Durch diese Aufregung verliere ich bei Referaten schonmal so sehr das
Konzept, daß ich gar nicht mehr weiß wo ich gerade dran war und was
ich noch
sagen muß. Und das ist auf gut deutsch total beschissen!!!
Ich hoffe nun, daß es irgendeine Lösung für mich gibt, wie ich dieses
Problem beseitigen kann, um wieder vernünftig vor Leute treten zu
können.
In 3 Wochen muss ich einen Vortrag halten und schon jetzt habe ich
Alptraum!
Und, kann mir bitte jemand einen guten Psychologen in Frankfurt/M
empfelen?
Gruß
Darius
Dein Problem mit dem Vortragen ist durchaus "heilbar" - mach Dir also erst
mal nicht allzuviele Sorgen.
Zwei Tips, mit denen Du vielleicht selbst ein wenig dagegen angehen kannst
wären:
- bereite Dich -wenn möglich- gut vor, so daß Du das Gefühl hast, alles
(zumindest alles relevante) zum entsprechenden Thema parat zu haben - das
hilft erst mal gegen die Angst, sich nicht auszukennen und von den Zuhörern
"zerlegt" zu werden.
- Wenn es die Situation zulässt kannst Du Deinem Publikum erzählen, daß Du
sehr aufgeregt bist. Das reduziert oft die Spannung einer solchen Situation
und gibt Dir auch eine kleine Pause, in der Du Dich wieder sammeln kannst.
Die Adressen professioneller Helfer (=Psychotherapeuten) erfährst Du von
Deiner Krankenkasse - wenn Du Student bist, kannst Du dich auch an die
psychologische Beratungsstelle der Uni wenden, die Dir eventuell selbst
entsprechende Trainings bzw. Behandlung (meist unverschämt günstig) anbieten
kann, Dich aber mit Sicherheit auch an geeignete Therapeuten verweisen kann.
Nur Mut !
Martin
--
---
"Darius Avesta" <d...@highspeed3.de> schrieb im Newsbeitrag
news:a5c1ff6b.03040...@posting.google.com...
> Mein Problem ist, daß ich, wenn ich in diese Lage
> komme, irgendwie innerlich in Panik gerate, was dann meist wie folgt
> aussieht: Zuerst nach außen normales Verhalten mit
> Verlegenheitsgrinsen (was
> ich noch nicht so schlimm finde). Aber sobald ich dann anfange zu
> reden,
> habe ich Probleme mit dem Atmen.
Zuviel Adrenalin.
>
> Durch diese Aufregung verliere ich bei Referaten schonmal so sehr das
> Konzept, daß ich gar nicht mehr weiß wo ich gerade dran war und was
> ich noch
> sagen muß. Und das ist auf gut deutsch total beschissen!!!
>
> Ich hoffe nun, daß es irgendeine Lösung für mich gibt, wie ich dieses
> Problem beseitigen kann, um wieder vernünftig vor Leute treten zu
> können.
>
> In 3 Wochen muss ich einen Vortrag halten und schon jetzt habe ich
> Alptraum!
Hallo Darius,
mein erster Rat wird hier den Wenigsten gefallen, ich geb ihn
trotzdem: lass dir von deinem Arzt ein leichtes Sedativum
verschreiben, einen Tranquilizer, z.B. Oxazepam 10mg. Probier die
Wirkung vorher aus und nimm das Zeug ca. eine Stunde vor der
belastenden Situation.
Schlimm sind ja meistens nur die ersten Minuten (Schwitzen,
Herzklopfen, hastige Atmung), und da hilft so ein Medikament.
Ausserdem wirst du deine Soziale Phobie (so nennt man das) kaum in den
nächsten drei Wochen überwinden.
Voraussetzung ist natürlich, dass du gut auf deinen Vortrag
vorbereitet bist.
Üb das zuhause, möglichst in freier Rede mit Hilfe eines
Stichwortzettels, vorformulierte Texte machen eher unsicher.
Und ein anderer Tip, der auch schon gegeben wurde: Versuch, die
Situation gleich am Anfang zu entkrampfen, eine witzige Bemerkung
("Ich hab schweißnasse Hände im Moment, aber keine Angst, ich fass
euch nicht an.") wirkt oft Wunder.
Lachende Zuhörer wirken weniger bedrohlich.
Viel Erfolg, Gruß, Rainer
<snip>
> mein erster Rat wird hier den Wenigsten gefallen, ich geb ihn trotzdem:
lass dir von deinem > Arzt ein leichtes Sedativum verschreiben, einen
Tranquilizer, z.B. Oxazepam 10mg. Probier > die Wirkung vorher aus und nimm
das Zeug ca. eine Stunde vor der belastenden Situation.
> Schlimm sind ja meistens nur die ersten Minuten (Schwitzen, Herzklopfen,
hastige Atmung), > und da hilft so ein Medikament.
Das ist durchaus - zumindest wenn zunächst nur eine einzelne Streßsituation
ansteht - ein gangbarer Weg. Sollte Darius das Problem öfter haben, würde
ich aber dazu raten, Tranquilizer (nur) in Abstimmung mit einer/m etwas
länger ausgerichteten Beratung/Therapie/Training zu verwenden.
> Ausserdem wirst du deine Soziale Phobie (so nennt man das) kaum in den
> nächsten drei Wochen überwinden.
Obs gleich eine soziale Phobie oder nur (harmlosere) Prüfungsangst oder
dergleichen ist, würde ich so aus der Ferne nicht sagen wollen. Den Gang zu
einer Beratungsstelle kann ich hier nur empfehlen.
Ach ja, hab ich noch vergessen: Der erste Termin bei den Uni-Stellen kost
nix [ist bei anderen Institutionen oft genauso] - und die kennen sowas,
haben ja jedes Jahr genug Studenten mit ähnlichen Problemen.
<snip>
Grüße,
Martin
> sobald ich dann anfange zu reden,
>habe ich Probleme mit dem Atmen. Ich rede kurz, muß dann schon wieder
>einatmen, obwohl ich noch nicht völlig beim Reden ausgeatmet habe,
>rede dann weiter, muß in einem noch kürzeren Abstand einatmen, so daß der
>Abstand zwischen den Atemzügen immer geringer wird. Folge: Irgendwann
>spreche ich immer nur noch ein paar Worte zwischen den kurzen, hastigen
> Atemzügen, kann dabei nur wenig Luft einatmen. Dadurch kommt es dann
>vermutlich irgendwann zur einem 'Mangel an Sauerstoff', so daß mein Pulsschlag
>noch schneller wird. Außerdem fängt die Stimme an zu flattern und es kommt zum
>'Frosch im Hals'.
Das ist ein u.a. aus Panikattacken bekanntes Phaenomen.
"Hyperventilation:
Durch das verstärkte und schnellere Abatmen von CO2 kommt
es aufgrund des verringerten CO2 Spiegels im Blut zu einer
reflektorischen Engstellung der Blutgefäße im Gehirn. Das hat eine
geringere Sauerstoffversorgung des Gehirns aufgrund der
schlechteren Durchblutung zur Folge."
Als paradoxe Folge schelleren Atmens und verstaerkter
Sauerstoffaufnahme, erhaelt das Gehirn also *weniger*
Sauerstoff. Das kann im ZNS ein Gefuehl der Atemlosigkeit,
Benommenheit und Verwirrung nach sich ziehen. Peripher
folgen Symptome wie erhoehte Pulsfrequenz, Taubheitsgefuehle
in den Gliedern, Muskelverkrampfungen.
Insgesamt bleibt die Person in hoechster Alarmbereitschaft.
Der biologische Sinn der Sache ist der: eigentlich soll die
schnelle Sauerstoffaufnahme den Koerper auf "Flucht" oder
"Kampf" einstellen. Wenn der Sauerstoff nicht durch koerperliche
Anstrengung wie eben bei einer Flucht oder einem Kampf
verbraucht wird, stellen sich die o.g. Phaenomene ein.
Eine Gegenmassnahme gegen die Ausloesung der Hyperventilation
besteht in der aktiven, bewusste Atemkontrolle in der Stressituation,
also z.B. Bauchatmung, bewusste Verlangsamung der Atemfrequenz.
Fuer so etwas gibt es Uebungen, ich denke wohl auch in Buchform,
oder Anleitungen im Netz. Effektiver ist es vermutlich, mit einem
Experten zu ueben. Im allerschlimmsten Fall hilft die beruehmte
Papiertuete (Atmen in einer Tuete erhoeht den CO2 Gehalt), aber
das ist in Vortragssituationen wohl eher schwierig einzusetzen.
Speziell gegen den Frosch im Hals hilft uebrigens auch, direkt vor
einem Vortrag ein bisschen zu reden und/oder etwas zu trinken.
Dann ist die Muskulatur in dem Bereich bereits in Aktion und
verkrampft nicht so leicht.
>Durch diese Aufregung verliere ich bei Referaten schonmal so sehr das
>Konzept, daß ich gar nicht mehr weiß wo ich gerade dran war und was
>ich noch sagen muß. Und das ist auf gut deutsch total beschissen!!!
Jep. Allerdings ist es manchmal ueberraschend, wenn man sich
feedback ueber seinen Vortrag einholt, wie wenig die Zuhoerer
davon mitbekommen.
Glueck auf!
Michael
--
"Kommt zu einem schmerzlosen Zustand noch die
Abwesenheit der Langeweile, so ist das irdische
Glück im Wesentlichen erreicht." (Arthur Schopenhauer)
(Lampenfieber)
Hallo Darius!
Dagegen hilft wahrscheinlich nur viel Uebung... :-)
Am besten ist es, wenn Du den Vortrag vorher mehrmals
durchexerzierst, entweder vor dem Spiegel oder (besser)
mit einem Freund oder einer Freundin. Auch wenn Du Dir
am Anfang vielleicht etwas seltsam vorkommst, wenn Du
zum Spiegel redest: Man gewinnt SO viel an Sicherheit,
wenn man das Thema nicht im Seminar zum ersten Mal
abhandelt!!
Mir ging es genauso mir dem Lampenfieber, aber das
Ueben hilft sehr. Mach' Dir handliche Zettel (Karteikarten),
auf denen Du die wichtigsten Infos aufschreibst. Und denk
daran: In der Sitzung, da Du Deinen Vortrag haeltst, bist
DU der Experte und hast Deinen KommilitonInnen einiges
an Wissen voraus, so dass Du Dich wg. "die wissen alle
viel mehr als ich, sie werden mich in der Luft zerreissen!"
keinen Stress machen musst ;-)
Falls ich Dir sonst noch irgendwie mit Rat&Tat zur Seite
stehen kann, mail mir einfach; ansonsten toi-toi-toi!! :-)
Viele Gruesse, Tanja
> Und, kann mir bitte jemand einen guten Psychologen in Frankfurt/M
> empfelen?
ich wuerde dir mal eine gute vorbereitung empfehlen:
<http://www.stangl-taller.at/ARBEITSBLAETTER/PRAESENTATION/>
8-}) ws
Ferndiagnosen anhand eines einmaligen Postings und dann
gleich Medikamente empfehlen, na super... vielleicht tut's ja
auch Baldrian, so dass man nicht direkt die Tranquilizer reinknallen
muss?
Gruesse, Tanja
Da stimme ich Tanja vollkommen zu, wobei das bei mir im Laufe der Jahre
immer besser geworden ist (denke ich ;) ). Also langfristige Übung durch
immer neue Vorträge, meine ich.
Inzwischen trage ich gerne mal was vor, z.B. auf einer
Mitgliederversammlung.
Gruß, Burkart
Michael Specka am 02.04.03 / 09:07 (Mittwoch):
> Jep. Allerdings ist es manchmal ueberraschend, wenn man
> sich feedback ueber seinen Vortrag einholt, wie wenig die
> Zuhoerer davon mitbekommen.
Ja, meiner Erfahrung nach - und ich habe mich viel mit Rhetorik
beschaeftigt - ueberschaetzen die meisten uebernervoesen Anfaenger ihre
negative Wirkung auf das Publikum. Die Nervoesitaet speist sich
anscheinend oft aus der Angst, nicht gut zu wirken, d. h. der
aengstliche Redner sieht seine eigene Nervositaet oder andere Schwaechen
wie mit einer Lupe. Unter Umstaenden schraubt sich das dann hoch, d. h.
der Redner sieht seine Nervositaet als Bestaetigung seiner
Befuerchtungen und wird noch nervoeser, sieht seine Befuerchtungen
nochmal und noch deutlicher bestaetigt, wird also noch unruhiger, usw.
Das Publikum bewertet den Vortrag des nervoesen Redners nach meiner
Erfahrung aber _bei weitem_ nicht so negativ, wie der es erwartet, weil
das Publikum nicht so extrem auf dessen vermeintliche Schwaechen
fokussiert ist, wie der Redner selbst.
Atemuebungen gehoeren zur Sammlung der probaten Gegenmittel, das
wichtigste ist meiner Ansicht nach dabei gar nicht das bessere Atmen,
sondern dass der Redner in Gedanken von seinen Befuerchtungen und
Anspruechen gegen sich selbst weg kommt. Wenn man an seine Bauchatmung
denkt, sie bewusst beobachtet, kann man sich einfach nicht gleichzeitig
in Probleme hineinsteigern.
Auch koerperliche Uebungen kurz vor der Rede werden teilweise empfohlen,
natuerlich wird durch etwas Tanzen oder Singen einerseits die Atmung und
Durchblutung erhoeht und andererseits u. U. angespannte Energie (hier
erwaehnte jemand Adrenalin) verbraucht. Also wenn jemand schon auf
Flucht und Kampf eingestellt ist, dann kann es *unter Umstaenden*
helfen, das vor der Rede etwas auszuagieren.
Allgemeinen Rezepten, die angeblich immer helfen, stehe ich sehr
kritisch gegenueber. Ein Redelehrer, also ein Rhetoriker hingegen geht
auf den einzelnen Schueler ein. Ein solcher Rhetoriker sollte meines
Erachtens immer versuchen, dem aengstlichen Redner
- rational klar zu machen und einzupraegen, dass er die Situation
ueberbewertet;
- zu Erfolgserlebnissen und positivem Feedback vor Zuhoerergruppen
verhelfen;
- zu einfacher Atemmeditation - wie oben genannt - anleiten.
Woertlich vorbereitete Reden sind nix fuer nervoese Anfaenger, wie hier
schon jemand erwaehte, weil der Anfaenger total abzustuerzen droht,
sobald er den Faden verliert, was er dann als in der Regel als schweres
Versagen erlebt. Gerade dann wird auch dem Publikum in aller Regel
deutlich, dass der Redner diesmal wirklich etwas falsch macht, weil der
oft demonstrativ und umstaendlich einem Plan hinterherstolpert, anstatt
aus der aktuellen Redesituation heraus zu formulieren und zu agieren,
was in der Regel jeder Zuhoerer akzeptiert.
Gruss elek
--
"Die Menschen muessen leiden, um stark zu werden, dacht' ich.
Jetzt denk ich, sie muessen Freude haben, um gut zu werden."
Wilhelm von Humboldt
Hallo Tanja,
ich wollte keine Ferndiagnose stellen, sondern Darius ein Stichwort
liefern.
Er schrieb:
"Da ich mich selbst im Rahmen der Psychologie nicht auskenne, habe ich
hier und da Schwierigkeiten dieses Problem zu charakterisieren, aber
dennoch hoffe ich, daß ich es so beschreiben kann, daß mir irgendwie
jemand Ratschläge geben kann"
Er möchte sich offenbar erst mal schlau machen. Warum soll ich da nach
Lektüre seines postings den Begriff "Soziale Phobie" nicht nennen?
Michael Specka schrieb: "Das ist ein u.a. aus Panikattacken bekanntes
Phaenomen."
Würdest du Michael auch den Versuch einer Ferndiagnose unterstellen?
Martin Kuttner schrieb: "Obs gleich eine soziale Phobie oder nur
(harmlosere) Prüfungsangst oder dergleichen ist, würde ich so aus der
Ferne nicht sagen wollen."
Noch eine Ferndiagnose, diesmal im Konjunktiv?
Tanja, jemand der hier postet erwartet keine Diagnosen sondern
Hinweise.
Wenn er was anderes erwartet, hat er Pech gehabt.
> und dann gleich Medikamente empfehlen, na super...
Ja, und was spricht dagegen? Der OP muss in drei Wochen einen Vortrag
halten, ist furchtbar aufgeregt und wird sein Problem in dieser Zeit
nicht lösen können.
Warum sollte er für diese halbe Stunde seines Vortrags nicht ein
Beruhigungsmittel nehmen? Er wird dabei eventuell sogar die Erfahrung
machen, dass er sehr wohl ohne Atemnot vor vielen Leuten sprechen
kann.
>vielleicht tut's ja auch Baldrian, so dass man nicht direkt die
Tranquilizer >reinknallen muss?
Baldrian ist zu schwach. Und wieso "Tranquilizer reinknallen"?
Wieviel Baldrian willst du jemandem denn "reinknallen", damit es die
gezielte Wirkung eines leichten Benzos erreicht?
> Gruesse, Tanja
Gruß auch, Rainer
> Baldrian ist zu schwach.
ausserdem stinkt es!
und die katzen rennen einem nach, sagt ein
geruecht (nicht empirisch belegt).
8-}) ws
Hi Darius,
was du das beschreibst, das kenne ich gut.
Bin selbst nicht so der Alleinunterhalter, und dann auf einmal
so frei und ordentlich vor meist fremden Leuten sprechen...*urg*...
Meist ist der grösste Schockflattermoment (gerade in den
Einstiegsmomenten)
aber eher nur recht kurz.
Die Amplitude der auszuhaltenden Belastung sank
bei mir mit zunehmender Erfahrung und Konzentration auf den didaktischen
Erfolg.
Außerdem: Ein bißchen Adrenalin, ist wie einen steilen Berg hinauf, und
dann aber mit Genuß hinunter ....ahhhhhhh ;-)
..oder kann auch mal so richtig berauschen *sabber*
Auch bei der Vorbereitung ein bisschen aufpassen. Nicht zu sehr
an die Auswendigkette legen (!), es ist wichtig, dass du ein Gefühl dafür
bekommst, frei überzeugend zu reagieren und zu argumentieren. Je besser du
dich mit dem Thema
auskennst, je besser du didaktisch vorbereitet bist (!) desto angenehmer
ist
- wars jedenfalls für mich.
Drogen würde ich auf keinen Fall nehmen, die unterdrücken den geilen Kick
und
mit Lernen, ein Gefühl für den Einstieg zu bekommen ist dann nichts.
Niemals Fluchtverhalten einladen, schon gar nicht mit Medikamenten.
Am besten, man macht mehrere Referate hintereinander oder wiederholt
seinen
Vortrag vor anderen Gruppen. Mit der Zeit kommt man auf den Geschmack.
Versuch mal, so zwischen 5 und 7 Scheinen mit mindestens 4 Referaten in
einem Semester,
das geht und bringt viel.
Wichtig ist, dass du ein Optimum für deine eigenen Ausdruckmöglichkeiten
findest,
und dass deine Zuhörer ordentlich viel behalten - d.h. weniger ist mehr !
(!!!)
Die vielen "Vortragstipps" kannst du getrost in der Pfeife rauchen. Der
beste Weg für mich ist der:
Gut das Thema aufnehmen und gewissenhaft didaktisch vorbereiten. Es kommt
darauf an, dass deine
Studenten gut vorbereitet sind, verstehen und erinnern können. Die
sicherste Methode ist nicht etwa
vorm Spiegel zu sprechen. Am besten, du propierst 2-3 mal deinen Vortrag
mit Freunden (nicht soviel
sollten jedesmal andere sein). Oft reicht schon ein Partner. Es gilt, die
Schwierigkeiten beim
Verstehen deines Vortrages herauszufinden und möglichst treffende
Beispiele und Argumente
zur Verfügung zu haben.
Und denk dran: Du must dein Thema darstellen und erklären, so dass es
sitzt. Rechfertigen musst du inhaltlich
nicht.
Verlass dich bitte auch nicht auf deine Vorbilder, Dozenten, Professoren.
So wie die Vorträge halten ist
meist eh unter aller Sau. Schlechte Vorbilder. Finde deine Stärken und
deinen Stil und nutze das für die
Didaktik.
Psychologen findest du im Telefonbuch - aber zu deiner Frage gibt es immer
allgemeine Betreuung
an der Hochschule. Es gibt auch immer Studienberatung oder psychosoziale
Beratung an der Uni.
Dort kannst du nach Adressen fragen, falls es keine direkten Angebote für
dich an deiner Uni gibt.
--
****************************************
The greatest obstacle to discovery is not ignorance,
it is the illusion of knowledge.
(Daniel Boorstin)
****************************************
"8-}) werner stangl" <werner...@jku.at> schreef in bericht
news:3E8A9C56...@jku.at...
> Drogen würde ich auf keinen Fall nehmen, die unterdrücken den geilen Kick
> und mit Lernen, ein Gefühl für den Einstieg zu bekommen ist dann nichts.
> Niemals Fluchtverhalten einladen, schon gar nicht mit Medikamenten.
Hallo Bernd,
ich fühl mich da angesprochen, nachdem ich einen Tranquilizer
empfohlen hab.
Darius sucht mit Sicherheit nicht den "geilen Kick", was immer du
darunter verstehen magst, er will nur wissen, wie er mit seinem
Atemproblem bei einem Vortrag zurechtkommt.
Ich geh davon aus, dass er den Lehrstoff inhaltlich beherrscht. Und
wenn sein Körper während des Vortrags mangels Übung nicht mitspielt
halt ich es für richtig, "Drogen" zu verabreichen. Vorübergehend, bis
er das kann.
Was meinst du mit "Fluchtverhalten einladen"?
Gruß, Rainer
Ich möchte mich erstmal bedanken für die vielen Ratschläge. Ich werd mal
nach und nach testen, was mir davon helfen könnte.
Aber irgendwie scheint mir, daß das größere Problem, nämlich das des
einfachen Hinstellen und Reden vor der Masse mit den
Ratschlägen nicht zu lösen ist, da sie alle auf eine Art von Vorbereitung
beruhen.
Ich war gestern bei einem Neurologe und er hat mir folgendes verschrieben:
Tavor 0.5 TAB 10 ST (Einnahme eine Stunde vorher + einmal testen)
Johanniskraut AL, KAP, 60, ST (morgends+Abends 1 Tab)
Ich werde die Johanniskrauttableten einnehmen aber Tavor? vielleicht als letztes!!
Das mit dem Whisky scheint mir harmloser zu sein, gute Idee!
Nach diesem Vortrag versuche ich mit einer richtigen Therapie ohne Drogen!
Gruß
Darius
> Nach diesem Vortrag versuche ich mit einer richtigen Therapie ohne Drogen!
Siehst du? Da läufst du bereits weg.
Ist das schlimm oder nicht? Ich weiß es nicht.
Auf jeden Fall eine sehr unangenehme Gewohnheit, die sich nur sehr schwer
bis gar nicht wieder loswerden lässt. Wenn du nicht damit anfangen musst,
dann lass es. Medikamente haben IMMER ihre beschissenen Nebenwirkungen - nicht
nur die psychologische. Manchmal könnte ich diese verschreibwütigen
Psychiater so was von in den
Arsch treten >:(
Ich frag mich, wie so eine Psychiaterin psychologisch drauf ist, wenn sie all das
Zeug regelmäßig mitschlucken müsste, welches sie an einem Tag verschreibt.
*grmpf*
(...)
Manchmal könnte ich diese verschreibwütigen
> Psychiater so was von in den
> Arsch treten >:(
Ich auch
> Ich frag mich, wie so eine Psychiaterin psychologisch drauf ist, wenn sie
all das
> Zeug regelmäßig mitschlucken müsste, welches sie an einem Tag verschreibt.
> *grmpf*
>
Du fragst zu viel!
;-)
Darius Avesta am 04.04.03 / 09:05 (Freitag):
> Das mit dem Whisky scheint mir harmloser zu sein, gute Idee!
Ich hoffe, das ist ein Versuch von Ironie.
Einen bloederen Ratschlag koenntest Du gar nicht befolgen. Alkohol
als Problemloeser ist ein potentieller Weg, erst richtig Probleme zu
bekommen. Ausserdem mindert der Alkohol Deine Faehigkeiten, vor
allem zu bewusster Kontrolle und konzentrierter Beobachtung.
Wichtige Faehigkeiten fuer zielgerichtetes Sprechen.
Wer zu einem Whisky raet, um Redeangst zu ueberwinden, gibt einen
grottenschlechten Rat - das ist Inkompetenz pur - und sollte zu dem
Thema am besten ueberhaupt keine Ratschlaege geben; sondern nur zu
Themen, von denen er etwas versteht.
SCNR elek
Hallo Darius,
wie denn sonst? Wenn du Leute für etwas interessieren willst musst du
dich immer vorbereiten. Es sei denn, du bist gelernter
Alleinunterhalter.
> Ich war gestern bei einem Neurologe und er hat mir folgendes verschrieben:
>
> Tavor 0.5 TAB 10 ST (Einnahme eine Stunde vorher + einmal testen)
> Johanniskraut AL, KAP, 60, ST (morgends+Abends 1 Tab)
>
> Ich werde die Johanniskrauttableten einnehmen aber Tavor? vielleicht als letztes!!
Die Johanniskrauttabletten kannst du ohne Bedenken nehmen.
Tavor ist, wie das von mir vorgeschlagene Oxazepam, ebenfalls ein
Benzodiazipin. Allerdings ist bei Lorazepam die Abhängigkeitsgefahr
größer.
Dein Neurologe geht davon aus, dass du die Tabletten nicht regelmäßig
sondern in bestimmten und seltenen Situationen nimmst, und dann ist
das auch m.E. unproblematisch.
>
> Das mit dem Whisky scheint mir harmloser zu sein, gute Idee!
>
Wenn du genügend räumlichen Abstand zum Publikum hast.
Besser ist sonst Wodka. :-)
> Nach diesem Vortrag versuche ich mit einer richtigen Therapie ohne Drogen!
Die beste Therapie wäre, häufig Vorträge zu halten.
Die Gelegenheiten zum Üben hast du aber nicht, also probier zumindest
aus ob Tavor dir vorläufig hilft.
Gruß, Rainer
Hi,
(...)
> Aber irgendwie scheint mir, daß das größere Problem, nämlich das des
> einfachen Hinstellen und Reden vor der Masse mit den
> Ratschlägen nicht zu lösen ist, da sie alle auf eine Art von Vorbereitung
> beruhen.
Ja. Und zwar mit Recht. Zu Hause ueben, ueben, ueben. Als ich mit dem
Psych. Studium 1998 angefangen hatte, habe ich per Headset 'in den
Rechner gesprochen'. Danach habe ich mir die jeweiligen Aufzeichnungen
angehoert. Damit konnte ich, die fuer mich sehr unerwuenschten, 'aah's,
'eeh's und 'aehm's kontrolliert unterdruecken / verhindern :-)
Eine Aufzeichnung per Videokamera waere noch besser! Da lassen sich auch
Non-verbale / Para-verbale Merkmale registrieren.
Als ich noch in den '90er Jahren (letztes Jh.) aktiv Musik gemacht habe,
hatte ich immer darauf bestanden unser Programm fuer jeden Gig rauf und
runterszuspielen, bis jeder alles im Schlaf konnte. Dieses Ueben bringt
sehr viel Sicherheit auf der Buehne. Und dort spielten wir immer ueber
eine Stunde vor wirklich fremden Menschen.
Um das ganze zu verbessern hatten wir damals schon jedes Konzert auf
Video aufgezeichnet. Mein Bruder (E-Bass/Gesang) und ich
(E-Gitarre)hatten uns dann, nach jedem Auftritt das Video angesehen und
analysiert/evaluiert (Schwerpunkt: Musikalisch und Verhalten auf der
Buehne). Somit konnten wir sehr viel verbessern, was die Wirkung 'on
Stage' angeht. Das brachte uns wiederum mehr Sicherheit auf der Buehne :-)
Das alles hatten wir ohne Alkohol (naja nach dem Konzert war gerne ein
Bier drin) oder Tabletten geschafft. Besoffen auf die Buehne zu gehen,
war da alleine aus spielerischen Gruenden (stellenweise sehr komplexe /
komplizierte und progressive Passagen in Songs) nicht drin!
Also: Ueben, ueben und nochmals ueben. Dann klappt's auch garantiert mit
der Angstbewaeltigung (vor fremden Menschen etwas vortragen).
> Ich war gestern bei einem Neurologe und er hat mir folgendes verschrieben:
(...)
> Johanniskraut AL, KAP, 60, ST (morgends+Abends 1 Tab)
Naja, Johanniskraut braucht aber einige Wochen bis es wirkt. Da
koenntest Du auch versuchen Autogenes Training zu lernen. Das dauert
aber ca. neun (9) Monate bis man es beherrscht. Vorteil: sehr universell
einsetzbar, sehr gut fuer das autonome Nervensystem (vor allem fuer den
Sympathikus) und auf jeden Fall ohne pharmazeutische Nebenwirkung ;-)
> Ich werde die Johanniskrauttableten einnehmen aber Tavor? vielleicht als letztes!!
Ein befreundeter Arzt (Humanmedizin) riet mir dringend ab,
Benzodiazepine vor einer muendlichen Pruefung (was man auch relativ mit
einem Vortrag vergleichen koennte) zu nehmen!
> Das mit dem Whisky scheint mir harmloser zu sein, gute Idee!
Koennte aber auch nach hinten losgehen ...
> Nach diesem Vortrag versuche ich mit einer richtigen Therapie ohne Drogen!
Da wird es dann wohl neben Reattribution/Rekognition auch heissen:
Ueben, ueben, ueben. Am besten noch Autogenes Training lernen.
Beste Gruesse,
Lucky Siochos
--
eMail: uzs...@uni-bonn.de
Homepage: http://www.uni-bonn.de/~uzsqsu/ (Airbrush, E-Gitarren &
Psychologiereferate)
> Ich möchte mich erstmal bedanken für die vielen
Ratschläge. Ich
> werd mal
> nach und nach testen, was mir davon helfen könnte.
Bitte, gern geschehen
> Ich war gestern bei einem Neurologe und er hat mir
folgendes
> verschrieben:
>
> Tavor 0.5 TAB 10 ST (Einnahme eine Stunde vorher + einmal
testen)
Tavor ist ein sog. Anxiolytika, d.h. es nimmt Dir die Angst.
Kann ganz gut sein - aber probiers vorher (wie verschrieben)
auf jeden Fall mal aus, da das Medikament auch
Nebenwirkungen (in etwa analog zu "besoffen sein") haben
kann, und das kannst Du da wohl weniger brauchen.
> Johanniskraut AL, KAP, 60, ST (morgends+Abends 1 Tab)
Ein pflanzliches Antidepressivum. Dauert aber, bis es wirkt.
> Ich werde die Johanniskrauttableten einnehmen aber Tavor?
> vielleicht als letztes!!
Jein. Tavor wirkt im Gegensatz zu Johanniskraut sofort (na
ja, so nach ner halben bis max einer Stunde). Bei
Johanniskraut vergehen bis zu zwei Wochen bis zum
Wirkungseintritt (= Du musst das Zeug zwei Wochen nehmen,
bevor es zum ersten mal hilft).
Ausserdem unterscheidet sich die Wirkung schon deutlich...
> Nach diesem Vortrag versuche ich mit einer richtigen
Therapie ohne
> Drogen!
Na, Du hast Dir ja schon einen Weg ausgesucht, Dein
Vortragsproblem zu überwinden...
...klingt doch soweit ganz gut.
--
---
> Die Johanniskrauttabletten kannst du ohne Bedenken nehmen.
Genau - so wie wir auch ohne Be-Denken hier Beiträge reinschreiben!
> > Die Johanniskrauttabletten kannst du ohne Bedenken nehmen.
>
> Genau - so wie wir auch ohne Be-Denken hier Beiträge reinschreiben!
Ach herrje, was wirst du als nächstes geisseln? Die Empfehlung, vorher
einen Apfel zu essen?
Und was soll dieser alberne Bindestrich?
Tss, ts, ts, Rainer
<el...@jpberlin.de> schrieb im Newsbeitrag
news:8jIBn...@jpberlin-elek.jpberlin.de...