingungen im Erdorbit nicht ganz dieselben wie
auf dem Mond, denn man hat im LEO durchaus noch Effekte der
Bestandteile der Hochatmosphäre, beispielsweise ATOX (atomarer
Sauerstoff).

Weltraum ist halt nicht gleich Weltraum, es kommt schon darauf an, wo
man ist.

Rainer Kresken

unread,
Nov 12, 2009, 8:37:49 AM11/12/09
to
Ingo Rohlfs wrote:

> Da stellt sich mir die Frage, gibt es eigentlich langzeit Studien über
> das Verhalten von Materialien im Vakkuum und unter extremen UV
> Einstrahlungen?

warum nicht?
Tatsache ist aber, dass die UV-Strahlung reicht, mit oder ohne Luft.

Rainer

Uwe Hercksen

unread,
Nov 16, 2009, 7:12:41 AM11/16/09
to

Georg schrieb:


>
> K�nnte es nicht sein, dass die "Alterung" mit UV und Sauerstoff, bzw. Luft
> zusammenh�ngt, den es auf dem Mond ja nicht gibt und deshalb die
> Flaggen kaum ver�ndert sind?

Hallo,

UV gibt es auf dem Mond noch wesentlich mehr als auf der Erde.

Bye

Uwe Hercksen

unread,
Nov 16, 2009, 7:16:01 AM11/16/09
to

Ingo Rohlfs schrieb:

> Da stellt sich mir die Frage, gibt es eigentlich langzeit Studien über
> das Verhalten von Materialien im Vakkuum und unter extremen UV
> Einstrahlungen?

Hallo,

beim Bau von Satelliten die einige Jahre leben sollen muß man schon
wissen welche Materialien man nicht nehmen darf weil sie in Hochvakuum
des Weltraums zu stark ausgasen. Wenn man überhaupt Kabelbinder aus
Nylon verwenden darf dann nur schwarz eingefärbte, die sind beständiger
unter UV.

Bye

Georg

unread,
Nov 20, 2009, 1:17:55 AM11/20/09
to

"Uwe Hercksen" <herc...@mew.uni-erlangen.de> schrieb im Newsbeitrag
news:7mcttqF...@mid.dfncis.de...


Ich meinte UV in Verbindung mit Sauerstoff.

Ich arbeite viel mit harter UV-Strahlung und wei�
daher aus erfahrung, dass die meisten Sch�den an
Materialien durch Ozon entstehen, der durch die UV-Strahling entsteht.
Bei Ozonfreien UV-Lichtquellen sind die zersetzenden Besch�digungen
auch �ber l�ngere Zeit kaum fest zu stellen

Georg

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