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Die Lösung der Einsteingleichungen

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Andreas Schmidt

unread,
Mar 9, 2023, 6:44:38 AM3/9/23
to
Hallo,
vor kurzem habe ich ein recht neues Buch mit dem obengenannten Titel gelesen. Der Autor weist dort unter anderem auf mehrere Widersprüche der Urknalltheorie hin und schreibt, dass schwarze Löcher von Physikern in einem wesentlichen Punkt falsch verstanden wurden. Ergänzend teilt er mit, dass Photonen die Grundbausteine des Universums, sowie im eigenen Bezugssystem unendlich schnell sind, für diese weder Raum noch Zeit existieren und bezieht sich auf das holografische Modell. Im 1. Kapitel weist er auf die Rolle des menschlichen Beobachters hin, ohne den es kein Universum gibt, das beobachtet werden kann. Das Buch wurde vermutlich unter Pseudonym geschrieben und erhebt wissenschaftlichen Anspruch. Nach meiner Recherche scheint es zum großen Teil kein Unsinn zu sein. Kennt jemand von euch das Buch und kann dazu etwas sagen ? Bei Amazon kann man die ersten Kapitel unter "Blick ins Buch" lesen.

Helmut Wabnig

unread,
Mar 9, 2023, 7:38:10 AM3/9/23
to
Buch is fürn Ofen. Vergiß es. Philosofenscheiße.

Der Mond ist auch da, wenn keiner hinschaut.

w.

--
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www.avast.com

Hans

unread,
Mar 9, 2023, 8:48:28 AM3/9/23
to
Am 09.03.2023 um 12:44 schrieb Andreas Schmidt:
> Hallo,
> vor kurzem habe ich ein recht neues Buch mit dem obengenannten Titel gelesen. Der Autor weist dort unter anderem auf mehrere Widersprüche der Urknalltheorie hin und schreibt, dass schwarze Löcher von Physikern in einem wesentlichen Punkt falsch verstanden wurden. Ergänzend teilt er mit, dass Photonen die Grundbausteine des Universums, sowie im eigenen Bezugssystem unendlich schnell sind, für diese weder Raum noch Zeit existieren und bezieht sich auf das holografische Modell. Im 1. Kapitel weist er auf die Rolle des menschlichen Beobachters hin, ohne den es kein Universum gibt, das beobachtet werden kann. Das Buch wurde vermutlich unter Pseudonym geschrieben und erhebt wissenschaftlichen Anspruch. Nach meiner Recherche scheint es zum großen Teil kein Unsinn zu sein. Kennt jemand von euch das Buch und kann dazu etwas sagen ? Bei Amazon kann man die ersten Kapitel unter "Blick ins Buch" lesen.


Ich kenne das Buch nicht. Doch auch wenn man mit der Urknalltheorie
einige Erscheinungen erklären kann, ist sie nicht sehr befriedigend. Was
soll denn das unendlich heiße punktförmige Universum dazu veranlaßt
haben, urzuknallen? Und natürlich drängt sich automatisch die Frage auf,
was war "vorher" und was war "außerhalb". Vermutlich genauso wenig
sinnvoll, wie die Frage, wie ein Universum aussehen könnte, in dem die
Kreiszahl Pi exakt 3,14 wäre. Apropos: Nächste Woche am Dienstag ist der
Pi-Tag, weil da in amerikanischer Schreibweise das Datum 14.3. so
geschrieben wird: 3,14.

Aber wenn die Mathematiker eine Zahl erfinden, deren Quadrat minus 1 ist
- der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, auch wenn man nicht voll
besoffen ist. (Kommt ja auch manchmal vor...)

Andreas Schmidt

unread,
Mar 9, 2023, 4:47:05 PM3/9/23
to
Ich habe auf einen qualifizierten Beitrag ohne Fäkaliensprache und Aufforderung zur Bücherverbrennung gehofft. Übrigens, Philosophen schreibt man nicht mit f.

Dieter Heidorn

unread,
Mar 14, 2023, 12:54:35 PM3/14/23
to
Andreas Schmidt schrieb:
> Hallo,
> vor kurzem habe ich ein recht neues Buch mit dem obengenannten Titel gelesen.
> Der Autor weist dort unter anderem auf mehrere Widersprüche der Urknalltheorie hin

Die Urknalltheorie beruht auf Beobachtungen. Dass das Universum darin
aus einem "Punkt" entstanden sein soll, war den Physikern von vornherein
als problematisch bewusst. In solchen Situationen sucht man dann nach
Erweiterungen und Verbesserungen des entwickelten Modells. Hier kommt
dann die Inflation ins Spiel. Baumans tiefschürfende Kritik daran:
"Was nicht passt, wird passend gemacht." Ein sehr überzeugendes
"Argument".

> und schreibt, dass schwarze Löcher von Physikern in einem wesentlichen Punkt
> falsch verstanden wurden.

Vorab einmal: Wenn man ein Buch mit dem Titel "Die Lösung der
Einsteingleichungen" veröffentlicht, es aber auffällig vermeidet, diese
Gleichungen zumindest kurz anzugeben und ihre Bedeutung zu erläutern
(das geht auch auf dem Niveau für physikalische Laien) und die Lösungen,
die vorliegen, nicht einmal erwähnt geschweige denn zumindest die
einfachste (die Schwarzschild-Metrik) erläutert, sollte man den Mund
nicht so voll nehmen, dass die Physiker Schwarze Löcher falsch
verstanden hätten. Seriös ist so ein Vorgehen nicht, wissenschaftlich
ist es erst recht nicht.

Zur Schwarzschild-Metrik: Diese ist die Lösung der Einsteingleichungen
für den Außenraum einer sphärischen, statischen Massenverteilung. Hier
tauchen zwei _Koordinatensingularitäten_ auf: der Schwarzschild-Radius
R_S = 2 GM/c^2, und eine Singularität bei r = 0. Bauman schreibt auf
Seite 68:

|"Die Singularität ist eine mathematische Lösung mit Ereignishorizont,
| hinter dem es [...] keine Ereignisse gibt und somit auch keinen Raum,
| keine Zeit und keine Teilchen. Das All endet am Ereignishorizont.
| [...] Aber kann es sein, dass solch ein einfacher und logischer
| Zusammenhang über Generationen von den Physikern nicht verstanden
| wurde?"

Damit bezieht er sich auf die Schwarzschild-Metrik (SM), die von
vornherein _nur im Außenraum_ Gültigkeit besitzt. Ein Blick in ein
beliebiges Lehrbuch der ART zeigt, wie Physiker es sehen:

"1. Die Fläche r = R_S ist physikalisch ausgezeichnet. Für den außen-
stehenden Beobachter nähert sich ein frei fallendes Teilchen
asymptotisch (t → ∞) dem Radius R_S. Außerdem kann dieser
Beobachter keine Information aus dem Bereich r ≦ R_S erhalten.
Für ihn ist die Fläche ein Horizont, über den er nicht hinaussehen
kann.

2. Für den mitbewegten Beobachter zeigt die Stelle R_S keine
Besonderheit; die Raumstruktur wird dort nicht singulär. Der
mitbewegte Beobachter erlebt Ereignisse im Bereich r ≦ R_S;
es gibt also solche Ereignisse.

3. Die Koordinaten der SM sind nicht geeignet, Ereignisse im Bereich
r ≦ R_S zu benennen. [...]

Die Regularität des Raums bei R_S impliziert, dass dort Lokale
IS [InertialSysteme] möglich sind. Die physikalische Auszeichnung von
R_S zeigt sich dann bei der Verbindung der Lokalen IS: Ein Lokales IS
innerhalb von R_S kann kausal nicht mit dem asymptotischen IS
verbunden werden."
aus T. Fließbach: Allgemeine Relativitätstheorie (5. Aufl.), S.268

Bauman weiß immerhin, dass es mitbewegte Koordinaten eines frei
fallenden Beobachters gibt:

|"Es wird [...] gerne auf die Kruskal-Szekeres-Koordinaten verwiesen,
| ein mathematisches Werkzeug, das es erlaubt, hinter einer
| Unendlichkeit weiter zu rechnen, was zeigt, dass diese Physiker weder
| den Begriff unendlich, noch den Unterschied zwischen Mathematik und
| Physik verstanden haben."

Belege für seine Ansicht: Gibt's nicht. Man muss sogar annehmen, dass er
sich hier bewusst auf die Mängel der SM bei der Beschreibung Schwarzer
Löcher stürzt, um die vorliegenden Erweiterungen schlecht machen zu
können. Das Ganze gipfelt dann in einer globalen Beschimpfung von
Physikern auf Seite 66:

|"[Die Physiker haben es nicht verstanden] da vor der Logik das Ego
| kommt und vor dem Physiker der Professor, der etwas erzählt, was ein
| angehender Physiker lernen und widergeben muss, um Physiker zu werden.
| Ansonsten lässt ihn der Professor durchfallen, der nicht bereit ist,
| sich von einem Studenten seine Anschauung als falsch erklären zu
| lassen. Er würde sich blamiert fühlen."

Bauman kennt offensichtlich die wahren Verhältnisse eines Physik-
Studiums und in der Forschung nicht. Dafür spricht auch seine Äußerung
auf Seite 66:

|"Noch schlimmer für das Physikerego [...] wäre, wenn ein
| unvoreingenommener Nichtphysiker, dessen Mathematikkenntnisse kaum
| über Grundschulniveau hinausgehen, diesen einfachen, logischen
| Zusammenhang erkannt hat, wozu Generationen fehlgeprägter Physiker
| nicht in der Lage waren."

Alles klar: Bauman = Genie, Physiker = alle doof.
Diagnose:
https://de.wikipedia.org/wiki/Dunning-Kruger-Effekt

> Ergänzend teilt er mit, dass Photonen die Grundbausteine des Universums,
> sowie im eigenen Bezugssystem unendlich schnell sind,

Das Bezugssystem eines physikalischen Systems ist sein Ruhesystem. In
dem bewegen sich Photonen nicht "unendlich schnell". Sie bewegen sich in
der Raumzeit auf Null-Geodäten, d.h. ihre Eigenzeit ist dτ = 0

> Das Buch wurde vermutlich unter Pseudonym geschrieben

Das lässt tief blicken.

> und erhebt wissenschaftlichen Anspruch.

Es erfüllt nicht einmal wissenschaftliche Mindeststandards. Auch für ein
populärwissenschaftliches Buch ist es einfach nur schlecht. Wie schon
erwähnt: Wenn man über "Die Lösung der Einsteingleichungen" schreiben
will, sollte man schon die Gleichungen und die bekannten Lösungen
mindestens kurz darstellen.

Von den Themen, die Bauman anreißt, hat er klar erkennbar kein
hinreichendes Fachwissen geschweige denn ein tieferes Verständnis. So
redet er stets nur von der "Quantenmechanik". Es scheint ihm nicht
bekannt zu sein, dass für den Zugang zur Quantengravitation über den
Ansatz der Teilchenphysik die Quantenfeldtheorie benötigt wird, was dann
zur String-Theorie führt.

Den anderen bedeutenden Ansatz der Quantengravitation, die Schleifen-
Quantengravitation (SQG), erwähnt er zwar, lässt aber auch hier klar
erkennen, dass er nichts davon versteht. Beispiel: Auf Seite 76
schwadroniert er gegen "ein Punktall als Anfangsstadium". Offenbar ist
ihm nicht bekannt, dass es in der SQG um die Quantisierung der Raumzeit
geht. Eine Folge dieser Quantisierung ist:

"Je näher man dem Urknall zeitlich kommt, desto stärker kontrahiert
sich das Universum, aber es kann nicht 'unendlich' klein gemacht
werden, weil es in der Schleifentheorie nicht möglich ist, ein
beliebig kleines Volumen zu erreichen: Der Raum ist gequantelt.
Es gibt einen kleinsten Rauminhalt, der nicht unterschritten werden
kann."
aus Carlo Rovelli: Und wenn es die Zeit nicht gäbe?, S.114f.

Carlo Rovelli ist einer der Begründer der SQG. Das genannte Buch ist
populärwissenschaftlich, und für Leser ohne tiefer gehende physikalische
Ausbildung sehr zu empfehlen.

> Nach meiner Recherche scheint es zum großen Teil kein Unsinn zu sein.

Es ist zum größten Teil Unfug.

> Kennt jemand von euch das Buch und kann dazu etwas sagen?

Ich kenne es - und sage: Wer sich als Laie der ART, der Kosmologie und
der Quantengravitation nähern möchte, sollte Bücher heranziehen, die
zwar populärwissenschftlich sind, trotzdem aber gut zu den Themen hin
führen. Baumans Buch gehört definitiv nicht dazu.

Dieter Heidorn

Thomas 'PointedEars' Lahn

unread,
Mar 22, 2023, 8:29:56 PM3/22/23
to
Dieter Heidorn wrote:

> Zur Schwarzschild-Metrik: Diese ist die Lösung der Einsteingleichungen
> für den Außenraum einer sphärischen, statischen Massenverteilung. Hier
> tauchen zwei _Koordinatensingularitäten_ auf: der Schwarzschild-Radius
> R_S = 2 GM/c^2, und eine Singularität bei r = 0.

Die Singularität bei r = 0 ist eine Singularität, aber _keine_
Koordinatensingularität, da sie leider (wie ich kürzlich lernte)
*koordinatenunabhängig* existiert (wir müssen es also wohl aufgeben, im
Rahmen der ART nach Koordinatensystemen zu suchen, die sie vermeiden):

K = R_abcd R^abcd ~ 1/r⁶. [Kretschmann-Skalar für die Schw.-Metrik]

<https://de.wikipedia.org/wiki/Kretschmann-Skalar>

referenziert in

<https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzschild-Metrik#Geometrische_Deutung>

und

<https://en.wikipedia.org/wiki/Kretschmann_scalar>

referenziert in

<https://en.wikipedia.org/wiki/Schwarzschild_metric#Singularities_and_black_holes>

> Bauman schreibt auf
> Seite 68:
>
> |"Die Singularität ist eine mathematische Lösung mit Ereignishorizont,

Was totaler Quatsch ist. Die Singularität bei r = 0 (die er wohl meint)
liegt innerhalb des (äusseren) Ereignishorizonts, der eine 1+3-dimensionale-
Fläche ist.

Tatsächlich ist der Radius des Ereignishorizonts in natürlichen Einheiten
geben durch

r = M + √(M² − J² − Q²/(4π ε₀)).

Ist somit J² + Q²/(4π ε₀) > M², dann gibt es nur eine „nackte“ Singularität
und _keinen_ Ereignishorizont, somit auch kein SL.

> | hinter dem es [...] keine Ereignisse gibt

Auch Quatsch. Natürlich gibt es sie, aber nicht für den äusseren Beobachter
(er kann diesen keine Zeitkoordinate und keine Raumkoordinate i.e. S.
zuweisen; mathematisch geht es natürlich trotzdem). Einer der beiden
Gründe, weshalb schwarze Löcher schwarz sind.

> | und somit auch keinen Raum,

Eine Definitionsfrage. Der Raum wird da (in Schwarzschild-Koordinaten) eben
zeitartig und die Zeit raumartig. Alle Bewegungen führen in die Zukunft
statt an einen anderen Ort.

> | keine Zeit

Dito.

> | und keine Teilchen.

Quatsch. Das, was ins SL hineinfällt, hört nicht einfach auf, zu
existieren.

> | Das All endet am Ereignishorizont.

Populärwissenschaftliches Gewäsch.

> | [...] Aber kann es sein, dass solch ein einfacher und logischer
> | Zusammenhang über Generationen von den Physikern nicht verstanden
> | wurde?"
>
> Damit bezieht er sich auf die Schwarzschild-Metrik (SM), die von
> vornherein _nur im Außenraum_ Gültigkeit besitzt. Ein Blick in ein
> beliebiges Lehrbuch der ART zeigt, wie Physiker es sehen: […]

ACK.


PointedEars
--
Q: What happens when electrons lose their energy?
A: They get Bohr'ed.

(from: WolframAlpha)

Thomas 'PointedEars' Lahn

unread,
Mar 22, 2023, 8:42:48 PM3/22/23
to
Dieter Heidorn wrote:

> Zur Schwarzschild-Metrik: Diese ist die Lösung der Einsteingleichungen
> für den Außenraum einer sphärischen, statischen Massenverteilung. Hier
> tauchen zwei _Koordinatensingularitäten_ auf: der Schwarzschild-Radius
> R_S = 2 GM/c^2, und eine Singularität bei r = 0.

Die Singularität bei r = 0 ist _keine_ Koordinatensingularität, da sie
leider (wie ich kürzlich lernte) *koordinatenunabhängig* existiert (wir
müssen es also wohl aufgeben, im Rahmen der ART nach Koordinatensystemen
zu suchen, die sie vermeiden):

K = R_abcd R^abcd ~ 1/r⁶. [Kretschmann-Skalar für die Schw.-Metrik]

<https://de.wikipedia.org/wiki/Kretschmann-Skalar>

referenziert in

<https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzschild-Metrik#Geometrische_Deutung>

und

<https://en.wikipedia.org/wiki/Kretschmann_scalar>

referenziert in

<https://en.wikipedia.org/wiki/Schwarzschild_metric#Singularities_and_black_holes>

> Bauman schreibt auf
> Seite 68:
>
> |"Die Singularität ist eine mathematische Lösung mit Ereignishorizont,

Was totaler Quatsch ist. Die Singularität bei r = 0 (die er wohl meint)
liegt innerhalb des (äusseren) Ereignishorizonts, der eine 1+3-dimensionale-
Fläche ist.

Tatsächlich ist der Radius des Ereignishorizonts in natürlichen Einheiten
geben durch

r = M + √(M² − J² − Q²/(4π ε₀)).

Ist somit J² + Q²/(4π ε₀) > M², dann gibt es nur eine „nackte“ Singularität
und _keinen_ Ereignishorizont, somit auch kein SL.

> | hinter dem es [...] keine Ereignisse gibt

Auch Quatsch. Natürlich gibt es sie, aber nicht für den äusseren Beobachter
(er kann diesen keine Zeitkoordinate und keine Raumkoordinate i.e. S.
zuweisen; mathematisch geht es natürlich trotzdem). Einer der beiden
Gründe, weshalb schwarze Löcher schwarz sind.

> | und somit auch keinen Raum,

Eine Definitionsfrage. Der Raum wird da (in Schwarzschild-Koordinaten) eben
zeitartig und die Zeit raumartig. Alle Bewegungen führen in die Zukunft
statt an einen anderen Ort.

> | keine Zeit

Dito.

> | und keine Teilchen.

Quatsch. Das, was ins SL hineinfällt, hört nicht einfach auf, zu
existieren.

> | Das All endet am Ereignishorizont.

Populärwissenschaftliches Gewäsch.

> | [...] Aber kann es sein, dass solch ein einfacher und logischer
> | Zusammenhang über Generationen von den Physikern nicht verstanden
> | wurde?"
>
> Damit bezieht er sich auf die Schwarzschild-Metrik (SM), die von
> vornherein _nur im Außenraum_ Gültigkeit besitzt. Ein Blick in ein

Dieter Heidorn

unread,
Mar 23, 2023, 7:51:59 AM3/23/23
to
Thomas 'PointedEars' Lahn schrieb:
> Dieter Heidorn wrote:
>
>> Zur Schwarzschild-Metrik: Diese ist die Lösung der Einsteingleichungen
>> für den Außenraum einer sphärischen, statischen Massenverteilung. Hier
>> tauchen zwei _Koordinatensingularitäten_ auf: der Schwarzschild-Radius
>> R_S = 2 GM/c^2, und eine Singularität bei r = 0.
>
> Die Singularität bei r = 0 ist _keine_ Koordinatensingularität,

Ich schrieb lediglich über die SM.

> da sie
> leider (wie ich kürzlich lernte) *koordinatenunabhängig* existiert (wir
> müssen es also wohl aufgeben, im Rahmen der ART nach Koordinatensystemen
> zu suchen, die sie vermeiden):

Der Ansicht bin ich auch. Um die in der RT unvermeidliche Singularität
zu vermeiden, muss man eine Theorie der Quantengravitation entwickeln.

>> Bauman schreibt auf
>> Seite 68:
>> | [...] Aber kann es sein, dass solch ein einfacher und logischer
>> | Zusammenhang über Generationen von den Physikern nicht verstanden
>> | wurde?"
>>
>> Damit bezieht er sich auf die Schwarzschild-Metrik (SM), die von
>> vornherein _nur im Außenraum_ Gültigkeit besitzt. Ein Blick in ein
>> beliebiges Lehrbuch der ART zeigt, wie Physiker es sehen: […]
>
> ACK.

Fein :-)

Dieter

Thomas 'PointedEars' Lahn

unread,
Mar 25, 2023, 5:21:34 PM3/25/23
to
Dieter Heidorn wrote:

> Thomas 'PointedEars' Lahn schrieb:
>> Dieter Heidorn wrote:
>>> Zur Schwarzschild-Metrik: Diese ist die Lösung der Einsteingleichungen
>>> für den Außenraum einer sphärischen, statischen Massenverteilung. Hier
>>> tauchen zwei _Koordinatensingularitäten_ auf: der Schwarzschild-Radius
>>> R_S = 2 GM/c^2, und eine Singularität bei r = 0.
>> Die Singularität bei r = 0 ist _keine_ Koordinatensingularität,
>
> Ich schrieb lediglich über die SM.

Ich auch :) Eine Koordinatensingularität ist eine Singularität, die *nur*
aufgrund des gewählten Koordinatensystems entsteht. Transformiert man in
ein geeignetes anderes Koordinatensystem, dann verschwindet sie:

<https://de.wikipedia.org/wiki/Koordinatensingularit%C3%A4t>
<https://en.wikipedia.org/wiki/Coordinate_singularity>

Im Fall der Schwarzschild-Metrik verschwindet die Singularität bei r = rₛ,
wenn man die Metrik bzw. ihr Linienelement in z. B. Kruskal−Szekeres oder
Gullstrand–Painlevé-Koordinaten schreibt. Daher ist *das* eine
Koordinatensingularität:

<https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzschild-Metrik#Geometrische_Deutung>
<https://en.wikipedia.org/wiki/Schwarzschild_metric#Alternative_coordinates>

Die Singularität bei r = 0 verschwindet jedoch auch in z. B. den o. g.
Koordinaten nicht, und wegen des dann auch singulären Kretschmann-Skalars
verschwindet sie offenbar in *keinen* Koordinaten. Daher ist das _keine_
Koordinatensingularität, sondern eine _Krümmungssingularität_ (den dafür
auch benutzten Begriff „Gravitationssingularität“ bzw. “gravitational
singularity” sollte man IMHO vermeiden).

Aber: Die Krümmungssingularität bei r = 0 gibt es auch in der Reissner–
Nordström-, Kerr- und Kerr–Newman-Metrik. Bei K-N ist sie jedoch
ringförmig. (Schwarzschild-SL sind ja aufgrund der Drehimpulserhaltung in
der Realität eher sehr unwahrscheinlich.)

<https://en.wikipedia.org/wiki/Kerr%E2%80%93Newman_metric>

Und auch der Kretschmann-Skalar der FLRW-Metrik wird bei a(t) = 0 singulär
:'-)

>> da sie leider (wie ich kürzlich lernte) *koordinatenunabhängig* existiert
>> (wir müssen es also wohl aufgeben, im Rahmen der ART nach
>> Koordinatensystemen zu suchen, die sie vermeiden):
>
> Der Ansicht bin ich auch. Um die in der RT unvermeidliche Singularität
> zu vermeiden, muss man eine Theorie der Quantengravitation entwickeln.

ACK.


PointedEars
--
Heisenberg is out for a drive when he's stopped by a traffic cop.
The officer asks him "Do you know how fast you were going?"
Heisenberg replies "No, but I know where I am."
(from: WolframAlpha)

Rolf Bombach

unread,
May 8, 2023, 5:14:27 PM5/8/23
to
Dieter Heidorn schrieb:

[Die Lösung der Einsteingleichungen, Theodor Bauman. "Ein anspruchsvolles und unterhaltsames Buch,
das Denkfehler bisheriger Physikergenerationen aufzeigt und zur weiteren Recherche anregt."]

> .... Das Ganze gipfelt dann in einer globalen Beschimpfung von
> Physikern auf Seite 66:
>
> |"[Die Physiker haben es nicht verstanden] da vor der Logik das Ego
> | kommt und vor dem Physiker der Professor, der etwas erzählt, was ein
> | angehender Physiker lernen und widergeben muss, um Physiker zu werden.
> | Ansonsten lässt ihn der Professor durchfallen, der nicht bereit ist,
> | sich von einem Studenten seine Anschauung als falsch erklären zu
> | lassen. Er würde sich blamiert fühlen."
>
> Bauman kennt offensichtlich die wahren Verhältnisse eines Physik-
> Studiums und in der Forschung nicht. Dafür spricht auch seine Äußerung
> auf Seite 66:
>
> |"Noch schlimmer für das Physikerego [...] wäre, wenn ein
> | unvoreingenommener Nichtphysiker, dessen Mathematikkenntnisse kaum
> | über Grundschulniveau hinausgehen, diesen einfachen, logischen
> | Zusammenhang erkannt hat, wozu Generationen fehlgeprägter Physiker
> | nicht in der Lage waren."
>
> Alles klar: Bauman = Genie, Physiker = alle doof.
> Diagnose:
> https://de.wikipedia.org/wiki/Dunning-Kruger-Effekt

Meine Diagnose: Morbus Burkhard.
https://de.wikipedia.org/wiki/William_Burkhard

Den musste ich noch persönlich erleiden. Tauchte spontan in Vorlesungen
und Laboratorien auf. Schwafelte auch immer von "Papageienwissenschaft"
und gab ähnliche Statements wie die oben genannten ab.

Selbstreferenziell lächerlich ist das "wenn ein unvoreingenommener Nichtphysiker,
dessen Mathematikkenntnisse kaum über Grundschulniveau hinausgehen,...",
alldieweil dies ja offensichtlich am Laufmeter vorkommt.

>> Ergänzend teilt er mit, dass Photonen die Grundbausteine des Universums, sowie im eigenen Bezugssystem unendlich schnell sind,

"Die Lichtgeschwindigkeit ist unendlich schnell und gleich der
Spiegelungsgeschwindigkeit". W. Burkhard.

Eigentlich sollte solche Personen speziell für die Psychopathologen
interessant sein, da sie oft exakt die gleichen Wahnvorstellungen haben.

--
mfg Rolf Bombach

Helmut Wabnig

unread,
May 9, 2023, 2:05:34 AM5/9/23
to
Ergänzend dieses hier:
https://math.ucr.edu/home/baez/crackpot.html
The Crackpot Index
John Baez

A simple method for rating potentially revolutionary contributions to
physics:

A -5 point starting credit.

1 point for every statement that is widely agreed on to be false.

2 points for every statement that is clearly vacuous.

3 points for every statement that is logically inconsistent.

5 points for each such statement that is adhered to despite
careful correction.

5 points for using a thought experiment that contradicts the
results of a widely accepted real experiment.

5 points for each word in all capital letters (except for those
with defective keyboards).

5 points for each mention of "Einstien", "Hawkins" or "Feynmann".

10 points for each claim that quantum mechanics is fundamentally
misguided (without good evidence).

10 points for pointing out that you have gone to school, as if
this were evidence of sanity.

10 points for beginning the description of your theory by saying
how long you have been working on it. (10 more for emphasizing that
you worked on your own.)

10 points for mailing your theory to someone you don't know
personally and asking them not to tell anyone else about it, for fear
that your ideas will be stolen.

10 points for offering prize money to anyone who proves and/or
finds any flaws in your theory.

10 points for each new term you invent and use without properly
defining it.

10 points for each statement along the lines of "I'm not good at
math, but my theory is conceptually right, so all I need is for
someone to express it in terms of equations".

10 points for arguing that a current well-established theory is
"only a theory", as if this were somehow a point against it.

10 points for arguing that while a current well-established theory
predicts phenomena correctly, it doesn't explain "why" they occur, or
fails to provide a "mechanism".

10 points for each favorable comparison of yourself to Einstein,
or claim that special or general relativity are fundamentally
misguided (without good evidence).

10 points for claiming that your work is on the cutting edge of a
"paradigm shift".

20 points for emailing me and complaining about the crackpot
index. (E.g., saying that it "suppresses original thinkers" or saying
that I misspelled "Einstein" in item 8.)

20 points for suggesting that you deserve a Nobel prize.

20 points for each favorable comparison of yourself to Newton or
claim that classical mechanics is fundamentally misguided (without
good evidence).

20 points for every use of science fiction works or myths as if
they were fact.

20 points for defending yourself by bringing up (real or imagined)
ridicule accorded to your past theories.

20 points for naming something after yourself. (E.g., talking
about the "The Evans Field Equation" when your name happens to be
Evans.)

20 points for talking about how great your theory is, but never
actually explaining it.

20 points for each use of the phrase "hidebound reactionary".

20 points for each use of the phrase "self-appointed defender of
the orthodoxy".

30 points for suggesting that a famous figure secretly disbelieved
in a theory which he or she publicly supported. (E.g., that Feynman
was a closet opponent of special relativity, as deduced by reading
between the lines in his freshman physics textbooks.)

30 points for suggesting that Einstein, in his later years, was
groping his way towards the ideas you now advocate.

30 points for claiming that your theories were developed by an
extraterrestrial civilization (without good evidence).

30 points for allusions to a delay in your work while you spent
time in an asylum, or references to the psychiatrist who tried to talk
you out of your theory.

40 points for comparing those who argue against your ideas to
Nazis, stormtroopers, or brownshirts.

40 points for claiming that the "scientific establishment" is
engaged in a "conspiracy" to prevent your work from gaining its
well-deserved fame, or suchlike.

40 points for comparing yourself to Galileo, suggesting that a
modern-day Inquisition is hard at work on your case, and so on.

40 points for claiming that when your theory is finally
appreciated, present-day science will be seen for the sham it truly
is. (30 more points for fantasizing about show trials in which
scientists who mocked your theories will be forced to recant.)

50 points for claiming you have a revolutionary theory but giving
no concrete testable predictions.

© 1998 John Baez
ba...@math.removethis.ucr.andthis.edu
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