Bremen plant ambulante Zwangsbehandlung

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Thomas Lippert

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May 25, 2004, 1:51:03 AM5/25/04
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Ärzte Zeitung, 25.05.2004

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Bremen plant besseren Schutz vor psychisch kranken Gewalttätern
Betroffene sollen auch gegen ihren Willen medikamentös behandelt
werden dürfen
BREMEN (cben). Bremen will gewalttätigen psychisch Kranken auch gegen
ihren Willen Depot-Spritzen verabreichen dürfen, vorausgesetzt, ein
richterlicher Beschluß liegt vor. Das hat eine Arbeitsgruppe aus
Justiz-, Sozial-, und Innenbehörde vorgeschlagen.

Beschließt das Bremer Landesparlament, die Bürgerschaft, den
Vorschlag, nimmt die Stadt in der Frage der Zwangsmedikation von
psychisch Kranken in Deutschland die Vorreiter-Rolle ein. Bremens
Sozialsenatorin Karin Röpke will schnell Ergebnisse sehen.

Anlaß der Initiative ist der Mord an einer Bremerin im vergangenen
Jahr. Die junge Frau hatte sich an die Polizei gewandt, weil sie sich
von ihrer psychisch kranken Nachbarin bedroht fühlte. Die Polizei
griff nicht ein. Kurz darauf wurde die Studentin von ihrer Nachbarin
erstochen.

Um in Zukunft schneller handeln zu können, kann die Bremer Polizei
psychisch auffällige Menschen bereits jetzt direkt an eines der vier
psychiatrischen Behandlungszentren der Stadt melden, sagt Heidrun Ide,
Sprecherin des Sozialressorts. Die Betroffenen können dann auch gegen
ihren Willen ins Behandlungszentrum geschickt werden. Früher mußte
noch zunächst ein Antrag an das Stadtamt gestellt, das seinerseits
einen richterlichen Beschluß zur Einweisung des Betroffenen in die
Psychiatrie einholte. Ide: "Ob die Einweisung in jedem Falle eine
Hilfe ist, ist fraglich."

Setzt sich die Gesetzesinitiative der Bremer durch, könnte die Kranken
in den Gesundheitszentren auch bald gegen ihren Willen ambulant mit
Medikamenten behandelt werden, die zwei bis drei Wochen wirken. Das
dafür zu ändernde "Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei
psychischen Krankheiten" (PsychKG) ist Ländersache. Also kann Bremen
eigenständig entscheiden. Voraussichtlich im Herbst 2004 soll die
Bürgerschaft über den Vorstoß entscheiden und den Vorschlag der
Arbeitsgruppe in Gesetzesform gießen.

Birgit Wegner

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May 25, 2004, 8:08:36 AM5/25/04
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"Thomas Lippert" <tlip...@nefkom.net> schrieb im Newsbeitrag
news:f6c1eab3.04052...@posting.google.com...
> Ärzte Zeitung, 25.05.2004


> Bremen plant besseren Schutz vor psychisch kranken Gewalttätern
> Betroffene sollen auch gegen ihren Willen medikamentös behandelt
> werden dürfen

Ich zweifle sehr daran, ob es die Zwangsmedikation gewesen wäre, die die
junge Studentin seitens des Übergriffes ihrer Nachbarin geschützt hätte.
Vielmehr denke ich, daß mal wieder die Polizei nicht rechtzeitig
eingegriffen hat, denn die kommen wirklich nur raus, wenn schon was passiert
ist.

Birgit


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