hier gab es vor kurzem eine Anfrage wegen eines Hagelkornes.
Auch ich habe (mal wieder) ein Gerstenkorn.
Folgendes kann ich dazu sagen (als Nichtmediziner) und habe schliesslich
selber eine Frage.
Gerstenkoerner sind meines Wissens die Folge einer Bakterieninfektion.
Die eigentliche Ursache ist in einer Verstopfung der Talgdruesen zu sehen.
Gerstenkoerner koennen u.a. mit folgenden Medikamenten behandelt werden:
- Noviform (in Apotheken frei erhaeltlich)
- Nebacetin
- Refobacin
- Terramycin
Refobacin ist ein Breitbandantibiotikum. Terramycin ist meines Erachtens
schon recht "harter Tobak".
Hat sich das Gerstenkorn eingekapselt, so hilft nur noch eine Operation.
Bei dieser Operation wird das Gerstenkorn [Chalazion] (bei lokaler
Betaeubung des Auges und des Augenlides) entfernt. Diese OP ist nicht
weiter schlimm, nur etwas unangenehm.
Diabetiker koennen fuer diese Gerstenkoerner recht anfaellig sein.
Nun zu mir:
Seit zwei Jahren etwa habe ich verstaerkt mit Gerstenkoernern zu tun.
Vorher auch schon, aber nicht in dem Ausmass.
Sie kommen und gehen. Obwohl ich Ihnen Hausverbot erteilt habe, sind diese
Viecher recht hartnaeckig.
Ein Diabetestest bei meinen Hausarzt verlief negativ.
Derzeit habe ich an einem Auge am Ober- und Unterlid Gerstenkoerner. Am
Unterlid gar 3 !
Die Entwicklung verlief so, dass am Jahresanfang 1999 am Oberlid ein
Gerstenkorn entstand.
Dieses wurde ab der ersten Woche mit Nebacetin behandelt.
Etwa ab der 5. Woche entstanden dann am Unterlid Gerstenkoerner, trotz
mittlerweile Verwendung von Refobacin.
Refobacin wurde auch am Unterlid angewendet. Ohne nennenswerten Erfolg.
Meine Augenaerztin meinte, man koenne nun auch mit einem Antibiotikum in
Tablettenform behandeln. Davor schreckte ich jedoch zurueck. Die
Behandlung mit Refobacin wurde fortgesetzt mit gleichzeitiger Ansetzung
eines Operationstermines fuer beide Augenlider.
Das Gerstenkorn am Oberlid wurde kuerlich entfernt, sowie das groesste am
Unterlid.
Die weiteren Gerstenkoerner sind demnaechst dran.
Wie heisst es in der Werbung so schoen:
Kaum sind sie da sind sie weg ?
Bei mir ist es leider anders:
Kaum sind sie weg, sind die da. :-(
Eine Stiege am linken Unterlid :-(
(Wird ebenfalls mir Refobacin behandelt).
In den letzten zwei Jahren hatte ich mehrere (ich glaube es waren drei)
Chalazionoperationen. (Beide Augen waren betroffen).
Ich habe den Verdacht, dass der Bakterienstamm moeglicherweise gegen
Refobacin resistent geworden ist, da er nur schwach auch dieses Medikament
anzusprechen scheint.
Okay, nach der anstehenden OP habe ich sicher erstmal eine Weile Ruhe.
Aber danach ?
Kann es sein, dass ich die Nachbehandlung der vorigen OP's zu frueh
abgebrochen habe. Sprich, zu frueh das Medikament Refobacin abgesetzt
habe, so dass es immer noch Bakterien gab, die zur Beerdigung ihrer
Angehoerigen gehen konnten.
Dann natuerlich die "Masterfrage":
Wie kommt es zur Verstopfung der Talgdruesen?
Ich arbeite am Bildschirm. Insgesamt komme ich an einem Arbeitstag so auf
10-12 Stunden, die ich am Bildschirm sitze.
Meine Dioptrinzahl liegt bei -0.5. Eine Brille waere also besseres
Fensterglas. (Ich habe zwar eine Brille, die ich aber auf Grund der
geringen Staerke hoechst selten nutze).
Nun ist bekannt, dass Bildschirmarbeiter eine geringere Lidfrequenz
besitzen: Das Auge wird seltener befeuchtet.
Ich koennte mir vorstellen, dass dadurch moeglicherweise Staubpartikel
nicht so gut entfernt werden und den Talgdruesen Probleme bereiten.
Einen anderen Reim auf meine Gerstenkornprobleme habe ich derzeit nicht.
Vielleicht gibt es ja jemanden, der andere Ideen / Erfahrungen besitzt.
Gruesse aus Bremen
Manfred
Hallo zusammen,
nur um der offensichtlichen Begriffsverwirrung halber:
Bei einem Hordeolum ("Gerstenkorn") handelt es sich in der Tat um um eine
Staphylokokken oder Streptokokkeninfektion des Augenlides im weiteren Sinne.
Man unterscheidet ein Hordeolum externum, bei dem es sich um eine akute
Entzündung eines Wimpernfollikels oder der Moll- bzw. Zeis-Drüsen handelt
von einem Hordeolum internum, bei dem die an der Innenseite des Augenlides
gelegenen Meibom-Drüsen betroffen sind.
In beiden Fällen ist das betroffene Areal sehr schmerzhaft und
druckempfindlich, es besteht eine eitrige Entzündung. Oft haben die
Patienten Fieber und fühlen sich auch allgemein geschwächt und krank.
Die Therapie besteht, wie von Dir genannt in der Anwendung von
antibiotischen Augentropfen, desweiteren kommt eine lokale Therapie mit
trockener Wärme in Frage (Rotlicht) um den Herd zum Einschmelzen zu bringen.
Disponierende Faktoren sind eine allgemeine Schwächung der Immunitätslage,
wie es z.B beim Diabetes, aber auch bei anderen Erkrankungen der Fall sein
kann. Auch eine hochdosierte therapie mit Glukokortikoiden kann auslösend
sein.
Bei einem Chalazion ("Hagelkorn") hingegen handelt es sich um eine
granulomatöse Entzündung der Meibom-Drüsen, meist ausgelöst durch einen
Sekretstau.
Im Vergleich zum Hordeolum aber ist dieses schmerzlos und gut abgekapselt
und nicht unmittelbare Folge einer Infektion.
Die Therapie besteht in einer Ausschälung des Herdes und einer
anschließenden histologischen Untersuchung.
Mit besten Grüßen,
Linapis
>
> Ich arbeite am Bildschirm. Insgesamt komme ich an einem Arbeitstag so auf
> 10-12 Stunden, die ich am Bildschirm sitze.
> Meine Dioptrinzahl liegt bei -0.5. Eine Brille waere also besseres
> Fensterglas. (Ich habe zwar eine Brille, die ich aber auf Grund der
> geringen Staerke hoechst selten nutze).
>
Hallo Manfred
Irgendwo hab ich mal gelesen, (Monitortest o. aehnliches), dass der
Monitor mit
Staubteilchen schiesst.
Man soll deshalb die Scheibe sauberhalten.
Oder Brille aufsetzen.
Vielleicht ist was dran.
Gruss Ernst
Hallo nachtgeist,
> nur um der offensichtlichen Begriffsverwirrung halber:
In der Tat.
Bis heute war ich doch glatt der Meinung, Gerstenkorn und Hagelkorn seien
ein und dasselbe. :-(
Danke fuer Dein aufklaerendes Posting.
Nachzulesen ist so etwas ueberigens auch im WWW beim AWMF Online.
(Die exakte Ulr habe ich leider nicht mehr -> www.altavista.com).
[Gerstenkorn (Hordeolum)]
> ... ist das betroffene Areal sehr schmerzhaft und
> druckempfindlich, es besteht eine eitrige Entzündung. Oft haben die
> Patienten Fieber und fühlen sich auch allgemein geschwächt und krank.
> Die Therapie besteht, wie von Dir genannt in der Anwendung von
> antibiotischen Augentropfen, desweiteren kommt eine lokale Therapie mit
> trockener Wärme in Frage (Rotlicht) um den Herd zum Einschmelzen zu bringen.
> Disponierende Faktoren sind eine allgemeine Schwächung der Immunitätslage,
> wie es z.B beim Diabetes, aber auch bei anderen Erkrankungen der Fall sein
> kann. Auch eine hochdosierte therapie mit Glukokortikoiden kann auslösend
> sein.
> Bei einem Chalazion ("Hagelkorn") hingegen handelt es sich um eine
> granulomatöse Entzündung der Meibom-Drüsen, meist ausgelöst durch einen
> Sekretstau.
> Im Vergleich zum Hordeolum aber ist dieses schmerzlos und gut abgekapselt
> und nicht unmittelbare Folge einer Infektion.
> Die Therapie besteht in einer Ausschälung des Herdes und einer
> anschließenden histologischen Untersuchung.
Nun. Meine Augenaerztin verordnete mir Refobacin und gleichzeitig eine
operative Entfernung. Auf der Ueberweisung stand Chalazionentfernung.
Jetzt gehe ich davon aus, dass ein Antibiotikum bei Hordeolum eingesetzt
wird und weniger bei einem Chalazion.
Antibiotika bei einem Chalazion ?
Das irritiert mich nun etwas.
Nachdem das Chalazion am rechten Oberlid entfernt worden ist, hat sich am
linken Unterlid eine Stiege (wuerde ich so bezeichnen) entwickelt.
Die noch vorhandenen Geschwuelste am / im rechten Unterlid schmerzen bei
Druck nicht.
Hingegen die Stiege, die sich auf dem linken Unterlid befindet.
Links ein Hordeolum und rechts ein Chalazion ?
Gruesse aus Bremen,
Manfred :-)
Hallo jean,
> Gerade 1 Arzt von
> mehreren besuchten ist wenigstens soweit daran interessiert mir zu helfen,
> daß er außer antibiotischen Tropfen und Salben (die schon lange nicht mehr
> helfen) etwas anderes probiert hat. Operationen
Ich glaube, Du tust den Aerzten Unrecht.
Ich bin davon ueberzeugt, dass jeder von Dir konsultierte Arzt Dir zu
helfen versucht.
...
> (auf deutsch
> "herausschneiden") ist jedoch aus meiner Sicht auch keine Lösung, da es die
> eigentliche Ursache nicht bekämpft.
Gut. Es bekaempft die Ursache nicht, sondern nur das Ergebnis der
Erkrankung.
Dennoch geht kein Weg umhin, dass es entfernt werden muss, wenn anders
nicht Abhilfe moeglich ist.
> Ich habe auch schon Injektionen direkt
> in die Augenlider bekommen, was mir zumindest mal 4-5 Monate Ruhe
> verschaffte.
Das ist doch schon mal ein Ansatz.
> Eine Viamin B und Bierhefe Behandlung soll wohl auch helfen,
> aber seit 6 Monaten nehme ich diese und es tut sich nichts.
Ich bin kein Mediziner und kann deshalb nur aus laienhafter Sicht
argumentieren: Erwartest Du vielleicht etwas zuviel: Sprich zu schnell
etwas ?
> Da ich seit 2 Jahren immer wieder Probleme damit habe (vorher nie !) muß es
> doch wohl auch eine Ursache haben. Auch ich arbeite täglich am Bildschirm.
> Vielleicht ist was Wahres an der Aussage, daß der seltene Lidschlag Schuld
> ist.
Ich habe folgende Ueberlegung angestellt:
Seit wann tritt es verhaeuft auf ? (Urlaub, Umzug, Arbeitsstaette)
Was hat sich veraendert ? (Arbeitsbedingungen...)
...
Gruss, Manfred :-)
Mag sein, komisch nur, daß z.B. 2 der Augenaerzte der Meinung waren, dies sei nur
eine Kleinigkeit, die nach paar Tagen weg ist, wenn ich nur ordentlich die Salbe
und Tropfen nehme, obwohl ich ausführlich berichtet habe, daß es schon Monate
anhält, obwohl ich Salbe nehme. Dazu kommt noch, daß man diese Salbe nicht ueber
Monate nehmen soll. Der Augenarzt, bei dem ich jetzt bin, hat z.B. sofort
operiert und nicht erst wochenlang gewartet. Zusätzlich hat er auch andere
Wege/Maßnahmen zur Linderung/Heilung vorgeschlagen.
> ..
> > (auf deutsch
> > "herausschneiden") ist jedoch aus meiner Sicht auch keine Lösung, da es die
> > eigentliche Ursache nicht bekämpft.
> Gut. Es bekaempft die Ursache nicht, sondern nur das Ergebnis der
> Erkrankung.
> Dennoch geht kein Weg umhin, dass es entfernt werden muss, wenn anders
> nicht Abhilfe moeglich ist.
Ja, das stimmt schon. Mir geht es aber darum, daß ich mir nicht das ganze Leben
an den Augen herumschneiden lassen muß.
Deswegen will ich die Ursache bekämpfen.
>
> > Ich habe auch schon Injektionen direkt
> > in die Augenlider bekommen, was mir zumindest mal 4-5 Monate Ruhe
> > verschaffte.
> Das ist doch schon mal ein Ansatz.
>
> > Eine Viamin B und Bierhefe Behandlung soll wohl auch helfen,
> > aber seit 6 Monaten nehme ich diese und es tut sich nichts.
> Ich bin kein Mediziner und kann deshalb nur aus laienhafter Sicht
> argumentieren: Erwartest Du vielleicht etwas zuviel: Sprich zu schnell
> etwas ?
Nun ja, wenn 6 Monate zu schnell sind, dann erwarte ich vielleicht zuviel. Wie
lange solte man denn Geduld haben ? 1 Jahr, 2 Jahre, 3, ....?
> Da ich seit 2 Jahren immer wieder Probleme damit habe (vorher nie !) muß es
> doch wohl auch eine Ursache haben. Auch ich arbeite täglich am Bildschirm.
> > Vielleicht ist was Wahres an der Aussage, daß der seltene Lidschlag Schuld
> > ist.
> Ich habe folgende Ueberlegung angestellt:
>
> Seit wann tritt es verhaeuft auf ? (Urlaub, Umzug, Arbeitsstaette)
> Was hat sich veraendert ? (Arbeitsbedingungen...)
> ...
Ich auch.
Umzug: Haette sein koennen, da es ab dieser Zeit auftritt. Wohne allerdings jetzt
wieder woanders (seit 4 Moanten) und habe trotzdem noch Probleme. Erwarte ich da
vielleicht wieder zu schnell eine Wirkung ?
Arbeit: Koennte auch sein, da ich zeitgleich umgezogen bin und Arbeit gewechselt
habe, seit es auftritt. Allerdings arbeite ich seit 5 Jahren am Bildschirm und
seit 2 Jahren habe ich erst diese Problemchen.
>
> Gruss, Jean