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Dekubitusprophylaxe mit Mirfulan

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Peter Bosy

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Dec 19, 1998, 3:00:00 AM12/19/98
to
Kann mir jemand die Vor- bzw. Nachteile von Einreibungen mit
Mirfulan oder ähnlichen Salben, zur Dekubitusprophylaxe,
aufzählen ??
Ggf. aus eigenen Erfahrungen oder aus wissentschaftl. belegten
Studien.

Antworten bitte auch per E-Mail an:
bo...@primus-online.de
vorab vielen Dank und frohe Weihnachten
Peter Bosy


Christian Wiedemann

unread,
Dec 19, 1998, 3:00:00 AM12/19/98
to

Hallo Peter !

Du meintest letztens in der Gruppe /DE/SCI/MEDIZIN/MISC
zum Thema "Dekubitusprophylaxe mit Mirfulan":

> Kann mir jemand die Vor- bzw. Nachteile von Einreibungen mit

> Mirfulan oder aehnlichen Salben, zur Dekubitusprophylaxe,
> aufzaehlen ??


> Ggf. aus eigenen Erfahrungen oder aus wissentschaftl. belegten
> Studien.

Die groesste Prophylaxe entsteht dabei zum einen durch das Massieren,
doch dazu kann man auch einfache und billigere Creme nehmen und zum
anderen durch das persoenliche Bewusstmachen des Problems "Druck"-
Stelle. Die beste Prophylaxe ist immer noch Hautbeobachten,
Entlasten, Mobilisation und eine eiweissreiche Ernaehrung und
weniger das Aufschmieren von teuren Cremes und Salben.

Chris
=:-X
--------------------------------- /// -------------------------------

Erich Swoboda

unread,
Dec 20, 1998, 3:00:00 AM12/20/98
to
Peter Bosy <bo...@metronet.de> schrieb in Nachricht
75h5v2$ijs$1...@news.metronet.de...

>Kann mir jemand die Vor- bzw. Nachteile von Einreibungen mit
>Mirfulan oder ähnlichen Salben, zur Dekubitusprophylaxe,
>aufzählen ??

>Ggf. aus eigenen Erfahrungen oder aus wissentschaftl. belegten
>Studien.

Ich kann nur sagen das Mirfulan eher bei Verbrennungen angewendet werden
sollten. Mirfulan enthält Lebertran (daher für Verbrennungen) und da
sollte man an die Erhaltung der Wale denken und dieses Salbe nur dann
einsetzen wo sie notwendig sein sollte.
Aus empirischer Erfahrung war Mirfulan bei uns früher gern in
Verwendung, jedoch war es bei den Decus uns keine besondere Hilfe,
andere Heilsalben wirkten ebenso gut wie auch schlecht.

Erich
eMail & Posted


Thomas Berck

unread,
Dec 20, 1998, 3:00:00 AM12/20/98
to
"Peter Bosy" <bo...@metronet.de> schrieb:

>Kann mir jemand die Vor- bzw. Nachteile von Einreibungen mit
>Mirfulan oder ähnlichen Salben, zur Dekubitusprophylaxe,
>aufzählen ??

Also meiner Erfahrung nach entstehen Dekubiti durch langandauernden
Auflagedruck. ( > 2 Stunden)

Jetzt überlegen wir mal: Welche Salbe könnte das Gewicht des Pat.
verringern, oder die Auflagefläche vergrößern ?
Es müßte eine Salbe sein, die den Pat. ca 5 mm über der Matratze
schweben läßt. (IMHO noch nicht erfunden)

Also ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, daß alle Salben und
Cremes zur Deku-Prophylaxe nur einen einzigen Vorteil haben: Um den
Pat. damit einzureiben, muß man Ihn AUF DIE SEITE DREHEN. Und wenn man
die Creme dann noch einmassiert und den Pat. gleich noch ein bisschen
in der Seitenlage beläßt hat man die beste Deku-Prophylaxe nach
Lehrbuch.

Sorry für den Sarkasmus. :-) Ist nicht böse gemeint.

Ciao,
Thomas Berck

---
eMail: Thomas...@email.com
home: http://home.t-online.de/home/Thomas.Berck

Ralf Tomaschek

unread,
Dec 20, 1998, 3:00:00 AM12/20/98
to

Peter Bosy schrieb in Nachricht <75h5v2$ijs$1...@news.metronet.de>...

>Kann mir jemand die Vor- bzw. Nachteile von Einreibungen mit
>Mirfulan oder ähnlichen Salben, zur Dekubitusprophylaxe,
>aufzählen ??


Hallo Peter,

die einzige ausführliche wissenschaftliche Arbeit , die mir bekannt ist ,
wurde von Neander erstellt. Hieraus geht eindeutig hervor, das wesentlich
die Druckentlastung im Vordergrund steht.
Ich habe Kollegen, die auf Mirfulan schwören und auch PAtienten vorweisen,
die durch intensive pflegerischen Bemühungen , trotz eerheblicher
Risikofaktoren unter Mirfulan keinen Dekubitus entwickelt haben.
Für mich stellt sich aber die Frage, bewirkt dies wirklich Mirfulan, oder
halt das Engagement.
Meiner Ansicht besteht in der HAutpflege eine wesentliche begleitende
Maßnahme, aber ich habe die Erfahrung gemacht, das billigere, zum Beispiel
in der Hausapotheke hergestellte Lotionen ebenfalls ihre Wirkung haben.

Druckentlastung , Minderung der Risikofaktoren sind die wesentlichen
Bestandteile der Prophylaxe.

Häufig wird die Bedeutung der Ernährung in diesem Bereich unterschätzt.

Gruß Ralf

Ralf Tomaschek

unread,
Dec 20, 1998, 3:00:00 AM12/20/98
to

gerd

unread,
Dec 21, 1998, 3:00:00 AM12/21/98
to

Das A und O ist die Lagerung bei der Prophylaxe, Druckentlastung. Bei
inkontinenten Patienten ist ein Hautschutz mit einer zinkhaltigen Salbe
angebracht, welche aber täglich mindestens einmal richtig abgeölt werden
sollte. Bei immobilen Patienten oder Hemiplegigern ist zusätzlich zur 30
Grad-Lagerung eine Antidekubitusmatratze (beste Erfahrung mit Prodecto oder
Prodecto plus) zu empfehlen. So können die Intervalle des Umlagerns enorm
vergrößert werden ca. alle 4 - 6 Stunden. Ist für den ambulanten Bereich
sehr interessant, da nicht alle 2 Stunden jemand zum Lagern kommen kann. Bei
mangelnder Nahrungsaufnahme auf EW-Zufuhr achten. Es gibt Nahrungszusätze
(EW-Konzentrat) die der Arzt verschreiben kann. Alternativ zusätzlich
Sondennahrung p.o.. Dies kann aber zu Abneigung der Patienten führen, da
diese Produkte sehr süß sind.
Dekubitusprophylaxe ist ein sehr interessantes Thema. Mich würden weitere
Meinungen interessiern.
Gruß gerd

Ingendahl

unread,
Dec 21, 1998, 3:00:00 AM12/21/98
to
MoiN, ThomaS!

>Kann mir jemand die Vor- bzw. Nachteile von Einreibungen mit
>Mirfulan oder ähnlichen Salben, zur Dekubitusprophylaxe,
>aufzählen ??


Abgesehen von dem viel wichtigeren Lagern, was hier schon öfters
angesprochen wurde, sind zinkhaltige Salben dazu geeignet, die eingeriebenen
Hautgebiete trockener zu halten. Nicht im Sinne von 'Wasserabweisend',
sondern im Sinne von 'hautaustrocknend'. Das hilft besonders, wenn feuchte
warme Stellen (Hautfalten, starkes Schwitzen usw.) auftritt, denn die Haut
wird weniger mazeriert.

Wenn die Haut an sich trocken ist oder das tägliche Grundreinigen ausfällt,
so habe ich es bereits in der amb. Pflege erlebt, daß die Hauterneuerung
gestört wurde und sich dicke Placken abgestorbener Haut, die nícht
natürlicherweise abgerieben wurde, sich auf den druckbelasteten Stellen
bildeten und die Haut darunter rissig wurde.

So lonG!
FeliX


Carsten Schuette

unread,
Dec 22, 1998, 3:00:00 AM12/22/98
to
On Sat, 19 Dec 1998 22:29:48 +0100, "Peter Bosy" <bo...@metronet.de>
wrote:

>Kann mir jemand die Vor- bzw. Nachteile von Einreibungen mit
>Mirfulan oder ähnlichen Salben, zur Dekubitusprophylaxe,
>aufzählen ??

die einzige effektive maßnahme zur dekubitusprophylaxe ist die
konsequente druckentlastung. dazu gibt es inzwischen 20.000 artikel
und bücher, die dieses belegen.
auch die massage, mit welchem präparat auch immer, konnte in
untersuchungen nicht als hilfreiche maßnahme bewiesen werden.

manche salben/cremes schützen die haut bei inkontinenz vor zerstörung
des säureschutzmantels. hier gibt es AFAIK keine wissenschaftlichen
untersuchungen (hat jemand welche ?), viele präparate erfüllen den
zweck.
viele mittelchen, die eingesetzt werden, sind letztendlich doch auch
schädlich, wegen karzinogener inhaltsstoffe, etc.
assistiv zur druckentlastung kann PC30V angewandt werden, da ist IMHO
nachgewiesen worden, daß es den oberflächen-sauerstoffgehalt (da gibts
auch ein wort in schön für...) der haut erhöht.

der natürliche säureschutzmantel der haut sollte nicht gefährdet
werden, das ist immer hilfreich.

die untersuchungen von neander sind alle unter laborbedingungen und
nur bedingt hilfreich. ich hab das auch irgendwo schriftlich, aber
keinen nerv, mich durch mein chaos zu wühlen... ;-)

es gibt eine untersuchung aus der intensivpflege von
Ullrich/Rentmeister, die in der "intensiv" vor jahren erschienen ist.


gruß, carsten.

--
Dieser Text stellt meine persönlich Meinung und,
nicht die der Uni Münster dar.

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