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Warum platzen Rohre beim Auftauen?

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Ralf Kusmierz

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Mar 16, 2001, 12:53:59 PM3/16/01
to
begin Lorenz Borsche schrieb:

>>Koennte es nicht sein, dass sie schon beim Einfrieren platzen,
>>man es aber nicht bemerkt, weil nichts herausfliesst?
> Genau so ist es!

Kann, muß aber nicht:
Beim Auftauen mit der Lötlampe wird lokal Wasser erwärmt und dehnt
sich aus. Das kann der Leitung den Rest geben.


Gruß aus Bremen
Ralf
--
end


Lorenz Borsche

unread,
Mar 16, 2001, 3:53:50 PM3/16/01
to
Ralf Kusmierz <kusm...@zfn.uni-bremen.de> wrote:

>Beim Auftauen mit der Lötlampe wird lokal Wasser erwärmt und dehnt
>sich aus. Das kann der Leitung den Rest geben.

Wenn lokal das Eis schmilzt, dann nimmt das entstehende Wasser erstmal
deutlich weniger Raum ein. Darüberhinaus dürftest Du es kaum erleben,
mit Wasserdruck die Leitung zu sprengen, das schafft erst das Eis.

--
Lorenz (at) Borsche (de) http://www.borsche.de
---------------------------------------------------
If you want to split hairs, don't use a blunt knife.

Ralf Kusmierz

unread,
Mar 16, 2001, 6:04:32 PM3/16/01
to
begin Lorenz Borsche schrieb:

>> Beim Auftauen mit der Lötlampe wird lokal Wasser erwärmt und dehnt
>> sich aus. Das kann der Leitung den Rest geben.
> Wenn lokal das Eis schmilzt, dann nimmt das entstehende Wasser erstmal
> deutlich weniger Raum ein.

Ja, stimmt.

> Darüberhinaus dürftest Du es kaum erleben,
> mit Wasserdruck die Leitung zu sprengen, das schafft erst das Eis.

Die einfrierende Leitung platzt _aufgrund des Wasserdrucks_. Wenn man
nun die flüssige Phase erwärmt, ohne dabei Eis zu schmelzen, _steigt_
der Druck noch weiter, und das _kann_ der Leitung den Rest geben.
(Setzt natürlich voraus, daß die flüssige Phase von der
Versorgungsleitung abgetrennt ist, sonst könnte sie keinen höheren
Druck annehmen.)

Außerdem treten beim Erwärmen einer Leitung Temperaturspannungen auf,
und das kann in der Nähe der Berstspannung alle möglichen Folgen haben
- nix genaues weiß man nicht.

Stefan Weigel

unread,
Mar 16, 2001, 1:29:17 AM3/16/01
to
Hallo Alle!

Kann mir jemand in Worten erklären, warum Wasserleitungen bersten, wenn sie
auftauen?
Warum nicht schon beim Einfrieren?

Viele Grüße

Stefan

Joerg Geiger

unread,
Mar 16, 2001, 2:12:49 AM3/16/01
to
Stefan Weigel <nospa...@stefan-weigel.de> wrote:
> Kann mir jemand in Worten erklären, warum Wasserleitungen bersten, wenn sie
> auftauen?
> Warum nicht schon beim Einfrieren?

Koennte es nicht sein, dass sie schon beim Einfrieren platzen, man es aber


nicht bemerkt, weil nichts herausfliesst?

--
***********************************************************************
* J"org Geiger - Institut f"ur Klinische Biochemie und Pathobiochemie *
* Universit"at W"urzburg *
* gei...@klin-biochem.uni-wuerzburg.de *
***********************************************************************

Lorenz Borsche

unread,
Mar 16, 2001, 3:08:44 AM3/16/01
to
Joerg Geiger <no_answ...@gmx.de> wrote:

>Koennte es nicht sein, dass sie schon beim Einfrieren platzen,
>man es aber nicht bemerkt, weil nichts herausfliesst?

Genau so ist es!

Lorenz Borsche

unread,
Mar 17, 2001, 4:08:43 AM3/17/01
to
Ralf Kusmierz <kusm...@zfn.uni-bremen.de> wrote:

>Die einfrierende Leitung platzt _aufgrund des Wasserdrucks_.

Nein, niemals. Denk noch mal ein bischen nach.

(grübel)

Äh, Wasserwerk?

(grübel)

Äh, Leitung ins Haus?

(grübel)

Druck?

(grübel)

Hört auf wo?

Rüchtüch: Das Ende der (Druck)Fahnenstange ist der Wasserhahn. Wenn
sich das unter 4 Grad abkühlende Wasser ausdehnt, drückt es
einfach zurück ins Wasserwerk, die Wasseruhr im Keller läuft
rückwärts.

Erst das vollständige Einfrieren sorgt dafür, daß nix mehr geht und
das sich ausdehnende Eis die Leitung sprengt.

Lorenz Borsche

unread,
Mar 18, 2001, 5:24:12 AM3/18/01
to
gr...@gmx.net wrote:

>Lorenz Borsche wrote:
>
>>Ralf Kusmierz <kusm...@zfn.uni-bremen.de> wrote:
>>
>>>Die einfrierende Leitung platzt _aufgrund des Wasserdrucks_.
>>
>>Nein, niemals. Denk noch mal ein bischen nach.
>>Rüchtüch: Das Ende der (Druck)Fahnenstange ist der Wasserhahn. Wenn
>>sich das unter 4 Grad abkühlende Wasser ausdehnt, drückt es
>>einfach zurück ins Wasserwerk, die Wasseruhr im Keller läuft
>>rückwärts.
>
>Sind wir jetzt in der Phase "ich lese den Thread nur mehr
>oberflächlich und poste halt was dazu?" *G*

Grinst Du, weil Du beim Schreiben dieser Zeilen gerade in den Spiegel
guckst?

>Obiges wurde von Ralf nicht nur ausdrücklich ausgeschlossen,

Wo denn?

>und zwar
>bereits 4 Zeilen nach dem von dir gequoteden,

Zitier doch mal.

>es wurde auch seit
>einigen Antworten nur von "lokaler Erhitzung" gesprochen, was
>natürlich bedeutet, das vor und hinter dem Wasser ein Eispfropfen in
>der Leitung sitzt.

Ah ja, die 'einfrierende Leitung' (wohlgemerkt: nicht 'eingefrorene!)
platzt aufgrund des von der Lötlampe verursachten Druckes?

Lies doch bitte genau, was wo steht.

Darüberhinaus ist die Leitung, wenn es denn Propfen gibt, längst
geplatzt, bevor Du mit der Lötlampe kommst.

Mario Klein

unread,
Mar 18, 2001, 3:12:31 PM3/18/01
to
Lorenz Borsche schrieb:
>
> gr...@gmx.net wrote:

ihr beide spaltet glaube ich gerade die haare des väterchen frost.
beharrt doch nicht auf solchen wortwörtlichen zitaten, die
wortwörtlichkeit ist IMHO nur in gesetzen und in verträgen wichtig.

bleibt also sachlich und verlauft euch bitte nicht in zitaten.


--
tschüs mario


Lorenz Borsche

unread,
Mar 18, 2001, 3:55:14 PM3/18/01
to
Mario Klein <m...@cover-collection.de> wrote:

>ihr beide spaltet glaube ich gerade die haare des väterchen frost.

Nö. Irgendwer behauptet, der Wasserdruck könnte die Rohre zum Platzen
bringen. ich halte dagegen. Wir spalten also wenn überhaupt Rohre,
nicht Haare. Dazu braucht man aber Eiskristalle, und nicht
Wasserdruck. Dabei bleibe ich.

Uwe Hercksen

unread,
Mar 19, 2001, 7:12:56 AM3/19/01
to
On Fri, 16 Mar 2001 18:53:59 +0100, Ralf Kusmierz
<kusm...@zfn.uni-bremen.de> wrote:

>Kann, muß aber nicht:
>Beim Auftauen mit der Lötlampe wird lokal Wasser erwärmt und dehnt
>sich aus. Das kann der Leitung den Rest geben.

Hallo,

seltsam, die Dichte von Eis finde ich im Tabellenbuch mit 0,9
die Dichte von Wasser bei 99 °C mit 0,959.

Wenn die Leitung komplett gefroren war kann durch lokales schmelzen
und erwärmen der Druck nur abnehmen.
Druckzunahme kann nur entstehen wenn eine grössere Wassermenge durch
einen Eispropf abgeschlossen ist.

Kleiner Tip: vor dem Auftauen die Hähne öffnen, den Haupthahn aber
schliessen und dann vom Hahn in Richtung Haupthahn auftauen.

Bye
--
Uwe Hercksen
Elektronikwerkstatt Universität Erlangen-Nürnberg
Cauerstr. 5 D91058 Erlangen

Lorenz Borsche

unread,
Mar 20, 2001, 5:13:55 AM3/20/01
to
herc...@mew.uni-erlangen.de (Uwe Hercksen) wrote:

>Druckzunahme kann nur entstehen wenn eine grössere Wassermenge durch
>einen Eispropf abgeschlossen ist.

Und vorher (vor Lötlampe) nicht gefroren war. Und selbst dann
bezweifle ich die Sprengung des Rohres durch den Wasserdruck, kein
Ventil im Haus würde dem standhalten. Im Gegensatz zum Eis, das lokale
Druckspitzen aufbaut, verteilt sich ja der Druck des Wassers
gleichmäßig. Und hydrostatisch ist es viel schwieriger, ein Rohr zum
Platzen zu bringen, als quasi mechanisch, wie beim Eis.

Michael Futtermenger

unread,
Mar 20, 2001, 2:47:20 PM3/20/01
to
herc...@mew.uni-erlangen.de (Uwe Hercksen) schrieb in
<3ab5f55b...@news.uni-erlangen.de>:

>seltsam, die Dichte von Eis finde ich im Tabellenbuch mit 0,9
>die Dichte von Wasser bei 99 °C mit 0,959.

Dann schau doch mal bei +4°C. Da ist die Dichte nämlich am höchsten
(IMHO 1).
Auch wenn das deiner Argumentation natürlich in keinster Weise
wiederspricht.

Michael

Ralf Kusmierz

unread,
Mar 24, 2001, 9:44:55 AM3/24/01
to
begin Lorenz Borsche schrieb:

>>ihr beide spaltet glaube ich gerade die haare des väterchen frost.
> Nö. Irgendwer behauptet, der Wasserdruck könnte die Rohre zum Platzen
> bringen. ich halte dagegen. Wir spalten also wenn überhaupt Rohre,
> nicht Haare. Dazu braucht man aber Eiskristalle, und nicht
> Wasserdruck. Dabei bleibe ich.

Muß doch noch mal meinen Senf dazugeben:

Eiskristalle sprengen Wasserrohre beim Einfrieren gewiß nicht, das tut
nur der Wasserdruck. Es liegt einfach daran, daß sich Eis beim
Einfrieren nicht ausdehnt, sondern das Wasser beim Phasenübergang
flüssig->fest, aber schön molekülweise, und nicht als Festkörper.

Wenn irgendwo eine Rohrwand von innen komplett mit Eis bedeckt ist,
kommt schlicht kein Wasser mehr hin, und ausdehnen kann sich da
nichts.

Zunächst wollte ich noch argumentieren, daß während des Einfrierens
die Temperatur konstant ist. Stimmt aber nicht: Wegen des niedrigeren
Volumens der flüssigen Phase steigt in einem abgesperrten Rohr während
des Einfrierens der Druck an, wobei der Gefrierpunkt absinkt. Also
kühlt sich das Rohr beim Einfrieren ab. Nun zieht sich dabei das Eis
stärker zusammen als das Metallrohr, so daß es als Festkörper das Rohr
ebenfalls nicht sprengen kann.

Das wäre dann aber auch der Mechanismus, wie Rohre beim Auftauen
platzen können: Während des Einfrierens dringt immer weiter Wasser
zwischen dem Rohr und dem schrumpfenden Eiskern ein, bis schließlich
am Schluß das Rohrinnere doch kompakt durchgefroren ist - anschließend
möge die Temperatur noch ein Stück unter den Gefrierpunkt absinken.

Wenn man nun das tiefgekühlte Rohr erwärmt, dehnt sich der Eiskern
stärker aus als die Rohrwand und sprengt das Rohr.

So recht mag ich daran aber nicht glauben: Unter hohem Druck neigt Eis
dazu, sich zu verflüssigen, so daß dadurch lokale Spannungsspitzen
rasch abgebaut werden - so fließen Gletscher.

Da es offenbar schwierig ist, mit Eisbildung das Platzen von Gefäßen
zu erklären - gehen eigentlich Bechergläser kaputt, wenn man Wasser
einfüllt und einfriert? - hätte ich von der NG dann doch ganz gerne
mal eine Erklärung dafür, wie es der Frost schafft, Gestein zu
erodieren. Angeblich sollen ja durch Eisbildung Poren und Risse
aufgesprengt werden. Nur: Wie funktioniert das?

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