ich weiß nicht ob ich hier richtig bin, aber ich wage es einfach mal. :-)
Ich bin jetzt schon öfter über die folgende Hegel zugeschriebene Anekdote
gestolpert:
| ... auf Hegel verweisen, der auf Vorhaltungen seiner Studenten, daß die
| Wirklichkeit der Empirie nicht so sei, wie er sie idealerweise schilderte,
| geantwortet haben soll: Umso schlimmer für die Wirklichkeit.
Hat hier jemand Belege oder Quellen für diese Anekdote??
Grüsse Hermann
also ich weiss leider nicht, welcher Quelle das zu entnehmen ist, aber
es hört sich sehr nach Hegel an. Am besten, Du nimmst Dir mal einige
Hegel-Einführungen oder Zusammenfassungen vor, da sollte das
eigentlich belegt sein. Sollte m.E. nach im Bereich zu Kants Theorie
der Erfahrung zu finden sien.
viele Grüße
Solick
Hermann Wiese <herman...@change-u.de> wrote in message news:<3E25D5A3...@change-u.de>...
"C'est ce que Hegel n'a pas hésité une seconde à faire, après avoir démontré
dans son travail d'habilitation qu'il ne pouvait pas y avoir plus de six
planètes alors qu'une septième, Uranus, malencontreusement pour lui, avait
été, découverte par Herschel en 1781. Ce qui l'amena à conclure non sans
aplomb: "Desto schlimmer für die Tatsachen", ce qui peut se traduire par:
"Tant pis pour les faits!"
TF
"
Hermann Wiese <herman...@change-u.de> skrev i
meldingsnyheter:3E25D5A3...@change-u.de...
Immer noch nicht. Aber es wird verdächtig...
http://sunsite.utk.edu/math_archives/.http/hypermail/historia/oct98/0146.htm
l
HTH
TF
> Ich bin jetzt schon öfter über die folgende Hegel zugeschriebene Anekdote
> gestolpert:
> | ... auf Hegel verweisen, der auf Vorhaltungen seiner Studenten, daß die
> | Wirklichkeit der Empirie nicht so sei, wie er sie idealerweise schilderte,
> | geantwortet haben soll: Umso schlimmer für die Wirklichkeit.
> Hat hier jemand Belege oder Quellen für diese Anekdote?
Mit einer Quelle für die Anekdote kann ich nicht dienen, allerdings
mit einer Erklärung anhand des Hegelschen Wirklichkeitsbegriffes,
was damit gemeint sein kann:
Hegel versteht als /der/ Vertreter des dt. Idealismus Wirklichkeit als
eine Verbindung des Vernünftigen mit dem Möglichen. Bei Hegel ent-
behrt das (nur unter nicht geklärten Voraussetzungen) Erfahrbare der
Empiristen (1) als auch das zwar mittels kritischer Vernunft, jedoch
nur innerlich in dieser selbst begründete Erkennen Kants etwas, das
Objektivität tatsächlich von außerhalb des Subjektes herstellen kann:
Zitat (1) "Die Grundtäuschung im wissenschaftlichen Empirismus
ist immer diese, daß er die metaphysischen Kategorien von
Materie, Kraft, ohnehin von Einem, Vielem, Allgemeinheit, auch
Unendlichem usf. gebraucht, ferner am Faden solcher Kategorien
weiter fortschließt, dabei die Formen des Schließens voraussetzt
und anwendet und bei allem nicht weiß, daß er so selbst Meta-
physik enthält und treibt und jene Kategorien und deren Verbin-
dungen auf eine völlig unkritische und bewußtlose Weise gebraucht."
Zitat (2) "Die Hauptwirkung, welche die Kantische Philosophie
gehabt hat, ist gewesen, das Bewußtsein dieser absoluten
Innerlichkeit erweckt zu haben, die, ob sie um ihrer Ab-
straktion willen zwar aus sich zu nichts sich entwickeln und
keine Bestimmungen, weder Erkenntnisse noch morali-
sche Gesetze, hervorbringen kann, doch schlechthin sich
weigert, etwas, das den Charakter einer Äußerlichkeit hat,
in sich gewähren und gelten zu lassen. Das Prinzip der
Unabhängigkeit der Vernunft, ihrer absoluten Selbständig-
keit in sich, ist von nun an als allgemeines Prinzip der
Philosophie wie als eines der Vorurteile der Zeit anzusehen."
[Hegel: Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im
Grundrisse (1) aus dem Kapitel "I. Empirismus" (2) aus dem
Kapitel "II. Kritische Philosophie"]
Hegel schließt also auf eine Wirklichkeit, die zwar philosophisch
erkennbar sei in einer Verbindung von Wissenschaft, Vernunft
und Möglichkeit, die jedoch, weil die Dinge nicht so sind, wie sie
sein sollen, nicht mit der Realität übereinstimmt. Das ist dann
eben deshalb schlimm für die Wirklichkeit (nach Hegels Wirklich-
keitsbegriff), weil die erfahrene Realität eben nicht so ist, wie sie
wirklich sein sollte.
Das ist der Punkt, wo Marx Hegel "vom Kopf auf die Füße stellt"
und sagt, dass dasjenige Vorrangig sei, was auch immer außerhalb
des Menschen als materielle Realität erkennbar sei, während das
Sollen des Menschen mittels wissenschaftlicher Methoden an
/realen Möglichkeiten/ und revolutionären Prinzipien sich zu
orientieren habe.
Grüße
Hubert
> ... "zitiert nach Marcuse"
Was hat das mit meinem Posting zu tun? Hier ist die Rede von
Hegels Wirklichkeitsbegriff, siehe Betreff.
Grüße
Hubert
"Hubert Hövelborn" schrieb:
Das hat etwas mit der Frage von H. Wiese zu tun.
Soll heißen, wenn der Philosoph Glucksmann es nur bei Marcuse findet,
ist das Zitat evtl. in dem genauen Wortlaut von Hegel nicht verwendet
worden.
> > > ... "zitiert nach Marcuse"
> > Was hat das mit meinem Posting zu tun? Hier ist die Rede von
> > Hegels Wirklichkeitsbegriff, siehe Betreff.
> Das hat etwas mit der Frage von H. Wiese zu tun. Soll heißen,
> wenn der Philosoph Glucksmann es nur bei Marcuse findet, ist das
> Zitat evtl. in dem genauen Wortlaut von Hegel nicht verwendet worden.
Dieser Ausspruch, nachdem ursprünglich gefragt war, kursiert als geflügeltes
Wort und zwar sowohl mit positivem Bezug auf eine idealistische Einstellung:
/Zitat Anfang/
"Wenn trotzdem unser unterstelltes Menschenbild als etwas zu wenig realistisch
gesehen wird, dann könnten wir gerade in Studienzusammenhängen auf Hegel
verweisen, der auf Vorhaltungen seiner Studenten, daß die Wirklichkeit der
Empirie nicht so sei, wie er sie idealerweise schilderte, geantwortet haben soll:
Umso schlimmer für die Wirklichkeit." (aus einem wissenschaftlichen Text)
http://sowi.iwp.uni-linz.ac.at:8020/Leitbild/9805_iforschproj/9805_internWirtschaft.html
/Zitat Ende/
als auch mit negativem Bezug zu einer solchen (manchmal sogar im übertragenen
Sinne auch noch auf die Kritik einer ideologische Einstellung):
/Zitat Anfang/
"Ich habe eines versucht im Leben: mich von der Wirklichkeit belehren zu
lassen. Hegel wurde einmal vorgeworfen, eine seiner Thesen stimme nicht
mit der Wirklichkeit überein. Darauf soll er geantwortet haben: Umso
schlimmer für die Wirklichkeit. Diese Art von Weltsicht, die mir noch weit
verbreitet zu sein scheint, ist nicht die meine. (Otto Schily in einem Interview)
http://217.160.93.160/spd/schily/interview/inter_r.htm
/Zitat Ende/
und dies fast immer mit Bezugnahme auf Hegel.
Völlig unabhängig, ob sich die Anekdote so oder anders oder gar nicht
zugetragen hat (hier ist kein Gerüchtebasar), betrifft sie den tatsächlichen
Hegelschen Wirklichkeitsbegriff. Es hätte deshalb auch keinerlei Beweis-
kraft, die Anekdote selbst zu verifizieren oder nicht, der Gegenstand auf
welchen sie sich bezieht, ist real und deshalb erkläre ich ihn.
Mehr als ein weiteres Gerücht hast du bisher nicht beigesteuert, aber selbst
wenn du meinst, etwas beizusteuern zu haben, tu es doch da, wo gefragt ist.
Grüße
Hubert
hegel wegschmeißen - frege kaufen.
;o)
> ich hab zwar nichts zum thema zu sagen, aber nen guten tip:
> hegel wegschmeißen - frege kaufen.
Danke, zu spät, weil ich ihn bereits ausreichend begriffen habe.
Was hat ein Fregekäufer begriffen?
Pseudo wegschmeißen - Namen nennen. :-)
Grüße
Hubert
"Hubert Hövelborn" schrieb:
>
> "DerGoldeneReiter" <DerGolde...@allegra.de> schrieb im Newsbeitrag
> news:2aabf407.03012...@posting.google.com...
>
> > ich hab zwar nichts zum thema zu sagen, aber nen guten tip:
>
> > hegel wegschmeißen - frege kaufen.
>
> Danke, zu spät, weil ich ihn bereits ausreichend begriffen habe.
rotfl!
> Was hat ein Fregekäufer begriffen?
rotflmao!
in einem anderen Posting dieses Threads sagtest Du:
<cit>
Hegel versteht als /der/ Vertreter des dt. Idealismus Wirklichkeit als
eine Verbindung des Vernünftigen mit dem Möglichen.
</cit>
In seinem gleichnamigen Aufsatz Erkennen und Wollen thematisiert
Gotthard Günther genau das o.g. als Verbindung von Erkennen und Wollen.
Er und zitiert im folgenden Absatz "einen berühmten Philosophen"
Statt "Wirklichkeit" ist hier "Tatsachen" eingesetzt.
<cit>
Es gibt kein Denken ohne wesentliche Beimischung von Willensakten, und
umgekehrt wäre ein Wille ohne eine innere Komponente theoretischen
Bewußtseins vollkommen blind. Vorerst jedoch ignorieren wir dieses
notwendige Wechselspiel und beschreiben die Funktionen von Vernunft und
Wille im Zustand ihrer künstlichen Isolierung, wie sie unsere einzelnen
Figuren jeweils abbilden. Bild_1 repräsentiert im wesentlichen die
antike Abbild?Theorie, wie sie Demokrit entworfen hat. Nach seiner Lehre
senden alle Dinge winzige Nachrichten in die Seele, welche die Gestalt
von unendlich kleinen Kopien der Objekte haben, die wir wahrnehmen.
Diese Kopien oder winzigen Ebenbilder der Dinge treten in unser
theoretisches Bewußtsein und auf diese Weise werden wir uns der Gestalt
und aller anderen Eigenschaften der Objekte im Universum bewußt. Es ist
höchst bezeichnend, daß diese Abbildtheorie ? die in der Antike viel
Beifall gefunden hat ? den Erkenntnisprozeß als einen Vorgang
interpretiert, bei dem das kognitive System im wesentlichen passiv
bleibt. Da es keine chaotische Menge von Sinneseindrücken empfängt, die
es durch eigene Anstrengung zu geistigen Bildern formen müßte, bedarf
das Erkenntnissubjekt so wie es Demokrit versteht, fast keiner
Aktivität. Nach Demokrit werden diese Bilder bereits durch die Objekte
selbst in der Außenwelt vorgeformt. Dieser außenweltliche Prozeß wird in
das kognitive System projiziert, das dem nichts hinzuzufügen hat. Um
eine moderne Analogie anzuführen: Der kognitive Bereich der Seele
verhält sich so wie die Leinwand in einem Lichtspieltheater, auf die der
Projektor jene Bilder wirft, die der Film hervorbringt; die Leinwand
trägt nichts zum Film bei ? sie reflektiert lediglich passiv, was auf
sie geworfen wird.
Es ist selbstverständlich unmöglich, diese antike Bildtheorie heute noch
voll zu vertreten. Aber sie enthält zweifellos insofern ein wichtiges
Körnchen Wahrheit, als sie impliziert, daß das Verhältnis zwischen der
kognitiven Einstellung der Subjektivität und der Umwelt die Form einer
asymmetrischen oder geordneten Relation aufweist, in der die Umwelt die
dominierende Rolle spielt. Erkennen impliziert eine Hierarchie
(Rangordnung) als eine geordnete Relation von Stoff und Form, in der die
Welt der Seele diktiert ´was da ist´ und in dem das kognitive System
keine andere Wahl hat, als die Fakten zu akzeptieren und sich ihnen zu
unterwerfen. Diese Haltung unterwürfiger Vernunft angesichts des
tatsächlichen Zustandes der Welt ist in uns allen so tief verwurzelt,
daß sich Wissenschaftler immerhin durch die Bemerkung eines berühmten
Philosophen tief beleidigt fühlten, der - nachdem man ihm sagte, daß
seine vorausgesetzten Tatsachen falsch seien - geantwortet haben soll:
Um so schlimmer für die Tatsachen!
Man sollte sich völlig im Klaren darüber sein, daß die Beziehung
zwischen Subjekt und Objekt immer nicht-symmetrisch und deshalb ein
Ausdruck einer hierarchischen Ordnung ist, während die Beziehungen
zwischen Objekten ? bei streng ausgeschlossener Subjektivität ? immer
auf symmetrische Relationen hinauslaufen. Es wurde schon wiederholt
festgestellt, daß die physikalischen Gesetze Ausdrucksformen einer
Symmetrie sind ? und wo immer Physikern Asymmetrie begegnet, halten sie
nach kompensatorischen Phänomenen Ausschau, deren Berücksichtigung in
der Theorie die verlorene Symmetrie wieder herstellen könnte. Dabei ist
es fraglos richtig, daß ein vom letzten Rest der Subjektivität
bereinigtes Universum ? im Hinblick auf seine Struktur ? immer
vollkommen symmetrisch sein wird. Um die Beschreibung eines solchen ?
ihrem wissenschaftlichen Ideal entsprechenden Universums ? hat sich die
klassische Tradition fortwährend bemüht.
</cit>
Beste Grüsse,
Joachim Paul
---------------------------------
Dr. Joachim Paul
Hrsg.: http://www.vordenker.de
ISSN 1619-9324
music project:
http://www.mona-lisa-overdrive.de
Hegel kann man doch nicht besser begreifen, als man Dada Derrida oder
auch Hans Arp (lol) begreifen kann.
> Pseudo wegschmeißen - Namen nennen. :-)
Call me Ismael - btw, abgesehen davon, daß ich nicht verstehe, wieso
du im internet auf namen wert legst: woher wollen wir denn wissen, daß
wir tatsächlich so heißen, wie wir angeben? müßten wir da nicht
erstmal unsere persos einscannen und einander zumailen? ;o)
> > Danke, zu spät, weil ich ihn bereits ausreichend begriffen habe.
Kannst du nur lügen, wenn du die Lüge selbst glaubst? NRN.
Im Prinzip ACK. Allerdings wird im letzten Satz die Differenz, die zuvor
sehr schön als die einer Asymmetrie erkannt wird, nicht ganz auf den Hegel-
schen Begriff gebracht. Hegel unterscheidet ja zwischen Wirklichkeit
als etwas "Totalem" und der Realität als etwas jener nicht entsprechendem.
Das problematische an Hegels Selbstreflexionssystem ist, dass es stimmt,
solange es aktiv gedacht wird aber falsch würde durch die Annahme seiner
/ontischen/ Totalität. Auch dadurch entsteht eine Asymetrie (zusätzlich zu
der aus der Subjekt-Objekt-Beziehung) zwischen dem, was eigentlich
ein Werden ist und dem, was eine (notwendige?) Einheit im Denken quasi
Statisches daraus machen möchte.
Zu Stoff und Form wäre noch zu sagen: Hegel begreift den Stoff, indem
er die statische Form sprengt (das macht ihn stellenweise fast unlesbar).
Frege liefert eine Form, die den Stoff nicht fassen kann, das macht ihn
zwar verständlich, produziert aber eine Differenz zum Stoff. Eine Synthese
könnte darin liegen, eine Form zu beschreiben, die sich selbst ändern kann,
also der Wirklichkeit gerecht wird. Das scheint mir aber auch problematisch,
sofern sie eben nicht vorherbestimmbar und damit wieder unverständlich
werden könnte. (Siehe Parallele zu nichtalgoritmisierbaren Systemen).
Noch ein Hinweis auf /Iteration/ im Hegelschen Denken: Es gibt Sätze
bei Hegel (teilweise trifft das wohl auf sein gesamtes Werk zu), die ver-
steht man beim ersten (auch unmittelbar widerholten) Lesen nicht oder
nur unvollständig. Liest man sie später noch einmal, versteht man sie
erst (zumindest entscheidend besser als beim ersten Mal).
Die Frage könnte sein, was geschieht hier eigentlich? Der Satz ist doch
beim zweiten Lesen materiell exakt derselbe, wie beim ersten Lesen.
Es scheint doch so, dass der Satz nach dem ersten Lesen /Wirkung/
zeigt, die erst das zweite Lesen zu einem anderen macht.
> Man sollte sich völlig im Klaren darüber sein, daß die Beziehung
> zwischen Subjekt und Objekt immer nicht-symmetrisch und deshalb ein
> Ausdruck einer hierarchischen Ordnung ist, während die Beziehungen
> zwischen Objekten ? bei streng ausgeschlossener Subjektivität ? immer
> auf symmetrische Relationen hinauslaufen. Es wurde schon wiederholt
> festgestellt, daß die physikalischen Gesetze Ausdrucksformen einer
> Symmetrie sind ? und wo immer Physikern Asymmetrie begegnet, halten sie
> nach kompensatorischen Phänomenen Ausschau, deren Berücksichtigung in
> der Theorie die verlorene Symmetrie wieder herstellen könnte. Dabei ist
> es fraglos richtig, daß ein vom letzten Rest der Subjektivität
> bereinigtes Universum ? im Hinblick auf seine Struktur ? immer
> vollkommen symmetrisch sein wird. Um die Beschreibung eines solchen ?
> ihrem wissenschaftlichen Ideal entsprechenden Universums ? hat sich die
> klassische Tradition fortwährend bemüht.
> </cit>
Bei der angeblichen Symmetrie der heutigen theoretischen Physik fällt mir
immer ein, dass sie in ihrem Gesamtsystem eine metaphysische Differenz
aufweist (Was ist der Urknall einschließlich seines ersten zeitlichen Moments?)
Die Symmetrie ist also eine ideelle, nicht aber eine reale. Es bleibt die richtige
Aussage, dass nach der Symmetrie dennoch ausgeschaut wird.
Grüße
Hubert
> > In seinem gleichnamigen Aufsatz Erkennen und Wollen thematisiert
> > Gotthard Günther genau das o.g. als Verbindung von Erkennen und Wollen.
> > Er und zitiert im folgenden Absatz "einen berühmten Philosophen"
> > Statt "Wirklichkeit" ist hier "Tatsachen" eingesetzt.
> >
> > <cit>
[.....]
> > Diese Haltung unterwürfiger Vernunft angesichts des
> > tatsächlichen Zustandes der Welt ist in uns allen so tief verwurzelt,
> > daß sich Wissenschaftler immerhin durch die Bemerkung eines berühmten
> > Philosophen tief beleidigt fühlten, der - nachdem man ihm sagte, daß
> > seine vorausgesetzten Tatsachen falsch seien - geantwortet haben soll:
> > Um so schlimmer für die Tatsachen!
>
> Im Prinzip ACK. Allerdings wird im letzten Satz die Differenz, die zuvor
> sehr schön als die einer Asymmetrie erkannt wird, nicht ganz auf den Hegel-
> schen Begriff gebracht. Hegel unterscheidet ja zwischen Wirklichkeit
> als etwas "Totalem" und der Realität als etwas jener nicht entsprechendem.
> Das problematische an Hegels Selbstreflexionssystem ist, dass es stimmt,
> solange es aktiv gedacht wird aber falsch würde durch die Annahme seiner
> /ontischen/ Totalität.
ACK.
Genau das ist aber Günthers Thema - nicht nur in dem genannten Aufsatz
"Erkennen und Wollen", sondern implizit immer, wenn es bei ihm um Hegel
geht. Deswegen führte er ja 1979 den Terminus "Negativsprache" ein.
> Auch dadurch entsteht eine Asymetrie (zusätzlich zu
> der aus der Subjekt-Objekt-Beziehung) zwischen dem, was eigentlich
> ein Werden ist und dem, was eine (notwendige?) Einheit im Denken quasi
> Statisches daraus machen möchte.
ACK.
[.....]
>
> Bei der angeblichen Symmetrie der heutigen theoretischen Physik fällt mir
> immer ein, dass sie in ihrem Gesamtsystem eine metaphysische Differenz
> aufweist (Was ist der Urknall einschließlich seines ersten zeitlichen Moments?)
> Die Symmetrie ist also eine ideelle, nicht aber eine reale. Es bleibt die richtige
> Aussage, dass nach der Symmetrie dennoch ausgeschaut wird.
Einem Philosophen, dazu noch Hegelianer, mag das einleuchten,
BTW wundert es aber auch nicht, dass eine kleine "Gemeinde" innerhalb
der Physik, die zuletzt wieder ein wenig Publicity bekommen hatte,
standhaft an der Big-Bang-Theorie zweifelt. Deren bekanntester Vertreter
war der schwedische Plasmaphysiker und Knobelpreisträger (1970) Hannes
Alfven.
[The Big Bang Never Happened:
A Startling Refutation of the Dominant Theory of the Origin of The
Universe, Eric Lerner]
Mit freundlichen Grüssen, Joachim
In article <3E25D5A3...@change-u.de>,
Hermann Wiese <herman...@change-u.de> wrote:
> | ... auf Hegel verweisen, der auf Vorhaltungen seiner Studenten, daß die
> | Wirklichkeit der Empirie nicht so sei, wie er sie idealerweise schilderte,
> | geantwortet haben soll: Umso schlimmer für die Wirklichkeit.
>
> Hat hier jemand Belege oder Quellen für diese Anekdote??
aus: http://www.gavagai.de/HHP23.htm
> Der Philosoph Hegel habilitierte sich 1801 in Jena mit einer Dissertation, in
> der er die Titiussche Reihe als unphilosophisch verwarf und statt dessen eine
> andere Reihe aufstellte, die zwischen Mars und Jupiter keine Lücke ergab.
> Damit glaubte er nachgewiesen zu haben, daß es nicht mehr als 7 Planeten
> geben könne. Es ist eine Ironie des Schicksals, daß Hegel seine These am
> 27.August 1801 verteidigte, nachdem am 1.Januar 1801, also genau am Beginn
> des neuen Jahrhunderts der 8.Planet entdeckt worden war, die Ceres. Als man
> Hegel darauf aufmerksam machte, daß seine Lehre mit den Tatsachen im
> Widerspruch stände, soll er geantwortet haben: ³Um so schlimmer für die
> Tatsachen².
>
> Schneider, Erich. Kleine Astronomie. Die Sternenwelt und ihre Rätsel .
> München: Verlag Lebendiges Wissen 1958. Humboldt Taschenbücher Nr.75.
> Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831), Johann David Titius (1729-1796)
Grüße,
Das hilft mir weiter, danke
Grüsse Hermann