Stefan Walter
email: stefan...@bochum.netsurf.de
> Ich habe an der Ostsee auf Seebr=FCcken an Laternenmasten aus Edelstahl
> Korrosionserscheinungen bemerkt. Hat man die falsche Wahl des Stahls
> getroffen oder ist Korrosion l=E4ngerfristig beim Kontakt mit Meerwasser
> (Gischt) nicht zu vermeiden? Die Pfosten waren ca. 4-5 Jahre alt.
Letzteres.
Salzwasser & Wind haelt auf Dauer wohl kein Stahl (zumindest keiner,
der zur Haupsache aus Eisen besteht) aus.
Ausserdem: Laternenmasten aus Edelstahl? Bist Du dir da wirklich
sicher?
Ciao,
Oliver
>Ich habe an der Ostsee auf Seebrücken an Laternenmasten aus Edelstahl
>Korrosionserscheinungen bemerkt. Hat man die falsche Wahl des Stahls
>getroffen oder ist Korrosion längerfristig beim Kontakt mit Meerwasser
>(Gischt) nicht zu vermeiden? Die Pfosten waren ca. 4-5 Jahre alt.
Ich weiss ja nicht was du unter Edelstahl verstehst, man wird
wahrscheinlich kein reines Gold verwenden :-) , also nehme ich mal an,
dass es sich um irgend eine Legierung handelt.
Bei Legierungen die aus mehreren Metallen bestehen und mit einer
Elektrolytloesung(in diesem Fall wahrscheinlich Mehrwasser) in
Beruehrung kommen kann es zu elektrochemischen Reaktionen kommen, die
auf den unterschiedlichen Standardelektronenpotentialen der Metalle
beruhen. Das wuerde ich dann aber nicht mehr Korrosion bezeichnen. ;-)
Es kann aber auch sein, dass die laternen im Sauren Regen standen,
davor waere selbst Edelstahl nicht immun, ausser Gold, aber...
Nun soll noch einer behaupten Chemie Klasse 11/12 waere sinnlos. ;-)
Kann ich bestaetigen, ganz Edelstahl-Verrueckte sind die Spanier auf
den Kanarischen Inseln (insbesondere Playa Del Ingles), die haben ihre
gesamte Innenstadt nur mit EStahl Laternen ausgeruestet, wo es da doch
so oft regnet....
Gruss,
Michael T.
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Dipl.-Ing. Michael Tschersich E-Mail: TS...@BERTELSMANN.DE
>:>Ich habe an der Ostsee auf Seebrücken an Laternenmasten aus Edelstahl
>:>Korrosionserscheinungen bemerkt. Hat man die falsche Wahl des Stahls
>:>getroffen oder ist Korrosion längerfristig beim Kontakt mit Meerwasser
>:>(Gischt) nicht zu vermeiden? Die Pfosten waren ca. 4-5 Jahre alt.
>Meerwasser ist elektrochemisch aeusserst agressiv. Wenn der Stahl das
>4-5 Jahre mitgemacht hat, war er schon sehr gut ausgewaehlt ;-)
>Im Ernst: Auáer den edelsten Metallen (Gold, Platinmetalle) wird
>eigentlich alles angegriffen, und selbst die genannten halten ein Bad
>im Meer nicht unbegrenzt aus (man betrachte sich mal die Preziosen,
>die Meeresarchaeologen so ausgraben...)
>Die gleiche Agressivitaet weist auch jede andere Slazl”sung auf,
>weshalb man sehr erpicht darauf ist, Salz als Streumittel von den
>Strassen zu verbannen: Die Bruecken (Stahlbeton!) halten dann laenger.
Gibts denn Alternativen? Rollsplit hat ja nicht gerade die selbe
Wirkung, außerdem muss der auch wieder geraeumt werden, oder?
Stefan
>Martin Schuhmann: Martin.s...@stud.uni-hannover.de
bei der Entwicklung von UU-Meßsystemen werden gern Gehäuse
aus seewasserbeständigem Stahl, d.h. einer speziellen
Legierung, benutzt. Edelstahl an sich ist auf Dauer nicht
seewasserbeständig.
Peter
Hallo Stefan,
die Alternativen, die ich kenne, haben alle irgendein Problem. Am
besten bewaehrt hat sich IMHO langsam fahren... Aber man konnte in den
letzten Jahren doch zumindest die Salz_menge_ stark reduzieren dank
ausgekluegelter Mischungen verschiedener Salze und besserer Logistik
der Raeumdienste.
Tschau,
Martin Schuhmann: Martin.s...@stud.uni-hannover.de
Die beiden Standardlegierungen 1.4301 und 1.4571 werden
umgangssprachlich als V2A und V4A bezeichnet. In 1.4571 befinden sich
noch Anteile von Mo, die den Chrom-Nickel-Stahl beständiger gegen
Chloride machen. 1.4571 enthält zusätzlich noch kleine Mengen von
Titan, um Kohlenstoff abzubinden und dadurch die Schweißeignung zu
erhöhen (Interkristalline Korrosion wird vermieden).
1.4571 ist nicht absolut beständig gegen Seewasser sondern nur relativ
zu 1.4301. Wesentlich beständiger ist Reintitan, was aber nur in
Ausnahmefällen bezahlbar ist.
Michael Dahms
In dem hier gebrauchten Zusammenhang ist "Edelstahl" ein
umgangssprachlicher Ausdruck, der in einer "sci"-Newsgroup durch
"Rost- und säurebeständiger Stahl", "Korrosionsbeständiger Stahl" oder
"Chrom-Nickel-Stahl" ersetzt werden sollte.
In der Stahl-Terminologie bedeutet Edelstahl, daß der Werkstoff auf
Wärmebehandlungen gleichmäßig anspricht. Zum Beispiel sind alle
vergütungsstähle Edelstähle.
Michael Dahms