Hallo Volker,
Am 11.04.2013 16:49, schrieb Volker Birk:
> Sina Da Ponte <
sina.d...@gmx.de> wrote:
> [de.sci.psychologie und was Hans Ulrich Michael dort treibt]
>
>> Daß das dem Großteil der Leut dort auf die Nerven geht -- Betroffenen
>> vermutlich aus anderen Gründen als solchen, die etwa Psychologisches in
>> der wiss. Dimension erörtern wollen --, ist doch nur zu verständlich!
>
> Das mag wohl sein. Allerdings:
>
> Wir diskutieren hier *Normen*, Sina. Und darüber weisst Du mehr als ich.
> Es müsste Dir klar sein, dass das Setzen von Normen (wie beispielsweise
> normative Grundlagen für die Zensur, die man für gewöhnlich im Usenet
> als “Moderation” ausgibt), dass solche Normen für philosophische
> Ansichten alles andere als unkritisch zu sehen sind.
Natürlich weiß ich das. Vgl. jenes posting, das ich gerade an Rudolf
schrieb: Ich möchte mich nicht zu jemandem aufschwingen, die jetzt ganz
genau weiß, was zu tun ist. Ich weiß es nämlich nicht. Deshalb würde ich
gern eine Diskussion dieses Themas über alle betroffenen sci-Gruppen
hinweg führen. Es geht alle Nutzer, die sich dem verpflichtet fühlen,
was 'sci' bedeutet in Usenetzusammenhängen, etwas an.
> Nach welcher Norm soll verfahren werden?
>
> Man könnte beispielsweise definieren, dass wer ständig
> unwissenschaftlich argumentiert, dass dessen Postings zensiert werden.
> Nur: welchen Massstab für Wissenschaftlichkeit legt man an? Und wer
> prüft den mit welchem Verfahren?
Es gibt *evidente* Fälle (siehe Schmidt, Roggendorf oder Kapeller in
d.s.phil; siehe Nazi-Säue in dsg usw.usf.). Die setzt man auf eine Liste
und verfährt damit irgendwie. Wo es schwierig wird (also bei
zweifelhaften Fällen), ist erstens größtmögliche Toleranz zu gewähren
und zweitens ein Kriterium, das zumindest ich für hilfreich halte, da
man es u.a. eben auch quantifizieren kann: Erkenntnisresistenz.
Ich mache dazu ein Bsp. aus dem Dunstkreis von Hans Ulrich Michaels
pseudo-"wissenschaftstheoretischen" Schwurbeleien:
Wenn jemand sich *vernünftigen* und allgemein geteilten Argumenten
vollkommen verschließt und trotz Nachweises der Unangemessenheit seiner
Argumente darauf beharrt, obwohl (Zusatzkriterium) das längst niemand
mehr wissen möchte, ist der Zeitpunkt gekommen, wo der Listeneintrag
fällig ist (s.o.).
Nach meiner Lesart ist das bei Hans Ulrich Michael der Fall: Denn wenn
er seine private Tatsachen-"Theorie" (Tatsachen seien u.a. wahr, weshalb
empirische Wissenschaft durchaus auch vorgeblich wahre Urteile über
nicht-empirische Gegenstände abgeben können und dann u.U.
nicht-empirische Wissenschaften mit ihren anderen Urteilen den Kürzeren
zögen) weiter und weiter propagiert, obwohl ihm mehrfach aufgezeigt
wurde, daß das blühender Unfug ist (es auch -- nebenbei bemerkt -- keine
wiss.th. Schule gibt, die derartiges propagiert und begründet [deshalb
meine Kennzeichnung als 'privat']), so muß unterstellt werden, daß er
dem wiss. Ethos nicht (mehr) folgt, das ja u.a. die Akzeptanz von
Logizität und Schlüssigkeit etc.pp. fordert. -- Nun kann man ja
bekanntlich recht leicht nachweisen, daß Tatsachen nie und nimmer "wahr
sein" können (der stringenteste Nachweis dafür stammt von Wittgenstein),
nämlich einfach dadurch, daß man sich klarmacht, daß etwas, das wahr
ist, genausogut hätte falsch (besser: unwahr) sein können. Oder anders
ausgedrückt: Ein Wahrheitsnachweis, /ergo/ ein entsprechendes Wissen
darum, daß p wahr *ist* -- z.B. durch einen math./log. Beweis -- gibt es
immer erst, wenn als seine /conditio sine qua non/ *ausgeschlossen* ist,
daß p nicht falsch bzw. unwahr ist (in der Logik geht man bekanntlich
sogar gerne genau den Weg der Falsifikation, um dann dabei einen
Widerspruch zu finden).
Angesichts dessen -- also daß von p immer gesagt werden kann, daß es
entweder wahr oder falsch/unwahr ist -- mutet es wie blanker Irrsinn an,
eine *Tatsache* [sic!] als "wahr" deklarieren zu wollen! Denn das hieße
logischerweise, daß eine Tatsache auch falsch/unwahr sein könnte. Wohin
wir aber in allen wiss. Belangen kämen, wären Tatsachen tatsächlich --
und nicht nur in Hans Ulrich Michaels verschwörungstheor.
Paralleluniversum -- auch Kandidaten für etwas *möglicherweise*
Falsches/Unwahres, will ich mir lieber gar nicht erst ausmalen! Esliegt
aber gottseidank auf der Hand, daß das ausgemachte Schwachsinn ist ...
---> Wenn du nun einmal schaust, was Hans Ulrich Michael alles auf
seinen Tatsachenschwuchteleien aufbaut, um angeblich wissenschaftlich
integer daherzukommen, so wird dir vielleicht klar(er), warum manche
mehr als nur ein bißchen verärgert sind, wenn er wieder und wieder,
trotz entsprechender Gegenargumente, stumpf wie ein Affe den längst
widerlegten Schmonzes herunterbetet, als habe es niemals eine
widerlegung gegeben.
Ich nenne das Erkenntnisresistenz -- und wer so agiert, der hat kein
wiss. Interesse mehr, sondern will seine privaten Obsessionen
exekutieren. Es spielt dabei m.E. keine Rolle, daß so ein mensch in
anderen Feldern durchaus gute Argumente zu bringen vermag -- das mag er
tun und dafür auch gewürdigt werden --, aber in jenen Feldern, da er mit
seiner Erkenntnisresistemnz hausieren geht, ist er verbrannt.
So in etwa stelle ich mir das vor.
> Was ist denn das erwünschte, was das zu erwartende Ergebnis solcher
> Massnahmen, was wird deren Verhältnis zueinander sein?
S.o.
>
>> Und da Hans Ulrich Michael zugleich weder wiss. integer zu argumentieren
>> versteht noch mit irgendeiner, vom Humanen her doch wohl eigentlich
>> gebotenen Rücksichtnahme für Betroffene, gehört er eben so wenig in
>> diese Gruppe wie er hierher gehört. Denn es ist doch *klar* wie nur
>> irgendetwas, daß sein zentrales Anliegen ein
>> *verschwörungstheoretisches* ist -- daß er es irgendwie wissenschaftlich
>> zu *tarnen* sucht, macht die damit verbundene Sülze doch noch lange
>> nicht chartakonform in jenen Gruppen, die er mit seinem Privatschmonzes
>> behelligt. Und Chartakonformität ist bei mir sowieso höchst tolerant
>> gesehen, so manchem dang(ler)-Fossil würde davor grauen ... ;-)
>
> Natürlich will Gresch für seine Ideologie missionieren. Aber er versteht
> es durchaus, wissenschaftlich zu argumentieren. Er betritt die
> wissenschaftliche Argumentation kaum, üblicherweise wird's immer schnell
> hochideologisch, aber dass er sich darauf /versteht/, das kannst Du ihm
> doch unmöglich absprechen?
Ehrlich gesagt, ich weiß nicht, was mit ihm los ist, er war früher *so*
nicht drauf. Ich hege zwar bestimmte Vermutungen, aber dazu möchte ich
nichts sagen, weil der *Mensch* Hans Ulrich Michael Gresch für mich, was
Spekulationen über ihn und deren Mitteilung angeht, tabu ist ... meine
Vermutungen betreffen aber genau Dinge des Menschen HUMG; was ich einzig
zu thematisieren, ggf. anzugreifen und zu kritisieren wage ist jedoch
die Usenet-Figur HUMG. Ich werde mich hüten (einmal hab ich mich da
schlimm vergriffen, was mir gewiß nie wieder passieren wird -- ich habe
mich dafür allerdings zu entschuldigen versucht), andere Dimensionen des
Problemes aufzufalten. Bei mir steht Hans Ulrich Michael dafür ein, was
er hier im usenet kundtut. Und sofern er nicht Warnschilder aufstellt
wie jene Leute, die als von psych. Krankheit *Betroffene* [sic!] in
d.s.psych von ihm gleichwohl verunglimpft wurden, werde ich ihn dabei so
annehmen, wie er selbst sich vorstellt, selbst dann, wenn ich denke, daß
da auch 'ne Menge Theater dahintersteht. Denn jeder darf doch
Warnschilder aufstellen, so er das für notwendig erachtet. Und wenn
solche tatsächlich aufgestellten Schilder mißachtet werden, halte ich
das für skandalös. Gibt's aber keine, muß man sie doch auch nicht
beachten ... Das ginge ja auch gar nicht! ;-)
[...]
>> Es gibt im Übrigen keinen Grund, Psychologie- bzw. Psychiatriekritisches
>> von den entsprechenden sci-groups fernzuhalten. Aber wer wähnt, Hans
>> Ulrich Michaels oder auch des Werner-Fuß-Zentrums hier und anderswo
>> verbreitete Wahnideen seien genau das, irrte m.E. gewaltig, trotzdem sie
>> natürlich unter exakt diesem Label durch diverse virtuelle und reale
>> Schwurbelwelten flattern.
>
> Das meine ich nicht. Aber ich meine etwas anderes: die Psychiatrie als
> Instrument wird tatsächlich nicht selten missbraucht.
Natürlich! Ich sehe mich selbst z.B. durchaus sowohl psychologie- wie
psychiatriekritisch. Aber Hans Ulrich Michael betreibt nicht so etwas,
sondern was ganz anderes!
[...]
> Und ich kann bei psychiatrisch Missbrauchten auch aufgrund derer sicher
> schockierenden und traumatisierenden Erfahrungen nicht ganz ausser acht
> lassen, weshalb sie für eine vermeintlich gute Sache zu streiten
> glauben.
Wieso denn "glauben"? Wer Mißbrauch bekämpft, ist immer auf der
richtigen Seite! Egal ob im Bereich der Psychiatrie oder anderswo! Aber
wer universell und pauschal Mißbrauch unterstellt, hat entweder sowieso
ein Rad ab oder verallgemeinert unzulässig eine persönliche Erfahrung.
Letzteres geht aber nicht (ersteres ist sowieso narret!). Warum, liegt
so deutlich auf der Hand, daß ich mir eine Begründung spare.
[...]
>> Missionare aber -- und als solche geben sie sich ja deutlich zu
>> erkennen -- haben weder in d.s.psych noch in d.s.phil etwas verloren.
>
> Und wie stellst Du objektiv fest, dass ihre Deutung keine sinnvolle,
> sondern eine /missionarische/ ist?
S.o. -- Es läuft immer über die Diagnose von Erkenntnisresistenz. Die
läßt sich m.E. erheben. Ich meine natürlich: Unter vernünftigen Leuten
... ;-)
> Ich bitte Dich, die Antwort darauf genau zu überlegen: die Frage ist
> nicht, wie das ein vernünftiger Mensch feststellt. Das wissen wir beide.
> Es geht aber um Normen, die eingeführt werden sollen. Oder was hast Du
> vor?
Nochmals: Ich habe gar nichts vor, außer vielleicht, eine Diskussion
über die eigentlichen Probleme anzuregen, möglichst über mehrere
betroffene Gruppen hinweg. Die einzige Norm, die ich mir sinnvollerweise
vorstellen kann (von den eindeutigen Fällen reinen Destruktionswillens
oder permanenten Off-topic-Postens abgesehen), wäre die, daß deutlich
praktizierte und nach Aufweis fortgesetzte Erkenntnisresistenz zur
Diskussion in sci-groups disqualifiziert.
Viele Grüße
Sina