in letzter Zeit treten meine Adern, an beiden Händen,
besonders hervor wenn ich mich körperlich
betätige (bin 23j.).
Meine Mutter meint, dass wären die Pulsadern und ich sollte
zum Arzt gehen.
Ich denke, dass ist 'schwachsinn' da die Adern ja gleich
unter der Haus liegen und blau sind - aber sicher ist sicher.
Was hat das zu bedeuten?
lg thomas
wieso treten die Adern insb. an den Händen manchmal so deutlich hervor auch
wenn man keine anstrengenden Sachen macht und der Blutdruck in dem Moment
eher niedrig ist (zB 115/70, nachgemessen!)?
Manchmal kommt es mir bei diesen autom. Blutdruckgeräten während des
Messvorgangs vor, als ob mir gleich die Adern (bzw. die Hand) platzen
würden, so stark fühlt sich der Druck an und die Adern kommen wie blaue
Regenwürmer hervor. Obwohl auch hier der angezeigte Blutdruck absolut im
Normalbereich liegt (120/80). Ein anderes Mal tritt dieses Phänomen dann
wieder überhaupt nicht oder nur ganz schwach auf?
Ein Zusammenhang mit Wärme ist mir dabei schon aufgefallen. Sind die Hände
kalt, sieht man keine Adern. Das hängt dann wohl mit der Gesamtdurchblutung
zusammen und die scheint nicht vom Blutdruck abzuhängen, oder?
Gruß
Heiko
Die "Pulsadern" sind die Arterien und die sind nicht auf der Rückseite
der Hand, sondern an der Innenseite des Handgelenks (A.radialis und
A.ulnaris) zu beiden Seiten. Relativ dickwandige Geräte und relativ tief
drin.
Am Handrücken sind Venen. Sehr unterschiedlich gelegen, relativ dünnwandig.
Wenn du dich jetzt körperlich betätigst, dann pumpt das Herz mehr Blut.
Und das muß irgendwie ja wieder zurück zum Herzen. deswegen gehen die
Venen "auf", werden größer. Der Druck in der Venen selbst bleibt in etwa
der gleiche.
Dazu kommt, das dein Körper Hitze produziert, die ja irgendwo weg muß.
Unter anderem dadurch, daß die peripheren Gefäße (die an der
Körperoberfläche) "aufgehen" um eine Kühlung zu erzeugen.
Also, sind keine Pulsadern, sondern ganz normaler Vorgang.
Keine Sorgen machen.
Jochen
AUSSER: Und das ist die Ausnahme, aber sehr unwahrscheinlich und extrem
selten und bei dir nicht der Fall, da die Gefäße ja nicht ständig dick
sind, es gibt einen Kurzschluß zwischen einer großen Arterie mit einer
großen Vene. Dann würde das Gefäß sehr dick und würde Pulsieren. Sehr
dick wäre daumendick. Gibts aber normal selten, wird aber operativ zum
Beispiel bei Dialyse-Patienten (also kaputte Nieren) hergestellt um eine
Möglichkeit zu haben das Blut zu filtern.
Servus.
Das meiste hab ich schon in der anderen Antwort gesagt.
Bei der Blutdruckmessung misst man ja den Druck in den Arterien. Dabei
ist der obere Wert der Druck, bei dem kein Blut mehr durch die Arterie
fliesst. Zwischen oberem und unterem Wert wird die Arterie "aufgedrückt"
und es geht Blut durch, das Zusammen"klappen" der Arterie macht dann das
Geräusch (Korotkoff, so heißts. Anm für die Cracks: Ich weiß, das da
noch Streitpunkte bestehen, weil so genau weiß man noch nicht wo das
Geräusch herkommt. Aber für die Erklärung reichts). Der untere Wert ist
der bei dem selbst der niedrigere Wert die Arterie aufhalten kann.
Normalerweise etwa 120/80 in etwa. So, aber in den Venen herrscht ein
ganz anderer druck. So etwa 10 Milimeter Quecksilber, wenns hoch ist.
(Noch eine Anmerkung für die Cracks: ich weiß den wert nicht mehr so
genau, aber irgendwo da ist er)
Also deutlich darunter. Und das heißt, daß bei der Messung des
Blutdrucks zwar Blut in den Arm/die Hand fließt, aber nicht mehr zurück
kann, weil die Venen durch die Messung zusammengedrückt sind. Das Blut
staut sich in den Venen, sie werden dick und könne weh tun.
Der füllungszustand der venen hängt von einer ganzen Reihe von Faktoren
ab und wird auch durch eine Reihe von Vorgängen gesteuert, zum Beipiel
Temperatur. Wenn viel Blut zu Hand fließt muß auch viel zurück. Wenn es
jetzt warm ist, wird dieses Blut über die oberflächlichen Venen
zurückgeführt und sie treten hervor, damit wird ein Kühleffekt erzeugt.
Wenn es kalt ist, geht das Blut über tiefe Venen zurück und sie sind
eben nicht oder kaum zu sehen und die Wärme wird erhalten.
Coole Sache, oder?
Jochen
> Ein Zusammenhang mit Wärme ist mir dabei schon aufgefallen. Sind die
> Hände kalt, sieht man keine Adern. Das hängt dann wohl mit der
> Gesamtdurchblutung zusammen und die scheint nicht vom Blutdruck
> abzuhängen, oder?
Hallo Heiko,
Ich habe ganz genau dieselben Beobachtungen gemacht wie Du (ich muss
täglich Blutdruck messen).
Der Zusammenhang mit der Temperatur ist mir ebenfalls aufgefallen, wenn
es warm ist, sind die Adern wesentlich besser sichtbar. Extrem arg (und
_sehr_ schmerzhaft!) war das, als man mir während eines KH-Aufenthaltes
im Sommer einen Zugang am Handrücken legte. Jedesmal, wenn Blutdruck
gemessen wurde, dachte ich, ich müsste vor Schmerzen jaulen....
Das änderte sich erst, als der Venen-Zugang vom Handrücken in die
Ellenbogenbeuge verlegt wurde. Eine "mitfühlende" Schwester sagte mir
dazu, dass die Zugänge am Handrücken meist nur wegen Bequemlichkeit des
Personals gelegt würden (man findet die Venen dort ja leichter), diese
seien aber im allgemeinen wesentlich schmerzhafter für den Patienten.
Ich habe zu diesen Beobachtungen auch schon einige Ärzte befragt und
die erklärten mir, bei mir sei das Anschwellen der Venen im
Zusammenhang mit einer angeborenen Bindegewebsschwäche zu erklären. Bei
Menschen mit schwachem Bindegewebe wären die Venen - ganz besonders die
am Handrücken - vor allem bei Wärme besonders stark sichtbar.
Damit erklärten sie auch, dass bei mir in der warmen Jahreszeit die
Füsse sehr leicht und leider auch stark anschwellen.
Liebe Grüsse
Eva
ich bin 24 und hab das auch öfter. das lustige ist auch, dass ich eine der
venen, wenn sie richtig dick ist, mit dem finger verschieben kann. es klappt
sogar, dass ich nur durch fingerbewegung der gleichen hand (dadurch bewegen
sich ja die knochen im handrücken und drücken die vene mal nach links, mal
nach rechts) die vene (so ein teilstück von 2 cm) hin und her tanzen lassen
kann.
fühlt sich auch irgendwie krass an ;)
das nur so nebenbei
jana
Eva Klasna wrote:
> Das änderte sich erst, als der Venen-Zugang vom Handrücken in die
> Ellenbogenbeuge verlegt wurde. Eine "mitfühlende" Schwester sagte mir
> dazu, dass die Zugänge am Handrücken meist nur wegen Bequemlichkeit des
> Personals gelegt würden (man findet die Venen dort ja leichter), diese
> seien aber im allgemeinen wesentlich schmerzhafter für den Patienten.
Sorry, aber da muß ich der Schwester widersprechen. Im Normalfall ist es
nämlich so, daß die Venen in der Ellenbeuge deutlich einfach zu treffen
sind. In der Ellenbeuge ist aber meistens eine Arterie dicht an der
Vene, man läuft also gefahr diese zu punktieren. bei einer Reihe von
Medikamenten (Trapanal wäre eins davon) ist die arterielle gabe aber ein
absolutes NO-NO. Das das eine. Zum anderen kann auch noch der Zugang in
der Ellenbeuge durch abknicken des Ellenbogens leicht mit abgeknickt
werden (nebenbei, um das mal auszuräumen, in der vene ist meistens nur
noch ein Plastikschlauch, keine Metall) und damit eben nicht mehr läuft.
Der Zugang in der Ellenbeuge ist (oder besser sollte) im Krankenhaus nur
als Notlösung benutzt werden. Oder im Notfall, aber da gehts um was
anderes. (Im Notfall zählt die V.cubitalis (die in der Ellenbeuge) als
Pseudo-Zentral, also näher am Herzen, und wird da deswegen genommen. Im
Notfall legt man die zugänge auch in den Hals (V.jugularis ext.) Nicht
zu verwechseln mit einem Zentralen Zugang, der direkt vors Herz geht,
das ist wieder was anderes.)
Tut mehr weh, das ja, aber ist der sicherere Zugang und kann weniger
schief gehen.
>
> Ich habe zu diesen Beobachtungen auch schon einige Ärzte befragt und
> die erklärten mir, bei mir sei das Anschwellen der Venen im
> Zusammenhang mit einer angeborenen Bindegewebsschwäche zu erklären. Bei
> Menschen mit schwachem Bindegewebe wären die Venen - ganz besonders die
> am Handrücken - vor allem bei Wärme besonders stark sichtbar.
>
> Damit erklärten sie auch, dass bei mir in der warmen Jahreszeit die
> Füsse sehr leicht und leider auch stark anschwellen.
>
> Liebe Grüsse
> Eva
Im Endeffekt läuft es darauf hinaus, der eine hats mehr der andere
weniger. Jedem schwellen zu einem gewissen Grad die Beine an. (Jeder
Skifahrer weiß das) Wenn dann natürlich noch eine Bindegewebsschwäche
dazu kommt, wird es noch mehr.
Aber in einem gewissen Maß hats jeder.
Jochen
>
> Sorry, aber da muß ich der Schwester widersprechen. Im Normalfall ist
> es nämlich so, daß die Venen in der Ellenbeuge deutlich einfach zu
> treffen sind. .....(...)
Hallo Jochen,
Danke für Deine ausführlichen Erklärungen. Schon wieder was dazu
gelernt...*g*
> Der Zugang in der Ellenbeuge ist (oder
> besser sollte) im Krankenhaus nur als Notlösung benutzt werden.
Die beste Lösung fand ich persönlich den Zugang an der Vene am Unterarm
(da sind einige bei mir sehr gut sichtbar), der war am wenigstens
schmerzhaft und dabei bestand auch keine Gefahr des Knickens. Ich hatte
sowieso immer Angst, des nachts den Arm zu bewegen, damit da nichts
passieren kann.
> Tut mehr weh, das ja, aber ist der sicherere Zugang und kann weniger
> schief gehen.
Ich bin - warum, weiss ich nicht - ganz besonders am Handrücken und an
den Schienbeinen extrem schmerzemfpindlich. Einen Zugang am Handrücken
lasse ich mir ganz sicher nicht mehr legen (wenn ich noch imstande bin,
das zu äussern *g*).
> Im Endeffekt läuft es darauf hinaus, der eine hats mehr der andere
> weniger. Jedem schwellen zu einem gewissen Grad die Beine an. (Jeder
> Skifahrer weiß das) Wenn dann natürlich noch eine Bindegewebsschwäche
> dazu kommt, wird es noch mehr.
>
> Aber in einem gewissen Maß hats jeder.
Trotzdem ist es sehr unangenehm, wenn man im Sommer die Schuhgrösse
manchmal um 1 bis 2 Nummern raufsetzen muss :-( Und hässlich ist es
ausserdem noch.
Liebe Grüsse
Eva
"Heiko Lang" <no-e...@gmx.de> wrote:
> Manchmal kommt es mir bei diesen autom. Blutdruckgeräten während
> des Messvorgangs vor, als ob mir gleich die Adern (bzw. die Hand)
> platzen würden, so stark fühlt sich der Druck an und die Adern
> kommen wie blaue Regenwürmer hervor. Obwohl auch hier der
> angezeigte Blutdruck absolut im Normalbereich liegt (120/80). Ein
> anderes Mal tritt dieses Phänomen dann wieder überhaupt nicht
> oder nur ganz schwach auf?
Völlig normal: Wenn der Druck in der Manschette langsam sinkt, liegt
er eine Zeitlang unter dem systolischen arteriellen Blutdruck (dem
"Oberwert"), aber immer noch weit über dem ziemlich geringen
Venendruck. Die Arterie, die Blut in den Arm befördert, ist also
nicht mehr vollständig zugedrückt => Blut fließt in den Arm. Die
Venen sind aber noch zugedrückt => Blut kommt aus dem Arm nicht
raus. Infolgedessen werden die Venen voller und voller und treten
hervor (wie bei der Staubinde für Blutentnahmen). Der Effekt ist
natürlich um so stärker, je länger das Gerät zum Messen braucht -
und das variiert halt.
>
> Ein Zusammenhang mit Wärme ist mir dabei schon aufgefallen. Sind
> die Hände kalt, sieht man keine Adern. Das hängt dann wohl mit
> der Gesamtdurchblutung zusammen und die scheint nicht vom
> Blutdruck abzuhängen, oder?
>
In warmer Umgebung muß der Körper natürlich vermehrt Wärme abführen,
um seine Temperatur konstant zu halten. Das macht er unter anderem,
indem die Extremitäten als "Kühlkörper" benutzt werden: Die
Durchblutung wird gesteigert (viel warmes Blut in die Peripherie),
damit mehr Wärmeaustausch stattfindet. Also auch völlig normal.
hth
Michael
Eva Klasna wrote:
> Die beste Lösung fand ich persönlich den Zugang an der Vene am Unterarm
> (da sind einige bei mir sehr gut sichtbar), der war am wenigstens
> schmerzhaft und dabei bestand auch keine Gefahr des Knickens. Ich hatte
> sowieso immer Angst, des nachts den Arm zu bewegen, damit da nichts
> passieren kann.
Wenn der Unterarm Venen hergibt, dann sind die auch gut. Aber da hats
öfters mal keine, die sich treffen ließen.
> Ich bin - warum, weiss ich nicht - ganz besonders am Handrücken und an
> den Schienbeinen extrem schmerzemfpindlich. Einen Zugang am Handrücken
> lasse ich mir ganz sicher nicht mehr legen (wenn ich noch imstande bin,
> das zu äussern *g*).
Wenn du nicht gefragt werden kannst, wird eh die in der Ellenbeuge oder
noch eine größere genommen. Weil, dann ist ja Notfall.
Nuja.
Jochen