Benno Hartwig schrieb:
Das Gie�en einer ausreichend gro�en Kugel d�rfte schon Schwierigkeiten
bereiten. Beim Gu� in einem St�ck kann ich mir nur schlecht eine Form
vorstellen, die den Belastungen gewachsen ist, am ehesten ein H�hle in
einer stabilen Gesteinsformation. Danach m��te die Kugel ausgegraben und
ins Meer gerollt werden, ohne Schaden zu leiden. Wie der Hohlraum
ausgeformt werden kann, ist auch fraglich. Ein gro�er Luftballon reicht
daf�r kaum aus. Beim Gu� in Segmenten d�rften die Nahtstellen bei den
hohen Druckdifferenzen Probleme bereiten.
Wie lange so eine Kugel h�lt, ist die n�chste Frage. Sie darf ja nicht
einfach am Meeresgrund herumrollen, und wenn sie dort befestigt wird,
d�rften Seebeben oder Tsunamis heftige Probleme bereiten. Zum Rest des
Kraftwerks siehe weiter unten.
Praktikabler erschiene mir dagegen die Erzeugung einer H�hle im
Meeresboden mit einer nuklearen Sprengung. An Land wurde das AFAIR schon
in den 50er Jahren ausprobiert. Man m��te daf�r nur eine geeignete
Gesteinsformation im Meeresboden finden, die sich schmelzen und zu einer
dichten H�lle aufblasen l��t. Aber wenn dabei strahlendes Material
�brigbleibt, dann wissen wir aus dem Betrieb von Kernkraftwerken, was
solche Strahlung dort anrichten kann. Bei h�heren Werten k�nnte jegliche
elektronische Steuerung versagen, und Ionisation k�nnte zu �berschl�gen
in den elektrischen Kraftwerkskomponenten f�hren.
Aber wenn das unter Wasser funktioniert, k�nnte man das auch an Land
machen, womit wir wieder bei konventionellen Pumpspeicherkraftwerken
w�ren, die technisch v�llig beherrschbar sind. Ganz anders unter Wasser,
wo so ein Projekt an ganz anderen Gr�nden scheitern d�rfte:
Wasser ist ja ziemlich inkompressibel, es m��te also ein Gaspuffer in
der Hohlkugel vorgesehen werden. Wie lange ein Gas in der Kugel
verbleibt, ohne sich im Wasser zu l�sen (bei diesen Dr�cken!) und damit
beim Auslaufen zu verschwinden, m��te noch gekl�rt werden. Rohrleitungen
zur Wasseroberfl�che d�rften kaum machbar sein, in Anbetracht der
Dr�cke, Wasserstr�mungen und einem Eigengewicht, das aus diesen
Anforderungen resultiert.
Es mag ja Turbinen und Pumpen geben, die f�r ein Druckverh�ltnis von
1:100 (1000m Tiefe) geeignet sind, aber die m�ssen noch mit elektrischen
Generatoren bzw. Motoren verbunden werden. An der frischen Luft kein
Problem, aber mit 1000m Wasser bedeckt sieht das ganz anders aus, und
Salzwasser leitet Strom bekanntlich recht gut. Welche Dichtungen an den
Antriebswellen sollen denn dann das Eindringen von Wasser dauerhaft
verhindern?
Am einfachsten w�re es, die elektrischen Anlagen in die Luftblase der
Hohlkugel zu verlegen, doch wie bekommt man sie dort rein, und was f�r
ein nutzbares Druckverh�ltnis bleibt noch �brig, wenn das Luftvolumen um
die Elektrik erhalten bleiben mu�?
Man k�nnte zwar versuchen, einen hohen Luftdruck durch Elektrolyse zu
erreichen, Wasser und Strom w�ren ja ausreichend vorhanden. Aber dann
m��ten Wasserstoff und Sauerstoff sauber voneinander getrennt werden,
sonst funkts gewaltig. Da in einer Sauerstoffatmosph�re alle Materialien
zu Korossion bis hin zu Selbstentz�ndung neigen, m��te man den in die
Umgebung entlassen, und das Kraftwerk in einer Wasserstoffatmosph�re
betreiben. Ich wei� nicht, ob so ein Betrieb �berhaupt schon mal
bez�glich chemischer Reaktionen und Einflu� auf die Elektrik untersucht
wurde.
Das waren jetzt nur die offensichtlichsten Probleme, die mir zu
Unterwasser-Kraftwerken einfallen. Aber wenn man einen Staatsetat wie
f�r andere unsinnige Projekte (Bahnh�fe, Flugpl�tze, Drohnen...)
ansetzt, der eben mal verpulvert werden darf, dann k�nnte man
feststellen, mit welchen weiteren Problemen man bei solchen Kraftwerken
noch konfrontiert wird. Da m��te doch ein Beratervertrag f�r mich locker
mit drin sein ;-)
DoDi