Wenn ich einen am oberen Ende geschlossenen Schlauch, der komplett mit
Wasser gefüllt ist, so aufhänge, dass ein Höhenunterschied vom oberen Ende
bis zum Ausfluss unten >10m entsteht, d.h. der Druck der Wassersäule größer
ist als der atmosphärische Druck, dann fließt doch das Wasser heraus (bis
zum Druckausgleich) und am oberen Schlauchende bildet sich ein Vakuum, oder
?
Ciao,
Heiko
> am oberen Schlauchende bildet sich ein Vakuum, oder?
Ja
MfG
Arne
Das Wasser verdampft oben solange, bis sich ein Gleichgewichtsdruck einstellt.
Michael Dahms
Heiko Frey schrieb:
Jein. ;-)
Da der Druck oben geringer wird, verdampft Wasser und es stellt sich oben
der zur entsprechenden Temperatur gehörige Dampfdruck von Wasser ein.
Weil 10m Barometer so unhandlich sind, und weil der Dampfdruck des viel
dichteren Quecksilbers bei Raumtemperatur nicht so groß ist, hat man
damals solche Barometer mit Quecksilber gebaut.
Gruß
Jürgen
--
GPG key:
http://pgpkeys.mit.edu:11371/pks/lookup?op=get&search=jappel%40linux01.gwdg.de
Definiere "Vakuum".
Michael Dahms
IIRC ist auch die Temperaturabhängigkeit des Dampfdruckes geringer.
Michael Dahms
> Wasserdampf im Gleichgewicht mit der Flüsigkeit, oder?
Naja, kein 100%iges Vakuum.
Das können wir hier ja eh nicht herstellen.
Wenn es danach geht könnte man ja auch sagen, dass es _nirgens_ ein Vakuum
gibt, da eigentlich immer irgendwelche Teilchen da sind.
Sei es nun ein Teilchen pro qcm oder auch nur Photonen.
Aber im Großen und Ganzen kann man doch sagen, dass es "recht" gutes Vakuum
entsteht, oder?
MfG
Arne
> Das Wasser verdampft oben solange, bis sich ein Gleichgewichtsdruck
einstellt.
>
Aber der Druck wird auf jeden Fall geringer. Nur wie klein wird er ? Wie
kann ich das berechnen ?
Heiko
> Aber der Druck wird auf jeden Fall geringer. Nur wie klein wird er ? Wie
> kann ich das berechnen ?
>
> Heiko
Beispiel hierzu: Stell Dir ein geschlossenes mit Wasser gefülltes Fass vor.
Jetzt machst Du unten den Hahn auf. Es fließt etwas Wasser heraus. Dann
machst Du den Hahn wieder zu und stichst mit einer Nadel oben in das Fass.
Was passiert ? Es zischt, weil Luft in das Fass eindringt.
Ich hab da eigentlich eher an die Technische Machbarkeit gedacht...
Wir schaffen es nunmal nicht mit einer Pumpe die _ganze_ Luft aus einem
Gefäß zu bekommen.
> Wenn man das auf der Erdeoberfläche macht, dann ist der Druck
> dort jedenfalls geringer als der Druck der Umgebungsluft.
Wenn wir das irgendwo ganz weit draußen im All machen würde, würde garnix
passieren, wels da kein Oben und unten gibt :-)
MfG
Arne
HTH
Du mußt nur die Temperatur in die Formel einsetzen.
Michael Dahms
> Arne Bˆrs wrote:
>>
>> "Heiko Frey" <heiko...@de.bosch.com> schrieb
>> >
>> > am oberen Schlauchende bildet sich ein Vakuum, oder?
>>
>> Ja
> Definiere "Vakuum".
Meine Güte, geht hier einigen eigentlich auch das letzte bißchen
Kommunikationsfähigkeit verloren?
Jedem ist klar, daß auch im besten Vakuum noch jede Menge Teilchen
herumschwirren und deswegen gibt man ja auch stets den Druck an wenn
man es genau wissen will (oder den Bereich, wenn es nicht so genau
interessiert).
Und in diesem Fall wäre die Antwort so einfach gewesen: Das 'Vakuum'
welches man durch die Wassersäule erzeugt wird nicht besser als der
Dampfdruck des Wassers bei der Umgebungstemperatur, bei
Zimmertemperatur also etwa 23mbar.
Gespielte Begriffstutzigkeit gehört nicht zu den 'social skills'.
--
Wer Tippfehler findet, darf sie behalten.
einige Millibar Wasserdampf nennst Du "recht" gutes Vakuum?
Die im Wasser gelöste Luft gast auch aus.
Bye
Wunderbar, das ist das was ich gesucht habe. Hätte auch selbst drauf kommen
können:-)
Danke,
Heiko
Mir ist nicht klar, daß das Arno und Heiko klar ist. Wie kommst Du zu so
einer tollen Kristallkugel?
Michael Dahms
> einige Millibar Wasserdampf nennst Du "recht" gutes Vakuum?
> Die im Wasser gelöste Luft gast auch aus.
Ja, denn es ist ohne große Technische Hilfsmittel entstanden.
Es ist nunmal nur ein langes Rohr mit Wasser (oder Quecksilber) drin.
Über andere Wege bekomme ich ein besseres Vakuum, die Herstellung des
gleichen wird aber schwieriger.
MfG
Arne
Also mir ist das schon klar...
Hab ich hier auch schon geschrieben.
MfG
Arne
"gut" ist kontextabhängig und deshalb unphysikalisch.
Es gibt Anwendungen, wo ein Druck unter einigen mbar notwendig ist. Mich
würde interessieren, für welche Anwendung ein wassererzeugtes Vakuum
ausreichend ist.
Michael Dahms
Entschuldigung: s/ist/war zum Zeitpunkt des Postings von <news:afhkf9$dvonr$4...@ID-65464.news.dfncis.de>/
Michael Dahms
Tja, Google hilft immer wieder. ;-)
Michael Dahms
Ich habe keine Lust, nachzusehen, aber ich schätze den Dampfdruck bei
Raumtemperatur auf 10 - 20 HPa!
Mit einer Quecksilbersäule wird das Vakuum wesentlich besser.
--
G. Weber
gert....@netcologne.de
> Es gibt Anwendungen, wo ein Druck unter einigen mbar notwendig ist. Mich
> würde interessieren, für welche Anwendung ein wassererzeugtes Vakuum
> ausreichend ist.
Für alle Anwendungen, in denen eine Wasserstrahlpumpe eingesetzt wird.
Immerhin gibt es die als normales Kaufteil für ganz normale Wasserhähne.
Ein Beispiel: Entgasen von wässrigen Lösungen. Die Lösung wird auf die
Temperatur des Leitungswassers gebracht, und schon habe ich kaum
Wasserverluste in der Lösung. Ein Ölabscheider ist auch nicht nötig; was
will ich außer dem Ultraschhallbad mehr?
Gruß,
Raimund
--
Mein Pfotoalbum http://home.snafu.de/nisius/
Hallo,
den Bereich 1000 bis 1 mbar nennt man Grobvakuum,
siehe hier:
http://pc-cube01.pci.uni-heidelberg.de/praktikum/versuche/th2/th2a.htm
http://home.t-online.de/home/thomasdittrich/Seite%205.htm
Der Begriff "gutes Vakuum" taucht da nicht auf.
Also für ein Grobvakuum brauche ich gar keine technischen
Hilfsmittel, das schaffe ich auch durch Ansaugen mit dem
Mund. ;-)
Bye