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Fragen zur Sinusitis

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Consuelo Jiménez

unread,
Feb 5, 2006, 3:31:54 PM2/5/06
to
Hallo miteinander,

ich habe das Problem, dass ich mehrfach im Jahr eine Sinusitis bekomme.
Mein HNO begründet dies mit meinen schlechten Voraussetzungen, denn ich
bin Allergikerin (Hausstaub und Pollen) und habe außerdem eine
verkrümmte Nasenscheidewand. So sei meine Nase dauerhaft gereizt und
Sekret könne nur schwerlich ablaufen.

Und es ist tatsächlich so - jede kleinere Erkältung und jeder grippale
Infekt endet bei mir in einer Sinusitis - momentan bin ich seit Oktober
2005 das dritte mal erkrankt.

1.
Zur langfristigen Lösung meiner Probleme betreiben wir momentan eine
Hyposensibilisierung, die natürlich angesichts meiner häufigen
Krankheitsfälle viel zu oft unterbrochen wird.
Falls nötig könne danach noch über eine Operation nachgedacht werden,
so sagt mein HNO. In diesem Falle würde die Nasenscheidewand begradigt
und irgendetwas an den Schleimhäuten gemacht.
Ferner verwende ich für mein Bett Zwischenbezüge.

2.
Zur akuten Behandlung meiner Sinusitis verschreibt mir der Arzt immer
ein Antibiotikum (Cefpodoxim) und Betamethason (Celestamine-Tabletten).
Ist es eigentlich möglich, eine Sinusitis noch anders zu bekämpfen, oder
sind diese brachialen Mittel wirklich angemessen?
Vor allem bin ich ängstlich wegen der Celestamine-Tabletten, von denen
ich morgens und abends je eine nehmen soll. Seit Oktober 2005 habe ich
insgesamt Einheiten für 40 Tage erhalten. Ich habe gehört, dass die
längere Einnahme von Cortison außerhalb des zirkadianen Rhythmus die
Cortison-Ausschüttung des eigenen Körpers irreversibel schädigen kann.
Weiß jemand von Euch genaueres darüber?

Mich würden sowohl Eure Meinungen zu der langfristigen Lösungsstrategie
(Punkt 1) sowie zur Behandlung der akuten Beschwerden (Punkt 2)
interessieren.

Darüber hinaus wäre ich noch für Tips dankbar, was ich so alles
präventiv gegen eine Sinusitis tun könnte.

Danke im Voraus!


Consuelo

Otto

unread,
Feb 6, 2006, 2:52:01 AM2/6/06
to
Hallo Consuelo,

>Mich wuerden sowohl Eure Meinungen >zu der langfristigen Loesungsstrategie


>(Punkt 1) sowie zur Behandlung der >akuten Beschwerden (Punkt 2)
>interessieren.


>Darueber hinaus waere ich noch für Tips >dankbar, was ich so alles
>praeventiv gegen eine Sinusitis tun koennte.

Du koenntest den Doktor mal fragen, ob eine Waermebehandlung sinnvoll
ist, und/oder Behandlung mit Kochsalzloesung.

(beides zum Abschwellen der Schleimhaut)

Wenn da allerdings ein "Gewaechs (z.B. Polyp) ist, oder eine schiefe
Nasenscheidewand, die den Sekretabbfluss behindern, sollte vielleicht
doch operiert werden.

Gruss
Otto

Michael Schmidt

unread,
Feb 6, 2006, 3:59:33 AM2/6/06
to
Hallo Consuelo,

Consuelo Jiménez schrieb:

> 2.
> Zur akuten Behandlung meiner Sinusitis verschreibt mir der Arzt immer
> ein Antibiotikum (Cefpodoxim)

Die bakterielle Sinusitis fängst man sich in der Regel nicht von
irgendwoher ein, sondern es handelt sich um Keime, die man eh stöndig
mit sich rumträgt und die dann die günstigen Bedingungen der Erkältung
(Sekret, verstopfte Ausführgänge der nasennebenhöhlen) ausnutzen. Bei
häufiger Einnahme desselben oder gleichartiger Antibiotika besteht da
natürlich die Gefahr der Resistenzbildung. Falls das Antibiotikum also
mal nicht mehr in der üblichen Zeit hilft, könnte es daran liegen.

Ob ein Antibiotikum bei Sinusitis immer nötig ist, darüber streiten sich
die Experten m.W. noch etwas. Unbestritten ist allerdingws, das eine
nicht ausgeheilte akute Sinusitis der chronischen den Weg bahnt - ich
persönlich nehme auch ein Antibiotikum, wenn ich eine habe. Natürlich
nur bei einer bakteriellen Entzündung, die man am "bunten" (gelb oder
grün) Schleim erkennt. Solange das Zeug klar ist, ist es in aller Regel
viral und da nutzt das Antibiotikum eh nix (kann höchstens der
bakteriellen Zusatzinfektion vorbeugen, aber das wäre schon zimelich mit
Kanonen auf Spatzen geschossen).

> Vor allem bin ich ängstlich wegen der Celestamine-Tabletten, von denen
> ich morgens und abends je eine nehmen soll. Seit Oktober 2005 habe ich
> insgesamt Einheiten für 40 Tage erhalten.

Dazu kann man wenig sagen, ohne die Dosis zu kennen. Generell ist
Betamethson ein zimelich starkes Cortisonpräparat, die Schwelle für
Nebenwirkungen bei längerer Anwendung liegt bei 1-2mg täglich.

Häufig wird sowas bei der akuten Erkrankung eher reflexhaft verordnet
ohne daran zu denken, wie oft es der Patient in letzter Zeit schon hatte
(erlebe ich bei meinen Schmerzpatienten oft). Also frag beim nächsten
mal einfach nach.


>
> Mich würden sowohl Eure Meinungen zu der langfristigen Lösungsstrategie

Klingt so, als könnte die OP tatsächlich sinnvoll sein. Such Dir einen
sorgfältigen Operateur - es gibt genügend niedergelassene HNOten, die
irgendwo Belegbetten haben und dort an ihrem OP-Tag möglichst viele OPs
durchbringen wollen. Lieber zu jemandem, der sich auch Zeit nimmt
(HNO-Klinik?).

> (Punkt 1) sowie zur Behandlung der akuten Beschwerden (Punkt 2)

In der Sinusitis musst Du dafür sorgen, dass die
Nebenhöhlen-Ausführgänge nicht verstopfen. Dazu kenne ich 3 Maßnahmen:
1.: Abschwellendes Nasenspray (damit die Schleimhaut abschwillt und der
Schleim mehr Platz zum Ablaufen hat). Aber beachte die
Anwendungshöchstdauer im Beipackzettel!
2.: Schleim verflüssigen. Also ausreichend trinken und ein
schleimlösendes Mittel nehmen. Pflanzlich und gut wirksam wären z.B.
Sinupret forte oder Gelomyrtol.
3.: Nase mit Kochsalzlösung spülen. Am besten kaufst Du Dir in der
Apotheke eine "Nasendusche". Welches Salz Du nimmst, ist eigentlich
wurscht - es muss nur eine isotonische Lösung sein, was Du mit etwa 9g
Kochsalz pro liter erreichst. Vin "Emser" gibtes praktische
Portionsbeutelchen, die jeweils für eine Spülung mit 250ml reichen - das
lassen die sich aber ziemlich gut bezahlen.

Und mal so am Rande bemerkt: Falls Dein HNO-Arzt Dir diese Tips noch
nicht gegebn hat, könnte das evtl. ein Hinweis darauf sein, dass er zu
den Leuten gehört, die nicht allzuviel Zeit haben...

hth

Michael

Consuelo Jiménez

unread,
Feb 6, 2006, 4:01:29 AM2/6/06
to
Hallo Michael,

danke erstmal für Deine ausführliche Antwort.



> Dazu kann man wenig sagen, ohne die Dosis zu kennen. Generell ist
> Betamethson ein zimelich starkes Cortisonpräparat, die Schwelle für
> Nebenwirkungen bei längerer Anwendung liegt bei 1-2mg täglich.

Bei mir liegt die Tagesdosis bei 1 mg.
Ich soll eine Tablette morgens und eine abends nehmen.
Ist das Risiko für Nebenwirkungen eigentlich höher, wenn ich Celestamine
auf diese Art und Weise einnehme, also nicht zirkadian nach dem Rythmus
der Kortisolausschüttung?

Seit Oktober 2005 habe ich 40 Tageseinheiten nehmen müssen, einmal 10,
einmal 20 und dann wieder 10 Tage lang. Ist das schon kritisch?



> Häufig wird sowas bei der akuten Erkrankung eher reflexhaft verordnet
> ohne daran zu denken, wie oft es der Patient in letzter Zeit schon
> hatte (erlebe ich bei meinen Schmerzpatienten oft). Also frag beim
> nächsten mal einfach nach.

Den Arzt habe ich auf jeden Fall darauf hingewiesen, wie oft ich
schon Celestamine erhalten habe ;-)

> In der Sinusitis musst Du dafür sorgen, dass die
> Nebenhöhlen-Ausführgänge nicht verstopfen. Dazu kenne ich 3
> Maßnahmen: 1.: Abschwellendes Nasenspray (damit die Schleimhaut
> abschwillt und der Schleim mehr Platz zum Ablaufen hat). Aber beachte
> die Anwendungshöchstdauer im Beipackzettel!

Nasenspray (Olynth) verwende ich. Allerdings länger als die Anwendungs-
höchstdauer. Der Arzt sagt allerdings, die längere Anwendung sei
gerechtfertigt, damit die Nase freibleibe (oberste Priorität: Sekret
muss ablaufen können!).
Ich bemerke allerdings auch, dass ich nach zwei Wochen oder mehr einen
regelrechten Entzug von Olynth machen muss, weil sich die Schleimhäute
daran gewöhnt haben.

> 2.: Schleim
> verflüssigen. Also ausreichend trinken und ein schleimlösendes Mittel
> nehmen. Pflanzlich und gut wirksam wären z.B. Sinupret forte oder
> Gelomyrtol.

Komischerweise will mir mein Arzt nicht Celestamine und Gelomyrtol
gleichzeitig verschreiben, und einen alternativen Schleimlöser hat
er mir auch nicht verschrieben. Bin heute da, frage ihn nochmal danach.

> 3.: Nase mit Kochsalzlösung spülen. Am besten kaufst Du
> Dir in der Apotheke eine "Nasendusche". Welches Salz Du nimmst, ist
> eigentlich wurscht - es muss nur eine isotonische Lösung sein, was Du
> mit etwa 9g Kochsalz pro liter erreichst. Vin "Emser" gibtes
> praktische Portionsbeutelchen, die jeweils für eine Spülung mit 250ml
> reichen - das lassen die sich aber ziemlich gut bezahlen.

Über eine Nasendusche verfüge ich bereits - das hatte ich vergessen zu
erwähnen.


Gruß,

Consuelo

Thomas Sieler

unread,
Feb 7, 2006, 3:55:13 AM2/7/06
to
Also ich kann nur zustimmen Gelomyrtol (forte) ist wirklich eine gute Sache,
sobald ich spüre es wird ein "richtiger Schnupfen" der dann auch die
Nasennebenhöhlen arg einbezieht, nehme ich das Gelomyrtol schon
prophylaktisch.
Neben Nasenscheidewand OP wäre auswandern nach z.B. Griechenland
eine gute Lösung...:-)

Gruß Tom

Christina Schneider

unread,
Feb 7, 2006, 9:38:26 AM2/7/06
to
Hallo Consuelo,

so ein ähnliches Problem habe ich auch, dann hat mir eine Freundin mal
dieses Buch

http://deutschesfachbuch.de/info/detail.php?isbn=3825504506

geschenkt. Darin werden die psychosomatischen Ursachen einiger
Krankheiten beschrieben. Ich will nicht sagen, daß es immer zutreffen
muß, daß eine Krankheit psychosomatische Ursachen hat, aber wenn
sonstige Behandlungsansätze nichts nutzen - schaden kann es ja nicht,
sich darüber zu infomieren.

Z.B. wird in diesem Buch beschrieben, daß Menschen, die oft Probleme
mit den Nasennebenhölen haben, möglicherweise im wahrsten Sinne des
Wortes "die Nase voll" haben von einigen ihrer Lebensumstände.
Dann wählt der Körper ein Organ um einen darauf aufmerksam zu machen,
daß etwas mit dem eigenen Leben nicht stimmt, das kann dann eine
Schwachstelle sein, und genau an der bricht dann die Krankheit aus.

Dann habe ich mich auch in Richtung Ayurveda informiert und gelesen,
daß ich ein so genannter "Pitta" - Typ bin, was bedeutet, daß
Entzündungen bei mir häufiger auftreten, was man aber z.B. mit der
richtigen Ernährung ausgleichen kann (nicht zu scharf, viel süßes
Obst, Reis). Diese Empfehlungen stimmen übrigens auch überein mit den
Empfehlungen, die die chinesische Medizin zu Entzündungen gibt:
Entzündungen entstehen demnach durch zu viel Hitze im Körper, und die
wird eben durch die falschen Gewürze wie Chili, Pfeffer etc. noch
verstärkt.

Schließlich ist es auch nützlich beim HNO - Arzt nach
Mikrowellenbestrahlung zu fragen. I.d.R. sind dabei sechs bis 12
Sitzungen à 10 Minuten notwendig.

Als Medikamente und sonst noch für nützlich halte ich: Sinupret
Tabletten, zusätzlich Kopfdampfbäder mit einigen Tropfen Teebaumöl
oder Kamillosan, tägliche Nasenspülungen mit Kochsalzlösung
(Nasenspülgeräte gibt es z.b. von Emcur), dann für die Abwehrkräft
Echinacea-Ratiopharm (hat den höchsten Wirkstoffanteil aller
Tablettenpräparate) und dann natürlich viel Schlaf und kein Nikotin.


Grüße,
Xiu

Elke Schwarz

unread,
Feb 8, 2006, 5:22:54 AM2/8/06
to
<zitat>

Z.B. wird in diesem Buch beschrieben, daß Menschen, die oft Probleme
mit den Nasennebenhölen haben, möglicherweise im wahrsten Sinne des
Wortes "die Nase voll" haben von einigen ihrer Lebensumstände.
Dann wählt der Körper ein Organ um einen darauf aufmerksam zu machen,
daß etwas mit dem eigenen Leben nicht stimmt, das kann dann eine
Schwachstelle sein, und genau an der bricht dann die Krankheit aus.
</zitat>

kann ich bestätigen! An der Psychosache ist was dran. Ich habe einfach keine
Luft gekriegt! Stress scheint die Abwehr zu schwächen, jenachdem, wo man
seine schwache Stelle hat. Entweder ich hatte gaaanz schlimme Halsentzündung
oder NNH, bin dann immer auch zum Durchspülen beim HNO gewesen
*iiiiiiiiiiii*. Kurzwellenbestrahlung habe ich früher auch bekommen (kann
nicht wirklich behaupten, dass es geholfen hat), später dann eher
Antibiotika.
Seit mind. 10 Jahren hatte ich es nicht mehr. Mir geht es super (kein Stress
mehr) Ich fahre seitdem auch bei Wind und Wetter 8 km mit dem Fahrrad zur
Arbeit - möglich, dass dadurch eine Abhärtung stattgefunden hat.
Allerdings muss ich immer ein Taschentuch bei mir haben, da ich etwas
schnüffelig bin (Langzeitschaden?).
Von den ganzen Sprays und Spülungen halte ich persönlich wenig, da es mich
(oder meine Nasenschleimhäute) eher belasten. Dampfbäder sind super und
Vitamine sowieso.
Vorallem an der Sache mit der Stressbewältigung ist auf jeden Fall was dran!

Elke


Elke Schwarz

unread,
Feb 8, 2006, 5:25:35 AM2/8/06
to
> Darüber hinaus wäre ich noch für Tips dankbar, was ich so alles
> präventiv gegen eine Sinusitis tun könnte.

auch wenns blöd aussieht: Immer eine Mütze aufsetzen (na so ab 8 Grad Plus
dann nicht mehr) und ware Schuhe/Socken.
Warmer Kopf ist wichtig. Sport treiben an der frischen Luft auch. Und
versuche, dich nicht so doll auf das Problem zu konzentrieren ;)
Elke


Heinz Gutschner

unread,
Feb 8, 2006, 5:45:28 AM2/8/06
to

"Christina Schneider" <ChrS...@web.de> schrieb im Newsbeitrag

>Z.B. wird in diesem Buch beschrieben, daß Menschen, die oft Probleme
>mit den Nasennebenhölen haben, möglicherweise im wahrsten Sinne des
>Wortes "die Nase voll" haben von einigen ihrer Lebensumstände.

Daraus lassen sich zwei Fragen ableiten:
Wie überträgt sich eine Befindlichkeitsstörung etc auf die Nasenschleimhaut,
dh. wie erfährt die Nasenschleimhaut, dass du dich unwohl fühlst und dass
sie nun eine Fehlfunktion oder Überfunktion zeigen soll?
"Die Nase vollhaben" ist ein Ausdruck, den wir in der deutschen Sprache
finden. Wie ist das im Französischen, im Spanischen, in Suaheli etc? Oder
anders: aus einer sprachlichen Formulierung auf biologisch und biochemische
Prozesse zu schließen zäumt das Pferde beim Schwanze auf

Grüße
Heinz

Elke Schwarz

unread,
Feb 8, 2006, 6:30:59 AM2/8/06
to
> dh. wie erfährt die Nasenschleimhaut, dass du dich unwohl fühlst und dass
> sie nun eine Fehlfunktion oder Überfunktion zeigen soll?

genauso, wie die Magenschleimhaut vom Ärger erfährt? Das gibt dann
Gastritis - habe ich selbst erlebt! Das ist doch alles sensibel. Da enden
viele Nerven. Die Abwehr ist gestört und die Bakterien vermehren sich
besser. Ich würde es nicht als Fehlfunktion bezeichnen, eher als
Anfälligkeit.

> "Die Nase vollhaben" ist ein Ausdruck, den wir in der deutschen Sprache
> finden. Wie ist das im Französischen, im Spanischen, in Suaheli etc? Oder
> anders: aus einer sprachlichen Formulierung auf biologisch und
biochemische
> Prozesse zu schließen zäumt das Pferde beim Schwanze auf

Diese Sprachen kann ich nicht. Da gibt es sicherlich andere bildhafte
Ausdrücke.
Denk mal an den Kloß im Hals! Hat doch jeder schon mal gehabt?!
Und was ist mit dem Rücken? Viele unter Rückenproblemen Leidende tragen ihre
Last buchstäblich auf dem Rücken. Das ist ein gut Teil Psycho dabei, mal
abgesehen von Muskelschwäche und so. Die sind einfach verkrampft und daher
(natürlich nicht nur daher) Schmerzen (Entschuldigung für meine laienhafte
Ausdrucksweise).
Elke


Heinz Gutschner

unread,
Feb 8, 2006, 6:43:03 AM2/8/06
to

"Elke Schwarz" <elke.s...@blue-cable.de> schrieb im Newsbeitrag
news:dsck8f$ked$1...@lnews.rz.hu-berlin.de...

>> dh. wie erfährt die Nasenschleimhaut, dass du dich unwohl fühlst und dass
>> sie nun eine Fehlfunktion oder Überfunktion zeigen soll?
>
> genauso, wie die Magenschleimhaut vom Ärger erfährt?

Sorry, ich hab eine Frage bezüglich der Schleimhaut in der Nase gestellt.
Die Innervierung des Magen-Darm-Trakts ist intrinsisch, der regelt sich von
selbst. Das autonome Nervensytem, also Sympathikus und sein Partner
Parasympathikus modulieren hier "nur".
Ich wollte auch nicht etwa über die H.p.-Gastritis etc. reden, sondern über
die Sinusitis. Nochmals: wie soll das vor sich gehen, wenn ich aufgrund
"störender" Lebensumstände eine Sinusitis bekomm? Die Tatsache, dass dort
Nerven enden oder beginnen erklärt nichts


Das gibt dann
> Gastritis - habe ich selbst erlebt! Das ist doch alles sensibel. Da enden
> viele Nerven. Die Abwehr ist gestört und die Bakterien vermehren sich
> besser.

Na, allzu viele Bakterien fühlen sich bei diesem pH nicht wohl. Selbst
unserem Dauerbewohner Helicobacter pylori, der sich auf diesen Säuregehalt
spezialisiert hat, verträgt eine zu saure Umgebung auch nicht. Kannst du mir
erklären, wie die Abwehr im Magen (nicht) funktioniert, wenn ich
Befindlichkeitsstörungen habe? Und was das mit "alles ist sensibel" zu tun
hat?

>
> Diese Sprachen kann ich nicht. Da gibt es sicherlich andere bildhafte
> Ausdrücke.

Natürlich, aber ganz andere!

Nochmals: unsere Sprache ist ein kulturelles Produkt und ist somit kein
Spiegel physikalischer, chemischer und biologischer Vorgänge.

> Denk mal an den Kloß im Hals! Hat doch jeder schon mal gehabt?!

Ja, damit wird ein Zustand beschrieben, nicht aber erklärt


> Und was ist mit dem Rücken? Viele unter Rückenproblemen Leidende tragen
> ihre
> Last buchstäblich auf dem Rücken. Das ist ein gut Teil Psycho dabei

Welcher?

, mal
> abgesehen von Muskelschwäche und so

Ja, abgesehen

. Die sind einfach verkrampft und daher
> (natürlich nicht nur daher) Schmerzen (Entschuldigung für meine laienhafte
> Ausdrucksweise).

Es geht nicht um laienhafte Ausdrucksweise. Mir gehts um den Inhalt.


Heinz


Elke Schwarz

unread,
Feb 8, 2006, 9:46:48 AM2/8/06
to

"Heinz Gutschner" <heinz.g...@aon.at> schrieb im Newsbeitrag
news:43e9d947$0$6920$91ce...@newsreader02.highway.telekom.at...

>
> "Elke Schwarz" <elke.s...@blue-cable.de> schrieb im Newsbeitrag
> news:dsck8f$ked$1...@lnews.rz.hu-berlin.de...
> >> dh. wie erfährt die Nasenschleimhaut, dass du dich unwohl fühlst und
dass
> >> sie nun eine Fehlfunktion oder Überfunktion zeigen soll?
> >
> > genauso, wie die Magenschleimhaut vom Ärger erfährt?
>
> Sorry, ich hab eine Frage bezüglich der Schleimhaut in der Nase gestellt.

Ich ziehe eine Parallele bezüglich der einen möglichen Ursache in Form von
psychoszoialem Stress bei der Entstehung einer Gastritis und einer Reizung
der Nasenschleimhaut/Nebenhöhlen aufgrund der Besiedelung mit Bakterien
aufgrund einer stressbedingten Herabsetzung der körpereigenen Abwehr. Diese
Absicht habe ich versucht mit der Formulierung "genauso, wie" auszudrücken
versucht. Ich dachte, es ist allgemein bekannt, dass man durch Ärger (resp.
Stress) eine Magenschleimhautreizung bekommen kann. Man sagt ja auch "es hat
mir auf den Magen geschlagen".
Natürlich gibt es noch andere Ursachen (organische z.B.).

> Ich wollte auch nicht etwa über die H.p.-Gastritis etc. reden, sondern
über
> die Sinusitis. Nochmals: wie soll das vor sich gehen, wenn ich aufgrund
> "störender" Lebensumstände eine Sinusitis bekomm? Die Tatsache, dass dort
> Nerven enden oder beginnen erklärt nichts

Nochmals: Herabsetzung der körpereigenen Abwehr durch Stress (welche Art von
Stress ist egal), dann Vermehrung der Bakterien und Viren an der
geeignetsten oder schwächsten Stelle bzw. an Eintrittspforte (ebenda NNH).
Die geschädigte Schleimhaut ist anfälliger, dadurch immer wieder
Neuerkrankung bzw. Rückfall.

>
> Das gibt dann
> > Gastritis - habe ich selbst erlebt! Das ist doch alles sensibel. Da
enden
> > viele Nerven. Die Abwehr ist gestört und die Bakterien vermehren sich
> > besser.
>
> Na, allzu viele Bakterien fühlen sich bei diesem pH nicht wohl. Selbst
> unserem Dauerbewohner Helicobacter pylori, der sich auf diesen Säuregehalt
> spezialisiert hat, verträgt eine zu saure Umgebung auch nicht. Kannst du
mir
> erklären, wie die Abwehr im Magen (nicht) funktioniert, wenn ich
> Befindlichkeitsstörungen habe? Und was das mit "alles ist sensibel" zu tun
> hat?

Sensibel bedeutet "empfindungsfähig", "die Sensibilität betreffend" bzw.
"auf den empfindenden Teil des Nervenssytems bezogen" (Quelle Internet).
Mit sensibel meine ich demzufolge: empfindlich, empfindsam, man kann mit
ihnen wahrnehmen, sie reagieren auf Stress - durch Stress kann die
Schutzfunktion der Schleimhäute (egal wo) herabgesetzt werden, z.B. durch
Verdickung des Sekrets (Nasenschleimhaut) und anschließen kann eine
Besiedlung mit Viren od. Bakterien erfolgen --> NNH-Entzündung oder bei
einer Gastritis der Fakt, dass durch Stress die Schutzschicht der
Schleimhaut zerstört wird und dann auch Heliobakter (sofern vorhanden) die
Oberhand gewinnen kann.


> > Diese Sprachen kann ich nicht. Da gibt es sicherlich andere bildhafte
> > Ausdrücke.
> Natürlich, aber ganz andere!

Na und wenn schon. Was haben andere Sprachen hiermit zu tun? Auf jeden Fall
kann man, sollte man aber nicht, deren Redewendungen nicht wörtlich
übersetzen.

> Nochmals: unsere Sprache ist ein kulturelles Produkt und ist somit kein
> Spiegel physikalischer, chemischer und biologischer Vorgänge.

Fall 1: Aha, wenn ich sage "ich habe die Nase voll" und sie ist leer, habe
ich also gelogen ... ;) Aber siehe: Es ist nur eine Redewendung.
Fall 2: Manchmal ist sie ja zufällig auch wirklich voll, dann trifft die
Redewendung im doppelten Sinn (im übertragenen und im wahren) zu.

Niemand hat behauptet, die Bedeutung der Redewendung "Nase voll" liegt
ausschließlich im Beschreiben eines die Nase betreffenden
biologisch-biochemischen Prozesses (außer dir). Ich ordne die Formulierung
von Christina eindeutig Fall 2 zu ;)

Mit "Nase voll" ist also nicht in jedem Fall der Schnodder gemeint. Es
bedeutet "ich habe genug". Manchmal trifft auch beides zu, und zwar im
direkten Zusammenhang (s.u.), das wollte Christina wohl ausdrücken, so habe
ich es jedenfalls verstanden.

> > Denk mal an den Kloß im Hals! Hat doch jeder schon mal gehabt?!
>
> Ja, damit wird ein Zustand beschrieben, nicht aber erklärt

Warum sollte er (der Zustand) erklärt werden?
Es ist allgemein üblich, Redewendungen im übertragenen Sinn zu verstehen,
würde man sie wörtlich nehmen, wären sie ja keine Redewendungen mehr. Wie
und warum willst du eine Erklärung (im medizinischen Sinn oder was?) in
eine Redenswendung unterbringen?

> > Und was ist mit dem Rücken? Viele unter Rückenproblemen Leidende tragen
> > ihre
> > Last buchstäblich auf dem Rücken. Das ist ein gut Teil Psycho dabei
>
> Welcher?

Sie tragen natürlich keine echten Lasten in Form von Gewichten - gemeint
ist, dass die psychosomatische Ursache der Rückenprobleme eine nicht zu
unterschätzende, zu beachtende, gewisse, wichtige Rolle spielt (leider habe
ich keine genauen Prozentzahlen parat) - diesen Umfang des Anteils der
psychosomatischen Ursachen) wollte ich mit "ein gut Teil" ausdrücken.

> Es geht nicht um laienhafte Ausdrucksweise. Mir gehts um den Inhalt.

Zu knappe Wortwahl lässt offensichtlich Inhalte in anderem Licht erscheinen.
Ich hoffe, ich war diesmal ausfühlicher.
E.


Heinz Gutschner

unread,
Feb 8, 2006, 1:46:51 PM2/8/06
to

"Elke Schwarz" <elke.s...@blue-cable.de> schrieb im Newsbeitrag
news:dscvnk$ngc$1...@lnews.rz.hu-berlin.de...

>
> Ich ziehe eine Parallele bezüglich der einen möglichen Ursache in Form von
> psychoszoialem Stress bei der Entstehung einer Gastritis und einer
> Reizung
> der Nasenschleimhaut/Nebenhöhlen aufgrund der Besiedelung mit Bakterien
> aufgrund einer stressbedingten Herabsetzung der körpereigenen Abwehr.

Das weiß ich und ich bestreite dies

> versucht. Ich dachte, es ist allgemein bekannt, dass man durch Ärger
> (resp.
> Stress) eine Magenschleimhautreizung bekommen kann.

Was allgemein bekannt ist, muss nicht notwendigerweise auch richtig sein


Man sagt ja auch "es hat
> mir auf den Magen geschlagen".

Ein Verslein ist nicht dazu angetan, biochemische Prozesse aufzuhellen


> Natürlich gibt es noch andere Ursachen (organische z.B.).

Mit der gleichen Frivolität erkläre ich, dass es NUR organische Ursachen
sind

>
> Nochmals: Herabsetzung der körpereigenen Abwehr durch Stress (welche Art
> von
> Stress ist egal

Nein, das ist alles andere als egal. Die Rede war nicht von "Stress" im
allgemeinen; noch oben schreibst du von psychosozialen Größen. Mediziner
verstehen unter Stress aber weit mehr, etwa Kälte, Hitze, Schwangerschaft,
Krankheit, Traumen usw. Darum gehts hier ja definitiv nicht

), dann Vermehrung der Bakterien und Viren an der
> geeignetsten oder schwächsten Stelle bzw. an Eintrittspforte (ebenda NNH).
> Die geschädigte Schleimhaut ist anfälliger, dadurch immer wieder
> Neuerkrankung bzw. Rückfall.

Wenn pathophysiologische Vorgänge so einfach wären, wie wär doch die Welt
schön. Vor allem würde sich das Medizinstudium wesentlich erleichtern und
die Dauer des Studiums würde sich mindestens halbieren


>
>
> Sensibel bedeutet "empfindungsfähig", "die Sensibilität betreffend" bzw.
> "auf den empfindenden Teil des Nervenssytems bezogen" (Quelle Internet).

Brav gegoogelt. Verwechsle aber die Begriffe "Sensitivität" und
"Sensibilität" nicht

>
> Schutzfunktion der Schleimhäute (egal wo) herabgesetzt werden, z.B. durch
> Verdickung des Sekrets

Wie funktioniert das?


(Nasenschleimhaut) und anschließen kann eine
> Besiedlung mit Viren od. Bakterien erfolgen --> NNH-Entzündung oder bei
> einer Gastritis der Fakt, dass durch Stress die Schutzschicht der
> Schleimhaut zerstört wird und dann auch Heliobakter (sofern vorhanden) die
> Oberhand gewinnen kann.

Falsch


>
>
>> > Diese Sprachen kann ich nicht. Da gibt es sicherlich andere bildhafte
>> > Ausdrücke.
>> Natürlich, aber ganz andere!
>
> Na und wenn schon. Was haben andere Sprachen hiermit zu tun?

Ich nehm ja nicht an, dass du einen germanischen Zentrismus das Wort redest,
aber aus dem Sinngehalt irgendwelcher deuschsprachigen Verslein auf
(patho)physiologischen Vorgänge zu reden und quasi auf dem jeweiligen
kulturell bestimmten Sprachgehalt eine Diagnose erstellen zu wollen, ist
nicht einsichtig

>>
>> Ja, damit wird ein Zustand beschrieben, nicht aber erklärt
>
> Warum sollte er (der Zustand) erklärt werden?

Weil du das postulierst

> Ich hoffe, ich war diesmal ausfühlicher.

Zumindest länger

HG

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