Über eine Diskussion über diesen Fall oder Schilderungen ähnlicher Fälle
wäre jetzt die Gelegenheit.
--
Uwe
(Ex-Zivi in der Pflege)
(Nicht-Fachkraft in der stationären Altenpflege)
(Student der Pflegewissenschaften an der FH Frankfurt)
just to give my 2pennys :
nach nunmehr einem 3/4 jahr in der Altenpflege sehe ich das die Situation
auf beiden Seiten recht gleich ist - während man in den krankenhäusern spart
aufgrund der "repressalien" diverser Ersatzkassen (genannt sei hier z.B. BKK
oder AOK) => und das wirklich auf das gnadenloseste - tut man es in den
Altenheimen aufgrund von Gewinnspannen ... zumindest hier in Berlin - sind
Altenheime ja so ziemlich das einzigste was hier Gewinn abzuwerfen scheint
... wie auch immer -> ich hab ja nicht BW studiert
Es ist auf beiden seiten entweder Personalmangel durch hohe Krankheitsraten
und/oder durch sogenanntes Personal-Leasing eine Fehlbesetzung zu
verzeichnen.
Nichts gegen die Leute in den Leasingfirmen => die hätten (so ginge es mir)
wohl auch lieber eine gleichbleibende Arbeitsumgebung.
Aus eigener Erfahrung : Man kann nicht 100% leisten wenn man (woauchimmer)
"neu" ist ...
und da die durchschnittliche Verweildauer der Leasingkraft wohl so bei 3
Tagen liegt ist das für alle Beteiligten nicht gut
(Bewohner,Patienten,Kollegen und zu guter letzt auch nicht für die
Pflegequalität <= dieses Wort zu benutzen ist in diesem Zusammenhang wohl
eher eine Ironie ... leider ;( )
Das daß dann einmal "nach hinten losgeht" wundert mich nicht ... ich will
nicht wissen wie oft das wirklich passiert ...
Was PAUSCHAL gesagt werden sollte ist , das ( falls sich nichts ändert - und
fragt bitte nicht was ) das ganze "Gesundheitssystem" irgendwann am Boden
liegt - UND spätestens dann ist das Geschrei groß ...
*kopfschüttel*
Entschuldigt meine rigorose meinung ... schreibt eure meinung ... vielleicht
kann ich meine Ansicht korrigieren ...
Christoph,KP
> Was, bitte schön, lernt das Krankenpflegepersonal [...] So wie es aussieht:
> NICHTS.
> [...]
> Ist dort die Lobby der "Götter in Weiß" so groß oder sind die Pflegekräfte
> in den Krankenhäusern noch immer die Hilfskräfte der Ärzte, so dass sie
> nicht eigenständig erkennen, beurteilen und handeln können ?
> [...]
> Über eine Diskussion über diesen Fall oder Schilderungen ähnlicher Fälle
> wäre jetzt die Gelegenheit.
Dein unreflektiertes Gepöbel ist wohl kaum dazu angetan, mit Dir hier auch nur
annähernd sachlich zu diskutieren.
> (Student der Pflegewissenschaften an der FH Frankfurt)
Fast nicht vorstellbar, eher peinlich.
Gruß, Walle (sauer)
--
[ http://walle.net ] - pfleGer - verzeichnis deutscher pflege im internet
- nurseGer - mailingliste für alten-/krankenpflege
- schwarzweiß- und reportagephotographie
- flohmarkt (stand: 14.09.00)
Was, bitte schön, lernt ein
| (Student der Pflegewissenschaften an der FH Frankfurt)
über Kooperation in der Pflege, angemessene Ausdrucksweise,
Objektivität, Polemik, Vorurteile, die Reliabilität von Einzelfällen
oder ähnliches? So, wie es aussieht: NICHTS.
Aber:
> Über eine Diskussion über diesen Fall oder Schilderungen ähnlicher
> Fälle wäre jetzt die Gelegenheit.
Stimmt: nicht, daß noch jemand auf die Idee kommt, Dein Verhalten auf
andere Studierende in Pflegestudiengängen zu projizieren.
Man liest sich,
Gero
--
=======================================================
www.Pflegeforschung.de \|/ Sapere
www.EvidenceBasedNursing.de (o o) aude!
============================ooO==(_)==Ooo==============
< Dein unreflektiertes Gepöbel ist wohl kaum dazu angetan, mit Dir hier auch
nur
annähernd sachlich zu diskutieren. >
Sorry, Walle
aber deine Haltung gegenüber der sicher recht emotionalen Kritik von Uwe Günzel
an der von ihm unterstellten Kritik an Engament und Fähigkeit des
Krankenpflegepersonals kann ich so nicht stehen lassen
Ich selbst arbeite in einem kleineren Fachkrankenhaus und kann eigentlich nur
in die Kritik von Uwe einstimmen. Unser Haus besteht seit 25 Jahren, in dieser
Zeit hat sich -nachdem man die engagierte Angangszeit einmal hinter sich
gelassen hatte- nichts zum Besseren geändert. Mit immer weniger Personal muss
vom Zeitumfang als auch vom pflegerischen Inhalt her immer mehr Arbeit
geleistet werden. Dabei wird so gut wie keine Fortbildung (ausser auf dem
Papier) gefördert, aber auch keinerlei Innovationen von Seiten der Pflege. Das
einzige was kommt, sind hochtrabende Hochglanzbroschüren über
Qualitätsmanagement usw. Ausserdem möchte die mittlerweile privatisierte Klinik
an die Börse (hahaha!) und den Shareholder-Value befriedigen.
Vor diesem Hintergrund kannst du engagierte, ressourcenorientierte und an
pflegerischen Zielen ausgerichtete Pflege schlicht vergessen. Die Leute sind
ausgebrannt und hangeln sich Tag für Tag nur noch bis zum Schichtende. Mit
guter Pflege hat dies natürlich nichts zu tun, aber es ist die Realität an
vielen Kliniken.
Mag sein, dass grössere Kliniken, Uni-Kliniken oder Kliniken mit Pflegeschulen
ein anderes Bild abgeben, aber bei den kleineren Kliniken sieht es bis auf
geringe Ausnahmen düster aus. Lese ich als Gesundheitsarbeiter in einer solchen
Klinik eine Fachzeitschrift, steigen Depressionen in mir auf oder ich frage
mich, was haben die Inhalte der Artikel mit der Realität zu tun. Hier -"an der
Pflege-Front"- herrscht der nackte Überlebenskampf -sowohl der ausgebrannten
Pflegekräfte als auch der der von Pflegefehlern und -versäumnissen bedrohten
Patienten.
Und diese Realität schreit nach emotionalen Reaktionen, wenn nicht sogar nach
dem Staatsanwalt...
Gruss Michael
>>> Ist dort die Lobby der "Götter in Weiß" so groß oder sind die
>>> Pflegekräfte in den Krankenhäusern noch immer die Hilfskräfte der
>>> Ärzte, so dass sie nicht eigenständig erkennen, beurteilen und
>>> handeln können ?
>>
>> Dein unreflektiertes Gepöbel ist wohl kaum dazu angetan, mit Dir
>> hier auch nur annähernd sachlich zu diskutieren.
>
> [Darstellung persönlicher Erfahrungen mit Pflege in einen Kranken-
> haus]
Michael, merkst Du nicht selber, was Deinen Text von Uwes Geschreibsel
unterscheidet? Du hast Deine persönlichen Erfahrungen dargestellt und
bewertet. Dabei hast Du eingeräumt, daß es anderenorts durchaus auch
anders sein kann. Uwe hat pauschal alle Krankenpflegekräfte angegriffen
und sie als in jeder Hinsicht inkompetent und demotiviert dargestellt.
Solche Äußerungen kann ich einem frustrierten und überforderten Zivi
durchgehen lassen, der sich mal den Stress von der Seele schreiben will.
Wenn Uwe sich aber als Student der Pflegewissenschaften bezeichnet, muß
ich etwas mehr erwarten dürfen als den Stuss, den er da von sich gegeben
hat.
Du wirst Dir vielleicht vorstellen können, daß ich schon des öfteren
Patienten in einem Zustand ähnlich dem von Uwe beschriebenen aus
Altenheimen gesehen/betreut habe. Dabei waren die offensichtlichen
Pflegefehler in Einzelfällen - ich erinnere mich spontan an zwei - so
eklatant, daß wir dafür sorgen mußten, daß die Patienten im Anschluß an
die Krankenhausbehandlung nicht in die gleiche Pflegeeinrichtung
zurückverlegt wurden. Trotzdem habe ich bisher nie die Altenpflege in
ihrer Gesamtheit als inkompetent angesehen oder bezeichnet oder sonstwie
pauschal abgeurteilt. Dafür kenne ich zu viele Leute aus der Altenpflege,
die ich sehr schätze. (Ja, ich kenne in beiden Berufsgruppen auch Deppen.
:o) )
Gruß, Walle
> Michael, merkst Du nicht selber, was Deinen Text von Uwes Geschreibsel
> unterscheidet?
[...]
> Wenn Uwe sich aber als Student der Pflegewissenschaften bezeichnet, muß
> ich etwas mehr erwarten dürfen als den Stuss, den er da von sich gegeben
> hat.
Hallo Walle,
eben da trifft Dich Deine eigene Beobachtung auf den Fuß. Ich fand die
Verallgemeinerung auch nicht gut - im Gegenteil. Fehler - mehr oder
minder eklatant - kommen auf beiden Seiten vor - völlig richtig. Dir und
Uwe gemeinsam, sind die Emotionen - und die wären mir auch hoch
gekommen. Dass dann der Stil nicht besonders gewählt ist und kein
Gedanke an kollegialen Umgang verschwendet wird - sehr schade. Ist es
denn so verschieden, wenn einer Verallgemeinert und ein anderer dies als
Stuss o.ä. bezeichnet?
Wie dem auch sei, ich kann mir die Hilflosigkeit Uwe's über das
Geschilderte vorstellen. Ich frage mich allerdings auf welchen Infos
seine Schuldzuweisungen an das Pflegepersonal beruhen - da könnte ein
gemeigter Leser beinahe eine unterstellte Absicht rauslesen, statt zu
frage, was wirklich geschah. Das stört mich schon immens - da verstehe
ich auch Deine Reaktion.
Gruß, Andreas
> Die Art und Weise, wie sich Uwe hier äußert, finde ich auch
ziemlich
> unangemessen und es hiflt niemanden weiter, wenn sich Pflegende
gegenseitig
> die SChuld in die Schuhe schieben.
Dem stimme ich zu, auch wenn ich zugeben muß, daß ich mich auch
schon über
(unnötige) iatrogene Schädigung von Patienten emotional erhitzt
habe.
Dennoch denke ich, daß hier Diskussionsbedarf besteht, und würde
deswegen gerne
auf Uwes geschildertes Problem eingehen.
> Zunächst wäre doch mal näher zu
> beleuchten, warum die Bewohnerin in diesem Zustand zurück gekommen
ist.
Eben. Wenn ich hierzu ein Beispiel aus meiner Erfahrung bringen
dürfte:
Ich habe als Zivi im Altenheim gearbeitet, arbeite jetzt als
Krankenpfleger in einer
städtischen Klinik und jobbe nebenbei in der ambulanten
Krankenpflege.
Eine Patientin X, die ich in der ambulanten Pflege betreue, ca.
Mitte 70,
an Glioblastom leidend. Nach OP ging es ihr gut, sie lebte alleine,
brauchte
keine Hilfe ausser Medikamentengabe. Innerhalb von 2 Monaten stellte
sich dann
eine Verschlechterung des Allgemeinzustandes ein: Vergesslichkeit,
Kopfschmerz,
Gangataxie. Das führte schließlich zu einer erneuten
Krankenhauseinweisung,
in das Krankenhaus in dem ich arbeite. Das CCT zeigte einen großen
Tumor
mit toxischem Hirnödem. Die Symptome nahmen zu. Verwirrtheit,
Halbseitensymptome,
motorische Unruhe. Die Patientin stand nachts auf, meinte, sie sei
zu Hause,
stürzte. Ergebnis: Beckenringfraktur, Oberschenkelhalsbruch.
Wenn diese Frau nach Hause kommt und jemand sie seit vor dem
Krankenhausaufenthalt
nicht gesehen hat, wird dieser jemand sicher erstmal geschockt sein
und sich fragen, wie so etwas passieren kann.
Was soll man tun? Wer schonmal in der Pflege gearbeitet hat, weiß,
daß es schon aufgrund der personellen Situation nicht möglich ist,
24h eine Schwester oder einen Pfleger neben das Bett zu setzen. Über
seitliche Sicherheitsgitter am Bett wäre diese Patientin
herübergeklettert
und hätte sich vermutlich noch mehr getan. Eine Vollfixierung, auch
zur eigenen Sicherheit, halte ich für nicht angebracht, denn dann
müßte
man wohl auf so mancher innerer Station die Hälfte der Patienten
fixieren. Rechtlich und vor allem ethisch nicht vertretbar.
Und dies ist nur ein Fall von vielen, wo man als Pflegender und/oder
als Arzt oder betreuender Angehöriger ganz schön in der Zwickmühle,
und zwar sowohl in der
rechtlichen als auch in der ethischen und persönlichen.
Um auf Uwes Fall einzugehen:
Wichtig wäre zu wissen: Wie hat sich die Bewohnerin die Frakturen
zugezogen? Bestand die Gefahr, daß sie alleine aus dem Bett fallen
könnte?
Ist es beim Lagern passiert ? (BTW Uwe: Du schreibts, in dem von dir
genannten Heim würde trotz "Dekubitusmatratzen gelagert. Das sollte
ja wohl
selbstverständlich sein, denn Weichlagerungs- oder Wechseldruck-
oder sonstige Spezialmatratzen verringern zwar den Druck auf die
Dekubitusgefährdeten
Gebiete, dennoch nehmen sie ihn nicht völlig. Ausserdem passt sich
der Kapillardruck in den oft eh schon geschädigten Gefässen rasch
den geminderten Druckverhältnissen an
und du hast ruckzuck eine ähnliche Gefährdung wie bei normalen
Matratzen. Von einer Patientin, die nach deinen Angaben schon 10
Jahre bettlägerig ist, will ich gar nicht reden...).
Ist es in der Physiotherapie passiert? (Wohl kaum auf die Art und
weise, wie du es beschreibst, die Physiotherapeuten so zu
veruhnglimpfen, als sähen sie das erste mal
eine Kontraktur finde ich recht deftig). Welche _objektiven_
Informationen hast du, Uwe? _Natürlich_ kann es durch Pflegefehler
verursacht worden sein, das will
ich überhaupt nicht wegdiskutieren. Aber genausogut können Umstände
dafür verantwortlich sein, die du nicht nachvollziehen kannst. Ich
habe es zum Beispiel
bei lange bettlägerigen Patienten erlebt, die nie (dank Lagerung und
sonstiger Pflegemaßnahmen) einen Dekubitus bekommen haben,
allenfalls eine Hautrötung
und dann plötzlich beatmungspflichtig wurden. Kaum ein paar Tage an
der Beatmung, schon ging die Haut auf wie nix, und alles lagern,
auch halbstündlich oder
sonstige Pflegemaßnahmen haben nichts gebracht (BTW: Weiß jemand
warum? Ist ein reiner Erfahrungswert, die Ursache weiß ich gar
nicht, fällt mir mal so beim schreiben
auf. Ein paar Dinge könnte ich mir zwar vorstellen, wäre aber
trotzdem für des Rätsels richtige Lösung dankbar.)
Also: ERST Informationen sammeln, DANN ein Urteil fällen.
> Ich habe 15 Jahre in einem Klinikum der Maximalversorgung
gearbeitet und
> habe mich häufig über Menschen mit Dekubitus geärgert, die wir von
> Altenheimen bekommen haben. Während meines Praxissemesters in
einer
> neurologischen Rehaklinik haben sich dort die Pflegenden über die
> PatientInnen aus den umliegenden Kliniken geärgert, die im
entsprechenden
> Zustand aufgenommen wurden. Mittlerweile bin ich in einem
Altenheim tätig
> und auch hier ärgern sich die Pflegenden über BewohnerInnen, die
in einem
> schlechteren Zustand zurückkommen als sie verlegt wurden.
Dem stimme ich zu, entspricht meinen Erfahrungen voll und ganz.
MfG,
Sebastian
> Ist es denn so verschieden, wenn einer verallgemeinert und ein
> anderer dies als Stuss o.ä. bezeichnet?
Wenn Uwe eine Berufsgruppe mit über 400.000 Mitgliedern als inkompetent
und demotiviert darstellt, weil die Pflegenden eines Hauses in dem von
ihm geschilderten Fall möglicherweise Mist[1] gebaut haben, ist es für
mich Stuss. Oder vielleicht die gewagte Interpretation einer
fragwürdigen Statistik mit sehr kleiner, nicht repräsentativer
Stichprobe. :o)
> Wie dem auch sei, ich kann mir die Hilflosigkeit Uwe's über das
> Geschilderte vorstellen.
Das kann ich auch. Wie schon erwähnt, habe auch ich entsprechende
Erfahrungen mit Patienten aus anderen Einrichtungen (Pflegeheime,
natürlich auch aus anderen Krankenhäusern oder aus der ambulanten
Pflege) machen müssen. Auch mir ist es dabei natürlich schon ab und an
passiert, daß ich mich spontan erst einmal ziemlich ereifert habe, was
das wohl wieder für eine besch... Versorgung war, die einen Patienten
so zugerichtet hat. (Wie verbreitet dieses Verhalten ist, hat Anita in
<90golt$ca2$1...@news.net24.de> ganz anschaulich dargestellt.)
Es ist für mich aber ein erheblicher Unterschied, ob jemand sich
kurzfristig über die vermuteten Versäumnisse eines einzelnen
Hauses oder Dienstes ereifert oder ob Uwe öffentlich eine ganze
Berufsgruppe in Mißkredit bringt, und das auch noch mit dem Hinweis auf
seine Kompetenz als Student der Pflegewissenschaften.
[1] Damit will ich weder sagen, daß Ähnliches ansonsten noch nie vor-
gekommen wäre, noch will ich ohne Kenntnis der näheren Umstände
eine Wertung dieses Vorkommnisses vornehmen.
Dem kann ich nur voll zustimmen: jeder schiebt der anderen
Institution die Schuld in die Schuhe - vielleicht eine Art
Kompensation bzw. Bewältigung der eigenen Hilflosigkeit?
Die Prävalenz von Dekubiti ist ja wirklich kein Maß für die
Pflegequalität¹, obwohl sich diese Meinung hartnäckig hält - nur mal
so am Rande erwähnt.
Ich finde, es ist schon ein guter Ansatz, während der
Krankenpflegeausbildung in einer Einrichtung der Ambulanten Pflege zu
hospitieren; man bekommt ein klareres Bild von der 'anderen' Seite,
und Vorurteile werden abgebaut. 6 Wochen als Krankenpflegeschüler in
einem Pflegeheim würden sicherlich ein gegenseitiges Verständnis
wecken. Gleiches sollte natürlich auch für Altenpflegeschüler gelten.
> Übrigens heißen die Studiengänge an der FH Frankfurt "Pflege" und
> "Pflegemanagement", "Pflegewissenschaft" finde ich nun doch etwas
> zu hoch gegriffen...
Warum weiß der gute Uwe nicht, was er studiert? Seltsam, das...
Man liest sich,
Gero
¹Gould, D., James, T., Tarpey, A., Kelly, D., Pattison, D., & Fox, C.
(2000). Intervention studies to reduce the prevalence and incidence
of pressure sores: a literature review. Journal of Clinical Nursing,
9, 163-77.
Das wird bei uns gemacht, und es ist wirklich mal was ganz anderes,
die Patienten
in Ihrer häuslichen Umgebung zu erleben und zu Pflegen sowie die
spezifischen
Probleme häuslicher pflege kennenzulernen.
> und Vorurteile werden abgebaut. 6 Wochen als Krankenpflegeschüler
in
> einem Pflegeheim würden sicherlich ein gegenseitiges Verständnis
> wecken
Das wird bei uns leider (noch ?) nicht gemacht.
MfG,
Sebastian
Hallo,
also ich find eine gegenseitige Schuldzuweisung eh falsch. Immerhin
herrschen in beiden Berufen sowohl Kranken - als auch in der
Altenpflege Personalmangel.
Immerhin kann es in jeden Heim zu Decubiti kommen und nicht nur in
Krankenhaeusern.
Schuld daran is dabei dann sicherlich nicht unbedingt mangelnde
Pflege.
Ich arbeite jetzt auch schon seit 6 Jahren in der Altenpflege und hab
in dieser Zeit auch schon eine Menge erlebt mit Decubiti usw. und es
war bestimmt nicht immer nur das Pflegepersonal bzw. mangelnde Pflege
dran schuld.
Schuld ist ohnehin nicht der Einzelne, schuld ist ein System, das nicht an
optimaler Patientenversorgung interessiert ist, sondern an Profitmaximierung.
Folge 1: Mit immer weniger Personal, immer billigerem Personal immer mehr
Arbeitsvolumen. Folge 2: Überforderung der Pflegekräfte, innere Kündigung und
Lustlosigkeit , Pflegefehler, Burn-out und letztlich Ausstieg aus dem Beruf.
Qualität ist damit sicher nicht zu erreichen, aber alle Ziele, die wir uns
früher einmal für die Pflege gesetzt hatten (ach - wann war das eigentlich...)
gehen den Bach hinunter.
Ein Beispiel: Ich selbst arbeite auf einer neurologischen Wachstation im
Nachtdienst. 12 Betten - eine ausgebildete Pflegekraft und eine nicht
ausgebildete Hilfskraft; teilweise habe ich die anderen Stationen im Haus (104
Betten) mit zu betreuen (z.B. bei Notfällen), weil ich der einzige ausgebildete
Pfleger im Haus bin. Aber: Unsere Klinik möchte demnächst an die Börse....
Weiteres Beispiel: der Putzdienst unserer Station bekam bislang 3,5 Stunden
Zeit für die Reinigung der Station zugestanden - vor kurzer Zeit wurde dies auf
1,5 Stunden reduziert (hier nur am Rande: wir haben regelmässig ein bis zwei
MRSA-Patienten auf der Station...)
Noch ein Beispiel: In unserer Stadt gibt es ein mittlere Klinik, deren Pflege
sich aufgrund radikaler Sparmassnahmen überwiegend aus (kaum Deutsch
sprechenden!) AusländerInnen rekrutiert. Hier versteht -kein Witz!- die eine
Schicht die andere schon aufgrund von Sprachbarrieren nicht mehr.
Und noch ein Beispiel: Wir bekamen vor ca. zwei Jahren eine neue
Verwaltungsleitung. Originalton aus der Antrittsrede des als gnadenlosen
Sanierers bekannten jung-dynamischen Herrn (BWL-Abschluss und ehemaliger
Krankenpfleger): "...ich werde das Pflegepersonal auspressen, bis unten Saft
raus läuft..."
Das ist die Situation heute in der Pflege, den unsere Klinik ist _kein
Einzelfall_. V.a. in den kleineren Kliniken (denen, die jetzt alle
zwangsprivatisiert wurden) geht "die Post ab".Und es wird mit Sicherheit noch
viel schlimmer werden. Leider wird der Abstand zwischen dieser Realität und all
den theoretisierenden Träumern in Fachzeitschriften und -verbänden immer
grösser.
Wir sind (trotz sogenannter schlechter Wirtschaftslage) ein stinkend reiches
Land - aber ein wirklich funktionierendes Gesundheitssystem wollen wir uns
nicht leisten - dafür dann doch lieber Alu-Felgen ans Auto und für die besseren
Damen und Herren eine Dritt-Villa in der Toscana.
Für mich ist, was meinen Beruf angeht die Zeit der differenziert und mit
fachlicher Distanz geführten Diskussionen über die Situation in unserem Beruf
vorbei. Wir brauchen emotionale Reaktionen, und viel heftigere als die des
Pflegewissenschaften studierenden Zivis, der diese Diskussionsfolge los
getreten hat. Und für den Einzelnen brauchen wir die Möglichkeit zum Ausstieg
aus diesem Beruf (Tip: bei ALDI an der Kasse verdient man mehr als ich im
Nachtdienst einer Wachstation!)
Michael
Deiner Meinung - illustriert mit Beispielen - kann ich mich im Grunde
weitestgehend anschließen, auch wenn mir das etwas zu schwaz-weiß-
gemalt ist.
Allerdings ist die Theorie, die diskutiert wird, ein wichtiger
Bestandteil der Professionalisierung. Und ohne Professionalisierung
dürfte es schwer werden, an Entscheidungen beteiligt zu werden und
einen Stand zu bekommen, der es erlaubt, Forderungen zu stellen.
Professionalisierung in Form von Pflegewissenschaft & -forschung ist
ein wichtiger Schritt in die Richtung, daß von Dir genannte Mißstände
abgeschafft werden können: nämlich durch fundierte Argumente und auch
durch ökonomische Analysen.
Man liest sich,
Gero
> > Und noch ein Beispiel: Wir bekamen vor ca. zwei Jahren eine neue
> Verwaltungsleitung. Originalton aus der Antrittsrede des als gnadenlosen
> Sanierers bekannten jung-dynamischen Herrn (BWL-Abschluss und ehemaliger
> Krankenpfleger): "...ich werde das Pflegepersonal auspressen, bis unten
Saft
> raus läuft..."
Hi, bei einer solchen Führung würde ich umgehend die Klinik wechseln
> Das ist die Situation heute in der Pflege, den unsere Klinik ist _kein
> Einzelfall_. V.a. in den kleineren Kliniken (denen, die jetzt alle
> zwangsprivatisiert wurden) geht "die Post ab".Und es wird mit Sicherheit
noch
> viel schlimmer werden. Leider wird der Abstand zwischen dieser Realität
und all
> den theoretisierenden Träumern in Fachzeitschriften und -verbänden immer
> grösser.
>
> Wir sind (trotz sogenannter schlechter Wirtschaftslage) ein stinkend
reiches
> Land - aber ein wirklich funktionierendes Gesundheitssystem wollen wir uns
> nicht leisten - dafür dann doch lieber Alu-Felgen ans Auto und für die
besseren
> Damen und Herren eine Dritt-Villa in der Toscana.
Tja, das ist wohl der Neo-Kapitalismus den auch die Sozialdemokratie nicht
aufzuhalten vermag. Krankenhäuser haben meines Erachtens NICHTS in privater
Hand verloren und gehören verstaatlicht. Ebenso müsste man ein Verbot von
diversen Sachen wie "Provision" und Gewinnbeteiligung für Pflegekräfte
erwirken, so etwas ist eine Beleidigung für jeden der in dem Beruf arbeitet.
Manager, die nur auf Gewinnmaximierung aus sind gehören hinter Gitter.
cu
GB
Ich denke nicht, dass ich zu sehr schwarz-weiss gemalt habe; zugegebenermassen
sind die geschilderten Erfahrungen Highlights innerhalb eines doch oft auch
sehr durchschnittlichen Alltags (im meinem Fall "Allnachts"), aber sie basieren
auf über zwanzig Jahren Berufserfahrung. Und in diesen Jahren ist, allen
Forderungen nach Qualifizierung und Professionalisierung der Pflege zum Trotz,
nichts wirklich besser geworden - im Gegenteil...
<< Allerdings ist die Theorie, die diskutiert wird, ein wichtiger
Bestandteil der Professionalisierung >>
<< Professionalisierung in Form von Pflegewissenschaft & -forschung ist
ein wichtiger Schritt in die Richtung, daß von Dir genannte Mißstände
abgeschafft werden können >>
Dem stimme ich natürlich zu, soweit Professionalisierung nicht bedeutet, einen
weiteren Berufsstand innerhalb der Pflege zu schaffen, der sich von der
Realität des Alltags entfernt. Und diese Gefahr sehe ich. Und gerade bei
denjenigen, die sich aus der Praxis kommend in Richtung Management emanzipiert
haben, dienen nicht unbedingt immer der Pflege als Ganzem.
<< Und ohne Professionalisierung
dürfte es schwer werden, an Entscheidungen beteiligt zu werden und
einen Stand zu bekommen, der es erlaubt, Forderungen zu stellen. >>
Über die Beteiligung an Entscheidungen entscheidet nicht der Grad der
Professionalisierung und schon gar nicht irgend welche ethischen Grundsätze,
sondern allein die ökonomische Macht. Das ist in der Pflege nicht anders als in
der restlichen Wirtschaft.
Michael
Einfacher gesagt als getan... Mach das mal in "fortgeschrittenem" Alter in
einer Stadt, in der in den letzten zwei Jahren (bei steigender Bettenzahl!)
gerade 150 Stellen in der Pflege gestrichen wurden. Und nächstes Jahr kommen
nochmal 80 dazu. Aber es kann natürlich auch nicht sein, dass alle engagierten
Pflegekräfte -und dazu zähle ich mich (und genau deshalb meine
Unzufriedenheit)- die Arbeitsplätze verlassen, weil ihre Ideen nicht umzusetzen
sind und ihr Engagement nur stört. Obwohl ich es mir manchmal wünsche...
<< Krankenhäuser haben meines Erachtens NICHTS in privater
Hand verloren und gehören verstaatlicht. >>
Ts -ts -ts...
das würde ich so nicht uneingeschränkt bejahen wollen, aber grundsätzlich hast
du recht: Das Gesundheitswesen müsste Non-Profit orientiert sein, ob
verstaatlicht oder nicht. Alles andere wird die Probleme nie lösen.
Michael
><< Hi, bei einer solchen Führung würde ich umgehend die Klinik wechseln >>
oder Widerstand in der Pflege organisieren ( vermutlich unmöglich. ) Ein
Teil wird immer, aus welchen verständlichen Gründen auch immer,
einschwenken, Gehaltskürzungen, Arbeitsmehrbelastungen und ähnliches
hinnehmen.
><< Krankenhäuser haben meines Erachtens NICHTS in privater
>Hand verloren und gehören verstaatlicht. >>
Weil die staatliche Verwaltung so perfekt funktioniert ?
>das würde ich so nicht uneingeschränkt bejahen wollen, aber grundsätzlich
hast
>du recht: Das Gesundheitswesen müsste Non-Profit orientiert sein, ob
>verstaatlicht oder nicht. Alles andere wird die Probleme nie lösen.
Wie zum Beispiel der NHS in England ?
>Michael
CU
Stefan
>
>
* Michael Malzahn <heilenu...@aol.com> meinte:
> Ich meinte:
>> Und ohne Professionalisierung dürfte es schwer werden, an
>> Entscheidungen beteiligt zu werden und einen Stand zu bekommen,
>> der es erlaubt, Forderungen zu stellen.
>
> Über die Beteiligung an Entscheidungen entscheidet nicht der Grad
> der Professionalisierung und schon gar nicht irgend welche
> ethischen Grundsätze, sondern allein die ökonomische Macht. Das
> ist in der Pflege nicht anders als in der restlichen Wirtschaft.
Nein, nicht nur: wenn Du Deine (pflegerischen) Ideen (professionell)
begründen kannst, sind andere eher bereit, Dir mehr Mittel zu geben,
oder? Und erst recht, wenn durch Optimierung das Geld woanders wieder
reingeholt werden kann...
Wenn Verwaltungsdirektor, Pflegedirektor und Ärztlicher Direktor an
einem Tisch sitzen und den Budgetkuchen aufteilen und Du
argumentierst, daß gute Studien gezeigt hätten, daß durch eine
Überleitungsschwester die Patienten mehr an das KH gebunden werden
und >90% der 'Ehemaligen' wieder kommen, daß Du aber keine weitere
Stelle irgendwo abknapsen kannst und daher mehr Mittel brauchst, um
eine Überleitungsschwester anzubieten, meinst Du nicht, daß Du sie
auch bekommen würdest?
Es wäre sehr schön, wenn in der Realität Pflegekräfte als gleichberechtigte
Partner, welchen man die Fähigkeit ökonomosch zu denken zugesteht, akzeptiert
würden. Es mag Kliniken geben, die dies umsetzen, die Mehrzahl der Kliniken
bietet grauen Alltag basierend auf jahrzehntelangem gegenteiligem Handeln und
Denken. Rede doch einmal als "einfacher" Pfleger mit einem der sich in ihrem
Denken den Akademikern zurechnenden höheren Herren (sind ja meist Herren), dann
wirst du schnell merken, worin der Unterschied hinsichtlich
Entscheidungsmöglichkeiten besteht. Auf der einen Seite der Pfleger/die
Schwester im direkten Patientenkontakt und zunehmend mit befristetem
Arbeitsvertrag und auf der anderen Seite
In unsrer Klinik (104 Betten) hat die Pflegedienstleitung keinerlei fest
geschriebenes Mitsprache- und Entscheidungsrecht. Sie ist im wesentlichen dafür
da, den Personalmangel zu verwalten und nicht Ideen und Utopien zu entwickeln,
die handlungsleitend für die Pflege sein könnten.
Darin unterscheiden wir uns sicher nicht von der Mehrzahl anderer Kliniken
Naturheilkunde & Krankenpflege
Michael Malzahn
Kleegarten 5
69123 Heidelberg
http://members.aol.com/Heilen u Pflegen/myhomepage/
ich weiß nicht wie Dir die Verhältnisse in staatlichen, bzw. öffentlichen
Gesundheitseinrichtungen sind, aber aus meiner persönlichen Erfahrung sind
gerade pflegerische Angebote in privaten Einrichtungen häufig
qualifizierter, zumindests aber nicht schlechter. Ich denke gerade die
starren Strukturen innerhalb der staatlichen Gesundheitsversorgung
provoziert Fehler, bzw Fehlentwicklungen. Ich denke eher das Handeln sollte
sich stärker am Profit orientieren - dazu müssen die Kriterien, wofür eine
Anstalt Geld bekommt geändert werden. Gute pflegerische Arbeit muß auch
höher entlohnt werden, bzw. schlechte Arbeit sollte zumindestens nicht
entlohnt werden. Ich denke nicht das das Profitdenken ansich falsch ist, ich
denke die Tätigkeiten die entlohnt werden sind falsch.
Ohne auf die gesamte vorangegangende Diskussion einzugehen , sollte doch
gefragt werden, warum das Pflegepersonal derartige Fehler begeht und stimme
der Einschätzung zu, dass dies sowohl in Altenpflegeheimen , als auch in
Krankenhäusern geschieht, nicht in Mehrzahl - aber jeder Fall von
Vernachlässigung der Bewohner/ Klienten ist ein Fall zu viel. Ich bin der
festen Überzeugung, dass die überwiegende Gruppe der Pflegekräfte willens
ist gute Arbeit zu leisten ! Ich denke aber , dass die Kriterien ( was ist
gute Arbeit) unterschiedlich sind. Häufig wird die Unversehrtheit der
anvertrauten Bewohner nicht als Kriterium gesehen, sondern , dass die
Station sauber ist, die Kurven ordentlich geführt sind und im Krankenhaus
die Ärzte zufrieden sind. Dies mag überspitzt klingen, aber insgesamt
gesehen ist dies verständlich. Wofür bekomme ich Rückmeldung? - Welche
Vorgesetzte kommt auf die Station und lobt den pflegerischen Zustand der
Klienten/Bewohner ? Andererseits bekommt man zügig Rückmeldung , sollten
Bereiche der ( medizinischen) Dokumentation, dem äußeren Eindruck des
Arbeitsplatzes oder ähnliche wichtige , aber nicht allein wichtige ,
fehlerhaft sein. Ich denke jeder der arbeitet braucht Anerkennung, erfolgt
diese aber nur für ordentliche Administration, pünktliches Erscheinen,
Bereitschaft zur Übernahme von Sonderschichten etc. , so wird der
eigentliche Sinn unserer Arbeit in den Hintergrund gedrängt. Ich denke nur
ein "gnadenloses" Qualitätsmanagment, Transparenz und externe Kontrollen
können hier Abhilfe schaffen. Nur so werden die Entscheidungsebenen in den
Einrichtungen unter Druck gesetzt, denn gerade über den Profit sind sie zu
beeinflussen!! In meiner direkten Umgebung befinden sich 10 Krankenhäuser, 5
von diesen Häusern werden sicherlich in den nächsten Jahren geschlossen
werden. Welche werden es sein ? Die Häuser die volle Stationen haben, da in
der Bevölkerung die gute Arbeit anerkannt wird, oder die Häuser die immer
weniger Kunden bekommen? Gerade durch diesen Druck sind Veränderungen , auch
im Pflegebereich angestoßen wurden, die vor Jahren hier undenkbar gewesen
wären. Im Krankenhausbereich sehe ich es als gute Entwicklung, dass die
Kunden sich die guten Häuser aussuchen und das die schlechten Häuser nicht
mehr finanziert werden. ICh denke die Behauptung Profitdenken verursacht
Pflegefehlerkann ich nicht folgen, ich stimme zu, dass einige Einrichtungen
versuchen durch ihre Personalpolitik das " schnelle Geld " zu machen und das
dies im privaten Trägerbereich einfacher ist. Doch dies sind schlechte
Geschäftsleute, sind sie doch in der heutigen Situation mit diesem Verhalten
schnell vom Markt verschwunden.
Gruß Ralf
Das stimmt schon, besonders bei Schichtzulagen müßte besser bezahlt werden,
daß steht ausser Frage. Allerdings halte ich eine
Gewinnbeteiligung/Provision nach wie vor für falsch, ich habe vielleicht
eine andere Auffassung für den Beruf, das heisst ich im Klartext ich würde
den Patienten nicht anders behandeln oder besser pflegen nur weil ich mehr
Geld in Form von Provision bekomme. Das man gute Arbeit leistet gehört
eigentlich als Selbstverständlichkeit dazu.
> gute Arbeit) unterschiedlich sind. Häufig wird die Unversehrtheit der
> anvertrauten Bewohner nicht als Kriterium gesehen, sondern , dass die
> Station sauber ist, die Kurven ordentlich geführt sind und im Krankenhaus
> die Ärzte zufrieden sind.
Für mich währe eher wichtig, daß die Patienten zufrieden sind und die
Bereiche Pflege und ärztliche Behandlung eher trennen. Denn die machen auch
Fehler und wenn das Pflegepersonal nicht zufrieden damit ist juckt das ja
auch keinen. Pflege ist einfach ein eigenständiger Bereich und nicht
Handlanger-Dienst für den Arzt.
>> wären. Im Krankenhausbereich sehe ich es als gute Entwicklung, dass die
> Kunden sich die guten Häuser aussuchen und das die schlechten Häuser nicht
> mehr finanziert werden. ICh denke die Behauptung Profitdenken verursacht
> Pflegefehlerkann ich nicht folgen, ich stimme zu, dass einige
Einrichtungen
> versuchen durch ihre Personalpolitik das " schnelle Geld " zu machen und
das
> dies im privaten Trägerbereich einfacher ist. Doch dies sind schlechte
> Geschäftsleute, sind sie doch in der heutigen Situation mit diesem
Verhalten
> schnell vom Markt verschwunden.
da liegen wahrscheinlich jetzt die grundlegenden Meinungsverschiedenheiten.
Ich würde niemals die freie Marktwirtschaft anzweifeln wollen, jedoch würde
ich sie in diesem Bereich einschränken. Da ich im psychiatrischen Bereich
arbeite, kann ich Patienten gar nicht als "Kunden" bezeichnen, zumal sie
sich meist gar nicht freiwillig in Behandlung begeben. Aber auch im
somatischen Bereich kann ich mich nicht damit befreunden, daß Patienten als
sog. "Kunden" sich das Krankenhaus aussuchen wie den Frisör, bei reinen
Privatkliniken nach dem Motto wer mehr zahlt bekommt bessere Behandlung. Das
sind amerikanische Zustände, irgendwann wird der ohne Geld gar nicht mehr
behandelt. Sachen wie Qualitätsmanagement auf jeden Fall trotzdem für
sinnvoll und erforderlich, allein um festzustellen und sicher zu gehen daß
auch im öffentlichen Dienst ohne Provision gute Arbeit geleistet werden
kann.
mfg
GB
Hallo Gustav,
ich denke hier liegt ein Mißverständnis vor, es geht nicht um besser pflegen
bei Menschen die mehr Geld haben, sondern die Kunden sollten nicht bezahlen
wenn sie nicht ordentlich gepflegt werden! Oft haben Pflegende den Eindruck
nur Privatpatienten ( Selbstzahler) würden bezahlen, auch die
Normalversicherten , auch die Sozialhilfeempfänger zahlen über die Kassen
horrende Summen an Krankenhäuser etc. Nur denke ich ein
Krankenhausaufenthalt, der mit einem Dekubitus endet sollte nicht bezahlt
werden ! Ein KH - Betreib kann als Dienstleistung keinen Erfolg im Sinne der
Gesundheit berechnen, daher werden einzelne Leistungen abgerechnet, dies
sehe ich auch ein. Nur bei Behandlungsfehlern und Pflegefehlern sollten die
Kostenträger bei Verdacht die Zahlung zurückhalten und sofort gerichtliche
Untersuchungen einleiten , dies würde einiges in der Szene bereinigen.
> Für mich währe eher wichtig, daß die Patienten zufrieden sind ...
Leider wird diese Zufriedenheit häufig nicht honoriert.
Da ich im psychiatrischen Bereich
> arbeite, kann ich Patienten gar nicht als "Kunden" bezeichnen, zumal sie
> sich meist gar nicht freiwillig in Behandlung begeben. Aber auch im
> somatischen Bereich kann ich mich nicht damit befreunden, daß Patienten
als
> sog. "Kunden" sich das Krankenhaus aussuchen wie den Frisör, bei reinen
> Privatkliniken nach dem Motto wer mehr zahlt bekommt bessere Behandlung.
Auch Menschen , die in Psychiatrien behandelt werden sind Kunden, sie zahlen
für jeden Tag des Aufenthalts und haben ein REcht auf Leistung auch wenn sie
sich vielleicht nicht in der Lage sind diese entsprechend einzuschätzen. Im
übrigen können heutzutage auch Psychiatrien nicht mehr allein durch PsyschKg
Einweisungen überleben und brauchen auch ein Image , dass Ihnen die Kunden
erhält. Menschen sollten mindestens so genau ihr Krankenhaus aussuchen , wie
sie einen Frisör aussuchen! Leider sind viele Menschen kritischer wem sie
ihre Haare überlassen, als wem sie ihre Gesundheit überlassen. Wenn ich für
Wettbewerb bin, dann im Sinne der Kunden, d.h. durch Transparenz der
Krankenhausleistungen, durch Offenlegung von Mängel, muß dem Menschen der
hier Behandlung und Pflege sucht die Entscheidung zu Gunsten
leistungsfähiger Krankenhäuser erleichtert werden.
Gruß Ralf
Stimmt schon, da müssten die Krankenkassen ein bisschen mehr drüber wachen.
Gerade was Diagnostiken angeht, wird das Geld hinausgeworfen genauso wie ein
verlängerter Aufenthalt wegen eines Pflegefehlers.
>
> Da ich im psychiatrischen Bereich
> > arbeite, kann ich Patienten gar nicht als "Kunden" bezeichnen, zumal sie
> > sich meist gar nicht freiwillig in Behandlung begeben. Aber auch im
> > somatischen Bereich kann ich mich nicht damit befreunden, daß Patienten
> als
> > sog. "Kunden" sich das Krankenhaus aussuchen wie den Frisör, bei reinen
> > Privatkliniken nach dem Motto wer mehr zahlt bekommt bessere Behandlung.
>
> Auch Menschen , die in Psychiatrien behandelt werden sind Kunden, sie
zahlen
> für jeden Tag des Aufenthalts und haben ein REcht auf Leistung auch wenn
sie
> sich vielleicht nicht in der Lage sind diese entsprechend einzuschätzen.
Im
Das habe ich nie ausser Frage gestellt, ich habe nur etwas gegen den Begriff
"Kunden".
> übrigen können heutzutage auch Psychiatrien nicht mehr allein durch
PsyschKg
> Einweisungen überleben und brauchen auch ein Image , dass Ihnen die Kunden
> erhält.
das ist leider nicht so einfach, denn Bezirkskrankenhäuser und städtische
Nervenkliniken haben ein sog. Einzugsgebiet. Leute aus diesem Einzugsgebiet
müssen aufgenommen werden. Wenn Leute aus einem anderen Einzugsgebiet kommen
(keine PsychKG-Einweisungen), weil sie gehört haben die Klinik hätte einen g
uten Ruf so werden sie natürlich auch behandelt. Kommen aber nur noch Leute
aus fremden Einzugsgebieten, ist das Budget schnell überschritten und die
Klinik muss viel nachbezahlen, da ja noch die Psych-KG einweisungen kommen
die ja genommen werden MÜSSEN. Man muss dazu sagen, daß es sich hierbei
nicht um Verweildauern von 10 Tagen handelt sondern im Schnitt 43 Tage.
Insofern ist es da schon schwieriger.
> Menschen sollten mindestens so genau ihr Krankenhaus aussuchen , wie
> sie einen Frisör aussuchen! Leider sind viele Menschen kritischer wem sie
> ihre Haare überlassen, als wem sie ihre Gesundheit überlassen. Wenn ich
für
> Wettbewerb bin, dann im Sinne der Kunden, d.h. durch Transparenz der
> Krankenhausleistungen, durch Offenlegung von Mängel, muß dem Menschen der
> hier Behandlung und Pflege sucht die Entscheidung zu Gunsten
> leistungsfähiger Krankenhäuser erleichtert werden.
>
womit wir wieder beim Thema wären, ein Wettbewerb darf meines Erachtens
nicht sein Krankenhäuser sollten alle wieder staatliche Einrichtungen werden
und das Personal trotzdem besser bezahlt werden. Skrupellose Manager und
Monopol-Kapitalisten gibt es in Deutschland schon genug, sie müssen sich
nicht auch noch das Gesundheitswesen unter den Nagel reissen.
cu
GB
Wer soll das bezahlen? Wovon?
Warum sollte das Pflegepersonal mehr Geld bekommen?
Warum sollte das Krankenhaus denn Wert auf Patientenzufriedenheit,
Service und Mitarbeiterzufriedenheit legen, wenn kein Wettbewerb
besteht?
> Skrupellose Manager und Monopol-Kapitalisten gibt es in
> Deutschland schon genug, sie müssen sich nicht auch noch das
> Gesundheitswesen unter den Nagel reissen.
Ein bißchen mehr Management in so mancher staatlichen Einrichtung
würde sicherlich Steuergelder sparen helfen, die woanders sinnvoller
eingesetzt werden könnten...
Man liest sich,
Gero
> Wer soll das bezahlen? Wovon?
> Warum sollte das Pflegepersonal mehr Geld bekommen?
> Warum sollte das Krankenhaus denn Wert auf Patientenzufriedenheit,
> Service und Mitarbeiterzufriedenheit legen, wenn kein Wettbewerb
> besteht?
Hast Du den Eindruck dass die Pflegekräfte überbezahlt sind?-Das ist
meiner Meinung auch eine Frage der Motivation.Wenn es heisst
"sparen,sparen und nochmal sparen",wie denken die Menschen an der Basis
darüber?,Vieleicht weil Mitarbeiterzufriedenheit eventuell/bestimmt auch
mit dem Gehalt zusammen hängt?.
Gruss Micha
Nein, Pflegekräfte sind sicherlich nicht überbezahlt.
Aber die Motivation? Meinst Du, es gäbe mehr Krankenpflegeschüler,
wenn ein Krankenpfleger einen höheren Lohn bekommen würde? Das
vielleicht. Aber auf die aktuelle Mitarbeiterzufriedenheit haben
andere Faktoren eine weitaus größere Wirkung: Gleitzeit,
arbeitnehmerfreundliche Arbeitszeitmodelle oder ein Kinderhort. Alles
nur meine Meinung...
Aber: die Ausgangsfrage war ja, ob die KH besser in öffentlicher Hand
wären, um betriebswirtschaftliche Überlegungen zu reduzieren, und
warum sollte ein öffentliches Haus dann Wert auf
Mitarbeiterzufriedenheit legen? Mitarbeiterzufriedenheit ist ein
wirkungsvolles Marketinginstrument, das bei Monopolisten überflüssig
ist!
Nachdem ich die Diskussion um Pflegequalität losgetreten hatte, nun auch dazu
meine Meinung:
Ich denke nicht, dass mangelndes Engagament, zunehmende Arbeitsunlust etc. ein
Problem mangelnder Bezahlung ist -zumindest nicht in den Kliniken, die noch
immer am BAT ausgerichtet sind, und das dürfte die Mehrheit sein. Unsere
Gehälter sind für Facharbeiter (und mit diesen müssen wir uns vergleichen -
nicht mit unseren akademischen Kollegen...) durchaus durchschnittlich. Das war
einmal anders, aber die Zeiten sind glücklicherweise vorbei. Das Problem der
Arbeitsunzufriedenheit liegt woanders.
Es liegt an der mangelnden Anerkennung im Beruf. Nicht dass der liebe Herr
Verwaltungsleiter täglich auf Station erscheinen muss und "Danke" sagen sollte,
darum geht es nicht. Es geht darum, dass Pflege nicht als einbezogen wird in
Entscheidungs- und Bewertungsprozesse -sowohl im kleinen direkt auf der
Station, als auch im grossen Rahmen.
Pflege wird als hauswirtschaftsnaher Frauenberuf immer noch als mindere
Dienstleistung eingeordnet. das liegt zu einem erheblichen Teil daran, dass
Pflege sich immer noch nicht in genügendem Masse bemerkbar macht, aber auch
darin, dass unsere Tätigkeiten nur unzureichend definiert sind (es gibt Häuser,
da gehört noch immer das Fensterputzen zur Arbeit einer kranken Schwester).
Unsere Berufsgruppe ist irgendwie für den Rest zuständig - das was andere
Berufsgruppen übrig lassen... Aber es liegt an der Pflege selbst, die anderes
über Jahrzehnte hinweg nicht eingefordert hat (sondern lieber davon geträumt
hat, vielleicht doch den neuen Stationsarzt...., hihi). Wir sind noch immer auf
einem Stand, wo jeder "Hanswurst" unsere Arbeit übernehmen kann. Schaut euch
die vielen Studenten und andere Hilfskräfte an, sie machen (in den meisten
Häusern) exakt die gleiche Arbeit wie wir ausgebildeten Kräfte (und wenn der
Herr Doktor mit der Pflege kommunizieren will, spricht er natürlich am liebsten
mit seinem zukünftigen Kollegen - und die frustrierte Schwester schaut zu...).
Was wir brauchen sind klar definierte Standards, die unsere Arbeit einordnen,
die Anforderungen festlegen und damit eine exakte Qualitätsbewertung
ermöglichen und damit den Wert der eigenen Arbeit sichtbar wird. Diese
Standards müssen gar nicht erst aufwändig erarbeitet werden, sie liegen schon
längst vor -jedes bessere Lehrbuch bietet sie- , sie müssen eben bloss wahr
genommen werden. Hierauf könnte eine umfassende Qualifizierungsoffensive in der
Pflege aufbauen. Und die haben wir bitter nötig!
Wir brauchen ziel- und handlungsorientierte Pflege. Täglich müssen wir uns
fragen können, was wollen wir hier und jetzt am ganz konkreten Beispiel
überhaupt erreichen und wie kammen wir am schnellsten dahin (war da nicht mal
was mit Pflegeprozess oder so..., gibts das überhaupt oder wird das für eine
Art Gerichtsverhandlung angesehen...)
Und wir brauchen eine Pflegepersonalverordnung (die erarbeitete ist nicht ohne
Grund in der Versenkung verschwunden), welche ganz klar definiert, welcher
quantitative Umfang an Pflege pro Pflegekraft zu leisten und leistbar ist.
All dies müssten wir an der Basis eigentlich vehement einfordern, aber wir
machens auf unsere eigene Art - viel zu zaghaft und mit nach untem gesenktem
Blick (noch vor nicht allzu langer Zeit hiess das Motto des DBFK "Ich
dien"...). Und die Leitungsebene in den Kliniken -allen voran die
Pflegedienstleitungen- müssen endlich gemeinsam mit der Basis klare Vorgaben
und handhabbare Utopien entwickeln und ihre Daseinsberechtigung nicht länger
über die Ausgestaltung der Dienstpläne definieren. (ach -unsere
Pflegedienstleitung soll demnächst ganz abgeschafft werden, munkelt man -
wahrscheinlich wirds keiner merken...)
Ich träume von Kaizen in der Pflege - aber bis dahin vergehen noch Lichtjahre
und bis ich in 2o Jahren berentet werde, wird nichts davon umgesetzt sein
Gruss, Michael
P.S. an Micha - um 4:19 schläft man, damit man am nächsten Morgen freundlich
den Herrn Doktor (in deinem Fall die Frau Doktor) mit einem Täschen Kaffee
verwöhnen kann
Volle Zustimmung.
> Diese Standards müssen gar nicht erst aufwändig erarbeitet werden,
> sie liegen schon längst vor -jedes bessere Lehrbuch bietet sie- ,
> sie müssen eben bloss wahr genommen werden.
Einspruch: was wir brauchen, sind qualitativ hochwertige Standards -
und die müssen noch erarbeitet werden, nämlich auf der Grundlage von
Beweisen aus der Pflegeforschung in Verbindung mit der Erfahrung von
Pflegenden.
Das Wissen aus 'besseren Lehrbüchern' ist meist weder bewiesen (es
beruht auf Erfahrungen) noch unter ökonomischen Gesichtspunkten
beleuchtet; beides brauche ich aber, wenn ich mein pflegerisches
Handeln vor Dritten begründen muß und wenn ich der Pflege zu mehr
Selbständigkeit verhelfen möchte.
<snip>
>Nein, Pflegekräfte sind sicherlich nicht überbezahlt.
>Aber die Motivation? Meinst Du, es gäbe mehr Krankenpflegeschüler,
>wenn ein Krankenpfleger einen höheren Lohn bekommen würde? Das
>vielleicht. Aber auf die aktuelle Mitarbeiterzufriedenheit haben
>andere Faktoren eine weitaus größere Wirkung: Gleitzeit,
>arbeitnehmerfreundliche Arbeitszeitmodelle oder ein Kinderhort. Alles
>nur meine Meinung...
Trotz allem bedürfte dies ja wohl einer ausgeklügelten Finanzierung - da
scheint egal ob höherer Lohn oder aber Vergünstigungen ,denn : Kosten sind
Kosten !
Und der Spielraum ist eng. Sieh dir die Vorgaben der Kassen an ...
>
>Aber: die Ausgangsfrage war ja, ob die KH besser in öffentlicher Hand
>wären, um betriebswirtschaftliche Überlegungen zu reduzieren, und
>warum sollte ein öffentliches Haus dann Wert auf
>Mitarbeiterzufriedenheit legen?
Warum ? Weil auch ein öff. Haus nach wirtsch. Aspekten arbeiten sollte.
Zufriedene MA's - gute Leistung - zufriedenes Patientenklientel .
Unser Job ist nun mal eine Dienstleistung - wann werden alle das kapieren ?
Aber da gerade dieses Verständnis nicht da ist ...
>Mitarbeiterzufriedenheit ist ein
>wirkungsvolles Marketinginstrument, das bei Monopolisten überflüssig
>ist!
Nein.Siehe oben. Auch ein ö.KH sollte an einem relativ festen Klientel &
einem guten Ruf interessiert sein.
Aber Dank der Reform und dem Druck der entstanden ist - ist wie gesagt der
Spielraum eng.
Personalmangel, Dauerkranke wg Überlastung,Burn out,Materialeinsparungen
über das erträgl. Maß sind eindeutig nicht als positiv - auch im hinblick
auf MA-Zufriedenheit - zu verzeichnen.
Christoph
Eben - das KH in öffentlicher Hand 'sollte', muß aber nicht. Das KH
in 'ökonomischer' Hand *muß* aber, um zu überleben.
>> Mitarbeiterzufriedenheit ist ein
>> wirkungsvolles Marketinginstrument, das bei Monopolisten
>> überflüssig ist!
>
> Nein.Siehe oben. Auch ein ö.KH sollte an einem relativ festen
> Klientel & einem guten Ruf interessiert sein.
Schon wieder 'sollte'.
Ich sollte auch mehr Geld verdienen...
Dem Monopolisten kann doch die Mitarbeiterzufriedenheit egal sein;
solange er keine Konkurrenz hat (und die hat er per definitionem
nicht), können die Mitarbeiter auch nicht abwandern und die Patienten
gehen sowieso zu ihm.
Hallo Gustav,
ich verstehe Deine Grundhaltung, denke trotzdem Du solltest sie überprüfen.
Du betreibst imo Schwarzweiß-Malerei solltest Du annehmen auf der einen
Seite sind die bösen Kapitalisten und auf der anderen Seite die staatlichen
oder caritativen Einrichtungen. Gerade in den Häusern des öffentlichen
Dienstes ist meines Erachtens erst durch Wettbewerb Druck zur Veränderung
entstanden. Andererseits kenne ich neben Profitgeiern auch Pflegekräfte die
sich zusammengeschlossen haben - in Gesellschaften - um Pflegeheime zu
schaffen, mit denen man Geld verdienen, aber auch eine bessere Pflege
verwirklichen kann.
Ich glaube der Schlüssel ist die Transparenz. Bedingungen in Alten - ,
Pflegeheime und Krankenhäusern sollten offen dargestellt werden
Meinetwegen über eine Art Stiftung Warentest), um den Kunden ( Patienten,
Klienten) die Möglichkeit zu geben zu entscheiden.
Ich arbeite in einem Bundesland, dass 40 Jahre vom Monopolkapitalismus
verschont war, muß aber sehen, dass Menschen - freundliche Strukturen erst
unter dem Druck des Marktes entstehen.
( Eine sehr persönliche Meinung: Solange mir ein angeblicher
Monopolkapitalismus einen derartigen Wohlstand beschert ist es mir Recht,
ich habe geglaubt, das diese Ideologien die Du äußerst Ende der 70 er
ausgestorben seien)
Freundliche Grüße
Ralf
dies ist es es zum einen sicher. Ich weiss kaum, was die Kliniken für ihre doch
oft mageren Leistungen abrechnen und wo diese Gelder versickern. Krankenkassen
zahlen letztlich doch stillschweigend und haben sich, obwohl sie die Gelder der
Beitragszahler letztlich nur an die "Leistungserbringer" weiter geben, bislang
eigentlich völlig heruas gehalten. Wir brauchen ein auch am Einzelfall
nachprüfbares Qualitätsmanagement. Wir bezahlen (die Krankenkassen sind nur
Zwischenstationen) für eine bestimmte Leistung und die möchten wir dann auch
erhalten können.
Die Schwierigkeit für den Patienten besteht aber v.a. auch darin, dass er
eigentlich nur sehr begrenzt beurteilen kann, was im medizinischen und
pflegerischen Sektor eine qualifizierte Leistung ist. Der Patient ist eben kein
Kunde mit freier Entscheidung, ob und wie er behandelt werden will. Als Patient
muss ich letztlich in die Klinik gehen, in die ich eingewiesen werde -und werde
mich meist auch nur dann gegen eine bestimmte Klinik wehren, wenn allzu dreiste
Geschichten in der Presse standen (aber wo passiert das schon, ausser bei
irgendwelchen öffenltichkeitswirksamen Reissern).
Erst wenn ein Patient -mit Hilfe z.B. der Krankenversicherungen- wirklich sagen
kann, diese oder jene Leistung will ich in Anspruch nehmen oder ablehnen
können, oder wenn er sagen kann, dieser oder jener Gesundheits-Anbieter hat mir
Mist angeboten und bekommt dafür eben kein Geld (oder schlimmer, hat mir noch
Geld für seinen Mist, den er an mir verzapft hat, zu zahlen), erst dann wird
sich etwas ändern. Erst dann wird ein wirklicher an Qualität orientierter
Wettbewerb statt finden. Was heute unter Wettbewerb verstanden wird, ist
ausschliesslich an Aufwands- und damit Kostenminimierung orientiert (jede
Pflegekraft kann das bestätigen).
Dass Quälität letztlich auch zur Kostenminimierung führt, weiss das eigentlich
jemand in den Leitungsetagen der Kliniken etc.? Erst mal wird sie Kosten
verursachen und damit ist sie dann schon vom Tisch (schliesslich muss ja noch
etwas Geld für den neuen Diensthubschrauber des Herrn Verwaltungsdirektors
übrig bleiben...., mindestens)
Gruss Michael
Kontrolliert und mit begrenztem Gewinn durchaus eine denkbare Sache.
> Ich glaube der Schlüssel ist die Transparenz. Bedingungen in Alten - ,
> Pflegeheime und Krankenhäusern sollten offen dargestellt werden
> Meinetwegen über eine Art Stiftung Warentest), um den Kunden ( Patienten,
> Klienten) die Möglichkeit zu geben zu entscheiden.
> Ich arbeite in einem Bundesland, dass 40 Jahre vom Monopolkapitalismus
> verschont war, muß aber sehen, dass Menschen - freundliche Strukturen erst
> unter dem Druck des Marktes entstehen.
Warum muss denn ALLES privatisiert werden? Ich verstehe es leider immer noch
nicht, warum Krankenhäuser plötzlich Wirtschaftsunternehmen sein müssen. Ich
würde niemals in einer Privatklinik arbeiten, schon aus ethischen Gründen
nicht.
> ( Eine sehr persönliche Meinung: Solange mir ein angeblicher
> Monopolkapitalismus einen derartigen Wohlstand beschert ist es mir Recht,
> ich habe geglaubt, das diese Ideologien die Du äußerst Ende der 70 er
> ausgestorben seien)
Mag sein, daß du schlechte Erfahrungen gemacht hast mit dem
Realsozialistischen System der DDR, dass ich in keiner Weise unterstützen
oder gutheißen will. Was mich stört ist die zwei-Klassen-Medizin, die wir ja
schon längst haben, irgendwann wird es keine medizinische Grundversorgung
für sozial schwache mehr geben und nur noch "Kunden" die im Mercedes
vorfahren, während der Sozialhilfe-Empfänger zu Hause einsam stirbt.
cu
GB