koennen die gewuenschten Effekte von Neuroleptika, ich meine damit
z.B. klarere, sortiertere Gedanken, die schrecklichen
"Neben-"Wirkungen aufwiegen? Ich schreibe "Neben" in
Anfuehrungszeichen, weil diese sehr schwer wiegen und keinesfalls
"nebensaechlich" sind. Ich selbst habe jahrelange Erfahrung mit
Leponex, welches mich für viele Jahre so ziemlich Erektionsunfähig
gemacht hat und dafür sorgte, dass ich ca. 40 Kilo zunehme. Seit etwas
ueber einem Jahr nehme ich Solian, zuerst 400, jetzt 150 mg. Durch das
Solian, aber eher wahrscheinlich durch das Wegfallen des Leponex',
wurde mein geistiger Zustand und auch meine Potenz verbessert. Aber
auch unter Solian, von dem mein Psychiater sagt, es sei im sexuellen
Bereich "neutral", funktioniert es nicht so, wie es sollte. Ich bin
jetzt 30 Jahre alt und denke, dass es deutlich besser sein koennte.
Ich habe mal einen Solian-Erfahrungsbericht gelesen, nach dem unter
Solian "die sexuellen Organe ausser Betrieb sind". so fuehle ich mich
oft. alles tot. Vielleicht liegt es bei mir auch am AD Stangyl,
welches ich seit ein paar Monaten zusätzlich nehme und welches auch zu
sexuellen Stoerungen fuehren kann. Wenn ich das Solian mal erst im
Laufe des Tages nehme, kann ich deutlich merken, wie es wirkt. Es
beruhigt nicht nur schnell das Denken, sondern schraenkt es auch sehr
ein. Ich bin dann ein tumber, ruhiggestellter Idiot, der das Leben
nicht lebenswert findet. Nachdem ich das Stangyl selbst von 150 auf
100 mg reduziert habe, werde ich es jetzt ganz weglassen, mein
Psychiater hatte ohnehin vor, es mir nur "testweise" für 6 Monate zu
geben. Ich habe gelesen, dass NL wahrscheinlich auch zu Depressionen
führen koennen, aber dann schluckt der Patient halt zusätzlich ein
Antidepressivum, dann passt das wieder!
Aber auch das Solian werde ich mittelfristig "abschiessen", ob mit
oder ohne meinem jetzigen Arzt. Ich habe echt die Schnauze voll von
Psychopharmaka. Man ist am Leben, aber das ist auch schon alles. Aber
scheinbar genuegt es der Psycho-Branche, willige und angepasste
Klarkommer zu produzieren. Es kotzt mich so an.
LG, Thomas
P.S. Ich haette gerne ein FollowUp in die Psychiatrie-Gruppe gesetzt,
aber ich poste dies ueber Google und da scheint das nicht zu gehen,
vielleicht holt das ja jemand nach. Ich lese schon eine ganze Weile in
diesen beiden Gruppen mit und denke, dass mein Beitrag einigermassen
reinpasst.
--
You make this all go away! (Nine Inch Nails - Something I can Never
Have)
>Hallo Gruppen,
>
>koennen die gewuenschten Effekte von Neuroleptika, ich meine damit
>z.B. klarere, sortiertere Gedanken, die schrecklichen
>"Neben-"Wirkungen aufwiegen?
Es ist so, dass die meisten Neuroleptika reduzierend auf das
Dopaminsystem einwirken. Dadurch wird der Prolaktinspiegel erhoeht
(erniedrigt die Potenz) und das Belohnungssystem vermindert. Dopamin
wirkt in letzterem als ein Verstaerker im Arbeitsgedaechnis [1].
Ich helfe mir damit, dass ich ein relativ neues Medikament nehme und
dies nur nachts. Zeldox 0-0-80 (und Seroquel 0-0-50 fuer den Schlaf).
[1] Koop, GF., 1992. Dopamine, addiction and reward.
Semin. Nerosci. 4, 139-158
--
Robert Born - http://home.arcor.de/robert.born/
"Wir koennen zwar tun was wir wollen, doch wir koennen nicht wollen was wir wollen" - Schopenhauer
Ein Namensvetter von mir schrieb in Page: http://www.moritzbormann.com/liter/rb/index.html :
"Es genügt nicht, keine Meinung zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken..."
was ist dein wirkliches Problem? wie fühlst du dich ohne Medikamente? wenn
du dich ohne gut fühlst warum nimmst du dann welche?
ciao
Gustav
Hallo Gustav, Gruppen,
Diagnose meines jetzigen Arztes ist "drogeninduzierte (schafft man das
eigentlich nur mit Cannabis?) Psychose". Einen Rückfall hatte ich vor
ca. 6 Jahren und nehme seitdem Neuroleptika. Ich hörte damals was von
"chronisch". Bin aber seitdem stabil. In der Klinik sagte man mir
damals, dass ich nun 5 Jahre Medikamente nehmen müsse. Nun, _die_ Zeit
ist ja nun um. Wohne auch seit 5 Jahren in einer eigenen Wohnung und
komme gut klar. Problem sind heftige Zwangsgedanken. Nicht dass ich
ständig an etwas Bestimmtes denken müsste, sondern dass ständig
kommentierende Gedanken in meinem Kopf sind, die Ähnlichkeit mit mir
bekannten Personen haben. Mein Psychiater erklärte mir das so, dass
man ja immer wüsste, wie andere auf eigene Handlungen reagieren würden
und bei mir würden diese Gedanken halt Zwanghaft auftreten. Ja, echt
ätzend! :)
Wie fühl ich mich ohne Medis? Hm, keine Ahnung, nehme ja immer welche!
:) Hatte jetzt das Stangyl auf 50 mg reduziert und war gestern beim
Einkaufen sehr empfindlich gegenüber Geräuschen und alles kam mir
etwas komisch vor, so ein bisschen Paranoia-mässig.
Das Solian wirkt kein Stück gegen diese Zwangsgedanken. Ich würde es
gern absetzen, jedoch habe ich etwas Angst, wieder richtig krank zu
werden und dann diese ganze Hölle, wie monatelange
Psychiatrieaufenthalte, Zwangsmassnahmen, Betreuer und so, nochmal
durchmachen zu müssen. Ich bin schon auf der Suche nach einem nicht so
verschreibungswütigen Arzt im Raum Paderborn, der mit mir den Ausstieg
aus der Medikation wagt. Vielleicht liest ja einer mit und schreibt
mir ne Mail. (Ja, ich glaub auch an den Osterhasen und den
Weihnachtsmann ;))
LG, Thomas
--
Grey would be the Color, if I had a Heart. (Nine Inch Nails)
>Ich bin schon auf der Suche nach einem nicht so
> verschreibungswütigen Arzt im Raum Paderborn, der mit mir den Ausstieg
> aus der Medikation wagt. Vielleicht liest ja einer mit und schreibt
> mir ne Mail. (Ja, ich glaub auch an den Osterhasen und den
> Weihnachtsmann ;))
Hallo Tommy
Ich wünsche dir viel Glück auf deiner Suche. Es gibt eben im Grunde verdammt
viele autoritätsgläubige Ärzte, Ärztinnen. Und ich finde es eine Frechheit,
dass Leute, die wegkommen wollen von den Psychopillen, nicht mehr
Unterstützung entgegengebracht wird von ärztlicher Seite her.-
Viel Kraft und Gruss,
Ursula
Hi!
du bist hin und hergerissen und ich denke das ist das meiste Problem bei
Leuten die Psychopharmaka nehmen müssen/sollen (?)... eine Möglichkeit wäre
vielleicht ergänzend eine stützende Psychotherapie bei einem psychologischen
Therapeuten um vielleicht mit den Zwangsgedanken besser zurechtzukommen!
wenn du Medi-Reduktion schon so wie du beschreibst wirklich merkst, dann
könnte es sein das du nach dem Absetzen evtl. Probleme kriegst... Ärzte
sind halt meistens auf Medikamente beschränkt, deshalb sollte ein Psychologe
vielleicht woanders ansetzen und auf deine wirklichen Probleme eingehen ganz
unabhänging von deiner Medikation die du ja trotzdem beibehalten kannst...
ciao
Gusta´v
> du bist hin und hergerissen und ich denke das ist das meiste Problem bei
> Leuten die Psychopharmaka nehmen müssen/sollen (?)... eine Möglichkeit wäre
> vielleicht ergänzend eine stützende Psychotherapie bei einem psychologischen
> Therapeuten um vielleicht mit den Zwangsgedanken besser zurechtzukommen!
Mein jetziger Psychiater ist auch ausgebildeter Psychotherapeut.
> wenn du Medi-Reduktion schon so wie du beschreibst wirklich merkst, dann
> könnte es sein das du nach dem Absetzen evtl. Probleme kriegst... Ärzte
> sind halt meistens auf Medikamente beschränkt, deshalb sollte ein Psychologe
> vielleicht woanders ansetzen und auf deine wirklichen Probleme eingehen ganz
> unabhänging von deiner Medikation die du ja trotzdem beibehalten kannst...
Ich denke eigentlich nicht, dass ich grosse Probleme habe. Jedenfalls
keine, die ich mit Irgendjemandem diskutieren könnte bzw. wollte. Nimm
mal Monate- oder Jahrelang Neuroleptika, dann hast du keine Probleme
mehr. ;) Alles Brainwashed. Und ein Psychologe kann wohl kaum meine
Zwangsgedanken, mit denen ich mich einigermassen arrangiert habe,
ausknipsen, geschweige denn meine Manneskraft verbessern.
LG, Thomas
--
"Philosophy, is the talk on a cereal box,
Religion, is a smile on a dog." (Edie Brickell)
Gerade mit Cannabis schafft man das !
> keine, die ich mit Irgendjemandem diskutieren könnte bzw. wollte. Nimm
> mal Monate- oder Jahrelang Neuroleptika, dann hast du keine Probleme
> mehr. ;) Alles Brainwashed. Und ein Psychologe kann wohl kaum meine
100 % ACK!
--
www.archiscan.net/infotop
www.archiscan.net
www.archiscan.com
Hallo Janka,
deine Behauptung ist nicht haltbar. Selbst im sehr konservativen DSM
steht unter "Cannabisinduzierte Wahnhafte Störung":
Prävalenz: Die Störung ist offensichtlich selten.
Natürlich ist einem Psychotiker nicht unbedingt zu empfehlen, Cannabis
zu rauchen. Aber der Umkehrschluss, Cannabiskonsum würde zu Psychosen
führen, ist schlicht Unsinn.
Gruß, Rainer
Hi,
leider ist das aber so formuliert worden, nicht zuletzt dadurch das Leute
mit Drogeninduzierter Psychose Angst hatten vor dem Arzt ihren Drogenkonsum
preiszugeben und einfach mal Cannabis angegeben haben und nichts anderes.
Auch das Drogenscreening zeigte wahrscheinlich nichts anderes an, da Psilos
und LSD in den meisten Screenings eh nicht angezeigt wird. Oftmals kam dann
heraus das doch exzessiv LSD konsumiert wurde und so wurde aus der diagnose
Cannabis-induzierte-Psychose, eine drogeninduzierte Psychose. Und wo es
nicht herauskam war halt wiedermal das böse Haschisch der Auslöser...
cu
GB
Also von diesem Solian zeugs bin ich auch nicht überzeugt. Ich bin jetzt 31
und hatte seit ich 21 bin mehrere Psychosen (z.t. drogeninduzierte) die mit
Fluanxol,Leponex, Zyprexa und schließlich mit Solian behandelt wurden. Man
merkt zwar nicht viel von Solian, es macht auch nicht so dick, aber ich
hatte Herzrhytmusprobleme davon (von Leponex auch). Jetzt nehme ich nix mehr
schlafe viel vor allem immer aus und habe keine Probleme mehr mit Psychosen.
>