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Blimps auf Mars, Venus und Titan

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Benno Hartwig

unread,
Jan 26, 2012, 8:50:36 AM1/26/12
to
Wären wir eigentlich technisch in der Lage,
auf dem Mars sowas wie einen Ballon oder
sogar einen netten Blimp fahren zu lassen?
Vielleicht schön Solarenergie-gespeist?
Oder ist die 'Luft' dort dafür einfach zu
dünn?

Wären Jupitermonde oder Saturns Titan
Kandidaten für solch ein Vorhaben?

Oder auch doch die Venus. Wären hier die
Temperaturen in größere Höhen vielleicht
erträglich? Und auch die Zusammensetzung?

Oder ist solche eine Ballon/Blimp-Idee
einfach Quark? Warum, ggf.?

Benno


Puerstinger Josef

unread,
Jan 26, 2012, 11:12:26 AM1/26/12
to
Benno Hartwig wrote:
> Wären wir eigentlich technisch in der Lage,
> auf dem Mars sowas wie einen Ballon oder
> sogar einen netten Blimp fahren zu lassen?
> Vielleicht schön Solarenergie-gespeist?
> Oder ist die 'Luft' dort dafür einfach zu
> dünn?

Laut Wikipedia herrscht auf dem Mars ein Luftdruck von ca. 0,006bar. Die
Lufthülle besteht grösstenteils aus CO2, welches beim vorherrschenden
Druck eine Dichte von ca. 0,0117kg/m^3 hat. D.h., um 1kg schweben zu
lassen, benötigt man einen Ballon mit einem Volumen von ca. 85m^3, also
eine Kugel mit ca. 5,5m Durchmesser...

HTH,
Josef

Carla Schneider

unread,
Jan 26, 2012, 3:47:20 PM1/26/12
to
Benno Hartwig wrote:
>
> Wären wir eigentlich technisch in der Lage,
> auf dem Mars sowas wie einen Ballon oder
> sogar einen netten Blimp fahren zu lassen?
Das hier kommt der Sache schon recht nahe:
http://de.wikipedia.org/wiki/Archimedes_%28Raumsonde%29

> Vielleicht schön Solarenergie-gespeist?
> Oder ist die 'Luft' dort dafür einfach zu
> dünn?

Auf der Erde koennen Ballons auch maximal 49 km hoch fliegen:
http://www.shortnews.de/id/407946/NASA-stellt-mit-Ballon-neuen-Hoehenrekord-auf
Der koennte auch auf dem Mars hoeher fahren als der hoechste Berg dort.


>
> Wären Jupitermonde oder Saturns Titan
> Kandidaten für solch ein Vorhaben?

Kandidaten waeren nur Venus Titan und Mars, allen anderen fehlt es an Atmosphaere.
Auf Triton und Pluto duerfte sie deutlich zu duenn sein, alle anderen haben noch viel weniger.

>
> Oder auch doch die Venus. Wären hier die
> Temperaturen in größere Höhen vielleicht
> erträglich? Und auch die Zusammensetzung?

Natuerlich, dort wo der Druck so hoch ist wie auf der Erde auf Meereshoehe
und niedriger sind auch auf der Venus die Temperaturen ertraeglich.

>
> Oder ist solche eine Ballon/Blimp-Idee
> einfach Quark? Warum, ggf.?

Nein, an sowas wird ja gearbeitet.
Das Problem bei Ballons ist dass Landen und wieder starten schwierig ist, und
man auch nur schlecht steuern kann wohin man faehrt.

Jochem Huhmann

unread,
Jan 26, 2012, 4:06:50 PM1/26/12
to
"Benno Hartwig" <benno....@gmx.de> writes:

> Wären wir eigentlich technisch in der Lage,
> auf dem Mars sowas wie einen Ballon oder
> sogar einen netten Blimp fahren zu lassen?
> Vielleicht schön Solarenergie-gespeist?
> Oder ist die 'Luft' dort dafür einfach zu
> dünn?

Wäre schwierig, aber nicht unmöglich, würde ich sagen.

> Wären Jupitermonde oder Saturns Titan
> Kandidaten für solch ein Vorhaben?

Titan hat eine dichte Atmosphäre, die anderen eher nicht...

> Oder auch doch die Venus. Wären hier die
> Temperaturen in größere Höhen vielleicht
> erträglich? Und auch die Zusammensetzung?

Das haben die Russen schon 1986 mit zwei Ballons gemacht (bzw. die
Ballons waren von den Franzosen):

http://www.bernd-leitenberger.de/vega-sonden.shtml

> Oder ist solche eine Ballon/Blimp-Idee
> einfach Quark? Warum, ggf.?

Ich vermute mal, ein Orbiter und Landesonden bringen unter dem Strich
einfach mehr. Viel mehr als Winde, Temperatur und atmosphärische
Zusammensetzung kann man da nicht messen, für eine anständige Kamera mit
Optik wird die Nutzlast knapp, so dass das von einem Orbiter auch nicht
viel schlechter geht, dauerhafte Energieversorgung ist schwierig und
steuern ist fast unmöglich.


Jochem

--
"A designer knows he has arrived at perfection not when there is no
longer anything to add, but when there is no longer anything to take away."
- Antoine de Saint-Exupery

Christian Schuett

unread,
Jan 26, 2012, 4:36:25 PM1/26/12
to
Am 26.01.2012 08:50, schrieb Benno Hartwig:
> Wären wir eigentlich technisch in der Lage,
> auf dem Mars sowas wie einen Ballon oder
> sogar einen netten Blimp fahren zu lassen?
> Vielleicht schön Solarenergie-gespeist?
> Oder ist die 'Luft' dort dafür einfach zu
> dünn?

Druck an der Oberflaeche bei Titan ist 1,5 bar, also sogar noch deutlich
mehr, als auf der Erde. Damit duerfte ein Ballon problemlos moeglich
sein, dir Atmosphaere betseht groesstenteils aus Stickstoff, also auch
hier kein Problem. Sonne ist sehr schwach, weil weit weg, Solar faellt
also aus.

Bei der Benus schaut es schon anders aus. Zwar ist die Atmosphaere
extrem (!) dicht, ueber 90 bar an der Oberflaeche!, aber sie ist
groesstenteils mit Schwefelsaeure durchsetzt, was es natuerlich
schwierig macht fuer irgendwelche Materialien der Ballonhuelle... Sonne
kommt auch sehr wenig durch.


Chris

Carla Schneider

unread,
Jan 26, 2012, 4:52:26 PM1/26/12
to
Carla Schneider wrote:
>
> Benno Hartwig wrote:
> >
> > Wären wir eigentlich technisch in der Lage,
> > auf dem Mars sowas wie einen Ballon oder
> > sogar einen netten Blimp fahren zu lassen?
> Das hier kommt der Sache schon recht nahe:
> http://de.wikipedia.org/wiki/Archimedes_%28Raumsonde%29
>
> > Vielleicht schön Solarenergie-gespeist?
> > Oder ist die 'Luft' dort dafür einfach zu
> > dünn?
>
> Auf der Erde koennen Ballons auch maximal 49 km hoch fliegen:
> http://www.shortnews.de/id/407946/NASA-stellt-mit-Ballon-neuen-Hoehenrekord-auf
> Der koennte auch auf dem Mars hoeher fahren als der hoechste Berg dort.
>
> >
> > Wären Jupitermonde oder Saturns Titan
> > Kandidaten für solch ein Vorhaben?
>
> Kandidaten waeren nur Venus Titan und Mars, allen anderen fehlt es an Atmosphaere.
Jupiter,Saturn, Uranus und Neptun haben natuerlich genug davon, allerdings
bestehen die aus 80% (Neptun) bis 96% (Saturn) Wasserstoff und der Rest ist
fast nur Helium. Ein Ballon gefuellt mit 100% Wasserstoff koennte da schon
schweben wenn man tief genug geht, aber es wird schwierig.

Uwe Hercksen

unread,
Jan 27, 2012, 4:04:23 AM1/27/12
to


Benno Hartwig schrieb:

> Wären wir eigentlich technisch in der Lage,
> auf dem Mars sowas wie einen Ballon oder
> sogar einen netten Blimp fahren zu lassen?

Hallo,

ist doch ganz einfach, man hat mit Ballons auf der Erde so etwa 30 km
maximale Höhe erreicht. Man schaut also im Internet nach welcher Druck
bei uns in 30 km Höhe herrscht und vergleicht das mit dem Druck am
Marsboden.

Interessant würde es bei den Gasplaneten wie Jupiter, Saturn, Uranus und
Neptun. Ganz oben anfangen und dann durch Gas ablassen immer tiefer
gehen um auch das "Innere" näher zu erforschen. Nur wenn deren
Atmosphäre aus Wasserstoff und Helium besteht, was tut man dann in den
Ballon? Ein nuklear beheizter Heißgasballon?
Eine Eintauchsonde für einen der Gasplaneten fände ich faszinierend,
aber ob das realisierbar ist? Druck und Temperatur werden so eine Sonde
wohl schon bald zerstören noch bevor sie tief eingedrungen ist.

Bye

Benno Hartwig

unread,
Jan 27, 2012, 6:41:43 AM1/27/12
to

"Uwe Hercksen" <herc...@mew.uni-erlangen.de> schrieb

> Druck und Temperatur werden so eine Sonde wohl schon bald zerstören noch bevor sie tief eingedrungen ist.

Inwiefern ist der Druck denn hier kritisch?
Der Ballon wird mit dem steigenden Druck halt einfach kleiner.
Und andere Hohlräume habe ich erstmal nicht in Planung.
(sollte ich?)

Benno


Benno Hartwig

unread,
Jan 27, 2012, 6:48:33 AM1/27/12
to

"Jochem Huhmann" <j...@gmx.net> schrieb

> Ich vermute mal, ein Orbiter und Landesonden bringen unter dem Strich
> einfach mehr. Viel mehr als Winde, Temperatur und atmosphärische
> Zusammensetzung kann man da nicht messen, für eine anständige Kamera mit
> Optik wird die Nutzlast knapp...

Ich hatte schon die Hoffnung, dass sich eine hinreichend gute
Kamera mittragen lässt, die dann an interessante Objekte gaanz
dicht herangefahren werden kann. OK, eine Sendeeinheit, die
mindestens einen Orbiter erreichen kann, käme hinzu.
Einerseits beinahe-Nahaufnahmen von interessanten Dingen,
die aus größerer Entfernung ausgesucht werden können,
andererseits ein ziemlich großes Beobachtungsareal
wäre das, was mich an dieser Idee faszinierte.

Aber die Steuerbarkeit bei unbekannten Wetterverhältnissen
und die ggf. sehr dünne 'Luft' sind natürlich Probleme.

Benno


Uwe Hercksen

unread,
Jan 27, 2012, 7:11:18 AM1/27/12
to


Benno Hartwig schrieb:

> Inwiefern ist der Druck denn hier kritisch?
> Der Ballon wird mit dem steigenden Druck halt einfach kleiner.
> Und andere Hohlräume habe ich erstmal nicht in Planung.
> (sollte ich?)

Hallo,

wenn denn alle Elektronik und Mechanik der Sonde sowie ihre
Stromversorgung den Druck und die Temperatur aushält.

Wenn man alles ohne weitere gasgefüllte Hohlräume bauen kann.
Aber bei etwa 4000 bar kann man Wasser auf die Hälfte seines Volumens
komprimieren, ob das jeder IC im Kunststoff oder Keramik Gehäuse so
problemlos übersteht?

Bye

Uwe Hercksen

unread,
Jan 27, 2012, 8:09:05 AM1/27/12
to


Benno Hartwig schrieb:

> Aber die Steuerbarkeit bei unbekannten Wetterverhältnissen
> und die ggf. sehr dünne 'Luft' sind natürlich Probleme.

Hallo,

Zitat aus Wikipedia

"Der atmosphärische Druck beträgt auf der Oberfläche des Mars im Schnitt
nur 6,36 hPa (Hektopascal). Im Vergleich zu durchschnittlich 1013 hPa
auf der Erde sind dies nur 0,63 % und entspricht dem Luftdruck der
Erdatmosphäre in 35 Kilometern Höhe. "

http://de.wikipedia.org/wiki/Mars_%28Planet%29#Atmosph.C3.A4re

In 35 km hat man hier zwar Höhenforschungsballons geschickt, aber keine
Blimps. Der nötige Antrieb ist einfach zu schwer. Wie soll da bei etwas
Wind noch nahe an ein interessantes Objekt herangefahren werden können
wenn der Antrieb fast nichts wiegen darf? Ballast abwerfen und Gas
ablassen zur Kontrolle der Flughöhe geht ja nicht weil man kein Gas mehr
nachfüllen kann. Marsstaub als Ballast aufnehmen ginge zwar, aber dann
müsste gleichzeitig auch Gas nachgefüllt werden damit der Schwebezustand
erhalten bleibt. Bei einem Sturm muss rechtzeitig Höhe gewonnen werden
bevor der Blimp an einem Berg oder Felsen beschädigt wird.

Bye

Jochem Huhmann

unread,
Jan 27, 2012, 8:58:52 AM1/27/12
to
Uwe Hercksen <herc...@mew.uni-erlangen.de> writes:

> In 35 km hat man hier zwar Höhenforschungsballons geschickt, aber keine
> Blimps. Der nötige Antrieb ist einfach zu schwer. Wie soll da bei etwas
> Wind noch nahe an ein interessantes Objekt herangefahren werden können
> wenn der Antrieb fast nichts wiegen darf? Ballast abwerfen und Gas
> ablassen zur Kontrolle der Flughöhe geht ja nicht weil man kein Gas mehr
> nachfüllen kann. Marsstaub als Ballast aufnehmen ginge zwar, aber dann
> müsste gleichzeitig auch Gas nachgefüllt werden damit der Schwebezustand
> erhalten bleibt. Bei einem Sturm muss rechtzeitig Höhe gewonnen werden
> bevor der Blimp an einem Berg oder Felsen beschädigt wird.

Ich wäre mir da ziemlich sicher, dass man da von vornherein in einer
sicheren Höhe bleiben würde, weil das einfach viel zu träge und
gefährlich wäre. Was natürlich aufgrund des in größerer Höhe nochmal
geringeren Drucks das Nutzlastproblem weiter verschärft und aufgrund der
Flughöhe auch das Kameraproblem vergrößert... Kurz: Macht insgesamt
nicht so viel Sinn.

René Schuster

unread,
Jan 27, 2012, 8:48:52 AM1/27/12
to
On 2012-01-26 16:50, Benno Hartwig wrote:

> Oder auch doch die Venus. Wären hier die
> Temperaturen in größere Höhen vielleicht
> erträglich? Und auch die Zusammensetzung?

<http://de.wikipedia.org/wiki/Venuskolonisation#Vorteile_und_Gr.C3.BCnde>

--- snip ---
Die obere Venus-Atmosphäre ist in einer Höhe von etwa 50 Kilometern in
Bezug auf Temperatur und Luftdruck ähnlich (1 bar, bei 0–50 Grad
Celsius). Außerdem kann von dieser Höhe aus ausreichend Solarenergie
gewonnen werden, da auf jeden Quadratmeter etwa 2610 Watt
Sonneneinstrahlung fällt, die 1,9-fache Menge der Sonneneinstrahlung der
Erde. Die Wolken reflektieren einen großen Teil davon, so dass man
Solarpanels zur Sonne wie auch zur Planetenoberfläche richten könnte, um
Strom zu erzeugen.
--- snap ---

> Oder ist solche eine Ballon/Blimp-Idee
> einfach Quark? Warum, ggf.?

Was genau soll das bringen?

--
rs

Benno Hartwig

unread,
Jan 27, 2012, 10:04:51 AM1/27/12
to

"René Schuster" <rene+...@schuster.priv.at> schrieb

> Was genau soll das bringen?

Prinzipiell
(und leider nicht wie von dir gefordert 'genau'):
Beweglichkeit über ein relativ großes Gebiet.
Und die Möglichkeit, sich interessanten Dingen dann
auch sehr zu nähern, dort eine Weile zu bleiben.
Relativ fix auch entferntere Ziele zu erreichen.

OK, hoch in der Venusatmosphäre herumzugondel
wäre von der Idee, sich etwas Interessantem
zu nähern, ein gutes Stück entfernt. :-(
Vielleicht verbessern sich aber auch bereits so
die chancen, die Venusoberfläche überhaupt
Fotografisch zu erfassen. Wie gut mag die
Sichtbarkeit der Oberfläche von einer
noch praktikablen Höhe aus sein?

Wenn das Herumgondeln auf Mars oder Titan
technisch handhabbar wäre, ließen sich so
aber ggf. sehr schön interessante Ziele anfahren.
(OK, Das Tragfähigkeitsproblem wurde schon angesprochen)

Benno


Benno Hartwig

unread,
Jan 27, 2012, 10:16:55 AM1/27/12
to

"Uwe Hercksen" <herc...@mew.uni-erlangen.de> schrieb im

> "Der atmosphärische Druck beträgt auf der Oberfläche des Mars im Schnitt nur 6,36 hPa (Hektopascal). Im Vergleich zu
> durchschnittlich 1013 hPa auf der Erde sind dies nur 0,63 % und entspricht dem Luftdruck der Erdatmosphäre in 35 Kilometern Höhe.
> "

Der Druck ist so, klar.
Und so spielend kommt man über diese Höhe sicher
nicht hinaus, besonders nicht mit Last.

Hilft ggf. die andersartige Zusammensetzung der
Marsatmosphäre weiter?
95% Kohlendioxid mit Molgewicht 44,
Auf der Erde haben wir halt:
ca. 80% Stickstoff mit Molgewicht 28 pro Teilchen
und 20% Sauerstoff mit Molgewicht 32 pro Teilchen.
Im Durchschnitt also ca 29
(Sorry, meine Ausdrucksweise mit 'Molgewicht' ist
vermutlich nicht korrekt, aber ich werde wohl verstanden)
Ein Heliumballon sollte dort immerhin um
den Faktor 40/25=1,6 besser tragen als hier.
(Naja, ein Brustlöser? Nicht wirklich :-( )

Benno




André Grafe

unread,
Jan 27, 2012, 8:28:26 PM1/27/12
to
Du kannst den Auftrieb aber auch verringern indem Du Gas in einen Tank
pumpst, unter Druck natürlich, dieses Gas kannst Du dann später wieder
in den Ballon zurückströmen lassen um den Auftrieb zu erhöhen, es geht
also auch ohne Gasverluste. Ballast abwerfen und Gas ablassen sind doch
Techniken aus den Anfängen der Luftschifferei, macht heute kaum noch
jemand, zumindest nicht in der professionellen Luftschifferei, das
Helium ist für solche Spielereien viel zu teuer.

André

--
André Grafe
01239Dresden 51°00'27.10 N 13°47'43.02 E
http://www.boincstats.com/signature/user_117365.gif

René Schuster

unread,
Jan 28, 2012, 2:26:16 AM1/28/12
to
On 2012-01-27 18:04, Benno Hartwig wrote:

> Prinzipiell
> (und leider nicht wie von dir gefordert 'genau'):
> Beweglichkeit über ein relativ großes Gebiet.

Hmm, ein Ballon ist überhaupt nicht beweglich sondern an den Wind gebunden.

> Und die Möglichkeit, sich interessanten Dingen dann
> auch sehr zu nähern, dort eine Weile zu bleiben.
> Relativ fix auch entferntere Ziele zu erreichen.

Dafür brauchst Du entweder Windstille oder (sehr) starke Motoren.

> OK, hoch in der Venusatmosphäre herumzugondel
> wäre von der Idee, sich etwas Interessantem
> zu nähern, ein gutes Stück entfernt. :-(
> Vielleicht verbessern sich aber auch bereits so
> die chancen, die Venusoberfläche überhaupt
> Fotografisch zu erfassen.

Du könntest bestenfalls die Wolkenoberseite fotografisch erfassen falls
die Sicht gut ist, was bei der Venusatmosphäre vermutlich nicht der Fall
ist.

> Wie gut mag die
> Sichtbarkeit der Oberfläche von einer
> noch praktikablen Höhe aus sein?

Praktikabel wofür? Wenn es um Kartografierung geht ist IMO mit
Satelliten und Radar mehr rauszuholen als optisch mit einem Ballon.

--
rs

Uwe Hercksen

unread,
Jan 30, 2012, 4:21:17 AM1/30/12
to


André Grafe schrieb:

> Du kannst den Auftrieb aber auch verringern indem Du Gas in einen Tank
> pumpst, unter Druck natürlich, dieses Gas kannst Du dann später wieder
> in den Ballon zurückströmen lassen um den Auftrieb zu erhöhen, es geht
> also auch ohne Gasverluste.

Hallo,

nur haben wir eh schon ein Problem mit der Nutzlast, da können wir einen
schweren Tank und einen Kompressor für das Ballongas nicht so gut brauchen.

Bye

Benno Hartwig

unread,
Jan 30, 2012, 7:05:15 AM1/30/12
to

"René Schuster" <rene+...@schuster.priv.at> schrieb

> Hmm, ein Ballon ist überhaupt nicht beweglich sondern an den Wind gebunden.

Aber recht fix über durchaus weite Strecken bewegt
er sich doch. Nur steuern wäre schwierig.
Aber ein solarbetriebener Blimp wäre natürlich viel toller.

> Dafür brauchst Du entweder Windstille oder (sehr) starke Motoren.

Ja, um eine Weile dort zu bleiben.
Ansonsten hast du halt 'nur' dichte Vorbeiflüge. Immerhin!

> Du könntest bestenfalls die Wolkenoberseite fotografisch erfassen falls
> die Sicht gut ist, was bei der Venusatmosphäre vermutlich nicht der Fall
> ist.

So in ca. 40 km Höhe könnte man da vielleicht herumgondeln.
Da haben wie so 0° bis 100° Celsius.
(im Schwefelsäure-Dunst. Ob das gut ist? Na egal, erstmal.)
Wikipedia meint die meisten WOlken wären ca. in
50 km Höhe. Ggf. könnte man aus 35 bis 40 km Höhe
doch sehr schön auf die Oberfläche schauen?

> ...Wenn es um Kartografierung geht ist IMO mit
> Satelliten und Radar mehr rauszuholen als optisch mit einem Ballon.

Ich denke, wenn man direkt die Frequenzspektren analysieren
kann, die von der Oberfläche abgestrahlt werden, dann lässt
sich ggf. schon einiges mehr über die Oberfläche und
das was dort herumliegt erfahren. Ggf. könnten mit
Teleobtik Interessantes auch sehr detailliert aufgenommen
werden. Selbst ein Ballon käme vermutlich so fix voran,
dass permanent Interessantes detailliert aufgenommen
werden könnte. (So fix sich das dann eben auch
zur Erde oder einem Orbiter übertragen lässt)

Solche Aufnahmen hätten auch nicht nur die Qualität
"So wie schon vorher oft geknipst, nur eben etwas besser"
sondern es wären Bilder, wie es sie bislang
überhaupt nicht gibt. Mit doch einem ggf.
deutlichen Erkenntnisgewinn.
(vermute ich mal so mit meinem Laienkopf)

Benno



Uwe Hercksen

unread,
Jan 30, 2012, 7:20:43 AM1/30/12
to


Benno Hartwig schrieb:

> So in ca. 40 km Höhe könnte man da vielleicht herumgondeln.
> Da haben wie so 0° bis 100° Celsius.
> (im Schwefelsäure-Dunst. Ob das gut ist? Na egal, erstmal.)
> Wikipedia meint die meisten WOlken wären ca. in
> 50 km Höhe. Ggf. könnte man aus 35 bis 40 km Höhe
> doch sehr schön auf die Oberfläche schauen?

Hallo,

die Wolken gehen laut Wikipedia von 50 bis 70 km Höhe, an ihrer
Unterseite ist es schon so heiß das die Schwefelsäure Tröpfchen
verdampfen und sich in Schwefeldioxid, Wasserdampf und Sauerstoff
zersetzen. Ich fürchte da ist es deutlich heißer als 100 °C. Unterhalb
des Schwefelsäure Dunsts in 10 km Höhe sind es laut Grafik schon etwa
170 °C. In 40 km Höhe könnte der Dunst optische Aufnahmen noch zu sehr
stören.

Bye

Benno Hartwig

unread,
Jan 30, 2012, 8:10:23 AM1/30/12
to

"Uwe Hercksen" <herc...@mew.uni-erlangen.de> schrieb

> die Wolken gehen laut Wikipedia von 50 bis 70 km Höhe, an ihrer Unterseite ist es schon so heiß das die Schwefelsäure Tröpfchen
> verdampfen und sich in Schwefeldioxid, Wasserdampf und Sauerstoff zersetzen. Ich fürchte da ist es deutlich heißer als 100 °C.

Ich fand auf Wikipedia halt
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Venusatmosphere_de.svg&filetimestamp=20090725201627
Da wird bei Höhe 50 km eine Temperatur von knapp
_unter_ 0°C angezeigt.
100°C haben wir (pi mal Daumen) so bei 37 km Höhe.

OK, wie gut von dort aus die Sicht ist, und mit welchen
Tricks sich da was machen lässt, weiß ich nicht.
Ganz sicher sind wir dort aber unter den so oft
als Einwand gebrachten _dicken_ Wolkendecken der Venus.

Meinst du die Grafik stimmt nicht?
Benno


Uwe Hercksen

unread,
Jan 30, 2012, 8:22:04 AM1/30/12
to


Benno Hartwig schrieb:

> OK, wie gut von dort aus die Sicht ist, und mit welchen
> Tricks sich da was machen lässt, weiß ich nicht.
> Ganz sicher sind wir dort aber unter den so oft
> als Einwand gebrachten _dicken_ Wolkendecken der Venus.

Hallo,

das wäre aber für so eine Mission die entscheidende Frage, wie tief muß
man für eine ausreichend gute Sicht runter.

Bye

René Schuster

unread,
Jan 31, 2012, 2:59:12 AM1/31/12
to
On 2012-01-30 16:10, Benno Hartwig wrote:

> OK, wie gut von dort aus die Sicht ist, und mit welchen
> Tricks sich da was machen lässt, weiß ich nicht.

<http://de.wikipedia.org/wiki/Venus_(Planet)#Wetter>

| Von dem auf die Venus einfallenden Sonnenlicht erreichen nur zwei
| Prozent die Oberfläche und ergeben eine Beleuchtungsstärke von
| etwa 5000 Lux. Die Sichtweite dort beträgt wie an einem trüben
| Nachmittag rund drei Kilometer.

> Ganz sicher sind wir dort aber unter den so oft
> als Einwand gebrachten _dicken_ Wolkendecken der Venus.

Aber mitten im Schwefelsäure-Dunst.

--
rs

Benno Hartwig

unread,
Jan 31, 2012, 4:41:34 AM1/31/12
to

"René Schuster" <rene+...@schuster.priv.at> schrieb

> Aber mitten im Schwefelsäure-Dunst.

Abgesehen von der aggressiven Umgebung:
Wie dunstig mag es denn dort sein, sagen wir
mal in 35 km Höhe?

Benno


Uwe Hercksen

unread,
Jan 31, 2012, 6:37:08 AM1/31/12
to


Benno Hartwig schrieb:

> Abgesehen von der aggressiven Umgebung:
> Wie dunstig mag es denn dort sein, sagen wir
> mal in 35 km Höhe?

Hallo,

wenn die horizontale Sichtweite am Boden nur rund drei Kilometer beträgt
wird man wohl aus 35 km Höhe vom Boden sehr wenig sehen.

Bye

Carla Schneider

unread,
Jan 31, 2012, 2:32:47 PM1/31/12
to
Kommt auf den Wellenlaengenbereich an. Auf der Erde kann man im Infraroten sehr
gut durch den Dunst sehen.

Rüdiger Rösler

unread,
Jan 31, 2012, 4:09:23 PM1/31/12
to
Carla Schneider <carl...@yahoo.com> typed:
Hier haben wir es leider mit überwiegend CO₂zu tun. Bei der Dichte und
der Zusammensetzung der Atmosphäre würde ich erwarten, dass das Licht
im sichtbaren Bereich sehr stark gestreut wird, IR wird absorbiert. Das
wird also nix.

--
ЯR

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