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Kopfschuss

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Fritz Weber

unread,
Mar 21, 2004, 12:53:03 PM3/21/04
to
Guten Tag!

Ich hoffe, das ist die passende Newsgroup für diese Frage (doch wer
sollte sie besser beantworten können als ein Mediziner?); wenn nicht,
bitte ich um einen kurzen Hinweis.

Wie sieht denn der "perfekte" Selbstmord bzw. Kopfschuss aus? Ich habe
schon vieles darüber gehört, es hat sogar schon einen Künstler
gegeben, der in einem Kunstwerk beschreibt, wo ein Schuss am
"sichersten" wirkt. Da gibts ja die Möglichkeit der Schläfe, direkt
frontal auf die Stirn oder sogar durch den Mund. Ist es wichtig,
welche Hirnregion getroffen wird, oder reicht da schon ein irgendein
Treffer ins Hirn (z.B. mit 900ms Geschwindigkeit)? Wie gestaltet sich
so eine Aktion am qualvollsten, wie am schmerzlosesten/schnellsten?

Entschuldigung für diese etwas makabre Tabu-Frage, doch stelle ich mir
diese Frage schon seit längerem und habe auch schon viele verschiedene
Sachen dazu gehört. Jedenfalls stelle sie aus purem Interesse; hab'
natürlich keine Selbstmord/Mordpläne :-)

mfg
fritz

Ignaz Schmucki

unread,
Mar 21, 2004, 1:00:46 PM3/21/04
to

Fritz Weber schrieb:

> Wie sieht denn der "perfekte" Selbstmord bzw. Kopfschuss aus?

Perfekt ist dein Selbstmord dann, wenn du hinterher tot bist und die
Leute, die putzen müssen, was von dir zum Himmel stinkt oder unter der
Wohnungstür durchfliesst, nicht das Kotzen kriegen.


Probiers doch einfach einmal und dann lass uns an deinen Erkenntnissen
teilhaben.


I.

--
ignaz schmucki ~ CH 3600 thun
http://www.igu.ch

Thomas Heier

unread,
Mar 21, 2004, 1:11:07 PM3/21/04
to
Fritz Weber <fritz...@hotpop.com> wrote:

> der reicht da schon ein irgendein
> Treffer ins Hirn (z.B. mit 900ms Geschwindigkeit)?

Seit wann werden Geschwindigkeiten mit Zeiteinheiten (ausschließlich)
angegeben?

--
Gruß aus Schleswig-Holstein, dem Land zwischen den Horizonten.

Holger Korn

unread,
Mar 21, 2004, 1:28:37 PM3/21/04
to
fritz...@hotpop.com schrieb am 21 Mar 2004 09:53:03 -0800:


> Wie sieht denn der "perfekte" Selbstmord bzw. Kopfschuss aus? Ich habe

je nachdem welchen Zweck dieser erfüllen soll.


- möglichst viel Aufmerksamkeit erregen und vor allem auch in den Medien
erscheinen und dabei der Nachwelt viel Aufräumarbeit bereiten.
- möglichst sauber und unauffällig sein (dass nichtmal bemerkt wird,
dass es ein Selbstmord war)
- nur Aufmerksamkeit erregen und möglichst ohne bleibende Schäden
gerettet werden (ist dann kein echter Selbstmord).


Aber Kopfschuss fällt hierbei wohl in die obere Kategorie, denn sauber
geht das nicht und wenn dieser missglückt gibt es meist bleibende
Schäden im Überlebensfall.

--
cu |_|
|olger

Mario Zeller

unread,
Mar 21, 2004, 1:54:08 PM3/21/04
to
Fritz Weber wrote:
[Kopfschuss]

> "sichersten" wirkt. Da gibts ja die Möglichkeit der Schläfe, direkt
> frontal auf die Stirn oder sogar durch den Mund. Ist es wichtig,
> welche Hirnregion getroffen wird, oder reicht da schon ein irgendein
> Treffer ins Hirn (z.B. mit 900ms Geschwindigkeit)? Wie gestaltet sich

Also ich habe mal gelesen, dass man das Stammhirn treffen sollte, also
von vorne knapp unter der Nase reinschiessen. Auf die Stirn triffst du
das Großhirn, das wenn es dummläuft nur geschädigt ist und du dann am
Ende blind bist oder Ähnliches. Bin aber kein Mediziner, deshalb kann
ich nicht sagen, ob das so stimmt und ich habe ehrlich gesagt auch keine
Lust, es herauszufinden ;-)

Gruß,
-Mario

Boris Zivkovic

unread,
Mar 21, 2004, 2:56:31 PM3/21/04
to
Fritz Weber schrieb:

> Wie sieht denn der "perfekte" Selbstmord bzw. Kopfschuss aus?

IMHO ist keine Selbstmord perfekt. Das ist paradox. Um mit Sicherheit
abzuleben, empfiehlt es sich, die Schusswaffe in den Mund einzuführen, und
somit die Medulla oblongata an die hinterliegende Tapete zu pusten. Schon
hat sich was mit Atmung.

> Entschuldigung für diese etwas makabre Tabu-Frage, doch stelle ich mir

> diese Frage schon seit längerem[...]

Soviel Zeit hätte ich auch mal gerne.

> mfg
> fritz

Zivko

daniel glanzer

unread,
Mar 21, 2004, 5:31:46 PM3/21/04
to

hallo,

wenn du einen guten Magen hast, kannst du dir einige Bilder
auf www.rotten.com ansehen.

Oft kann man recht gut erkennen, wo die Waffe angesetzt wurde,
und wo wie Kugeln wieder ausgetreten ist ;-)


daniel

g-dog

unread,
Mar 21, 2004, 6:29:18 PM3/21/04
to
Es gibt ja den bekannten Fall von Phineas Cage (Gage?), dem im 19.Jh.
bei einer Sprengung ein nicht gerade dünner Stahlbolzen durch die
Augenhöhle den Frontallappen durchschlug. Der Mann überlebte, aber -
wie es dann immer so schön in den Lehrbüchern heißt - er entwickelte
sich von einem verantwortungsvollen und sorgsamen Familienvater und
Mitbürger in einen unberechenbaren Delinquenten. (Geht das auch
andersherum?). Das Gehirn selbst besitzt übrigens keine
Schmerzrezeptoren (Kopfschmerzen entstehen wahrscheinlich durch
Schmerzrezeptoren an Blutgefäßen im Kopf).
gruss, gdog

Boris Zivkovic

unread,
Mar 21, 2004, 6:40:49 PM3/21/04
to
Am 21 Mar 2004 15:29:18 -0800 schrieb g-dog:

> (Geht das auch andersherum?)

Sicher, vom Frontallappen durchs Auge :-)

SCNR
Zivko

Cornelia Schneider

unread,
Mar 22, 2004, 4:50:34 AM3/22/04
to
adem...@gmx.de (g-dog) wrote in news:4e165494.0403211529.58a09a0
@posting.google.com:

> er entwickelte
> sich von einem verantwortungsvollen und sorgsamen Familienvater und
> Mitbürger in einen unberechenbaren Delinquenten. (Geht das auch
> andersherum?)

Klar, nur rechtsextrem wählen gehen, dann funzt das schon.

Cornelia

--
Be out and be proud - today is the first day of the rest of your life

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site personnel : http://surf.to/fofol

Fabian Mohnke

unread,
Mar 22, 2004, 4:16:41 PM3/22/04
to
Tach

nur so nebenbei es gibt eleganter, schmerzlosere und vor allem für den
Rettungsdienst angenehmere (ja ich weis ich bin egoistisch ;)), weil
nicht so dreckische Arten abzuleben.

mfg
Fabian

Jasper Riedel

unread,
Mar 22, 2004, 5:29:10 PM3/22/04
to
Fabian Mohnke schrieb


> nur so nebenbei es gibt eleganter, schmerzlosere und vor allem für den
> Rettungsdienst angenehmere (ja ich weis ich bin egoistisch ;)), weil
> nicht so dreckische Arten abzuleben.

Ja? Welche denn?

Gruss


Gerti Koenig

unread,
Mar 23, 2004, 1:29:11 PM3/23/04
to
Hallo,

> nur so nebenbei es gibt eleganter, schmerzlosere und vor allem für den
> Rettungsdienst angenehmere (ja ich weis ich bin egoistisch ;)), weil
> nicht so dreckische Arten abzuleben.

da kann ich Fabian nur zustimmen.

Mein Mann ist Lokführer bei der Bahn und da gibt es immer wieder solche
"Helden" die es toll finden sich vor einen Zug zu stellen, legen oder....
Am Besten schaut man dann dem Lokführer noch in die Augen so wie bei meinem
Mann. Der Lokführer hat draussen auf freier Strecke keine Chance
"rechtzeitig" zum Stehen zu kommen und muss nachher damit fertig werden
einen Menschen getötet zu haben.
Grüsse Gerti


Susie Krause

unread,
Mar 23, 2004, 2:39:59 PM3/23/04
to
"Gerti Koenig" <HG.K...@gmx.de> schrieb:

Huhu!

>Mein Mann ist Lokführer bei der Bahn und da gibt es immer wieder solche
>"Helden" die es toll finden sich vor einen Zug zu stellen, legen oder....
>Am Besten schaut man dann dem Lokführer noch in die Augen so wie bei meinem
>Mann. Der Lokführer hat draussen auf freier Strecke keine Chance
>"rechtzeitig" zum Stehen zu kommen und muss nachher damit fertig werden
>einen Menschen getötet zu haben.

Daran habe ich auch schon oft gedacht, wenn sich wieder so ein
verdammter Idiot vor den Zug geworfen hat, mit dem ich gerne zur
Arbeit, in den Urlaub oder zurück fahren wollte.

Wenn man dann mal so ein paar Stündchen auf der Strecke gestanden hat,
bis der Notarzt da ist, um festzustellen, dass da auch wirklich nichts
mehr lebt... wenn man darauf wartet, dass eine Ersatzlok und vor allem
ein Ersatzlokführer kommen... dann macht man sich auch schon die
Gedanken, wie bescheuert und selbstsüchtig eigentlich jemand sein
muss, der so viele andere Menschen mit seinen kleinen, nichtigen
Selbstmordgelüsten belästigt.

Und vor allem, wie man das einem wilfremden Lokführer antun kann, der
ja nun wirklich nichts dafür kann, dass man sich wie das letzte Stück
Dreck fühlt.

Ich meine, wenn man sich schon unbedingt ins Jenseits befördern muss,
dann sollte man doch den Aufwand und die Beeinträchtigungen für die
Mitmenschen so gering wie möglich halten...

Liebe Grüße und alles Gute für Deinen Mann,

Susie!

Fabian Mohnke

unread,
Mar 23, 2004, 2:58:59 PM3/23/04
to
Susie Krause schrieb:

> Wenn man dann mal so ein paar Stündchen auf der Strecke gestanden hat,
> bis der Notarzt da ist, um festzustellen, dass da auch wirklich nichts
> mehr lebt...

Das liegt weniger am Rettungsdienst/Notarzt und der Todesfeststellung.
Bei "Zusammenstoßen" mit einer Lok erleidet derjenige in der Regel
Verletzungen die mit dem Leben nicht mehr vereinbar sind. Wirklich kein
schöner Anblick. Ähm zurück zum Thema. Zeit wird wenn ich mich recht
entsinne eher für die Aufnahme der Polizei gebraucht ... weil die müssen
ja Fotos machen, Beweise sichern, zeugen befragen und weis der Geier was
noch.

Susie Krause

unread,
Mar 23, 2004, 3:24:39 PM3/23/04
to
Fabian Mohnke <fmo...@web.de> schrieb:


Huhu!

Naja, häufig liegt's einfach daran, dass die viele Selbstmörder sich
irgendwo auf freier Strecke vor den Zug werfen und man da mit dem Auto
nicht vernünftig drankommt. Da brauchen dann alle "Beteiligten" so
ihre Zeit...Ich glaube am längsten dauert es wohl meist, bis die neue
Lok und ein neuer Lokführer da sind.

Liebe Grüße,

Susie!
(die erst kürzlich bei Wuppertal wieder das "Vergnügen" hatte...)

Fabian Mohnke

unread,
Mar 23, 2004, 3:34:31 PM3/23/04
to
Susie Krause schrieb:

> Naja, häufig liegt's einfach daran, dass die viele Selbstmörder sich
> irgendwo auf freier Strecke vor den Zug werfen und man da mit dem Auto
> nicht vernünftig drankommt. Da brauchen dann alle "Beteiligten" so
> ihre Zeit...Ich glaube am längsten dauert es wohl meist, bis die neue
> Lok und ein neuer Lokführer da sind.

Naja man muss halt auch noch warten bis die Bahn den Strom in dem
Gleisabschnitt abgestellt hat, vorher wird sich da nicht dran gegangen.
Eigenschutz geht vor Fremdrettung. Bringt ja nix wenn ich zu jmd
hinlaufe und auf dem Weg dorthin nimmt mich ein anderer Zug mit.

Wenn ich zu so nem Ereigniss komme bin ich meist in Rot/Weiß. Mag daran
liegen das ich so gut wie nie mit der Bahn fahre.

Grüße
Fabian

Wolfgang Broeker

unread,
Mar 23, 2004, 4:26:20 PM3/23/04
to
Susie Krause schrub[tm]:

> Ich glaube am längsten dauert es wohl meist, bis die neue
> Lok und ein neuer Lokführer da sind.

Was ebenfalls lange dauern kann ist die Freigabe der Unfall-
stelle durch die zuständige Staatsanwaltschaft. Die ist bei
einem nicht-natürlichen Tod eines Menschen nunmal erforder-
lich. Es könnte ja auch ein Verbrechen vorliegen.

Gruß - Wolfgang

--
*** Eine der verbreitetsten Krankheiten ***
*** ist die Diagnose. Karl Kraus ***
*** Tue, 23 Mar 2004 22:18 +0100 ***

Wolfgang Broeker

unread,
Mar 23, 2004, 4:26:20 PM3/23/04
to
Susie Krause schrub[tm]:
> verdammter Idiot ...
> wie bescheuert und selbstsüchtig eigentlich jemand sein ...
> muss, der so viele andere Menschen mit seinen kleinen, nichtigen
> Selbstmordgelüsten belästigt. ...

Um es zurückhaltend auszudrücken: Ich finde solche Bemerkungen
ein wenig daneben.

Gruß - Wolfgang

--
*** Eine der verbreitetsten Krankheiten ***
*** ist die Diagnose. Karl Kraus ***

*** Tue, 23 Mar 2004 22:22 +0100 ***

Susie Krause

unread,
Mar 23, 2004, 4:55:10 PM3/23/04
to
Wolfgang Broeker <wolf...@broeker.com> schrieb:

>Susie Krause schrub[tm]:
>> verdammter Idiot ...
>> wie bescheuert und selbstsüchtig eigentlich jemand sein ...
>> muss, der so viele andere Menschen mit seinen kleinen, nichtigen
>> Selbstmordgelüsten belästigt. ...
>
>Um es zurückhaltend auszudrücken: Ich finde solche Bemerkungen
>ein wenig daneben.

Ich nicht. Wenn Du als Berufspendler zu manchen Zeiten (wenn es auf
die Feiertage zugeht, im Frühling, ...) in der Bahn regelmäßig auf
freier Strecke wegen solcher Leute etliche Stunden Deiner Lebenszeit
verwartest, dann teilst Du diese Empfindungen. Besonders schön ist das
zu Feierabend in überfüllten Regionalzügen im Sommer bei 35 Grad Hitze
ohne Sitzplatz, wenn Du nicht weißt, wann es endlich weiter geht...

Jeder kann mit seinem Leben machen, was er will, solange sich der
Schaden für andere Menschen dabei in gewissen Grenzen hält. Aber wer
erstmal soweit ist, dass er meint, sich vor den Zug werfen zu müssen,
der denkt wahrscheinlich nicht mehr soweit. (Wie gesagt, am
schlimmsten finde ich die Situation, in die die Lokführer und generell
das Bahnpersonal dadurch gebracht werden - die werden diesen Anblick
nämlich ihr Leben lang nicht wieder los!)

Liebe Grüße,

Susie!

Joerg Geiger

unread,
Mar 24, 2004, 3:48:41 AM3/24/04
to
Wolfgang Broeker <wolf...@broeker.com> wrote:
> Susie Krause schrub[tm]:
>> verdammter Idiot ...
>> wie bescheuert und selbstsüchtig eigentlich jemand sein ...
>> muss, der so viele andere Menschen mit seinen kleinen, nichtigen
>> Selbstmordgelüsten belästigt. ...

> Um es zurückhaltend auszudrücken: Ich finde solche Bemerkungen
> ein wenig daneben.

Wieso? Ist es nicht selbstsuechtug zu nennen, wenn jemand mit
seinem Selbstmord auch noch einen Mitmenschen bestrafen muss
der nicht mehr verbrochen hat als Lokfuehrer zu sein? Hast Du
Dir schon einmal ueberlegt welche Wirkung das Erlebnis einen Menschen
getoetet zu haben auf einen Menschen hat?


--
Joerg Geiger
joerg_geiger(at)web.de
Wenn weise Maenner nicht irrten, muessten die Narren verzweifeln.
(Goethe, Maximen und Reflexionen)

Silvio Baltrusch

unread,
Mar 24, 2004, 4:09:45 AM3/24/04
to
Susie Krause schrieb:

> Jeder kann mit seinem Leben machen, was er will, solange sich der
> Schaden für andere Menschen dabei in gewissen Grenzen hält. Aber wer
> erstmal soweit ist, dass er meint, sich vor den Zug werfen zu müssen,
> der denkt wahrscheinlich nicht mehr soweit. (Wie gesagt, am
> schlimmsten finde ich die Situation, in die die Lokführer und generell
> das Bahnpersonal dadurch gebracht werden - die werden diesen Anblick
> nämlich ihr Leben lang nicht wieder los!)

<Zynismus>
Immer diese verdammten selbstsüchtigen Selbstmörder, die keine Rücksicht
auf ihre Umwelt nehmen. Und das nur, weil sie ein letztes Mal um
Aufmerksamkeit betteln oder einfach keine andere Möglichkeit gesehen
haben, sich ihres beschissenen Lebens zu entledigen...
</Zynismus>

Ich gebe zu bedenken, dass wir hier von Menschen reden, die nicht etwa
Steinchen auf die Schienen legen, sondern sich selbst, weil sie keinen
Ausweg sehen. Aber das geht uns ja am A... vorbei. Viel wichtiger ist,
dass wir uns belästigt fühlen und nicht pünktlich nach Hause kommen. -
Vielleicht hätte man vorher helfen und somit den Schaden für die anderen
Menschen in gewissen Grenzen halten können.

Und dass ein Lokführer irgendwann während seiner Laufbahn auf einen
Selbstmörder trifft, der sich eben gerne von einem Zug überfahren lassen
möchte, gehört für mich zum Berufsrisiko.

MfG
SB

Mike Sönnecken

unread,
Mar 24, 2004, 5:48:00 AM3/24/04
to
Silvio Baltrusch schrieb:

> <Zynismus>
> Immer diese verdammten selbstsüchtigen Selbstmörder, die keine Rücksicht
> auf ihre Umwelt nehmen. Und das nur, weil sie ein letztes Mal um
> Aufmerksamkeit betteln oder einfach keine andere Möglichkeit gesehen
> haben, sich ihres beschissenen Lebens zu entledigen...
> </Zynismus>

> [...]


> Und dass ein Lokführer irgendwann während seiner Laufbahn auf einen
> Selbstmörder trifft, der sich eben gerne von einem Zug überfahren lassen
> möchte, gehört für mich zum Berufsrisiko.

*Das* ist Zynismus.
Gruß,
Mike

Silvio Baltrusch

unread,
Mar 24, 2004, 7:18:41 AM3/24/04
to
Fritz Weber schrieb:

> Wie sieht denn der "perfekte" Selbstmord bzw. Kopfschuss aus?

Mund mit Flüssigkeit füllen, Lauf der Waffe in den Mund einführen (ohne,
dass die Flüssigkeit den Mund verlässt), Abzug betätigen. Das Ergebnis
sollte sich sehen lassen können.

> Entschuldigung für diese etwas makabre Tabu-Frage, doch stelle ich mir
> diese Frage schon seit längerem und habe auch schon viele verschiedene
> Sachen dazu gehört. Jedenfalls stelle sie aus purem Interesse; hab'
> natürlich keine Selbstmord/Mordpläne :-)

Kann man Dir vertrauen? Ich glaube jedenfalls, dass Du dringend
(psychiatrische) Hilfe benötigst, weil solche Gedankengänge, wie Du sie
geschildert hast, eindeutig pathologischen Charakter haben. Einfach mal
den SPD anrufen und Dein Problem schildern; da werden Sie geholfen.

MfG
SB

Silvio Baltrusch

unread,
Mar 24, 2004, 7:21:34 AM3/24/04
to
Mike Sönnecken schrieb:
> *Das* ist Zynismus.

*Das* ist, wenn überhaupt, Sarkasmus. Aber in Anbetracht der nackten
Tatsachen, halte ich es eher für die Realität.

MfG
SB

Gerti Koenig

unread,
Mar 24, 2004, 8:25:23 AM3/24/04
to

Hallo nochmal,

> >Das liegt weniger am Rettungsdienst/Notarzt und der Todesfeststellung.
> >Bei "Zusammenstoßen" mit einer Lok erleidet derjenige in der Regel
> >Verletzungen die mit dem Leben nicht mehr vereinbar sind. Wirklich kein
> >schöner Anblick. Ähm zurück zum Thema. Zeit wird wenn ich mich recht
> >entsinne eher für die Aufnahme der Polizei gebraucht ... weil die müssen
> >ja Fotos machen, Beweise sichern, zeugen befragen und weis der Geier was
> >noch.

am längsten brauchen wirklich Polizei und Staatsanwaltschaft, bis die
Unfalsstelle wieder freigegeben wird.

> Naja, häufig liegt's einfach daran, dass die viele Selbstmörder sich
> irgendwo auf freier Strecke vor den Zug werfen und man da mit dem Auto
> nicht vernünftig drankommt. Da brauchen dann alle "Beteiligten" so
> ihre Zeit...Ich glaube am längsten dauert es wohl meist, bis die neue
> Lok und ein neuer Lokführer da sind.

Na ja auf freier Strecke ist halt die Chance auch am größten das "es"
funktioniert, aber manche sind selbst dazu noch zu dämlich.

Übrigens, die Lok wird selten ausgetauscht meistens nur der Lokführer. Es
sei denn sie hat einen technischen Schaden erlitten, ist aber bei so einem
"Unfall" eher selten.

Die psychologische Betreuung des Lokführers besteht dann erst mal darin,
dass er zu fünf verschiedenen Stellen muss und denen allen genau erklären
muss, wie´s passiert ist. Man kann das nicht einmal aufnehmen und
weitergeben.:-((

viele Grüsse Gerti


Gerti Koenig

unread,
Mar 24, 2004, 8:43:04 AM3/24/04
to

> > Um es zurückhaltend auszudrücken: Ich finde solche Bemerkungen
> > ein wenig daneben.
>
> Wieso? Ist es nicht selbstsuechtug zu nennen, wenn jemand mit
> seinem Selbstmord auch noch einen Mitmenschen bestrafen muss
> der nicht mehr verbrochen hat als Lokfuehrer zu sein? Hast Du
> Dir schon einmal ueberlegt welche Wirkung das Erlebnis einen Menschen
> getoetet zu haben auf einen Menschen hat?

Stimmt, es gibt Lokführer, die nach so einem Erlebnis nie wieder Lok fahren.
Da ist zuhause die Familie, die von dem Geld lebt das der Vater verdient.
Sollte vielleicht auchmal der eine oder andere darüber nachdenken.
Der Zugbegleiter muss zuerst nach hinten gehen und nachschauen ob der/die
wirklich tot ist. Toller Anblick:-((

Ich glaube es gibt wirklich andere Möglichkeiten sich umzubringen, die
Menschen die in so einem Zug sitzen können in der Regel nichts dafür, dass
es demjenigen schlecht geht.

Grüsse Gerti


Ozan Ayyüce

unread,
Mar 24, 2004, 11:06:09 AM3/24/04
to
Silvio Baltrusch:

> Mund mit Flüssigkeit füllen, Lauf der Waffe in den Mund einführen (ohne,
> dass die Flüssigkeit den Mund verlässt), Abzug betätigen. Das Ergebnis
> sollte sich sehen lassen können.

Effektiver: Lauf der Waffe mit Wasser füllen.


Ozan

Heiko Schuster

unread,
Mar 24, 2004, 11:23:02 AM3/24/04
to

"Thomas Heier" <Tho...@thomas-heier.de> schrieb im Newsbeitrag
news:1gb0ika.1wizs0h1kbjpsjN%Tho...@thomas-heier.de...

> Fritz Weber <fritz...@hotpop.com> wrote:
>
> > der reicht da schon ein irgendein
> > Treffer ins Hirn (z.B. mit 900ms Geschwindigkeit)?
>
> Seit wann werden Geschwindigkeiten mit Zeiteinheiten (ausschließlich)
> angegeben?

er meint sicherlich 900 meter pro sekunde auch m/s


Susie Krause

unread,
Mar 24, 2004, 12:36:39 PM3/24/04
to
"Silvio Baltrusch" <Silvio.B...@t-online.de> schrieb:

Huhu!

>Ich gebe zu bedenken, dass wir hier von Menschen reden, die nicht etwa
>Steinchen auf die Schienen legen, sondern sich selbst, weil sie keinen
>Ausweg sehen. Aber das geht uns ja am A... vorbei. Viel wichtiger ist,
>dass wir uns belästigt fühlen und nicht pünktlich nach Hause kommen. -
>Vielleicht hätte man vorher helfen und somit den Schaden für die anderen
>Menschen in gewissen Grenzen halten können.

Nein, ich bin die letzte, der es am A... vorbeigeht, wenn es jemandem
schlecht geht. Aber bloß weil es einem selbst dreckig geht, braucht
man nicht auch noch dafür zu sorgen, dass es einem anderen Menschen
auf Dauer auch dreckig geht (nämlich demjenigen, der zum
"Vollstrecker" auserkoren wird, dem Lockführer). Es geht nicht um
"nicht pünktlich nachhause kommen", sondern darum, dass man mit dieser
feigen Tat anderen Menschen Leid zufügt.

>Und dass ein Lokführer irgendwann während seiner Laufbahn auf einen
>Selbstmörder trifft, der sich eben gerne von einem Zug überfahren lassen
>möchte, gehört für mich zum Berufsrisiko.

Das "Berufsrisiko" zu nennen, ist *mehr* als zynisch! Statistisch
gesehen fährt jeder Lokführer in zehn Berufsjahren einen Selbstmörder
über den Haufen. Das Risiko, in seinem Berufsleben jemanden
umzubringen ist damit also statistish höher als das jedes
Berufsslodaten in diesem Land. Und manche erwischen sogar mehrere. Nur
gut, dass man sich nach dem dritten Vorfall berufsunfähig erklären
lassen kann... ;-(

Liebe Grüße,

Susie!

Marc A. Rohling

unread,
Mar 24, 2004, 1:40:55 PM3/24/04
to
On 21 Mar 2004 15:29:18 -0800, g-dog wrote:

>Es gibt ja den bekannten Fall von Phineas Cage (Gage?), dem im 19.Jh.
>bei einer Sprengung ein nicht gerade dünner Stahlbolzen durch die
>Augenhöhle den Frontallappen durchschlug.

Es gibt auch Patienten mit Phählungsverletzungen am Frontallappen, die
von Unfällen am Bau herrührten...

>Der Mann überlebte,

... und das ist gar nicht so selten.

>wie es dann immer so schön in den Lehrbüchern heißt - er entwickelte
>sich von einem verantwortungsvollen und sorgsamen Familienvater und
>Mitbürger in einen unberechenbaren Delinquenten.

Frontalhirnschäden verursachen Persönlichkeitsveränderungen. Das ist
seit Jahrzehnten nichts neues.

>Das Gehirn selbst besitzt übrigens keine Schmerzrezeptoren

Stimmt auffallend.

>Kopfschmerzen entstehen wahrscheinlich durch Schmerzrezeptoren an
>Blutgefäßen im Kopf).

Wohl eher an den Hirnhäuten.

>gruss, gdog

CU Marc
--
It's a dangerous business, Frodo, going out your door,
you step onto the road, and if you don't keep your feet,
there's no knowing where you might be swept off to...
[Bilbo Baggins]

daniel glanzer

unread,
Mar 24, 2004, 4:10:17 PM3/24/04
to
Susie Krause wrote:
> "Silvio Baltrusch" <Silvio.B...@t-online.de> schrieb:
>
> [...]

>
> Das "Berufsrisiko" zu nennen, ist *mehr* als zynisch! Statistisch
> gesehen fährt jeder Lokführer in zehn Berufsjahren einen Selbstmörder
> über den Haufen. Das Risiko, in seinem Berufsleben jemanden
> umzubringen ist damit also statistish höher als das jedes
> Berufsslodaten in diesem Land. Und manche erwischen sogar mehrere.


naja, gibt das Punkte?


*SCNR*


daniel

Susie Krause

unread,
Mar 24, 2004, 4:38:10 PM3/24/04
to
daniel glanzer <dan...@aon.at> schrieb:

Huhu!

>> Das "Berufsrisiko" zu nennen, ist *mehr* als zynisch! Statistisch
>> gesehen fährt jeder Lokführer in zehn Berufsjahren einen Selbstmörder
>> über den Haufen. Das Risiko, in seinem Berufsleben jemanden
>> umzubringen ist damit also statistish höher als das jedes
>> Berufsslodaten in diesem Land. Und manche erwischen sogar mehrere.
>
>naja, gibt das Punkte?

Nein, aber man darf sich dann ein kleines Figürchen mit ausgebreiteten
Armen vorne an die Lok pinseln.

SCebenfallsNR,

Susie!

(...und wer Sarkasmus-Tags vermisst, kann sich selbst welche in dieses
Posting malen.)

Wolfgang Broeker

unread,
Mar 25, 2004, 2:43:19 AM3/25/04
to
Joerg Geiger schrub[tm]:
> Ist es nicht selbstsuechtig zu nennen, wenn jemand mit seinem
> Selbstmord auch noch einen Mitmenschen bestrafen muss der nicht
> mehr verbrochen hat als Lokfuehrer zu sein?

Das hat mit bestrafen überhaupt nichts zu tun, auch wenn dieses
Wort zunehmend inflationär gebraucht wird und halb Deutschland
sich bei jeder Gelegenheit bestraft fühlt, Rentner, Autofahrer,
Beamte etc., aber das nur am Rande.

Ich habe keineswegs gesagt, dass ich eine Selbsttötung per Bahn
gutheiße. Für den Lokführer, aber auch für die Hilfskräfte von
Rettungsdienst, Feuerwehr, THW etc. stellt das meist eine furcht-
bare Belastung dar, die bei manchen Langzeitfolgen hat.

Ich habe lediglich die Wortwahl von Susie Krause kritisiert, die
ich angesichts der schlimmsten finalen Entscheidung, die ein
Mensch für sich treffen kann, für völlig unpassend halte. Dies
gilt umsomehr, wenn als weitere Begründung einige im Vergleich
zum Tod eines Menschen geradezu lächerliche Befindlichkeits-
störungen genannt werden. Und ja, ich fahre häufig Bahn und bin
oft genug von diesen Personenunfällen betroffen gewesen.

Auch "selbstsüchtig" halte ich für keine Vokabel, die das Ver-
halten oder die Intentionen eines Selbstmörders zutreffend und
angemessen beschreibt.

Gruß - Wolfgang

--
*** Eine der verbreitetsten Krankheiten ***
*** ist die Diagnose. Karl Kraus ***

*** Thu, 25 Mar 2004 07:46 +0100 ***

Laurent Wirmer

unread,
Mar 25, 2004, 2:51:04 AM3/25/04
to
> Das "Berufsrisiko" zu nennen, ist *mehr* als zynisch! Statistisch
> gesehen fährt jeder Lokführer in zehn Berufsjahren einen Selbstmörder
> über den Haufen. Das Risiko, in seinem Berufsleben jemanden
> umzubringen ist damit also statistish höher als das jedes
> Berufsslodaten in diesem Land.

Ich sehe das nicht als "umbringen" - schließlich ist es keine aktive Tat
des Lokführers, sondern eher eine unvermeidliche Konsequenz aus dem
Bremsweg des Zuges und dem Willen des Selbstmörders. Ich kann mir auch
nicht vorstellen, dass ich mir als Lokführer in einem solchen Fall
Vorwürfe machen würde. Letztlich wäre ich ja mangels wirksamer
Handlungsfähigkeit "nur" Zuschauer des Selbsmordes.

--
Grüße Laurent Wirmer

This posting is a natural product. The slight variations in
spelling and grammar enhance its individual character and
beauty and in no way are to be considered flaws or defects.

Laurent Wirmer

unread,
Mar 25, 2004, 2:53:16 AM3/25/04
to
Ozan Ayyüce schrieb:

Was soll das Wasser in diesen Fällen denn bringen?

daniel glanzer

unread,
Mar 25, 2004, 3:45:05 AM3/25/04
to
Laurent Wirmer wrote:
> Ozan Ayyüce schrieb:
>
>>
>>> Mund mit Flüssigkeit füllen, Lauf der Waffe in den Mund einführen (ohne,
>>> dass die Flüssigkeit den Mund verlässt), Abzug betätigen. Das Ergebnis
>>> sollte sich sehen lassen können.
>>
>>
>> Effektiver: Lauf der Waffe mit Wasser füllen.
>
>
> Was soll das Wasser in diesen Fällen denn bringen?
>


... kann mir durchaus vorstellen, dass die Masse dann viel
besser verteilt wird *g*.


daniel

Joerg Geiger

unread,
Mar 25, 2004, 4:11:08 AM3/25/04
to
Wolfgang Broeker <wolf...@broeker.com> wrote:
> Joerg Geiger schrub[tm]:
>> Ist es nicht selbstsuechtig zu nennen, wenn jemand mit seinem
>> Selbstmord auch noch einen Mitmenschen bestrafen muss der nicht
>> mehr verbrochen hat als Lokfuehrer zu sein?

> Das hat mit bestrafen überhaupt nichts zu tun,

OK. Der Begriff ist hier nicht korrekt.
Ich halte selbst nichts von der Ueber-Dramatisierung
persoenlichen Erlebens die heutzutage so verbreitet
ist - vermutlich mangels wirklichen Erlebens.

[..]


> Ich habe keineswegs gesagt, dass ich eine Selbsttötung per Bahn
> gutheiße. Für den Lokführer, aber auch für die Hilfskräfte von
> Rettungsdienst, Feuerwehr, THW etc. stellt das meist eine furcht-
> bare Belastung dar, die bei manchen Langzeitfolgen hat.

Das darfst Du nicht gleichsetzen. Wer sich vor den Zug wirft
ist i.e. kein Selbstmoerder sondern er zwingt einen Mitmenschen
dazu ihn zu toeten. Und darin sehe ich ein Verbrechen. Wenn
jemand schon meint sich toeten zu muessen sollte er es gefaelligst
selbst erledigen und nicht noch Mitmenschen zum Moerder machen.
Das perfide an dieser Situation besteht m.E. darin, dass ein
Mensch einem anderen eine grosse Schuld aufzwingt und ihm keine
Entscheidungsmoeglichkeit laesst.
Der Vergleich mit den Rettungskraeften ist dementsprechend
unpassend, denn diese werden nicht am Tod des Menschen schuldig.

> Ich habe lediglich die Wortwahl von Susie Krause kritisiert, die
> ich angesichts der schlimmsten finalen Entscheidung, die ein
> Mensch für sich treffen kann, für völlig unpassend halte.

Den Tonfall fand ich gar nicht so unpassend. Ein Mensch, der
selbst bei einer so schweren Entscheidung nicht in der Lage ist
die Verantwortung fuer sein Tun zu uebernehmen sondern die
Verantwortung dafuer einem Mitmenschen aufzwingt hat das
Mitleid nicht verdient.

> Dies
> gilt umsomehr, wenn als weitere Begründung einige im Vergleich
> zum Tod eines Menschen geradezu lächerliche Befindlichkeits-
> störungen genannt werden.

Um diese zynischen Kommentare ging es mir nicht. Die
Wichtigtuerei die man zunehmend bei den Bahnnutzern
beobachtet ist ausgesprochen nervig. Da meint jeder
sich aufspielen zu muessen als waere seine Zeit nur
mit Gold aufzuwiegen waehrend es wahrscheinlich voellig
gleichgueltig ist ob er eine Stunde frueher oder spaeter
ankommt.

> Auch "selbstsüchtig" halte ich für keine Vokabel, die das Ver-
> halten oder die Intentionen eines Selbstmörders zutreffend und
> angemessen beschreibt.

Sicher nicht alleinig aber m.E. durchaus treffend.

Joerg Geiger

unread,
Mar 25, 2004, 4:16:59 AM3/25/04
to
Laurent Wirmer <ne...@wirmer.de> wrote:
> Ich sehe das nicht als "umbringen" - schließlich ist es keine aktive Tat
> des Lokführers, sondern eher eine unvermeidliche Konsequenz
..

Geschenkt. Aber darum geht es nicht.

> Ich kann mir auch
> nicht vorstellen, dass ich mir als Lokführer in einem solchen Fall
> Vorwürfe machen würde. Letztlich wäre ich ja mangels wirksamer
> Handlungsfähigkeit "nur" Zuschauer des Selbsmordes.

Schoen fuer Dich, dass Du Deine Empfindungen so effizient
unterdruecken und rationalisieren kannst. Andere Menschen
empfinden etwas dabei wenn sie einen anderen Menschen
verletzen oder toeten (voellig unabhaengig ob aus Fahrlaessigkeit,
Notwehr oder unguenstiger Konstellation.
Ich rechne obige Bemerkung mal mangelnder Lebenserfahrung an.

Joerg Geiger

unread,
Mar 25, 2004, 4:24:12 AM3/25/04
to

Und das ist jetzt Quatsch.
Du solltest kurz ueberlegen bevor Du Deine Weisheiten verteilst.
Ein Berufsrisiko Menschen zu toeten _ohne_ dafuer in irgendeiner
Weise verantwortlich zu sein gibt es nicht. Unfaelle sind unver-
meidlich, aber wenn jemand einen Mitmenschen gezielt und in voller
Abscicht zu seinem (Selbst-)Mordwerkzeug macht ist dies etwas voellig
anderes.

Laurent Wirmer

unread,
Mar 25, 2004, 5:19:43 AM3/25/04
to
Joerg Geiger schrieb:

>
> Das darfst Du nicht gleichsetzen. Wer sich vor den Zug wirft
> ist i.e. kein Selbstmoerder sondern er zwingt einen Mitmenschen
> dazu ihn zu toeten. Und darin sehe ich ein Verbrechen.

Soweit stimme ich zu, aber...

> jemand schon meint sich toeten zu muessen sollte er es gefaelligst
> selbst erledigen und nicht noch Mitmenschen zum Moerder machen.

... zum Mord braucht es Vorsatz. In diesem Fall ist es nicht einmal
Totschlag - was es der betreffenden Person natürlich nicht viel leichter
macht.

Adrian Thomale

unread,
Mar 25, 2004, 8:06:46 AM3/25/04
to
Joerg Geiger <no_answ...@gmx.de> wrote:

>Das darfst Du nicht gleichsetzen. Wer sich vor den Zug wirft
>ist i.e. kein Selbstmoerder sondern er zwingt einen Mitmenschen
>dazu ihn zu toeten. Und darin sehe ich ein Verbrechen.

Dem möchte ich widersprechen. Wie verzweifelt muß jemand sein, der
sich vor einen Zug wirft?
Ich denke in dem Leid, was in so jemanden vorgeht, dürfte kein Platz
mehr sein für Gedanken, was das für Konsequenzen für den Bahnverkehr,
den Fahrgästen und den Lokführer haben wird und deshalb möchte ich
auch nicht von selbstsüchtig reden.
Einer der sich umbringen möchte, sieht eher den Zug/Gleise als Objekt,
seine Existenz unter Garantie zu beenden.

Viel "selbstsüchtiger", wenn man bei diesem Ausdruck bleibe möchte,
halte ich eher für die Leute, die tagtäglich ohne zu schauen mir/jedem
von uns auf der Straße vor das Rad/Auto springen, nur weil sie zu
bequem sind, nach links zu schauen, bzw. die Einstellung haben: "Die
bremsen schon für mich".
Und dann die natürlich, wenn auch weniger in der Anzahl, die einfach
im Bahnhof anstatt die Unterführung zu nehmen, einfach über die Gleise
rennen um für den Darwin-Award nominiert zu werden :-(

Grüße, Adrian

Joerg Geiger

unread,
Mar 25, 2004, 10:59:37 AM3/25/04
to
Adrian Thomale <abinde...@arcor.de> wrote:
> Joerg Geiger <no_answ...@gmx.de> wrote:

>>Das darfst Du nicht gleichsetzen. Wer sich vor den Zug wirft
>>ist i.e. kein Selbstmoerder sondern er zwingt einen Mitmenschen
>>dazu ihn zu toeten. Und darin sehe ich ein Verbrechen.

> Dem möchte ich widersprechen. Wie verzweifelt muß jemand sein, der
> sich vor einen Zug wirft?

Fuer Menschen, die sich in eine Situation voelliger Verzweiflung
steigern und denen ihre Umwelt voellig gleichgueltig ist kann
ich kein Verstaendnis entwickeln. Da unterscheidet sich fuer mich
der Selbstmoerder der sich vor den Zug wirft nicht von einem
Amoklaeufer oder Selbstmordattentaeter.

> Ich denke in dem Leid, was in so jemanden vorgeht, dürfte kein Platz
> mehr sein für Gedanken, was das für Konsequenzen für den Bahnverkehr,
> den Fahrgästen und den Lokführer haben wird und deshalb möchte ich
> auch nicht von selbstsüchtig reden.

Eben selbstsuechtig. Das eigene Schicksal ist wird so uebersteigert
empfunden, dass man seine Mitmenschen nicht mehr der Ruecksichtnahme
wert empfindet.

[..]


> Viel "selbstsüchtiger", wenn man bei diesem Ausdruck bleibe möchte,
> halte ich eher für die Leute, die tagtäglich ohne zu schauen mir/jedem
> von uns auf der Straße vor das Rad/Auto springen, nur weil sie zu
> bequem sind, nach links zu schauen, bzw. die Einstellung haben: "Die
> bremsen schon für mich".

Der Vergleich hinkt nicht nur, es ist keiner. (Grobe) Fahrlaessigkeit
ist nicht lustig aber etwas anderes als gezieltes Handeln.

Wolfgang Broeker

unread,
Mar 25, 2004, 3:29:01 PM3/25/04
to
Joerg Geiger schrub[tm]:

> Fuer Menschen, die sich in eine Situation voelliger Verzweiflung
> steigern und denen ihre Umwelt voellig gleichgueltig ist kann
> ich kein Verstaendnis entwickeln.

Mit diesem weit verbreiteten Unverständnis haben leider viele
psychisch Kranke zu kämpfen.


> Da unterscheidet sich fuer mich der Selbstmoerder der sich

> vor den Zug wirft nicht von einem Amoklaeufer oder Selbst-
> mordattentaeter.

Die Bewegungsrichtung der durch Verzweiflung ausgelösten
Agression kann für Dritte allerdings einen mächtigen
Unterschied ausmachen.

Gruß - Wolfgang

--
*** Eine der verbreitetsten Krankheiten ***
*** ist die Diagnose. Karl Kraus ***

*** Thu, 25 Mar 2004 21:00 +0100 ***

Joerg Geiger

unread,
Mar 26, 2004, 2:27:55 AM3/26/04
to
Wolfgang Broeker <wolf...@broeker.com> wrote:
> Joerg Geiger schrub[tm]:
>> Fuer Menschen, die sich in eine Situation voelliger Verzweiflung
>> steigern und denen ihre Umwelt voellig gleichgueltig ist kann
>> ich kein Verstaendnis entwickeln.

> Mit diesem weit verbreiteten Unverständnis haben leider viele
> psychisch Kranke zu kämpfen.

Warum sollte ich Verstaendnis fuer asoziales Verhalten entwickeln?
Etwas anderes als Mitleid kann ich da nicht empfinden.
Nun wird heute jegliche Form von Asozialitaet mit so griffigen Vokabeln
wie "Selbstverwirklichung" entschuldigt und in Selbstanalyse jede
Eigenart rationalisiert und als Individualitaet kultiviert.
Was hierzulande als "Problem" oder "Katastrophe" empfunden wird
ist zumeist nicht mehr als eine Unebenheit im Lebensweg. Seltsamer-
weise ist die Selbstmordrate in Laendern in welchen die Menschen
einer echten existentiellen Bedrohung und katastrophalen Erlebnissen
ausgesetzt sind deutlich geringer als hier. Anscheinend kann sich
jemand der sich im Ueberlebenskampf befindet nicht der Larmoyanz
hingeben.

>> Da unterscheidet sich fuer mich der Selbstmoerder der sich
>> vor den Zug wirft nicht von einem Amoklaeufer oder Selbst-
>> mordattentaeter.

> Die Bewegungsrichtung der durch Verzweiflung ausgelösten
> Agression kann für Dritte allerdings einen mächtigen
> Unterschied ausmachen.

Es ging mir um die Ichbezogenheit.

Wolfgang Broeker

unread,
Mar 26, 2004, 4:36:43 AM3/26/04
to
Joerg Geiger schrub[tm]:

> Warum sollte ich Verstaendnis fuer asoziales Verhalten entwickeln?
> Etwas anderes als Mitleid kann ich da nicht empfinden.

Da haben wir dann offensichtlich ziemlich divergierende Auf-
fassungen. Wenn jemand wirklich psychisch krank ist, dann
ist ein Vorwurf, der auf dieser Krankheit beruht wie etwa der
asozialen Verhaltens, genauso sinnvoll oder sinnlos wie an
einen physisch Kranken.

Ein Patient mit Depressionen kann für seine Krankheit genauso
viel und genauso wenig wie ein Patient mit Prostatakrebs für
seine Erkrankung. Ihm die Krankheit vorzuwerfen ist vorwissen-
schaftlich (mithin hier eigentlich offtopic).

Gruß - Wolfgang

--
*** Eine der verbreitetsten Krankheiten ***
*** ist die Diagnose. Karl Kraus ***

*** Fri, 26 Mar 2004 10:19 +0100 ***

Bernhard Nowotny

unread,
Mar 26, 2004, 6:35:57 AM3/26/04
to
Jasper Riedel wrote:
> Fabian Mohnke schrieb
> > nur so nebenbei es gibt eleganter, schmerzlosere und vor allem für
> > den
> > Rettungsdienst angenehmere (ja ich weis ich bin egoistisch ;)),
> > weil nicht so dreckische Arten abzuleben.
> Ja? Welche denn?

Suizid durch Rauchen. :)

Oder man macht es dermassen endgültig, dass der Rettungsdienst
schon aus 10 Meter Entfernung den Tod feststellen kann. Die
Sauerei haben dann andere.

Servus,


Bernhard

--
Bernhard Nowotny
85625 Glonn, Germany (PGP ID: 0x17B6F58C DSS/DH)
"Life was simple before World War II. After that, we had systems."
-- Rear Admiral Grace Murray Hopper

Bernhard Nowotny

unread,
Mar 26, 2004, 6:40:59 AM3/26/04
to
Ozan Ayyüce wrote:
> Effektiver: Lauf der Waffe mit Wasser füllen.

Suizid mit Wasserpistole? Interessant...

SCNR,


B.

Susie Krause

unread,
Mar 26, 2004, 2:13:46 PM3/26/04
to
Wolfgang Broeker <wolf...@broeker.com> schrieb:

>Ein Patient mit Depressionen kann für seine Krankheit genauso
>viel und genauso wenig wie ein Patient mit Prostatakrebs für
>seine Erkrankung. Ihm die Krankheit vorzuwerfen ist vorwissen-
>schaftlich (mithin hier eigentlich offtopic).

Das erstaunliche ist aber, dass der depressive Mensch im Gegensatz zu
dem mit den Prostatabeschwerden oft nicht zum Arzt/Therapeuten/...
geht, um sich helfen zu lassen... Wenn psychische Krankheit in der
Gesellschaft nicht immer noch tabuisiert wäre, bräuchten vermutlich
viele Züge gar nicht außerplanmäßig anzuhalten.

Liebe Grüße,

Susie!

Joerg Geiger

unread,
Mar 27, 2004, 2:00:53 PM3/27/04
to
Wolfgang Broeker <wolf...@broeker.com> wrote:
> Joerg Geiger schrub[tm]:
>> Warum sollte ich Verstaendnis fuer asoziales Verhalten entwickeln?
>> Etwas anderes als Mitleid kann ich da nicht empfinden.

> Da haben wir dann offensichtlich ziemlich divergierende Auf-
> fassungen. Wenn jemand wirklich psychisch krank ist, dann
> ist ein Vorwurf, der auf dieser Krankheit beruht wie etwa der
> asozialen Verhaltens, genauso sinnvoll oder sinnlos wie an
> einen physisch Kranken.

Ich sehe das etwas kritischer. Im Gegensatz zu einer physischen
Erkrankung sind die Grenzen zwischen psychisch krank/gesund
eher fliessend. Manche psychische Stoerung tritt gar nur
voruebergehend auf. Auf der anderen Seite gibt es (m.M. nach)
durchaus Faelle in welchen bestimmte Formen eines nicht allgemeiner
Norm entsprechenden Verhaltens kultiviert werden und auch keine
Bereitschaft besteht dieses als Erkrankung zu akzeptieren oder
sich gar einer Behandlung zu unterziehen. Um zu Deinen Beispielen
zurueckzukommen koennte man durchaus auch diskutieren inwieweit
jemand der mit 220km/h auf einen vorausfahrenden PKW mit einem
Abstand von 1m auffaehrt als psychisch krank einzustufen ist.

> Ein Patient mit Depressionen kann für seine Krankheit genauso
> viel und genauso wenig wie ein Patient mit Prostatakrebs für
> seine Erkrankung.

Das ist in beiden Faellen nicht so pauschal zu sagen. Krankheiten
haben Ursachen und diese Ursachen sind bisweilen auch im Verhalten
einer Person begruendet. Ich finde, dass es falsch ist alles und
jedes stets zu entschuldigen und auf nicht greifbare Instanzen
zurueckzufuehren (die Gesellschaft, die Politik, die ...)
um nicht selbst uebermoegliche eigene Fehler nachdenken zu muessen.
Es sollte jeder Einzelne auch bereit sein Verantwortung
fuer sein eigenes Tun zu uebernehmen.

> Ihm die Krankheit vorzuwerfen ist vorwissen-
> schaftlich (mithin hier eigentlich offtopic).

Im Gegenteil, die Vorstellung alles Boese werde durch das
Schicksal (o.a.) verteilt ist unsinnig. Jemand der 30 Jahre
lang jeden Tag 2 Paeckchen Zigaretten raucht kann seine
Krebserkrankung nicht auf das Schicksal schieben.

Joerg Geiger

unread,
Mar 28, 2004, 4:24:53 PM3/28/04
to
Olaf Joensson <ramsc...@sh-home.de> wrote:
> Joerg Geiger <no_answ...@gmx.de> wrote:
> Wenn ich Deine Beiträge zu dieser Diskussion lese, bekomme ich von
> Deiner herablassenden Selbstzufriedenheit meistens Kopfschmerzen:
> Bin ich jetzt krank? Und wenn ja, körperlich oder psychisch?
> Vorübergehend?

Ob Du krank oder gesund bist steht wohl nicht zur Diskussion.
Was aber aus Deinem Posting ziemlich deutlich wird ist, dass
Du Dich bemuehst mir eine Haltung und Aeusserungen zu unter-
stellen fuer die es keine Grundlage gibt um diese dann fuer
Deine Tirade gegen mich zu verwenden. Das ist ein ziemlich
schwacher Diskussionsstil.
EOD.

Silvio Baltrusch

unread,
Mar 29, 2004, 6:58:02 AM3/29/04
to
Susie Krause schrieb:

> "nicht pünktlich nachhause kommen", sondern darum, dass man mit dieser
> feigen Tat anderen Menschen Leid zufügt.

Du hast eine merkwürdige Vorstellung von einem Selbstmord, wenn Du einen
solchen als "feige Tat" titulierst. Ich empfehle Dir, zunächst ein wenig
die Psychologie des Suizides zu studieren, damit Du anschließend zu
einem qualifizierterem Urteil kommen mögest.

> Das "Berufsrisiko" zu nennen, ist *mehr* als zynisch! Statistisch
> gesehen fährt jeder Lokführer in zehn Berufsjahren einen Selbstmörder
> über den Haufen. Das Risiko, in seinem Berufsleben jemanden
> umzubringen ist damit also statistish höher als das jedes
> Berufsslodaten in diesem Land. Und manche erwischen sogar mehrere. Nur
> gut, dass man sich nach dem dritten Vorfall berufsunfähig erklären
> lassen kann... ;-(

Also, wenn das kein Berufsrisiko ist. Deine Statistik bestätigt doch
meine Aussage mehr als eindrucksvoll.

MfG
SB

Silvio Baltrusch

unread,
Mar 29, 2004, 7:12:27 AM3/29/04
to
Joerg Geiger schrieb:

> Und das ist jetzt Quatsch.

Die Statistik sagt ganz klar etwas anderes (siehe Susie Krause vom
24.03., 19:36).

> Du solltest kurz ueberlegen bevor Du Deine Weisheiten verteilst.

Dito.

> Ein Berufsrisiko Menschen zu toeten _ohne_ dafuer in irgendeiner
> Weise verantwortlich zu sein gibt es nicht. Unfaelle sind unver-
> meidlich, aber wenn jemand einen Mitmenschen gezielt und in voller
> Abscicht zu seinem (Selbst-)Mordwerkzeug macht ist dies etwas voellig
> anderes.

Genau, für einen Lokführer gehört das Zusammentreffen mit einem Menschen
in selbstmörderischer Absicht (mittlerweile und bedauerlicherweise) zum
Berufsrisiko. Auch ich befürworte diese Suizidmethode keineswegs, trage
damit aber überhaupt nicht zur Verminderung des Riskos für den Lokführer
bei.

MfG
SB

Susie Krause

unread,
Mar 29, 2004, 12:10:16 PM3/29/04
to
"Silvio Baltrusch" <Silvio.B...@t-online.de> schrieb:

Huhu!

>Du hast eine merkwürdige Vorstellung von einem Selbstmord, wenn Du einen


>solchen als "feige Tat" titulierst. Ich empfehle Dir, zunächst ein wenig
>die Psychologie des Suizides zu studieren, damit Du anschließend zu
>einem qualifizierterem Urteil kommen mögest.

Ich finde es schon ziemlich feige, jemand anderen, der noch dazu für
den Selbstmörder völlig anonym ist, dazu zu "benutzen" die eigentliche
Tat zu vollstrecken. Der Kopfschuss im Subject hingegen erfordert wohl
mehr Mut, den Tatsachen ins Auge zu sehen.

Liebe Grüße,

Susie!

Joerg Geiger

unread,
Mar 30, 2004, 1:21:49 AM3/30/04
to
Silvio Baltrusch <Silvio.B...@t-online.de> wrote:
> Joerg Geiger schrieb:
>> Und das ist jetzt Quatsch.

> Die Statistik sagt ganz klar etwas anderes (siehe Susie Krause vom
> 24.03., 19:36).

Was nichts damit zu tun hat was ein Berufsrisiko ist.

[..]


> Genau, für einen Lokführer gehört das Zusammentreffen mit einem Menschen
> in selbstmörderischer Absicht (mittlerweile und bedauerlicherweise) zum
> Berufsrisiko.

Da verwendest Du eine etwas schraege Definition des Begriffs "Berufsrisiko".
So gesehen muesste man wohl davon ausgehen, dass es zum Berufsrisiko eines
Lehrers gehoert von einem durchgeknallten Schueler erschossen zu werden.


--
Joerg Geiger

Silvio Baltrusch

unread,
Mar 30, 2004, 2:55:05 AM3/30/04
to
Joerg Geiger schrieb:

> Was nichts damit zu tun hat was ein Berufsrisiko ist.

Was ist denn ein Berufsrisiko?

> Da verwendest Du eine etwas schraege Definition des Begriffs
> "Berufsrisiko". So gesehen muesste man wohl davon ausgehen, dass es
> zum Berufsrisiko eines Lehrers gehoert von einem durchgeknallten
> Schueler erschossen zu werden.

Streng genommen, ja! Aber lies auch hier:

http://idw-online.de/public/zeige_pm.html?pmid=71284

http://www.bics.be.schule.de/son/verkehr/presse/1998_1/v1781_13.htm

MfG
SB

p.s. Von einem Hund gebissen zu werden, gehört für mich übrigens zum
Berufsrisiko eines Postboten. Du solltest vielleicht überlegen, ob Du
Deine Definition von Berufsrisko nicht doch etwas weiter fassen
möchtest, indem Du auch Gefahren berücksichtigst, die nichts mit der
unmittelbaren Tätigkeit des Betroffenen zu tun haben.

Silvio Baltrusch

unread,
Mar 30, 2004, 3:13:27 AM3/30/04
to
Susie Krause schrieb:

> Ich finde es schon ziemlich feige, jemand anderen, der noch dazu für
> den Selbstmörder völlig anonym ist, dazu zu "benutzen" die eigentliche
> Tat zu vollstrecken. Der Kopfschuss im Subject hingegen erfordert wohl
> mehr Mut, den Tatsachen ins Auge zu sehen.

Ich hoffe für Dich, dass Du niemals "den Tatsachen ins Auge sehen"
musst.

MfG
SB

Joerg Geiger

unread,
Mar 30, 2004, 9:55:12 AM3/30/04
to
Silvio Baltrusch <Silvio.B...@t-online.de> wrote:
> Joerg Geiger schrieb:
>> Da verwendest Du eine etwas schraege Definition des Begriffs
>> "Berufsrisiko". So gesehen muesste man wohl davon ausgehen, dass es
>> zum Berufsrisiko eines Lehrers gehoert von einem durchgeknallten
>> Schueler erschossen zu werden.

> Streng genommen, ja! Aber lies auch hier:

> http://idw-online.de/public/zeige_pm.html?pmid=71284
> http://www.bics.be.schule.de/son/verkehr/presse/1998_1/v1781_13.htm

Das kann ich nicht als Belege dafuer ansehen. In beiden Texten
wird der Begriff "Berufsrisiko" im umgangssprachlichen Sinn
verwendet. Mich hat bei dieser Diskussion bis jetzt die Indolenz
mancher Diskutanten geaergert die eher bereit waren Verstaendnis
fuer den Selbstmoerder als fuer den Lokfuehrer aufzubringen.
Dass dies dann auch noch als "Berufsrisiko" bezeichnet wurde
erschien mir als Versuch der Abwertung des Ereignisses mit dem
deutlichen Unterton: "wenn man Lokfuehrer ist muss man damit leben".
Gegen diese Versuche der Verharmlosung eines fuer die
Betroffenen furchtbaren Erlebnisses habe ich angeschrieben.

Joerg Geiger

unread,
Mar 30, 2004, 9:58:13 AM3/30/04
to
Silvio Baltrusch <Silvio.B...@t-online.de> wrote:
> Joerg Geiger schrieb:
>> Da verwendest Du eine etwas schraege Definition des Begriffs
>> "Berufsrisiko". So gesehen muesste man wohl davon ausgehen, dass es
>> zum Berufsrisiko eines Lehrers gehoert von einem durchgeknallten
>> Schueler erschossen zu werden.

> Streng genommen, ja! Aber lies auch hier:

> http://idw-online.de/public/zeige_pm.html?pmid=71284
> http://www.bics.be.schule.de/son/verkehr/presse/1998_1/v1781_13.htm

Das kann ich nicht als Belege dafuer ansehen. In beiden Texten


wird der Begriff "Berufsrisiko" im umgangssprachlichen Sinn
verwendet. Mich hat bei dieser Diskussion bis jetzt die Indolenz
mancher Diskutanten geaergert die eher bereit waren Verstaendnis
fuer den Selbstmoerder als fuer den Lokfuehrer aufzubringen.
Dass dies dann auch noch als "Berufsrisiko" bezeichnet wurde
erschien mir als Versuch der Abwertung des Ereignisses mit dem
deutlichen Unterton: "wenn man Lokfuehrer ist muss man damit leben".
Gegen diese Versuche der Verharmlosung eines fuer die
Betroffenen furchtbaren Erlebnisses habe ich angeschrieben.

BTW: Vielen Dank fuer diese beiden Artikel. Vielleicht liest
sie ja der eine oder andere in dieser NG dem nicht so recht
begreiflich zu machen war was ein solches Erlebnis ausloesen
kann (i.ue. bis hin zum (sic!) Selbstmord).

Susie Krause

unread,
Mar 30, 2004, 11:52:29 AM3/30/04
to
"Silvio Baltrusch" <Silvio.B...@t-online.de> schrieb:

??? Was ist das denn jetzt für ein unsinniges Statement? *Ich* hatte
nie vor, mir in den Kopf zu schießen. Finde ich im übrigen ziemlich
schwachsinnig und sehe ich außerdem nicht als Lösung für
wie-auch-immer geartete Probleme an.

Gruß,

Susie!

jolandos

unread,
Mar 30, 2004, 2:22:51 PM3/30/04
to
Herr Nowottny schrieb:
> Suizid mit Wasserpistole? Interessant...

das mit dem wasser ist gar nicht so abwegig. Während der Vorlesungen
in rechtsmedizin wurde uns selbstverständlich auch die sicherste -
wenn auch nicht gerade sauberste - Suizidmethode vorgestellt: Mund mit
Wasser füllen und mit Revolver (kein Gewehr) etwas schräg nach hinten
oben zielen. Wo die Kugel genau hingeht ist dann ziemlich egal, denn
durch die gewaltige Druckwelle im wasser zerreisst es einem eh' den
Schädel. Da gab's dann auch ein leckeres Dia dazu. Das wurde nur noch
getoppt von einem Schizo, der sich den Kopf unter der Kreissäge
halbiert hat, als der Betreuer mal eine Rauchen war.... Noch ein paar
Storys gefällig....

Nun mal im Ernst: Warum werden von Männern immer diese macho-Methoden
gewählt. Wie wär's mit dem goldenen Schuss. Ist schmerzlos und der
Übergang läuft ziemlich bunt ab (es sei denn, man hängt schon an der
Nadel, denn dann ist es ein Horror-Trip). Und überhaupt: das Leben ist
einfach klasse. Nur wer falsche Erwartungen hat wird enttäuscht....
Aber jeder sollte das ganz alleine für sich selbst entscheiden. Und
wie gesagt: Die erstgenannte Methode ist todsicher...

christian

Tuvok

unread,
Mar 31, 2004, 4:16:20 AM3/31/04
to

"Susie Krause" <susie....@gmx.net> schrieb im
> Ich nicht. Wenn Du als Berufspendler zu manchen Zeiten (wenn es auf
> die Feiertage zugeht, im Frühling, ...) in der Bahn regelmäßig auf
> freier Strecke wegen solcher Leute etliche Stunden Deiner Lebenszeit
> verwartest, dann teilst Du diese Empfindungen. Besonders schön ist das
> zu Feierabend in überfüllten Regionalzügen im Sommer bei 35 Grad Hitze
> ohne Sitzplatz, wenn Du nicht weißt, wann es endlich weiter geht...
>
> Jeder kann mit seinem Leben machen, was er will, solange sich der
> Schaden für andere Menschen dabei in gewissen Grenzen hält. Aber wer
> erstmal soweit ist, dass er meint, sich vor den Zug werfen zu müssen,
> der denkt wahrscheinlich nicht mehr soweit. (Wie gesagt, am
> schlimmsten finde ich die Situation, in die die Lokführer und generell
> das Bahnpersonal dadurch gebracht werden - die werden diesen Anblick
> nämlich ihr Leben lang nicht wieder los!)

sei froh kommst später in die Arbeit und hast weniger deinen Chef zu
ertragen


Silvio Baltrusch

unread,
Mar 31, 2004, 7:23:49 AM3/31/04
to
Susie Krause schrieb:

> ??? Was ist das denn jetzt für ein unsinniges Statement? *Ich* hatte
> nie vor, mir in den Kopf zu schießen. Finde ich im übrigen ziemlich
> schwachsinnig und sehe ich außerdem nicht als Lösung für
> wie-auch-immer geartete Probleme an.

Für Dich noch einmal zum Mitschreiben: "Ich hoffe für Dich, dass Du
niemals 'den Tatsachen ins Auge sehen' musst." Sollte dieser Fall
dennoch irgendwann eintreten, dann sei nicht feige und wähle den
Kopfschuss, da dieser ja mehr Mut erfordert, "den Tatsachen ins Auge zu
sehen", während ein Sprung vor einen fahrenden Zug "ziemlich feige" ist!

Ich finde es übrigens bemerkenswert, in welche Schubladen Du einen
Selbstmörder so steckst: Derjenige, welcher sich selbst erschießt, ist
schwachsinnig. Der Andere, welcher sich vor den Zug wirft, ist feige.
Mal sehen, was noch so kommt.

Um dieses klarzustellen: Ich befürworte keinen wie auch immer gearteten
Selbstmord. Auch ich habe Mitleid mit dem armen Lokführer, der einen
Menschen überfahren muss, wenn der sich auf die Schienen wirft. Man
sollte aber immer beide Seiten betrachten, da der Selbstmörder mit
Sicherheit keinen Spaß daran finden kann, sich vor einen fahrenden Zug
zu werfen bzw. in diesem Moment bestimmt nicht daran denkt, dass er duch
seinen "Egoismus" anderen Menschen Leid zufügen oder sie ärgern könnte.

MfG
SB

Silvio Baltrusch

unread,
Mar 31, 2004, 7:36:10 AM3/31/04
to
Joerg Geiger schrieb:

> Das kann ich nicht als Belege dafuer ansehen. In beiden Texten
> wird der Begriff "Berufsrisiko" im umgangssprachlichen Sinn
> verwendet. Mich hat bei dieser Diskussion bis jetzt die Indolenz
> mancher Diskutanten geaergert die eher bereit waren Verstaendnis
> fuer den Selbstmoerder als fuer den Lokfuehrer aufzubringen.
> Dass dies dann auch noch als "Berufsrisiko" bezeichnet wurde
> erschien mir als Versuch der Abwertung des Ereignisses mit dem
> deutlichen Unterton: "wenn man Lokfuehrer ist muss man damit leben".
> Gegen diese Versuche der Verharmlosung eines fuer die
> Betroffenen furchtbaren Erlebnisses habe ich angeschrieben.

Genau, wenn man Lokführer ist, muss man mit dem Risiko leben, dass einem
irgendwann "ein Wahnsinniger" vor den Zug springt. Das nenne ich
Berufsrisiko. Und es hat weder etwas mit Umgangssprache noch mit
Abwertung des Ereignisses (mit oder ohen Unterton)oder Verharmlosung zu
tun.

Es ist einfach so, ob uns das nun gefällt oder nicht. Ein Zustand, der
sich nicht ändern lässt! Und deshalb ist und bleibt es ein Berufsrisiko.
Damit ist noch längst keine (Be-)Wertung der Auswirkungen eines solchen
Ereignisses für den Lokführer verbunden.

MfG
SB

Susie Krause

unread,
Mar 31, 2004, 2:58:25 PM3/31/04
to
"Silvio Baltrusch" <Silvio.B...@t-online.de> schrieb:


>Für Dich noch einmal zum Mitschreiben: "Ich hoffe für Dich, dass Du
>niemals 'den Tatsachen ins Auge sehen' musst." Sollte dieser Fall
>dennoch irgendwann eintreten, dann sei nicht feige und wähle den
>Kopfschuss, da dieser ja mehr Mut erfordert, "den Tatsachen ins Auge zu
>sehen", während ein Sprung vor einen fahrenden Zug "ziemlich feige" ist!

Sinnentnehmendes Lesen scheint wahrlich nicht Deine Stärke zu sein:
Jemand, der sich selbst unbedingt aus diesem Leben befördern will,
sollte sich - wie jeder andere Mensch übrigens auch - darüber im
Klaren sein ("der Tatsache ins Auge sehen"), dass er selbst für sein
Leben - oder seinen Tod - verantwortlich ist. Daraus folgt, dass man
nicht andere zum Vollstrecker machen sollte, die damit gar nichts zu
tun haben. Habe ich mich jetzt verständlich ausgedrückt?

>Ich finde es übrigens bemerkenswert, in welche Schubladen Du einen
>Selbstmörder so steckst: Derjenige, welcher sich selbst erschießt, ist
>schwachsinnig. Der Andere, welcher sich vor den Zug wirft, ist feige.
>Mal sehen, was noch so kommt.

Siehe oben: Ich stecke niemanden in Schubladen. Ich finde nicht die
Personen schwachsinning oder feige, sondern das, was sie tun. Falls Du
dazwischen nicht differenzieren kannst, tust Du mir eht leid.

>Um dieses klarzustellen: Ich befürworte keinen wie auch immer gearteten
>Selbstmord. Auch ich habe Mitleid mit dem armen Lokführer, der einen
>Menschen überfahren muss, wenn der sich auf die Schienen wirft. Man
>sollte aber immer beide Seiten betrachten, da der Selbstmörder mit
>Sicherheit keinen Spaß daran finden kann, sich vor einen fahrenden Zug
>zu werfen bzw. in diesem Moment bestimmt nicht daran denkt, dass er duch
>seinen "Egoismus" anderen Menschen Leid zufügen oder sie ärgern könnte.

Tja, und genau das kritisiere ich eben.

Gruß,

Susie!

Silvio Baltrusch

unread,
Apr 1, 2004, 7:44:16 AM4/1/04
to
Susie Krause schrieb:

> Sinnentnehmendes Lesen scheint wahrlich nicht Deine Stärke zu sein:
> Jemand, der sich selbst unbedingt aus diesem Leben befördern will,
> sollte sich - wie jeder andere Mensch übrigens auch - darüber im
> Klaren sein ("der Tatsache ins Auge sehen"), dass er selbst für sein
> Leben - oder seinen Tod - verantwortlich ist. Daraus folgt, dass man
> nicht andere zum Vollstrecker machen sollte, die damit gar nichts zu
> tun haben. Habe ich mich jetzt verständlich ausgedrückt?

Dem Geschriebenen beim Lesen einen Sinn zu entnehmen ("sinnentnehmendes
Lesen"), ist sehr schwierig, wenn das Geschriebene keinen Sinn hat.

Ich frage mich ernsthaft, ob Du den Selbstmörder nicht zu sehr verteufelst,
weil Du den Lokführer schützen möchtest. Ich rate Dir nochmals, Dein Urteil
nicht vorschnell und vor allem etwas differenzierter zu fällen. Dabei sollte
Dir die eingehende Betrachtung beider Seiten helfen, die des Lokführers
ebenso wie die des Selbstmörders.

> Siehe oben: Ich stecke niemanden in Schubladen. Ich finde nicht die
> Personen schwachsinning oder feige, sondern das, was sie tun. Falls Du
> dazwischen nicht differenzieren kannst, tust Du mir eht leid.

Danke für Dein Mitgefühl, Susie.

> Tja, und genau das kritisiere ich eben.

Ich finde auch, dass man alle potentiellen Selbstmöder zunächst einer
Schulung unterziehen sollte, in der man diesen Störenfrieden dann in allen
Einzelheiten darlegen kann, welche Selbsttötungsmethoden die am besten
geeigneten sind und gleichzeitig einen möglichst hohen Faktor an
Rücksichtnahme gegenüber der Umwelt bieten.

MfG
SB


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